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Fanfiction

Partners in Crime - Ein Tröpfchen zu viel von allem

von Kraehenfeder

Kapitel 42 – Ein Tröpfchen zu viel von allem

Mit einer barschen Handbewegung knallte Dean eine Schüssel auf den Tisch. Draco zuckte leicht zusammen und ignorierte die zunehmenden Aggressionen so gut er konnte. Zwar hatte Dean gesagt, er würde kochen, aber er konnte nun mal nicht kochen. Wenn er sagte, er würde das tun, meinte er, dass er Draco dabei im Weg stehen und an seinen Haaren schnüffeln würde. Draco war allerdings viel zu fertig mit den Nerven, um sich an den Herd zu stellen, wie ein Hauself, auch wenn er gerne kochte. Das alles führte dazu, dass sie sich chinesisches Essen hatten kommen lassen.
Draco führte gerade die Nudeln mit den Stäbchen zum Mund, als Dean sich ihm gegenüber auf seinen Platz fallen ließ. Er wirkte arg angefressen und Draco hatte beschlossen ihn lieber in Ruhe zu lassen. Muskelberg Thomas machte man wohl lieber nicht wütend. Draco hatte noch keine Erfahrungen damit, aber er hatte seinen Freund auf Sirius losgehen sehen und die Folgen davon…
Die fast schwarzwirkenden Augen waren allerdings so stur auf ihn gerichtet, dass Draco sich nicht auf sein Essen konzentrieren konnte. Mit einem Schnauben ließ er seine Stäbchen fallen.
„Was?“
Dean schüttelte den Kopf und wandte den Blick ab.
Draco verdrehte seufzend die Augen. „Dean…“
„Nichts.“
„Sag schon“, verlangte Draco. „Es war ein anstrengender Tag und…“
„Und du erzählst allen davon, nur mir nicht?“, platzte es jetzt doch aus Dean heraus. Er starrte stur zu der Wendeltreppe, die aufs Dach führte und verspürte sicherlich das Bedürfnis einfach rauszurennen.
„Es gibt nicht mehr zu erzählen, als das, was ich dir bereits gesagt habe.“ Draco versuchte ganz ruhig zu reden. Wenn er zu viel darüber nachdachte, dann würde ihm am Ende rausrutschen, was Lucius ihm gesagt hatte. Würde er wirklich so weit gehen, nur damit sein Sohn das Erbe antrat? Draco konnte nicht sagen, dass ihn das irgendwo auch nur ansatzweise rühren würde.
„Ich denke, da ist noch was“, sagte Dean und verschränkte die Arme hinterm Kopf, bevor er die Füße auf die Kante des Tisches legte, weiterhin die Treppe betrachtend, als sei sie aus Gold. „Und wenn es nötig ist, prügele ich es aus Black heraus. Egal, ob dir das gefällt oder nicht.“
Draco seufzte auf. „Füße vom Tisch.“
Dean gehorchte und drehte sich zu Draco herum, die Hände auf dem Tisch faltend. „Ich seh doch, das was nicht stimmt“, sagte er sanfter.
Draco fuhr fort zu essen. „Das mit Pansy…“
„Das mein ich nicht.“ Dean streckte die Hand nach Dracos aus, aber der presste ihm schnell eine Frühlingsrolle in die Finger. „Draco, wenn dich was bedrückt, dann kannst du da mit mir drüber reden. Ja?“ Dean knapperte an der Teigrolle herum und fixierte dabei seinen Mitbewohner.
„Eigentlich geht’s mir super“, sagte Draco und zwang sich zu einem Lächeln. „Jetzt wird alles gut werden.“
Den Blick einen Moment senkend schüttelte Dean den Kopf. „Close your eyes when the light is too bright. You have created your own war to fight.â€
„Bitte was?“ Draco schaute auf und schmunzelte, als Dean leicht mit den Schultern zuckte. „Das ist sogar schlechter, als was ich dichte.“ Sein Lächeln wurde zu einem Grinsen, als Dean auflachte. „Glaubst du das nicht? Es war irgendwas mit… äh… War’s nicht nur die Leidenschaft, welche dich zu mir gebracht, so war‘s das Schicksaaaal, nun verantwortlich für meine Quaaaal.“ Dean lachte auf, als Draco die Wörter langzog und vor allem, weil das Gedicht eine Qual war. „Denn du bist die ganze Welt für mich. Spürst du’s nicht? Ich lie…“ Draco stoppte und schluckte. „…be dich…“, flüsterte er und widmete sich wieder seinen gebratenen Nudeln, wobei er Deans Blick überdeutlich spürte.
