
von -Roxanne-
Irgendwie hatte sie es geschafft, ohne große Probleme hatte sie tatsächlich den Monatsanfang überstanden. Natürlich war George nicht die Gute Laune in Person gewesen, doch es war nicht so schlimm wie die letzten Jahre.
Nachdem sie ein paar Stunden bei Bill und Fleur gewesen waren, um Vics vierten Geburtstag zu feiern, hatten sie sich einfach aufs Sofa gekuschelt und nichts getan.
Und auch wenn sie seit ein paar Tagen nicht mehr wirklich arbeiten ging, hatte sie mehr zu tun als vorher. Fast täglich stand Molly vor der Tür mit irgendwelchen unnützen Dingen. Gut, unnütz waren sie gewiss nicht, aber hingen ihr dennoch Gästeliste, Tischdeko und alles was Molly sonst noch so anschleppte aus den Ohren raus. Sie hatte sogar schon gefragt, ob sie ein Kleid hatte. Wie sollte sie denn jetzt schon ein Kleid haben, in dass sie in zwei Monaten noch hineinpassen würde?
Und was die Gästeliste anging, wo kommen denn bitte all diese Menschen her?! Ihr war klar, dass George Verwandtschaft groß war, aber genau so klar war ihr, dass er davon die Hälfte mindestens nicht wirklich kannte oder gar in letzter Zeit gesehen hatte.
Ihr wäre es so viel lieber mit nur ein paar engen Verwandten und Freunden zu feiern, aber das Molly zu sagen war unmöglich. Bei jedem Einwand fand sie eine neue Ausrede oder Grund warum es eben doch so sein musste, wie sie es gerne wollte. Sie wollte das ganze drumherum doch gar nicht und bevor Molly heute wieder bei ihr vor der Tür stand war sie zu ihren Eltern gegangen. Dort hatte sie dann doch etwas mehr Ruhe und nachher würden dann noch Alicia und Katie vorbei kommen. Zum einem, um das Training mit ihr durchzusprechen und zum anderem einfach nur, um sie abzulenken.
Mit lauerndem Blick sah sie zum Ofen. Noch fünf Minuten, dann war der Kuchen fertig und dann noch dreieinhalb Minuten abkühlen.
„Angelina, es geht auch nicht schneller, wenn du ihn die ganze Zeit anstarrst.“, lachte Ina und stellte die letzte Schüssel zurück in den Schrank.
„Mag sein, aber ich hab mein Ziel immer vor Augen.“, erwiderte sie, fuhr sich durch die zusammengebunden Haare und begann dann auf einer Strähne herum zu kauen. In letzter Zeit war sie so ungeduldig und von so vielen kleinen Dingen genervt. George tat ihr wirklich leid, weil er immer die volle Ladung abbekam. Leise seufzte sie, er hatte es wirklich nicht leicht.
„Weiß ich doch. Aber es dauert doch noch.“
„Dreieinhalb Minuten, dann kannst du ihn rausholen.“
Lachend schüttelte Ina den Kopf. „Du bist unmöglich.“
Leicht grinste Angelina, wie oft hatte sie das schon zu George gesagt und selbst auch immer öfter in den letzten Jahren zu hören bekommen. „George färbt ab.“, lachte sie und sah zur Tür, an der es gerade klopfte. Für Alicia und Katie war es noch zu früh. Vielleicht war es ja George.
Erstaunt sah sie zu Ginny, die hinter Ina, die zur Tür gegangen war, in die Küche kam. „Was machst du denn hier?“
„George hat mir gesagt, dass du hier bist. Du wirst mit meiner Mutter reden und ihr diesen ganzen Unsinn aus dem Kopf schlagen.“, rauschte Ginny auch gleich los, „Sie wird größenwahnsinnig! Selbst bei Bill und Fleur hat sie nicht so am Rad gedreht!“
„Ginny! Ganz langsam. Beruhig dich doch erst einmal! Was genau will sie?“ Ernst sah Angelina Ginny an. Es musste schon einiges passiert sein, dass Ginny so aufgebracht war.
Die junge Weasley ließ auf einen der Stühle fallen und schüttelte ungläubig den Kopf. „Sie will nicht mehr zu Hause feiern, sondern irgendwo in einer Villa oder so einen Quatsch. Und du glaubst gar nicht, was sie alles zu Essen plant! Damit kannst du ganz Hogwarts mindestens eine Woche lang mästen!“
„Bitte?!“ Zu erst glaubte sie Ginny nicht, doch deren Blick war eindeutig. Sie machte keinen Witz. Kurz weiteten sich Angelinas Augen. Nein! Das war einfach zu viel. Jetzt war Schluss mit lustig!
Zwar warf sie dem Kuchen im Ofen noch einen letzten sehnsüchtigen Blick zu, aber der musste wirklich warten.
„Na dann komm. Ich muss echt meine eigene Hochzeit crashen. Ich glaub's nicht.“ Damit fasste sie Ginnys Hand und zog sie mit sich zum Kamin.
„Ich bring dir nachher welchen vorbei.“, rief Ina ihr nach, doch da stand Angelina schon mit einem Fuß im Fuchsbau.
Erstaunt sah Molly sie an. „Angelina? Stimmt irgendetwas nicht? Ist irgendetwas passiert?“
„Ja, einiges.“, erwiderte Angelina und baute sich vor Molly auf. Ganz egal wie sehr Molly die Jungs auch zusammenfalten konnte, sie konnte das genauso gut. „Es reicht. Es reicht wirklich Molly! Ich hab dir wohl wirklich zu sehr freie Hand gelassen. Jetzt ist Schluss.“
Verwirrt sah Molly sie immer noch an. „Was meinst du? Womit ist Schluss?“
„Mit deiner Planung. Wir werden die Hochzeit hier feiern und das mit maximal 80 Leuten. Wobei mir weniger durchaus lieber wären.“
„Aber die Einladungen...“
„Mir egal. Es ist meine Hochzeit! Und die wird so gefeiert, wie ICH es will!“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust und sah Molly mit dem Blick an, mit dem sie schon während ihrer Zeit als Quidditchkapitänin in Hogwarts die anderen zum Schweigen gebracht hatte.
„Aber...“
„Nein!“ Angelina schüttelte den Kopf, da konnte Molly jetzt mit noch so vielen Abers kommen. Nein, jetzt wurde das so gemacht, wie sie es wollte. An sich war es ihr ja egal gewesen, wichtig war dabei nur George, doch jetzt hatte sie eindeutig die Schnauze voll!
Dennoch wunderte sie sich, dass Molly so schnell nachgab. Sie seufzte nur ergebend.
„Gut.“, meinte Angelina darauf und wand sich dann auch gleich wieder zum Kamin, um zu gehen, vorher sah sie jedoch Ginny noch einmal an. „Pass auf, okay?“
Ginny nickte.
„Danke.“
„Kein Problem.“
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