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Fanfiction

Augenblicke - 1.

von jujube58

Es heißt immer, dass man, wenn man dem Tod ins Auge blickt, noch einmal sein ganzes Leben wie ein Film vor seinem inneren Auge ablaufen sieht. Ich sah das grinsende weiße, schlangenartige Gesicht vor mir. Sah den erhobenen Zauberstab, der auf mein Herz zielte. Gleich würde es soweit sein. Meine Arme hatte ich schützend ausgebreitet vor meinem Sohn, meinem Harry. Gleich würde ich für ihn sterben. Ein höhnisches Lachen. Zwei Worte, laut und deutlich ausgesprochen. Avada Kedavra. Ein grüner Lichtblitz und mit einem Aufschrei fiel ich.


Ein kleines Mädchen hüpfte aufgeregt im Wohnzimmer eines Hauses in einer englischen Kleinstadt umher. Es hatte rote Haare und trug ein Kleid, das sich fürchterlich mit ihnen biss. Vor dem Mädchen stand ein riesiger Geburtstagskuchen mit fünf Kerzen und einem dicken Lebenslicht. „Los Lily, puste sie aus!“, rief ihre große Schwester. Und Lily pustete.

Es war Sommer. Das kleine Mädchen, Lily, saß auf einem blauen Fahrrad und fuhr über die Straße, immer und immer wieder im Kreis. „Guck mal Tuney! Ich kann Fahrrad fahren! Mum, Dad! Ich kann Fahrrad fahren!“ Genau in diesem Moment fiel sie auf den Boden. Heiße Tränen flossen aus ihren Augen als sie ihr aufgeschürftes Knie erblickte. Ein großer Mann mit dunklen Haaren lief auf seine Tochter zu und nahm sie tröstend in den Arm. „Macht doch nichts Lily-Maus! Du hast das ganz toll gemacht! Wir sind stolz auf dich!“

Wieder war es ein warmer Sommertag. Die kleine Familie stand vor einem großen bedrohlich wirkenden Haus. Über der Tür war ein Schriftzug zu erkennen. ?St. Mary Primary School Jefferstown'. Lily blickte mit großen Augen zu dem Gebäude hinauf. Neugier in ihrem Gesicht, eine riesige Schultüte in der Hand und mit dem Arm bei ihrer Schwester Petunia eingehängt. Ihr erster Schultag.
„Ich will unbedingt in die Schule gehen. Ich will auch endlich lesen können, so wie du Tuney! Ich will auch so groß sein wie du.“ Lily blickte zu ihrer älteren Schwester auf, die lächelte und sagte: „Ja, jetzt können wir immer zusammen zur Schule gehen morgens! Jetzt bist du schon groß!“ Freudig betrachteten Mr Und Mrs. Evans ihre beiden Töchter, die sich so gut verstanden.

Ein Tag im Frühjahr. Die Lehrerin gab Lily einen Test wieder. Sie war jetzt neun Jahre alt. „Sehr gut, Lily! Das ist wirklich der beste Test der Klasse! Mach weiter so.“ Ein glückliches Lächeln im Gesicht. Neben ihr eine neidisch aussehende Klassenkameradin.

Lily mit ihrer großen dunkelhaarigen Schwester Petunia auf dem Spielplatz. Sie buken Sandkuchen, beide hatten ein rosa Schippchen in der Hand. Petunias Kuchen fiel in sich zusammen, doch Lilys hielten. Sie dekorierte sie mit Blütenblättern. Als sie sie anstieß, begannen kleine bunte Blumen aus Lilys Sandkuchen zu wachsen. Ungläubig starrten die Schwestern auf das, was sich vor ihren Augen abspielte. „Wie hast du das gemacht, Lily? Ich will das auch können!“, verlangte Petunia.

Auf dem Schulhof. Lily hatte wieder einmal die Bestnote bekommen in einer Klassenarbeit. Einige Kinder aus ihrer Klasse kamen auf sie zu. „Du Streber! Du kleine rothaarige Hexe!“ Lilys grüne Mandelaugen füllten sich mit Tränen und sie rannte los. Petunia und ihre Freundinnen kreuzten ihren Weg. „Lily, was ist los?“ fragte Petunia besorgt. „Sie… sie h-haben mich eine… H-h-hexe genannt, Tuney!“ „Mach dir nichts draus Lily. Du bist keine Hexe. Hör ihnen gar nicht zu!“

Mitten im Winter, kurz vor Weihnachten. Das Haus der Evans war schon festlich dekoriert, die Mutter buk Plätzchen mit ihren Töchtern. Alle drei schienen glücklich, hörten Weihnachtslieder und naschten Teig. Doch auf einmal der Geruch von verbrannten Plätzchen. Sie hatten die Zeit vergessen. Mrs. Evans öffnete den Ofen und holte ein voll beladenes Backblech hervor. Schwarze Sterne, von Petunia ausgestochen. Schwarze Glocken, von Mrs. Evans gemacht. Und perfekte helle Herzen von Lily. Erfreut klatschte sie in die Hände. „Guckt mal, meinen Herzchen ist nichts passiert!“ Petunia schaute nur beleidigt.

