Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

The Serpent's Child - Mina Maine - Erste Bekanntschaften

von Mina Slytherin

So, das ist das erste Kapitel. Ich hoffe, dass es euch gefällt. Natürlich werde ich schauen, dass ich an Miriams Geschichte trotzdem regelmäßig weiterschreiben werde und die beiden Geschichten somit gleichwertig fortsetzen kann.

--------------------------------------------------

Erste Bekanntschaften


Unschlüssig betrachtete Mina Maine sich im Spiegel. Mit der rechten Hand für sie sich durch die kurz geschnittenen, blonden Haare. Sie sah jetzt fast aus wie ein Junge. Ihr Vater, John Maine, hatte sie vor kurzem zum Friseur geschleppt, damit der ihr die Haare kurz schnitt. Doch dahinter konnte Mina einfach keinen Sinn erkennen. Mina streckte ihrem Spiegelbild die Zunge heraus. Nur weil dieses Jahr erst ihr erstes Jahr auf Hogwarts beginnen würde, hieß das noch lange nicht, dass ihr Vater bestimmen durfte, wie sie aussah.

Doch so lief das oft; die beiden Hitzköpfe gerieten aneinander und schrien sich ziemlich laut an. Schon mit ihren elf Jahren wusste Mina meistens ganz genau was sie wollte und vor allem was sie nicht wollte. Irgendwann hatte Mrs Weasley dann versucht zu schlichten, die zwar nicht Minas Mutter war, doch im Prinzip etwas Ähnliches für sie. Die Weasleys lebten am anderen Ende ihres Dorfes und dort verbrachte Mina ihre Tage, während ihr Vater den ganzen Tag arbeiten war.

Eine Mutter hatte sie nicht mehr. Ihr Vater hatte ihr erzählt, dass sie kurz nach ihrem ersten Lebensjahr gestorben sei. Am Drachenfieber, einer äußerst seltenen, aber höchst aggressiven Krankheit, die sich bei Ansteckung einer Sommergrippe entwickelte, wenn man bereits an Drachenpocken erkrankt war. Mina hatte keine Erinnerungen mehr an ihre Mum, nicht einmal Fotos hatte ihr Vater von ihr aufbewahrt. Wahrscheinlich hatte ihm der Verlust so zu schaffen gemacht, dass diese ihm das Herz brachen.

Einer Eingebung folgend griff Mina an die Halskette, die sie immer um den Hals trug. Sie war das Einzige, das ihr von ihrer Mutter geblieben war. Eine silberne Schlange, die sich um einen grünen Smaragd rankte.

Plötzlich sprang die Tür ihres Zimmers auf und Minas Vater trat ein. Er bildete eine ziemlich exzentrische Erscheinung mit seinem hellroten Haar, das er sich meistens zu einem Zopf zusammen band, und den Sommersprossen. Dazu war er recht klein für einen Mann, aber dafür um sie bulliger. Unter seinem Hemd spannten sich kräftige Oberarme. Schon jetzt zierten fünf Narben sein Gesicht. Ihr Vater hatte einen sehr gefährlichen Beruf, das wusste Mina. Doch das konnte sie auch nicht daran hindern eines Tages denselben Beruf ergreifen zu wollen; sie stellte sich das ungemein abenteuerlich vor.

„Komm, schnell! Sonst verpassen wir den Zug!“, meinte er jetzt ziemlich ungeduldig.
Eigentlich schmollte Mina noch mit ihm, wegen der Sache mit dem Friseur. Mrs Weasley hatte immerhin den Kompromiss gefunden, dass sie sich die Haare jetzt ganz kurz schneiden sollte und sie danach, wachsen lassen durfte, so lange sie wollte.
Und beinahe gefiel es Mina auch wie ein Junge auszusehen. Sie hatte sich bisher sowieso immer besser mit Jungs verstanden. Um ihr Aussehen machte sie sich mit elf Jahren noch keine großen Gedanken.

