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Fanfiction

Partners in Crime - Post Meridiem

von Kraehenfeder

Kapitel 34 – Post Meridiem

Das Drama des Goldenen Trios

Hermione Granger, Ronald Weasley und natürlich Harry Potter. Ihre Namen sind mit dem Sieg über Lord Voldemort in die Geschichte eingegangen, die magische Gemeinschaft lag ihnen zu Füßen und genau das wurde ihnen zum Verhängnis. Sie sind nicht länger die drei heroischen Gryffindors, die wir zu kennen geglaubt haben, sondern alle drei am Tiefpunkt angekommen, wo sie zumindest wieder vereint sind.
Vor fast genau eineinhalb Jahren hatte sich der vielversprechendste Verstand der Zaubererwelt, Hermione Granger (23), auf eine Forschungsreise in den Schwarzwald begeben. Man erinnert sich weiterhin an ihr strahlendes Lächeln und die wilde Lockenmähne, auch wenn von diesem Glanz nichts mehr übrig geblieben ist. Die Ereignisse die zu der Zerrüttung ihres einst so brillanten Verstandes geführt hatten sind noch immer ungeklärt. Heute lebt sie zurückgezogen in den Wäldern Bulgariens, wo ihr Lebensgefährte Viktor Krum (26) sich fürsorglich um sie und den einzigen Sohn (4), sowie die zwei Hauskniesel kümmert. Der einstige Quidditchstar besteht darauf, dass es mit Hermiones Zustand stetig bergauf geht, verweigert uns aber ein Interview.
Quidditch war auch der Halt im Leben von Ronald Weasley (22), bis der Hüter der Chudley Channons sich in dieser Saison einen Kahnbeinbruch zuzog (wir berichteten) und aus unerfindlichen Gründen eine Heilung im St. Mungos ablehnt. Ein möglicher Grund könnten Depressionen sein.
„Ron hat nie überwunden, dass ich ihn verlassen habe“, sagt Lavender Brown (22), deren bevorstehende Hochzeit durchaus der Tropfen zu viel für Ronald gewesen war.
„Nein, er hat keine Depressionen!“, sagt uns dagegen Molly Weasley (53), Ronalds Mutter. „Es ist alles in Ordnung. Er gönnt sich nur eine kleine Pause“, erklärt sie uns bei einem Stück Käsekuchen. Ronald ist nicht anwesend. Die Vorhänge vor seinem Zimmer sind zugezogen, sodass kein Licht eindringen kann.
„Was Ronald jetzt braucht, ist der Beistand von Freunden und Familie“, meint Percival Weasley (26), Ronalds älterer Bruder. „Auf mich wird er immer zählen können.“
Familien interne Schwierigkeiten sind überdeutlich. Mehr als einmal wird unser Interview durch heftige Streitereien unterbrochen. Eines ist sicher; dieser Ort ist nicht dazu geeignet sich zu erholen.
Auf die Unterstützung ihrer Freunde können alle drei nicht mehr bauen, denn auch Harry Potter (22) konnte dem Druck nicht länger standhalten. Der Mann, der überlebte wurde gestern gegen Abend in die psychiatrische Abteilung des St. Mungos Hospital für magische Krankheiten und Verletzungen eingeliefert.
Augenzeugen berichten wie sein alter Freund, Remus Lupin (42), ihn bewusstlos vor sich herschweben ließ. Ein Schreckensbild, das die magische Gesellschaft in Aufruhr versetzte.
„Es ist alles in Ordnung“, versichert Professor Lupin und zeigt ein müdes Lächeln, das die Strapazen verdeutlicht, die er mit dem Helden unserer Gemeinschaft hatte. „Harry ist bald wieder auf den Beinen. Er macht eine schwere Phase durch und bittet um Verständnis, dass er keine Interviews geben wird. Es ist nichts Ernstes.“
Wenn dem so wäre, dann würde sicherlich jemand anderes jetzt an Harrys Seite sein, aber keine Spur von Sirius Black (42), Harry Potters Paten. Bis zum Redaktionsschluss hat sich der Harry einst so nahestehende Black nicht im Krankenhaus blicken lassen.