Eine glückliche Familie im Sommerurlaub an der Küste. Lily und Petunia schwammen im Meer, es war eisig. Schon nach wenigen Minuten verließ die Ältere das Wasser, ihre Lippen blau und sie zitterte am ganzen Körper. Lily spielte weiter in den Wellen. Ihr war nicht kalt. Nach einiger Zeit rief ihre Mutter nach ihr. Lachend kam die Zehnjährige an den Strand gelaufen. Petunia hatte noch tagelang einen schweren Schnupfen. Lily war kerngesund.

Im Garten der Evans. Petunia saß ruhig auf der Bank beim Haus und las in einer Zeitschrift. Lily kletterte übermütig an der Sprossenwand am Schuppen herum. Ganz oben angekommen blickte sie hinunter. Sie überlegte kurz. Dann sprang sie. Mrs. Evans stieß einen lauten Schrei aus, sie hatte die Szene durchs Küchenfenster beobachtet. „Lily! Geht es dir gut? Hast du dir wehgetan? Lily!“ Ihre Tochter war unverletzt. Mit breitem Grinsen kam sie auf ihre Mutter zugelaufen. „Mum, Mummy, es war fast so wie fliegen!“ „Mach das nie wieder, Lily! Das ist sehr gefährlich. Du hättest dir etwas brechen können!“, flüsterte Mrs. Evans und zog ihre Tochter in die Arme.

„Petunia, pass auf, dass Lily nicht weder von irgendetwas hinunter springt! Und seid zum Abendessen wieder da, ja?“ Petunia nickte und nahm Lily bei der Hand. „Komm, Lily. Wollen wir auf dem Weg Blumensträuße machen?“ Begeistert folgte das rothaarige Mädchen seiner großen Schwester.
Auf dem Spielplatz schaukelten sie. Lily schwang sich immer höher und höher. Als sie am höchsten Punkt war, sprang sie. Petunias entsetze Miene und ihren Aufschrei „Lily nicht! Mummy hat es dir verboten! Lily!“ ignorierte sie. Sie schien durch die Luft zu schweben und setzte nach Ewigkeiten leichtfüßig auf dem Boden auf.
„Mummy hat gesagt, du sollst das nicht machen!“ „Aber mir ist doch nichts passiert. Guck mal, Tuney! Was ich kann!“ Sie hob eine abgerissene Blüte auf. Petunia trat näher und blickte auf Lilys Hand, in der die Blüte ihre Blätter öffnete und schloss, wie ein seltsamer Mund. „Hör auf!“ „Es tut dir nicht weh, Tuney.“, erwiderte Lily, doch warf die Blume auf den Boden. „Wie hast du das gemacht, Lily?“ fragte Petunia wissbegierig.
„Das ist klar oder?“ Erschrocken blickten die Mädchen sich um. Hinter ihnen stand ein seltsamer Junge, er trug einen langen Mantel und hatte fettige schwarze Haare. „Was ist klar?“, Lily war erstaunt. Diesen Jungen hatte sie noch nie gesehen.
„Du bist eine Hexe.“ Lily erbleichte. „Das ist nicht besonders nett!“

Die Sommerferien hatten begonnnen. Alle Evans saßen um den Frühstückstisch. Mr Evans brachte die Post. „Tuney, hier ist eine Postkarte für dich. Von Tante Lizzy. Und ein ganz seltsamer Brief für dich, Lily.“ Er reichte seiner rothaarigen Tochter einen Umschlag aus schwerem Pergament, das mit smaragdgrüner Tinte beschriftet war. Lily Evans, 28 Skinnerstreet, Jefferstown, Surrey. Neugierig drehte sie den Brief um. Auf der Rückseite befand sich ein rotes Wachssiegel, welches ein Wappen zeige. Schlange, Dachs, Löwe und Adler um ein großes H. Andächtig bestaunte sie es. So etwas Tolles hatte sie noch nie bekommen. Und dabei war doch ihr Geburtstag schon längst vorbei! Auch der Rest der Familie hatte Lily und dem seltsamen Brief ihre ganze Aufmerksamkeit zugewendet.
Das Mädchen brach das Siegel und zog mehrere dicke Bögen Pergament heraus.
Sehr geehrte Miss Evans, Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind. Bitte zeigen Sie Ihren Eltern oder Vormund die beigefügte Information über unser Internat. Das Schuljahr beginnt am 1. September, der Zug fährt um 11 Uhr am Bahnhof King's Cross in London auf Gleis 93/4 ab. Die Liste der benötigten Bücher und Ausrüstungsgegenstände liegt bei. Mit freundlichen Grüßen, Professor M. McGonagall, stellvertretende Schulleiterin

„Severus! Ich habe den Brief bekommen! Ich darf gehen! Meine Eltern sind einverstanden! Ich bin so glücklich!“ Lily war alleine auf dem Spielplatz, ihr gegenüber saß der seltsame schwarzhaarige Junge, der ihr gesagt hatte, sie sei eine Hexe. „Toll! Dann gehen wir zusammen!“ Auch er schien sich zu freuen.

