Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Partners in Crime - Die Laterne im Rücken

von Kraehenfeder

adeur: Hu, ein Kommentar! *strahl* Du hast die FF in einem Rutsch durchgelesen? Hui! Ich muss dir und Hauself (leider? mh, neee...) sagen, dass es noch ein paar Kapitel weiter gehen wird. Bleiben wir gespannt, wie das Ende aussieht! Vielen, vielen Dank für dein Kommi!

Kapitel 36 – Die Laterne im Rücken

Mit einem sehr leisen Plopp, das im krassen Kontrast zu Deans Wut stand, landete er mit Draco im Badezimmer und wollte den blassen Mann auf den Rand der Badewanne drücken, aber Draco kam ihm zu vor. Seinen eigenen Schmerz einfach ignorierend zückte Draco den Zauberstab und wollte die Platzwunde an Deans Schläfe heilen, aber der ehemalige Gryffindor packte ihn fest am Handgelenk.
„Lass mich nur…“
„Draco, was zur Hölle…“
Draco wandte beschämt den Blick ab. „Ich… Tut mir Leid, Dean.“
„Was?!“ Dean sprang wie von der Tarantel gestochen auf und legte die freie Hand auf Dracos Wange. „Du brauchst dich nicht… entschuldigen. Der Mistkerl hat dich überfallen! Du kannst nichts dafür, verstanden?“
Draco schloss die Augen, als Dean ihn dazu bringen wollte, ihn anzusehen. Er konnte jetzt nicht in ein Gesicht schauen, das seinetwegen verletzt worden war und erst Recht konnte er nicht in ein Paar mitleidiger Augen schauen.
„Doch… Ich…“
„Nein, Draco, fang gar nicht erst an, dir die Schuld zu geben, ja?“ Deans ganzer Körper zitterte fast so heftig wie Dracos, auch wenn es bei ihm wohl Wut und nicht Schmerz war. Draco war froh, dass Dean seine stärkere Position nicht ausgenutzt hatte um Sirius einfach umzubringen. Ein kleiner Teil, tief in ihm drinnen, wünschte sich aber genau das.
„Ich hätte ihn wegdrücken können, wenn ich es richtig versucht hätte“, sagte Draco leise. Seine Stimme war merkwürdig ruhig in Anbetracht der vorangegangen Ereignisse. Sirius‘ Worte bohrten sich in seinen Kopf und hallten dort wie ein Echo wider.
Es tut mir Leid… Trotzdem hatte er ihn fast bis zur Bewusstlosigkeit gevögelt.
Komm zurück… Draco schluckte schwer und schüttelte den Kopf, aber Sirius‘ Stimme in seinem Kopf schien nur lauter zu werden, triefend vor Verzweiflung und Erregung. Du gehörst mir. Draco presste sich die Hände auf die Ohren. Du gehörst zu mir, war gelogen. Ersteres stimmte und ein kleiner, masochistischer Teil von Draco genoss es, dass Sirius ihn so an sich binden wollte. Ein anderer Teil freute sich allein über den Gedanken, wenn auch falsch ausgeführt. Und ein weiterer, sehr leiser Teil von ihm, wollte Sirius dafür schlagen, treten und anschreien.
„Wir gehen ins St. Mungos“, sagte Dean. Draco hatte gar nicht gemerkt, wie fest er im Arm gehalten wurde. Vielleicht zu fest? Wenn er daran schuld war, dass aus Sirius so etwas geworden war? Machte er dann jetzt aus Dean auch einen gewalttätigen Wichser, der an einer unerfüllten Liebe zu Grunde ging?
Liebe? Nein, das war doch keine Liebe, die Sirius für ihn empfand. Was immer ihn am heutigen Abend in die Winkelgasse getrieben hatte, Draco wünschte sich nur, dass es etwas mit ihm zu tun hatte. Wahrscheinlich war es Zufall gewesen und wenn Sirius schon mal Dracos Arsch durch diese Gasse wackeln sah, dann konnte er da ja mal gleich seinen Schwanz reinstecken.
