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J. K. Rowling's Interview with J. Paxman

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Quelle: BBC
Datum: 19. Juni 2003

Jeremy Paxman und Joanne K. Rowling betrachten eine druckfrische Ausgabe von "Harry Potter and the Order of the Phoenix", das zwei Tage nach diesem Interview offiziell veröffentlicht wird.

Jeremy Paxman: Das hier ist es also?

Joanne K. Rowling: Das hier ist es.

Jeremy Paxman: Dürfen wir reinschauen?

Joanne K. Rowling: Hmmmm. Ja, ein bisschen. Hier, das hier können sie sich ansehen... Sooo, das sollte reichen.

Jeremy Paxman: Wie viele Seiten?

Joanne K. Rowling: 766... Und das alles mit einer Schreibblockade (ironisch), und ich glaube Sie stimmen mir zu, dass das wirklich ein Erfolg ist!

Jeremy Paxman: Aber glauben Sie nicht, dass diese ganze Geheimniskrämerei ein bisschen lächerlich ist?

Joanne K. Rowling: Nein.

Jeremy Paxman: Warum nicht?

Joanne K. Rowling: Weil ein großer Teil dieser Geheimnistuerei mein Wunsch war.

Jeremy Paxman: Ehrlich?

Joanne K. Rowling: Ja natürlich. Ich meine, klar kann man zynisch sein und ich bin sicher, Sie würden dazu neigen und sagen, das ist eine Marketing-Strategie, aber ich wollte nicht, dass die Kinder wissen, was kommt. Weil das auch einen Teil der Spannung der Geschichte ausmacht. Und, wissen Sie, ich habe Blut und Wasser geschwitzt, um all meine versteckten Hinweise unterzubringen... Für mich ist das nicht... Das ist mein... Das ist mein... Ich hätte fast gesagt es ist mein Leben. Es ist nicht mein Leben, aber es ist ein wichtiger Teil meines Lebens.

Jeremy Paxman: Mussten Sie einen Preis für den Erfolg und die Berühmtheit zahlen?

Joanne K. Rowling: Die Sache mit der Berühmtheit ist interessant, weil ich nie berühmt sein wollte und ich habe mir nie träumen lassen, dass ich je berühmt sein werde. Ich meine, meine Phantasie ein berühmter Autor zu sein war recht fern von der Realität, was mir häufig passiert. Ich stellte mir vor ein berühmter Autor wie Jane Austen zu sein. In der Lage zu sein zu Hause zu sitzen und meine Bücher seien sehr berühmt und gelegentlich spreche ich mit dem Assistenten des Prinzen von Wales. Ich meine, ich hätte nicht gedacht, dass sie meinen Müll durchsuchen, ich hätte nicht erwartet am Strand aus der Ferne photographiert zu werden. Ich dachte nie, dass das Leben meiner Tochter negativ beeinträchtigen würde, was aber zeitweise geschah. Es wäre rüpelhaft zu sagen, dass es nichts gutes am Berühmtsein gibt; einen Unbekannten auf einen zukommen sehen, während man im Supermarkt einkauft, und einem lauter nette Sachen über seine Arbeit erzählt.. Ich meine, natürlich geht man jeden Schritt mit mehr Kraft. Das ist eine sehr, sehr nette Sache. Ich würde mir nur wünschen, dass sie mich nicht ansprechen, wenn ich gerade bestimmtes einkaufe... Sie wissen schon...

Jeremy Paxman: Klopapier?

Joanne K. Rowling: Ganz genau, Gegenstände fragwürdiger Natur. So ist es immer. Nie, wenn man in der Obst und Gemüse Abteilung ist. Niemals.

Jeremy Paxman: Glauben Sie, dass der Erfolg Sie verändert hat?

Joanne K. Rowling: Ja.

Jeremy Paxman: In welcher Hinsicht?

Joanne K. Rowling: Ich fühle mich nicht mehr wie eine Art Platzverschwendung.

