
von Kreacher Potter
Der Rest des Nachmittags verging wie im Fluge. Harry und Jonas fragten Kreatcher Löcher in den Bauch, wobei schnell deutlich wurde, dass Jonas zwar ein unbelasteteres Verhältnis zur Magie hatte, als Harry, dafür hatte Harry bessere Vorstellungen davon, was sich ihm für neue Möglichkeiten boten.
Der Himmel hatte sich bereits wieder aufgeklart und die nassen Straßen dampften in der warmen Sonne des späten Nachmittags. Schwester Michelle hatte erlaubt, dass Jonas mit Harry zu Abend aß und bereitete das Haus für die Nacht vor, während Harry Kreatcher für die Nacht entließ.
Die Glocken von der nahen Kirche schlugen sechs Uhr. Harry wurde mit einem Schlag klar, dass er schon genau eine Woche in Idlington verbracht hatte. Es war eine Woche des Schwankens zwischen tiefster Depression und wieder erwachtem Lebensmut gewesen. In dieser Woche hatte er genauso mit dem Gedanken gespielt, sich in dem Haus am See nieder zu lassen, wie auch wieder in die Zaubererwelt zurück zu kehren.
Er lag allein auf dem Rücken auf seinem Bett, hatte die Arme hinter dem Kopf verschränkt und dachte nach. Er musste diese Angelegenheit aus der Welt schaffen, damit er Rosie befreien und seine Spuren hier minimieren konnte.
Bei der Erzählung von Kreatcher war auch Harry klar geworden, dass das Haus am See von einem Zauberer als Dunkler Verstärker benutzt worden sein musste. Das hieß aber auch, dass einer der Zauberer, der an den hiesigen Verbrechen beteiligt war, schon von Anfang an bewusst gegen ihn vorgegangen sein musste. Da ihn aber hier Niemand kannte, lag die Wahrscheinlichkeit nahe, dass er, ohne es zu ahnen, den Tätern räumlich zu nahe gekommen war. Wieder war da der Hinweis auf das Herrenhaus.
Ohne es selbst zu merken, begann Harry sich gedanklich auf William Moresley einzuschießen. Und während er in einen leichten Schlummer hinüberdämmerte, erinnerte er sich an die Worte des Sergeants vorhin, als dieser seinem Chef lauthals meldete, dass nur Goldbarren von Gringotts gestohlen worden waren. Es musste also Jemand von Gringotts gewesen sein, der die Diebstähle verübt hatte, denn wie hätte Derjenige sonst so genau wissen können, wo welche Goldbestände gelagert waren. Da traf es sich doch hervorragend, dass der Großneffe von William Moresley, Paul Amitricus Bones, zufällig in London bei einer großen Bank arbeiten sollte.
Derselbe Paul Bones, der nahezu alle Spuren seiner jüngeren Vergangenheit getilgt und im Haus am See nur eine Schokofroschkarte zurückgelassen hatte.
Als er wieder erwachte, klang das Alles immer noch ziemlich logisch, aber er wusste, dass er Beweise brauchte, um diese Indizienkette zu untermauern. Diese Beweise würde er aber nur finden, wenn er sich in die Höhle des Löwen begeben würde. Vorher bräuchte er weder bei der Muggelpolizei, noch beim Zauberergamot mit seinem Verdacht anzukommen.
Er würde heute Nacht gehen, wenn die Sonne untergegangen war und bis dahin noch ein wenig seine neuen Kräfte trainieren. Breit grinsend ließ er das Sockenbündel, ohne jeden Spruch oder Schlenker mit der Hand, auf sich zu schweben.
Doch bevor er sich noch wirklich auf das Training konzentrieren konnte, kam ihm wieder Ginny in den Sinn. Er träumte sich im Geiste ihr schönes Gesicht an die Zimmerdecke. Das wiederum rief bei ihm ein so starkes Verlangen nach einem Wiedersehen wach, dass er plötzlich das Gefühl hatte, in das Bild einzutauchen, das er sich eben vorgestellt hatte. Mit Ginnys Bild vor Augen war es, als ob er in einen langen Tunnel hineingezogen wurde, den er durchraste, bis er sie am anderen Ende erblickte. Die Umgebung, die er sah, wurde wieder deutlicher und er erblickte Ginny, bis zum Hals im Schaum der Badewanne vom Fuchsbau. Aus seiner Perspektive konnte er das ganze Badezimmer überblicken, also musste er irgendwo unter der Decke schweben.
