The Serpent's Child - Miriam Slytherin - Ein unmoralisches Angebot
von Mina Slytherin
„Was? Woooow...“, sagte Miriam, da ihr einfach nichts anderes einfiel, das von ihren Hintergedanken ablenken konnte.
„Ist irgendetwas?“, fragte Sev, der das natürlich sofort bemerkte.
„Nein, nein“, erwiderte Miriam schnell. Sie hatte beschlossen sich erst einmal selbst eine Meinung zu der Sache zu bilden, ehe sie irgendjemand etwas verriet.
„Komm, gehen wir. Die Sache interessiert mich jetzt doch“, sagte sie schnell. Ihr Streit mit Bella war vorerst vergessen. So hatte das Gespräch von Rod und Dustin doch etwas Gutes gehabt.
Gemeinsam verlieĂźen sie die Bibliothek. Miriam wischte sich noch ein paar Mal ĂĽber das Gesicht, in der Hoffnung, dass man es ihr nicht all zu sehr ansehen wĂĽrde, dass sie geweint hatte. Erst jetzt fiel ihr auch wieder ein, dass sie ziemlich Hunger hatte, schlieĂźlich war ihr letztes Essen das FrĂĽhstĂĽck gewesen und das war jetzt sechs Stunden her. Sie ĂĽberlegte sich gerade, ob sie nicht noch einen Abstecher in die KĂĽche machen sollten, als ihnen in einem Gang James Potter und John Maine entgegen kamen.
„Ach nee, Slytherin und Snape“, meinte Potter und blieb stehen. Sein Affe Maine tat es ihm gleich und verschränkte die Oberarme, wie er es jedes Mal tat. Er fixierte Miriam, während Potter seinen Blick wie immer auf Snape gerichtet hatte.
„Schon seltsam, dass gerade ihr zwei nach der Sache mit Creek nicht beim Mittagessen ward. Slytherin du siehst ganz schön verheult aus, bereust du etwa gerade irgendetwas?“, fragte Potter ziemlich provokant.
Dass Sev ebenfalls nicht beim Essen gewesen war, erstaunte Miriam. Wo war er denn dann bitte gewesen? D
ass sie jetzt gerade den Beiden begegnen mussten war natĂĽrlich einfach das Pech, das Miriam in letzter Zeit verfolgen schien.
„Dumbledore wird es sicher interessieren, dass ihr Beiden nicht beim Mittagessen ward“, setzte Maine noch einen drauf. Jetzt betrachtete Miriam ihn. Sein Vater war ein ziemlich angesehener Auror und Maine schien wohl eine ziemliche Schwäche für Muggel und Schutzbedürftige zu haben, er war immer vorne mit dabei wenn es um den Schutz eben jener ging. Obwohl seine Familie zu den reinblütigsten Familien Irlands gehörte, waren sie schon immer Blutsverräter gewesen.
„Wann soll ich das bitte getan haben?“, fragte Miriam. „Ich war in Zauberkunst und dann in der Bibliothek.“
„Was für ein schlechtes Alibi“, meinte Maine, „laut Frank Goldstein hat Flitwick heute früher Schluss gemacht und du sollst ziemlich aufgebracht aus dem Klassenzimmer gestürmt sein, nach dem dich Tatzes Cousine zurückhalten wollte.“
Miriam schüttelte ungläubig den Kopf. Sie konnte es einfach nicht fassen. Es musste wirklich so ausgehen haben, als hätte sie irgendetwas vorgehabt. Ihr fiel in ihrer Verzweiflung überhaupt nicht auf, dass die Beiden wieder ihre dämlichen Spitznamen gebrauchten.
Krone, Tatze, Moony, Wurmschwanz und Fuchskopf nannten sie sich. Wie dämlich.
„Wir waren es nicht“, giftete Sev jetzt. „Steckt eure Nasen doch in eure Angelegenheiten. Wo steckt eigentlich der Rest von eure Affenbande?“
„Pass auf was du sagst“, erwiderte Potter ziemlich gereizt. Miriam fiel ein weiteres Mal auf, wie sehr er Snape zu hassen schien.
