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Fanfiction

Ende oder Anfang - Das Duell

von Kreacher Potter

„Wer ist da?“ brüllte die Stimme von Paul Bones über den Platz.
Harry blieb tief geduckt, bewegungslos auf dem Waldboden liegen und konzentrierte sich auf Jonas: `Verschwinde ins Ministerium und hole Hilfe!´ Ein leises Plopp ließ Harry vermuten, dass Jonas seiner Bitte Folge geleistet hatte.
Der Mond kroch noch ein wenig höher und beleuchtete die Szenerie um den Schloßhof leider besser, als Harry lieb war, aber Harry lag knapp außerhalb des Lichtscheins und versuchte, unauffällig liegen zu bleiben. Vielleicht würde Bones annehmen, dass nur ein wildes Tier an den Stolperdraht gestoßen war.
„Wer ist da? Kommen Sie raus!“
Harry duckte sich noch tiefer auf den Waldboden. Dann trat Mr. Moresley ebenfalls nach draußen, blickte einmal in die Runde und sagte zu Paul: „Das wird`n wildes Tier gewesen sein. Das passiert hier schon mal. Komm wieder `rein!“
„Das glaube ich nicht!“ erwiderte Paul Bones leise, vollführte mit seinem Zauberstab eine komplizierte Bewegung und aus der Spitze schossen fünf große Feuerkugeln, die jede zu einer der steinernen Pflanzschalen schossen und sich brennend darauf nieder ließen. Schlagartig war der gesamte Platz und leider auch der Waldsaum in flackernden Feuerschein gehüllt. Harry wusste, wenn er hier liegen blieb, musste er gefunden werden.
Er konzentrierte sich, formte aus der Luft eine Lichtkugel, die er in Richtung Paul Bones schleuderte. Harry hielt sich die Augen zu. Die Lichtkugel beschrieb einen Bogen durch die Luft, und begann direkt vor Paul Bones und Mr. Moresley mehrfach so hell zu blitzen, dass diese kurzzeitig vollständig geblendet waren.
Harry sprang auf und lief im Zickzackkurs auf das Haus zu, in der Hoffnung, dass man ihn dort am wenigsten vermuten würde. Doch Paul Bones musste ein besseres Sehvermögen haben, als Harry erwartet hatte, oder aber er schoss blindlings nach Gehör Flüche und Schockzauber über den Platz. In kurzen Abständen schlugen um Harry herum giftgrüne Leuchtspuren ein, doch glücklicherweise traf ihn keiner der Zauber. Er erreichte erleichtert den Halbschatten zwischen Herrenhaus und Pförtnergebäude und sprang von hinten auf das Dach. Dort legte er sich flach hin und schielte über den Dachfirst. Er musste die Beiden daran hindern zu fliehen, bis Jonas mit Verstärkung eintraf.
Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, die beiden Verbrecher in Gegenwehr zu töten, doch mit seiner Veränderung spürte er einmal mehr die Unersetzbarkeit von Leben. Ein Teil der Magie des Lebens wäre für immer verloren und Harry hätte sich, mit seiner Macht, auf den Weg zur Schwarzen Magie begeben.
Doch derzeit dachte Paul Bones überhaupt nicht an Flucht, sondern feuerte weiter seine Flüche über den Platz, die überall, wo sie auftrafen Grassoden herausrissen oder Gesteinsbrocken aus Wänden schlugen.
`Das geht noch besser!´ dachte Harry, wartete noch ein paar Minuten, bis Paul Bones und Mr. Moresley, Rücken an Rücken, auf der Mitte des Platzes eingetroffen waren, gespenstisch von dem flackernden Feuerschein beleuchtet. Er konzentrierte sich, breitete beide Arme aus und auf dem gesamten Hof, bis hin zum Waldrand kühlte die Luft so schlagartig ab, dass sich dichter, kalter und klammer Nebel bildete, der sich erstickend über Alles legte.
