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Fanfiction

Augenblicke - 2

von jujube58

Vielen Dank für die Reviews, ich habe mich sehr gefreut und hoffe natürlich, dass es euch weiterhin gefällt :)
Liebe Grüße, jujube
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Aufgeregt stand Lily in der Großen Halle. Alles war so neu. Sie erblickte vier lange Tische, die voll besetzt waren mit Jungen und Mädchen. Am Kopfende des Raumes stand ein weiterer Tisch. An ihm saßen die Lehrer. Der Mann dort, mit dem langen graubraunen Bart musste bestimmt Professor Dumbledore sein. Er lächelte gütig. Dann wandte Lily den Kopf zur Decke und musste einen Aufschrei unterdrücken. Sie war wolkenverhangen, doch waren einige Sterne und der leuchtende Viertelmond über den schwebenden Kerzen zu erkennen. Eine streng wirkende Lehrerin hatte vor dem Lehrertisch einen dreibeinigen Stuhl mit einem alten verschlissenen Hut abgestellt. Ein Riss über der Krempe öffnete sich und er begann ein Lied zu singen. Verblüfft beobachtete Lily ihn. Als er geendet hatte brandete Applaus durch die Halle. Die Lehrerin rollte eine lange Rolle Pergament auseinander und begann die Namen der Erstklässler vorzulesen. Sie setzte ihnen den Hut auf den Kopf, der dann das Haus verkündete, zu dem sie gehören würden. „Evans, Lily“ schallte es durch die Halle und Lily ging langsam auf den dreibeinigen Stuhl zu. Der Hut rutschte ihr über die Augen.
„Hm, wen haben wir denn da? Evans, was? Das hatten wir noch nie in Hogwarts. Wo gehörst du denn wohl hin? Ich sehe da eine ganze Menge Klugheit, oh ja! Da wird jemand fleißig lernen und sein Wissen beweisen. Aber du bist keine Ravenclaw, denn da ist noch etwas anderes, etwas sehr Starkes! Mut! Davon hast du sehr viel. Ich denke, du passt perfekt nach-" „Gryffindor!“ rief der Hut laut aus. Lily war entsetzt. Hatte der Hut wirklich mit ihr gesprochen? Nein, das musste sie sich nur eingebildet haben! Unsicher folgte sie dem Applaus, der ihr von einem Tisch entgegenschallte und setzte sich neben Sirius Black, den Jungen aus dem Zug.

„Es tut mir Leid, Sev. Aber ich konnte nichts machen. Der Hut meinte, ich wäre eine Gryffindor. Aber wir bleiben doch trotzdem beste Freunde oder?“ Flehend suchte ein grünes Augenpaar nach Bestätigung im Gesicht ihres Gegenübers. Als er nickte, funkelten sie erfreut.

„Es ist wichtig, dass Sie die Zauberworte richtig aussprechen und das Wutschen und Schnipsen nicht vergessen! Und jetzt noch mal alle zusammen: Wingardium Leviosa.“ „Wingardium Leviosa.“ Zu zweit sollten sie eine Feder fliegen lassen. Lily und James waren die Ersten, denen das Kunststück gelang.

Bücher über Bücher. Hunderte, nein tausende mussten es sein. Lily wanderte durch die Regalreihen, ein Finger strich über die alten ledergebundenen Buchrücken. Es roch nach Pergament und Druckerschwärze. Nach alten Büchern und Staub. Nach großen Geheimnissen, dieser einzigartige Geruch einer Bibliothek. Durch die großen Fenster schien die Sonne in den Raum. Die Staubkörnchen tanzten im Licht. Dies würde ihr neuer Lieblingsort werden.

Der Herbst machte sich bemerkbar. Lily war auf dem Weg zum Zaubertränkeunterricht, ihre Freundinnen Alice und Rose neben sich. Vor dem Klassenzimmer traf sie auf Severus. Er blickte sie freudig an, doch kam nicht näher. Er stand dort mit seinen Freunden aus Slytherin. Lily lächelte schüchtern, Mary und Rose warfen nur abschätzige Blicke in Richtung des Jungen.

„Mr Potter! Wie können Sie es wagen! Es ist in Hogwarts strengstens verboten seine Mitschüler zu verhexen! Strafarbeit, heute Abend um acht bei mir im Büro!“ Mitleidig blickte Lily den Jungen in der Reihe hinter sich an. Er konnte doch nichts dafür, dass der Zauberspruch schief gegangen war! Doch James Potter nickte nur und wandte sich dann seinen Freunden zu und grinste. Rose, die neben Lily saß, beobachtete ihn träumerisch.