„Ist doch… lustig…“, murmelte Dean. Seine Hand bahnte sich in Dracos Blickfeld, als er sich noch eine Frühlingsrolle schnappte. „Außer, du hast es ernst gemeint.“ Draco schob die Unterlippe leicht vor. „Uh… Das ist schlimm, Draco.“
„Ja, danke.“ Draco hob den Blick wieder und streckte Dean kurz die Zunge raus. „Schlimm genug, dass ich mich damit vor jemanden blamiert habe, der meine Gefühle nicht erwidert hatte.“
Ein Lächeln flackerte über Deans Gesicht und er senkte den Blick, beinahe verlegen. Draco verstand nicht warum. Dabei legte er doch gerne mal selbst jedes Wort auf die Goldwaage.
„Du hast da sicher Herzblut reingesteckt, dann bedeutet es etwas“, sagte er und räusperte sich. „Wem immer du es gewidmet hast, er oder sie kann stolz darauf sein, dass du dir so eine Mühe gemacht hast.“
„Sag’s ruhig: vergebliche Mühe!“ Draco murrte leise, als Dean herumdruckste. „Ich bin jung, ich finde mein Talent noch.“ Das Talent zu erben und wie sein Vater zu werden…
„Hast du einmal darüber nachgedacht woanders zu suchen?“, fragte Dean und schnappte sich jetzt doch Dracos Hand.
Verdutzt schaute Draco in die erwartungsvoll funkelnden Augen. „Dean?“ Er bedeutete ihm mit der freien Hand weiterzusprechen.
„Ich meine…“ Dean räusperte sich. „Also… Ach, vergiss es.“ Er grinste schief und ließ Draco blitzschnell los, um sich über die sehr kurzen Haare zu fahren. „War ne dumme Idee.“
Draco legte fragend den Kopf schief, aber Dean winkte ab. „Wenigstens hast du Ideen“, sagte er leise. „Ich… nicht.“ Dean hob skeptisch die Augenbrauen. „Ich hab nie darüber nachgedacht, was ich mal machen will und jetzt… Das Leben kann so schnell vorbei sein. Oder es geht in eine vollkommen falsche Richtung.“ Er stocherte lieblos in seinem Essen herum. „Ich hab Jahre meines Lebens verschwendet und mich darauf verlassen eines Tages wohl oder übel die Familiengeschäfte zu übernehmen. Aber… ich denke, ich will das nicht.“
„Dein Vater will es doch auch gar nicht mehr.“
Dracos Augen weiteten sich und er nickte heftig. „Ja, stimmt auch wieder.“
„Oder doch?“, hakte Dean nach.
Draco atmete tief durch. „Er hat doch nur einen Erben“, sagte er. „Ich…“ Den Kopf schüttelnd richtete er sich auf. „Ich sollte wohl einfach hoffen, diese Geschlechtskrankheit hat mich unfruchtbar gemacht, dann interessiert sich Vater auch nicht mehr für mich.“
„Wenn du sowas nicht machen willst, dann mach’s einfach nicht.“ Dean fasste ihn an der Hand, als Draco vorbeiging und zog ihn auf seinen Schoß. Beide Arme um seine Hüfte schlingend lehnte er sich gegen Dracos Schulter und ließ sich den Nacken kraulen. „Du hast doch viele Talente. Mach was daraus.“
Draco schüttelte den Kopf. „Ich hab nichts. Ich hab einfach nichts…“
„Dann finde was“, sagte Dean und hob den Kopf, lächelte Draco ermutigend zu. „Probier’s wenigstens. Es gibt so viel, dass du ausprobieren kannst. Versprich mir, dass du nicht in einer Eisdiele hocken bleibst, weil du… überleben willst.“
Die Augenbrauen hebend blinzelte Draco schnell hintereinander. „Was meinst du damit?“
„Dass wir das schon hinkriegen.“ Dean spitzte abwartend die Lippen, aber Draco klopfte ihm heftig auf den Kopf.