„Ich will nicht ins St. Mungos“, presste Draco bitter hervor und versuchte Dean wegzuschieben. Die Berührung war ihm unangenehm, so unangenehm, wie Sirius in ihm. Dafür hing der markante Geruch immer noch in seinen Nasenflügeln und verursachte ein derartiges Herzflattern bei Draco, dass er Angst hatte, sein Brustkorb würde gleich zerspringen.
„Du blutest… Du… Gott, Draco! Du wurdest vergewaltigt! Natürlich gehen wir ins St. Mungos!“
„Rede nicht wie das Schlammblut, dass du bist, Thomas“, zischte Draco und machte sich los. „Jetzt… Fass mich nicht an! Setz dich da hin, halt die Klappe und lass mich das heilen.“
Dean presste die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen, wie Draco es noch nie gesehen hatte. Schlammblut war noch immer eine heftige Beleidigung und Dean hätte Draco dafür normalerweise sonst was an den Kopf geworfen, aber er ballte jetzt nur die Hände zu Fäusten, versuchend seinen Zorn zu unterdrücken.
Draco verspürte auch nicht das Bedürfnis sich zu entschuldigen. Er murmelte „Episkey“ und fuhr mit dem Zauberstab die hässliche Wunde an Deans Schläfe nach bis sie verschwunden war. Dean ließ ihn stumm jeden kleinen Kratzer beseitigen, bevor er Draco wieder am Handgelenk fasste. Er brachte Draco dazu den Zauberstab wegzulegen und schaute ihm in die Augen, aber Draco wandte den Blick schnell ab.
„Ins St. Mungos. Bitte.“
„Warum denn?“ Erschöpft ließ Draco sich auf den kalten Fußboden sinken. Sein strähniges Haar hing ihm vor die Augen, als er den Kopf hängen ließ. „Mir geht’s gut. Ich hätte… Merlin, ich hätte ihn doch wegdrücken können. Ich wollte nur nicht!“
Dean hockte sich vor ihn hin. „Das ist nicht wahr“, sagte er felsenfest von sich überzeugt. „Selbst wenn du noch Gefühle für ihn hast, dann wolltest du sicher nicht… dass er dir das hier antut.“ Dean deutete unsicher auf Dracos Schoß und schaute beschämt zur Seite.
Draco verschränkte die Arme vor seinem Unterleib. „Du… akzeptierst, dass ich ihn am Ende noch… mögen könnte?“
„Oh, shit…“ Dean fuhr sich über die sehr kurzen Haare. „Sag nicht, dass es noch so ist?“
„Was willst du von mir hören? Dass ich es genossen hab gegen die Wand gedrückt und… Nein, sicher nicht“, antwortete Draco ruhig. „Aber du kannst nicht erwarten, dass ich von heute auf morgen vergesse, was ich für ihn empfunden habe.“
Dean schaute ihn wieder an und rutschte neben ihn, einen Arm um seine Schulter legend und Dracos Protest einfach ignorierend. „Hab ich auch nicht, aber… darum geht es jetzt auch gar nicht. Ich will nur sichergehen, dass es dir gut geht.“
„Sirius hat…“, fing Draco an, stoppte aber, als Dean knurrte. Er suchte den Blick der dunklen Augen und wartete bis das zornige Glühen abnahm. „Er hat geweint.“
„Er hat dich zum Weinen gebracht! Dass ist das, worüber du dir Gedanken machen solltest“, gab Dean zurück. Flammender Hass loderte auf der braunen Iris und ließ Draco wieder den Blick abwenden.
„Sirius weint nicht…“, murmelte er. „Er ist so ein starker Macho, der…“
„Der dich schlägt, wenn du nicht spurst?“
Draco schnappte nach Luft. „Hör auf damit. Ich will das nicht mehr hören. Ihr habt doch alle keine Ahnung.“ Er versuchte sich aufzurappeln, aber seine Beine gaben nach und er landete prompt auf Deans Schoß. Starke Arme schlossen sich um ihn und hielten ihn von einem neuerlichen Versuch wegzukommen ab.
