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Fanfiction

Partners in Crime - Das Licht wirft die Schatten

von Kraehenfeder

Kapitel 41 – Das Licht wirft die Schatten

„Draco, oh Merlin, Draco!“
Sirius starrte entsetzt auf die beiden blutenden Körper vor ihm. Für ein paar Sekunden lang schien die Welt einfach still zu stehen, dann erwachte Remus neben ihm aus seiner Starre.
„Wir müssen sie ins Schlafzimmer bringen“, befahl er und Sirius dachte keine Sekunde daran, nicht zu gehorchen. Alle Müdigkeit, alle Apathie war mit einem Mal wie weggeblasen. Synchron zückten die beiden ihre Zauberstäbe und ließen Draco und Cedric schweben.
Da Diggory scheinbar nicht bei Bewusstsein war und sich auch Draco nicht rührte, hatten sie die beiden innerhalb von einer Minute auf dem großen Doppelbett untergebracht, dessen weiße Seidenlaken sich jetzt erschreckend schnell rot färbten.
„Die Redaktion der Hexenwoche... Feuer. Pansy“, brachte Draco hervor und hustete gequält. Sirius eilte zu ihm.
„Nicht reden, pscht. Du brauchst nicht reden.“ Er warf Remus einen Blick zu, der immer noch fassunglos am Bett Ende stand.
„Ich muss einen Heiler holen und zum Ministerium. Sirius, du...“
„Mach schon“, blaffte Sirius. „Ich weiß, was ich zu tun habe.“ In der Erinnerung an ihr Gespräch, das noch keine fünfzehn Minuten zurück lag, konnte er das Zögern seines Freundes verstehen. Trotzdem verletzte es ihn.
Remus warf ihm einen prüfenden Blick zu, ehe er mit einem lauten Knall apparierte. Beinahe sofort drehte sich Sirius wieder zu Draco um, der sich versuchte auf dem Bett aufzurichten und zu Diggory zu drehen.
„Was ist mit Cedric?“, fragte Draco mit hoher Stimme. „Geht es ihm gut?“
„Sht, du musst liegen bleiben, okay?“ Sirius drückte Draco vorsichtig an der unverletzten Schultern auf das Bett und musste mit ansehen, wie Draco das Gesicht verzog. Überall in seiner wunderbaren Haut steckten kleine Glassplitter, überzogen sie mit einem feinen Muster aus Blut.
„Aber Cedric...“
Sirius ging um das Bett herum. Diggory rührte sich noch immer nicht, aber er atmete regelmäßig. „Es geht ihm gut, Draco. Er ist nur zu fest irgendwo aufgekommen. Ein Heiler ist unterwegs.“
Kurze Stille kehrte ein, ehe Draco plötzlich laut aufschluchzte. Sirius stand einen Moment hilflos da, dann kehrte er zu Dracos Bettseite zurück, ließ sich vorsichtig darauf sinken und zog den blonden Jungen noch vorsichtiger in seine Arme.
Unter Stottern erzählte Draco, wie sie das Gebäude hatten explodieren sehen und Cedric unter der Druckwelle die Kontrolle über das Auto verloren hatte. Er bermerkte die tödlichen Blicke nicht, die Sirius dabei zu Diggory warf.
„Ist ja gut, Draco.“ Er strich Draco vorsichtig über das Haar, bemüht, ihm nicht unnötig weh zu tun und fragte sich, welche Überraschungen dieser Tag noch bereit halten würde. War es momentan so Mode, dass man von einem Extrem ins Andere fiel und sein Adrenalinpegel nun plötzlich wieder hochgedrückt wurde?
In diesem Moment klingelte es. Sirius murmelte Draco noch ein paar beschwichtigende Worte zu und erhob sich dann. Sicherheitshalber griff er nach seinem Zauberstab, als er sich im Spiegel – unbewaffnet, blass, übernächtigt – zur Tür eilen sah. Man konnte nie wissen.
