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Fanfiction

Ende oder Anfang - Der Anfang

von Kreacher Potter

Dort neben Jonas Jones waren noch andere Hexen und Zauberer mit gezückten Zauberstäben aufgetaucht. Alle blieben gebannt bei ihm stehen und genossen den Anblick. Der Platz war noch immer in das flackernde Licht der Flammengarben getaucht, der feine Sommerregen fiel wie ein Schleier herab und verdunstete in den Flammen. Ginny und Harry umarmten sich, umhüllt von glitzernden Regentropfen.
Molly Weasley seufzte und drückte Arthurs Hand, Ron hielt eine vor Glück weinende Hermine im Arm und flüsterte ihr zu: „Endlich hat er es kapiert.“
Minerva McGonagall indes, beugte sich zu Jonas Jones herunter und sagte leise: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jonas. Ich bin Deine neue Schulleiterin in Hogwarts. Wir werden uns ab Herbst wohl häufiger sehen. Fürs Erste solltest Du aber schleunigst ins Bett verschwinden, damit Deine Mutter nichts merkt. Ich sorge dafür, dass Harry sich morgen bei Dir meldet.“
Jonas sah sie mit großen Augen an. „Danke sehr. Aber das braucht er nicht, denn ich kann jederzeit mit ihm reden. Gute Nacht!“
Den Gute-Nacht-Wunsch der Schulleiterin hörte er schon nicht mehr, denn mit einem Plopp war er auch schon verschwunden.
Harry und Ginny kamen durch den Regen herbei gelaufen und gesellten sich unter das schützende Blätterdach des Waldes zu den anderen Fünf. Mit einer eleganten Handbewegung errichtete Arthur Weasley wieder den Muggelbann um das Gelände, der mit der Ohnmacht von Mr. Moresley zusammen gebrochen war.
Harry nahm Ginnys Hände in seine. „Ich werde noch bis Morgen bleiben, damit hier Niemand Verdacht schöpft. Ich komme dann nach dem Frühstück zu Dir.“
Sie nickte.
„Daraus wird ganz so schnell nichts werden, Harry.“ sagte Arthur Weasley. Der Minister wird morgen früh als Erstes auf jeden Fall einen Bericht von Dir haben wollen. Wir könnten uns doch um zehn Uhr bei mir im Büro treffen?“
„Gerne!“ Harry strahlte, gab Ginny einen Abschiedskuss und verschwand mit einem Plopp im Nichts. Auch die Weasleys, Hermine und Professor McGonagall disapparierten und zurück blieben nur brennende und rauchende Ruinen.
Harry wurde sofort nach seiner Ankunft im Haus Doktor Rogers von Kreatcher mit einem heißen Tee und trockener Kleidung versorgt. Aber er konnte nur noch kurz Bericht erstatten, bevor er schlafend zur Seite sank. Ein seliges Lächeln begleitete seine Träume.
Am nächsten Morgen wurde er ausnahmsweise von Dr. Rogers geweckt, weil Schwester Michelle mit ihrem Sohn Geburtstag feiern wollte und sich dafür frei genommen hatte. Er schickte Jonas in Gedanken die besten Glückwünsche und versprach ihm demnächst ein Treffen in London, zum Einkaufen der Schulsachen in der Winkelgasse.
Dann packte er seinen neuen Rucksack mit all seinen Habseligkeiten, hinterließ beim Doktor seine Adresse vom Grimmauld-Platz und verließ das Haus. Schräg gegenüber schloss eine ihm wohl bekannte Gestalt gerade die Eingangstür der Schwarzen Gans auf. Harry überquerte die Straße und ging ihr hinterher.
„Guten Morgen, Rosie.“ Sie drehte sich überrascht um. „Gut, dass Du wieder zurück bist.“
„Danke, es ist schön Dich zu sehen. Die Beweise waren wohl doch zu schwach, um mich noch länger da zu behalten.“ Sie nahm ihn in den Arm, doch gleich darauf schob sie ihn wieder auf Armeslänge von sich weg und betrachtete ihn genauer. „Du siehst erholt aus. Ganz anders, als vor einer Woche.“ Sie grinste.
„Bin ich auch. Die Tage beim Doktor haben mir gut getan.“ Er war schon in Versuchung mehr zu erzählen, aber er wusste, dass er das nicht durfte.
