Umbrella Company - Tiefgründige Gespräche
von Chuck
Info "Sev" statt Seth und ein paar neue Charas. Wenn jemand Hilfe mit meinem Quidditch-Gefasel braucht, einfach melden. Ich bin ĂĽbrigens ein groĂźer Fan der Montrose Magpies ^^
Mamadou Also mir ist James total unsympathisch, aber er hat seine Rolle zu spielen. Ich wollte mal zeigen, wie ein Potter in der Familie ist/sein könnte. Und mit dem lieben Lou hab ich auch noch ein bisschen was vor, da erfährt man mehr von ihm. Aber NIE mach ich ein Rose und Scorpius Pairing in die FF *geschockt davonrenn* Danke fürs Lesen. Komments sind immer willkommen
Nelly Potter Ja, meinen Schreibstil hab ich gefunden zwischen Matt Ruff, St. Aubyn und Max Frei ‹3 große Vorbilder und wahnsinnige Genies. Ich hab mir deinen Wunsch zu Herzen genommen… ab jetzt Sev statt Seth. Danke fürs lesen und über weitere Kommis würd ich mich freuen.
Kapitel 4
›Ich traue keinem Mann, der keinen Alkohol trinkt.‹
John Wayne
Mit dem Federkiel gegen die von grüner Tinte vollgesogenen Pergamentseiten tippend, verfolgte Albus’ inzwischen apathischer Blick die silbernen Zeiger der großen Uhr auf Scorpius’ Nachtkasten. Die Federn von Rose und Scorpius kratzten hastig über die Seiten, während sie wahrscheinlich einfach nur in eine andere Reihenfolge gestellt seinen Aufsatz über den Trank Amortentia kopierten, doch ihm war es gleichgültig, was auch sonst, in solch einer ermüdenden Phase des Nichtstun. Gleich würden die Zeiger auf dem höchsten Punkt zu stehen kommen und Albus würde wieder mal einige Stunden lang vergeblich versuchen seine Mitschülerin zum Reden zu bewegen, während zur gleichen Zeit seine Cousine Pläne gegen seine Freundin ausheckte und ein ungeschützter Scorpius von James und Louis verbal und körperlich vernichtet werden würde, wenn es vorher nicht schon irgendwelche anderen Gryffindors getan hatten.
“Es wird Zeit”, sagte er, zog seine kribbelnden Füße vom Bett hinunter und wackelte mit den Zehen um sich aufzulockern. “Ich geh dann mal. Rose, du gibst Stacy Bescheid, ja?” Keinen zustimmenden Laut mehr abwartend stand Albus auf und schlüpfte in seinen schwarzen Mantel und die bequemen Muggel-Sportschuhe, bevor er die Treppe in den Gemeinschaftsraum hinunterlief.
“Wartest du schon lange?”, fragte er Violet, die in einen großen, hellbraunen Umhang eingehüllt in der Nähe der Türe wartete, darauf jedoch nur den Kopf schüttelte. Auf dem Weg nach Hogsmeade vermied es Albus ihr je näher als einen Meter zu kommen und aufgrund des fortgeschrittenen Tempos, dass sie an den Tag legten, hatten sie den langen Fußmarsch fast in der Hälfte der Zeit hinter sich.
Langsam durch die Läden ziehend und kaum redend, versuchte Albus seinen Klassenkameraden aus dem Weg zu gehen und besonders Rose und Stacy meiden, bis er dann schlussendlich vor der dunklen Fassade des Eberkopfes stehen blieb. “Ich weiß nicht, ob das was für dich ist, aber willst du mit rein kommen? Dort trifft man sicher keine anderen Schüler und hat seine Ruhe.” Ein unsicheres Nicken, dann trat sie einem Schritt nach vorne und schob die Tür mit einer entschlossenen Bewegung auf. Der Innenraum hatte einen seltsamen Geruch, den niemand als angenehm bezeichnet hätte, den es interessieren würde. Kaum ein Lichtstrahl schaffte es durch die schmalen Ritzen der Wände und die Tische wurden vom flackernden Kerzenlicht in eine düstere Szene gesetzt.
Der Wirt, der Albus bereits als einen Stammkunden erkannte, deutete auf einen Tisch in einer hinteren Ecke und ging dann zum Tresen, wo er begann sechs Gläser mit einer dampfend orangefarbenen Flüssigkeit zu füllen, die er ihnen vor die Nase knallte, bevor sie sich erst richtig hingesetzt hatten.