„Thomas, du Idiot!“ Er lachte auf. „Ich lasse mich nicht mehr aushalten. Das gehört auch zum Leben dazu. Wir sind in erster Linie Mitbewohner. Ich will meinen Teil zur Miete beitragen.“
„Und ich will dich glücklich sehen“, sagte Dean und zog Draco zu einem Kuss herunter. „Nicht so traurig wie heute.“
Draco lächelte gerührt. „Das ist so süß“, sagte er und drückte Dean noch einen Kuss auf. „Ich wünschte, ich könnte dich jetzt richtig schön…“
Dean legte ihm einen Finger auf die Lippen. „Gar nicht erst darüber nachdenken“, sagte er und schob Draco von sich herunter. „Aber wenn du nicht alleine schlafen möchtest, dann…“
„Entschuldige, Dean“, lehnte Draco ab. „Ich würde gerne… etwas allein sein.“
Dean nickte. „Versteh ich.“ Er legte eine Hand in Dracos Nacken und küsste ihn noch einmal kurz. „Hab mir morgen früh für dich freigeschaufelt“, sagte er und Draco grinste. „Schlaf dich also aus. Ich wecke dich.“

***

Die Hände fest miteinander verknotet schlenderten Draco und Dean durch den Krankenhausflur und zankten sich gerade darüber, wo Zimmer 23a war, als Cedric Diggory um die Ecke hastete und prompt gegen sie knallte. Er landete hart auf dem Boden, während Draco an Dean gezogen und so vor einem Fall bewahrt wurde.
„Entschuldigung“, murmelte Cedric und richtete sich auf, sammelte seine Akten auf. „Ich hab einen schlechten Tag. Kommt gleich mit.“ Er winkte die beiden hinter sich her und führte sie in das richtige Zimmer. „Wartet noch einen Moment, ich muss die hier zur Aufnahme bringen.“ Er umklammerte seine Akten fester und war schneller weg, als Draco überhaupt den Mund aufmachen konnte.
„Er scheint wirklich einen schlechten Tag zu haben“, sagte Draco und schaute dem Heiler nach.
Dean schob sich schnell in sein Blickfeld. „Du weißt, dass er nicht auf Männer steht, oder?“ Sein Blick war fest und die Mundwinkel wanderten gerade leicht herunter.
„Äh…“ Draco legte eine Hand auf Deans Bauch und klammerte sich an dem grauen Mantel fest. „Ich komm nicht ganz mit.“
„Ist auch nicht wichtig.“ Dean streckte die Hand zum Türknopf aus, als Draco ihn am Handgelenk packte.
„Du bist nicht eifersüchtig auf… Cedric Diggory, oder?“, gluckste er.
Dean rollte mit den Augen. „Ich will nur nicht, dass du dir falsche Hoffnungen machst. Egal wie aufgeschlossen unsere Gesellschaft inzwischen ist, nicht jeder findet es schön, wenn ein Kerl sich an ihn ranmacht.“
Draco öffnete stumm den Mund, bevor er auflachte. „Also, hör mal… Du bist mein Freund, ich mach mir bei niemand anderen Hoffnungen. Und wenn, dann würde ich sicher keine Probleme damit haben nen Kerl wie Diggory rumzukriegen.“ Er stupste Dean an. „Sowas darfst du mir nicht sagen, Dean.“
„Bei Black hab ich auch Rücksicht genommen, so gut ich konnte. Ich werde dich nie zwingen bei mir zu bleiben, wenn du für jemand anderen Gefühle hast“, sagte Dean und umfasste Dracos Gesicht. „Ich will, dass du das weißt und auch berücksichtigst. Als ich damals mit Gi… Eine meiner Freundinnen hat gedacht, sie könne mich nicht wegen jemand anderen verlassen und so alles nur schlimmer gemacht. Tu mir das dann nicht an.“
„Dean…“ Draco seufzte auf.
„Ich will nur, dass du das weißt“, sagte Dean grinsend. „Ich werde auch immer für dich da sein, verstanden?“
Die Arme um Dean werfend presste Draco sich an ihn. „Das bedeutet mir sehr viel, Dean Thomas, du Vollidiot“, raunte er. „Und du kannst dir sicher sein, dass ich nicht zulassen werde, dass irgendjemand dein Leben zerstört.“
Dean wollte gerade die sehr plötzliche Umarmung erwidern, als ein Räuspern sie auseinanderfahren ließ.
„Ihr solltet doch schon reingehen“, sagte Cedric und drängte sich zwischen den beiden hindurch. „Damit meinte ich auch freimachen und… nicht rumknutschen. Jetzt kommt bitte.“ Er winkte sie hinter sich her und gab so den Blick auf Sirius frei, der Beine schaukelnd auf einem Bett hockte.
„Ach, du…“ Draco schlug entsetzt die Hände vor den Mund und starrte mit großen Augen auf Sirius‘ Hinterkopf. Langsam drehte Sirius sich zu ihm um und strich sich über den löchrigen, sehr kurzen Haarschopf.