„Schau mich an…“, sagte Dean leise. Draco tat genau das Gegenteil. „Draco.“ Dean brachte ihn mit sanfter Gewalt dazu Blickkontakt aufzubauen. „Du musst mit jemanden reden. Das ist nicht normal, was Black getan hat. Black braucht Hilfe. Wenn du mit den richtigen Leuten redest, dann kannst du ihm immer noch helfen.“
Draco fühlte sich leicht eingelullt von diesen Worten. Er wollte Sirius doch helfen. Wenn er sich wieder auf früher besann, dann konnten sie vielleicht… Nein, sie konnte nie wieder… Dafür war zu viel passiert. Oder?
Aber Draco konnte einmal in seinem Leben etwas richtig machen und Sirius wieder auf die richtige Bahn bringen. Nur… wollte er das? Er kannte Sirius nicht anders. Er liebte ihn dafür, dass er manchmal diesen traurigen, leeren Blick draufhatte.
„Hö-Hörst du?“ Dean schluckte schwer. „Wir kriegen das alles wieder hin. Zusammen. Ich werd dich auf keinen Fall im Stich lassen.“
Draco nickte wie in Trance und lehnte sich an Deans Schulter, die Augen schließend. „Kein St. Mungos. Bitte. Und kein komischer Stuhl…“
„Was?“ Dean legte eine Hand auf den blonden Haarschopf und strich beruhigend über Dracos Hinterkopf.
„Nichts…“
Eine Weile sagte Dean gar nichts mehr. Es war so wunderbar still, dass Draco fast eingeschlafen wäre. Am liebsten wollte er jetzt träumen, von früher, als er noch zur Schule gegangen war und sich darüber wunderte, warum es ihm nicht gefiel, Pansy zu küssen…
„Er hat das schon mal gemacht, oder?“ Es klang wie eine Feststellung, weshalb Draco sich die Antwort sparte. „Nur einmal?“ Draco antwortete wieder nicht. „Warum bist du überhaupt bei ihm geblieben?“
Draco hob den Blick. „Es wird sich ändern. Er hat gesagt, es wird… anders werden…“ Sirius wollte mit ihm weggehen. Neu anfangen. Ohne Drogen, Frauen und Potters… Sie beide ganz allein mit Archie an einem friedlichen Plätzchen. Draco stiegen Tränen in die Augen, als er sich diese Idylle ausmalte. Er wollte so gerne. Merlin, er wollte nichts lieber, aber da war dieses kleine Monster in ihm drinnen, das ihn daran erinnerte, das er den Avada Kedavra nicht umsonst von seinem Vater gelernt hatte. Sirius hatte den verdient und es würde ihm gefallen, weil er dann wieder bei James sein konnte. Draco durchfuhr ein Zittern und er krallte sich an Deans Hemd fest.
„Mir ist kalt…“, murmelte er abwesend.
„Ich lass dir Wasser ein“, sagte Dean und ließ kurz darauf Taten folgen, wobei er Draco weiter im Arm hielt, ihn leicht hin und her wiegte. „Soll ich die Aurorenzentrale informieren?“ Es klang resignierend, als wüsste er bereits, dass Draco Sirius nie nach Askaban bringen würde.
Draco schüttelte langsam den Kopf. „Wieso warst du da?“, fragte er sehr leise. „Wieso bist du plötzlich aufgetaucht, als ich dich gebraucht habe?“ Wieder schrie es in ihm drinnen. Er wollte Dean anschreien, warum er nicht früher gekommen war und Sirius von diesem Fehler abgehalten hatte. Gleichzeitig fragte sich ein romantischer Part von ihm, wie das alles gekommen wäre, wenn er Dean vor ein paar Monaten begegnet wäre und Sirius… nie.