Alles wirkte unglaublich realistisch und hatte so gar nichts mehr von einem Tagtraum. Er konnte sie sogar singen hören, während jemand in der Küche des Fuchsbaus mit Töpfen klapperte. Er erschrak und hoffte, dass, wenn das wirklich real wäre, er nicht gesehen werden konnte. Er versuchte sich zurück zu ziehen und es gelang, wider Erwarten, mühelos, er sauste rückwärts durch den Tunnel, bis seine Umgebung wieder sein Zimmer darstellte. Schwer atmend setzte er sich auf. Diese Art der Fernsicht, so nannte er sie in Ermangelung eines besseren Wortes erst einmal, war etwas ganz Neues und er musste unbedingt Kreatcher danach fragen.
Er beschloss es gleich noch einmal zu probieren. Er konzentrierte sich auf Rosie und wurde sofort wieder in diesen Tunnel hinein gezogen, der aber sehr viel schneller zu Ende war, als der vorherige. Wahrscheinlich lag das an der geringeren Entfernung zum Bezirksgefängnis in Upper Idlington.
Rosie saß in einem Zellentrakt des Gefängnisses am Tisch der Wärter. Ein halb aufgegessenes Abendessen neben sich, saß sie mit einer Zigarette im Mundwinkel da und spielte Karten mit den Wärtern. Auch hier hatte er das Gefühl unter der Decke zu hängen und konnte jedes Wort verstehen.
„Das ist Mist, Rosie. Wenn Du hier wieder rauskommst, dann haben wir wieder keinen mehr zum Zocken.“
„Wenn ich hier rauskomme, dann könnt Ihr zu mir in die Kneipe kommen und dann machen wir da mal `ne ganze Pokernacht!“
Harry zog sich wieder zurück. Diese Fähigkeit wurde richtig spannend und er überlegte, ob er sich den Besuch des Herrenhauses heute Nacht sparen konnte.
Er konzentrierte sich auf das Gesicht von William Moresley und wurde wieder in einen, noch kürzeren, Tunnel gezogen, doch dann bekam er einen heftigen Schlag vor den Kopf, der ihn hätte benommen zurück taumeln lassen, wenn er sich in der Realität befunden hätte. So aber klarte sich das Bild vor seinen Augen nach wenigen Augenblicken auf, auch wenn die Kopfschmerzen sich hartnäckiger hielten.
Einen Augenblick war er orientierungslos, bis er den Wald erkannte, in dem auch das Haus am See gelegen hatte. Vor ihm erstreckte sich eine große, baufällige Scheune, die auf einer Seite grob in einen Wohntrakt umgebaut worden war. Die riesige Freifläche davor war von hüfthohem Gras und Gestrüpp bewachsen und von verkohlten Mauerresten umgeben. Dann tauchte im Hintergrund William Moresley auf und verschwand in der Scheune, doch Harry wollte es nicht gelingen, näher an ihn heran zu kommen. Es war klar, dass er an dem Muggelbannkreis gescheitert war, der um das Anwesen lag. Er konnte also in der Fernsicht nicht Alles so sehen, wie in der Realität, denn da war er bei dem Gewitter dichter an das Herrenhaus heran gekommen und hatte es auch so gesehen, wie es wirklich aussah.
Eines aber konnte er erkennen, dass nämlich hinter der Scheune halb verdeckt wieder das Motorrad stand, das er schon früher gesehen hatte. Möglicherweise war Paul Bones heute Abend auch hier. Das wäre ein Grund mehr, dem Haus heute Abend einen Besuch abzustatten. Er zog sich wieder zurück.
Auf seinem Bett liegend, klangen die Kopfschmerzen langsam ab. Dann fiel ihm ein, dass er in der Bücherei das Buch über Idlington mit seinem Herrenhaus mitgenommen hatte, holte es sich und begann darin herum zu blättern, bis er die entsprechenden Seiten gefunden hatte. Er begann den Text aufmerksam zu studieren, besonders den Lageplan der Zimmer und die genaue Beschreibung des Anwesens.
Quälend langsam wurde es draußen dunkler und nur noch wenige Spaziergänger nutzten die angenehmeren Temperaturen, um aus ihren Häusern heraus zu kommen.
Harry legte sich den Tarnumhang bereit und hoffte, dass es heute Abend nicht zu windig werden würde, um damit ungesehen dichter an das Herrenhaus heran zu kommen.