Der Blick ihres Vaters wanderte zu ihrer Kette, die sie noch immer zwischen den Fingern hatte.
„Magst du das nicht endlich abnehmen?“, fragte er.
„Nein!“, erwiderte Mina entschieden, „es ist das letzte das ich von Mum habe. Warum willst du denn immer, dass ich es abnehme? Das nervt echt!“
John verdrehte die Augen.
„Also gut, dann komm jetzt endlich!“

Hinter ihrem Vater hastete sie die große Treppe hinunter. Bis vor zwei Jahren hatten sie noch in einem kleineren Haus gelebt, doch seit ihr Vater zum Leiter der Aurorenzentrale befördert worden war, konnte sie sich den Luxus eines riesigen Landhauses leisten. Mrs Weasley bekam meistens einen ziemlich tragischen Blick, wenn sie von Mina erzählte.
„Ganz allein mit dem Vater, in so einem riesigen Haus“, sagte sie meistens und schüttelte dann stumm den Kopf.

In der Tat gefiel es Mina in dem belebten Fuchsbau weitaus besser, doch ihr riesiges Haus lud auch wunderbar zum verstecken und spielen ein und hatte irgendwie etwas Abenteuerliches. Es gab immer irgendwo Ecken, in denen es etwas zu entdecken gab.

Jetzt hastete sie hinter ihrem Vater aus der großen Eingangstür zu einem Taxi, in dessen offenem Kofferraum sich bereits ein Vogelkäfig und ein riesiger Koffer befanden. Für einen Moment beäugte Mina das Gefährt misstrauisch. Sie hatte bisher nie viel mit Muggeln zu tun gehabt. Gemeinsam mit Ron und Ginny, früher auch mit Fred und George hatte sie von deren Mum oder von ein paar anderen älteren Hexen des Dorfes Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen bekommen. So war sie äußerst selten den Muggelkindern begegnet. Meistens beschäftigte sie sich mit Ron, ab und zu auch mit Neville oder Luna, die manchmal auf Besuch da waren. Die hatten einfach auch ganz andere Spielzeuge. Geschweige denn andere Reisemethoden.

Doch auf den mahnenden Blick ihres Vaters stieg sie hinten ein und schnallte sich an, wie es ihr Vater ihr erklärt hatte. Als das Fahrzeug anfuhr krallte sie sich in ihrem Sitz fest. Ihr Vater, der vor ihr saß, nahm das ganze viel lässiger auf. Aber der machte so was auch öfter. Dennoch bewegte sich das Fahrzeug irgendwie ziemlich langsam vorwärts. Vielleicht hatten sie deswegen so früh losgehen müssen. Doch so konnte Mina wenigstens noch einen letzten Blick auf ihr Haus werfen, das sie nun eine ganze Weile nicht mehr sehen würde.

Langsam spürte Mina, wie sich ein aufgeregtes Kribbeln in ihrer Magengrube ausbildete. So lange hatte sie schon darauf gewartet endlich nach Hogwarts gehen zu dürfen. So viel war ihr schon davon berichtet worden und nun durfte sie endlich dorthin gehen. Verzückt erinnerte sie sich daran wie sie mit den Weasleys und ihrem Dad in die Winkelgasse gegangen war. Einen Zauberstab hatten sie schnell für die gefunden; Drachenherzfaser, Weide, 9 Zoll. Doch bei ihrem Haustier hatte es längere Diskussionen gegeben. John hatte unbedingt gewollt, dass Mina eine Eule bekam, doch schon beim Betreten der Tierhandlung hatte sie sich in einen Raben verliebt.
„Raben bringen Unglück und sie sind viel störrischer als Eulen“, hatte ihr John versucht zu erklären.
Aber Mina hatte der schwarze Rabe, dessen Gefieder in der Sonne beinahe bläulich glänzte, gefallen. Und wenn sich Mina Maine etwas in den Kopf setzte, konnte man sie nicht mehr so leicht davon abbringen.