„Ich hab dich…“ Dean schien seine Antwort lächerlich zu finden und er sprach voller Bitterkeit weiter. „Ich hab dich vermisst. Gott, Draco… ich…“
Dracos Augen weiteten sich langsam und er schaute Dean direkt in die Augen. Schluckend wich er zurück und schüttelte den Kopf. „Sag’s nicht…“ Er hob abwehrend die Hände. „D-Du… Das bin ich nicht wert, Dean.“ Hastig rappelte Draco sich auf und drehte Dean den Rücken zu. Die Hände stützte er am Rand der Badewanne auf und schaute ins Wasser. Sein Spiegelbild sah erbärmlich aus. Das Gesicht blass und aufgedunsen, einige Kratzspuren vom Putz der Mauer auf seiner rechten Wange. Deans Jacke von sich werfend betrachtete Draco die Aufschürfungen auf seiner Brust. Vorsichtig tastete er die Abdrücke von Sirius‘ Fingern auf seiner Hüfte ab. Sein Körper war einfach zu schwach. Sirius packte doch gar nicht so fest zu…
Er hörte die Badezimmertür ins Schloss fallen und schaute sich verstört um. Dean war weg und Draco allein mit seinen verwirrenden Gedanken. Seine Hände wanderten langsam zu seiner Hose, die er eben schnell hochgezogen hatte. Der Knopf war unter Sirius‘ rauer Behandlung abgegangen und die Nähte lösten sich leicht. Draco zog sich die Hose runter und beobachtete fasziniert, wie Rinnsale roten Blutes weiterhin seine Schenkel herunterliefen, nie dagewesene Muster bildeten. Dracos fuhr sich mit der Hand über den unteren Rücken, zögerte einen Moment und versuchte dann die verletzte Haut zu ertasten. Er biss sich auf die Unterlippe und unterdrückte den Schwall von Erregung, der über ihn einströmte, als er daran dachte, dass Sirius ihn erst vor kurzem ausgefüllt hatte. Vorsichtig stieß er mit dem Finger vor und zischte auf, als der Schmerz unerträglich groß war. Draco sackte auf die Knie und wimmerte auf, zog seine Hand hastig zurück. Sie war blutüberströmt, als er sie anschaute.
Stöhnend ließ er sich ins Wasser gleiten und konzentrierte sich voll und ganz auf das Brennen, dass das warme Nass um ihn herum verursachte. Draco ließ sich tiefer und tiefer gleiten, tauchte schließlich unter und öffnete die Augen. Hier wirkte alles so friedlich, wie das Paradies, dass er nie haben konnte. War das am Ende die Rache für seine kleine Rolle im Krieg? Was stand dann jemanden wie seinem Vater bevor?
„Draco?!“ Die Stimme klang dumpf durch die Wasseroberfläche, aber Draco wurde gar keine Zeit gelassen zu reagieren. Dean packte ihn grob an den Schultern und zog ihn nach oben. Entsetzen stand in den dunklen Augen geschrieben. Draco wollte fragen, was los sei, da fand er sich schon wieder gegen den anderen Körper gepresst wieder. „Ich hab gedacht… Scheiße, Draco, mach das nie wieder…“
„Ich hab nichts gemacht…“, sagte Draco wahrheitsgetreu. Er drückte Dean schnell weg. „Du wirst ganz nass… Hast du gedacht, ich will mich umbringen?“
Dean schluckte und senkte den Blick, betrachtete das sich langsam rotfärbende Wasser.
„Quatsch.“ Draco winkte betont fröhlich ab. Sein Grinsen wirkte starr und er wusste selbst nicht so genau, wo es plötzlich herkam. „Dafür bin ich nicht mutig genug. Einmal hab ich mir…“ …einen ganzen Beutel Pillen reingeschmissen, damit Sirius mich nicht wegschickt. Draco schloss die Augen. Er war doch nicht minder kaputt, wie Sirius. Natürlich hatte er den Mann mit dem Askaban-Trauma erst zu dem gemacht, den er jetzt ansatzweise verachtete. Er hatte Sirius in den Wahnsinn getrieben und drückte sich jetzt davor? Typisch Malfoy… Haute ab, wenn es kompliziert wurde.
