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Harry Potter und Ich

10. Der Tod von Joannes Mutter Anne

J. K. Rowling entkam dieser Welt und kam auf die Universität von Exeter, wo sie ihren Abschluss in Französisch und Altphilologie machte, bevor sie nach London zog. Dann schlug es bei ihr wie eine Bombe ein. Ihre Mutter Anne starb, nachdem sie zehn Jahre gegen die Multiple Sklerose gekämpft hatte.

Joanne nach ihrem Abschluss an der Universität in Exeter Joannes Großmutter mit Joannes Mutter Anne (rechts) Joannes Mutter Anne

Joanne K. Rowling: "Der Tod meiner Mutter traf mein Leben wie eine Bombe ... der schmerzliche Gedanke, dass sie so früh sterben musste. Sie war 45, viel zu jung, um zu sterben und die Familie zurückzulassen, ohne zu wissen, was aus uns allen werden würde. Meiner Mutter bedeutete die Schriftstellerei sehr viel. Sie war ein echter Büchernarr. Das macht ihren Tod noch tragischer, weil sie das, was sie wirklich geschätzt hätte, niemals erfahren hatte. Vielleicht zwei oder drei Tage, nachdem ich die Idee mit Harry hatte, ließ ich seine Eltern auf recht brutale Weise umkommen. Es liest sich zwar nicht so grausam, aber es war eine klare Sache, nichts Langwieriges, keine Diskussion über den Hergang und zu dem Zeitpunkt keine Diskussion darüber, wie schmerzhaft es werden würde."

Joanne über den Tod ihrer Mutter im Interview Joannes Eltern Anne und Peter

"Meine Mutter starb sechs Monate, nachdem ich den ersten Entwurf des Eingangskapitels geschrieben hatte. Das änderte die Situation natürlich vollkommen, weil ich plötzlich selbst erlebte, was ich da geschrieben hatte. Der Spiegel Nerhegeb basiert voll und ganz auf der Erfahrung, ein Elternteil verloren zu haben. Die Zeit würde niemals ausreichen..."

[Filmausschnitt: Harry betrachtet seine Eltern im Spiegel Nerhegeb. Sie lachen ihn an. Harry versucht sie zu berühren, aber seine Hand stößt nur auf das Glas des Spiegels.]

"Ich stelle es mir genau vor. Nachdem ich ihr fünf Minuten alles über ihre Enkelin Jessi erzählt habe, die sie nie gesehen hat, und über die Bücher, fällt mir ein, dass ich sie gar nicht gefragt habe, wie es ist, tot zu sein. Eine ziemlich bedeutende Frage. Aber die Zeit würde niemals ausreichen. Das war auch der Kernpunkt des zehnten Kapitels. Im wirklichen Leben ist es härter und man muss einfach darüber hinwegkommen."

[Filmausschnitt: Voldemort befiehlt Quirrell Harry zu töten. Dieser fliegt auf Harry zu und reißt ihn zu Boden. In Quirrells Würgegriff wird Harry die Luft knapp und er lässt den Stein der Weisen fallen.]

"Der Tod ist in allen sieben Büchern ein ganz bedeutendes Thema. Wenn man wie ich über Böses schreibt und wenn einer der beschriebenen Figuren im Grunde ein Psychopath ist, hat man die Pflicht, das wirklich Böse zu zeigen, nämlich, dass Menschen getötet werden."

[Filmausschnitt: Angesichts der seltsamen Verletzungen, die Harry Quirrell bei seinen Berührungen zufügt, schreit dieser "What is this magic?!".]

"Es wird noch weitere Tote geben, bei mindestens einem dieser Todesfälle wird es mir sehr schwer fallen, ihn zu beschreiben bzw. den schon geschriebenen Text zu überarbeiten, aber es muss sein." (Anmerkung d. Redaktion: Da das Interview vor Band 5 stattfand, ist unklar, ob Joanne hier den Tod von Sirius Black (Band 5) oder von Albus Dumbledore (Band 6) meint.)



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© Westdeutscher Rundfunk 2002

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Während der vier Stunden, die ich in dem verspäteten Zug verbrachte, sprudelten mir alle diese Ideen nur so im Kopf herum.
Joanne K. Rowling