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Fanfiction

Partners in Crime - Die perfekte Leinwand

von Kraehenfeder

Kapitel 32 – Die perfekte Leinwand

Deans Badezimmer – jetzt auch Dracos – war wirklich angenehm groß im Gegensatz zu dem mit der Kokosnussartigen Badewanne… Jede Frau würde sie um den ausreichenden Platz beneiden. Die Badewanne sicher groß genug für drei und mit so einem Sprudelding. Der Duschkopf hatte sicher einen Durchmesser von zwanzig Zentimetern; da konnte man sich so richtig schön an der hellgrün-gekachelten Wand heruntersinken und vollregnen lassen, wenn man deprimiert war. Draco zog das gerade ernsthaft in Erwägung. Das Sirius ihm so eine Szene machen musste…
„Der Kerl ist so peinlich!“ Draco spuckte Blut in das Waschbecken und wischte sich über das verschmierte Gesicht. „Dean?! Wo ist die Heilsalbe?“, rief Draco über die Schulter und erschreckte sich fast zu Tode, als sein neuer Mitbewohner direkt hinter ihm auftauchte. „Mann…“ Ohne auf eine Antwort zu warten riss Draco den Badezimmerschrank auf. Seine Augen weiteten sich, als er von einer Unmenge an Kondomen erschlagen wurde. Kein Platz mehr für Haargel, oder sowas… „Oi!“ Prompt schlug er die Schranktür wieder zu.
Dean hinter ihm brach in schallendes Gelächter aus.
„Thomas, wenn du auch nur für Sex lebst, dann zieh ich wieder aus, ja?“ Draco drehte sich um und zog die Mundwinkel missbilligend herunter.
„Nee…“ Dean winkte kopfschüttelnd ab. „Die gehören Seamus.“
„Ah, und für die Familienplanung braucht er sie nicht mehr?“ Draco hob eine Augenbraue.
„Exakt“, sagte Dean, fasste Draco an der Schulter und schob ihn auf den Badewannenrand. „Ich mach das…“
„Eigentlich hab ich genug von männlichen Krankenschwestern…“, murmelte Draco, während er sich die geplatzte Lippe befühlte. Seine Nase hatte auch ordentlich was abgekriegt, aber diesmal hatte Sirius sie ihm nicht gebrochen. Er schien heute noch nicht ganz wach gewesen zu sein.
„Black hat das öfter gemacht?“ Dean wühlte selbst nicht sehr zielgesteuert in seinen Sachen herum, bevor er endlich sowas wie eine Salbe fand und sich vor Draco hockte. „Das hier auch?“ Er fuhr die – bei der blassen Hautfarbe nicht sehr auffällige – Narbe auf Dracos Wange nach und packte den ehemaligen Slytherin dann fest am Kinn. „Halt still…“
„Ihm is‘ nur manchmal die Hand ausgerutscht“, nuschelte Draco undeutlich, ließ sich von Dean das Blut abtupfen und starrte dabei den riesigen Spiegel an. Merlin, da sollte er sich mal nackt vor stellen… Fast wie der in Malfoy Manor…
„Ja, klar…“, murmelte Dean kopfschüttelnd.
„Doch!“ Draco wandte sich beleidigt ab. „Meistens hat er’s gar nicht mitgekriegt, also…“
„Das macht es viel besser.“ Dean seufzte auf, fasste Draco sanfter am Kinn und zog ihn herum. Vorsichtig beschmierte er die blutverkrustete Lippe mit Salbe. „Ich bin nicht gut in Heilzaubern, du?“
Draco schüttelte den Kopf, worauf Dean seinen Griff verstärkte.