So konnte sie schließlich ihren Kopf nach einer schier endlos langen Diskussion durchsetzen.
„Wie willst du ihn denn nennen?“, hatte ihr Vater ergeben geseufzt, während Mina ihn daraufhin anstrahlte.
„Abraxas, das klingt so schön düster und passt gut zu seinen schwarzen Federn.“
Ein Schatten war dabei über das Gesicht ihres Vaters gehuscht.
„Ohja, das passt sicher gut.“

Nun tuckerte das Taxi über weite Wiesen in Richtung London. Mina hatte nicht mit den Weasleys gemeinsam fahren können, da sie allein für sich ein großes Taxi beanspruchten und Seit-an-Seit-Apparieren war mit den ganzen Koffern ziemlich unpraktisch, auch wenn der Taxifahrer ihren Vogelkäfig mit dem Raben ein wenig seltsam beäugt hatte. Aber immerhin trugen Mina und ihr Vater echte Muggelsachen. Ihr Vater eine Lederjacke und alte Jeans, während sie Cargohosen und ein Top trug. Verträumt blickte Mina nach draußen. Es versprach heute noch ein warmer Tag zu werden. Die Sonne streckte langsam ihre Fühler aus und färbte den Himmel rosarot. Keine einzige Wolke war zu sehen. Müde fuhr sich Mina durch die kurzen Locken und ließ sich dann noch zu einem kleinen Schläfchen hinreißen, schließlich hatte sie die ganze Nacht vor Aufregung kein Auge zugetan...

***


„Mina, jetzt komm schnell!“, wurde sie auf einmal äußerst unsanft wach gerüttelt. Als Mina die Augen aufschlug sah sie, dass sie sich auf einem ziemlich belebten Parkplatz befanden. Sie waren nun als da.
Schnell löste sie ihren Gurt und sprang aus dem Taxi.
Der Taxifahrer mühte sich gerade mit Abraxas Käfig ab. Der Rabe krächzte empört, was viele Passanten neugierige Blicke auf sie werden ließ.
„Das hat mir gerade noch gefehlt“, meinte John und verdrehte die Augen.
Mina lachte.
„Dad, du tust fast so als wäre heut dein erster Schultag!“
Vorerst antwortete ihr Vater nichts darauf, sondern vergewisserte sich, dass der Taxifahrer nichts von diesem Satz vernommen hatte, eher er ihn bezahlte und Mina dann half ihr Gepäck zu den Gleisen zu schleppen.

„Ich habe nur Angst, dass du in das falsche Haus kommst“, erklärte er ihr.
Entrüstet sah Mina ihn an, während sie sich durch die vielen Passanten schlängelten.
„Also für Ravenclaw bin ich wohl zu dumm, für Hufflepuff zu faul und wenn du glaubst ich könnte nach Slytherin kommen, bin ich ernsthaft beleidigt!“
Slytherin war das Haus der Vollidioten. Der Schleimer, der Lügner, der dunklen Magier. Das hatten Fred und George ihr erzählt. Für Mina gab es nach deren Erzählungen keinen Zweifel, dass sie eine Gryffindor war. Schließlich war ihr Vater das auch gewesen.
Doch der lächelte daraufhin nur gequält.

Als sie die Absperrung zwischen Gleis neun und zehn erblickten, sahen sie auch gleichzeitig die Weasleys. Molly, ihrerseits kugelrund, mit einem freundlichen, mütterlichen Lächeln, war leidlich darum bemüht die Truppe beieinander zu halt. Percy, groß und lang wie eh und je, versuchte sein möglichstes ihr dabei zu helfen. Fred und George, die man nicht auseinander halten konnte, versuchten ihr möglichstes um alles durcheinander zu bringen. Ron, der beinahe schon so groß war wie Fred und George, folgte ihnen etwas verwirrt und Ginny blickte sich ziemlich nervös um. Kurzum: Mina hatte ihre zweite Familie gefunden.