„Morgen“, grüßte er und legte den Kopf schief. „Was denn?“
„Sirius, was…“ Draco konnte nicht fassen, was er da sah. Sein Siri total verunstaltet! Wer hatte so grausam sein können und ihn derartig zurichten können? Sirius‘ wunderschöne schwarze Haarmähne war verschwunden. Nun, eher gesagt lag sie dort hinter einem Vorhang auf dem Boden und wahrscheinlich im Waschbecken. Also… „Das hast du doch nicht selber getan, oder?“
Sirius tat ganz verwundert. „Was meinst du?“
„Stell dich nicht so blöd, Black“, murrte Dean. „Er meint deine Matte.“
„Oh, ich wusste du warst neidisch, Thomas. Du kannst dir aus den Überresten gerne Extensions machen lassen“, sagte Sirius süßlich. „Immerhin wächst da bei dir kaum etwas.“
„Bitte, keine Streitereien“, drang Cedrics verkrampft freundliche Stimme zu ihnen. „Ich mach das hier schon weg.“
Sirius zog die Augenbrauen zusammen und wandte den Blick wieder nach vorne. „Gibt es dafür nicht Putzfrauen.“
„Draco, setzt du dich bitte?“, ignorierte Cedric ihn einfach.
„Wir wollen ein anderes Zimmer“, sagte Dean bestimmt. „Black hat kein Recht hier zu sein.“
Cedric trat seufzend hinter dem Vorhang hervor, eine Hand tief in der Tasche verborgen, was Sirius skeptisch musterte. Draco vermutete leichte Paranoia nach dem Entzug. Sirius schien nicht ganz bei sich zu sein…
„Ich dachte, du könntest vielleicht damit leben, Draco. Wir sind vollkommen überfüllt. Der Unfall gestern hat eine Menge Verletzte und Menschenleben gekostet, nicht nur deine Verlobte.“
„Ex-Verlobte“, sagte Draco leise und setzte sich auf einen Stuhl. „Es stört mich nicht. Wir haben ja auch das Gleiche.“ Er knöpfte sich den schwarzen Mantel auf und reichte ihn Dean, der Sirius scharfe Blicke zu warf, als der es sich nicht nehmen ließ zu spannen.
„Danke dir.“ Cedric fuhr sich durch die Haare und zog sich einen Stuhl zu Draco.
„Du siehst gestresst aus“, murmelte Draco, zog sich auch noch Pullover und Unterhemd aus, wofür er eine ganze Weile brauchte. Er straffte die Schultern und ließ sich abtasten.
„Mach dir um mich mal keine Sorgen.“ Cedric schenkte ihm ein kurzes Lächeln, bevor er sich wieder Dracos Oberkörper widmete. Draco schluckte leicht und beobachtete die schlanken Finger, die gezielt Stellen auf seinem Bauch abtasteten. Seine Atmung beschleunigte sich leicht und er hob schnell den Blick, um sich auf etwas anderes als seinen schnellen Herzschlag zu konzentrieren.
Allerdings traf sein Blick genau auf Sirius‘ und er musste erneut schlucken. Die grauen Augen wirkten trüb und trauriger, als jemals zu vor. Sirius hielt seinen Blick fest und befeuchtete sich recht langsam die Oberlippe. Draco musste daran denken, wie Sirius ihn gestern Nacht im Arm gehalten hatte, musste an die Zunge denken, die so plötzlich über sein Ohr gestrichen hatte und vor allem an die großen Hände, die ihm immer noch ein absurdes Gefühl von Schutz vermittelten. Was war das nur mit Sirius und ihm? Er hatte ihn doch immer loswerden wollen und dann konnte er ihn plötzlich nicht mehr gehen lassen? Nein, das passte nicht. Sirius wollte nur, was er nicht haben konnte und Draco würde ihm nicht geben, was er wollte.
Er wandte den Blick ab und lächelte Dean zu, der verflucht niedlich aussah, wie er versuchte unbemerkt an Dracos Ärmel zu schnuppern. Dabei konnte er doch gleich wieder das Original im Arm halten.
