
von Mina Slytherin
@Lara und Candra Lovegood: Dankeschön, für die netten Kommis, haben mich auch gleich bestärkt weiter zu machen :)
Ich hoffe, dass das nächste Chap ebenso gefällt :)
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Miriam war gerade eingedöst, als Lucius sie sanft weckte.
„Schatz, du schläfst ja immer noch!“
Noch ganz verschlafen öffnete Miriam die Augen.
„Wieso denn immer noch?“, fragte sie verschlafen, streckte sich und gähnte herzhaft. Draußen war es bereits dunkel und der Zug wurde langsamer. Sie mussten gerade schon in den Bahnhof einfahren! Seltsam, dass Miriam jetzt so tief und fest geschlafen hatte, während sie sich zu Hause kaum mehr richtig zur Ruhe legen konnte.
„Bella und ich haben schon zwei Rundgänge durch den Zug gemacht. Du weißt doch, weil wir jetzt Vertrauensschüler sind und den Kleinen helfen sollen.“
Ohja, das wusste Miriam. Noch so ein Problem. Warum war gerade die aufmüpfige und schon ein paar Mal auffällige Bella Vertrauensschülerin geworden und nicht sie? Nur weil Bella so hochbegabt war? Miriam schrieb doch auch gute Noten und war vom Gemüt her viel ruhiger! Doch am meisten bedrückte es sie, dass Bella und Lucius als Vertrauensschüler viel Zeit miteinander verbringen konnten und Bella war so hübsch...
Schnell schob Miriam den Gedanken beiseite. Für so etwas hasste sie sich.
Sie stand auf und fuhr sich notdürftig durch die blonden, langen Haare, ehe sie ihren Umhang anlegte.
„Ach, du bist auch endlich auf!“, hörte sie Bella hinter Lucius, der sie mit seinen breiten Schultern fast vollständig verdeckte. „Kommt schon, Sev hat sich schon aufgemacht uns eine Kutsche zu besetzen!“
Miriam lächelte, doch erreichte ihr Lächeln nicht ihre Augen.
„Ja, gehen wir.“
Gemeinsam schwammen sie in dem Strom der Schüler, die sich nach draußen durch den engen Gang quetschten. Als sie nach draußen traten berührte sie ein sanfter Nieselregen. Sev saß schon in der ersten Kutsche und winkte sie zu sich. Gemeinsam liefen sie zu ihm und stiegen ein. Sofort danach rollte die Kutsche an.
Bella, aus deren Zopf sich eine schwarze Locke gelöst hatte, reckte das Gesicht in die Höhe und lächelte.
„Solang der Regen noch nicht so kalt ist, liebe ich ihn“, meinte sie.
Miriam musste auch wieder ein wenig lächeln. Ihre Freundin war einfach ein bisschen verrückt.
Sie spürte wie Lucius ihre Hand nahm und drückte sie.
Gerade als der noch warme Spätsommerregen anfing unangenehm zu werden tauchte das riesige Schloss vor ihnen auf. Mit seinen unzähligen Türmen reckte es sich in Himmel, als wolle es die Sonne selbst küssen. Aus den Fenstern drang warmes Licht und versprach einen warmen Ort und ein gutes Essen.
Wie jedes Jahr freute sich Miriam auf das kommende Schuljahr und war voller guter Vorsätze. Schließlich war dies das Jahr, in dem sie ihre ZAG schrieben.
Als sie durch die riesigen Türen das Schloss betraten, sahen sie direkt vor ihnen unbeliebte Bekannte. Die fünfköpfige Bande von James Potter.
Miriam spürte, wie sie sich versteifte und wie Lucius sich anspannte.
Sirius Black, brauchte Potter nur anzustoßen und schon wandte sich die gesamte Bande um.
