
von -Roxanne-
Mit besorgter Miene stürzte George in das Zimmer, in dem sie in dem Bett lag. Neben ihr saß Jude, die sie zusammen mit Milian ins St. Mungo gebracht hatte. Es war wirklich nichts schlimmes, nur ein Klatscher der sich verirrt und ihre linke Schulter zertrümmert hatte. Nichts was sie nicht schon durchgemacht hatte. Die Knochen waren auch schon wieder ganz, sie wartete eigentlich nur noch auf irgendwelche Ergebnisse. Blutwerte und so halt.
„Ich geh dann mal. Wir sehen uns dann übermorgen beim Training.“, verabschiedete sich Jude mit einem Lächeln. Kurz winkte sie der Zwanzigjährigen nach.
„Alles in Ordnung? Dir ist nichts passiert?“
„Ja, alles in Ordnung, war nur ein verirrter Klatscher. Nichts Neues.“, erklärte sie und setzte sich auf, um George neben sich auf das Bett zu ziehen. Seine Miene war immer noch besorgt. Beim letztem Mal hatte er sich nicht so benommen und da war es weit schlimmer gewesen als nur die Schulter.
Mit einem Lächeln fasste sie nach seiner Hand. Irgendwie war es ja schon süß, aber doch bitte nicht auf Dauer. Sie war ja nicht aus Glas. „Mir... Uns geht es gut, wirklich.“
„Das sagst du immer und dann ist es doch nicht so.“, erwiderte er.
Leicht verdrehte sie die Augen. Das eine Mal. Bei Merlin, dass er ihr das auch immer wieder vorhielt. „So ist es aber. Frag den Arzt.“
Und wie gerufen öffnete sich die Tür. Ein noch recht junger Mann, vielleicht gerade mal 35 trat vertieft in seine Unterlagen ins Zimmer. „Also Miss Johnson, alles so weit in Ordnung. Sollte Ihnen, was ich nicht glaube, schwindelig werden oder Kopfschmerzen auftreten, kommen Sie einfach noch einmal vorbei. Ansonsten, machen sie sich einen ruhigen Tag.“
Grinsend streckte sie George die Zunge heraus. Da hatte er's. Alles in Ordnung.
„Allerdings sollten sie ein wenig darauf achten was sie essen. Zwar liegt ihr Eisenwert noch im grünen Bereich, aber ein bisschen mehr könnte auch nicht schaden.“ Zum ersten Mal sah der Arzt auf und begegnete einem recht verständnislosen Blick von George. Ein Lachen konnte Angelina sich nicht verkneifen. „Glaubst du ich esse das ganze Grünzeug freiwillig? Du solltest wirklich mal mitkommen, wenn ich zur Vorsorgeuntersuchung herkomme und nicht immer nur dein Spielzeug an arme kleine Hogwartsschüler verkaufen. Filch ist auch nicht mehr der Jüngste.“
Jetzt war es George der lachte. „Der wird trotzdem noch ie nächsten 50 Jahre durch die Gänge schleichen und arme, kleine Schüler quälen. Und genau so lange und noch länger werde ich diesen Schülern helfen die graue Schulzeit zu überleben.“
„George Weasley, Retter und Held aller Schüler.“; spottete sie nur, bevor sie sich wieder dem Arzt zu wandte, „Also noch mehr Grünzeug?“
Dieser schüttelte grinsend den Kopf. „Nein, ich glaube ich gebe Ihnen etwas mit, dass das ganze soweit regulieren sollte.“ Kurz kritzelte er etwas auf einen Zettel, den er ihr dann in die Hand gab. „Geben Sie den einfach unten am Empfang ab. Die Schwester wird ihnen einen Trank geben. Zwei Mal täglich, nach dem Essen drei bis vier Tropfen mit einem Glas Wasser vermengen und trinken.“
Kurz nickte sie und sah auf dem Zettel, konnte das Gekritzel jedoch nicht wirklich entziffern. „Okay. Das war's dann auch?“
„Wenn Sie keine Fragen mehr haben, ja, dann dürfen Sie gehen.“
„Fein.“ Damit glitt sie vom Bett herunter und schlüpfte in ihre Schuhe. Fragend sah sie George an, der immer noch auf dem Bett saß. „Kommst du? Oder ist noch irgendwas? Ich möchte nach Hause, da ist nämlich eine riesige Badewanne die nach mir schreit.“