Schließlich war es soweit. Die Kirchturmuhr verkündete melodisch, dass es halb elf Uhr sei, Harry warf seinen Tarnumhang über und apparierte auf die Zufahrtsstraße zum Herrenhaus, die zwischen den Feldern entlang führte, da er sich vorstellen konnte, dass Moresley und Bones die Straße, zu der immer noch rauchenden Ruine seines Hauses, eher im Blick behalten würden.
Das Apparieren, stellte er fest, als er mit beiden Beinen fest auf der Straße stand, war wirklich erheblich angenehmer, als früher und Jonas Beschreibung vom Hinspringen traf es deutlich besser. Man fühlte sich nicht mehr so zerquetscht und ausgewrungen, sondern stand einfach an einer anderen Stelle, als vorher.
Plötzlich machte es Plopp neben ihm und Jonas Jones sah ihm durch den Tarnumhang direkt in die Augen. „Lässt Du mich mit unter den Tarnumhang, oder muss ich offen über die Straße laufen?“
Ohne lange darüber nachzudenken hob Harry den Tarnumhang über Jonas und beide waren für andere Augen unsichtbar. Glücklicherweise war es fast windstill, so dass Jonas, auch ohne größere Verrenkungen von Harry und ohne Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden, mit unter den Umhang passte. Unhörbar waren sie aber nicht und es war ein großes Glück, dass Niemand zu diesem Zeitpunkt die Straße passierte.
„Was willst Du hier?“ fragte Harry erzürnt.
„Ich will mitkommen. Zwei Zauberer sind besser als einer.“
„So ein Quatsch! Ich will nicht auch noch auf Dich aufpassen müssen.“
„Du musst nicht auf mich aufpassen. Dank Dir, bin ich stärker, als viele andere Zauberer.“
Dagegen konnte Harry nicht viel einwenden. „Versprich mir aber wenigstens, dass Du verschwindest, wenn es ernst wird. Du hast doch überhaupt keine Kampferfahrung.“
Jonas schaute ihn enttäuscht an. „Ok!“
Widerwillig nickte Harry und gemeinsam machten sie sich auf den Weg über die kleine Straße. Mittlerweile war es stockdunkel geworden, der Mond war noch nicht aufgegangen, nur zahllose Sterne glommen am Himmel. Die beiden Zauberer mussten sich ihren Weg mehr ertasten, als dass sie ihn sehen konnten. Doch als die Felder zurück blieben und sie den Waldrand erreichten, von dem es nur noch wenige hundert Meter bis zum Herrenhaus waren, erkannten sie, dass die Dunkelheit noch intensiver werden konnte.
„Warte!“ flüsterte Jonas. Er konzentrierte sich kurz und warf dann durch den Tarnumhang eine Handvoll Glühwürmchen in die Luft vor ihnen, die in einem Schwarm den Weg entlang auf das Herrenhaus zu tanzten.
Kurz bevor sie den Platz erreichten, blieb Jonas auf einmal stehen, so dass Harry fast über ihn gestolpert wäre.
„Was ist los?“ fragte er flüsternd.
„Ich kann nicht weiter!“ kam die umgehende Antwort. „Das muss an dem Bann liegen. Ich bin doch nicht stark genug, um ihn zu überwinden.“
Harry strich ihm aufmunternd über den Kopf. „Mit meiner Fernsicht bin ich heute auch daran gescheitert, aber so scheine ich durchzukommen.
Wir machen das so: Ich gehe allein rein und komme wieder, wenn ich Alles ausgekundschaftet habe. Du bleibst hier und passt auf, ob Du etwas siehst oder hörst. Sollte ich gefangen werden oder Hilfe brauchen, apparierst Du nach London ins Ministerium. Kannst Du das Bild davon in meinem Kopf sehen?“
„Ja!“
„Im Ministerium holst Du die Auroren, das ist so was, wie unsere Polizei.“
„Ok!“
„Gut, dann schwebe da oben auf einen Baum und beobachte alles.“
Ohne ein weiteres Wort schlüpfte Jonas unter dem Umhang hervor und glitt auf einen der kräftigen unteren Äste einer alten Eiche.
