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Fanfiction

Partners in Crime - Vom Leben gefressen und ausgekotzt

von Kraehenfeder

Hauself: Vielen Dank für dein Kommi :) Dass du nicht immer kommentierst, ist doch überhaupt nicht schlimm... Du bist schließlich die treuste Leserin dieser Geschichte (und manchmal fürchte ich fast, die einzige *lach*) Vielen Dank dafür :)

Kapitel 35 – Vom Leben gefressen und ausgekotzt

Sirius hielt sein Gesicht in den kalten Wasserstrahl der Dusche. Es wurde langsam zur Gewohnheit, dass er ins Bad flüchten musste, um Moonys Predigten zu entgehen.
Trink weniger, schlaf mehr, komm mit mir an die Frische Luft.
„Bla bla“, murmelte Sirius genervt und drehte das Wasser aus. Es war ja nicht so, dass er nicht versuchen würde zu schlafen. Aber meistens lag er stundenlang wach und konnte nicht einschlafen.
Ein paar Gläser mit hochprozentigem Inhalt halfen immer und nahmen ihm diese lächerlich häufigen Träume, in denen er sah, wie Draco zu ihm zurückkehrte. Und am nächsten Morgen feststellen musste, dass er allein war.
„Bist du fertig, Sirius?“
Remus Lupin klopfte gegen die Badezimmertür. Sirius stützte sich mit geschlossenen Augen auf dem Rand seiner Kokosnuss-Badewanne ab und atmete tief durch. Konnte es wirklich schon so viele Tage her sein, dass Draco hier ausgezogen war? Die Wohnung war leer. Niemand stand mehr in der Küche um Pfannkuchen zu kochen und wenn Remus nicht täglich vorbei schneien würde, würde Sirius wohl die Gelegenheit nutzen, einfach nur noch auf der Couch zu sitzen und sich zu betrinken, bis er ins Gras biss. Da macht er sich nichts vor. Leider schien ihm dieser Fluchtweg nicht vergönnt zu sein, denn er wurde von Remus wie ein kleines Kind an der Hand überall hin geschleift.
Er schlüpfte in seine Klamotten, fuhr sich durchs Haar und trocknete es mit ein paar Zaubern.
„Harry will mich doch ohnehin nicht sehen“, meinte er zum hundertausendsten Mal, als er aus der Tür trat.
Remus lehnte an der Wand, die Hände in den Taschen seines schäbigen Mantels vergraben. „Du weißt, dass das nicht stimmt. Es fällt ihm momentan nur ein bisschen schwer damit umzugehen. Wir haben doch gestern mit dem Arzt gesprochen...“
Sirius ballte die Hand zur Faust und starrte seinen Freund an. Es war zum verrückt werden. Ihm fehlten in letzter Zeit einfach die Worte.
Er wollte Remus antworten, aber er brachte nichts heraus. All die Dinge, die er gern aussprechen wollten, stauten sich in ihm und er fand keine Möglichkeit sie auszudrücken.
Es war, als wäre die Logik in seinem Verstand mit Draco gegangen.
„Dann lass uns abhauen.“ Sirius beobachtete, wie Remus nickte und dann apparierte. Einen Moment überlegte er, ob er nicht einfach hier bleiben sollte – dann schloss er die Augen und verschwand mit einem Plopp.
„Da bist du ja“, kam es von Remus neben ihm in einem Tonfall, der andeutete, er hätte wertvolle Stunden damit verschwendet zu trödeln.
„Moony“, murmelte Sirius nur und ging vor. Harrys Zimmer war wohl das abgeschirmteste, das man in diesem Krankenhaus finden konnte, denn man musste nicht nur ihn davor bewahren hinaus zu kommen – sondern auch die Masse von Reportern, hinein zu schlüpfen.
Sirius drängte die mit Fotoapparaten und Federn bewaffneten Zauberer grob zur Seite.