Doch dieses seltsame Guckloch in Diggorys Wohnungstür offenbarte ihm einen Heiler des St. Mungos. Nicht nur das. Scheinbar hatte der Heiler aus Harrys Station heute Notdienst, Christopher irgendwas. Der hochgewachsene, schlaksige Mann trat wortlos ein.
„Mr Black“, meinte er schließlich. „Merlin, was ist heute Nacht nur los?“
„Kommen Sie mit“, sagte Sirius im Befehlston, ohne auf diese gemurmelte, wohl eher rhetorische Frage einzugehen. Er führte den Mann in das Schlafzimmer, wo er nach Luft schnappend stehen blieb.
„Wie ist das denn passiert?“
„Das...“
„... geht Sie nichts an, Christopher“, ließ sich Diggory mit brüchiger Stimme vom Bett vernehmen.
„Cedric? Mr Malfoy?“ Seinem Kollegen schien erst jetzt richtig bewusst zu werden, wer dort vor ihm im Bett lag. „Was bei allen...“
„Christopher, bitte.“ Diggory schien also aus der Bewusstlosigkeit erwacht und klang wirklich bemitleidenswert.
„Natürlich, natürlich.“ Der andere Mann blickte zwischen den beiden hin und her. „Wen von Ihnen hat es denn schlimmer erwischt?“
„Ihn“, kam es gleichzeitig von Draco und Cedric.
Der Heiler seufzte und wandte sich nach kurzen Zögern Cedric zu. Dieser protestierte zwar heftig, aber Christopher ließ sich sogar zu einer Erklärung herab.
„Mit ein paar Zaubern kann ich das hier beheben und dann wirst du dich um Mr Malfoy kümmern. Ich muss hier so schnell wieder weg, wie es geht. Die Redaktion der Hexenwoche ist in Flammen aufgegangen. Das Ministerium steht Kopf.“ Diggorys rote Wangen ignorierend befreite er ihn mit einem Schlenker von den Resten seiner verrußten und blutbeschmierten Klamotten.
„Wäre das nicht absolut unmöglch, dann würde ich die Todesser dafür verantwortlich machen.“
Sirius runzelte die Stirn, als er sah, wie Diggory und Draco bei diesen Worten einen Blick tauschten. Die wussten doch etwas!
Der Heiler murmelte ein paar Sprüche vor sich her. „Danken Sie Merlin, Cedric, dass Sie sich nichts gebrochen haben.“ Trotzdem schien die Prozedur, die Diggory ertragen musste, nicht unbedingt angenehm. Sirius konnte nicht gerade sagen, dass ihm das Leid tat. Der Kerl war ihm einfach unsymphatisch. Nur Draco, ja, der tat ihm leid. Aus Reflex strich er über die blassen Wangen, erntete von Draco dafür einen überraschten und von Cedric einen warnenden Blick.
Christopher Nachname-Unbekannt war zu sehr damit beschäftigt, Diggorys linkes Bein fest nach unten zu drücken, während dieser gerade wieder schmerzerfüllt aufwimmerte. Draco streckte eine Hand nach der seinen aus und Sirius musste zähneknirschend beobachten, wie sich die beiden Hände ineinander verschränkten. Dennoch erinnerte er sich an seinen Vorsatz und schwieg.
„So“, kam es schließlich von Diggorys Kollege. „Wieder fit?“
Cedric setzte sich auf, streckte sich kurz und nickte. „Ich fühle mich zwar nicht gerade wie neugeboren, aber es passt. Danke, Christopher.“
„Ruhen Sie sich aus sobald du kannst, okay? Es tut mir leid, dass ich schon gehen muss. Ich mache das ungern. Aber ich weiß, dass Sie das hinkriegen, Cedric. Die brauchen mich da... Es gibt üble Geschichten über“, er senkte die Stimme ein Stück, „Mordopfer.“
Draco wurde bleich genug um Sirius aufmerksam zu machen. „Mordopfer?“, hakte er nach.