Harry seufzte und machte sich wieder auf den Weg. Er kam wieder problemlos durch die Barriere. Die Glühwürmchen waren in der Zwischenzeit weiter gezogen, so dass er sich den Weg jetzt wieder ertasten musste. Mit den Armen tastete er durch die Luft, um eventuelle Äste zu fühlen, und hob die Füße hoch, bevor er sie sanft wieder aufsetzte, um so wenig Geräusche, wie möglich zu verursachen.
Er stand schon fast auf der Mitte der Rasenfläche vor dem Haus, als er bemerkte, wo er war. William Moresley riss die Eingangstür des Haupthauses auf und blendender Lichtschein ergoss sich über die gesamte Lichtung und über Harry. Harry erstarrte, bis er realisierte, dass er den Tarnumhang übergeworfen hatte. Trotzdem blieb er erstmal stehen, damit keiner mögliche verräterische Fußspuren sehen konnte. Außerdem wollte er abwarten, was William Moresley als nächstes vor hatte.
Der zückte einen Zauberstab, rief „Lumos!“ und torkelte unsicher die Freitreppe hinunter auf Harry zu, knickte dann aber ab in Richtung der alten Scheune.
„Halt die Schnauze, alter Säufer! Man kann uns durch den Bann zwar nicht sehen, aber sehr wohl hören.“ zischte eine leise Stimme von dort her.
„Is ja gut!“ brummelt Mr. Moresley und stapfte hinter dem fremden Mann in die Scheune, immer darum bemüht, die große Flasche nicht fallen zu lassen, die er in der linken Hand hielt, als müsste er eine kostbare Vase transportieren.
Die beiden Männer betraten die Wohnung in der Scheune durch eine große, aus groben Holzplanken gefertigte Tür. Harry schlich hinterher auf der Suche nach einem Fenster oder einer Luke, durch die er die Beobachtung fortsetzen konnte, aber es fand sich nichts.
`Ich bin zwar mit der Fernsicht an dem Bannkreis gescheitert, aber vielleicht funktioniert es ja jetzt, wenn ich schon drinnen bin?´, überlegte er und zog sich wieder ein paar Schritte ins Unterholz zurück. Dann schickte er seinen Geist mit der Fernsicht auf Reisen. Dieses Mal musste er nicht durch einen Tunnel gleiten, vielmehr konnte er es mittlerweile so gut kontrollieren, dass sein Blickfeld langsam auf die Wand an der Tür zuglitt, bis er das Gefühl hatte, mit dem Kopf dagegen zu stoßen. Er brauchte einen kurzen Moment der Überwindung, dann ließ er seine Fernsicht weiter durch den massiven Stein fließen. Auf der anderen Seite fand er sich in einem kurzen Korridor, der nur von einer trüben Kerze beleuchtet wurde. Durch eine von den drei Türen hörte er die gedämpften Stimmen und er ließ die Fernsicht noch ein paar Meter vorwärts gleiten, bis sie durch die geschlossene Tür hindurch war.
„Prost, Neffe!“ die Stimme des alten Moresley klang erstaunlich klar. „Auf ein neues Leben!“
Der andere Mann, in dem Harry nur noch entfernt das Gesicht von den Fotos ausmachen konnte, sah angewidert auf das Glas in seiner Hand, hob es dann aber trotzdem hoch, um dem alten Mann zuzuprosten. „Auf das Ende unserer Diebeskarriere.“
„Warum sollen wir denn jetzt schon aufhören? Es gibt doch noch so viele Banken, die wir knacken könnten.“
Paul Bones stöhnte leise auf. „Weil wir mehr haben, als wir in unserem Leben ausgeben können und weil Gringotts jetzt keine Außenlager für seine Goldvorräte mehr hat.“
Mr. Moresley klang belustigt. „Na und? Dann nehmen wir eben das andere Geld.“
„Bist Du verrückt? Damit wir dann auch die ganze Muggelpolizei auf den Hacken haben? Glaub` mir, das ist ein ganz anderes Kaliber, als die paar Amateurpolizisten vom Ministerium. Und die Dorfpolizisten vor Ort konnten sich sowieso Nichts erklären, Gringotts wollte nicht angeben, was gestohlen worden war, wegen der Steuer, also wurde das Ganze nicht gerade mit Nachdruck betrieben.“
„Und wie komme ich an meinen Anteil?“ In Mr. Moresleys glomm ein gieriger Blick und sein vom Alter gebeugter Körper richtete sich plötzlich auf.
