
von Mina Slytherin
Unruhig wartete Miriam im Gemeinschaftsraum der Slytherins auf Bella. Obwohl Miriam eher der ruhige Typ war, war sie nun doch recht nervös und blickte auf ihre Armbanduhr. Wenn sie genauer darüber nachdachte war das ihre erste große Party und Miriam war unheimlich gespannt darauf. Einen Dämpfer hatte es ihr allerdings versetzt, als Lucius in Hogwarts bleiben musste, weil ihn eine starke Erkältung plagte. Er würde mit Sev zum Halloweenessen gehen und danach früh ins Bett. Also würde Miriam jetzt alleine mit Bella losziehen.
Miriam trug enge Jeans und ein hübsches Oberteil, um ihre Taille hatte sie einen breiten Gürtel gelegt. Auf hohe Schuhe hatte sie verzichtet; sie war ohnehin groß genug. Ein unheimlich teurer Mantel machte ihr Outfit in ihren Augen perfekt für den Abend. Ihre langen Haare ließ sie offen, so konnten sie ihr in sanften Wellen bis zur Mitte des Rückens fallen.
Endlich öffnete sich die Tür zu den Badezimmern und Bella kam heraus. Miriam klappte der Unterkiefer hinunter. Bella sah nicht minder erstaunt aus. Normalerweise trugen sie die traditionelle Kleidung ihrer Familien oder die Hogwartsumhänge, selten sah man die Beiden in anderen Klamotten.
Bella trug einen grauen Minirock, der leicht ausgestellt war und darunter Leggins, dazu lässige, hohe Sneakers in schwarz. Ansonsten trug sie nur noch ein schwarzes, tief ausgeschnittenes Top und unzählige Nietenarmbänder zierten ihre Handgelenke. Die schwarzen Locken waren locker hochgesteckt.
„Verdammt Bella, siehst du gut aus“, rutschte es Miriam heraus.
Bella hatte es wieder einmal geschafft anziehend anders zu sein. Miriam würde in ihrer Kleidung kaum auffallen, so etwas trug jede Zweite, doch Bella würde zweifelsohne Blicke auf sich ziehen.
„Du siehst aber auch nicht schlecht aus, Miriam“, meinte sie und bot ihr grinsend einen Arm. „Wenn wir schon ohne Begleitung los ziehen“, erklärte sie Miriam.
Die kicherte und nahm Bellas Arm.
Gemeinsam gingen sie nach draußen. Als sie an der großen Halle vorbei kamen hörten sie die vielen Stimmen schnatternder Schüler, doch dorthin wollten die Beiden nicht. Im drei Besen gab es auch ein Buffet, das sicher nicht so üppig war, wie das Essen in Hogwarts, doch zum Essen gingen die Schüler auch nicht dorthin.
Draußen fegte ein kalter Wind über die bereits dunkle Landschaft. Man konnte die Wolken am Halbmond nur so vorbei fliegen sehen. Miriam schlang ihren Mantel enger um sich. Immerhin regnete es nicht. Die beiden jungen Frauen schritten schnell voran, um der eisigen Kälte zu entkommen.
„Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, wie das erst im Winter wird“, bibberte Miriam.
Doch bald sahen sie das warme Licht, das der Drei Besen ihnen entgegen sandte. Schon von weitem konnte man die laute Musik hören.
„Das klingt doch mal nach guter Stimmung“, meinte Bella grinsend.
Miriam nickte zögerlich. Nun wurde ihr doch etwas mulmig. Was wenn sie sich dort blamierten? Sie waren mit die Jüngsten und sie war verdammt unbeliebt. Sie hatte nicht das Selbstbewusstsein Bellas, aber der stand auch nicht ihr blöder Nachname im Weg.
Auf einmal kam ihr ihre Idee gar nicht mehr so gut vor...
„Was ist? Willst du nicht rein?“, fragte Bella als sie die Tür geöffnet hatte. Schnell folgte Miriam ihr und versuchte ihr ungutes Gefühl abzuschütteln.