Ist das der Grund für Potters Verhalten? Kann ein Streit mit seinem Paten den Bezwinger Voldemorts derartig aus der Bahn geworfen haben? Oder stehen wir einer neuen Gefahr gegenüber, die so furchteinflößend ist, dass selbst der Muster-Gryffindor schlechthin bei ihrem Anblick den Verstand verliert?


„Wer schreibt denn so einen Scheiß?“ Draco schüttelte den Kopf. „Sicher nicht die Kimmkorn…“
„Steht unten drunter“, sagte Dean, stellte Draco eine Kaffeetasse vor die Nase und lehnte sich dabei so über die schmale Schulter, dass Draco sich gar nicht traute, richtig zu atmen, aus Angst den anderen Mann zu berühren. „Hier…“ Von der anderen Seite kam jetzt Deans Arm und Draco erstarrte vollkommen. Na ja, fast. Die Zeitung in seinen Händen zitterte, und nein, das lag sicher nicht an seinen Händen. Nein, die zitterten nicht! „Audrey Saint.“
„Scheiß Name…“, sagte Draco, räusperte sich, als seine Stimme ganz kratzig war.
„Sie könnte auch… Weasley heißen“, gluckste Dean, drehte den Kopf und wartete, dass Draco es ihm gleichtat. Als der Blonde aber fortfuhr die schwarzen Linien auf dem Pergament anzustarren, fasste Dean ihn an der Wange, zog ihn zu sich und drückte ihm einen festen Kuss auf die Lippen. „Was ist los?“, murmelte er gegen Dracos Lippen.
Den Kopf wieder nach vorne drehend räusperte Draco sich erneut, legte die Zeitung weg und griff seine Kaffeetasse. „Nichts“, krächzte er und verschluckte sich prompt an dem heißen Getränk, als Dean anfing sanfte Küsse auf seinem Nacken zu verteilen.
Dean gluckste und klopfte Draco auf den Rücken, ließ die Hand gleich liegen und streichelte über den weichen Stoff von Dracos Pullover. „Die Kimmkorn schreibt noch größeren Mist. Irgendwas über Terry Boot. Erinnerst du dich an Terry Boot?“
Draco räusperte sich erneut.
„Hast du dich erkältet?“
„Was?“ Draco schüttelte den Kopf. „Nee, nee… Alles in Ordnung. Schau mal, wenn du mir so über die Schulter linst, dann kann ich mich nicht richtig konzentrieren.“ Dean grinste und Draco errötete. „Nicht… so… Merlin.“ Er starrte auf die Tischplatte. „Letzte Nacht war… Ich… Äh…“
„Ja?“
„Jetzt lass mich doch mal ausreden!“
„Du stotterst ja nur. Ordne deine Gedanken und schreib sie meinetwegen auf“, sagte Dean, schlang die Arme fest um Dracos Schultern und vergrub das Gesicht in dessen Halsbeuge, was es nun wirklich nicht leichter machte sich zu konzentrieren.
„Ich wusste nicht, dass Weasley Depressionen hat“, sagte Draco heiser. Seine Augenlider flatterten, als Dean die Lippen nicht von seinem Hals nehmen konnte. Merlin, er hätte einen Rollkragenpullover überziehen sollen. „Dean, jetzt…“ Draco seufzte ungewollt auf, fasste nach hinten und packte Deans Kragen, zog ihn weg von sich. „Was gestern passiert ist, war im Affekt. Ich konnte…“ Er drehte sich auf dem Stuhl herum und schaute in die dunklen Augen seines Gegenübers. „Ich konnte nicht klardenken und…“
„Ich auch nicht.“ Dean ließ die Augenbrauen hüpfen, brachte Draco so zum Schmunzeln. Gut, vielleicht war er nicht zum Single sein geeignet. Vielleicht brauchte er im Moment einen Dean Thomes und der Sex war nicht nur vielleicht gut gewesen. Draco schüttelte über sich selbst den Kopf. Dass man für sowas keine Gefühle brauchte, hatte er ja bei Sirius gesehen. Aber hatte er keine Gefühle für Dean? Warum wurde er dann so nervös? War das sein Herz, das so laut schlug?