Christopher räusperte sich. „Eine gewisse Miss Parkinson soll... nun ja. Sie soll eines nicht angenehmen Todes gestorben sein. Was ist mit euch? Ward ihr dabei?“
„Wir wollten gerade aus dem Auto aussteigen, als alles explodiert ist und endgültig in Flammen aufging“, erklärte Diggory. Sirius stutzte. Dracos Geschichte hatte vorhin doch noch ein bisschen anders geklungen. Und eben jener war bei der Erwähnung von Pansy blass geworden. Sirius legte ihm beruhigend eine Hand auf die Wange.
„Mr Black?“, fügte Christopher noch hinzu, schon halb zur Tür draußen.
„Was?“
„Ich weiß, dass Sie es nicht hören wollen, aber Sie sehen auch nicht sehr gesund aus – wenn sich das Chaos gelegt hat, sollten Sie mal mit einem Arzt reden, wegen ihrer Schlafstörungen.“
Damit fiel die Schlafzimmertür zu und Schritte entfernten sich. „Idiot“, murmelte Sirius.
„Wäre es dir lieber, er wüsste, dass du eine nette kleine Geschlechtskrankheit mit dir rumschleppst?“
„Diggory, sei still und hilf lieber Draco.“
Die beiden Männer lieferten sich ein kurzes Blickgefecht, das von Draco unterbrochen worden war, der schmerzhaft die Luft einzog.
„Verdammt, Draco...“, murmelte Diggory und betrachtete besagten einen Moment.
„Black, setz dich hinter ihn aufs Bett und versuch ihn zu abzustützen, dass die Stellen, die voller Glassplitter sind, möglichst frei sind.“
„Cedric, ich weiß nicht...“
„Das muss sein, Draco. Ich kann dich schlecht mit diesem netten Christbaumschmuck in der Haut herumlaufen lassen?“
„Aber...“
„Versuch dich zu entspannen, Draco“, murmelte Sirius hinter ihm und tat wie Diggory geheißen. Wenn er Draco damit helfen konnte.
Diggory zog währenddessen die Decke weg, die Draco halb über sich ausgebreitet hatte.
„Leg deinen Arm um seine Hüfte, Black.“
Draco und Sirius rutschten ein bisschen hin und her, bis Draco mit seiner unversehrtesten Seite gegen Sirius' Oberkörper lehnte und den Kopf an seine Schulter legte.
Diggory hatte währenddessen irgendwelche Schüsseln und Lappen zusammen getragen.
„Gibt das Narben?“, entfuhr es Draco plötzlich beunruhigt.
„Nein“, beschwichtigte ihn Diggory. „Das ist nicht das Problem.“
„Was ist dann das Problem?“
„Das wird nicht ganz angenehm, wie du dir vielleicht denken kannst.“
„Macht nichts. Ich bin Schmerzen gewöhnt.“
Draco hatte es nur dahin gesagt, aber Sirius versteifte sich augenblicklich, als er so brutal an... all das Vergangene erinnert wurde. Erst dabei verstand Draco wohl, was er gesagt hatte und stieß ein leises: „Oh“ aus.
Er schien gerade noch etwas hinzufügen zu wollen, als Diggory sich räusperte und das Gespräch so im Keim erstickte. Sirius wusste nicht, ob er ihm dankbar sein sollte.
Der einstige Hufflepuff murmelte einen Spruch und im nächsten Moment stieß Draco ein leises Wimmern aus. Sirius zog ihn automatisch fester an sich.
„Das brennt höllisch“, stieß Draco erstickt aus und Sirius spürte etwas verdutzt, wie sich das blasse Gesicht gegen seine Schultern drückte und Dracos Zähne sich in seine Haut verbissen.
„Denk an was schönes...“, murmelte Sirius neben Dracos Ohr und konnte nicht widerstehen, kurz darüber zu lecken.
Der Blonde quiekte auf und Cedric warf ihnen einen skeptischen Blick zu. „Du wirst mir aber nicht ohnmächtig werden, oder, Draco?“
Dieser murmelte etwas gegen Sirius Schulter, das Diggory als verneinde Antwrt auffasste und kurz darauf damit fort fuhr, durch einen Zauber die Scherben und Splitter nacheinander aus Dracos Haut zu holen.
„Bei Salazar“, zischte Draco immer wieder leise.