Schon im Foyer schlug Miriam eine unglaubliche Hitze entgegen. Der Drei Besen war proppenvoll. Lautes Gebrüll, Gelächter und auch Gesang, verkündeten, dass viele jetzt schon sehr gut drauf waren. Achtlos schmissen Bella und Miriam ihre Mäntel zu den anderen. Obwohl sie ein Vermögen gekostet hatten, machten sich die Beiden keine allzu großen Gedanken darüber. Ihre Familien waren reich genug, um ihnen sofort einen neuen Mantel zu kaufen.
Miriam fiel die übertriebene Dekoration gar nicht wirklich auf, so nervös war sie. Überall blickten Skelette auf sie herab und verzauberte Kürbisse mit schrecklichen Fratzen heulten laut wie ein Wolf. Doch schnell folgte Miriam Bella, die schon in den Saal verschwunden war.
Der Drei Besen war nicht wieder zu erkennen; die Tische und Stühle waren einer Tanzfläche und einer kleinen Bühne gewichen, auf der eine recht unbekannte Band ziemlich bekannte Lieder spielte. Trotzdem war der Raum so eng, dass falls man tanzen wollte, man unweigerlich Angst haben musste von den Massen erdrückt zu werden. Das Dämmerlicht, das nur aus ein paar verzauberten roten Kerzen kam, erschwerte es einzelne Schüler zu erkennen.
„Sieh mal, dahinten sind Rod und Dustin!“, musste Bella ihr beinahe ins Ohr brüllen, damit Miriam sie verstand. „Komm gehen wir zu ihnen!“
Sie deutete auf die Beiden, die lässig an der Bar saßen und ihnen zuwinkten. Bei ihnen hatten sie Glück gehabt; sie saßen direkt an solch einer Kerze.
Erleichtert folgte Miriam Bella, so mussten sie schon einmal nicht dumm herum stehen.
„Na, ihr zwei“, begrüßte Rod sie grinsend.
Eigentlich fühlte Miriam sich immer noch recht unwohl wegen der Sache mit Creek, wenn sie mit Rod und Dustin redete, doch nun war sie ausnahmsweise froh um die Gesellschaft der Beiden.
Die beiden Mädchen erwiderten seinen Gruß.
„Was trinkst du denn da?“, fragte Bella dann neugierig und deutete auf ein Glas mit roter Flüssigkeit.
„Ach, das ist Feuerwhiskey mit Kirschsaft. Schmeckt genial, probier es mal!“
Verwundert beobachtete Miriam Bella, wie die an dem Getränk nippte. Miriam konnte Feuerwhiskey nicht ausstehen. Der brannte so furchtbar im Hals.
„Wow, das schmeckt ja wirklich nicht schlecht“, sagte Bella verwundert. „Miriam, probier du mal. Man schmeckt den Whiskey fast gar nicht.“
„Eigentlich...“ Miriam hatte keine Lust auf Feuerwhiskey, doch sie wollte vor Rod und Dustin nicht dumm da stehen. Vorsichtig nippte sie an dem Getränk und wartete auf das Brennen im Hals.
Doch es blieb aus.
„Wow“, staunte nun auch sie und nickte anerkennend.
„Na, wie wär es mit noch einem Gläschen?“, fragte Rod an Dustin gewandt. Dustin hatte schon ein ziemlich rotes Gesicht und lallte, doch er wollte noch eines. „Auch für die Damen?“, fragte Rod.
Und schon hatte er vier weitere Gläser „Kirschfeuer“ bestellt.
Miriam, der es in dem überhitzten Raum langsam ziemlich warm wurde trank gierig.
„Wo hast du denn Lucius gelassen“, fragte Rod an sie gewandt, als er die nächste Runde Kirschfeuer bestellte. Leute wie sie mussten schließlich nicht auf Geld achten und konnten den ganzen Abend teure Cocktails schlürfen.
