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Fanfiction

The Serpent's Child - Miriam Slytherin - Die Entscheidung ist gefallen

von Mina Slytherin

Miriam blickte Sirius an. Fassungslos. Erstaunt. Sie hatte gewusst, dass er keinen guten Charakter hatte. Aber dass er so durchtrieben war hätte sie niemals gedacht.
Weit musste sie nicht zu ihm aufblicken. Er war um einiges kleiner als Lucius. Und seine Hinterhältigkeit machte ihn um einiges hässlicher. Seine braunen Augen wirkten matschig und seine schwarzen Haare ließen sein Gesicht viel zu blass erscheinen. Überhaupt waren seine Haare viel zu lang. Er sah aus wie ein Penner.
Und dennoch würde Miriam in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, wenn er zu Dumbledore gehen würde. Denn im Schloss waren sie derzeit um jeden Hinweis dankbar. Auch nur jeder Vermutung wurde sehr zielgenau nachgegangen. Sogar das Ministerium war eingeschaltet. Und doch hatten sie bisher noch keinen nützlichen Hinweis vernommen.
Bisher noch nicht.
Miriam hatte sich dazu entschlossen, weiter abzuwarten.
Doch wenn Sirius sein Vorhaben tatsächlich in die Tat umsetzen würde, dann würde sie zur Gejagten werden.

Langsam näherte sie sich Sirius’ Gesicht. Sie musste sich kaum strecken, um in die Nähe seiner Lippen zu kommen. Das erschien ihr überhaupt nicht männlich.
Wenn sie sich vorstellte, wie sie nicht einmal auf Zehenspitzen zu stehen brauchte um ihren Freund zu küssen, überkam sie Abneigung. Doch sie wollte Sirius gar nicht küssen, sie wollte nur, dass es so aussah.
Denn als er ihre Annäherung bemerkte wurde sein Griff lockerer.
Just in diesem Moment riss sie sich los.
„Du machst mich krank, Black. Hinterhältiges Arschloch!“
Damit rannte sie zu den Treppen und hielt nicht eher inne, bis sie ihr Porträt erreichte.
Ein schnell gemurmeltes „Slytherin ist das einzig Wahre“, und sie war im Gemeinschaftsraum.
Jetzt, in Sicherheit, musste sie fast grinsen. Was hatte Black für ein dämliches Gesicht gemacht, als sie ihn abserviert hatte! Das schien er tatsächlich nicht gewohnt zu sein.
Nun konnte sie aber auch wirklich nichts mehr von ihrer heißen Dusche abhalten und schnell stürzte sie zu den Waschräumen, um Blacks Berührungen von sich zu waschen.

Als sie mit noch recht nassen Haaren und in ihren bequemsten Klamotten zurück in den Gemeinschaftsraum kam, entdeckte sie Bella, die noch immer ihre Quidditchkleidung trug und mit glasigen Augen ins Feuer starrte.
Viel war nicht mehr los im Gemeinschaftsraum, die meisten schienen schon zu Bett gegangen zu sein. Eigentlich hatte sie gehofft Lucius noch zu treffen, doch der schien wohl schon in den Schlafsaal gegangen zu sein.
Als sie jetzt jedoch Bella da so traurig sitzen sah, schritt sie schnell zu ihr und ließ sich neben ihr nieder. Sachte legte sie einen Arm um sie.
„Alles in Ordnung? Hast du Sev nicht getroffen?“