„Sonst was?“, erklang plötzlich eine Stimme hinter den Beiden. Miriams Herz wurde um einiges leichter, als sie Lucius erkannte. Seine blonden Haare leuchteten beinahe silbern im Licht der Sonne. Kalt hatte er seine Augen auf Potter und Maine gerichtet und kam näher.
„Du solltest besser auf deine Freundin aufpassen“, meinte Potter. „Was die mit Snape so treibt ist wirklich nicht schön.“
Immerhin machten die Beiden jetzt Anstalten zu gehen. Doch Potter wandte sich noch einmal um.
„Wir werden uns das noch sehr gut überlegen, ob wir zu Dumbledore gehen“, meinte er.
Das reichte Miriam. Sie wĂĽrden immerhin erst einmal nicht zu Dumbledore gehen. Ihr Herz wurde noch ein wenig leichter. Lucius gab ihr einen BegrĂĽĂźungskuss und legte einen Arm um sie.
„Wo hast du nur gesteckt, Süße? Ich hab beim Mittagessen auf dich gewartet“, meinte er.
Miriam seufzte. Also zurĂĽck zu dieser Geschichte.
„Bella und ich hatten Streit und dann bin ich in die Bibliothek um mich zu beruhigen.“
Jetzt kamen die alten Gefühle zurück. Bella und Lucius Todesser. Lestrange und Avery in der Bibliothek. Wie eine Welle fluteten all die Gefühle auf sie ein. Doch Miriam beherrschte sich. Nicht vor Lucius. Nicht, wenn Potter und Maine noch in Hörweite waren.
„Ich habe dir was zu Essen mitgenommen“, sagte Lucius jetzt und holte aus einer Tasche seines Umhangs ein in Papier gewickeltes Sandwich hervor. Dankbar nahm es Miriam entgegen und biss herzhaft hinein. Genau das brauchte sie jetzt.
„Du musst Essen, damit du beim nächsten Quidditchtraining nicht vom Besen fällst, Rod hat das Erste in zwei Wochen angesetzt. Da geht’s wieder richtig los“, erklärte er ihr.
„Ich muss jetzt auch los“, meinte Sev jetzt, „Arithmantik geht gleich los. Bis später!“
Damit eilte er davon. Erst jetzt fiel Miriam wieder ein, was Potter gesagt hatte: Sev war nicht beim Mittagessen gewesen. Wo hatte er nur dann gesteckt?
***
Der Wind peitschte über die Landschaft und trieb feinen Nieselregen vor sich her. Die ersten Blätter fielen zu Boden. Der Herbst war da. Und machte das mit all seiner Kraft deutlich.
Die Mannschaft der Slytherins stand in einer Reihe aufgestellt vor ihrem Kapitän Rodolphus Lestrange. Gerade hatten sie ihr Trainingsspiel beendet und warteten auf das Urteil ihres Kapitäns.
Rodolphus musste seine längeren schwarzen Haare mit einem Band zurückhalten, doch seine blauen Augen musterten jeden eindringlich.
„Das war in Ordnung. Gut genug, um die Hufflepuffs in unserem ersten Spiel zu besiegen. Aber noch lange nicht gut genug, um Gryffindor platt zu machen!“
Rod selbst spielte als Hüter und hatte somit immer einen perfekten Ausblick auf die Spielweise seiner Mannschaft. Er hatte heute ihr halbes Haus dazu aufgefordert, gegen sie zu spielen. Viele hatten sich das nicht zweimal sagen lassen, wenn sie schon nicht gut genug für die Hausmannschaft waren, so wollten sie immerhin jede Möglichkeit zum spielen nutzen. Slytherins waren einfach quidditchvernarrt.
Doch nicht nur Training war heute angesagt, auch suchten sie einen neuen Treiber, da Yaxley dieses Jahr die Schule beendet hatte.
Miriam, Bella und Lucius bildeten die Jäger ihres Teams. Rod war der Hüter und Sirius’ jüngerer Bruder Regulus Black war ihr Sucher. Bis vor kurzem hatten Charles Goyle und Paul Yaxley die anderen mit ihren Klatschern fertig gemacht. Nun suchte Goyle noch einen Partner.
Und genau aus diesem Grund waren heute noch mehr Slytherins zum Testspiel gekommen; um sich fĂĽr das groĂźe Show laufen zu widmen, denn heute wĂĽrde die ganze Slytherinmannschaft ĂĽber ihren zweiten Treiber bestimmen.