„Hier…“ Dean deutete auf den Artikel, den Draco sich angetan hatte. „Lavenders Hochzeit, ne? Das ist Seamus‘ Familienplanung. Gehst du mit mir hin?“
Draco machte große Augen, senkte den Blick und zuckte mit den Schultern. „Ich bin verwirrt…“, gab er zu und rieb sich mit den Händen übers Gesicht, bis Dean ihn an den Handgelenken fasste. Allerdings schaute Draco ihn nicht an, als Dean seine Hände herunterzog. „Das mit… Sirius war… Sagen wir, es hätte besser laufen können und ich… Gut, eigentlich ist er ja wohl davon ausgegangen, dass wir nie zusammen waren, aber…“
„Er ist ein Idiot, wenn er nicht mit dir zusammen sein wollte.“
Draco lächelte leicht, was Dean erwiderte.
„Ich möchte kein Idiot sein“, sagte er leise.
„Oi…“ Draco senkte das Kinn, sodass ihm einige blonde Haarsträhnen vor die Augen fielen. „Was siehst du nur in mir, Thomas…“
Dean drückte seine Hände, worauf Draco ihn wieder ansah. Er fühlte sich wohl und als würde die Wärme von Deans Händen durch seinen ganzen Körper ziehen.
„Wo ist deine Arroganz hin, Draco?“
„Müssen wir gestern wohl bei Black vergessen haben“, flüsterte Draco. „Vielleicht bringt er sie vorbei, wenn es ihm auffällt.“ Sein Atem stockte, als Dean immer näher kam.
„Wie wär’s, wenn du Black einfach vergisst?“, murmelte Dean. Draco wollte wegschauen, aber dem Blick konnte man schwerer entkommen, als Askaban.
„Kein Legilimentik…“, hauchte Draco, spürte Deans Lachen mehr, als dass er es sah und kümmerte sich da auch wenig drum, als er zärtlich geküsst wurde. Merlin, wurde er überhaupt schon mal so geküsst? Draco seufzte und ließ Dean den Kuss vertiefen.
Wäre es nach ihm gegangen, dann hätte das ruhig noch länger dauern können, aber irgendwer schien da Einwände zu haben. Es klingelte und die beiden Männer fuhren auseinander. Draco wurde leicht rosa um die Nase und traute sich nicht den anderen anzusehen. Zumindest nicht, bis Dean aufgestanden war und sich zur Tür bewegte. Dracos Blick flog automatisch zu Dean und scannte ihn regelrecht von oben bis unten. Die muskulösen Oberarme waren mit dunklen Linien überzogen und immer gut sichtbar. Dean schien körperbetonte, ärmellose Shirts auch im Winter zu bevorzugen, aber sie standen ihm auch wirklich gut. Draco seufzte und knetete seine noch warmen Finger, als Dean die schwere Metalltür öffnete.
„Professor Lupin?“
Draco fuhr hoch und hastete neben Dean.
„Dean…“, grüßte Lupin, bevor er sich Draco zuwandte. „Draco…“
„Lupin“, äffte Draco diesen leicht strafenden Tonfall nach, kam sich dadurch aber wie ein kleines Kind vor.
„Können wir reden?“ Lupin setzte seinen mitleiderregendsten Gesichtsausdruck auf und von denen hatte er bekanntlich viele.
Draco verzog die Mundwinkel, warf Dean einen Blick zu und zuckte mit den Schultern. „Kommen Sie ruhig rein.“
Lupin lächelte. „Danke…“, sagte er mit seiner heiseren Stimme und schob sich an Dean vorbei in den Wohnraum, schaute sich interessiert um. „Sehr nett.“ Er lächelte Dean solange zu, bis der die Augen verdrehte und sich grinsend in sein Zimmer verabschiedete, welches Draco übrigens immer noch unbekannt war. Na ja, vielleicht kam er ja mal rein, wenn sie… ihr merkwürdiges Verhältnis weiterführten.
„Kaffee?“ Draco ließ sich kurz zu nicken und stellte sich an die Arbeitsfläche. „Was kann ich für Sie tun?“, fragte er und knallte Lupin seinen Kaffee vor die Nase, als der sich endlich hingesetzt hatte, jetzt einen kurzen Blick auf die Zeitung warf.