„Ist gleich vorbei...“ Sirius ließ seinen Daumen beruhigend über Dracos Hüfte auf und ab fahren, was bei dem Jüngeren ein Schaudern auslöste. Aus Wohlbefinden? Oder aus Abneigung?
Diese Situation war so vertraut. Dracos Körper in seinen Armen fühlte sich so an, als würde er genau da hin gehören. Etwas, das er so sehr vermisst hatte. Dennoch rief sich Sirius in Gedanken zur Ordnung. Terry hatte gesagt, er müsse Draco ziehen lassen, wenn er ihn wirklich liebte. Also würde er Draco ziehen lassen.
„So“, ließ Diggory schließlich verlauten und schwang seinen Zauberstab. Innerhalb weniger Sekunden war Dracos weiße Haut wieder makellos. Als er sich aufrichtete, strich Sirius ihm fahrig die Tränenspuren von der Wange, was die beiden dazu veranlasste sich einen Moment die Augen zu starren.
Dieser Moment wurde jedoch ziemlich radikal von Diggorys Räuspern unterbrochen. Sirius warf ihm einen tödlichen Blick zu, senkte denn aber den Kopf.
„Draco!“
Drei Köpfe wirbelten zu Dean Thomas herum, der wie ein Wilder auf Draco zugestürmt kam. Sirius fragte sich einen Moment, wie er denn bitte zur Tür herein gekommen war – jedoch nur solange, bis er mit ansehen musste wie Thomas Draco abküsste, in die Arme schloss und ihm die widerwärtigsten Dinge zumurmelte.
Während Draco knallrot wurde und seinen ... Lebensabschnittspartner zu beruhigen versuchte, presste Sirius die Lippen zusammen. So viel Liebe. Ziehen lassen. Draco freigeben. Loslassen.
„Ist doch gut, Dean. Mit mir ist alles in Ordnung.“
„Du...“ Anklagend deutete Thomas mit dem Finger auf Sirius, der schon einmal vorsorglich schnaubte. „Das ist alles allein deine Schuld! Du bringst Draco ständig in Gefahr oder verletzt ihn! Guck dich doch mal an, Black! Du bist am Ende. Total am Boden. Du bist dort angekommen, wo es kein Weitergehen mehr gibt. Und weil du damit nicht klar kommst, hast du dir jemanden gesucht, an dem du dich austoben kannst! Aber ich lasse das nicht mehr zu...“
Sirius hatte sich diese Schimpftriade ohne ein Wort angehört, den Kopf gesenkt und zuckte auch als Thomas am Ende seines Vortrags angekommen war, nur mit den Schultern. „Wie du meinst, Thomas“, erwiderte er.
„Sirius kann nichts dafür, Dean“, versuchte Draco zu beschwichtigen.
„Draco! Hör verdammt nochmal auf ihn ständig zu verteidigen. Du darfst dir das nicht gefallen lassen! Auf gar keinen Fall!“ Als er sah, wie Draco zusammenzuckte, machte Thomas ein reuiges Gesicht.
„Entschuldige...“ Widerlich zärtlich legte er eine Hand auf Dracos Schulter. „Lass uns gehen, okay?“ Thomas wandte sich Diggory zu. „Mit Draco ist doch so weit alles in Ordnung, oder?“
„Absolut. Ich muss ihn aber morgen früh sehen, wegen des Trankes.“
Bei dieser Bemerkung räusperte sich Draco. „Sirius, das gilt auch für dich...“
Er konnte nicht anders. Automatisch verschränkte er die Arme abweisend vor der Brust. „Mit mir ist alles in Ordnung.“
„Das ist nicht wahr. Du dürftest es inzwischen gemerkt haben, morgens, wenn du aufstehst... und wenn du...“
Sirius und Draco wurden gleichermaßen rot. Warum musste der Junge das denn jetzt bitte hier ausdiskutieren? Vorallem vor Diggory und Thomas.
„Draco...“
„Ich werde ihn schon dazu zwingen.“ Das war Diggory. Dieser Bastard. „Das sind nämlich die Auflagen, für seine Freilassung aus Askaban“, fügte er hinzu.