Doch das schüchterte Paul Bones nicht ein, denn ein starker, wirbelnder Wind entstand in der Mitte des Platzes und saugte die kalte Luft mit dem Nebel, wie ein Staubsauger nach oben weg.
„Zeig Dich, Harry Potter. Ich weiß, dass Du da bist. Du konntest vielleicht den großen Lord Voldemort mit Deinen Tricks und Deinen Freunden besiegen, aber hier bist Du allein. Ich werde Dich fertig machen, Du erbärmlicher Feigling!“
„Das glaube ich nicht!“ rief Harry zurück und stand auf. Ohne lange zu überlegen schleuderte er den Petrificus Totalus auf Paul Bones, der den Fluch aus dem Handgelenk abwerte. Hinter ihm bekam Mr. Moresley den Querschläger ab und kippte stocksteif vornüber.
Harry sprang vom Dach des Hauses zehn Meter in die Tiefe und landete sanft auf seinen Füßen. Deutlich sichtbar stand er im flackernden Feuerschein der Feuerbälle, die von dem Wind nur noch höher loderten. Doch Paul Bones gab sich unbeeindruckt von Harrys Auftritt und feuerte den nächsten Fluch, bevor Harry noch den Boden erreicht hatte.
„Jetzt bekommst Du etwas Neues zu spüren: Petrificus Totalus Mortuus!“
Harry lenkte den Fluch mit einem Schlenker seiner linken Hand ab, ohne dass es ihm besondere Mühe bereitete. Der Abpraller traf einen uralten Baumriesen am Rand des Platzes. Doch es war beängstigend zu beobachten, wie sich der Baum an der Stelle, an der der Fluch ihn getroffen hatte, immer weiter verdünnte und schließlich umbrach. Während Harry und Paul Bones sich umkreisten und Bones weitere Flüche auf ihn schleuderte, ohne, dass er ihn verletzen konnte, stürzte der von dem trockenen Sommer ausgedörrte Baum um und brach auf einen der brennenden Feuerbälle. Es dauerte keine Minute, bis der Baum lichterloh in Flammen stand.
„Interessant!“ rief Harry, der dem brennenden Baum keinen Blick schenken konnte. „So hast Du also den Schmied umgebracht. Ein neuer unverzeihlicher Fluch!“
„Siehst Du jetzt, dass Du mir nicht gewachsen bist?“ Paul Bones brach in ein hysterisches Gelächter aus.
Mit einem Knall explodierte die Baumkrone des gefallenen Riesen und setzte einige Bäume der direkten Umgebung in Brand. Der Rauch auf der Lichtung wurde dichter, zumal der Wirbelwind, der vorher den Nebel weg gesogen hatte, eingeschlafen war.
Harry musste auf Zeit spielen, um Jonas die Möglichkeit zu geben, die Auroren zu holen. Also wartete er noch einen Moment, bis er, bei den gegenseitigen Umkreisungen, vor der Tür des Herrenhauses angekommen war und spurtete dann hinein. Einen Augenblick war Paul Bones von der Flucht verblüfft, doch dann setzte er in großen Schritten hinterher.
Harry warf die Türen hinter sich zu und sprang quer durch die Halle zum oberen Ende einer Freitreppe, die in das Obergeschoss führte. Hinter ihm explodierten die Türflügel und ein Regen feinster Holzsplitter verteilte sich in der Halle. Rasend vor Zorn stand ein irr aussehender Paul Bones in der flammen beschienenden Türöffnung.
„Zeig Dich, Potter, Du Feigling! Ich mach Dich fertig!“
Harry lachte laut auf und rannte in einen Seitenflügel hinein. Doch plötzlich erschien ein paar Meter vor ihm mit einem Knall Paul Bones. Doch Harry konnte die Zehntelsekunden, die Paul Bones brauchte, um sich zu orientieren, nutzen, um zu bremsen und sich hinter eine Statue zu werfen.
