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Ende oder Anfang - Eine Rückkehr

von Kreacher Potter

Das Wochenende war mit Beginn der großen Feierlichkeiten für die Londoner und ihre hunderttausende von Gästen in eine Woge des Glücks getaucht. Noch nie hatte es eine Großveranstaltung dieses Ausmaßes ohne jede Anzeichen von Kriminalität oder Gewalt gegeben. Wildfremde Menschen begrüßten sich überschwänglich und feierten miteinander in den Straßen.
Vom Hydepark, in dem Barnabas Pellingworth seinen ausgiebigen Rausch bis Sonnabend Mittag in einem der Sonnenstühle ausgeschlafen hatte, trat der eigentlich eher schüchterne Beamte im Londoner Landwirtschafts-ministerium seinen Rückweg durch die Innenstadt an. Von Zeit zu Zeit musste er, um seine Kopfschmerzen und den Nachdurst zu bekämpfen, in einen der zahlreichen Pubs einkehren, die heute, wie die gesamte Innenstadt, fast gänzlich verlassen waren. Bis zum Abend fühlte er sich wieder rundum wohl und hatte es trotzdem den ganzen Tag noch nicht geschafft, sein beflügelndes Hochgefühl mit jemandem zu teilen. In Soho stieß er schwungvoll die Tür zum Lachenden Gehenkten auf und landete mitten im vollen Busen von Hollie Warburton. Ihm ging das Herz über und Hollie hatte den Eindruck, dass der kleine Mann ihretwegen glühte, als sie auf einander trafen.
Sie änderte spontan ihre Pläne und beide verbrachten einen zukunftsweisenden Abend auf Barhockern, die sich Stück für Stück immer näher kamen. Kurz vor Mitternacht brachte Anna, Mrs. Warburtons Tochter, ihrer Mutter den Wohnungsschlüssel, den diese später, nicht mehr allein, in das passende Schlüsselloch steckte.
Anna Warburton hingegen war plötzlich von einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit für Ihre Mutter erfüllt, dass diese ihr so viele Freiheiten ließ. Sie änderte ihre Pläne für diese Nacht, rief ihren Freund Francesco an und beide genossen eine verliebte Sommernacht im Hydepark.
Francesco trat am nächsten Nachmittag, ohne seine Wohnung vorher gesehen zu haben, seinen Job als Juniorkoch in Marios Pizzaservice an. Francesco hatte sich in den vergangenen Jahren in der Welt der Muggel gut eingelebt, nachdem seine Familie festgestellt hatte, dass er ein Squib war. Und jetzt konnte er den ganzen Tag im Neonlicht der Küche von seiner geliebten Anna Warburton träumen. Kurzerhand beschloss er ihr am Montag den Einen Ring zu kaufen, um ihr am Abend einen Antrag zu machen. Bestärkt wurde er von stündlichen gemailten Liebesklärungen seiner Liebsten.
Gegen Mitternacht nahm er zufällig persönlich eine Bestellung von seinem Onkel entgegen, da der letzte Fahrer seine Abschlussrunde schon begonnen hatte. Eine Viertelstunde später schloss er die Pizzeria hinter sich ab und lieferte eine Flasche Chianti und eine Margerita mit Extra Knoblauch im Ministerium ab. Er fuhr mit dem Telefonzellenfahrstuhl in die Große Halle, durchquerte sie im trüben Dämmerlicht herabgebrannter Kerzen, die unter der Decke schwebten. Und im Überschwang der Gefühle überreichte er die Pizza, umarmte seinen griesgrämigen Onkel, der sich wieder einmal heftig beklagte, seinen Neffen so selten zu sehen und erzählte ihm, beim Verspeisen der Pizza, von seinem Glück.
Die Tür von José Patunio schloss sich hinter seinem Neffen und er begab sich mit der Flasche Chianti und einem eigentümlich angenehmen und leichten Gefühl hinter seinen Schreibtisch. Ein einfaches Wutschen mit dem Zauberstab und ein gemurmeltes Latebrae war zwar einer der wenigen Zauber, die er beherrschte, aber dieser versteckte ihn, scheinbar aufmerksam eine Akte studierend, hinter seinem Schreibtisch. Das gab ihm die Gelegenheit in Ruhe die Flasche Chianti und das Leben zu genießen, wie er es schon lange nicht mehr genossen hatte, ohne von anderen Ministeriumsangestellten angesprochen zu werden. Und hinterher ein kleines Schläfchen einzulegen.


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