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Fanfiction

The Serpent's Child - Miriam Slytherin - Das belauschte Gespräch

von Mina Slytherin

„Also ich für meinen Teil wäre froh solche Eltern wie du zu haben“, meinte Bella zu Miriam, als sie in Zauberkunst gerade Schnecken blau färben sollten.
Mittlerweile war die erste Woche in Hogwarts vorbei und eine Neue hatte begonnen. Miriam hatte nach wie vor die beiden Wahlfächer Pflege Magischer Geschöpfe und Alte Runen und auch bei den Lehrern schien sich nichts verändert zu haben.
Nur Miriams Sorgen waren geblieben, wenn nicht sogar gewachsen.
Oft sah sie Hufflepuffs und Ravenclaws schnell verschwinden, wenn sie irgendwohin kam oder Gryffindors ganz aufgeregt und natürlich überhaupt „nicht“ auffällig über sie tuscheln. Auch jetzt in Zauberkunst teilte sie sich mit Bella, Lucius und Sev die letzte Reihe allein.

„Vor allem, dass du mit ihm verwandt bist, ist doch wirklich ein Traum“, fügte sie hinzu und ihre Augen bekamen einen seltsamen Glanz.
Miriams Schnecke, die zuvor ein wunderbar tiefes blau angenommen hatte, wurde plötzlich purpurrot. Entnervt blickte sie Bella an. Seit das Schuljahr begonnen hatte, wollte sie sie nicht mehr verstehen. Sie stellte einfach auf stur und ließ Miriams Meinung unbeachtet. Das trieb die eigentlich sehr geduldige Slytherin langsam in die Weißglut.
„Du verstehst aber auch gar nichts! Und ich hatte gedacht Freundinnen tun das. Ist dir nicht aufgefallen, dass jeder außer euch und ein paar anderen Slytherins mich meidet? Dass niemand etwas mit mir zu tun haben will?“
„Was willst du auch mit diesem Abschaum?“
Miriam war sprachlos. Bella schien über die Sommerferien tatsächlich noch seltsamer geworden zu sein. Noch arroganter. Noch gefährlicher.
Warum musste sich in Merlins Namen gerade auch jeder verändern? Warum musste denn auch gleich alles so dumm laufen?

Immerhin bekam ihre Schnecke langsam wieder die gewünschte Farbe.
„Ach, wie ich dieses Fach hasse!“, entfuhr es Bella daraufhin, was ihr einen bösen Blick von Professor Flittwick einbrachte, der wie immer von seinem Stapel aus Büchern das Geschehen beobachtete.
Miriam kam nicht umhin stolz auf sich zu sein. Zauberkunst war das einzige Fach, in dem sie besser als Bella war. In der Tat schien auch Flittwick sie zu mögen. Da sie Zauberkunst mit den dummen Hufflepuffs gemeinsam hatten, hatte sie in diesem Fach auch tatsächlich keine Konkurrenz.
Es brachte sie beinahe zum Lachen, als sie sah, dass Bellas Schnecke kariert war. Aber auch Sev und Lucius schienen irgendwie Probleme in diesem Fach zu haben. Ein paar Plätze weiter mühten sie sich ziemlich ab mit der Aufgabe.
„Weißt du in den Sommerferien ist mir der Gedanke gekommen“, flüsterte Bella Miriam jetzt zu und nahm damit den Faden wieder auf, „mich ihnen anzuschließen. Sie tun das Richtige und ich bin begabt und möchte mein Talent nicht verschwenden.“
Miriam wurde abwechselnd heiß und kalt.
„Dich wem anzuschließen?“, flüsterte sie heiser.
„Na den Todessern!“
Miriam sog scharf die Luft ein. Sie hatte gewusst, dass dieses Wort irgendwo in ihr ein seltsames Gefühl verursachen würde. Es stach in ihre Brust wie ein Dolch und ein eiserner Griff umfasste ihr Herz.
„Aber... aber wieso denn, Bella? Du hast so ein enormes Potential... du könntest alles werden!“, stammelte Miriam.
„Ja ich könnte mich zur Marionette des Ministeriums machen lassen, schon klar“, erwiderte Bella abfällig. „Ich weiß echt nicht was du hast, ich wäre so stolz, wenn mein Dad einer von ihnen wäre.“

Miriam vergrub ihre Fingernägel im Holz des Tisches. Hätte sie das nicht getan, hätte sie Bella jetzt wohl angeschrien. Sie war so ein Trampel! Sie wollte sie gar nicht verstehen, hatte Miriam das Gefühl. Dabei waren sie schon seit Kindertagen beste Freundinnen.
Zu allem Überfluss wurde ihre Schnecke jetzt auch noch dunkelila und natürlich genau in dem Moment kam Professor Flitwick an ihrem Tisch vorbei.
Bei Bellas blässlicher, karierter Schnecke verzog er bedauernd das Gesicht, doch bei Miriams klatschte er freudig in die Hände und quiekte: „Sehr gut Miss Slytherin, sie haben die Vorgabe sogar noch übertroffen! Also, als Hausaufgabe bitte einen Aufsatz, wie man die Schnecke wohl von blau zu lila bekommt. Dankeschön!“
Damit war die Stunde beendet.