„Dein Vater gibt ein Interview auf Seite 13“, sagte er freundlich lächelnd.
„Macht er öfter mal“, sagte Draco kühl. „Milch, Zucker, Karamell?“
„Karamell?“ Lupin blinzelte.
„Schokostreusel gehören in andere Dinge, Professor“, sagte Draco gleichgültig, während er unter Lupins neugierigen Blick heißes Karamell in den Kaffee schüttete. „Wie geht’s Teddy?“
„Er läuft jetzt ständig mit weißblonden Haaren herum“, erzählte Lupin, trank einen Schluck und bei den aufleuchtenden blauen Augen hatte er jetzt wohl ein neues Lieblingsgetränk. „Aber vielleicht sollte deine Frage eher lauten: Wie geht es Sirius?“ Lupin hob erwartungsvoll die Augenbrauen und stierte über den Tassenrand hinweg.
„Aha…“ Draco ließ sich auf seinen Platz fallen und blieb genauso stumm wie Lupin.
„Ähm.“ Lupin räusperte sich. „Was ist passiert, dass Sirius so fertig ist?“
Draco schnaubte. „Vielleicht hat die Frau, die er sich gestern ins Bett geholt hat, ihm ihre pinke Handtasche um die Ohren gehauen?“, schlug er vor. „Oder der Stoff ist alle… oder Archie tot.“
„Hat er dich betrogen?“ Ungläubig schüttelte Lupin den Kopf. „Das kann ich mir… Na ja…“ Er seufzte.
„Nicht wirklich“, winkte Draco schnell ab. „Es geht Sie auch nichts an.“
„Ich denke schon, dass es mich etwas angeht, wenn meine Freunde sich derartig gehen lassen.“
Draco hob eine Augenbraue. „Jetzt sind wir also zu dieser Einsicht gekommen? Sirius will keine Hilfe. Dass er überhaupt noch lebt ist ein Wunder. So wie er sich manchmal aufführt könnte er… von seinem Vorhang getötet werden!“ Draco starrte mit zusammengezogenen Augenbrauen auf die Tischplatte. „Ich muss mir sowas nicht geben.“
„Und Dean…“
„Zwischen Dean und mir läuft nichts!“, quietschte Draco und wurde hochrot, was Lupin eine Augenbraue heben ließ. „Ist… ist doch auch egal. Sirius braucht mich nicht. Sie wahrscheinlich auch nicht und am Besten geht’s ihm auch noch, wenn er sich selbstbemitleiden kann, weil er alle vergrault hat.“
„Wie hat er dich vergrault?“, hakte Lupin nach.
Draco kniff die Augen zusammen und dachte an das atemlose „James“ aus Sirius‘ Mund. „Ich war ihm nicht wichtig genug…“
„Er kann das manchmal vielleicht nicht so gut zeigen, aber du –“
„Nein!“ So ruckartig wie Draco hochfuhr knallte der Stuhl scheppernd zu Boden. „Sie können das gar nicht beurteilen! Sie wissen gar nichts über uns! Und das werden Sie auch nicht, weil es kein ‚uns‘ mehr mit Sirius gibt!“
„Draco, ich wollte nur…“
„Gehen Sie.“ Draco deutete auf die Tür. „Nein“, fuhr er dazwischen, als Lupin widersprechen wollte, „gehen Sie einfach.“
Lupin seufzte und erhob sich. „Schade, dass das so enden muss“, sagte er, die Hoffnungsschimmer aus den blauen Augen blendeten Draco fast. „Ich dachte, endlich würde wieder alles gut werden.“
Draco schob den Älteren zur Tür. „Tut mir Leid, aber ich bin nicht James und ich werde erst Recht nicht sowas wie sein Platzhalter.“
„Wa-Was?“ Lupin schaute über die Schulter, aber da knallte Draco ihm schon die Tür vor der Nase zu. Blöder Werwolf…
Draco seufzte auf und warf einen Blick zu Deans Tür. Vielleicht sollte er einfach mal… Schulterzuckend stupste er kurzerhand die Tür auf und kriegte den Mund gar nicht mehr zu.