„Die Wunden von gestern sind nicht mehr zu sehen. Hattest du noch Schmerzen?“, meldete Cedric sich wieder zu Wort. Draco schüttelte den Kopf. „Gut, dann kannst du dich auch schon wieder anziehen.“ Wie immer freundlich lächelnd nahm Cedric die Hände von Dracos Oberkörper, der sich daraufhin wieder etwas abkühlte, und drehte sich auf dem Drehstuhl herum. „Das hier ist der Trank.“
Draco nickte leicht und nahm Cedric eine mit leuchtendgrüner Flüssigkeit gefüllte Phiole aus der Hand. „Reicht einmal?“
„Bei dir auf jeden Fall“, sagte Cedric lächelnd. „Bei Black bin ich mir nicht so sicher. Er verweigert auch jede Untersuchung.“
„Moment!“, schaltete Sirius sich ein. „Ich lass mir von jemanden wie dir auch nicht da unten rumfingern! Wer will das denn?“
Draco errötete. Vielleicht lag es daran, dass er sich manchmal so komisch fühlte, wenn Cedric ihn berührte. Er hatte sich damals nicht wirklich dafür interessiert, dass Cedric seine Hände an Orten gehabt hatte, die nicht einmal Sirius so intensiv erkundet hatte. Immerhin geschah das unter einer nicht sehr intimen, geschweige denn erotischen Atmosphäre.
„Nun, ja…“ Cedric räusperte sich. „Das ist wohl… Geschmackssache.“ Er lächelte Draco zu, bevor er sich umdrehte und Sirius ebenfalls eine Phiole geben wollte. Der rührte sie allerdings nicht an und starrte Draco beinahe wütend an, vielleicht wollte er auch lieber den besser gelungenen Trank haben, denn seine Flüssigkeit sah etwas aus wie… schlammiges Wasser.
„Hier…“ Dean hielt ihm sein Unterhemd hin, aber Draco bemerkte das nicht. Seine Augen waren auf den Rücken seines Heilers gerichtet, saugten jedes Detail auf. Cedrics Körper war merklich schlanker, als der von Sirius oder Dean und die Uniform des St. Mungos betonte die typische Sucherfigur auch noch. Draco fragte sich, wie sich dieser Körper wohl anfühlen würde. Seine Gedanken wanderten zu rotgeschwollenen Lippen, die seinen Namen flüstern würden und vielleicht sogar andere Wörter.
„Draco?“
Angesprochener schreckte hoch und nahm Dean seine Klamotten wortlos ab, wurde hochrot. Was dachte er hier nur? Er wollte nicht mit Cedric ins Bett. Er war nicht so jemand, wie… wie Sirius! Um ihn musste man sich bemühen. Er hatte es verdient, dass man voller Leidenschaft um ihn kämpfte und sich bei der Belohnung vollkommen verausgabte. Und jemand, der so hetero wie Cedric war, würde er sich ja bemühen müssen. Niemals… Er war nur zu lange jungfräulich gewesen und wollte das jetzt nachholen. Sirius schien nie wirklich angetan von ihrem Liebesleben gewesen zu sein, wenn es freiwillig geschehen war und mit Dean hatte er noch nicht viel Erfahrung gesammelt.
„Alles okay?“, fragte Dean ihn und strich das weißblonde Haar aus Dracos Stirn. „Du glühst ja!“
Cedric wirbelte herum und auch Sirius richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf den jungen Mann, der einfach nur ein triebgesteuerter Teenager war. Nicht krank, nicht verliebt, nichts.
„Lass mich mal…“ Cedric schob Dean beiseite und legte die Hand auf Dracos Stirn, die prompt glühendheiß wurde. Er erstarrte, als Cedric ihm den Pony wegstrich und seine Stirn gegen Dracos presste. Ihre Nasenspitzen berührten sich, die leicht geöffneten Lippen nur wenige Millimeter voneinander entfernt und die Augen fest aufeinander gerichtet. Alles nur einen Sekundenbruchteil, aber trotzdem zu lang.
„Ah!“ Draco wich aufkeuchend zurück und presste sich wie ein ängstliches Kaninchen gegen die Wand, ließ sich von den drei Männern im Raum verwirrt mustern. „Da-Das wird mir zu viel!“, rief er, presste sich die Hände auf die heißen Wangen und stürmte aus dem Raum. Er konnte nicht mal sagen, wer ihn da zurückrief. Wahrscheinlich alle drei.