„Du wirst nicht zu kurz kommen, Onkel.“ antwortete Paul Bones genervt. Er zog aus zwei Briefumschläge einer Innentasche und warf sie vor dem alten Mann auf den Tisch. Er lachte gehässig auf. „Es ist schon komisch, dass wir unseren letzten Einbruch bei der Bank hatten, die Dir hier alles weg gepfändet hatte. Und mit der Beute habe ich zuerst das hier alles auf einen anderen Namen aufgekauft und dann wieder Dir überschreiben lassen. Jetzt bis Du hier wieder der offizielle Eigentümer. Mit dem anderen Umschlag musst Du dieses Jahr über die Runden kommen. Alle halbe Jahr wird Dir dann automatisch der gleiche Betrag auf Dein Konto überwiesen.“
„Und Du setzt Dich ab, mit dem ganzen Gold?“
„Klar, deswegen habe ich das doch gemacht.“ er kicherte hämisch. „Aber das Gold bleibt hier. Das habe ich ganz offiziell wieder bei Gringotts unter falschen Namen deponiert. Da kommen die nie drauf, dass sie auf ihr eigenes Gold aufpassen.“
„Und warum musst Du denn gehen?“
„Wenn ich nicht außer Landes verschwinde, erkennt mich bestimmt noch einer von meinen ehemaligen Weggefährten.“
„Brr!“ William Moresley schüttelte sich. „Die Todesser haben `ne Menge Unglück über England gebracht.“
„Na immerhin konnte ich Dich so schützen, sonst hätten Sie Dich, als Squib, doch sofort umgebracht.“
Von der fernen Kirchturmuhr schlug es viertel vor zwölf Uhr und der alte Moresley tat noch einen tiefen Zug aus seinem Glas. Betrübt schaute er auf den Grund des leeren Glases. „So wie Du Frank Coleman umgebracht hast.“
Paul Bones brauste auf, sprang vom Tisch hoch und brüllte. „Bist Du blöd. Er hatte uns gesehen und erpresst. Der hätte Alles aus uns heraus geholt und dann den Bullen zum Fraß vorgeworfen. Außerdem hast Du immerhin auch versucht, Harry Potter mit Deinen mentalen Beeinflussungen zum Selbstmord zu treiben und ihm später fast den Schädel eingeschlagen. Wir sitzen beide im selben Boot. Nur gut, dass ich ihn durch den Suchzauber überhaupt erkannt habe.“
„Das ist ja auch alles was ich kann.“ sagte der alte Mann betrübt. „Mentale Beeinflussung und Bannsprüche. Das wars!“
„Immerhin hat sich Deine Kraft bei der Übertragung auf mich erheblich verstärkt. Mit Liebe gegeben! Das hat es gebracht. Wo hast Du das Amulett eigentlich. Ich könnte es noch brauchen.“
„Wozu? Du hast doch Deine Kraft bei den Todessern vervielfacht.“
„Deswegen habe ich mich Ihnen doch überhaupt angeschlossen. Die dunkle Seite ist um soviel stärker! Ich konnte sogar meine Farbenblindheit heilen!“
Harry hatte genug gehört. Er beschloss jetzt die Auroren zu holen und zog sich zurück. Mit dem, was er jetzt wusste und was es an richtigen Beweisen gab, war es ein Leichtes die Beiden zu überführen.
Als er von der Fernsicht in seinen Körper zurück kam, fühlte sich dieser von dem langen Herumstehen kalt und zerschlagen an, doch er musste sich schnell auf den Weg machen, um aus dem Bannkreis zu kommen, zum Ministerium zu apparieren und die Auroren auf die beiden los zu lassen.
Er hastete quer über die Rasenfläche, registrierte nebenbei, dass der aufgegangene Vollmond, die Orientierung erheblich erleichterte und rannte auf die Stelle zu, an der er Jonas zurück gelassen hatte. Im Laufen riss er sich den Tarnumhang vom Kopf, damit er ihn in der Eile nicht verlieren konnte und stopfte ihn unter das T-Shirt. Die Kirchturmuhr schlug zwölf als er den ungefähren Rand des Bannkreises erreicht hatte und er fiel der Länge nach zu Boden. Er war über einen Draht gestolpert, den er nicht gesehen hatte. Plötzlich schlugen irgendwo im Haupthaus Glocken Alarm und Harry blieb fast das Herz stehen, als die Türen der Scheune aufgerissen wurden und Paul Bones mit einem Zauberstab in der Hand da stand.
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