„Mister Black, was sagen Sie zu der Erkrankung ihres Patensohnes?“
„Was glauben Sie, hat diesen psychischen Zusammenbruch verursacht?“
„Hatten Sie Streit mit Harry Potter?“
„Wie sehr belastet Sie die momentane Situation?“
Mit verbissenem Gesichtsausdruck kämpfte sich Sirius zur Stationstür durch und gab dem Pfleger, der dort vollkommen überfordert Wache hielt und ebenfalls mit Fragen bestürmt wurde, ein Zeichen.
Remus dackelte hinter ihm her und wiederholte unermüdlich: „Kein Kommentar.“
Als die dicke, mit Bannen geschützte Glastür hinter den beiden zufiel atmeten sie synchron auf.
„Diese schleimigen, kleinen Würmer von Reportern!“, knurrte Sirius gereizt.
Remus hob – wie immer – beschwichtigend die Hände. „Mich nerven sie auch, aber sie machen ja nur ihren Job.“
Sirius starrte ihn kurz an und schüttelte dann den Kopf. „Du bist zu freundlich für diese Welt, Moony.“ Damit klopfte er an Harrys Zimmertür, obwohl eher wusste, dass niemand ihm antworten würde.
„Was wäre diese Welt, wenn niemand mehr freundlich wäre?“, murmelte Remus hinter ihm.
„Genau das, was sie jetzt ist: Ein verdammt kalter Ort.“ Offensichtliche Bitterkeit sprach aus seinen Worten. Die beiden Freunde blickten einander einen Moment in die Augen, dann betrat Sirius das stille Krankenzimmer des großen Harry Potter.
„Ich will euch nicht sehen.“
Remus seufzte lautlos und Sirius nickte. „Wissen wir inzwischen, Harry.“
„Warum kommt ihr dann immer wieder?“
„Weil wir uns Sorgen um dich machen“, meinte Remus bekümmert und ließ sich auf die Kante von Harrys Bett sinken, was dieser zähneknirschend zur Geltung nahm.
„Wie geht es Teddy?“, wechselte der Schwarzhaarige abrupt das Thema. Sirius nutzte diesen Augenblick, um seinen Patensohn in Augenschein zu nehmen. Harry sah schlecht aus. Fast so blass wie die Bettwäsche, auf der er lag. Er wirkte in sich zusammengesunken, verhärmt.
Man gab ihnen keine genaue Auskunft über die Therapie, die Harry helfen sollte – aber große Wirkung schien sie noch nicht zu entfalten. Entweder er saß still und trauernd auf seinem Bett oder er litt unter unerträglich schlechter Laune, die ihn dazu brachte seine Mitmenschen zu terrorisieren und jeden zu beleidigen, der ihm vor die Füße kam.
Seien es Remus und Sirius, oder auch nur ein Arzt oder Pfleger des Krankenhauses.
„Ihm geht es sehr gut“, beantwortete Remus Harrys Frage. „Teddy begeistert sich gerade für Muggelautos, aber er vermisst dich auch.“
„Dann sollen sie mich verdammt nochmal hier raus lassen“, kam es aggressiv von Harry.
„Und dann?“ Sirius' Frage stand in der eintretenden Stille.
„Ich weiß es nicht...“, flüsterte Harry leise, sein Blick glitt an der Wand entlang zum Fenster, vor dem eine immer zu frühlingshafte Landschaft in der Sonne strahlte und verlor sich dort.
Remus beobachtete das sorgenvoll. Er versuchte noch ein paar Ansätze zu machen, ein Gespräch mit Harry fortzuführen, doch dieser schien wieder total in einer Welt versunken zu sein, in der niemand ihn erreichen konnte.
Sirius betrachtete die beiden und schüttelte gedanklich den Kopf. Sein Leben befand sich momentan ungebremst auf einer abschüssigen Fahrbahn und es schien wirklich nichts zu geben, das daran etwas ändern konnte. Egal wohin er blickte, alles war er sah war negativ: Trauer, Hass, Verbitterung, Schmerz, Leid, Müdigkeit, Resignation.