Zwar sah der Raum mehr wie eine Abstellkammer aus, aber die vielen Leinwände verliehen dem Ganzen eine ganz andere Atmosphäre. Draco nahm den starken Geruch von Farbe wahr und trat ein, um sich genauer umschauen zu können. Die Vorhänge vor den bodenlangen Fenstern waren aufgezogen und der Raum wurde von Licht durchflutet, was die leuchtenden Farben auf den ganzen Bildern nur noch mehr hervorhob. Irgendwie erinnerten ihn die Gemälde an das einzige Stück Farbe, das Terry Boot in seiner Wohnung gehabt hatte.
„Draco!“ Panik schwang in Deans Stimme mit, so wie man es noch nie gehört hatte. Draco wurde hastig an den Schultern gepackt, ließ sich aber nicht rausschieben.
„Hey, die sind doch gar nicht mal schlecht, Thomas“, sagte Draco grinsend, aber so wie Dean sich auf die Lippe biss war es mehr als deutlich, dass er niemanden hier drin hatte haben wollen. „Braucht dir nicht peinlich sein.“
„Ist es nicht!“, behauptete Dean, senkte aber schnell den Blick. „Mann… Das… Wieso hast du nicht geklopft?“
„Wieso verdienst du damit nicht dein Geld?“ Draco machte sich los und schaute sich innerlich beeindruckt um.
„Quatsch… Das ist nur… nur ein Hobby. Andere Menschen sammeln Modellflugzeuge.“
„Flugläuse?“ Interessiert drehte Draco sich um. „Sind die gefährlich?“
Dean konnte sich das Lachen nur schwer verkneifen. „Ähm, was auch immer. Was wollte Lupin?“
„Sein Kind steht auf mich. Oder eher gesagt auf meine Haarfarbe“, sagte Draco, wanderte weiter durch das Zimmer und entdeckte sogar Deans Bett in einer Ecke, ebenfalls versteckt von vielen Leinwänden. Das Bettzeug war genauso weiß, wie die Wände. Zumindest die Wände, die man zwischen den Bilderrahmen erkennen konnte.
„Wirklich?“ Dean blieb immer noch wie angewurzelt an der Tür stehen, beobachtete jeden Schritt von Draco genau und fühlte sich niemals so wohl, wie sein ungebetener Gast. „Ähm, kommst du wieder… her?“
Draco drehte sich herum und schüttelte den Kopf. „Ich beweg mich hier erstmal nicht raus…“
„Dann komm ich dich holen“, sagte Dean leicht grinsend.
Die Augenbrauen hebend wich Draco zurück, als Dean wirklich auf ihn zu kam, ihn schneller gepackt hatte, als er die Augen aufreißen konnte und ihn einfach über seine Schulter schwang.
„Hey!“ Draco strampelte mit den Beinen. „Was… Lass mich runter! Ich hab Angst hier oben!“ Prompt wurde er auch wieder losgelassen und landete auf einem weichen Untergrund. „Ach so! Das ist die neue Methode mich in dein Bett zu kriegen, ja?“ Draco rutschte an die Wand und versteckte sich hinter dem großen Kissen, als Dean auf ihn zukrabbelte.
„Jaah“, sagte Dean, zog Draco das Kissen weg und lehnte sich vor. Draco wich zurück. „Malfoy kann nach heute Nacht nicht mehr?“
„Was?!“ Dafür schnipste Draco ihm gegen die Stirn. „Immerhin kann ich noch sitzen! Das musst du noch üben, Thomas.“
Dean hob eine Augenbraue. „Den hab ich nicht verstanden…“
„Was?“ Draco legte den Kopf schief und setzte sich auf. „Es muss doch… wehtun.“ Er schloss automatisch die Augen, als Dean ihm mit dem Handrücken über die Wange strich. Am liebsten hätte er sich in diese Berührung gelehnt, aber dafür war sie zu kurz.