„Oh, doch“, meinte Bella und Miriam sah, wie ihre Finger sich im Saum ihres Umhangs verkrampften.
„Oh, war es... nicht gut?“, fragte Miriam besorgt.
Seltsam, vor ein paar Stunden hatten sie noch kein Wort miteinander gewechselt und nun fühlte Miriam sich wieder komplett verbunden mit ihrer Freundin. Das war wohl wahre Freundschaft.
„Das kann man so sagen“, sagte Bella, „er hat mir von der Schlammblüterin Lily Evans erzählt, die er schon seit Kindertagen kennt und für die er wahre Gefühle hegt. Kannst du dir das vorstellen? ER LIEBT EIN SCHLAMMBLUT!“
Bella war gegen Ende immer lauter geworden, sodass einige Drittklässler erstaunt die Köpfe hoben, doch Bella beachtete sie nicht.
„Und fragst du dich jetzt immer noch, weshalb ich nach Ende meiner Schulzeit dafür einstehen möchte, dass solche niederen Kreaturen nicht mehr unsere Schule besuchen dürfen? Geschweige denn dass sie überhaupt in unsere Gesellschaft dürfen? Sie sollen uns dienen! Oder sterben!“
Miriam bemerkte, wie Bella sich regelrecht warm redete, doch sie ließ es geschehen. Ihre Gefühle waren verletzt worden und im Gegensatz zu ihr, hatte Bella noch nie einen festen Freund gehabt. Wahrscheinlich dachte die Arme schon, sie sei einfach zu hässlich für die Männerwelt. Bella war schon immer der Typ gewesen der sentimentalen Gefühlen eher mit Wut, als mit Trauer begegnete.

So beschloss Miriam Bella auch nichts von der Sache mit Sirius zu erzählen. Auch wenn sie ein ungutes Gefühl beschlich, wenn sie daran dachte, was wohl passieren würde, wenn er tatsächlich zu Dumbledore ging.
Sie wollte Rod nicht verraten. Er war ein guter Freund von Lucius und irgendwie gehörte es da dazu, auch für ihn zu schweigen. Auch wenn das schlechte Gewissen noch so sehr an einem nagte.
Und während Bella so redete und ihren Hass auf die Muggelwelt kundtat, wurde Miriam klar, dass sie schon längst eine Entscheidung getroffen hatte, was ihre Einstellung anbelangte. Keine Seite war die Ihre, doch auf der einen hatte sie so viele Freunde, dass sie sich für die entschied. Als passiver Beistand sozusagen. Sie quälte keine Muggel oder schikanierte sie. Aber sie verriet auch niemanden. Eigentlich hatte sie ihre Wahl schon getroffen, als sie nach Rods und Dustins Gespräch nicht direkt zum Schulleiter marschiert war.

Noch eine ganze Weile saßen Miriam und Bella da, in neuer Eintracht und starrten in die Flammen, während Bella wild gestikulierte. Ehe sie ziemlich spät ins Bett gingen.

***


Der stürmische September ging in einen verregneten Oktober über. Die Fünftklässler bekamen nach und nach immer mehr Hausaufgaben und der graue Alltag hatte nun um sich gegriffen. Das Einzige, das für die Schüler ein kleiner Lichtblick war, war die Halloweenparty, die der Drei Besen plante. Nur für Hogwartsschüler ab der fünften Klasse. Die Kleineren hatten ja die Halloweenfeier in Hogwarts.
Auch Miriam wollte gemeinsam mit Lucius auf die Party gehen. Sogar Bella hatten sie überreden können, nur Sev stellte sich stur. Er war schlichtweg kein Partymensch.
Was Miriam ebenso erleichterte war die Tatsache, dass Potter und seine Affen nicht zu Dumbledore gegangen waren. Sirius ging ihr seither zwar aus dem Weg und warf ihr ziemlich feindselige Blicke zu, die Miriam schon ein wenig bangen ließen, doch er handelte nicht. Er hatte zur Abwechslung gerade mal wieder ein anderes Mädchen aufgegabelt; Sara Davis aus Ravenclaw, die ihn ziemlich abzulenken schien.

An einem verregneten Samstagnachmittag, eine Woche vor Halloween, lag Miriam bei Lucius im Bett. Die meisten Anderen waren nach Hogsmeade gegangen, so hatten sich den Schlafsaal für sich allein. Irgendwie hatte sie ein Ausflug bei dem Regen nicht sonderlich gereizt.
Bella, die Sev seit ihrer „Verabredung“ aus dem Weg ging, hatte sich in die Bibliothek zurückgezogen. Wo Sev steckte wusste einmal wieder niemand. Miriam hatte sich jetzt schon eine ganze Weile vorgenommen Sev zu fragen, was er an jenem Mittag getan hatte, als Creek überfallen worden war.
Creek war mittlerweile wieder bei Bewusstsein, doch noch nicht zur Schule zurückgekehrt. Ein dumpfes Gefühl erfasste Miriam bei dem Gedanken an den kleinen Jungen, der nun sogar Angst vor seinem eigenen Schatten hatte.
Aber sie hatte sich entschieden; sie würde weder Rod noch Dustin verraten. Doch sie wollte endlich Lucius auf die Sache mit den Todessern ansprechen.