„Bella, Miriam ihr habt viel zu wenig aufeinander geachtet. Als Jäger braucht ihr Blickkontakt. Lucius, dein Wurf war in Ordnung, nächstes Mal gerne etwas fester. Reg, du musst noch schneller fliegen und dich vor allem nicht so vom Spielgeschehen ablenken lassen...“
Miriam folgte den weiteren Ausführungen gar nicht mehr wirklich. Wie stellte er sich das denn vor? Sie und Bella redeten seit zwei Wochen nicht mehr miteinander. Anfangs hatte Bella es noch versucht, aber Miriam brauchte gerade einfach Abstand. Dass sie nun beim Quidditch spielen so aufeinander trafen hatte natürlich ganz „toll“ gepasst.
NatĂĽrlich hatte Miriam Bella trotz allem schmerzlich vermisst.
Endlich entließ sie Rod auf die Zuschauerränge und Miriam konnte sich unter einen Regenschirm flüchten, der bei dem Wind natürlich auch nichts brachte.
Es war nicht nur komisch gewesen mit Bella zu spielen, sondern auch mit Rod. Einem... beinahe Mörder. Stuart Creek war noch immer nicht erwacht. Sie hatte Rod schon immer für sehr exzentrisch gehalten, aber das er so weit ging. Warum hatte er das getan? Was brachte es ihm? War er schon so krank, dass ihn sein Hass beinahe dazu trieb andere zu töten?
Wenigsten schienen Potter und Maine noch nichts gemeldet zu haben.
Da sich Lucius gerade mit Charles und Reg unterhielt, blieb Miriam nichts anderes ĂĽbrig, als allein hinauf zu den vielen Slytherins zu blicken, die nun abwechselnd Klatscher entweder auf Puppen oder gar auf sich bewegende MitschĂĽler zu schieĂźen hatten.
„Ach, Miriam, was soll denn das? Wollen wir jetzt unser Leben lang nicht mehr miteinander reden?“, fragte Bella, die wohl unbemerkt zu ihr geschritten sein musste.
Miriam seufzte. Eigentlich war sie Bella jetzt tatsächlich lange genug aus dem Weg gegangen.
„Nein, eigentlich nicht.“
„Na, also siehst du.“
Bella klang ziemlich erleichtert. Was irgendwo in Miriams Innern ein kleines Glücksgefühl auslöste.
„Ich finde eben nur, dass eure“, begann Miriam, doch Bella ließ sie nicht zu Ende sprechen.
„Ist doch jetzt eigentlich egal oder? Schauen wir uns lieber unseren neuen Teamkollegen an. Ich finde Brandon Crabbe macht das ganz gut, nicht?“, fuhr sie ihrer Freundin dazwischen.
Völlig perplex nickte Miriam.
„Ja, stimmt...“
Tatsächlich wurde Brandon Crabbe auch ihr neuer Treiber, wie das Team einheitlich beschloss.
Zwar war Miriam noch immer nicht wirklich leicht ums Herz, aber sie war immerhin glĂĽcklicher, da sie sich nun wieder mit Bella verstand. Beste Freundinnen brauchten einander einfach.
Auf dem Weg zurück zum Schloss erschien Miriam Bella jedoch etwas fahrig. Als Bella sie dann auch noch fragte, wie viel Uhr es war, wurde Miriam ganz schön neugierig.
„Verdammt! Sorry, aber ich muss schnell hoch zum Schloss!“, meinte sie und wollte schon hoch rennen, doch Miriam hielt sie zurück.
„Ich lass dich erst gehen, wenn du mir sagst, was du vorhast.“
Zu ihrer Ăśberraschung wurde Bella ziemlich rot.
„Ich treffe mich mit Sev und bin verdammt spät dran!“
Das ĂĽberraschte Miriam jetzt doch.
„Ein Date?“
„Bei Merlins Bart! Nein. Wir treffen uns einfach so zum quatschen.“
„Und deswegen der ganze Stress?“
„Ja“, sagte Bella nur noch und stürmte davon.
Miriam musste sogar noch grinsen, als sie das Schloss erreichte. Jetzt allein.