„Deine Lippen haben eine atemberaubende Farbe…“
Draco schmunzelte. „Ich fühl mich wie ein Mädchen, wenn du das sagst…“
„Vor allem nach einem Kuss“, fuhr Dean einfach fort, schlang einen Arm um Dracos Schultern und zog ihn dicht an sich, legte die freie Hand in Dracos Nacken. „Ich habe davon geträumt dich solange zu küssen, bis der Kontrast perfekt wäre.“
Draco presste die Lippen festaufeinander um nicht zu lachen. Merlin, der Kerl redete eine Scheiße! Aber es fühlte sich unbeschreiblich gut an sowas zu hören und dabei im Arm gehalten zu werden. Draco schmiegte die Schläfe an Deans Schulter und seufzte.
„Am liebsten würde ich den ganzen Tag mit dir im Bett liegen…“ Dean schien seine eigenen Worte kaum glauben zu können. „Gestern Nacht war das erste Mal seit langem für mich, also denk nicht mal daran so zu tun, als wäre nichts gewesen.“
Draco zog sich leicht zurück und hob die Augenbrauen. Das erste Mal seit langem? Aber das… war nicht gut. Dann bedeutete es nämlich etwas… oder viel. Draco schnappte nach Luft und wandte den Blick. In ihm brodelte etwas, aber es war nicht Zorn. Es wärmte ihn und zwang ihn zu einem Lächeln, obwohl ihm danach eigentlich nicht zumute war.
„Dean, es… das…“ Draco räusperte sich und schüttelte langsam den Kopf, worauf er aus dem festen Griff entlassen wurde. „Ich… Ach, scheiß drauf!“ Damit umfasste Draco Deans Gesicht und drückte ihm fast zu kräftig die Lippen auf.
Er musste Sirius abhaken. Das war von Anfang an aussichtslos gewesen und hier hatte er eine schönere Aussicht als vom Astronomieturm Hogwarts‘.

*

„Was soll ich jetzt davon halten?“ Die Augenbrauen hebend betrachtete Dean den Eisbecher, den Draco ihm gerade servierte.
„Vielleicht lasse ich meine rassistische Ader aus“, sagte Draco, klimperte süßlich lächelnd mit den Wimpern und stützte sich auf dem Tisch auf. „Der geht sogar auf mich.“
„Oh!“ Dean verdrehte die Augen und schob sich einen Löffel Vanilleeis in den Mund, ignorierte die Schokolade vollkommen. „Oh!“ Erstaunt glotzte er sein Eis an – bei diesen Temperaturen eine Qual. Florean würde demnächst auf heiße Schokolade, Waffeln und sowas umschwenken. „Das schmeckt wie Erdbeereis!“
„Du kennst doch diesen… Dreier“, sagte Draco und übersah Deans zweideutiges Grinsen einfach. „Mit Schoko, Vanille und Erdbeere. Na ja, wir arbeiten an einer Abwandlung für die nächste Saison und du bist mein Versuchsobjekt.“ Er lehnte sich vor und drückte Dean einen Kuss auf die Lippen, schleckte das Vanilleeis von den gehobenen Mundwinkeln.
„Draco!“, schallte Floreans Stimme zu ihm herüber. „Wir haben hier schon noch Kundschaft. Verschieb das auf später.“
Draco zog sich leicht zurück und drehte den Kopf zur Theke. „Unser Eis schmeckt so gut, da fällt es mir schwer zu widerstehen“, antwortete er, erntete ein Grinsen seines Chefs und widmete sich wieder Deans willigen Lippen.
Diesmal trennte ein Räuspern sie.