Sie sah ihn nachdenklich an. „Und Du wirst gehen.“
Harry war überrascht. „Bist Du Hellseherin geworden? Woher weißt Du das?“
„Vielleicht strahlst Du so etwas aus, als ob Du einen schwierigen Entschluss gefasst hast. Ich hätte es gleich wissen müssen, dass Du hier nicht her gehörst.“
Harry war betrübt. „Es tut mir leid. Aber ja, ich werde wieder zurück gehen.“
Sie sah ihn offen an. „Ich wünsche Dir viel Glück, Hank Porter. Denke immer daran, dass Du von jedem Menschen, den Du geliebt hast, immer ein Stück mitnimmst und etwas von Dir da lässt. Das macht das Leben leichter.“
„Ich danke Dir. Und ich habe noch eine Bitte.“ Umständlich kramte er die Bücher aus seinem Rucksack hervor. „Kannst Du die für mich abgeben? Und das habe ich noch für Dich.“ Er legte eine wilde rote Rose oben auf. „Es ist eine Art Zauber: Sie wird solange blühen, wie wir uns aneinander erinnern.“
Eine Träne stahl sich in ihre Augenwinkel, sie griff sich den Stapel Bücher, roch an der Rose und drehte sich abrupt um, um im Pub zu verschwinden.
Harry blieb noch einen Augenblick stehen, genoss den letzten Hauch ihres Parfüms, bis auch er sich umdrehte und die Straße hinunter ging, die aus dem Dorf hinaus führte. Gleich hinter dem letzten Haus trat er hinter einen Busch und sprang von da aus direkt in die Eingangshalle des Ministeriums.
Jetzt um kurz vor zehn Uhr war die Halle fast wie ausgestorben, da alle Angestellte an ihren Arbeitsplätzen waren und nur wenige Besucher eintrafen oder gingen. Kurz blieb er vor der Pyramide stehen und war schon drauf und dran wieder zu verschwinden, als er all die Inschriften und auch seinen Namen sah, aber dann schüttelte er den Kopf und ging zu den Fahrstühlen.
Oben traf er direkt am Ausgang des Fahrstuhls auf eine lindgrüne Marcia Dillingsworth, die ihn etwas geringschätzend von oben herab betrachtete.
„Sie wollen zu Mr. Arthur Weasley? Haben Sie denn einen Termin?“
„Zweimal ja. Aber vielleicht hat er den Termin noch nicht eingetragen, da wir ihn erst gestern Abend besprochen haben.“
„Nun gut. Sie gehen hier den Korridor entlang, bis ganz nach hinten durch. Es ist das letzte Büro auf der rechten Seite. Es hat ein großes Schild, Sie können es gar nicht verfehlen.“ Sie sagte das in einem Ton, als würde sie bezweifeln, dass er lesen könne.
Aber Harry strahlte sie an und sagte nur: „Danke.“
An Mr. Weasleys Bürotür angekommen, klopfte er und öffnete sie, ohne ein Herein abzuwarten. Irgendwie hatte er damit gerechnet, dass hier wieder viele Leute auf ihn warten und ihn begaffen würden, dass er sich wieder genauso unwohl fühlen würde, wie vorher, aber außer Arthur Weasley waren nur Kingsley Shacklebolt und Professor McGonagall anwesend.
Er wurde freudig begrüßt, doch ansonsten wahrten alle Anwesenden Abstand. Nachdem er in einem Sessel platziert und mit Tee versorgt wurde, stand der Minister auf und begann eine kurze Ansprache: „Mein lieber Mr. Potter. Es ist schön Sie wieder bei uns zu haben, nachdem wir Sie schon für die Zaubererwelt verloren glaubten. Wir haben uns mehr Sorgen um Sie gemacht, als Sie sich wahrscheinlich vorstellen können. Aber das macht nichts.
Wir haben unsere Lektion begriffen und gelernt. Wir akzeptieren, dass Sie den Trubel und die Öffentlichkeit scheuen, deswegen sitzen wir hier auch in kleiner Runde beieinander. Trotzdem muss ich Ihnen sagen, und Sie haben es vermutlich unten in der Halle schon bemerkt, dass Sie zum Träger des Ordens des Merlin Erster Klasse und zum Ehrenbürger Großbritanniens ernannt worden sind. Das hat für Sie aber keinerlei schwerwiegendere Konsequenzen, als dass sie die beiden Ehrenzeichen in Zukunft zu Hause regelmäßig abstauben müssen.