Er legte Remus eine Hand auf die Schuler, um ihm zu bedeuten, dass es sinnlos war. Sein Freund sah zu ihm hoch und der Blick der ihn traf, zeigte ihm, was er schon längst wusste. Dass sein alter Freund sich am liebsten die Hilfe, die er selbst benötigte, bei ihm geholt hätte. Sich am liebsten gegen ihn gestützt hätte, wie in der Reaktion von Domino-Steinchen: Der Harry-Stein lehnte an dem Remus-Stein, der zu kippen drohte.
Leider wusste er jedoch, dass der Sirius-Stein kaum mehr als ein Blatt im Wind war und gemeinsam mit ihm umfallen würde, würde er sich an ihn lehnen.
Sirius verspürte einen Stich von Reue und Bedauern, aber zu viel mehr war er nicht im Stande. Diese Erkenntnis hätte ihn beunruhigen sollen, tat es aber nicht. Es zeigte nur um so mehr, dass ohne Draco einfach keine Möglichkeit bestand, weiter zu machen.
Nicht, dass Sirius wirkliche Selbstmordgedanken hatte. Er war nur eingehüllt in wattebauschige Aussichtslosigkeit, die alle äußeren Einflüsse irgendwie dämpfte. Irgendwann in den letzten Tagen oder Nächten war ihm klar geworden, dass Draco es geschafft hatte zu einem existenziellen Teil seines Lebens zu werden. Dass er begonnen hatte sich über ihn zu definieren und ihn brauchte, um sich wie ein normaler Mensch fühlen zu können – und jetzt war dieser Fixpunkt, der einzige, den es in seinem Leben noch gegeben hatte, weg.
Weil er zu unfähig gewesen war, mit einem kleinen Junge zu konkurrieren, der Leuten Bilder in die Haut stach und von der Karriere als Künstler träumte.
Als er nun zusammen mit Remus aus dem Zimmer in den kurzen Gang trat, musste er an das Tatoo auf Dracos Schulter denken und verspürte den starken Drang, sich zu übergeben. Diese wunderbare, weiße Haut...
Er nahm erst wirklich wahr, dass Remus ein Gespräch mit dem Heiler begonnen hatte, der Harry behandelte, als dieser ihn ansprach.
„Ist bei Ihnen alles okay, Mr. Black? Sie sehen sehr mitgenommen aus.“
„Mir geht es gut“, antwortete er dumpf und blickte hilfesuchend zu Remus, um diesen Gespräch zu entfliehen. Zu seinem Entsetzen musste er aber feststellen, dass sein Freund zustimmend nickte, als der Heiler ein skeptisches Geräusch machte.
„Sie dürfen es ruhig sagen, wenn Sie die Situation ihres Patensohnes hiflos und traurig macht, Mr Black. Das ist keine Schande. In solchen Zeiten ist die Belastung auch für Angehörige sehr hoch.“
„Ich komme damit zu Recht.“
„Schlafen Sie nicht gut?“ Der große, schlaksige Mann mit den schon beinahe vollkommen ergrauten, raren Haaren betrachtete ihn prüfend, als sei dies nicht eine ziemlich offensichtliche Tatsache, in Anbetracht der Ringe in Sirius' blassem Gesicht.
Dieser antwortete nicht, sondern presste nur die Lippen zusammen.
„Sirius hat momentan privat viele Probleme und nun auch noch die Sache mit Harry...“, schaltete sich Remus ein und fing sich einen tötlichen Blick von Sirius. Was fiel ihm ein, das hier zu erörtern?