Staunend sah sich die Familie Evans in der Winkelgasse um. Sie waren gekommen um Lilys Schulsachen zu kaufen. Überall gab es so viel zu sehen. Seltsame Wesen, wie die Kobolde in Gringotts. Interessante Läden mit den merkwürdigsten Auslagen in den Fenstern. Und Menschen. Hexen und Zauberer, die sich durch die enge Straße drückten und alle sehr zielstrebig aussahen.
„James! James! Verdammt noch mal! Hör auf damit! Kannst du dich denn nicht einmal benehmen!“ Eine nett aussehende Frau lief ihrem Sohn hinterher, der etwa in Lilys Alter zu sein schien und in der Apotheke ein wenig Unruhe gestiftet hatte.
„Bellatrix, Narzissa, Andromeda! Kommt jetzt endlich. Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“ Eine Frau rief mit gebieterischer Stimme nach ihren drei Töchtern, die sich sehr ähnelten. Als sie an der Familie Evans vorbeiliefen schüttelte sie den Kopf und murmelte etwas wie ?Schlammblüter und Muggel, alles Abschaum'.

Ein riesiger Koffer stand geöffnet in Lilys Zimmer. Darin ordentlich gefaltete Umhänge, ein schwerer Kessel, Federn, Tinte und Pergamente. Auf dem Nachttischen stapelten sich Bücher mit hübschen Lederumschlägen. Der rote Schopf Lilys verbarg sich hinter dem Lehrbuch der Zaubersprüche Band 1. Neben ihr auf dem Bett saß eine hübsche braune Eule und schuhute.

Der 1. September um 11 Uhr am Bahnhof King's Cross, Gleis 93/4. Lily hatte rote Flecken der Aufregung auf den Wangen, neben ihr die neugierigen Eltern, die sich nicht satt sehen konnten an der ihnen so unbekannten Zaubererwelt. Nur Petunia schien gleichgültig. Lily ergriff ihre Hand. „Tuney, ich werde Professor Dumbledore fragen, wenn ich in Hogwarts bin, ob du auch kommen kannst! Ich will, dass du auch kommen kannst!“ „Pah! Ich will nicht so sein wie du! Ich bin kein Freak! Ich bin normal und das macht mich froh! Du bist seltsam, etwas gegen die Natur und deshalb sperren sie dich in diese Schule ein!“ Petunias Blick war kalt und sie riss ihre Hand aus der Umklammerung ihrer kleinen Schwestern. Sie wendete sich ab, als sie Lilys Tränen sah und verabschiedete sich nicht einmal.
Mr und Mrs. Evans umarmten ihre kleine Tochter ein letztes Mal, bevor sie in den Zug stieg. „Pass auf dich auf, Lily-Maus. Und schreib uns ganz viel, ja? Wir wollen doch wissen, wie es dir geht!“ „Und pass schön im Unterricht auf und lern fleißig.“

Gemeinsam mit Severus und zwei anderen dunkelhaarigen Jungen saß Lily in einem Abteil des Zuges, der sich immer weiter nach Norden bewegte. Sie blickte aus dem Fenster, aufgeregt und auch ein bisschen ängstlich, da sie nicht wusste, was sie erwarten würde.
„Hoffentlich kommst du nach Slytherin!“, sagte Severus, worauf sich einer der Jungen umwandte. Er hatte ebenfalls schwarze Haare, die ihm unordentlich vom Kopf abstanden, aber er sah anders aus. Irgendwie hatte es den Anschein, als wäre immer gut für ihn gesorgt worden, als wäre er zu Hause geliebt worden. Lily erkannt in ihm den Jungen wieder, der in der Winkelgasse die Apotheke auf den Kopf gestellt hatte. „Slytherin? Wer will denn schon nach Slytherin? Ich glaube, ich würde wieder nach Hause fahren, wenn ich nach Slytherin kommen würde. Du nicht auch?“ Fragend sah er zu seinem genauso schwarzhaarigen Sitznachbarn.

Bahnhof Hogsmeade. Endstation. Lily und ihre Abteilgenossen stiegen aus dem Zug auf den kleinen zugigen Bahnsteig. Am anderen Ende stand ein gewaltiger Mensch, der eine Laterne schwenkte und die Erstklässler zu sich rief. Zögernd folgte Lily den drei Jungen und setzte sich zu ihnen in ein Boot.
Der Anblick Hogwarts vom See aus überwältigte sie. Staunend blickte sie auf die Türme und Zinnen des ehrwürdigen Schlosses, das sich da auf einem Berg erhob.


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Im Buch wird sie als hässliche Kröte beschrieben. Als man mir dann sagte: ,Du wärst toll in der Rolle‘, antwortete ich: ,Herzlichen Dank!‘ Aber natürlich habe ich mich gefreut, als man mich darum bat, denn die Rolle ist ein echtes Juwel, es ist einfach traumhaft, in dieser Welt mitmischen zu dürfen … ganz abgesehen davon, dass ich in der Achtung meiner zwölfjährigen Tochter deutlich gestiegen bin.
Imelda Staunton