Ja, er war tatsächlich ein Bastard. Eine Sekunde lang schoss Sirius durch den Kopf, dass er Askaban diesem Zustand wohl vergezogen hätte – eher er sich zur Ordnung rief. Nein, das war natürlich nicht so. Aber das hier war unangenehm und unnötig. Tripper.
So ein Schwachsinn. Von Delilah? Daran wollte er beim besten Willen nicht glauben. Schließlich hatte Delilah immer sauber darauf geachtet, mit wem sie schlief und für Kondome gesorgt, wenn sie den Menschen nicht ausreichend vertraute.
„Komm, Draco... Ich koche uns was, wenn wir zu Hause sind“, riss Thomas das Gespräch nun wieder an sich. Dracos Blick irrte noch einmal kurz zwischen Cedric und Sirius hin und her, dann nickte er. „Okay“, murmelte der Blonde.
„Sirius, Cedric – danke. Pass gut auf Sirius auf, ja, Cedric?“ Letzterer strahlte seinen üblichen Charme aus, während Sirius die Lippen zusammen presste. Er wollte nicht, dass Draco ging. Wollte, dass er sich um ihn kümmern, ihn in den Arm nehmen und trösten konnte – nicht Dean Thomas.
Leider verschwanden die beiden gerade durch die Tür und unterstrichen die ernüchternde Realität folglich mit einem roten Stift.
Stille kehrte ein.
„Ich geh eine rauchen“, sagte Sirius knapp, während er schon nach einem Plan suchte, von hier zu entkommen.
„Du rauchst?“, entgegnete Mr Heilig missbilligend. „Weiß Draco davon?“
„Draco ist nicht meine Mutter. Ich entscheide alleine, ob ich rauche oder nicht“, knurrte der Angesprochene und steuerte den Balkon an, den er vorhin gesichtet hatte.
Was bildete sich dieser Schnösel eigentlich ein?
Er kannte Diggory gerade einmal seit ein paar Tagen, und viel länger konnte es zwischen ihm und Draco auch noch keine freundschaftlichere Beziehung geben.
Warum mischte sich dieses billige Hufflepuff-Flitchen also so radikal in ihr Leben ein?
Mit zitternden Händen zündete Sirius eine der Zigaretten an, die Remus ihm vorhin äußerst widerstrebend besorgt hatte.
Merlin, am liebsten würde er einfach von diesem Balkon springen. Er hatte die Schnauze voll von all den Menschen in seinem Leben, die glaubten, besser zu wissen was gut für ihn war als er selbst. Der einzige, der die richtige Balance dafür gefunden zu haben schien, war Draco. Und Draco war weg. Immer noch. Er hatte sich ja schließlich auch geschworen ihm keine Steine in den Weg zu legen. Sirius atmete den Rauch der Zigarette tief ein und spürte, wie sich der Aufruhr in seinem Innersten wenigstens ein kleines bisschen legte.
Es war verdammt kalt hier draußen, vorallem ohne Jacke. Sein Atem bildete kleine, weiße Wolken, die sich in der Winterluft auflösten. Vor ihm lagen die Dächer einer Wohnsiedlung Londons, oder auch eines Vororts. Er wusste ja nicht einmal genau, wo Diggory seine Wohnung hatte.
Bei diesem Gedanken wurde ihm klar, dass Archie noch immer ganz allein in der Couch herum schwamm. Er musste unbedingt Remus bitten, dass er nach dem Fisch sah.
Remus, der gerade der Sache mit der Hexenwoche nachging. Bei Gryffindor. Sirius sah das Inferno vor sich, das dort geherrscht haben musste. Laut dem, was der Heiler vorhin gemurmelt hatte, war jemand tot. Und wenn nicht der letzte Rest gesunden Menschenverstandes aus ihm gewichen war, dann hatte Sirius eine dunkle Ahnung, um wen es sich dabei handelte. In seiner Umgebung gab es zu viel Tod in letzter Zeit. Voldemort war doch tot – wieso wollte die Dunkelheit eigentlich nie ein Ende nehmen?