Allerdings wollte sie zuerst die Zweisamkeit mit Lucius genießen, für die sie sonst entschieden zu wenig Zeit hatten. Er trug nur eine bequeme Hose und streckte sich auf seinem Bett aus. Fasziniert beobachtete Miriam, wie sich seine Bauchmuskeln dabei anspannten. Mit den Fingerspitzen für sie sie nach. Seine helle Haut schien wie gemeißelt.
Grinsend zog er sie zu sich hinunter und drückte ihr einen langen Kuss auf. Miriam selbst trug ebenfalls bequeme Hosen und ein einfaches Top.
Sie genoss den Kuss mit geschlossenen Augen. Seine Lippen waren so wunderbar weich und angenehm, Miriam hätte ihr Leben lang hier in diesem Schlafsaal liegen und sich einfach nur an ihren geliebten Freund kuscheln können.

Graue Augen blickten sie aufmerksam an, als sie sich voneinander lösten. Natürlich hatte er bemerkt, dass Miriam etwas auf dem Herzen lag, denn wenn sie ehrlich zu sich war, dann wartete sie schon ziemlich lange auf den berühmten, richtigen Moment. Wenn er wollte konnte er sehr aufmerksam sein.
„Stimmt etwas nicht, Schatz?“, fragte er und nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände. Miriam sog den Duft, der an seinen Handgelenken hing tief ein. Teures Parfüm. Doch so verführerisch.
Das war der Moment.
„Bella hat vor ein paar Woche gemeint, dass ihr euch den Todessern anschließen wollt“, ließ sie die Bombe platzen.
„Ähm ja, damit hatte sie Recht“, antwortete ihr Lucius ziemlich direkt.
Unschuldig blickten sie seine grauen Augen an.
Wütend riss sich Miriam los.
„Und warum habt ihr es nicht für nötig gehalten mir irgendetwas davon zu erzählen. Wieso-„
Schnell verschloss Lucius ihren Mund mit einem Kuss.

„Damit du dich nicht immer so aufregst, Süße“, sagte er und küsste sie wieder. Miriam versuchte den Kopf zur Seite zu drehen, um seinen Lippen zu entkommen, doch dies war ein hoffnungsloses Unterfangen.
„Ach, und so soll ich mich weniger aufregen? Verdammt Lucius, jetzt hör auf damit!“
Wütend setzte sie sich auf. Ihre grünen Augen versprühten Gift.
„Oh, du kannst ja sogar gefährlich aussehen“, meinte Lucius grinsend und wollte sie wieder küssen. „Wenn du so aussiehst kann ich einfach nicht genug von dir kriegen.“

Doch Miriam machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Sie floh schnell aus dem Bett und richtete sich zu ihrer vollen Größe auf, während sie auf ihn herab schaute.
„Wieso habt ihr mir nichts davon erzählt? Und jetzt bringt verdammt noch einmal einen richtigen Grund, sonst werde ich richtig sauer.“
Sie hasste es, wenn Lucius sie nicht ernst nahm.
„Okay, schön.“ Nun setzte sich auch Lucius auf. „Wie du sicher weißt komme ich, sowie du und sowie alle anderen richtigen Reinblüter aus einem erzkonservativen Haus. Schon mein Vater hat den Dunklen Lord in seinen Plänen unterstützt und so werde auch ich seinem Beispiel folgen. Es ist sozusagen meine Pflicht, mein Vater ist nun einmal leider nicht mehr der Jüngste. Außerdem weißt du, dass ich voll hinter den Überzeugungen des Dunklen Lords stehe!“
Miriam seufzte. Ja, das hatte sie gewusst.