Als Mina zu ihnen gehen wollte, erspähte sie noch einen Jungen, mit zerzausten, schwarzen Haaren und einer lustigen Brille, der der die Weasleys beobachtete. Da er auch eine Eule dabei hatte, ging sie davon aus, dass es sich bei ihm ebenfalls um einen Zauberer handelte. Doch dafür wirkte er recht orientierungslos.
„Kann ich dir helfen?“, sprach ihn John gleich einmal an.
Der Junge fuhr herum. Seine schwarzen Haare flogen ihm beinahe verwegen in die Stirn.
„Äh, ja. Ich suche das Gleis neundreiviertel“, antwortete er.
John nickte und wies auf Mina, die ihn schüchtern anlächelte.
„Das ist meine Tochter Mina, sie wird mit dir zu Molly gehen, die bringt euch dorthin.“
„Oh, danke Sir.“
John winkte ab. „Keine Ursache.“

Dann wandte er sich Mina zu.
„Ich muss gleich los, ziemlich viel zu tun. Aber ich wünsche dir nur das Beste in Hogwarts, schreib mir sofort wenn du weißt in welchem Haus du bist“, meinte er an Mina gewandt.
Minas Mundwinkel waren nach unten gerutscht. Sie hatte gedacht ihr Vater könnte sie wenigsten bis zum Zug bringen, wenn sie ihren ersten Schultag hatte. Sie gerieten zwar häufig aneinander, doch eigentlich hatte Mina ihren Vater sehr, sehr gern. Sie sah aber auch gleichzeitig ein, dass er allein das Geld für sie Beide zu verdienen hatte und dass sie nur Dank seiner guten Arbeit so viel Geld hatten.
„Also gut, bis dann Dad“, meinte sie und drückte ihn einmal fest, dann sah traurig zu, wie er auf dem Absatz kehrt mache und davon huschte.

Sie seufzte und wandte sich wieder dem Jungen mit der Brille zu.
„Komm mit, gehen wir zu Mrs Weasley.“
Der Junge nickte und gemeinsam gingen sie zu der rundlichen Frau, die Mina gleich einmal herzlich in ihre Arme schloss.
„Ist dein Vater schon wieder abgehauen? Ach, was muss der sich auch immer so in die Arbeit stürzen! Oh, wen hast du uns denn da mitgebracht?“, fragte sie als sie Mina wieder los ließ.
„Ähm, er wollte wissen wo es zum Gleich neundreiviertel geht.“

Nun schenkte auch Mrs Weasley dem Jungen ein Lächeln.
„Komm wir zeigen es dir. Percy, du zuerst.“
Damit verschwand Percy hinter der Absperrung.
„Einfach ordentlich drauf zu rennen, dann bist du auf dem Gleis“, erklärte sie ihm. Dem Jungen war das sichtlich unangenehm, doch schließlich befolgte er Mrs Weasleys Rat und verschwand kurz darauf.

„Wer war das denn?“, fragte Ron neugierig.
Mina wandte ihr Gesicht ihrem besten Freund zu. Schon seit sie denken konnte kannte sie ihn. Er war groß, viel größer als sie, aber Mina war auch irgendwie besonders klein. Kaum größer als Ginny und die war über ein Jahr jünger als sie. Seine Haare waren rot, wie die aller Weasleys, doch Ron war ziemlich groß und schlaksig geraten, mit großen Händen und Füßen.
Als Rons Blick auf ihre Frisur fiel, grinste er.
„Jetzt siehst du echt aus wie ein Junge.“
Ehe Mina etwas erwidern konnte, meinte Mrs Weasley schon, dass sie nun durch die Absperrung laufen sollte.

So rannte Mina nach Ron mit ihrem ganzen Gepäck, durch die Absperrung.
Als sie schließlich die scharlachrote Lock sah, kam selbst sie als waschechte Hexe, ins Staunen. Auf einem Schild über der Lock stand Hogwartsexpress, 11 Uhr. Eine Weile beobachtete sie nur das bunte Treiben auf dem Bahnsteig und die riesige Lok, als Fred und George, die vor ihnen durch die Absperrung gegangen waren, aufgeregt auf sie zugeeilt kamen.
„Hey, wisst ihr wer der Junge von vorhin war?“, fragten sie und grinsten.
Mina kannte die Art der Beiden. Gerne ärgerten sie sie, schließlich war sie als zweite kleine, beinahe Schwester perfekt dafür. Doch ebenso gerne heckten sie gemeinsam Unfug aus.