„Still halten“, sagte er grinsend. „So… Du bist also schwul?“
Hochrot fixierte Draco die Decke. „Wirfst du mich wieder raus, wenn ja?“
„Quatsch“, gluckste Dean. „Aber vergiss nicht mir vorher Bescheid zu sagen, wenn du Männerbesuch kriegen solltest.“
Draco wurde noch einen Ton dunkler. „Äh…“ Er war nicht auf sowas aus, wie eine… Affäre. Sein Herz ließ sich nicht so schnell von Sirius trennen, auch wenn die Vernunft auf gut oder lange siegen würde. Bis jetzt hatte er nicht heulend in seinem Bett gelegen, weil Sirius ihn nicht mehr schlug, aber noch war er ja auch nicht auf Entzug… „Eigentlich… bin ich da noch… neu.“
Dean hob eine Augenbraue und legte den Kopf schief. „Hab ich mir gedacht. Parkinson hing bis vor kurzem noch ständig an deinem Arm“, sagte er grinsend, weshalb Draco die Augen verdrehte. „Sicher, dass du nur auf Männer stehst, wenn… Wie lange wart ihr?“
„Sieben Jahre“, seufzte Draco. Ja, manchmal vermisste er Pansy, sein Fangirl Nummer eins, aber sie hatten ja noch regelmäßig Kontakt, auch wenn er glaubte, dass sie ihn noch nicht wirklich losgelassen hatte.
„Das ist schon krass… Also, dass du das einfach weggeworfen hast um Black… na ja, das hier tun zu lassen.“ Dean fuhr sachte mit dem Daumen über Dracos Unterlippe, die langsam wieder zu heilte.
„Pansy und ich… Das war nur, weil ich musste und weil ich… Ich hab verdrängt, dass es nicht gefunkt hat. Dieser Klick-Moment, weißt du?“
Dean hob den Blick.
„Als Sirius vor mir stand, da… wusste ich, er oder niemand“, sagte Draco leise, eingeschüchtert durch die Wärme von Deans Hand auf seiner Wange und dem neuen Geruch, der ihn einnahm. „Richtig kitschig.“ Er gluckste verkrampft auf. „Leider hat die Realität mich zu schnell wieder eingeholt… und jetzt sitz ich hier. Merlin, ich hab alles für ihn aufgegeben. Meine Familie, mein Gold, meine Verlobte… Ich arbeite in einer Eisdiele!“ Draco senkte den Blick und fixierte einen Moment Deans dunkle Iris. So braun… fast schwarz. Ganz anders als Sirius‘ seltenes Dunkelgrau… „Kannst du dir Draco Malfoy in einer Eisdiele vorstellen?“
Dean gluckste. „Deswegen hab ich dich doch abgeholt.“
„Oh, natürlich.“ Draco verdrehte die Augen. „Ich warte noch auf die Kimmkorn… Aber wahrscheinlich hat Vater sie bestochen. Immerhin bin ich eine Schande…“
„Hast dich ganz schön verändert“, murmelte Dean.
„Ach, liegt vielleicht an dem überempfindlichen Ex… Wie er sich aufgeführt hat! Dabei haben wir nicht mal ansatzweise was miteinander…“, regte Draco sich auf.
„Kann sich ändern…“, antwortete Dean leise.
Draco blinzelte verwundert, erstarrte aber einfach, als eine Hand in seinen Nacken fuhr und ihn näher zog. Deans Nasenspitze berührte schon seine, als Draco den Kopf drehte, die merkwürdig rauen Lippen so nur auf seine Wange bekam.
„Nicht…“ Draco räusperte sich. Hatte er sich das gerade eingebildet oder hatte Dean ihn wirklich… küssen wollen. „Kein Sex zwischen Mitbewohnern!“, versuchte Draco die Situation mit einem schlechten Witz aufzulockern.
Dean gluckste tatsächlich und stand wieder auf. „An die Regel kann ich mich nicht erinnern“, sagte er, zwinkerte und räumte die Heilsalbe wieder weg, während Draco ungläubig den Kopf schüttelte. Nein, soweit würde er es nicht kommen lassen. Er hatte gerade einen neuen Freund gefunden und von Liebe und sowas erst einmal die Nase gestrichen voll. Pansy, Sirius… Allmählich wurde es Zeit für die Singlezeit in Draco Malfoys Leben. Das musste er nachholen. Er war zweiundzwanzig und damit bald schon zu alt für die Clubbing-Phase…
„Leg dich ruhig hin“, sagte Dean ganz entspannt. „Wir holen deine Sachen morgen, wenn Black bei der Arbeit ist.“
Draco murrte leise vor sich hin.