Malfoy Senior steckte dahinter. Darauf hätte Sirius eine Menge verwettet. Leider war ihm klar, dass dieser sich das wohl kaum so schnell würde nachweisen lassen. Nur, konnte Draco sich das nicht auch denken? Wieso hatte er nichts dazu gesagt? Die beiden waren sowieso recht schweigsam gewesen, was die ganze Sache betraf.
Sirius nahm seufzend noch einen tiefen Zug von der Zigarette, trat sie einfach auf dem Boden aus und fuhr sich mit den Händen über das Gesicht. Dann schob er die Balkontür wieder auf, stockte aber in der Bewegung.
„... hat funktioniert.“
Diggory lachte in einem seltsamen Tonfall.
„So ein Trottel. Ja.“
Stille. Was tat der Typ? Telefonierte er mit einem Muggel gerät? Oder war da ein Kamin gewesen?
„Er ahnt nichts. Aber denk dran, was du mir versprochen... - ja, dann ist ja gut.“ Cedric murmelte etwas, dann verabschiedete er sich. Sirius entschloss sich - er wusste selbst nicht genau, warum – so zu tun als würde er gerade erst rein kommen.
Nachdem Cedric das Gespräch beendet hatte, zog er die Tür übertrieben laut wieder zu und wandte sich dann zu seinem Gastgeber um.
„Wir apparieren jetzt ins St. Mungos.“
„Nein, du lässt mich jetzt gehen, Diggory.“ Sirius ballte die Hände zu Fäusten. Was glaubte der Kerl eigentlich, wer er war?
Doch schneller als Sirius gucken konnte, hatte Diggory seine Zauberstab auf ihn gerichtet. „Du gehst genau dahin, wo ich dich haben will, verstanden, Black? Ansonsten bist du schneller wieder im St. Mungos als du Qudditch sagen kannst.“
Sirius verschränkte die Arme von der Brust. „Ich habe keine Ahnung, was für ein Spielchen du spielst, Diggory, aber du solltest wissen, dass ich ein Auge auf dich habe.“
Diggory besaß die Frechheit, an dieser Stelle zu lachen anzufangen. „Oh, bitte. Das aus dem Mund eines süchtigen Wracks. Ich fürchte mich. Black, vielleicht ist es dir noch nicht aufgefallen, aber dir glaubt doch sowieso keiner mehr was du erzählst.“
„Lass einfach deine Finger von Draco“, erwiderte Sirius grimmig.
„Ich soll meine Finger von Draco lassen? Eigentlich müsste ich dich melden, schließlich warst du es, der ihn angefasst hat, ohne dass er es wollte.“
Ehe Sirius eine Antwort geben konnte, war Diggory mit zwei schnellen Schritten bei ihm gewesen und hatte ihn am Arm gepackt. Ein paar Sekunden später standen sie in den Gängen des St. Mungos.
„Ich werde nicht über Nacht hier bleiben.“
„Du wirst“, meinte Diggory ohne ihn anzublicken und Sirius überkam erneut das drängende Verlangen, diesem arroganten Sack die Faust ins Gesicht zu schlagen. Während Diggory sich mit irgendeinem Heiler unterhielt, starrte Sirius die Wand an. Er bekam gar nicht richtig mit, dass Diggory ihn in ein kleines Krankenzimmer schob.
Seine Gedanken verweilten bei Draco. Er wusste, dass der Vorsatz den er in Askaban gefasst hatte, ungleich schwerer einzuhalten war, wenn Draco wieder ständig um ihn herum war.
Sollte er ihn wirklich mit einem Tripper infiziert haben? Sirius fuhr sich mit einer Hand über die Stirn. Es würde einige unangenehme Beobachtungen erklären, die er in den letzten Tagen nach dem Aufstehen gemacht hatte, da musste er Draco rechtgeben. Trotzdem... Es war einfach alles verrückt geworden. Früher hätte er sich Gedanken darüber machen müssen, ob Delilah einen Tripper anschleppen würde. Aber seit dem Tag, an dem er entschieden hatte, Draco ein bisschen zu necken und ihn auf die Sache mit Parkinson angesprochen hatte, ging alles drunter und drüber.