„Mr Black, Sie wissen, dass unsere Türen auch Ihnen offen stehen. Wir sind gerne bereit Ihnen ein offenes Ohr zu schenken und Ihnen zu helfen.“
Sirius schüttelte den Kopf. „Ich brauche keine Hilfe. Helfen Sie lieber dem, der es nötig hat.“ Er machte eine kurze Geste in Richtung von Harrys Zimmertür. „Denn egal was sie bis jetzt getan haben, es hat nichts verändert.“
„Die Seele ist der empfindlichste Teil unseres Körpers, er braucht am längsten um zu heilen – und hier kann nicht einmal Zauberei einen vor Narben bewahren. Geben Sie Harry Zeit.“
Sirius sah, wie Remus ihn anstarrte und wich dessen Blick aus. Er würde dieses Gerede nicht mehr lange ertragen können, so viel stand fest. Denn Belehrungen über die Verletzlichkeit der Seele waren das letzte, was er momentan gebrauchen konnte. Deswegen stieß er Remus unauffällig an, der sich seufzend seinem Schicksal ergab und das Gespräch so höflich wie möglich zu Ende brachte.
Sirius sprach erst wieder, als sie schließlich erneut in seiner Wohnung waren.
„Ich warne dich, Moony. Egal, was deiner Meinung nach mit mir los ist – lass diesen Scheiß. Ich brauche keine Hilfe.“
Der Werwolf zeigte sich ärgerlicherweise wieder einmal ziemlich unbeeindruckt von Sirius' Tonfall.
„Ich habe öfters mal das Gefühl, dass du noch mehr Hilfe brauchst als Harry. Merlin, Sirius. Du vermisst Draco so sehr, dass du langsam daran zu Grunde gehst und scheinst es nicht mal zu bemerken.“
Sirius schoss durch den Kopf, dass Remus keine Ahnung hatte, wie falsch er mit seiner letzten Behauptung lag, doch er schwieg.
„Ich habe dich noch nie um jemanden weinen sehen, nicht einmal um all die geliebten Menschen, die wir beide schon unwiderbringlich an den Tod verloren haben.“
„Ich habe nicht um ihn geweint.“ Sirius konnte nichts dafür, er reagierte ganz automatisch so. Es war schon schlimm genug, dass Remus überhaupt Tag für Tag mit ansah, wie er weiter den Bach hinunter ging.
„Das hast du“, fuhr Remus ruhig fort und verschränkte die Arme vor der Brust. „Mein Leben ist ja nicht gerade ein musterhaftes Beispiel für Glück und Liebe, aber schau mich an – ich kann zufrieden damit sein, ich habe einen Sohn und ich habe Aufgaben, die mich am Leben halten.“
„Ach, und was ist mit mir?“, kam es Sirius über die Lippen, obwohl er diese Frage noch im selben Moment als komplett schwachsinnig abstempelte. Was mit ihm war, sah man auf den ersten Blick und Remus schien keine Skrupel zu haben, es auszusprechen.
„Du siehst aus, als hätte dich das Leben schon dreimal gefressen und wieder ausgekotzt“, erwiderte sein Freund nüchtern und machte eine kurze Handbewegung. „Geh noch mal zu ihm, bei allen Gründern Hogwarts' – und sollte es nicht klappen, versuch es noch mal und noch mal und tausend mal.“
Mehr kannst du nämlich mit deinem Leben nicht mehr anfangen, beendet Sirius den Satz für sich im Stillen und starrte Archie an, der sich in den letzten Tagen nur mit hängenden Flossen durch das Sofa treiben ließ und trostlos vor sich hin blubberte.
Er merkt erst, dass er wohl ziemlich lange geschwiegen hatte, als sich Remus vernehmlich räuspert.
„Ich lasse dich jetzt allein, um dir ein bisschen Zeit zum Nachdenken zu geben.“
Sirius hätte ihn am liebste gebete zu bleiben. Nachdenken, war das letzte was er momentan wollte. Er tat es zu oft in der letzten Zeit. Aber er wusste ganz genau,
dass auch der vorbildhafte Heilige Remus diesen Satz nur als Entschuldigung vorschob. Wahrscheinlich würde er gleich in den Abend hinaus treten und sich auf den Weg zu Teddy machen.
Aus diesem Grund ließ sich Sirius auf sein Sofa fallen, murmelte ein halbherziges „Bye“ und starrte seinen Couchtisch solange in Grund und Boden, bis er die Tür zu schlagen hörte.