Miriam schloss die Augen, wenigstens eine Sache lief einmal nicht schief. Doch jetzt wollte sie aufstehen und einfach davon laufen. Weg von Bellas dummen Kommentaren und weg von ihren eigenen Gedanken. Sie wollte einfach wieder einen klaren Kopf bekommen. Am besten lief sie hinaus, oder in die Bibliothek, in der man in der Mittagspause immer sehr ungestört war. An Essen war für sie gerade absolut nicht zu denken. Sie hatte niemanden, der sie verstehen würde. Nicht einmal Lucius tat das. Doch ehe sie davon laufen konnte, hielt Bella sie an ihrem Arm fest.
„Ich weiß nicht, was du hast, für mich und Lucius ist das schon längst beschlossene Sache!“
Die Worte trafen sie wie ein Schlag ins Gesicht. Sie riss sich von Bella los.
„Dann heiratet doch!“, fuhr sie Bella schärfer an als gewollt, dann stürmte sie davon.

Es war ihr egal, wen sie dabei anrempelte; sie ignorierte die empörten Rufe einfach. Nicht einmal, als Lucius nach ihr rief, konnte es sie davon abhalten schnellstens aus dem Klassenzimmer zu verschwinden.
Draußen war ein wunderschöner Spätsommertag. Viele würden sich heute draußen aufhalten, wenn sie gegessen hatten. Also kein guter Ort, um ungestört zu sein. So entschied sich Miriam für die Bibliothek. Wer aß denn in der Mittagspause bitte nicht? Oder war bei diesem schönen Wetter nicht draußen?

Bald hatte sie die Bibliothek erreicht. Der vertraute, etwas miefige Geruch nach Büchern schlug ihr entgegen, doch das war ihr völlig egal. Auch der erstaunte Blick, den Mrs Pince ihr zuwarf, hinderte sie nicht daran, sich einen Platz weit, weit hinten zu suchen und sich auf einen der Stühle zu werfen.
Das Gesicht vergrub sie zwischen den Händen und spürte, wie diese langsam feucht wurden. Als die Tränen einmal kamen, konnte sie sie nicht mehr zurückhalten.
Ihr Lucius einer von ihnen... Sie hatte sich schon so oft vorgestellt, wie sie heirateten und Kinder bekamen, die in einem riesigen Anwesen aufwuchsen. Wenn sich Lucius tatsächlich den... Todessern anschloss, so würde das alles nicht mehr so einfach möglich sein. Es war so verdammt gefährlich für den Dunklen Lord... ihren Großonkel zu arbeiten. Und erst Bella! Eine Frau! Miriam war bewusst, dass Bella alles andere als schwach war, doch was sollte aus ihr werden? Wenn sie in Askaban landete? Die Macht des dunklen Lords wuchs zwar beständig, doch es würde noch Jahre dauern, bis er stark genug war, dass man nicht mehr nach Askaban musste, wenn man zu seinen Anhängern gehörte. Und Lucius, sowie Bella waren doch erst gerade sechzehn geworden...
Was Miriam fast genauso verletzte war, dass dies wohl eine schon lange bestehende Tatsache war und niemand hatte es für nötig gehalten, ihr davon zu erzählen. Miriam kam es sowieso so vor, als würde sie in letzter Zeit ziemlich ausgeschlossen, seitdem die Beiden Vertrauensschüler waren.

Mitten in ihre Gedanken platzte plötzlich eine Stimme. Sie kam von ein paar Regalreihen weiter. Miriam hob leicht den Kopf und spähte durch die Lücken zwischen den Büchern, um zu erkennen, wer da sprach.
„Meinst du die werden uns erwischen?“, hörte sie eine Stimme, die sie zuerst nicht zuordnen konnte, doch dann erkannte sie den strohblonden Haarschopf von Dustin Avery.
„Ach Quatsch! Wir haben das Schlammblut von hinten überwältig. Wie soll es uns denn durch den Sack noch gesehen haben?! Außerdem bin ich wirklich gut darin Zaubersprüche ohne zu sprechen auszuüben! Hinzu kommt noch, dass er aus Hufflepuff kommt, die sind sowieso strohdumm.“
Miriam brauchte den Sprecher nicht einmal zu sehen, um zu wissen, um wen es sich handelte. Niemand sprach so selbstbewusst und ruhig, gleichzeitig jedoch so gefährlich wie Rodolphus Lestrange.
Sie musste ziemlich schwer schlucken. Was hatten die Beiden denn bitte getan?
„Auf alle Fälle sollten wir in die Große Halle gehen, um Dumbledores Worte dazu nicht zu verpassen. Außerdem kommt es sicher komisch, wenn wir fehlen“, sagte Rod jetzt und Miriam vernahm das Rücken zweier Stühle.
Glücklicherweise liefen die Beiden so hinaus, dass sie Miriam in ihrem Eck, ein paar Regale weiter nicht sehen konnten.