„Du hast dir was?“
„Ähm… Einmal hab ich mir Gedanken drüber gemacht, aber… wer tut das nicht mal?“ Draco wandte den Blick ab und starrte die Kacheln an der Wand an, bis die silikongefüllten Zwischenräume vor seinen Augen verschwammen. Weinte er schon wieder? Dean strich ihm jedenfalls irgendetwas aus dem Augenwinkel.
„Soll ich bei dir schlafen, heute Nacht?“, fragte Dean zaghaft. Draco musterte ihn aus den Augenwinkeln. Merlin, ja. Er brauchte genau diese Stärke, die Dean gerade, eigentlich immer, ausstrahlte. Draco wollte etwas Warmes in seinem Bett, jemanden an den er sich schmiegen konnte.
„Nein…“, sagte Draco matt. Er verknotete die Hände in seinem Schoß und starrte auf die Wasseroberfläche. „Ich glaub, ich kann das erstmal nicht…“
Dean nickte und fuhr Draco durch das nasse Haar. „Aber du weckst mich, wenn du etwas brauchst? Oder legst dich einfach zu mir, ja?“
Draco nickte, auch wenn er nicht vorhatte, irgendetwas in der Art zu tun. Dean war fast zu verständnisvoll. Er half Draco in seinen Pyjama, als der sich vor Schmerz kaum bewegen konnte und wollte ihn sogar tragen, aber Draco fand sein Verhalten ohnehin schon sehr weibisch, weshalb er sich nur stützen ließ.
Sein Zimmer war inzwischen komplett eingerichtet. Er hatte kaum genug Platz für seine Klamotten gefunden, geschweige denn seine Bücher, die sich auf den Regalen fast bis an die Decke stapelten. Sein Bett war wohl von Dean magisch vorgewärmt worden. Draco ließ sich liebevoll zudecken und konnte oft genug beteuern, es ginge ihm gut, Dean ging nicht weg, bis er glaubte, Draco sei eingeschlafen. Als Draco die Tür ins Schloss fallen hörte schlug er die Augen auf und krabbelte kurz danach aus seinem Bett.
Draco zog sich nur einen dicken Mantel über den Pyjama, schlüpfte in seine Schuhe und griff seinen Zauberstab vom Nachttisch. Er versuchte zu Disapparieren, aber anscheinend hatte Dean dafür gesorgt, dass niemand sich einfach so Zutritt verschaffen konnte. Draco nutzte also den Weg aus dem Fenster über die Feuerleiter.
Sein Mantel flatterte im kalten Wind, als er damit durch die Winkelgasse hastete. Kurz warf er einen Blick zurück und fixierte das helle Licht, dass aus seiner Wohnung kam. Dean machte sicher noch seine Abrechnung und würde damit eine Weile beschäftigt sein. Tief durchatmend wandte Draco sich ab und stolperte zurück zum Eiscafé.
Er hatte richtig vermutet… Sirius hockte vollkommen verstört neben den Mülltonnen und blickte jetzt auf. Seine Augen weiteten sich, als er Draco im fahlen Lichtkegel der Laterne stehen sah, den Zauberstab erhoben und die Augen zu weit aufgerissen, als dass er normal aussehen würde. Sein Haar war noch nass, hang ihm strähnig ins Gesicht und wehte ebenso im Wind wie sein offener Mantel.