Der Schwarzhaarige hob den Kopf und atmete tief ein, wobei er unruhig eine Melodie auf dem Plastik seines Sofas zu trommeln begann, die er selbst nicht indentifizieren konnte. Draco arbeitete heute sicherlich wieder. Und er würde bald Schluss haben.
Vielleicht konnte er ihn wirklich noch einmal alleine abfangen, um sich ohne diesen Fatzke mit ihm zu unterhalten... Sirius sprang auf. Dabei brachte er das Wasser so heftig in Wallung, dass Archie gegen den Plastikrand geschleudert wurde und sein großes, empörtes Fischmaul mit aufgerissenen Lippen gegen das durchsichtige Material drückte.
Ohne nach einer Jacke zu greifen, machte er sich auf den Weg. Wenn er daran gedacht hätte, wäre er wohl appariert, so aber spazierte er durch die eisigkalte Winterluft und vergrub seine Händen in den Taschen der Jeans, die er trug. Der Abend brach bereits mit einer trüben Dämmerung hinein und als er vor der Eisdiele in der Winkelgasse ankam, war es stockdunkel, menschenleer und bitter kalt.
Er blickte sich suchend um, als er die Nebentür des Gebäudes aufgehen sah. Im diffusen Licht einer Laterne zeichnete sich Dracos Gestalt ab, die einen Müllbeutel vor sich herschwenkte und den Container am Ende der Gasse ansteuerte.
So lautlos wie möglich folgte Sirius ihm. Wie es aber sein Glück so wollte, blieb er an einem anderen Müllcontainer hängen. Es schien in letzter Zeit häufig vorzukommen, dass er Gegenstände anstieß oder über sie stolperte. Den Atem anhaltend hoffte er wider besseren Wissens, dass der undefinierbare Schrotthaufen gegen den er mit seinem Arm gestoßen war, noch liegen bleiben würde. Natürlich rutschte das Konstrukt scheppernd zu Boden und er sah Draco herumwirbeln.
Diese schönen, aufgerissenen Augen blickten suchend durch die Gasse. Merlin, wie er es vermisst hatte, Dracos Stimme zu hören. Auch wenn es ihm nicht gefiel, dass dessen Stimme vor Angst etwas höher war als normal. Nicht schon wieder.
„Ich bin's nur“, meinte er rau und trat aus dem Schatten. Diese Ankündigung schien Draco nicht gerade zu beruhigen.
„Si- Sirius“, hauchte er und machte einen Schritt rückwärts, was Sirius mit gesenkten Mundwinkeln zur Geltung nahm.
„Ich will mit dir reden, Draco. Allein.“
„Ich glaube, das ist keine gute Idee. Ich glaube, es ist besser wenn du jetzt gehst! Ich... ich muss noch arbeiten.“ Er warf den Müllsack in Richtung der anderen und vergrub seine Hand in der Tasche, von der Sirius wusste, dass er dort seinen Zauberstab trug. Das machte ihn wütend.
„Bei Godric Gryffindor – hast du Angst vor mir Draco?“, fragte etwas lauter als beabsichtlich, was in diesem Zusammenhang eindeutig kontraproduktiv wirkte. „Sirius, das zwischen uns... Wenn da jemals etwas gewesen ist, dann ist es vorbei.“
Das brachte Sirius dazu, stehen zu bleiben. „Nein...“
„Doch.“ Draco klang gar nicht so überzeugt, reckte aber mit diesem typisch-tapfernden Funkeln in den Augen das Kinn in die Höhe. „Es würde eh nicht funktionieren. Wir wissen das beide, also mach es uns nicht noch schwerer!“
„Draco, nein...“ Sirius ballte die Hände zu Fäusten. Er konnte das nicht so meinen. Er meinte es nicht so. Er ließ sich das alles nur einreden.
„Es hat doch wunderbar funktioniert zwischen uns, ich meine...“ Er schüttelte hilflos den Kopf.
„Abgesehen von den Momenten, in denen dir wiedermal die Hand ausgerutscht ist oder du an Potters Vater denken musstest?“ Dracos Stimme klang ungewohnt sarkastisch.