Was ging zurzeit nur vor sich? Irgendwie hatte Miriam das Gefühl, dass das Schicksal eine Entscheidung von ihr verlangte. Und zwar bald.
Wieder vergrub sie ihr Gesicht in ihren Händen, doch dieses Mal nicht, um zu weinen, sondern aus purer Verzweiflung.
Sicher war ihre Familie schon lange den alten Traditionen gefolgt, doch niemals so radikal wie dies jetzt ihre Eltern taten. Miriam fand es ja selbst gut, dass Muggel und Zauberer getrennt gehalten werden sollten, doch nicht mit solch radikalen Mitteln und vor allem nicht mit solch einem Hass! Auf der anderen Seite, was sollte sie schon tun? Sie liebte Lucius, ihre beste Freundin Bella und ihre Familie. Eigentlich hatte sie gar keine Wahl.

Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer linken Schulter. Doch die hatte sich so sanft auf sie gelegt, dass Miriam kaum erschrak. Sanft fuhr die Hand über ihre Schulter, als wolle sie sie trösten.
Erstaunt drehte Miriam den Kopf und erkannte Sev. Sein Veilchen war deutlich zurückgegangen, doch noch immer sah er kränklich blass aus. Wie eine Pflanze, die zu wenig Sonne bekam. Seine dunklen Augen ruhten ruhig auf ihr.
Miriam wurde bewusst, dass sie wohl immer noch ziemlich verheult aussehen musste.
„Tja, ich würde sagen erwischt“, meinte sie mit einem gequälten Grinsen. Sie zeigten untereinander nie viele Gefühle. Ausgenommen von Wut und Hass. Das war ein ungeschriebenes Gesetz, dem Reinblüterinnen wie Miriam oder Bella Folge leisteten.
Doch Sev schüttelte nur unwirsch den Kopf.
„Es muss dir unheimlich schwer fallen, dich für etwas zu entscheiden. Lass dir Zeit mit der Entscheidung. Du und ich sind gerade erst fünfzehn Jahre alt, kein Mensch verlangt von uns jetzt schon eine Entscheidung. Wobei sie dir sicher später auch sehr schwer fallen wird.“
Miriam biss sich auf die Unterlippe und starrte auf den Boden. Dann nickte sie.
Sev schien sie besser zu kennen als Bella und Lucius zusammen.

„Fällt es dir nicht auch schwer?“ fragte sie zögerlich.
„Nein, wohl eher nicht“, sagte er und seine dunklen Augen ließen nicht erkennen, was er dachte. Das ließen sie eigentlich nie.
„Interessiert es dich eigentlich nicht, was Dumbledore zu der Sache mit Creek zu sagen hat?“, fragte sie Sev daraufhin, wohl damit Miriam nicht weiter nachfragte.
„Was für seine Sache mit Creek?“, fragte sie ziemlich irritiert. Sie hatte sich inzwischen immerhin ein wenig beruhigt, was nicht zu letzt Sevs Verdienst war.
„Seit der Mittagspause gibt es doch kein anderes Thema mehr“, meinte er.
Nun war eindeutig Sev irritiert.

Miriam fiel ein, dass sie wohl schon eine ganze Weile in der Bibliothek sitzen musste. Das Mittagessen war bestimmt schon vorbei.
„Ich bin nach Zauberkunst direkt hier her“, antwortete sie ihm.
„Achso. Na, die haben Stuart Creek fast leblos in einem der Gänge gefunden. Er ist ins St. Mungu Hospital gebracht worden. Niemand weiß, wer es getan hat. Er hatte einen Sack über dem Kopf.“
Miriam hatte das Gefühl ihr Herzschlag setze für einen Moment aus.
„Stuart Creek?“, fragte sie ziemlich heiser nach.
„Ein Muggeljunge aus Hufflepuff.“

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@Lara & Candra Lovegood: Freut mich, dass es euch immer noch gefällt. Bin gerade auch dabei eure FFs zu lesen, aber möchte erst ein Kommi dazu abgeben, wenn ich auf dem neuesten Stand bin.
Ich hoffe euch gefällt auch dieses Kapitel. Habe die Absätze dieses Mal getrennt, da mir aufgefallen ist, dass es sich so viel leichter lesen lässt.


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Dan ist wirklich gut. Mit ihm zu arbeiten war wunderbar. Armer Junge, er musste so geduldig sein. Ich musste schwafeln und darüber sprechen, dass ich der Meister des Universums bin, dass ich böse bin und dass ich ihn umbringen werde und er musste verschnürt dastehen, sich krümmen und vor Schmerzen stöhnen, während ich einen Monolog führte. Der Monolog des bösen Genies - kein Film ist komplett, wenn er fehlt. Ich liebe es, böse Figuren zu spielen!
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