„Bitte was?“
„Er geht da so unregelmäßig hin…“ Draco seufzte auf. „Nochmal will ich mir sowas nicht zuziehen.“
„Ich komm mit“, versicherte Dean mit dem Gryffindorleuchten in den dunklen Augen. Ja, ein Abenteuer, oder so…
„Okay…“ Sich streckend rappelte Draco sich hoch. „Dann hau ich mich wieder auf die Couch…“
„Möbel schleppen muss ich morgen aber nicht, oder?“
Draco schüttelte den Kopf, sich gerade erst bewusst werdend, dass er gar nichts Möbelmäßiges besaß… „Muss mal shoppen gehen…“, murmelte er, warf Dean ein unsicheres Lächeln zu und verschwand ins Wohnzimmer. Das größte Zimmer der Wohnung war nie ganz dunkel. Vorhänge fehlten an den Fenstern auf der Westseite, die vom Boden bis zur Decke reichten und einen schönen Ausblick auf die Winkelgasse zuließen. Eine Feuerleiter machte das ganze leider kaputt. In der Mitte des Raumes, gleich in der Nähe der Wohnküche, führte eine Wendelltreppe nach oben auf das flache Dach. Im Sommer würde man sich dort gut sonnen können…
Seufzend lehnte Draco sich gegen die Badezimmertür, hörte sie zuschnappen und schloss die Augen. Machte er wirklich das richtige? Es war eine tolle Wohnung. Nicht so vollgestellt wie die von Sirius und die Couch war dunkelbraun, weich und fischlos, aber… Er stieß sich von der Tür ab und setzte sich auf das Sofa, dass immer genug Platz bot, damit man sich komplett drauflegen konnte. Der Fernseher davor faszinierte Draco noch immer, aber er traute sich nicht, ihn auszuprobieren. Sirius hatte keinen gehabt und auch kein Poster mit sich nicht bewegenden Männern in Shorts… Irgendwie hatte das was.
Grinsend ließ er sich nach hinten auf die grandiose Couch fallen und blieb einen Moment liegen, bevor er sich an der Rückenlehne hochzog und auf die perfekte, unbenutzte Küche starrte. Diese Dinger wirkten magisch anziehend auf ihn seit er darin zu Recht kommen musste. Sirius‘ war klein gewesen, aber dafür nicht leer. Töpfe, Pfannen und sowas fehlten. Die Mikrowelle wurde wohl als einziges Gerät neben der Kaffeemaschine benutzt. Irgendwie fehlte da die Magie, aber Draco musste feststellen, dass er es spannend fand, was man mit Muggelgeräten alles herstellen konnte. Vater würde ihn dafür umbringen, aber sein Vater war nicht mehr da, also…
Deans Zimmer hatte er noch nicht gesehen. Es befand sich hinter der linken Tür neben dem Fernseher. Seamus‘ altes, Dracos neues, rechts von dem Glaskasten. Gleich nebenan. Es musste schlimm gewesen sein, den Sexeskapaden seines Mitbewohners lauschen zu müssen, bei der Menge an Kondomen… Aber vielleicht waren die auch schon alt und eingestaubt…
Dracos Augen wurden groß, als er sein Bettzeug heraufbeschwor. Er hatte nie… Sirius und er hatten vielleicht nicht oft, aber wenn, dann hatten sie nicht verhütet. Und wo Sirius sich so durch die Gegend gepoppt hatte… Draco wurde schlecht bei dem Gedanken, was er sich am Ende eingefangen haben könnte.
Und es war so viel einfacher, Sirius abstoßend zu finden… Seine blasse Visage, die verschwitzten Haare und die dunklen Augenringe… Keine rosarote Brille konnte Sirius Black noch gut aussehen lassen.