„Nein, wer denn?“, fragte sie neugierig. Wenn die Beiden so aus dem Häuschen waren, hatte das etwas zu bedeuten.
„Harry Potter!“
Mina klappte der Unterkiefer hinunter. Harry Potter. Der Junge, der überlebte. Der Junge, von dem sie schon so viel gehört hatte. Wie er einen immer todbringenden Fluch überlebte, wie von dem Fluch nur eine Narbe zurück blieb. Ein Symbol für den Sieg über den dunkelsten Magier aller Zeiten.
Und sie hatte ihn getroffen. Das hieß er würde in ihre Jahrgang gehen, wenn er heute das erste Mal da war.
„Das ist ja... unglaublich“, stammelte sie.

Mrs Weasley, die nicht minder erstaunt war, fing sich als Erste wieder.
„Und er wirkte so schüchtern und höflich! Wirklich erstaunlich... aber ihr solltet jetzt wirklich schnell in den Zug steigen!“
Die Lock hatte schon den ersten mahnenden Pfiff ausgestoßen. Schnell taten sie wie ihnen geheißen und betraten den Zug. Danach lehnten sie sich alle aus dem Fenster und bekamen noch einen Abschiedskuss.
Sogar Mina bekam einen.
Als die Lock los fuhr, musste Ginny weinen, aber sie würde ja nächstes Jahr ebenfalls nach Hogwarts gehen.

„Komm, suchen wir uns ein Abteil“, meinte Ron und Mina folgte ihm. Dabei keuchte sie ziemlich heftig unter der Last ihres Koffers und Abraxas’ Käfig.
„Hier ist es noch recht leer.“
Als sie eintraten erkannte Mina den Jungen vom Bahnsteig wieder.
„Ist hier noch frei?“, fragte sie. Der nickte.
Dabei wurde der Blick auf seine blitzartige Narbe frei.
Mina konnte nicht anders und musste einfach auf die Stirn des Jungen schauen.
„Dann haben Fred und George also nicht wieder nur einen blöden Witz gerissen“, murmelte Ron.
Harry schien nicht recht zu wissen, was er sagen wollte, deswegen stellte Mina sie erst einmal vor.
„Also ich bin Mina Maine und das ist Ron Weasley.“
Der Junge nickte.
„Ich bin Harry. Harry Potter.“

Gemeinsam ließen sie sich gegenüber von Harry Potter nieder. Hätte man Mina das am Morgen erzählt, so hätte sie diesen jemand schlichtweg ausgelacht.
Wenigstens starrte Ron jetzt nicht nur noch auf Harrys Stirn, sodass sich auch ein Gespräch entwickeln konnte. Ron erzählte Harry von seiner großen Familie, von der Harry ganz angetan schien, doch Ron erzählte ihm wie er dort niemals Anerkennung finden würde, weil seine großen Brüder ja schon alles erreicht hatten, dass aber trotzdem von ihm erwartet wurde dasselbe zu erreichen.
Dann wandte sich Harry ihr zu.
„Bist du auch eine Schwester von ihm?“

Mina musste grinsen.
„Das sieht man doch: nein. Ich hab schließlich blonde Haare. Aber ich hab so ziemlich meine ganze Kindheit bei ihnen verbracht. Mein Vater jagt Schwarzmagier im Auftrag des Ministeriums und hat wenig Zeit für mich und damit ich nicht so allein bin haben mich die Weasleys sozusagen aufgenommen...“
Harry nickte verstehend, doch stellte natürlich die Frage, die kommen musste:
„Und was ist mit deiner Mum?“
Mina wusste, wenn sie folgende Worte aussprach würde sie Mitleid ernten, wie bei jedem, der sie nach ihrer Mum fragte. Aber sie selbst erinnerte sich ja kaum noch an sie. Sie war ja eineinhalb oder so gewesen, als sie starb.
„Meine Mum ist tot. Bin sozusagen eine Halbwaise.“