„Und weshalb redest du da mit Bella drüber und nicht mit mir?“
„Weil Bella mich darauf angesprochen hat. Ich finde nicht, dass Frauen Todesser werden sollten, nichts gegen euch, aber es ist einfach nicht das schöne Leben, das eine wahre Reinblüterin verdient hat.“
Ungläubig hob Miriam die Augenbrauen.
„Und Bella ist etwa keine echte Reinblüterin?“
Die Blacks, die Malfoys, die Slytherins und noch einige andere reinblütigen Familien gehörten zu den berühmtesten Englands. Nicht viele hatten es in diese Position geschafft. Nicht viele hatten ihr Blut so lange rein halten können. Ein Zweig von Miriams Familie hatte es auch nicht geschafft, doch ihrer war rein, bis zu den Wurzeln Salazars.
Wenn sie dabei jedoch an den Mann der Schwester ihres Urgroßvaters Gellert Grindelwald dachte, wurde ihr auch wieder etwas anders. Auf so jemanden hätte sie gerne verzichtet. Aber dies waren nun einmal die Schattenseiten des reinen Blutes.
Dennoch erschien es ihr seltsam Bella nicht als richtige Reinblüterin zu bezeichnen.

„Doch, aber ganz ehrlich, so richtig normal tickt sie nicht“, antwortete Lucius ihr jetzt, „sie war schon immer deutlich aggressiver und gefährlicher als du, ja sogar als ich. Im Quidditch hat jeder am meisten Angst vor ihr. Du bist nicht so, mein Schatz, du bist meine große kleine, süße Miriam, der ich so etwas gerne schonender beigebracht hätte.“
Miriam seufzte er hatte ja Recht. Oh, er konnte sie so leicht wieder versöhnlich stimmen.
„Wann hättest du es mir dann gesagt?“, fragte sie schon eine ganze Spur ruhiger.
„Also als Deadline hatte ich mir die Herbstferien vorgenommen. Wahrscheinlich irgendwann in ihnen, damit dein hübscher Kopf nicht ganz so abgelenkt von der Schule ist.“
Miriam blinzelte. „Wirklich?“
„Ja, ich schwöre es dir sogar. Frag Bella.“

Die Worte entlockten Miriam ein Seufzen. „Also gut.“
Dabei ließ sie sich wieder von ihm hinunter ziehen. Sie umschlangen sich in einem innigen Kuss, der Miriam vorerst alles vergessen ließ.
Doch dann wanderten Lucius’ Hände unter ihr Top und suchten zielstrebig den Weg nach oben.
Miriam verkrampfte sich und hielt seine Hände fest.
„Ich dachte konservative Männer warten mit so etwas bis zur Ehe?“, fragte sie und versuchte betont locker zu klingen.
Lucius grinste und versuchte gegen Miriams Griff anzukommen.
„Da ich weiß, dass ich dich heiraten werde, ist das doch kein Problem.“

Schon seit ihrer Kindheit wurde Miriam und Lucius von ihren Eltern vorgebetet, dass sie eines Tages heiraten sollten. Die zwei mächtigsten und reichsten Häuser Englands vereint, das wäre ihr Traum. Perfekt passte natürlich, dass die Beiden ihre Liebe zueinander im letzten Schuljahr ebenfalls entdeckt hatten.
Dennoch fühlte sich Miriam noch nicht bereit für so etwas. Sie wollte noch eine wenig warten, bis sie vielleicht in den Weihnachtsferien ein Jahr zusammen waren. Im Vergleich zu anderen Mädchen war das sehr keusch. Doch wenn sie an Bella dachte, die mit sechzehn noch nicht einmal einen Freund hatte, fühlte sie sich darin bestätigt.
Scheinbar begriff das jetzt auch Lucius und seufzte.
„Also gut, aber all zu lange mag ich auch nicht mehr warten...“
„Keine Sorge“, lächelte Miriam, „brauchst du auch nicht.“

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@Candra: Tja, leider scheint bei Bella und Sev jemand im Weg zu stehen *g*
@Vivi Black: Jap, das kann man so sagen. Ich schreibe ja aus der Sicht der Slytherins und fühle den sonst so "guten" Rumtreibern gerne auf den Zahn *g*
@Lara: Jaja, böser Sirius. Aber Miriam liebt ihren Lucius, wie sie ja eindrucksvoll in diesem Chap beweist^^


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