„... hörst du mir eigentlich zu Black?“
Sirius hob den Blick und starrte Diggory an, der die Augenbrauen zusammen gezogen hatte.
„Ich werte das als ein Nein. Ich habe dich gefragt, ob du ein Schlafmittel möchtest, für heute Nacht.“
„Nein.“ Da war sich Sirius hundertprozentig sicher. Es würde eine grauenvolle Nacht werden, aber er wollte erst mit Remus sprechen, bevor er sich von denen hier irgendetwas andrehen ließ. Wusste Merlin, was die ihm gaben. Vielleicht durften sie ihn ja nicht mal hier behalten.
„Remus weiß hier von?“, fragte er deshalb.
Diggory nickte, betrachtete ihn aber schon wieder mit diesem Gut-Menschen-Ausdruck in den Augen.
„Christopher hatte vollkommen Recht mit dem, was er über deine Schlafgewohnheiten gesagt hat, Black. Warum auch immer, aber Draco sorgt sich sehr um dich. Tu wenigstens ihm einen Gefallen, wenn du es schon nicht für dich selbst tust und pass besser auf dich auf. Du siehst einfach nur beschissen aus.“
Sirius zuckte mit den Schultern. Was wusste Diggory schon?
Doch dieser schien mit seiner Litanei noch nicht am Ende angekommen zu sein. „Du brauchst Hilfe. Dringend. Draco ist so ein lieber Junge und du richtest ihn damit zu Grunde, wenn du dich so aufführst. Wirklich, Black. Fang einmal in deinem Leben an nicht nur an dich selbst zu denken.“
Am liebsten hätte er ihm angeschrien und ihm gesagt, wie wenig er wirklich wusste. Diggorys Pseudomoral verursachte bei Sirius höchstens einen Brechreiz, aber sogar er wusste, dass es besser war zu Schweigen und sein Temperament zu zügeln. Außerdem war er zu erschöpft. Er fühlte sich müde und leer, in einem Winkel seines Denkens lauerten noch die Schatten der letzten Nacht, die gewiss auf ihn einstürmen würden, sobald er sich zur Ruhe legte.
„Alles Weitere klären wir dann morgen“, fügte Diggory hinzu. „Und jetzt hätte ich gern deinen Zauberstab.“
„Vergiss es.“
„Das sind ebenfalls die Auflagen.“
„Du bist nur ein Heiler dieses Krankenhauses, Diggory, und gerade wahrscheinlich nicht einmal im Dienst. Du hast kein Recht mir meinen Zauberstab zu entziehen und du wirst ihn nicht bekommen. Ich liege auf einer offenen Station, nicht in der Psychiatrie. Ich werde mich von dir nicht verarschen lassen, nur weil du glaubst, ich hätte meine sieben Sinne nicht mehr beisammen.“
Eigentlich hatte Sirius nicht die leiseste Ahnung, ob das alles so stimmte, wie er es gesagt hatte. Möglicherweise hatte Diggory ja das Recht, ihm seinem Zauberstab zu entziehen, aber im Notfall tat man besser so, als sei man sich der Dinge, die man sagte, sicher.
An der Art wie Diggory die Lippen aufeinander presste erkannte Sirius mit Genugtuung, dass er tatsächlich im Recht war.
Dann konnte er ja endlich gehen. Sirius plagten pochende Kopfschmerzen, er fühlte jetzt schon das Verlangen nach wenigstens einer Zigarette, die er hier drinnen mit Sicherheit auch nicht rauchen durfte und warf Diggory deshalb einen auffordenden Blick zu.