„Expelliarmus!“ schrie er gegen das Grollen der Flammen an, die draußen immer lauter geworden waren.
Gleichzeitig schoss Paul Bones einen „Stupor!“ auf Harry ab. Beide Flüche trafen sich in der Mitte des Flures und brachen zur Seite weg. Eine Wand zur Vorderseite des Hauses wurde in das Nebenzimmer weg gesprengt und die Kontrahenten standen in Mörtelstaub.
Da wuchs im Hof der Feuerball der brennenden Bäume ins gigantische. Paul Bones wurde aschfahl im Gesicht. „Onkel William!“ Er apparierte nach draußen.
Im selben Moment explodierte der Gastank im Keller des Pförtnerhauses und die Wand, die Harry bisher noch Schutz vor dem Inferno geboten hatte, zerbarst und schleuderte ihre Steine hundertfach auf Harry. Er richtete sich auf, breitete seine Arme aus und verlangsamte die Zeit. Wie in einem Ballett schwebten die Steine zentimeterweise vorwärts und er hatte genug Zeit, sie mit einem Schlenker der Hand im Zimmer aufzustapeln. Dann sprang er durch die Mauerlücke aus dem beschädigten Haus auf den Rasen. Das Herrenhaus stand in stolzer Schönheit neben dem infernalisch brennenden Pförtnerhaus, nun durch ein riesiges Loch in der Aussenwand verunziert.
Mit einer kreisförmigen Bewegung seiner Arme umhüllte Harry sich mit einer rauchdichten Schutzhülle, die auch die Hitze des Feuers abhielt und beobachtete, wie in kürzester Zeit das Feuer vom Pförtnerhaus auf das Herrenhaus übergriff.
Paul Bones hatte Mr. Moresley aus der direkten Gefahrenzone bis vor das Scheunengebäude gebracht und krümmte sich vor Hustenanfällen, so dass Harry ungefährdet in seinem Kokon ausharren konnte.
In den Rauchschwaden konnte er Paul Bones mit den Armen fuchteln sehen und wieder setzte der Wind ein. Er hörte Mr. Moresley noch rufen: „Nein! Das nicht!“ doch es war schon zu spät. Der Wind saugte zwar den Rauch ab, doch er fachte das Feuer so stark an, dass die Scheiben der Häuser splitternd aus ihren Rahmen platzten. Flammengarben schossen aus den Fenstern und auf der rechten Seite des Herrenhauses, wo Harry gerade noch gewesen war, hob sich explosionsartig das Dach, um direkt danach in sich zusammen zu stürzen. Dazu brüllte das Feuer in einer ohrenbetäubenden Symphonie.
Noch einmal hob Paul Bones die Arme um seinen Petrificus Totalus Mortuus auf Harry los zu lassen, doch da war es Harry auf einmal, als ob sich die Zeit verlangsamen würde und ihm wurde klar, was er zu tun hatte. Dieser Muggel hatte von Geburt an nie wirkliche Magie besessen, bis ihm sein Großonkel das Amulett der Edda gereicht hatte und diese Magie musste er ihm wieder nehmen.
„Abdo Magico!“ brüllte er gegen das Donnern des Feuers und ein blauer Lichtstrahl schoss von seinen erhobenen Händen auf Paul Bones und William Moresley zu. Diese wurden vollständig in das blaue, verzehrende Leuchten gehüllt und als es nach Minuten verschwand, sank Paul Bones bewusstlos zu Boden.
Vom Rand des Platzes rannten mehrere Menschen auf Paul Bones und den unbeweglichen Mr. Moresley zu und transportierten sie nach einem kurzen Blickkontakt mit Harry ab.
Am Waldrand stand Jonas Jones, sah in die gigantischen Flammen und beobachtete, wie eine junge rothaarige Frau auf Harry zu ging. Jonas hob beide Arme in die Luft und aus heiterem Himmel ergoss sich ein warmer Sommerregen auf die Lichtung.


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Katie Leung