„Ich komm ja scho– Oh!“ Draco hob die Augenbrauen, als Lupin direkt vor ihm stand. „Stalken Sie mich?“
Lupin schmunzelte und stellte sich neben Dean. „Eine heiße Schokolade mit Sahne bitte.“ Mehr sagte er nicht, weshalb Draco nickte, seine dämliche rot-weiß gestreifte Mütze wieder aufsetzte und sich davon machte, aber noch einmal über die Schulter schaute, als er Lupin mit Dean reden hörte. Deswegen wollte der ihn loswerden…
„Dein Vater war übrigens heute morgen hier“, sagte Florean. Seine Stimme war undeutlich, weil er sich gerade mit dem Kühldingens abplagte und halb drin hang. „Hab ihm gesagt, dass deine Schicht heute Abend um zehn vorbei ist.“
„Hm…“ Draco sprühte eine ordentliche Portion Sahne auf Lupins Kakao. Sein Vater war hier gewesen? Was konnte Lucius von ihm wollen? Gewollt haben… Na ja, vielleicht würde er das heute Abend erfahren und wahrscheinlich ging es eh nur um irgendeinen Zeitungsartikel. Draco übersprang das pathetische Gelaber seines Vaters nur zu gerne, vor allem, weil es meistens im Wirtschaftsteil zu finden war…
„So, bitteschön.“ Draco servierte Lupin sein Getränk und schaute zwischen dem Werwolf und dessen ehemaligen Schüler hin und her. Was hatten die miteinander zu reden gehabt? Er musste Dean gleich mal fragen. „Warum haben Sie Teddy nicht mitgebracht?“, fragte Draco. „Er würde sich sicher immer noch über ein Eis freuen.“
Lupin lächelte. „Beim nächsten Mal vielleicht“, sagte er. „Und…“ Er trank einen Schluck. „…ihr seid also nur Mitbewohner?“
„Nein.“ Draco warf Dean einen verwirrten Blick zu, aber der winkte ab. „Sonst würden wir wohl kaum knutschen.“
„Weil du das letzte Woche noch behauptet hast“, fuhr Lupin fort.
„Das ist schon eine ganze Weile her.“ Draco grinste, lehnte sich vor und gab Dean noch einen Kuss.
„Draco! Bei Merlins Unterhosen, nicht im Laden!“
„Ja, ja…“ Draco verdrehte die Augen und richtete den Blick dann wieder auf Lupin. „Noch etwas, Sir?“
Lupin gluckste. „Nicht mal in der Schule hast du mich so genannt.“
„Oh, shit!“ Dean sprang auf, den Blick auf seine Uhr gerichtet. „Meine Pause ist vorbei und ich hab noch drei Termine.“ Er hastete um den Tisch herum und schlang die Arme um Draco. „Kann spät werden.“ Er küsste den Blonden inniglich. „Muss noch die Abrechnung machen.“
„Nimm sie doch mit hoch“, schlug Draco vor und klammerte sich an Deans Armen fest. „Ich koch uns was, hm?“
Dean schüttelte den Kopf. „Dann kann ich mich nicht konzentrieren.“ Sein Kuss hielt Draco vom Lachen ab und er dauerte auch viel zu lange. Dean würde zu spät kommen, wenn er weiter nicht genug von Dracos Lippen bekommen konnte.
„Draco!“
Seufzend löste er sich, was Dean gar nicht zu gefallen schien. Draco demonstrierte seine eigene Uhr und ließ die Augenbrauen hüpfen.
„Mist, verdammter!“ Dean drückte ihm noch einen letzte Kuss auf die Lippen und winkte Lupin als er aus dem Laden stürmte, um disapparieren zu können.
„Ihr scheint ziemlich verliebt zu sein“, sagte Lupin. Ein Hauch Vorwurf schwang in seiner heiseren Stimme mit, weshalb Draco ihm einen kalten Blick schenkte.
„Hören Sie mal, wenn Pansys Mummy mir so hinterher gekrochen wäre, wie Sie, dann…“ Er winkte ab. „Schickt Sirius Sie?“
Lupins Augen weiteten sich. „Nein, du kennst ihn doch. Oder?“ Er zog die Augenbrauen zusammen.
Draco seufzte auf. „Dann eben nicht“, murmelte er.
„Hättest du das denn gerne?“
„Was?“ Draco fuhr herum. „Lassen Sie das. Lassen Sie mich damit einfach in Ruhe. Ich habe diesen Mist hinter mir gelassen, bevor am Ende ein Sirius-Abklatsch aus mir wird.“
„Es geht ihm sehr schlecht“, sagte Lupin leise und trank noch einen Schluck, bevor er weitersprach. „Sirius braucht dich, Draco. Er vermisst dich.“
Sein Herz tat einen Hüpfer, aber Draco ignorierte es einfach mal. Auf das Ding sollte man eh nicht hören. „Schön für ihn.“
„Du klingst wie ein patziges Kind…“ Lupin seufzte resignierend. „Ich dachte, wenigstens einer ist hier noch vernünftig.“
„Spielen Sie auf Potter an?“, fragte Draco.