„Draco…“ Sirius biss sich auf die Unterlippe und krabbelte auf ihn zu. Er zitterte wie ein nasser Hund im Regen und wirkte auch irgendwie so. Langsam streckte er die Hand aus und schaute Draco flehend an. „Verzeih mir… bitte. Ich…“
Draco schüttelte den Kopf und richtete den Zauberstab direkt zwischen Sirius‘ Augen. „Du hast das verdient…“, sagte er heiser. Sein rechter Mundwinkel hob sich zu einem manischen Grinsen. „Ich tu dir nur einen Gefallen, Chéri.“
Sirius schloss beim letzten Wort die Augen, dicke Tränen bahnten sich den Weg über seine eingefallenen Wangen. „Komm zurück, Draco.“ Er schlug die Augen wieder auf und ignorierte Dracos Zauberstab vollkommen. „Ich… bin so allein, Draco. Versteh doch… Ich dachte, ich hätte alle verloren, jeden der mir etwas bedeutet hat. Meine Freunde waren immer meine Familie, weil die… mich nicht wollte. Du bist beides für mich, Draco. Lass mich nicht auch noch allein.“ Er faltete die Hände und rutschte auf seinen Knien näher, stoppte abrupt, als Draco die Zauberstabhand hob. „Bitte… Vergib mir. Ich werd mich ändern. Komm einfach zurück. Zusammen… Wir gehören doch zusammen.“
Dracos Mundwinkel zuckten. „Dann sollten wir zusammen gehen, oder?“ Seine Hand zitterte, als er sich darauf vorbereitete die Bewegung für den Todesfluch auszuführen.
Sirius‘ Augen weiteten sich und er schluckte schwer. „Nicht…“
„Es gibt nichts, das ich mehr will, als dich tot zu sehen“, sagte Draco, seine Stimme zitterte genau wie der Rest seines Körpers. „Und ohne dich… kann ich nicht leben.“ Sirius‘ Augen leuchteten auf und er wollte sich aufrichten, aber Draco hielt ihn mit seinem drohenden Blick am Boden. „Vom ersten Augenblick an, Sirius… Ich hab dich geliebt, so sehr. Und du hattest nicht mehr für mich übrig, als brutalen Sex und Schläge. Dabei hab ich dir alles gegeben…“
„Aber ich brauch dich doch…“
„So sehr, dass du gleich mit einer blöden Schlampe in die Kiste steigst?“, schnauzte Draco mit schriller Stimme. „So schnell vergisst du mich?!“
„Das mit Delilah war nur…“
„Ihren Namen kennst du sogar?!“ Draco schüttelte heftig den Kopf und formte bereits das erste Wort mit den Lippen; allerdings wollte kein Ton seiner trockenen Kehle entweichen. Sirius schaute ihn flehend an. Aber er flehte nicht um die Schonung seines armseligen Lebens.
Dracos Beine gaben langsam nach und er knickte schließlich ein. Schluchzend presste er sich die Handballen gegen die Stirn, den Zauberstab fast zerbrechend, so hart war sein Griff.
„Draco, nicht weinen…“ Sirius rutschte auf ihn zu, streckte zaghaft die Hände aus und wollte Draco berühren, aber der zuckte zurück.
„Nein!“, brüllte er und wandte sich halb ab. „Ich…“ Sein Schluchzen verwandelte sich in einen mitleiderregenden Husten. Sirius wagte nicht noch einmal ihn anzufassen. Seine Augen liefen im wahrsten Sinne des Wortes über und er kniete immer noch vor Draco, seine Wirbelsäule stur durchgedrückt haltend. Draco befeuchtete sich die Lippen und schaute Sirius tief in die Augen. Sein Herz raste in seiner Brust, als er das dunkle Grau im Schein der Laterne betrachten durfte.
„Lass mich gehen, Sirius. Bitte“, sagte Draco leise.
Sirius streckte den Arm aus, seine Handfläche bereit dazu, dass Draco sie mit seiner Hand abdeckte. „Wenn, dann gehen wir zusammen.“
Draco hob langsam die Hand, senkte den Blick und betrachtete Sirius‘. Sie zitterte, wahrscheinlich vor Kälte, aber vielleicht auch vom Entzug? Draco ballte die Hand zur Faust und richtete sich langsam auf. Den Kopf ließ er hängen und schaute Sirius nur durch ein paar Haarsträhnen hindurch an.
Blitzschnell wirbelte er herum und rannte um die Ecke, ohne noch einen Blick zurückzuwerfen.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Sie kämmt sich ihr Haar offensichtlich schon sehr, sehr lange nicht mehr.
Jamy Temime, Kostümbildnerin, über Prof. Trelawney