Erst als ihr Sirius Black entgegen kam, erlosch das Grinsen in ihrem Gesicht. Er hatte etwas vor. Das sah sie an seinem dämlichen, arroganten Grinsen. Wie zufällig fielen ihm die schwarzen Haare ins Gesicht. Seine dunklen Augen fixierten sie, wohl mit einem Blick, der ihre Knie weich machen sollte.
NatĂĽrlich tat er das nicht.
„Black“, meinte sie nur und wollte die Treppen hinab zu ihrem Gemeinschaftsraum steigen, um dann zu den Waschräumen zu gelangen. Sie musste furchtbar aussehen. Das blonde Haar klebte ihr strähnig im Gesicht, während unter ihren Augen tiefe Schatten lagen.
Nichts brauchte sie gerade dringender als eine heiĂźe Dusche.
Doch Black machte keine Anstalten ihr aus dem Weg zu gehen.
„Miriam“, meinte er und grinste noch dämlicher. „James und John haben mir davon erzählt, wie sie dir vor zwei Wochen begegnet sind. Du sahst ziemlich aufgelöst aus. Aber keine Sorge dein kleines Geheimnis mit Creek ist bei uns gut aufgehoben.“
Erstaunt musterte Miriam den jungen Black. Was fĂĽhrte die sonst so ehrenhaften Gryffindors dazu? Die nutzten doch sonst jede Gelegenheit um Slytherins eins auszuwischen!
„Na, dann ist ja gut. Wenn du mich jetzt entschuldigst, ich würde gerne duschen gehen.“
Doch sie hatte nicht mit Sirius’ Hartnäckigkeit gerechnet. Er hatte sie an den Handgelenken gepackt und hielt sie fest.
„Das Geheimnis ist bei uns gut aufgehoben, wenn du etwas für mich machst.“
Miriam versuchte sich von ihm loszureiĂźen, doch sein Griff war eisern.
„Lass mich los, Black!“, spie sie ihm entgegen.
„Ah, ah, ah. Wir wollen doch nicht unhöflich werden, oder? Ich könnte jetzt auch direkt zu Dumbledore gehen und ihn von meinen Verdächtigungen erzählen...“
„Black, ich warne dich!“
Miriams Stimme wurde höher.
„Vor wem? Vor dir?“
Black lachte.
„Wobei... du kannst wohl ziemlich gefährlich werden. Unauffällig, bis du dich plötzlich auf dein Opfer stürzt. Ganz wie eine Schlange. Armer Creek.“ Bei diesen Worten war sein Griff jedoch keinen Deut lockerer geworden.
Miriam gab auf. Sirius hatte gewonnen.
„Was willst du?“, fragte sie matt.
„Dich“, hauchte er ihr ins Ohr.
Das hätte Miriam eigentlich klar sein dürfen.
„Falls du es vergessen hast: Ich habe schon einen Freund! Ein weitaus netteren, besser aussehenden und aufrichtigeren als du es jemals sein wirst!“
FĂĽr nichts auf der Welt wĂĽrde Miriam ihren Lucius verlassen.
„Ich will dich ja auch gar nicht für immer. Nur für eine kleine Weile“, mit einem Kopfnicken deutete er auf eine Besenkammer.
Miriam schnaubte.
„Und danach lasse ich dich für immer in Ruhe. Ich werde dein kleines Geheimnis für mich behalten, so wie alle meine Freunde sonst auch. Sorry, aber ich glaube dein Name ist schon so vorbelastet, dass das Ministerium SEHR aufmerksam meinem Hinweis nachgehen wird.“
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@Candra: Ja, ich sehe in Sev auch überhaupt nicht den ganz, ganz bösen, den sehe ich eigentlich in fast keinem Charakter. Außer ein paar Ausnahmen eben^^ Ich hoffe das nächste Chap findet ebenso Anklang.
@Lara: Schön, dass es dir gefällt. Hoffentlich kann ich den Spannungsbogen halten =)
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Mittwoch, 24.05.
Luna ist auch eine Person, in die ich mich von Anfang an verliebt habe. Sie gibt der Handlung einen wichtigen, neuen Anstrich und sie lässt Harry Dinge anders betrachten. Ich war ihr wirklich von Anfang an verfallen.
Michael Goldenberg