“Feuerwhiskey”, erklang überraschend die seltsam klare, angenehme Stimme gegenüber von Albus und er bestaunte verwundert das Lächeln in Violets Mundwinkel, als sie die Hälfte der Gläser zu sich zog und ein paar Münzen aus ihrer Tasche zog, die sie dem Mann gab, der, zufrieden über das Trinkgeld, schnell abzog und begann Geschirr zu polieren und die Tür zu beobachten.
“Ich hätte dich nicht für einen Trinker gehalten”, sagte Albus und genoss das brennende Gefühl in seiner Speiseröhre, als die Flüssigkeit durch seine Kehle weiter hinunter rann und einen wohligen Schauder auslöste.
“Bin ich nicht.” Er beobachtete, wie sie ein Glas an ihre Lippen führte und einen Teil des Inhalts mit einer schnellen Bewegung in den Mund kippte und schluckte, das Glas wieder anhob und trank, bis bloß noch die glänzenden Tropfen an ihren rötlich schimmernden Lippen übergeblieben waren. Ihr Blick hob sich, bis sie seinen fand und einige Augenblicke schätzten sie einander ab, bis Albus befand, dass es genug sei und seine Aufmerksamkeit der Tischplatte zuwandte. “Warum redest du nicht?”
Sie zuckte mit den Schultern. “Keine Lust, andauernd genervt zu werden. Man sieht in deinem Blick, wie Leid du deine Freunde bist. Warum solche Szenen nicht gleich vermeiden?”
“Woher willst denn bitte du das wissen?”, brauste Albus auf, beruhigte sich jedoch schnell wieder. “Es stimmt. Jedes Mal wenn ich einem von ihnen begegne, wünsche ich mich ans andere Ende der Welt, irgendwohin wo ich alleine bin.” Die nächsten Gläser aneinander stoßend, benötigte keiner von ihnen einen Trinkspruch, denn die Einstimmigkeit verband sie wie ein dickes rotes Band. Sie tranken auf die Einsamkeit, das Unverstandensein, sich ungehörig zu fühlen.
Diese absolut verbindende, todtraurige Stimmung verderbend knallte Scorpius die Tür auf und war mit ein paar Schritten bei ihnen, die zwei übrigen Gläser in wenigen Zügen hinunterstürzend. Seine düstere und trübe Miene allerdings brachte Albus dazu sich einen Kommentar zu ersparen und stattdessen dem Barkeeper zu winken, der die Gläser abholte und wieder zu füllen begann.
“Na komm schon”, seufzte Albus genervt und rutschte ein wenig auf seiner Bank zur Seite um dem Blonden Platz zu machen, als dieser sich einen Sessel dazustellen wollte.
“Danke”, brummte dieser und ließ sich neben sinken. “Hallo”, begrüßte er Violet, die ihm zunickte. “Ich bin Scorpius.” An Albus gewandt: “Wie lange seid ihr schon hier?”
“Paar Minuten. Ist dir jemand gefolgt?”
“Ne, ich hab die letzten Gryffs eine Straße weiter oben abgehängt.”
“Rose?”
“Ist noch mit Stacy unterwegs?”
Albus starrte seinen Sitznachbarn einige fassungslose Augenblicke lang aus den Augenwinkeln an und sank missgelaunt tiefer in die Bank. “Wenn die herkommt, kannst du sie fortschicken.” Er vergrub seine Finger in dem warmen Stoff seiner Hose und zog beinahe zeitgleich mit Scorpius und Violet seine Zigarettenpackung aus seinem Mantel, was ihnen allen ein kleines Lächeln aufs Gesicht brachte.
“Also, du bist auch ein Bats Fan?”, fragte Albus nach einem Zug, als die Rauchfledermäuse zwischen ihnen aufstiegen und fröhlich umherschwirrten.
“Warum sollte ich sonst das teure Fanzeug rauchen?”
“Sehr gut. Lieblingsspieler?”
“Hoyt Murray.”
“Gar nicht mal so schlecht. Was hältst du von Remy Jones?” Ein verächtliches Schnauben von beiden Seiten - und Albus konnte es keinem verübeln. Schon allein seinen Namen zu sagen sollte als Verbrechen gewertet werden.
“Die roten Haare sind wohl das einzige, was er von einem Iren hat. Wie er es in die Nationalmannschaft geschafft hat, bleibt wohl ein Rätsel. Bist du etwa ein Fan?”
“Für was hältst du mich? Seh ich etwa aus wie einer der Hufflepuff Spinner?”