„Der ist krank. Hat sich beim letzten Quidditchspiel erkältet“, antwortete Miriam ihm. „Dein Training war wohl zu anstrengend.“
Sie grinste. Auch sie spürte wie ihre Wangen langsam warm wurden, doch auch wie sie immer unverkrampfter wurde. Das empfand sie als durchaus angenehm. Sonst hatte sie immer recht wenig mit Rod zu tun gehabt und nun unterhielten sie sich ganz entspannt.
„Bestellst du mir noch einen?“, fragte sie Rod und klimperte mit den Augenbrauen, wie sie es noch nie getan hatte, aber wahrscheinlich merkte sie das schon gar nicht mehr. „Super Idee!“, fiel nun auch Bella ein, die zuvor begonnenen hatte sich im Takt der Musik ein wenig zu bewegen und nach anderen Leuten Ausschau zu halten.
„Ich weiß was viel Besseres“, sagte Rod und zog Miriam und Bella zu sich her, ehe er beiden einen Arm um die Schulter legte.
Miriam war gar nicht aufgefallen, dass ein kleiner Beutel an seiner Seite baumelte. Doch als er dann noch eine Flasche Feuerwhiskey hervor zog, machte sie ganz große Augen.
„Kleiner Zauber“, erklärte er ihnen und grinste.
Miriam hatte schon von solchen Zaubern gehört, mit denen man große Gegenstände in kleinen Taschen unterbringen konnte.
„Sagen die hier da nichts?“, fragte Miriam erstaunt.
„Als ob die sich das bei einem Lestrange trauen“, antwortete Rod großspurig.
Bella kicherte. Mädchenhafter als man es von ihr gewohnt war. Allerdings klammerte sie sich gerade auch ziemlich an Rod, was man ebenfalls kaum von ihr gewohnt war.
„Also wollt ihr jetzt etwas oder nicht?“, fragte Rod und löste sich von den Beiden, ehe er sie herausfordernd angrinste.
„Na, gib schon her!“, sagte Bella, deren rehbraune Augen irgendwie ziemlich verklärt aussahen.
„Sonst was?“, fragte Rod herausfordern.
„Dann verhex ich dich“, meinte Bella und zwinkerte ihm zu.
„Tja, deswegen bekommt jetzt erst einmal Miriam etwas zu trinken, weil sie weiß, was sich gehört“, sagte Rod und drückte Miriam die Flasche in die Hand.
Eigentlich mochte Miriam ja gar keinen Feuerwhiskey...
Dennoch probierte sie. Dieses Mal blieb das Brennen ebenfalls aus. In gierigen Schlucken trank sie.
„Hey, du kleiner Schluckspecht“, lachte Rod und nahm ihr die Feuerwhiskeyflasche ab. „Du sollst nicht die halbe Flasche leer machen.“
Miriam grinste, musste sich dabei aber schon an der Bar abstützen. Als sie sich umblickte, erkannte sie Dustin, wie er gerade etwas mit der farbigen, aber verdammt heißen Sara Zabini anfing. Zum mindest hatte er sie im Arm und flüsterte ihr etwas ins Ohr, woraufhin sie ziemlich aufgedreht kicherte.
Es war einfach eine super Stimmung in diesem Raum.
Irgendwie packte sie deshalb auch die Lust zu tanzen, als sie die wogenden Schülermassen sah.
Rod und Bella schienen auch sehr mit sich beschäftig. Gerade war Rod dabei Bella etwas zu trinken zu geben, natürlich hatte er gleichzeitig einen Arm um sie gelegt.
Obwohl Miriam ziemlich betrat sie die Tanzfläche. Manchen rempelte sie dabei an, doch die meisten bemerkten das kaum. Eine Zeit lang tanzte Miriam allein. Sie wollte einfach eins werden mit der Musik. Was für seltsame Gedanken sie gerade packten... Irgendwann spürte sie jedoch, wie das Stehen für sie immer schwerer wurde. Alles um sie herum begann sich zu drehen.
Schnell klammerte sich an dem ihr am nächsten stehenden fest.
Als jener sich ihr zuwandte, hätte sie am liebsten wieder losgelassen.