„Hast die Zeitung gelesen, was?“
Draco nickte.
„Das meiste ist wieder mal Unsinn. Den Zeitungen sollte man nie glauben. Sie bauschen die Sache auf.“ Lupin seufzte erneut. „Nach Doras Tod war ich auch kaum ansprechbar…“
„Er wird schon wieder. Ist doch Harry Potter.“ Draco lächelte aufgesetzt, was Lupin aber nicht zu bemerken schien.
„Er hat nach dir gefragt“, sagte er.
„Was?“ Ungläubig schüttelte Draco den Kopf. „Warum nach mir?“
Lupin seufzte erneut auf. „Ich denke, er… er wird wohl dasselbe denken, wie ich.“
Draco bedeutete seinem ehemaligen Lehrer weiterzusprechen, weil er kein Wort verstand.
„Besucht Sirius ihn, dann streiten sie. Neulich konnte ich geradeso eben verhindern, dass sie sich gegenseitig umbringen.“ Wie oft konnte man am Tag seufzen ohne allein davon deprimiert zu werden? „Harrys Lachanfall, als er gehört hat, dass du Sirius verlassen hast, war fast so furchteinflößend wie Sirius‘ Tränchen.“
„Oh, er verdrückt ein einzelnes Tränchen für mich. Ich bin was ganz besonderes“, schnaubte Draco, die Arme vor der Brust verschränkend.
Lupin lächelte leicht wehmütig. „Jemand wie Sirius weint nie.“
„Dann würde ich ihn mal damit aufziehen“, sagte Draco fies grinsend.
Den Blick hebend fixierte Lupin Draco. „Hasst du ihn wirklich oder ist die Sache mit Dean nur um ihn eifersüchtig zu machen?“, fragte er. Draco klappte unschön der Mund auf. „Ich denke, dass das unfair gegenüber Dean als auch Sirius ist. Wenn ihr einfach miteinander geredet hättet, dann wäre das nicht so kompliziert geworden.“ Einen Moment herrschte Stille, gut, bis auf ein paar heftige Flüche von Florean, der sich an dem Kühldings wehgetan hatte. Zum Glück war der Laden bis auf Lupin leer. Die kleinen Kinder würden wegen Florean zu weinen anfangen…
„Es ist nicht kompliziert“, sagte Draco. „Mir geht’s super. Ich bin glücklich mit Dean, meiner Arbeit und meinem Leben. Sirius wäre es ganz anders angegangen, wenn er mich wirklich zurückhaben wollte.“
„Denkst du?“
Draco nickte. „So blöd ist er dann wohl doch nicht.“
Seufzend massierte Lupin sich die Schläfe, legte vier Sickel auf den Tisch und nickte Draco zum Abschied zu.
„Danke fürs Trinkgeld!“, rief Draco mit triefendem Sarkasmus hinterher. Natürlich bekam man von dem Freunde des Ex kein Trinkgeld, aber von irgendwas musste Draco ja auch leben.
Der Tag tröpfelte so vor sich hin, wobei Draco genug zu tun hatte, als dass er lange an Sirius denken müsste. Floreans Kühldingens brauchte ihre ganze Aufmerksamkeit, wobei Draco sich einen Fingernagel abbrach, den wieder dran hexte und sich wildes Gefluche seines Chefs antun musste, der damit drohte nie wieder Eiskrem zu verkaufen.
Würde er natürlich nicht tun. Eiskrem war sein Lebensinhalt. Draco schüttelte darüber leicht amüsiert den Kopf, als er ziemlich geschafft noch den Müll rausbrachte. Vielleicht war es doch ganz gut, dass Dean länger arbeiten musste, dann konnte Draco in Ruhe schlafen.
Ein Geräusch ließ ihn herumfahren, aber die dunkle Gasse neben dem Laden war leer. Draco drehte sich kopfschüttelnd wieder um. Prompt fiel hinter ihm etwas scheppernd zu Boden.
„Hallo?“ Draco suchte seinen Zauberstab, zückte ihn aber noch nicht.
Vielleicht wurde er paranoid…


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