Allen voran die drei Schlimmsten: James Potter, Sirius Black und John Maine. James sah wie immer aus als sei er gerade vom Besen gestiegen und strahlte eine unheimliche Arroganz aus, die nur von Sirius Black mit seinen langen schwarzen Haaren unterbrochen wurde. Während James Severus fixiert, blieb Sirius’ Blick an ihr hängen. Es war kein Geheimnis, dass er Miriam haben wollte. Weniger wegen ihrer Art oder wegen ihres Aussehens, sondern weil sie schlichtweg das einzige Mädchen war, das er nicht haben konnte. Und mit dem er nicht verwandt war, sei hier angemerkt.
John Maine hatte seine hellroten Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden und hatte die muskulösen Oberarme verschränkt. Ein Ire dümmer als Trollkacke, pflegte Lucius zu pflegen.
Hinter ihnen standen Remus Lupin, ein ziemlich ruhiger Bursche und Peter Pettigrew ein ängstlicher, unauffälliger Junge.
„Hey Schniefelus, wer hat dir denn das Feilchen verpasst?“, brüllte James und die Anderen lachten. Am lautesten lachten Maine und Black.
„Einfach nicht beachten“, flüsterte Miriam Sev zu.
„Das hätte ich jetzt auch getan“, antwortete der ziemlich gereizt.
„Denjenigen sollten wir unbedingt kennen lernen“, fügte Sirius hinzu und johlte.
„Halt die Klappe Sirius, du nichtsnutziger Abschaum!“, schrie Bella ihren Cousin plötzlich an. Sie hasste ihren Cousin schon seit langem, schließlich hatte er sich den alten Traditionen aus ihrer Familie abgewandt. Wobei er leider nicht der Einzige war...
„Oh, du willst also Ärger, Cousinchen?“, provozierte Sirius sie.
Schneller als Miriam schauen konnte, hatte Bella ihren Zauberstab gezogen. Ebenso schnell war plötzlich auch Sirius bewaffnet.
„Tu doch was!“, flehte Miriam Lucius an. „Du bist Vertrauensschüler!“
„Das Problem ist“, meinte Lucius und verfolgte aufmerksam das Geschehen, „dass sie es auch ist.“
Entnervt stöhnte Miriam auf.
„Komm schon Bella, lass das!“
„Wie wär’s... wenn ich dich besiege bekomme ich sie“, rief Sirius und zeigte auf Miriam. „Und wenn du gewinnst, kannst du James haben.“
Er ignorierte beflissentlich das Aufbegehren seines Freundes.
„Was redest du da für einen Schwachsinn?!.“
Nun hatte es Sirius also geschafft, dass auch noch Lucius abdrehte. Doch Bella schien plötzlich einen klaren Kopf bekommen zu haben, als die Erstklässler ihr Kommen durch lautes Rufen auf dem Hof ankündigten. Ein Duell mitten in der Eingangshalle, in der plötzlich McGonagall auftauchen konnte, war wahrlich nicht die beste Idee.
„Lasst uns gehen“, meinte Bella und die vier hasteten zu ihrem Tisch.
Miriam quetschte sie neben Rodolphus Lestrange, der zwei Jahre über ihnen war, und machte Lucius platz. Kurz grüßte sie den Dunkelhaarigen, mit den strubbeligen Haaren und den exzentrischen Augen, ehe sie ihren Blick auf die Erstklässler heftete, die just in diesem Moment in die Halle marschierten. Das Stimmengewirr erstarb, als sich die Erstklässler vor dem Sprechenden Hut aufstellten und der Hut mit seinem alljährlichen Lied begann.
Doch Miriam hatte keine Chance dem zu folgen, denn Rod flüsterte ziemlich laut an ihrem Tisch, seinem besten Kumpel Dustin Avery zu: „Wir hören das Lied doch sowieso jedes Jahr, was soll das noch? Sehe ich etwa aus, wie jemand der Gedichte mag?!“
Wutschnaubend wandte er sich ab und ließ die hellblauen Augen über die Erstklässler schweifen.