Herzlich Willkommen zu Hause und wir sind schon sehr gespannt auf Ihren Bericht.“ Er setzte sich wieder.
Harry fühlte sich leicht erschlagen und hielt sich an seiner Teetasse fest. „Vielen Dank für die nette Begrüßung, Minister Shacklebolt. Und ich freue mich ganz besonders, dass Sie Rücksicht auf meine Abneigung gegen große Menschenmengen genommen haben. Ich will kein Prominenter sein, auch wenn ich mich davor wohl nirgendwo verstecken kann.“
Dann begann Harry mit einer kurzen Erklärung, warum er so plötzlich verschwunden war und dann, unterbrochen von vielen Zwischenfragen, gab er einen Bericht über seine Erkenntnisse der Reihe von Verbrechen, in die Paul Bones und Mr. Moresley verwickelt waren.
Als er geendet hatte, sagte Mr. Weasley: „Danke Harry. Das war sehr aufschlussreich. Die Beiden sind bei uns in Gewahrsam und wir könnten sie auch bestrafen, aber da es sich ja seit kurzem wieder um Muggel handelt, die nur zwischenzeitlich durch das Amulett der Edda zu Zauberern wurden, sollten wir vielleicht einfach ihre Gedächtnisse modifizieren und sie der Muggelpolizei übergeben? Was denkst Du, Kingsley?“
„Guter Gedanke. Zumal für die Zaubererwelt kaum ein Schaden entstanden ist, bis auf den Verlust von etwas unterschlagenem Gold, das Gringotts noch vor ein paar Probleme mit der Finanzverwaltung stellen wird.“
„Dann veranlasse ich das so.“ sagte Mr. Weasley, schrieb kurz ein neues Memo und ließ es durch die Postausgangsklappe davon flattern.
„Nun aber zu Ihnen, Harry.“ ließ Professor McGonagall vernehmen, die bisher nur schweigsam an ihrem Tee genippt hatte. „Was wollen Sie jetzt tun?“
„Ich weiß es noch nicht. Ich möchte das auch gerne erst mit Ginny besprechen.“
„Es geht darum, dass ich gerade für die Wiedereröffnung von Hogwarts die neuen Klassenlisten fertigstelle. Ginny hat noch ein Jahr zu lernen und Ron und Hermine haben ebenfalls zugesagt ihr siebtes Jahr und ihren Abschluss bei uns zu machen. Werden sie auch kommen?“
Harry stellte nachdenklich seine Teetasse beiseite, stand auf und stellte sich vor die Staffelei, auf der noch immer die riesige Englandkarte stand, die mit den Punkten alle magischen Personen anzeigte. „Da wurde eine gute Idee weiter entwickelt, wie ich sehe.“
Alle Anwesenden schwiegen. Er strich mit der Hand durch die Luft und der mit Abstand größte Punkt auf der Karte löste sich in einem Rauchwölkchen auf, dann drehte er sich um. „Wie gesagt, ich mag es nicht, beobachtet zu werden.“ Er lächelte kurz. „Vielleicht werde ich auch nach Hogwarts kommen. Aber nicht um weiter zu lernen. Es gibt nichts mehr, was ich dort noch lernen kann. Doch Hogwarts ist mein Zuhause, besonders wenn meine Freunde da sind.
Ich würde dort gerne meine Magie erforschen und ein Auge auf Jonas haben.“
Professor McGonagall zögerte. „Wir haben derzeit einen eklatanten Mangel an Lehrkräften im Bereich Verteidigung gegen die dunklen Künste und ich hoffte, dass ich Sie dafür begeistern könnte?“
Harry war überrascht. „Ich danke Ihnen für das Angebot, Professor McGonagall. Ich werde gerne darüber nachdenken und Ihnen morgen eine Eule schicken. Wäre das ausreichend?“
Sie strahlte über das ganze Gesicht. „Ja, sehr. Vielen Dank, Mr. Potter.“
Jetzt erhob sich auch Arthur Weasley. „Harry, ich denke, wir sind hier für heute fertig. Aller erwarten Dich im Fuchsbau zum Mittag und möchten sich ebenfalls Alles haarklein erzählen lassen. Du solltest Sie nicht warten lassen.“
Harry griff sich seinen Rucksack, verneigte sich kurz und war mit einem Plopp verschwunden.


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