Sirius Black schien nur auf diesen Moment gewartet zu haben.
„Na, na, Miriam. Ich hatte ja gewusst, dass du irgendwann auf mein Angebot zurückkommst, aber dass du mir gleich in die Arme fällst...“
„W...wa...was?“, stammelte Miriam. Irgendwie konnte sie nicht so richtig registrieren, was vor sich ging. Sie spürte nur, wie sie plötzlich starke Hände festhielte. Und dafür war sie dankbar. Jemand wie sie sollte nicht am Boden irgendeiner Kneipe liegen.
„Bei Merlins Bart, was hast du bitte schon alles getrunken?“
Nur undeutlich vernahm sie seine Stimme.
Plötzlich spürte sie, wie sie hoch gehoben wurde. Zuerst waren die Geräusche und die Musik leiser, dann umfasste sie ein kalter Luftzug. Daraufhin spürte sie, wie sie sich auf etwas hartes setzten. Miriam hatte schon wieder fast vergessen bei wem sie war. Sein Oberkörper war definitiv so muskulös, wie der ihres Freundes. Doch so ein weißes Hemd hatte er nicht. Und er roch auch nicht so...
Dennoch kuschelte sie sich an die Brust ihres Retters.
„Warte einen Moment, ich hole uns kurz unsere Jacken“, vernahm sie eine ferne Stimme.
Dann entschwand ihr Retter. Um Miriam drehte sich alles. Sie legte sich nun hin, ihrem Gefühl nach musste sie sich auf einer Bank befinden. Sie bemerkte überhaupt nicht mehr, dass sie zitterte.
Irgendwann kam ihr Retter zurück und legte ihr einen Mantel um, der sie wohlig wärmte.
Dann wurde sie wieder hochgehoben.
Auf einmal schwankte sie. Oder schwebte Miriam gerade?
Doch das wurde ihr mit einem Mal egal, denn sie spürte wie ihr speiübel wurde.
„Ich... ich muss...“
Sofort wurde sie abgesetzt. Jemand hielt ihr die langen Haare aus dem Gesicht, als sie sich übergab. Doch viel zu erbrechen gab es nicht, schließlich hatte sie über dem Gespräch mit Rod das Abendessen völlig vergessen.
„Was tust du nur...“, hörte sie wieder eine Stimme, dann wurde sie wieder angehoben.
Auf ihrem Weg zurück ins Schloss würgte Miriam noch ein paar Mal, doch sie erbrach sich nicht mehr. Endlich nahm sie die Wärme des Schlosses war. Doch noch immer vermischten sich Farben und Klänge zu einem wirren etwas.
„Wie ist euer Passwort?“, fragte sie jemand.
„Wa?“, fragte Miriam verwirrt. Was für ein Passwort? Dumpf kam die Erinnerung an ihren Gemeinschaftsraum zurück, doch ihr wollte das Passwort nicht einfallen. Da es fast jede Woche geändert wurde, war es auch ohne Alkohol schwer genug, immer das Richtige parat zu haben.
Jemand seufzte schwer. Dann wurde sie Stufen empor getragen.
Das nächste an das sie sich erinnerte, war das ihr eine ziemliche Menge kaltes Wasser über den Kopf geleert wurde. Für einen Moment sah sie klar und deutlich das Gesicht von Sirius Black vor sich.
Doch nur ein gemurmeltes „Nein!“, brachte sie noch zustande, ehe ihr die Augen wieder zufielen.
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Mal ein etwas anderes Kapitel, ich hoffe, dass es euch trotzdem gefällt.
@Candra: Lucius und Sev sind auch besser *gg* Nein Spaß^^ Vielleicht ändert sich Sirius ja noch *g*
@Vivi Black: Jap, wenn es um ihren Lucius geht lässt sich Miriam äußerst schnell wieder beruhigen. Aber ob es anders herum so sein wird? *g*
@Lara: Dunkles Niveau ist ein toller Name, aber so könnte man es in der Tat nennen *g*
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