„Nein, es ist nicht.“ Auch er stand jetzt auf, doch Angelina konnte ihm ansehen, dass er sehr wohl noch etwas hatte. „Was ist los? Du hast doch was.“
„Nein, wirklich nicht.“
„Du hast auch schon mal besser gelogen.“
Dazu sagte er nichts mehr, sondern zuckte nur mit den Schultern, bevor er sich zu einem Grinsen abquälte. „Es ist nur das, was du gesagt hast. Ich war wirklich nicht einmal mit, wenn du zur Untersuchung warst.“
Leicht lächelte sie ihm zu. „Ach so, aber das macht doch nichts. Dann kommst du eben nächstes Mal mit.“
„Das ist aber trotzdem nicht das Selbe, Bill war auch jedes Mal mit Fleur hier.“, erwiderte er nun wirklich etwas bedrückt. Anscheinend nahm er sich das wohl wirklich ein bisschen mehr zu Herzen, als was er sollte. Sie fasste nach seiner Hand und lehnte sich gegen seinen Arm, währen sie zu ihm hoch sah. „Du bist aber auch nicht Bill und da bin ich auch verdammt froh drüber, sonst hätte ich dir sicherlich schon längst den Hals umgedreht.“
„Aber trotzdem...“, setzte er an, sprach aber nicht weiter. Wahrscheinlich, weil er selbst keine wirkliche Begründung hatte. Es war eben so.
„Gut.“, meinte sie darauf und wand sich ein weiteres Mal an den Arzt, der immer noch vor ihnen stand, sich aber dennoch zurückhielt, „Es wäre doch kein Problem noch einmal nach dem Würmchen zu schauen oder?“
„Würmchen?“ Fast schon entsetzt sah George sie von der Seite an. Sie wusste eben nicht ob es ein Junge oder ein Mädchen werden würde und immer nur Baby zu sagen kam ihr dann doch etwas blöd vor. Darum eben Würmchen.
„Sicher, das lässt sich machen.“, meinte der Arzt lächelnd.
So setzte sie sich zurück auf das Bett und ließ ihre Schuhe wieder auf dem Boden fallen, um sich ins Bett zurückzulegen. Doch etwas verwirrt sah George sie an, lächelnd winkte Angelina ihn zu sich „Na los komm her.“ deutete dabei auf den Stuhl neben dem Bett. Kurz zögerte George, setzte sich dann aber doch neben sie.
Sie zog das Trikot höher, bis etwas unterhalb ihrer Brust. Langsam aber sich wurde die kleine Wölbung ihres Bauches, die sonst eigentlich immer nur sie gesehen hatte, deutlicher.
Der Arzt trat auf die andere Seite des Bettes und zog seinen Zauberstab aus der Innenseite seines Umhanges. „Wollen Sie eigentlich wissen, was es wird?“ Fragend sah er Angelina und George an, die sich gegenseitig ebenfalls fragend ansahen. Wollten sie es?
Angelina bemerkte das leichte, kaum merklich und wohl auch eher unbewusste Kopfschütteln von George und sah dennoch die Neugier in seinen Augen. „Also ich glaube, wir lassen uns überraschen.“, meinte sie dann und bekam das bestätigende Nicken von George.
„Gut, wenn sie es so wollen.“ Mit den Worten legte er die Spitze seines Zauberstabs etwas seitlich unterhalb ihres Bauches. Für einen Moment war es still im Raum, dann war ein leichtes Wummern zu hören. Kurz sah sie zu George, dessen Augen sich ein Stück geweitet hatten sich dann aber auf etwas anderes richteten als ihren Bauch. Ein Stückchen höher auf eine Projektion darüber. Besonders groß war sie nicht, aber man sah deutlich die Bewegungen.
„Wie cool.“
Lachend sah sie George an. „Was besseres fällt dir nicht ein?“
„Nein, was sollte ich denn deiner Meinung nach sagen?“
„Weiß ich nicht.“, grinste sie und sah wieder zu der Projektion über ihr. Stundenlang konnte sie ihrem Würmchen zu sehen. Doch etwas erstaunt fasste sie an ihren Bauch, als sie sah, wie sich das Baby in der Projektion bewegte und sie gleichzeitig ein leichtes Kitzel an ihrer Bauchdecke spürte. Ein überraschtes, leises „Oh!“ entwich ihren Lippen, als sie verstand was da gerade passiert war.
Sie konnte die Bewegungen spüren.
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