Draco hastete mit geschlossenen Augen den Korridor entlang und rannte glücklicherweise nur gegen eine Wand. Noch ein Mann würde ihm jetzt den Rest geben. Hart auf den Boden plumpsend versuchte er zu Atem zu kommen und presste die Hände auf sein Gesicht. Er verstand einfach nicht, was mit ihm los war und wünschte sich im Moment nichts sehnlicher, als seine alte Zeit mit Pansy zurück. Damals war alles noch einfach gewesen. Er hatte in den Tag hineingelebt und sicher auch Spaß gehabt. Immerhin hatte er mehr Gold am Tag zur Verfügung gehabt, als ein Weasley im Monat. Warum eigentlich nicht in dieses Leben zurückkehren? Keine Sorgen. Nicht für ihn, für niemanden…
Er würde einfach Pansy um Verzeihung bitten und…
Draco ließ die Hände sinken und starrte die Wand an. „Oh…“ Er schüttelte den Kopf. Es war seine Schuld, was mit Pansy passiert war. Nur seine. Sie hatte ihm viel bedeutet und er konnte schwer realisieren, dass ihre nervige Stimme nie wieder seine Ohren zum Klingeln bringen sollte. Warum starben plötzlich so viele Menschen in seiner Umgebung? Terry… Pansy… Wen würde es als nächsten erwischen? Wirklich Dean, wie Vater es ihm angedroht hatte? Oder Cedric? Bedeutete Cedric ihm überhaupt etwas? Und… das Schlimmste von allem… Sirius. Was würde er Sirius antun? Er war so labil im Moment und durfte sich nicht von sowas den Kopf vernebeln lassen. Und Sirius würde sich hundertprozentig wieder in ein Pseudo-Abenteuer stürzen, wenn er glaubte, dass Lucius Malfoy etwas vorhatte. Dabei wollte doch nur ein Vater seinen Sohn wiederhaben.
„Steh bitte auf.“ Jemand fasste ihn an den Schultern und zog ihn hoch, drückte ihn sofort an sich.
Draco erkannte den Geruch, spürte den unbekannten Körper und die weichen Haarspitzen. Von allen dreien ausgerechnet der?
„Ich weiß, es ist hart für dich, aber versuch das nicht zu verstecken“, sagte Cedric behutsam. „Du kannst mit mir reden. Wir sind doch Freunde, oder?“
Draco kniff die Augen fast schmerzhaft fest zusammen. Oh, ja… Freunde. Er war ein toller Freund, wenn er eine gutgemeinte Umarmung ausnutzte um Nähe zu suchen.
„Warum passiert immer mir so eine Scheiße?“, keuchte Draco und drückte den anderen weg, prallte mit dem Rücken gegen die Wand. Er schaute auf den Boden und umklammerte sich selbst. „Ich will das alles nicht…“
„Draco, wir sollten zurückgehen, bevor Dean und Black sich die Köpfe einschlagen.“ Cedric schenkte ihm das typische, freundliche Lächeln.
„Warum kommst du mir nach?“, fragte Draco und fixierte sich wieder auf den Boden. „Warum nicht Dean?“
„Weil ich der für dich zuständige Heiler bin und in solche Situationen besser…“
„Lüg mich nicht an“, zischte Draco.
Cedric blieb einen Moment stumm. „Möchtest du ernsthaft, dass ich Dean hole?“
Draco knallte den Hinterkopf mit voller Wucht gegen die Wand. „Vater wird das nicht tun, oder? Er wird nicht Deans… Karriere zerstören… oder seiner Familie was tun, oder?“ Er suchte Cedrics Blick, fand darin aber keine Erleichterung, weshalb er die Augen zusammenkniff.
„Ich hab nicht alles mitbekommen, was dein Vater dir gesagt hat, Draco“, sagte Cedric mild. „Aber er scheint zu allem entschlossen.“
Draco biss sich auf die plötzlich zitternde Unterlippe und sank zu Boden, zog die Knie an und schlang die Arme um die Beine. „Wenn ihm meinetwegen was passiert, dann kann ich mir das nicht verzeihen. Er war so gut zu mir. Er… ist doch der einzige Grund, warum ich mich nicht in den Schnee gelegt hab in der Hoffnung zu erfrieren. Dean und ich… wir haben wenigstens eine Zukunft, anders als es je mit Sirius war. Ich will das nicht aufgeben.“
Anhand der zunehmenden Wärme spürte Draco auch mit geschlossenen Augen, wie Cedric viel zu nah kam. „Du kannst auch mit jemanden eine Zukunft haben, den dein Vater akzeptieren würde“, sagte er und legte eine Hand auf Dracos Schulter. „Eine Frau.“
„Ich will aber keine Frau!“, fauchte Draco und rückte weg. „Ich will jemanden, der mich hält, wenn es mir schlecht geht. Jemand, der mich beschützt. Einen Mann. Und keiner ist der Richtige. Sirius tut nur stark, er ist es nicht… Dean ist einfach abgehärtet. Er erzählt mir nicht, was er durchgemacht hat und ich trau mich nach Sirius nicht mehr zu fragen. Ich… ich bin so kaputt. Ich will nur noch schlafen.“
„Pscht…“ Cedric tätschelte ihm die Schulter. „Das ist nur im Moment so viel, Draco. Du brauchst mal eine Pause von Liebes- und Familiengeschichten. Zumindest mal eine ruhige Nacht. Ich kann dir was verschreiben.“
„Das ist doch keine Lösung für meine Probleme“, presste Draco hervor. Tränen brannten in seinen Augenwinkeln und bahnten sich langsam den Weg über seine blassen Wangen.