Flugstunde. Lily hatte Angst. Sie wollte nicht auf einem Besen fliegen. Schon gar nicht vor ihrem ganzen Jahrgang. So etwas hatte sie noch nie tun müssen. Wieso konnten Besen überhaupt fliegen? Doch dann der Pfiff des Lehrers. Einen tiefen Atemzug später stieß Lily sich mit beiden Füßen vom Boden ab. Freiheit. Grenzenlose Freiheit durchströmte sie. Ein wunderbares Gefühl. Sie konnte fliegen! Fliegen, so wie sie es schon immer geträumt hatte.

„Bewirb dich doch für einen Platz in der Quidditchmannschaft. Du fliegst doch so gerne und unsportlich bist du ja auch nicht.“ Alice und Rose redeten auf ihre Freundin ein. „Es kommt aber nie ein Erstklässler in die Mannschaft. Außerdem ist dann drei Mal die Woche Training. Wann soll ich denn dann meine Hausaufgaben machen?“ „Ach, James versucht es auch. Und außerdem bist du sowieso so gut, dass du dir um die Hausaufgaben nun wirklich keine Gedanken machen musst!“

Sie saß in der Bibliothek über ihren Verwandlungsaufgaben. Immer noch dachte sie über das Auswahlspiel nach. Sie war hingegangen. Nur James war noch da, der einzige andere Erstklässler. Als er sie gesehen hatte, hatte er gelacht. „Hey, Evans! Willst du wirklich in die Mannschaft? Das ist ja unglaublich!“ Lily war verletzt. Aber hatte er nicht Recht? Es war wirklich lächerlich. Sie in der Hausmannschaft. Sie, die gerade zweimal auf einem Besen gesessen hatte. Sie, die eigentlich keine Ahnung von Quidditch hatte. Sie, die nur eine Muggelstämmige war.
Noch heute, Wochen später tat der Gedanke daran weh. James Potter hatte ihr mit so wenig Worten alles Selbstvertrauen geraubt. Immer mehr hatte sie sich zurückgezogen.

Ein Spaziergang im Herbstlaub. Rose, Alice und Lily nutzten ihren freien Freitagnachmittag, um ein wenig an die frische Luft zu gehen. Dick eingemummelt liefen sie über das Schlossgelände. Kichernd redeten sie über die Schule, die Lehrer und Jungs. „Ich mag James, er sieht echt gut aus!“, gestand Rose. Dieser Enthüllung folgte eine weitere Lachsalve ihrer Freundinnen. „Nanu, was macht ihr denn hier draußen?“ Sie standen Hagrid gegenüber, der in seinem Garten die Kürbisse für die Halloweenfeier begutachtete. „Wollt ihr vielleicht ne Tasse Tee ihr drei?“ Durchgefroren betraten die Mädchen Hagrids warme gemütliche Hütte wo er ihnen Tee aus Tassen so groß wie Eimer und Felsenkekse servierte.
„'S nett mal wieder Besuch zu bekommen. Die Schüler sind ganz anders gewor'n als früher. Da sin immer mal welche gekommen zum Hallo sagen. Nuja, die Zeiten ändern sich.“ „Wir kommen dich mal wieder besuchen, Hagrid! Aber jetzt müssen wir wieder hoch zur Schule zum Abendessen. Danke für den Tee!“ Freundlich verabschiedeten sich die Mädchen von ihrem neuen riesenhaften Freund, der ihnen glücklich lächelnd hinterherwinkte.

Halloween. Ein riesiges Festmahl in der großen Halle. Ausgehöhlte Kürbisse, die von der Decke hingen, lebende Fledermäuse, die um ihre Köpfe schwirrten. Ausgelassen lachte Lily mit ihren Freundinnen. Alle waren da. Nur einer nicht. Remus.

Das erste Quidditchspiel der Saison. Gryffindor gegen Hufflepuff. „Nein, Rose. Ich möchte nicht mitkommen. Ich möchte sie nicht spielen sehen.“ Doch Rose kannte kein Erbarmen, zog ihre sich sträubende rothaarige Freundin hinaus in den sonnigen Novembertag. Sieg der Gryffindors. 210 zu 180. Party im Gemeinschaftsraum. James Potter der neue Held der Mannschaft. Lily wollte das nicht erleben, wollte einfach nur ihre Ruhe haben.