Jeremy Paxman: Sie haben sich doch nicht als Platzverschwendung gefühlt?

Joanne K. Rowling: Ich habe mich so gefühlt. Ich habe mich miserabel gefühlt. Ja, das habe ich. Und jetzt merke ich, dass es sich bemerkbar macht, dass es eine Sache gibt, in der ich gut bin und ich habe immer gedacht, dass ich eine Geschichte erzählen kann, und ich denke, es ist eher traurig, dass ich Bestätigung brauchte, indem meine Manuskripte veröffentlicht wurden.

Jeremy Paxman: Und was ist mit dem Geld? Viele Leute fühlen sich schuldig, wenn sie plötzlich viel Geld machen. Fühlen Sie sich schuldig?

Joanne K. Rowling: Ja, ich fühle mich schuldig. Definitiv, fühle ich mich schuldig.

Jeremy Paxman: Wieso?

Joanne K. Rowling: Als es zum erstenmal passierte, wurde ich nicht sofort sehr reich. Mein größter Sprung war die Vorrauszahlung des amerikanischen Verlages, die ausreichte um mir ein Haus zu kaufen, nicht sofort, aber wir lebten zur Miete bis zu dem Zeitpunkt. Und ich fühlte mich nicht schuldig, Ich hatte damals Angst. Weil ich dachte, Ich dürfe dies nicht ausgeben: Ich habe nun etwas Geld, Ich darf jetzt nichts dummes damit anstellen. Und dann, ja ja, fühlte ich mich schuldig. Das tat ich. Zumindest konnte ich Ursache und Wirkung sehen. Ich wusste, dass ich für eine recht lange Zeit hart gearbeitet hatte. Natürlich standen die Belohnungen nicht im Verhältnis dazu, aber ich konnte sehen, wie ich dahin gekommen war, das machte es einfacher zu verstehen.

Jeremy Paxman: Lassen Sie uns ein bisschen über das nächste Buch reden. Harry, Ron und Hermine werden alle älter sein. Wie werden sie sich verändern?

Joanne K. Rowling: Ein ganzes Stück, weil ich es recht unheimlich finde, wenn ich beispielsweise zurück auf die "Five Famous Books" schaue, ich glaube in 21 Abenteuern oder 20 oder so, hatten sie niemals einen hormonellen Impuls - außer dass Anne beim Picknicken gesagt wurde, dass sie eine gute Ehefrau werden würde.

Jeremy Paxman: Aber das ist doch das übliche Schema bei Kinderbüchern, oder? Bei "Swallows and Amazons" ist es dasselbe, nicht wahr? Die Kinder werden nicht älter. Aber Ihre...

Joanne K. Rowling: Und es erreicht seine Apotheose offensichtlich in Peter Pan, wo es recht klar ist, und das finde ich sehr finster. Ich bekam einen sehr aufrichtigen Brief von einer Frau, die gehört hatte, wie ich sagte, dass Harry sein erstes Date oder so haben werde, und sie sagte: "Bitte tun Sie das nicht, das ist furchtbar. Ich möchte, dass diese Bücher eine Welt sind, in die meine Kinder fliehen können." Sie sagte wörtlich: "Frei von Schmerz und Angst" und ich dachte 'Haben Sie diese Bücher gelesen? Über was reden Sie? Frei von Schmerz und Angst? Jedes Mal, wenn Harry wieder zur Schule geht, muss er durch die Hölle.' Ich dachte, ein bisschen Rumknutschen würde die Sache erleichtern.

Jeremy Paxman: Also werden sich in diesem Buch Pärchen finden

Joanne K. Rowling: Zu gegebener Zeit.

Jeremy Paxman: Ungewöhnliche Paare? Nicht Hermine und Draco Malfoy oder so etwas?