Sirius stieß einen kleinen, unverständlichen Laut aus, war mit ein paar Schritten bei Draco und drückte ihn gegen die Wand.
„Es tut mir leid, du weißt, dass es mir leid tut...“ Sirius schlug seine Faust mit voller Wucht gegen die Wand neben Dracos Kopf. „Ich kann mich ändern. Wirklich. Ich tu alles. Wir können... wir können wo anders hingehen. Egal was. Hauptsache du hörst endlich auf mit diesem Schwachsinn und kommst mit mir nach Hause...“
Er sah Dracos Kehlkopf hüpfen, als dieser schluckte. „Nein, Sirius“, kam es unsicher von dem Kleineren, der versuchte ihn wegzudrücken. „Erniedrige dich nicht selbst. Geh in deine Wohnung und schlaf dich aus. Ich bin jetzt bei Dean zu Hause und du musst...“
„Du bist nicht bei diesem Idioten zu Hause!“, brüllte Sirius und sah Draco zusammenzucken, aber es war ihm plötzlich egal. Er presste den schlanken Körper fester gegen die Hauswand und drückte seine Lippen auf Dracos. Rücksichtslos schob er seine Zunge in dessen Mund, als der Blonde Protest einlegen wollte. Man konnte es kaum als Kuss bezeichnen. Draco versuchte immer noch verzweifelt sich los zu machen, aber Sirius Finger gruben sich in seine Hüften, während er mit der anderen Hand die blassen Handgelenke festhielt.
„Du gehörst mir, Draco... Du gehörst zu mir. Wir...“ Sirius keuchte und starrte die rote, geschwollenen Lieben des Mannes vor ihm an. „Wir...“ Er schüttelte den Kopf, spürte, wie ihm irgendetwas die Kehle zu schnürte und riss Draco stattdessen das Hemd vom Körper. Die Knöpfe flogen durch die Straße, sprangen mit klackenden Geräuschen von der Wand ab und der Stoff flatterte zu Boden.
Augenblicklich bekam Draco eine Gänsehaut, wohl wegen der Kälte, wie sich selbst Sirius eingestehen musste. Aber das spielte keine Rolle. Draco würde sich erinnern, wie es war, wenn alles stimmte...
„Nein, Sirius! Hör auf. Hör sofort auf damit, mach es nicht...“ Dracos erschrockene Rufe wurde von Sirius Hand erstickt, der ihn umdrehte und ihm die schwarzen Diensthosen von der Hüfte riss.
„Draco, du verstehst nicht was du mir damit antust...“, murmelte Sirius, der gar nicht richtig mitbekam was er tat. Alles was er fühlte, war Dracos zitternder, all zu bekannter Körper unter seinen Händen.
Erstickte Protestlaute kamen über die Lippen des Blonden, als Sirius seine Hose öffnete. Wann er zu dem Entschluss gekommen war, seine Sehnsucht mit körperlicher Nähe zu kompensieren, wusste er nicht... Aber er wusste, dass er es wollte. Dass er Draco zeigen musste, dass sie beide zusammengehörten. Dass er nicht zu Dean gehörte. Dass... Er zog Draco, der sich heftig wehrte, an sich und drückte ihn mit seinem Gewicht gegen die Wand.
„Ich...“
Er spürte erst, das etwas anders war, als Draco plötzlich aufhörte sich zu wehren. „Wainsu?“, sprach Draco schrill gegen die Hand, die sich auf seinen Mund presste. Als Sirius diesen Griff vorsichtig löste, wiederholte Draco zittrig: „Weinst du?“
„Ich...“, stammelte Sirius zum tausendsten Mal und blickte auf die frierenden Schultern, die nass waren von... seinen Tränen? „Nein!“, meinte er aggressiv und presste sein Gesicht gegen die zitternden Schultern des Jüngeren.
„Sirius, lass mich los... Bitte. Ich will nicht. Lass mich...“
„Sei still, sei still, verdammt nochmal...“ Merlin, wie konnte es nur sein, dass ihn das hier erregt? An welchem Punkt in seinem Leben war er zu einem solchen Sadisten geworden?