Nie wieder…

*

Schier eine Ewigkeit stand Draco jetzt vor Sirius‘ Tür und musterte angestrengt die abblätternde, weiße Farbe. Dean neben ihm seufzte schon angestrengt auf, aber Draco ignorierte ihn einfach. Er musste sich mental auf seinen letzten Gang in die Hölle vorbereiten, dass ein hirnloser Gryffindor das nicht verstand war natürlich klar. Aufstöhnend zog Draco seinen Schlüssel hervor und öffnete die Tür, stieß sie langsam auf. Dean dachte schon endlich würde Bewegung in dieses Spiel kommen, aber Draco machte keinen Schritt. Wie hypnotisiert starrte er in den dunklen Flur und glaubte selbst von hier aus Archies Blubbern hören zu können. Tief durchatmend trat er langsam einen Schritt vor, dann einen zweiten, dritten und bewegte sich schließlich so durch die Wohnung, wie er es vor ein paar Tagen noch gewohnt gewesen war.
„Scheiße… Hier sieht’s ja aus…“ Dean machte ein ganz angewidertes Gesicht, als er sich in dem wirklich ziemlich zugemüllten Raum umschaute. Die Luft waberte fast greifbar im Wohnzimmer herum und schnürte einem die Kehle zu. Draco hätte am liebsten gelüftet, aber wenn Sirius auf diese innere Wärmequelle stand… bitteschön. Es roch nach Schweiß und nach etwas anderem, das Draco sich weigerte zu erkennen. Mit einem Aufrufezauber hatte er schnell all seine Sachen beisammen, ließ sie schrumpfen und stopfte sie einfach in Deans Taschen, was der augenrollend abtat.
„Black hat einen Fisch im Sofa…“, murmelte er.
Draco schmunzelte kurz, gab Dean keine Antwort und hockte sich vor Archies Gefängnis. „Hey, Kleiner…“ Archie stupste sehnsüchtig gegen die blasse Hand, die gegen das Plastik drückte. „Pass mir gut auf dein Herrchen auf, ja?“ Einen Salto schwimmend blubberte Archie beleidigt, aber Dracos Aufmerksamkeit hing an etwas anderem: Auf der Couch lag eine Handtasche. Ein knalliges Pink mit Pailletten beklebt.
„Draco?“ Dean hockte sich neben ihn und stupste ihn an. „Können wir?“
„Er ist hier“, hauchte Draco, den Blick langsam auf das Schlafzimmer lenkend. „Und zwar nicht allein, aber zu beschäftigt um uns zu bemerken?“ Tränen sammelten sich in seinen Augen, als er sich aufrichtete. Ihm wurde schwindelig und er musste sich einen Moment nehmen, um weiter in der tropischen Feuchte, die Sirius‘ Pflanzen auf die Dauer umbringen würde, auszuhalten. Die bunten Perlen gaben merkwürdig helle Geräusche von sich, als Draco den Vorhang zu Sirius‘ Schlafzimmer beiseite schob.
Den nackten Rücken erkannte er sofort, selbst in der Dunkelheit, die dort drinnen herrschte. Draco schluckte schwer, als er mit ansehen musste, wie Sirius sich mit einem weiblichen Wesen vergnügte. Eine Frau! Er kniff die Augen fest zusammen und trat einen Schritt zurück. Wahrscheinlich war es das, was Sirius brauchte. Einen weichen Frauenkörper, ein Mädchen, das alles für ihn tat, jemand der ihn bemutterte und sich für ihn aufopferte.
Dabei hatte Draco ihm doch das alles gegeben… Bis auf gewisse weibliche Attribute. Er schüttelte den Kopf und drehte sich auf den Absätzen um.
„Wir gehen“, krächzte er heiser und packte Dean am Arm. Seinen Schlüssel legte er neben die Handtasche auf Archies Couch. „Leb wohl, Archibald…“
Der Karpfen ließ eine große Blubberblase entweichen, als die Tür lautstark ins Schloss fiel und kurz darauf Sirius auf den Plan rufen würde. Durch die dünnen Wände würde er Dracos Weinen sicher hören können, aber der ehemalige Slytherin konnte sich nicht lange beherrschen. Er liebte Sirius und es tat so weh, dass so wenig Liebe in Sirius‘ Herzen geblieben war, dass er Draco schneller vergaß, als man Klatscher sagen konnte.