„Die kommt mit der Zeit“, sagte Cedric. „Du musst das erstmal verdauen. Niemand wird dir abkaufen, dass du eine Vergewaltigung, ausgerechnet von dem Menschen, den du geliebt hast, so schnell verkraftest. Was Black dir angetan hat, das hat Narben hinterlassen. Narben verschwinden niemals, das weißt du, sonst hättest du dir nicht solche Sorgen gemacht, dass du welche auf deiner Haut hast.“ Die Finger, die Draco zu hassen begann, strichen ihm die Tränen aus den Augenwinkeln. „Sie brechen wieder und wieder auf… bis du irgendwann an ihnen zu Bruch gehst. Willst du das?“
„Ich weiß nicht was ich will“, hauchte Draco.
„Du musst dich lösen, Draco. Von Black“, sagte Cedric. „Ihr habt den Punkt überschritten an dem noch alles gut werden könnte. Du tust ihm nicht mehr gut und er dir nicht. Letzteres ist meine größte Sorge. Ich will nicht, dass du an alten Wunden stirbst.“
Draco presste die Stirn gegen die Knie und ließ seinen Tränen so ungesehen freien Lauf. „Muss ich das mit Dean beenden? Gibt es keine andere Möglichkeit?“
„Wenn ich das richtig verstanden hab, wird er dich nicht hassen.“
„Aber…“ Draco schüttelte den Kopf. „Ich kann das jetzt nicht. Allein sein, meine ich. Das konnte ich nie. Ich hatte immer viele Leute um mich und in den letzten Jahren war ich nie Single. Merlin, ich bin es nicht mehr gewohnt alleine zu leben…“
Cedric sagte nichts mehr, legte den Arm aber ganz um Draco und streichelte ihm behutsam über den Oberarm.
„Musst du jetzt nicht sagen, dass ich nicht alleine sein brauche?“, fragte Draco, drehte den Kopf leicht und warf Cedric eher ungewollt einen hoffnungsvollen Blick zu. Einen Moment sahen sie sich an, dann wandte Cedric sich ab und Draco schaute auf den Boden. „Versteh schon.“ Er machte sich los und rappelte sich hastig auf.
„Draco, warte bitte…“ Cedric fasste ihn am Arm, aber Draco riss sich los und schaute nicht noch einmal zurück.
So schnell er konnte hastete er zurück zu dem Krankenzimmer, stürmte hinein und knallte mit voller Wucht gegen eine breite Brust. Er wurde an den Schultern gefasst und zurückgeschoben. Die Finger, die sich unter sein Kinn legten um es anzuheben rochen leicht nach Rauch, was in Dracos Nase brannte.
„Was ist los?“, fragte Sirius ihn. Draco musterte das blasse Gesicht verstört. Diese Haare… Schrecklich. „Warum weinst du?“ Sirius wirkte merkwürdig ruhig und kontrolliert.
„Wo ist Dean?“ Damit verhärteten Sirius‘ Züge sich kurz, aber er setzte schnell ein freundliches Lächeln auf.
„Er wollte dich suchen. Die Sehnsucht überkam ihn.“
Dracos Unterlippe begann erneut zu zittern. Er warf sich nach vorne und drückte sich gegen die vertraute Brust. „Komplette Scheiße“, schluchzte er und krallte sich verzweifelt fest. „Alles komplette Scheiße.“ Sirius machte keine Anstalten die Arme um ihn zu legen und räusperte beinahe verlegen. Draco war nah dran deswegen zu weinen. Was war denn plötzlich mit allen los? Warum drehten die so am Rad?