“Das versteh ich nicht.” Violet lehnte sich nach vorne und schob ihre Gläser zu sich, als der Barkeeper sie am Tisch abstellte. Albus griff in seine Tasche und legte ihm einige Münzen in die ausgezehrte Hand.
“Das dürfte für den Rest des Tages reichen.” Er nahm sich seinen Anteil und sog den sich vermischenden Geruch von Rauch und Alkohol ein. “Das nächste Mal zahlst du.” Er gab Scorpius einen Ellbogenstoß und erfreute sich an der erschrockenen Miene, als dieser sich beim Trinken verschluckte und wild mit den Händen rumfuchtelte um wieder frei atmen zu können, bis sich Albus seiner erbarmte und den Zauberspruch murmelte. Dann wandte er sich wieder an Violet. “Du kennst dich ja mit den Häusern aus. Wir sind Gryffs, dann gibt es Slyths-” Er stoppte als sich mit der Hand wedelte.
“Schon klar. Aber was haben Hufflepuffs mit Remy Jones am Hut?”
“Ganz einfach: Unser Direktor O’Niall ist nicht nur über ein paar Ecken mit dem Typen verwandt, sondern war auch noch zur selben Zeit und, wer hätte es gedacht, im selben Haus, und zwar Hufflepuff, mit ihm an unserer Schule. Seit ihrem Sieg über Frankreich lässt er keine Gelegenheit aus, Geschichten über Jones zu erzählen. Und die gelben Flaschen sind natürlich hellauf begeistert und eifern ihm nach.”
“Ich hätte nicht gedacht, dass die überhaupt einen Wronski-Bluff von einer Faultierrolle unterscheiden können.”
Scorpius begann zu lachen und stützte sich auf seine Ellbogen, sein Grinsen im Kerzenlicht diabolisch aussehend. Vielleicht hatte er im Moment aber auch wirklich diesen Blick drauf. “Ich habe das Gefühl dass wir uns ziemlich gut verstehen werden. Was denkst du Albus?”
“Was denkst du Vio?”, gab dieser die Frage weiter.
“Dass ich diesen Spitznamen nicht ausstehen kann”, kam grummelnd die Antwort aus dem Schal, den sie sich gerade wieder um den Hals gewickelt hatte. Langsam stieg eine prickelnde Wärme in Albus hoch und er fühlte sich schwereloser als vorher, unbeschwert, befreit.
“Und was gefällt dir? Von mir aus nenn mich Sev.” Das letzte Glas zwischen den Fingern herumschiebend, trank er schließlich aus und lehnte sich zurück.
“Lila.”
“Das mag ich”, lächelte Scorp offen. “Erzähl mal ein bisschen von dir. Warum bist du überhaupt an Hogwarts?”
Schulterzucken. “Meine Familie ist umgezogen, da hatte ich keine große Wahl.”
“Klingt einleuchtend. Woher kommt ihr?”
“Amerika, Washington. War nie mein Lieblingsort, aber es war besser als hier.”
“Wow da hat aber jemand eine gute Meinung von uns. Gibt es drüben etwa mehr Freibier als hier, oder was?” Scorpius’ Ton war erheitert und der Feuerwhiskey breitete nun seine Wirkung aus und verursachte ein wunderbares Schwebegefühl, das kurz abbrach, als Albus sich den Kopf an der Wand stieß. Keiner der beiden schien es zu bemerken, was ihn sowieso nicht gekümmert hätte.
“Auch… Aber es gibt andere Dinge zu vermissen.”
“Und zwar?” Stille trat nach Scorps Frage ein, bis ein fernen Knall und eine zugepackte Rose ihre gemütliche Runde zerstörte und die Nase kraus zog, als sie an dem Tisch stehen blieb.
“Was macht ihr in dem seltsamen Laden? Und warum schleicht Scorpius im Schatten der Häuser her?”
Albus seufzte genervt auf. “Was willst du?”, nuschelte er.
“Hast du getrunken?”, fragte Rose entsetzt. “Und warum sind die beiden bei dir?”
“Du klingst wie Hermine. Was und mit wem ist mache ich meine Sache. Nein warte. Das war andersrum, oder…” Den Kopf schwirrend versuchte Albus einen klaren Gedanken zu fassen.
“Stacy wartet im Tropfenden Kessel mit den anderen. Eigentlich wollte ich ja fragen ob du mitkommst, aber du hast ja schon eine Runde zum Feiern.”
“Genau. Zwar nicht was wir machen, aber… War’s das dann?”
“Du bist also Violet?”, wandte Rose sich weiter zu der Brünetten, die jedoch nur schnaubte und dann nickte. “Na dann. Ich geh dann mal. Gebt besser Acht auf dem Rückweg, heute sind viele Schlangen unterwegs und James ist in Feierlaune.”