„Alice! Lily! Der See ist zugefroren!“ Rose stand begeistert am Fenster, das klare Licht der Wintersonne ließ die gesamten Schlossgründe Hogwarts' erglühen. Alles funkelte und glitzerte. Berge von Schnee hatten sich angesammelt und der See sah aus wie ein verzauberter Spiegel aus Eis. Fast erwartete man kleine Feen, die um ihn herumflogen und Feenstaub erteilten, so wie im Märchen.

Die Weihnachtsferien begannen. Lily fuhr nach Hause zu ihrer Familie. Freudig und erwartungsvoll.
Am Bahnhof erwarteten sie ihre Eltern, die sie glücklich in die Arme schlossen und eine abweisende Petunia. Lily war enttäuscht, ließ es sich aber nicht anmerken.
Über die Weihnachtsfeiertage besserte sich Petunias Laune etwas und die beiden Mädchen amüsierten sich gemeinsam im Schnee. Aber trotzdem blieb immer diese gewisse Distanz zwischen ihnen, die Lily einen Stich versetzte.
„Daddy, was hat sie nur? Ich will doch nur, dass wir wieder Freundinnen sind, so wie vor Hogwarts!“ „Sie ist nur etwas neidisch Lily-Maus, das wird sich auch wieder ändern, wenn sie sieht, dass du auch nur auf eine ganz normale Schule gehst mit Hausaufgaben und Prüfungen.“ Zweifelnd blickten Lilys grüne Augen in ihr Ebenbild im Gesicht ihres Vaters.

Der vorletzte Tag des Januars. Lilys zwölfter Geburtstag. Alice und Rose gratulierten ihr, ebenso Remus, mit dem sie sich angefreundet hatte. Von ihren Eltern kamen ein Geschenk und ein langer Brief. Petunia hatte nur unterschrieben. Severus vergaß den Ehrentag seiner besten Freundin. Abends lag Lily im Bett und lautlose Tränen bahnten sich den Weg aus ihren grünen mandelförmigen Augen.

„Sehr gut, Miss Evans! Das ist ja wirklich perfekt geworden! Kommen Sie alle her und schauen Sie sich an, wie der Trank aussehen muss. Bravo, 20 Punkte für Gryffindor!“ Erfolg. Und ein Lächeln in ihrem Gesicht. Endlich hatte sie wirklich etwas geschafft.

Schallendes Gelächter empfing Lily, Alice und Rose als sie die Große Halle betraten. Erstaunt blickten sie sich um. Dann sahen sie den kleinen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, der auf einmal mit neongelbern Haaren gesegnet war und verzweifelt versuchte sie zu entfernen. Doch immer wenn es ihm gelang, färbten die Haare sich wieder gelb.
Am Ende des Gryffindortischs saßen James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew, die sich köstlich amüsierten. Die Mädchen näherten sich ihnen und grinsten ihnen zu. „Hey, Lily, willst du auch mal seine Haare färben?“, fragte James verschmitzt.

Die Prüfungen kamen in Sicht. Für Lily hieß das, dass sie den ganzen Tag in der Bibliothek oder lernend im Gemeinschaftsraum verbrachte. Sie wollte gut abschneiden, wollte zeigen, dass auch sie als Muggelgeborene es verdiente nach Hogwarts zu gehen.

„Ach Schnieffelus, hast du vergessen dir Seife mit nach Hogwarts zu bringen? Oder könnt ihr euch so etwas nicht leisten? Aber du solltest wirklich mal deine Haare waschen!“ Verletzende Worte von Sirius Black.
„Sev, hör ihnen nicht zu! Du bist toll so wie du bist und wir werden immer beste Freunde bleiben, ja? Ich will nicht, dass sich das ändert!“ Lily legte Severus Snape den Arm um die Schulter und lief mit ihm zum See.

Der letzte Schultag. Lily hatte als Klassenbeste abgeschnitten. Zusammen mit James Potter. Innerlich ärgerte sie sich ein bisschen darüber, er hatte kein Stück gelernt, sondern hatte mit Sirius Unsinn getrieben und Streiche ausgeheckt. Wieso war er trotzdem so gut?

Im Hogwartsexpress. Gemischte Gefühle. Einerseits Freude auf die Familie und ihr Zimmer. Andererseits Trauer, Hogwarts und ihre Freundinnen zwei Monate nicht zu Gesicht zu bekommen.
Ein emotionaler Abschied von Alice und Rose. James Potter winkte ihr zu und wünschte ihr schöne Ferien. Lily lächelte, er konnte vielleicht doch ganz nett sein. Da, ihre Familie. Doch: „Wo ist Tuney?“ „Sie ist ins Ferienlager gefahren für die ersten vier Wochen, Lily.“


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