Aufschluchzend sank Draco an der Haustür herunter, wurde von Dean unter den Armen gepackt und wieder hochgezogen.
„Nicht hier“, sagte Dean leise. „Gib ihm nicht diese Genugtuung.“
Sich fest auf die Lippe beißend klammerte Draco sich an Deans Rücken fest, hörte noch rumpelnde Geräusche und einen heiseren Aufschrei, bevor alles schwarz wurde. Das typische Schwindelgefühl nach dem Apparieren befiel Draco, bevor er sich ungeachtet seines Standortes auf den Boden sinken ließ, wo er bitterlich zu weinen anfing. Die Knie anziehend verbarg er das Gesicht in den Händen und bemerkte kaum die tröstenden Streicheleinheiten über seinen bebenden Rücken. Er verschluckte sich mehrmals an seinen Schluchzern. Seine Hände waren nass von den heißen Tränen, die ununterbrochen aus seinen brennenden Augen flossen und ihn nicht einmal mehr sehen ließen, wenn er es denn kurz versuchen wollte.
Dean war ein guter Gryffindor, wenn er sich nicht lustig machte, oder er hatte das selbst einmal durch, auch wenn Draco nicht glauben konnte, dass irgendein Gefühl jemals so stark sein könnte, wie seine Liebe zu Sirius Black. Warum hatte er seinen Traummann nicht kennen lernen können, als der noch keinen Knacks weghatte? Wäre es dann gut gegangen oder hätte er Sirius auch irgendwann mit jemand anderen im Bett erwischen müssen? Darüber durfte er sich gar nicht beschweren. Er hatte ja Schluss gemacht, auch wenn er es nie wirklich formuliert hatte, aber…
„Draco, jetzt reiß dich doch mal zusammen“, hörte er Dean sagen und schniefte auf. Aus rotverquollenen Augen schaute er den anderen Mann an und biss sich auf die zitternde Unterlippe. Ja, er benahm sich schon wieder so unglaublich peinlich, aber bei Sirius reagierte er immer äußerst sensibel. „Leg dich hin, oder so. Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“
Draco hickste. „Aber…“
„Nein, Black ist es doch gar nicht wert“, sagte Dean und schob Draco auf die Couch in ihrer Wohnung zu. „Ich geh uns was zu essen besorgen und dann sehen wir uns die Sportschau an.“
Langsam nickend wickelte Draco sich in die Decke ein und starrte auf den Fernseher. Er kuschelte sich nach einer Weile intensiven Starrens in die Ecke des Sofas, in eine Position die unsagbar unbequem war, aber darum scherte er sich gerade kaum. Die Schemen, die er eben ausgemacht hatte, verfolgten ihn bis hinter seine Augenlider und vielleicht wollte er sie deswegen nicht mehr öffnen.
Nie wieder…

*

Seine Augen fühlten sich geschwollen an, als er sie wieder öffnete. Draco schmatzte und verzog die Mundwinkel bei dem ekligen Belag auf seiner Zunge. Um ihn herum war es dunkel, aber warm. Lächelnd kuschelte sich Draco enger an den anderen Körper und schlang einen Arm um den Nacken.
„Chéri…“, murmelte er und schmiegte sich gegen die Hand, welche sanft über seine Wange strich.
„Oh, das klingt jetzt wirklich schwul, Malfoy“, gluckste Dean.