„Wir reden Morgen. Ich meine es nur gut mit dir, Black, genau wie die anderen.“
„Ist klar, Diggory. Beim nächsten Mal bringe ich dir Blumen mit, wenn du dich ankündigst“, erwiderte Sirius genervt, mit eindeutig misslungenem Humor. Diggory schenkte ihm nur einen verachtenden Blick. „Spar dir die Mühe eines Fluchtversuchs. Wir werden dich hier einschließen, denn der zweitägige Krankenhausaufenthalt war die Bedingung deiner Freilassung und das zu tun ist hingegen mein Recht. Gute Nacht, Black. Ruf den diensthabenden Heiler, wenn etwas sein sollte.“
Damit zog er die Tür lauter als nötig hinter sich zu und ließ Sirius in dem engen, kleinen Raum allein. Hinter einem Vorhang befand sich ein kleines Bad, ansonsten standen ein Bett darin und ein Stuhl darin.
Sirius zog den Vorhang zur Seite und trat ans Waschbecken, um sich kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen.
Er hasste Krankenhäuser. Er hasste Heiler. Er hasste es, untersucht oder angefasst zu werden, von Menschen, für die es nur darum ging, Krankheiten aufzuspüren. Er hasste das Gefühl analysiert zu werden. Und er hasste Cedric Diggory. Was auch immer der Kerl ausheckte, irgendwas war es auf jedenfall. Draco war dafür natürlich wie immer blind. Er war ja wohl das beste Beispiel dafür, dass Draco einfach zu viel Mitleid mit armseligen Kreaturen hatte. Das einzig Richtige für seinen Kleinen wäre gewesen, schon beim ersten Mal Reißaus genommen zu haben, als Sirius ihm das sagte.
Hätte Draco damals nicht diese verdammte Tüte Pillen geschluckt und sich so unbeirrbar an Sirius' Fersen gehängt, dann ginge es ihm heute viel besser.
Sirius hob den Kopf und warf einen Blick in den Spiegel. Merlin. Seine Augen, sie waren so... untypisch für ihn. Eigentlich hatte Sirius seine Augen immer gemocht, genau wie Dracos Augen.
Aber jetzt spiegelte sich nur noch all die Dinge darin, die er gar nicht sehen wollte. Und seine Haare. Fettig, strähnig.
Er würde Draco gehen lassen. Aber was wurde aus ihm? Sirius konnte sich nicht einmal vorstellen, wie sein Leben aussehen sollte, wenn Draco nicht mehr da war. Er wusste, dass er ihn glücklich werden lassen musste. Aber es war einfach unmöglich, sich eine Woche, einen Monat ohne Draco auszumalen. Seine Wohnung würde leer sein, niemand würde für ihn kochen, niemand würde lachen oder mit ihm an der Themse spazieren gehen. Er würde niemanden mehr trösten können und niemand würde ihn mehr trösten.
Früher hatte er das alles nicht gebraucht, er hatte es nicht nötig zu haben geglaubt. Aber jetzt, wo er erst einmal kennen gelernt hatte, wie das Leben mit Draco war, jetzt war die früher so ersehnte Trennung von ihm, das Schlimmste für ihn.
Ein leises, trockenes Schluchzen entrang sich Sirius' Kehle. Er würde jetzt nicht anfangen zu weinen. Nein. Auf keinen Fall. Mit bemüht trockenen Augen starrte er sein verhasstes Spiegelbild an. Er wollte das alles weghaben.
Die Zähne zusammenbeißend macht er eine ruckartige Bewegung zu seinem Zauberstab, schwang ihn kurz und starrte dann die Schere an, die er heraufbeschworen hatte.
Ohne eine weitere Sekunde mit Zögern zu verschwenden hob er sie und schnitt einen Büschel seines Haares direkt über dem Haaransatz ab. Langsam ließ er die Hand, in der er einige Strähnen seines dunklen Haares trug sinken und beobachtete, wie sein Haar zu Boden fiel.
Veränderung. Das war genau das was er brauchte. Wie von Sinnen begann Sirius mit dem Rest seines Haares genau so zu verfahren, bis er inmitten der Überreste seiner Haare stand. Ohne einen erneuten Blick in den Spiegel ließ er die Schere fallen, zog den Vorhang zu und kauerte sich auf das Bett. Er sah eine weitere, schlaflose Nacht voller alter Ängste auf ihn zu kommen, aber wenigstens hatte er etwas getan. Etwas verändert.


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