“Also, wo sind wir stehengeblieben?”, fragte Scorpius, als Rose wieder weg war.
“Weiß nicht mehr. Lila?”
“Quidditch. Hoyt Murray.”
“Ach ja. Das ist toll”, sagte Albus, geistreich wie eh und je. “Spielst du selber auch?”
“In der Freizeit, hin und wieder. Quodpot oder Shuntbumps.”
“Das ist doch ein Spiel für Kinder!”, lachte Scorpius.
“Schön. Ist doch egal.”
Ein paar Stunden und Butterbiere später verließen alle drei, Schulter an Schulter an Schulter, den Eberkopf und lallten leidenschaftlich und nicht ganz einstimmig das Lied der Ballycastle Bats, während sie die Straße nach Hogwarts entlang schlurften.
“Sag mal, Lila. Magst du uns eigentlich?”, fragte Scorpius, die Augen halb zu und die Haare in alle Richtungen stehend. Diese tätschelte ihm den Arm und lächelte ein wenig.
“Ich glaub schon. Sind das Freunde von euch?”
Albus sah nach vorne und erblickte vier Slytherins, die wohl auch nicht mehr ganz nüchtern, aber eindeutig bewusster als die drei, den Weg versperrten und eindeutig ihre Schlägerseite raushängen ließen.
“Na Potter, hat dich dein dämlicher Bruder etwa so sehr verhext, dass du dir die Loser beim Gehen helfen müssen?”, brüllte der schmalste Junge mit schwarzen Haaren und großer Fresse aus der Mitte der Gruppe.
“Hey Parkinson, hat deine Mutter dich als Kind fallen lassen? Deine Fresse ist so breit, dass man einfach nicht anders kann, als draufschlagen zu wollen”, konterte Scorpius kampflustig und hob die Hand, um sie herzuwinken. “Na los, komm schon, oder hast du etwa Angst?”
Mit einstimmigen Fluchen und Brüllen stürmten die beiden Parteien aufeinander zu, die Fäuste gehoben und die Zauberstäbe vergessen. Überrascht stellte Albus fest, dass auch seine ruhige Mitschülerin auf die Slyths losging, dabei jedoch genauso viel, wenn nicht mehr Prügel einsteckte als er und Scorpius. Der Blonde lag als ein Knäuel mit seinem Cousin Melvin am Boden, den er wahrscheinlich fast so sehr hasste wie Albus James. Parkinson, sowie die Goyle Zwillinge hatten ihn und Lila eingekreist und sie verpassten sich so lange Kinnhacken und Magentritte, bis eine Gruppe von Hufflepuffs den Weg entlangkam und mit ihren Zauberstäben die Kämpfenden voneinander trennte.
“Na, das hat dir wohl gefallen?”, fluchte Albus und spuckte Parkinson vor die Füße, der sich eine seine anschwellende Backe griff und mordlüsterne Blicke in die Runde warf.
“Wären diese Waschlappen nicht gekommen, wärst du tot Potter! Dich mach ich noch fertig!” Den nun mehr nur noch unverständlich kreischenden und brüllenden Parkinson schleifte ein bulliger Hufflepuff weiter zum Schloss, während der große Trupp langsam zum Schloss trottete. Albus fühlte sich, als würde er jeden Moment umkippen und stützte sich an einer hilfsbereiten Blonden, die unentwegt besorgt dreinschaute und die blutende Wunde an seiner Stirn mit einem Taschentuch betupfte. Da sie es nach seinen Protesten nicht gelassen hatte, war er froh, dass sie ihm seine Ruhe ließ, nachdem er ihre Schuhe voll gekotzt hatte.
Ein wenig später, als er im sauberen Bett des Krankenflügels aufwachte und Scorpius und Violet in den Nebenbetten liegen sah, fühlte er sich körperlich schlimmer als nach dem Match der Bats gegen Puddlemore. Doch vor allem fühlte er seit langem etwas, dass er schon so lange nicht mehr gespürt hatte, dass es ihn erschreckte. War DAS etwa Freundschaft? Mit dieser Frage und einem glücklichen Lächeln sank Albus schnell wieder in einen tiefen Traum, welcher von einem Quidditchspiel handelte, in dem er ein Klatscher war.
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Man muss einfach in Slytherin sein. Dort hast du das Privileg manchmal was anzustellen. In Gryffindor darf man keine Fehler machen, du musst gut sein.
Tom Felton