Draco fuhr hoch und drängte sich schnell wieder in die Ecke der Couch, die Decke bis an sein Kinn ziehend errötete er. „Ha… Mh… Was…“ Verwirrt schaute er sich um und seufzte auf. Der Fernseher war aus, der Tag vorbei und die Sterne schienen hell. Einer ganz besonders…
„Geht’s dir besser? Hast du Hunger?“, fragte Dean und deutete auf den Fertigfraß, den er vorhin wohl mitgebracht hatte. „Magisch warmgehalten.“
Draco warf dem Essen einen kurzen Blick zu und schüttelte stumm den Kopf. Dean den Rücken zukehrend wollte er seine unbequeme Position wieder einnehmen. Anscheinend hatte der dumme Gryffindor ihn in eine angenehmere gezogen, aber… die hatte Draco doch gar nicht mehr verdient. Er hatte gar nichts verdient. Sein Vater hatte so Recht, wenn er sagte, sein Sohn wäre ein missratener Ausstellungsgegenstand, den man nicht einmal mehr zum halben Preis haben wollte. Selbst Sirius hatte das erkannt und der stand doch ganz unten in der Gesellschaft. Trotzdem bedeutete etwas wie Draco Malfoy ihm nichts. Rein gar nichts…
„Du solltest was essen, Draco“, sagte Dean bestimmend und grinste breit. „Bist schon so dünn.“
Draco senkte den Blick. „Ich kam nicht viel zum Essen in letzter Zeit“, krächzte er. „Das war alles so neu und anstrengend für mich.“
„Du musstest dir nie Gedanken um das gute Geld machen, oder?“ Dean rutschte wieder an Draco heran und zog ihn zu sich herum. „Vater hat dir alles vorne und hinten reingeschoben. Jetzt verstehst du vielleicht endlich mal, dass nicht nur Gold ungerecht verteilt ist. Liebe auch. Liebe besonders. Menschen, die Liebe verdient haben, bekommen sie so selten, meistens nie. Menschen wie du…“ Er umfasste Dracos Gesicht mit beiden Händen und wischte mit den Daumen die neuen Tränen von den blassen Wangen. „Ich merk das doch, Draco. Du tust so viel um Anerkennung zu bekommen und geliebt zu werden. Deswegen wollte ich dich eigentlich nicht tätowieren. Du wolltest das doch gar nicht. Du wolltest nur Black irgendwie an dich binden. Pansy hat dich vergöttert und deswegen wart ihr so lange zusammen. Das brauchst du, oder?“
Draco schniefte. „Pseudo-Psychologe.“
„Brauchst du den?“, fragte Dean leicht lächelnd und immer noch über Dracos Wangen streichelnd.
„Hör auf damit“, murmelte Draco. Über sein Herzklopfen hinweg konnte er seine heisere Stimme kaum verstehen. Er schloss die Augen und flehte sein Herz an Ruhe zu geben. Innerlich hasste er sich dafür, wie sehr er es genoss, dass Deans Hände so ein wohlig-warmes Gefühl auslösten. Merlin, er war ja nicht besser als Sirius, wenn er das hier zu ließ.
Aber er ließ es zu und Deans Lippen auf seinen fühlten sich unbeschreiblich gut an. Draco seufzte auf, bevor er den beinahe unschuldigen Kuss erwiderte, sich an dem Feuer wärmend, dass in seiner Brust aufloderte. Gerade im Moment konnte er sich nichts Besseres vorstellen. Er fühlte sich besser, gelöster und fast euphorisch, als er nicht abgestoßen wurde, weil er die Hände unter die eine Stoffschicht schob. Dean schien sich darüber sogar… ansatzweise zu freuen. Draco spürte eine leichte Gänsehaut unter seinen Fingern und zog das ärmellose Shirt über Deans Kopf, fand sich kurz darauf auf den Rücken gepresst wieder.
Einen Moment schaute Draco in die dunklen Augen, schloss seine Lider aber schnell, als er nicht wusste, was er von dem Funkeln auf Deans Iris halten sollte. Er seufzte unter den brennenden Berührungen der weichen Lippen auf seinem Hals und erschauderte, als plötzliche Kälte seine nun nackte Brust umfing. Immer verlangender fuhr Draco über Deans Rücken, während er schon zwei ungeduldige Hände an seinem Hosenbund spürte. Aufstöhnend drängte er sich der warmen Hand entgegen und grub die Finger tief in die dunkle Haut.