Doch er konnte es nicht ändern. Draco, der so hilflos zitternd vor ihm stand... Sirius presste sich gegen den jungen Körper und gab ein ersticktes Schluchzen von sich.
„Das... Wir... Ich will nicht...“ Er brach ab. Seine freie Hand glitt über Dracos nackte Brust und der Ton, den dieser ausstieß, war irgendwo zwischen Erregung und Wimmern.
„Bitte nicht, Sirius... nicht noch einmal...“
Vielleicht waren es diese gestammelten Worte, die das Fass zum Überlaufen brachten. Remus hatte vorsichtig erwähnt, dass zwischen Draco und Dean mehr getauscht wurde, als nur nette Worte... Warum mit diesem Idioten und nicht mit ihm?
Als Sirius mit einer ruckartigen, grausamen Bewegungen in Draco Eindrang stieß der Blonde einen schrillen Schrei aus. Am liebsten hätte sich Sirius die Hände auf die Ohren gepresst, stattdessen aber legte sich seine Hand wie mechanisch wieder über Dracos Mund und dämpfte dessen Geschrei und Gewimmer. Er wollte ihm nicht weh tun. Oder wollte er das doch?
Er konnte es nicht sagen. Heftig mit den Hüften nach vorne stoßend drückte er Dracos nackten Körper immer näher gegen die Wand, schob ein Stück an dem rauen Putz hoch und drückte sein Gesicht fester gegen dessen Schultern.
„Es tut mir so leid... Es tut mir so leid...“
Er biss in die nackte Haut – vor Verzweiflung? Vor Erregung?
„Komm zurück, bitte... Es tut mir so leid... Es tut mir so leid...“ Wie ein unverständliches Mantra murmelte er diese Worte immer wieder vor sich her, wiederholte sie unblässig.
Draco wand sich unter seinen Stößen, er spürte warmes, feuchtes Blut die blassen Beine hinablaufen, aber Sirius konnte nicht anders, als immer wieder in den zitternden Körper einzudringen.
„Es tut mir so leid... Ich wollte doch nur... Es tut mir so leid, Draco...“ Er atmete stöhnend ein, spürte, dass die Tränen ihm nun ungehindert übers Gesicht liefen und kam zum Höhepunkt – getrieben von einem Gefühl, das weit abseits von allem lag, das er je hatte fühlen wollen. Unendliche Scham. Angst. Einsamkeit. Er ließ von Draco ab, der zitternd und wimmernd in die Knie brach und ein Stück zur Seite kroch, kaum, dass er keinen Halt mehr hatte.
Sirius krächzte etwas, doch er verstand den Sinn seiner Worte nicht einmal selbst. Stattdessen unterbrach eine andere, weit munterere Stimme die beiden.
„Draco? Wo bist du? Ich habe...“ Dean bog um die Ecke und erstarrte in der Bewegung.
Dean Thomas blickte zwischen den beiden hin und her. Sirius war klar, dass die Situation absolut deutlich war. Dracos verweinte, wimmernde, blutende Gestalt.
„Du verdammter Hurensohn!“ Innerhalb von wenigen Sekunden hatte Dean seinen Standort gewechselt, Sirius zur Seite gerissen und sich schützend vor Draco gestellt. „Wie kannst du... Merlin, Draco, geht es dir gut?“
„Es ist alles okay, wirklich...“ Doch seine kaum vorhandene Stimme strafte seine Worte lügen und Sirius stand einfach nur da und sah zu, wie sich Dean zu Draco beugte, diesen wie ein kleines Kind in die Arme nahm, in seine Jacke wickelte...
Er spürte einen kleinen, klitzekleinen Hauch von Dankbarkeit, dass jemand ihn daran hinderte, noch einen weiteren, nicht wieder gut machbaren Fehler zu begehen – aber andererseits... Dieser Gedanke löste sich auf, als ihn die Faust mitten ins Gesicht traf. Schmerz zuckte durch seine Nerven und er schmeckte Blut. Einen Moment lang hatte er sogar das Gefühl, seine Nase brechen zu hören, aber das war wohl Einbildung.