„Wieder viel zu viele Schlammblüter, das weiß ich jetzt schon. Jedes Jahr wird es schlimmer!“
Entnervt wollte sich Miriam Lucius zu wenden und wenigstens ihm etwas ins Ohr flüstern, als jener Rod zustimmte.
„Es ist einfach nur noch traurig, was Dumbledore aus unserer Schule macht.“
Doch dann verstummten sie schlagartig, als sie der strafende Blick eines Lehrers durchbohrte.
Miriam richtete ihren Blick jetzt auf die Erstklässler. Bellas jüngste Schwester, Narzissa, würde heute auch eingeschult werden und Miriam wusste, wie wichtig Bella es war, dass ihre Schwester nach Slytherin kam und es nicht wie ihre andere Schwester machte, die mittlerweile den dritten Jahrgang im Hause Hufflepuff besuchte. Andromeda Black war ein Rebell, genau wie Sirius und Bella hatte sich mit beiden offen zerstritten. Nach außen hin gab sie die gefährliche, immer arrogante Verwandte ab, die perfekt in den Augen ihrer Familie war. Doch Miriam wusste, dass es in ihrem Innern ganz anders aussah.
So drückte sie fest die Daumen für Narzissa. Miriam kannte sie noch von früheren Besuchen bei Bella, der Narzissa meistens ziemlich auf die Nerven ging, mit ihrem eitlen Getue und ihrer pingeligen Art, die gar nicht der Bellas entsprach. Aber auch äußerlich konnten sie nicht unterschiedlicher sein; Narcissa war hellblond und hatte strahlend blaue Augen. Schon im Alter von elf Jahren konnte man ihr ansehen, dass sie einmal sehr hübsch werden würde.
Da sie eine Black war, kam sie direkt nach Emma Allen („Hufflepuff!“) zum Zuge.
Miriam sah wie Bella, die ihr gegenüber saß tief einatmete und ebenfall die Daumen in den Fäusten vergrub.
Doch der Hut brauchte Narzissas Kopf kaum zu berühren, als er brüllte: „Slytherin!“
Laut klatschte das Haus Slytherin in die Hände, allen voran Bella, die der sonst so ungeliebten Schwester Platz machte.
Im Flüsterton stellte Bella ihrer Schwester die Anderen zu.
„Miriam kennst du ja schon. Wie sieht’s aus mit Lucius?“
Lucius nickte der Kleinen kurz zu und Narzissa wurde prompt rot, doch dann lächelte sie für eine Elfjährige schon ziemlich gewinnend.
„Hallo.“
Miriam wusste nicht weshalb sie das tat, es war mehr eine Eingebung, ein mulmiges Gefühl, doch sie griff schnell nach Lucius’ Hand, damit Bellas Schwester sofort sah, zu wem er gehörte.
Als schließlich Luke Zabini noch seinem Haus zugeordnet wurde („Slytherin!“) und Miriams Tisch mit Klatschen fertig war, nahm Professor McGonagall Stuhl und Hut und brachte sie davon.
Nun erhob sich Albus Dumbledore. Ein Schulleiter, um den größtes Aufsehen in der Schule gemacht wurde und der sie in zwei Lager spaltete; die Einen verehrten ihn, die Anderen sahen in ihm einen Narren. Miriam wusste selbst nicht so recht, was sie von ihm halten sollte.
Es war wieder abrupt still geworden, als Dumbledore sich erhoben hatte. Seine blauen Augen schweiften lächelnd über die Köpfe der Schüler. Miriam hörte das Schnauben ihres Freundes neben sich und sah das entnervte Gesicht Bellas.
„Willkommen in Hogwarts!“, ertönte Dumbledores Stimme, „an unsere Neuen. Willkommen zurück, an all diejenigen, die schon einmal hier waren!“
Es erklang Beifall.
„Bevor wir nun dazu übergehen euch eure leeren Mägen zu füllen, möchte ich noch ein paar Worte an euch richten.“
Innerlich stöhnte Miriam auf. Sie war verdammt ausgehungert. Wer war das nach der langen Zugfahrt nicht?