„Oh“, tatsächlich erkannte sie Mitleid in Harrys Blick. Mina dachte schon, dass sie damit die Stimmung versaut hatte, doch Harry fuhr fort.
„Naja, ich bin ein Vollwaise, Lord Voldemort hat meine Eltern umgebracht.“
Mina spürte wie ihr der Atem stockte und wie Ron erschrocken aufkeuchte. Er hatte seinen Namen ausgesprochen. Den Namen des dunkelsten Magiers aller Zeiten.
Es ängstigte Mina, doch gleichzeitig faszinierte es sie.
Neugierig fragte sie Harry, ob er sich noch an etwas erinnern würde. Sie war beinahe enttäuscht als er dies verneinte.

Mittlerweile hatten sie London hinter sich gelassen. Draußen am Fenster zogen Weiden voller Kühe und Schafe vorbei. Gegen halb zwölf kam der Süßigkeitenwagen vorbei. Harry bot ihnen an, etwas für sie zu kaufen, doch Mina winkte ab.
Sie hatte selbst genug Geld. Auch wenn ihr Vater nicht viel Zeit hatte. Geld hatten sie.
Gemeinsam mit Harry kaufte sie den halben Wagen leer und teilten sie mit Ron, ehe sie sich daran machten die Süßigkeiten zu verspeisen.
Mina fand es ziemlich lustig, dass gerade Harry Potter keine Ahnung von der Zaubererwelt hatte. So mussten sie ihm erst einmal erklären, was es mit Bertie Botts Bohnen auf sich hatte und weshalb die Zauberer auf den Karten sich bewegten.

Die Landschaft außerhalb des Zuges wurde gleichzeitig zunehmend wilder. Verschlungene Flüsse und wilde Wälder zogen an ihnen vorbei.
Irgendwann wurde die Abteiltür aufgeschoben. Mina erkannte Neville Longbottom, mit dem sie früher oft gespielt hatte.
„Hi, Neville, was gibt’s?“, fragte sie.
„Ich suche meine Kröte... Trevor ist einfach abgehauen! Habt ihr ihn gesehen?“
Mina und die beiden Jungs schüttelten die Köpfe.
„Sorry, hier war keine Kröte“, meinte Ron.

Daraufhin zuckte Neville mit den Schultern und verschwand.
„Wer war das denn?“, fragte Harry neugierig.
„Neville Longbottom. Ein Freund von uns“, erklärte ihm Mina.
„Ich hab’ ihm immer gesagt, dass eine Kröte total bescheuert ist, aber er hat trotzdem eine genommen...“, ergänzte Ron, ehe er für einen Moment nachdachte, „naja, ich habe eine Ratte, ist auch nicht unbedingt besser. Und Mina hat einen Raben.“
Wie zur Bestätigung hüpfte Abraxas in seinem Käfig auf eine Stange und blickte sie unverwandt an.

„Ehrlich Mina, ich find den unheimlich“, sagte Ron.
„Ach Quatsch, der ist extrem intelligent. Nur weil du eine langweilige Ratte hast...“, entgegnete Mina. Auf ihren Raben ließ sie nichts kommen. Sie hoffte nur, dass er tatsächlich so zuverlässig die Post überbringen würde, wie der Mann im Laden versprochen hatte.
„Ich hab ja versucht Krätze, das ist übrigens sein Name, gelb zu hexen“, sagte Ron und unterbrach sich selbst und fischte Krätze aus seiner Jackentasche. Daraufhin präsentierte er eine graue stinknormale Gartenratte.
„Nur irgendwie funktioniert der Spruch von Fred und George nicht richtig...“
Er kramte seinen ziemlich malträtiert aussehenden Zauberstab hervor.
„Ich zeig es euch.“

Gerade erhob er seinen Zauberstab, als ein Mädchen die Abteiltür aufschob. Sie war Mina auf den ersten Blick unsympathisch. Buschiges braunes Haar konnte die extrem penetranten Vorderzähne kaum kaschieren.
„Hat jemand eine Kröte gesehen?“, fragte sie in ziemlich arroganten Tonfall, doch ehe ihr jemand antwortete fiel ihr Blick auf Rons Zauberstab.
„Ah, du zauberst? Na, lass mal sehen!“
Ron nickte geschäftig und meinte großspurig: „Na, klar.“
Daraufhin murmelte er einen ziemlich lustigen Zauberspruch von wegen „Eidotter, Gänsekraut und Sonnenschein, gelb soll diese Ratte sein.“
Natürlich geschah nichts und Krätze schlief munter weiter.