Dean ging wie ein Besessener auf ihn los und Sirius konnte kaum so schnell gucken, wie Fausthiebe auf ihn einhagelten.
Als er einen Moment einigermaßen klar gucken konnte, sah er, wie sich Draco mit schmerzverzerrten Gesicht aufrappelte und seinem Blick auswich. Deans Mimik änderte sich ebenfalls, aber wohl eher aus Wut und Sorge. Er strich Draco sanft über die Wange, sagte irgendetwas, woraufhin Draco den Kopf schüttelte. Deans Erwiderung war heftig und diesmal wartete er Dracos Antwort nicht ab, sondern stürzte sich erneut unter wüsten Beschimpfungen auf Sirius, der noch immer nicht wirklich im Stande war zu reagieren. Er bekam einen Schlag in den Magen, der sich gewaschen hatte und der ihn zusammen klappen ließ, ehe er selbst die Hände hob um sich zu wehren.
„Black, dafür wirst du büßen! Bei allem was mir heilig ist, ich bringe dich um, du widerwärtiges...“ Sirius wich Deans Faust aus und spürte, dass das wahrlich kein ausgeglichener Kampf war.
Nicht mal im ausgeschlafenen, gesundheitlich intaktem Zustand wäre diesem jungen Typen überlegen gewesen – in seiner momentanen Situation war es verdammt aussichtslos, was dazu führte, dass er kurze Zeit später praktisch durch die Luft flog und mit dem Kopf an den verdammten Müllcontainer stieß. Er rappelte sich hoch.
„Du bist Geschichte für Draco, kapierst du das nicht?!“ Dieser angeblich sanfte Künstler schien ein ziemlich Aggressionspontenzial zu entwickeln, wenn er erst einmal begonnen hatte, denn Sirius spuckte Blut und wich dabei erneut einem Schlag aus. Eher aus Glück.
Irgendwie hatte Thomas ja Recht. Nicht nur irgendwie. Aber Sirius Verstand ließ diese Erkenntnis nicht zu. Ihm kam das ganze sowieso total surreal vor.
Draco schrie den beiden zu, auf zu hören, doch weder Sirius noch Dean scherten sich darum. Stattdessen war es nun an Sirius auszuholen und wie durch ein Wunder traf er zielgenau Deans Schläfen. Dieser keuchte erstickt auf und stolperte ein paar Schritte rückwärts.
Wäre Draco nicht auf ihn zu gerannt um ihn zu stützen, hätte er wohl auch am Boden gelegen. Der Blonde schien sich selbst kaum auf den Beinen halten zu können und das brach Sirius das Herz – auf irgendeine pathetische Art und Weise und obwohl er selbst genau das verschuldet hatte.
Sirius taumelte ein paar Schritte und starrte das ungleiche Paar an. Wie sein Draco leise auf diesen Typen einredete, während ihm die Tränen über die blassen, schönen Wangen liefen. Dann schoss ihm der Blonde einen Blick zu, der ausdrückte, dass heute eine weitere Grenze übertreten und missachtet worden war und... Dean schaffte es irgendwie, mit ihm zu apparieren. Fassunglos blickte Sirius zu dem Ort, an dem die beiden gerade noch gestanden hatte. Weg. Einfach so. Wieder. Schon wieder. Wo er doch gerade noch da gewesen war. Sirius Gedanken überschluge sich und ergaben wenig Sinn. Alles tat ihm weh und er stand hier mitten in der Kälte. Vorsichtig betastete er seine blutende Lippe, spürte, dass auch seine Schläfe Blut hinunter lief und ließ sich kurzerhand einfach der Wand hinabsinken. Dieser Ort war genau so gut zum Sitzen bleiben, wie jeder andere auch. Und der Weg zurück in seine Wohnung kam ihm endlos vor. Er würde einfach hier sitzen... hier sitzen und... warten.


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