„Die Zeit ist im Wandel. In Zeiten, in denen man nicht mehr sicher sein kann, wer Freund und wer Feind ist, ist es am wichtigsten zusammen zu halten und ehrlich zu sein, natürlich sollte man niemals zu unvorsichtig werden. Doch gerade diese Zeiten verlangen nach Zusammenhalt und Einigkeit. Traditionen sind wichtig, aber ebenso der Fortschritt und neue Innovationen. Vergesst das niemals. Die Waage zwischen all dem zu halten ist wichtig, denn die Extreme bergen meistens viel zu viele Nachteile. So bedenkt, dass Hilfsbereitschaft, Intelligenz, Mut und Ehrgeiz schon immer die leitenden Attribute unserer Schule waren und es auch weiterhin sein werden. Es ist nicht wichtig, woher ihr kommt, was eure Familie denkt, wichtig ist, was ihr daraus macht.“
Miriam hatte den Blick gesenkt. Sie wusste nur allzu gut, wovon Dumbledore sprach. Nicht nur bei ihr zu Hause, sondern auch draußen die Welt veränderte sich. Es wurde von vielen Anschlägen und auch Kämpfen berichtet, die alle von einer gewissen Gruppe ausgingen. Als sie den Blick wieder leicht hob, blickte sie direkt zum Gryffindortisch und sah wie Sirius Black sie anstarrte, nein, anfunkelte. Miriam stockte der Atem. Was wusste er von ihren Eltern? Sicher nicht wenig, schließlich waren seine Eltern wiederum sehr gut befreundet mit denen von Miriam. Aber seine Eltern waren immerhin keine... doch Miriam wollte dieses eine Wort nicht sagen, nicht einmal denken. Sie wollte nur wieder ihr altes Leben führen. Doch auch die Blicke, die ihr andere Schüler, vor allem aus den anderen Häusern zuwarfen, ließen sie erröte, ja erzittern. Es war ein Gerücht, doch jeder glaubte es und leider war es wahr: Miriam war mit dem „Kopf“ dieser dunklen Vorkommnisse verwandt; Lord Voldemort. Viele hatten Angst vor ihr, ja die meisten mieden sie aus diesem Grund, weshalb Miriam auch nicht sonderlich viele Freunde außerhalb Slytherins hatte.
„Ich möchte euch allerdings nicht weiter belästigen und wünsche euch allen einen guten Appetit!“, rief Dumbledore zum Abschluss.
Augenblicklich erschien ein Festmahl vor den Augen der Schüler. Doch Miriam war der Appetit vergangen. Das Schuljahr stand wohl unter keinem guten Stern.
Da waren ihre Eltern, die nur noch ihre... Treffen im Sinn hatten, wobei Miriam hoffte, dass zum mindest ihre Mum intelligent genug war sich nicht zu einer von ihnen... Miriam brachte es noch immer nicht fertig den Gedanken zu Ende zu denken.
Dann waren da Lucius und Bella, die beide Vertrauensschüler waren und viel Zeit in ihre Aufgabe investieren würden und somit auch viel Zeit gemeinsam verbringen würden. Oder der Blick, den Narcissa ihrem Freund zugeworfen hatte. Irgendetwas machte Miriam da nervös. Sie und Lucius waren jetzt immerhin schon über ein halbes Jahr zusammen. Miriam wollte ihn nicht mehr verlieren.
Außerdem würde sie, wenn die schwarzen Magier ihre Macht dieses Jahr noch steigern würden, wahrscheinlich noch unbeliebter und noch gefürchteter sein.
Und dann Sirius. Nicht dass sie auch nur beabsichtigte irgendetwas mit ihm zu tun, aber der Blick, den ihr zugeworfen hatte, machte ihr Angst.
Erst langsam konnte sie sich dazu zwingen sich ein paar Kartoffeln auf den Teller zu schaufeln.
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