Er war mehr als überrascht, als nicht nur er seine Hose loswurde, sondern auch Dean. Und er war so sanft, hatte sich wahrscheinlich auch noch gemerkt, dass Draco das nicht oft gemacht hatte. Leicht errötend biss Draco sich auf die Lippe, als er behutsam geweitet wurde.
„Dean…“, keuchte er ungewollt. Dracos Lippen wurden auch prompt wieder verschlossen. Der Blonde ließ sich vollkommen fallen, konzentrierte sich nur noch auf das ausfüllende Gefühl in seiner Leistengegend und drängte sich den Fingern erregt entgegen. Enttäuscht stöhnte er auf, als Dean seine Hand zurückzog, ließ sich aber wie in Trance herumdrehen und an der Hüfte fassend, genau wissend, was für ein Schmerz gleich kommen würde.
Aber das erwartete Brennen blieb fast vollkommen aus, als Dean in ihn eindrang. Draco lächelte automatisch, bei jeder vorsichtigen Bewegung hoben sich seine Mundwinkel weiter an, bis er ein Grinsen zur Schau trug, das ihn perfekt für eine Zahnpasta-Werbung machte.
Die Hände auf der Armlehne der Couch abstemmend kam er den noch sehr sanften Stößen entgegen und musste dieses Mal keinen Anfeuerungsversuch unternehmen, damit die Bewegungen intensiver wurden.
Seinen eigenen Höhepunkt kriegte Draco gar nicht so richtig mit, dafür spürte er Deans doppelt und dreifach. Erschöpft nach vorne sackend rollte Draco sich zusammen und versteckte sich eher unter der Decke, als dass er sich hinein kuscheln würde. Er wurde den Gedanken nicht mehr los, dass er Sirius betrogen hatte, aber wahrscheinlich würde der das mit einem bellenden Lachen abtun, falls er es je erfahren würde.
Draco zuckte leicht zusammen, als Dean seine Schulter küsste, genau auf die Tätowierung.
„Dein Rücken ist die perfekte Leinwand“, sagte Dean heiser.
Schmunzelnd schüttelte Draco den Kopf.
„Oh, doch…“ Deans Finger malten ein paar Linien auf Dracos Rücken. „So weiß…“
„Ich krieg leicht einen Sonnenbrand!“, wollte Draco sich rechtfertigen. „Und dann sieht man meine Tätowierung wenigstens. Bei dir nicht.“
Dean gluckste, legte einen Arm um Dracos Oberkörper und kuschelte sich von hinten an ihn. Einen Moment wollte Draco sich gegen den festen Griff wehren, begnügte sich dann aber damit die dunklen Linien auf Deans nur ein paar Nuancen helleren Arm nachzufahren. Muskulöser als Sirius war Dean auf jeden Fall und das fühlte sich sehr ungewohnt an. Bei jeder kleinen Bewegung konnte er den sich anspannenden Muskel genau ausmachen. Also… vom Aussehen her hatte er es eigentlich nicht schlecht getroffen, voraus gesetzt er war nicht nur ein… One-Night-Stand.
Draco quietschte kurz auf, als sich ein Bein um seine schlang und er sich in einem richtigen Klammergriff wieder fand. War das jetzt noch kuscheln oder sollte er versuchen zu schlafen? Eigentlich war er ja wach…
Prompt als er die Augen schloss knurrte sein Magen. Dean fing an zu lachen, während Draco errötend die Mundwinkel verzog.
„Okay, du isst was.“
„Ich habe keinen Appetit“, wollte Draco sich rausreden, aber da hatte Dean sich schon aufgesetzt. Die Augen verdrehend tat Draco es ihm gleich und machte große Augen, als Dean ihm eine Gabel Nudeln hinhielt. „Oh, das ist nicht dein Ernst, o… Umpf!“ Damit hatte Draco auch schon die Gabel im Mund und musste sich von einem grinsenden Dean Thomas füttern lassen. Sirius hätte das nie im Leben getan.
Aber er würde auch keine Chance mehr bekommen, das Gegenteil zu beweisen…


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Helena Bonham Carter