Das Mädchen verdrehte die Augen.
„Das ist doch kein echter Zauberspruch. Zum mindest klangen die aus den Schulbüchern ganz anders und die haben auch immer gleich funktioniert. Wisst ihr, keiner aus meiner Familie ist magisch, trotzdem habe ich schon einmal alle Zauberbücher auswendig gelernt. Nur für den Fall... mein Name ist übrigens Hermine Granger und wer seid ihr?“
Erstaunt blickte Mina sie an. Sie hatte noch nie jemand so schnell reden gehört.
„Mina Maine, Ron Weasley und Harry Potter“, antwortete sie schnell und im Gegensatz zu dem Mädchen. knapp.
Sie mochte Hermine nicht, deswegen wollte sie auch, dass diese so schnell wie möglich wieder verschwand.

Doch Hermine machte ihr da einen Strich durch die Rechnung.
„Harry Potter? Du meine Güte, ich habe alles über dich gelesen. Vieles aus meinen Hintergrundlektüren wie Geschichte der modernen Magie -„
„Ja, schön, wenn du uns entschuldigst wir haben noch etwas zu besprechen und Neville wird sicher auch auf Erfolg bei der Krötensuche hoffen“, unterbrach Mina Hermine und schob sie nach draußen, ehe sie die Abteiltür schloss.
Seufzend ließ sie sich wieder auf ihren Platz fallen.
„Ich hasse Streber. Es ist so demütigend wenn Muggel mehr aus unserer Welt wissen als wir selbst“, sagte sie.
Mina las nicht gern, dazu war sie viel zu aktiv. Viel lieber spielte sie Quidditch. Insgeheim hoffte sie sogar in die Hausmannschaft aufgenommen zu werden. Doch laut Fred und George wurde der Platz für Jäger frühestens nächstes Jahr frei.

„Hoffentlich kommt die nicht nach Gryffindor“, meinte Ron. Für ihn war klar, dass er selbst nach Gryffindor kommen würde, so wie alle Weasleys. Aber auch Minas klarer Vorsatz war dies.
„Was gibt es denn so für Häuser?“, fragte Harry neugierig.
Mina hatte ganz vergessen, wie wenig Harry tatsächlich aus ihrer Welt wusste.
Während Ron und Mina vereint ihr Wissen von dem was sie gehört hatten vortrugen wurde ein weiteres Mal die Abteiltür aufgeschoben und Mina dachte schon Hermine käme zurück.

Doch es war ein Junge, den Mina noch nie gesehen hatte. Ein blässliches, spitzes Gesicht und hellblonde Haare fielen in graue Augen.
„Stimmt es, dass Harry Potter hier ist?“, fragte er.
„Ja“, erwiderte Harry.
Minas Blick fiel auf die Begleitung des Jungen: zwei ziemlich fies aussehende Jungs mit breiten Schultern.
„Das sind Crabbe und Goyle“, bemerkte er lässig, als er Minas Blick folgte.
„Du musst Mina sein.“

Mina blickte den Jungen perplex an. Woher sollte er sie denn kennen? Er sah aus wie ein Sohn von Zauberern, mit sehr viel Geld, die sich nicht mit niederen abgaben. Nun hatte Mina zwar auch viel Geld, doch ihr Vater verachtete solche Gesellschaft.
„Woher weißt du das?“, fragte sie gereizter als sie wollte. Sie mochte es nicht, wenn jemand mehr wusste, als sie. Und noch viel weniger mochte es sie wenn Andere von oben herab mit ihr sprachen.
„Ich kenne deine Mum“, erwiderte der Junge immer noch sehr lässig.
„Meine Mum ist tot“, erwiderte Mina kalt.
„Soso, ist sie das. Nunja, mein Name ist Draco Malfoy.“