„Du… solltest diesen Trank nehmen“, sagte Sirius heiser. „Und dann wird alles wieder gut.“
Dracos Kopf schoss hoch und er starrte Sirius entgeistert an. „Gut werden? Es wird nie wieder gut“, sagte er und schüttelte den Kopf. „Ich hab alles kaputt gemacht, Sirius.“ Seine Hand zitterte, als er sie auf Sirius‘ früher so vollen Haarschopf legte. „Es tut mir so Leid…“
Sirius‘ Augen weiteten sich verblüfft. Er öffnete die aufgerissenen Lippen leicht, aber kein Wort entwich ihm. Stattdessen griff er Dracos Handgelenk und zog die Hand von seinem Kopf, drückte einen trockenen Kuss auf die blassen Fingerknöchel. Die früher so weichen Lippen kratzten wie Schmirgelpapier auf Dracos empfindlicher Haut, trotzdem wollte er sie genau da haben. Sirius mochte nicht mehr so gut aussehen, wie Cedric und das gewisse Etwas, das Dean noch besaß, hatte er auch irgendwo verloren, aber er war genau, was Draco jetzt wollte: das Messer an seiner Pulsader.
Sirius hob den Blick, als Draco sich leicht vorlehnte. Langsam hob er die Hand und legte sie auf Dracos Wange, strich sanft darüber, bevor er mit den Fingern die Konturen der schmalen Lippen fuhr. Seine Haut fühlte sich rau an und der Geruch der Zigarette, die Sirius gerade erst geraucht haben musste, ließ Dracos Magen sich zusammenziehen. Trotzdem streckte er sich leicht um auf eine Höhe mit Sirius zu kommen.
„Hör auf damit“, bat Sirius und zog die Hand weg.
Draco verharrte in seiner Position. „Wieso?“
„Du willst das nicht.“
„Ich will“, widersprach Draco und legte die Hände auf Sirius‘ Brust, ließ sie langsam nach unten fahren. „Ich will, dass mir wehgetan wird. Das hab ich verdient. Niemand tut mir besser weh, als du.“ Seine Hand blieb zwischen Sirius‘ Beinen liegen und der Ältere keuchte, was Dracos Mundwinkel leicht herunter wandern ließ. „Dich Bastard macht das doch an. Mach einfach, Sirius. Keiner wird es merken. Wir teilen doch dieselbe Krankheit. Hältst du es solange überhaupt ohne Sex aus?“
Sirius kniff die Augen zusammen. „Hör auf.“
„Du bist so fertig…“ Draco schob seine Hand wieder höher, unter Sirius‘ Hemd. „Einen wie mich kriegst du nie wieder, wenn das so weitergeht. Nutze die Chance. Wir machen’s wo immer du willst. Ich schreie auch nicht. Das magst du ja nicht…“
„Draco?“
„Du kannst auch James sagen, wenn du willst“, murmelte Draco und biss die Zähne aufeinander, als Sirius seine Hand zu fest drückte. „Oder Delilah… Was immer du willst.“
„Lass das.“ Sirius packte Dracos Handgelenke und schob ihn weg von sich. „Sag mir lieber, was los ist.“
Tränen sammelten sich in Dracos Augen. „Es ist deine Schuld“, murmelte er. „Es ist deine Schuld, dass sie tot ist. Weil ich sie deinetwegen verlassen habe. Terry ist doch auch nur deinetwegen tot.“
Sirius schüttelte den Kopf. „Nein.“
„Doch!“
„Nein, verdammt!“ Mit voller Wucht rammte Sirius Draco gegen die Wand. „Das ist nicht wahr!“
Draco wand sich leicht, konnte sich aber nicht losmachen. „So schnell wirst du wieder der Alte, Sirius?“, fragte er merkwürdig ruhig. „Kann ich das auch?“
„Hör auf, Draco. Ich lass das nicht zu.“ Sirius drängte ihn dichter gegen die Wand. „Du endest nicht wie Harry.“
„Ich will nur, dass alles wieder wie früher wird“, murmelte Draco, den Blick beinahe apathisch nach vorne gerichtet. „Lass mich spüren, dass alles wie früher ist, Sirius. Schlag mich.“ Er schloss die Augen und wartete ab. „Schlag mich, wie du es früher getan hast.“
„Jetzt werd wieder vernünftig, Draco!“ Sirius schüttelte ihn leicht, aber Draco merkte das kaum. „Du redest wirre Scheiße.“
Draco lächelte leicht. „Du hast zwar Haare, aber keine Frisur mehr…“, hauchte er und sank wieder zu Boden. Sirius‘ Stimme drang nicht mehr zu ihm durch. Er starrte einfach noch vorne, während stumme Tränen über seine Wangen rannen.


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