Ron musste husten, doch das klang mehr wie ein unterdrücktes Kichern. Wie sich Ron und Harry mit dem Jungen anlegten, bemerkte Mina schon gar nicht mehr. Irgendwie machte es bei seinem Nachnamen klick, doch Mina wusste es nicht einzuordnen. Draco Malfoy musste so alt sein wie sie und somit war er auch um die zwei Jahre alt gewesen als ihre Mutter starb. Vielleicht hatte er sie damals gekannt? Und heute hatte er Fotos... Sah sie ihrer Mum etwa ähnlich? Schon so oft hatte sich Mina diese Frage gestellt, doch da ihr Dad keine Fotos hatte, hatte sie dies nie feststellen können. Allerdings mussten die grünen Augen und die blonden Haare einfach von ihr sein. Die Verwandtschaft ihres Vaters war komplett rothaarig und blauäugig.

Gerade wollte Mina diesen Draco Malfoy fragen ob er denn Fotos von ihrer Mum hatte, als Rons Ratte Goyle ansprang und ihn in den Finger biss. Daraufhin hasteten die anderen Beiden mit ihm davon.
Mina schüttelte den Kopf.
„Spast“, meinte sie. „Er kennt meine Mum. Dass ich nicht lache. Wenn sie auch nur annähernd so wie Dad war, dann hat sie sich nicht mit solchen Leuten abgegeben!“
Wahrscheinlich hatte er ihren Namen von irgendjemand anderem gehört und ebenso, dass sie eine Halbwaise war.
Okay, das klang vielleicht weit hergeholt, denn es gab keinen Grund, weshalb er das hätte sagen sollen. Aber solch einem Schleimer wollte Mina sicher nicht nach ihrer Mum fragen, da wollte sie lieber selbst Nachforschungen anstellen.

„Ja, das glaube ich auch“, stimmte Ron ihr zu, an Harry gewandt erklärte ihr, „die Malfoys sind eine typische schwarzmagische Familie, nach dem Fall Du-Weißt-Schon-Wens behaupteten sie sie seien verhext worden...“
Mina klatschte sich gegen die Stirn.
Malfoy. Natürlich.
„Jetzt fällt es mir auch wieder ein! Mein Dad arbeitet seit Jahren daran den Vater von diesem Kerl dran zu kriegen, doch er schafft es einfach nicht.“
Da wäre ihr Grund, weshalb der blonde Junge etwas gegen sie haben musste. Aber wenn er das so regeln wollte, hatte Mina keine Angst vor ihm. Mit ihrer Mum konnte man sie nicht verletzen.

Die restliche Fahrt versank Mina vollkommen in Gedanken. Bis es auf einmal ziemlich hektisch auf den Gängen zuging.
Wieder wurde die Abteiltür aufgeschoben und Hermine Granger trat ein und meinte, dass sie besser ihre Umhänge anziehen sollten. Mina stöhnte auf.
„Gut, würdest du bitte gehen, damit wir uns umziehen könnten?“, fragte Ron.
Hermine warf Mina einen verdatterten Blick zu, schließlich war Mina ebenso ein Mädchen und durfte allem Anschein nach bei ihnen bleiben. Doch schließlich ging sie.
„Schon gut, gehe ja schon. Übrigens hast du Dreck auf der Nase.“
Dann verschwand sie.

Ron schnaubte.
„Blöde Kuh.“
Mina nickte und gemeinsam zogen sie ihre Hogwartsumhänge über. Viel erkennen konnte Mina draußen allerdings nicht; die Nacht hatte sie auf das Land herab gesenkt.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Wenn man wie ich über Böses schreibt und wenn einer der beschriebenen Figuren im Grunde ein Psychopath ist, hat man die Pflicht, das wirklich Böse zu zeigen, nämlich, dass Menschen getötet werden.
Joanne K. Rowling