Joanne K. Rowling: Ich möchte dazu nicht wirklich etwas sagen, da es alle Fan-Seiten ruinieren würde. Sie haben solch einen Spaß mit ihren Theorien... und es ist Spaß, es ist Spaß. Und einige von ihnen kommen dem Ganzen schon sehr nahe. Niemand hat jemals - Ich habe mir ein paar von diesen Seiten angesehen und niemand hat es jemals... Es gibt eine Sache, wenn die jemand erraten würde, wäre ich sehr verärgert, da es quasi das Herzen von allem ist. Und es erklärt praktisch alles und niemand ist bis jetzt in die Nähe dessen gekommen, aber ein paar Leute sind nah dran gewesen. Wie Sie sich das denken könnten, würde ich es äußerst übel nehmen, wenn nach 13 oder 14 Jahren des Schreibens der Bücher jemand einfach sagen würde "Ich glaube ich weiß was in Buch 7 passiert". Es ist zu spät, ich könnte jetzt weder davon ablenken noch davon absehen, alles wurde darauf ausgelegt und ich habe alle meine Hinweise gelegt.

Jeremy Paxman: Wird Harry ein schwieriger Teenager sein?

Joanne K. Rowling: Er ist sehr, sehr, sehr viel saurer in diesem Buch. Er ist sehr oft wirklich recht sauer und ich denke mit Recht. Bedenken Sie, was er durchgemacht hat. Es wird langsam Zeit, dass er sich ein bisschen ungerecht vom Leben behandelt fühlt.

Jeremy Paxman: Wenn Sie vieles von den Marketing-Sachen sehen, diesen Merchandise, wenn sie Dinge wie "Harry Potter Kürbiseis-Macher" und all dies sehen.

Joanne K. Rowling: Gibt es das wirklich oder haben Sie sich das gerade ausgedacht?

Jeremy Paxman: Nein, ernsthaft. Es gibt eine Liste von über 50 von solchen Sachen. Harry Potter bestickte Polohemden, das "Late Night Ride"-Handtuch, den Harry-Potter- und Ron-Weasley-Wecker. Und so geht es weiter...

Joanne K. Rowling: Ich wusste von dem Wecker. Wie ich das finde? Ehrlich gesagt, und ich denke das ist allgemein bekannt, wenn ich all dieses Merchandising hätte stoppen können, hätte ich es getan. Zweimal im Jahr setze ich mich mit Warner Brothers zusammen und wir reden über Merchandising und ich kann nur sagen, dass Sie die Sachen mal sehen sollten, die gestoppt wurden: Maulende-Myrte-Toilettensitz und schlimmer.

Jeremy Paxman: Das hört sich eher lustig an.

Joanne K. Rowling: Ich wusste, dass Sie das sagen würden. Es ist nicht witzig. Es war furchtbar, es war ein furchtbares Ding.

Jeremy Paxman: Aber hätten Sie nicht sagen können "Nein, ich werde gar kein Merchandising haben"?

Joanne K. Rowling: Ich denke nicht, dass ich das zu dem Zeitpunkt konnte. Ich bin so schlecht mit Jahreszahlen. Es muss irgendwann in 1998 bis 99 gewesen sein, ich begann mit Warner Brothers zu reden und zu dem Zeitpunkt hatte ich einfach nicht die Kraft sie zu stoppen. Das ist die Natur der Filmwelt. Weil es sehr teuer ist diese Filme zu machen, und sie werden wirklich immer teurer, und ich meine, mir schaudert es, wenn ich daran denke, was sie sagen werden, wenn sie Buch 5 sehen werden. Weil ich denke, dass sie anfangen zu denken, dass ich Sachen schreibe nur um zu sehen, ob sie es realisieren können. Was ich natürlich nicht tue. Aber ich weiß, dass es Kopfschmerzen über die Größe der Welt gibt, über die ich schreibe.

Jeremy Paxman: Aber machen Sie sich keine Sorgen, dass vielleicht ihr in den Köpfen der Menschen nicht diese ganze Welt, die sie erschaffen, hängen bleibt, sondern ein Haufen Plastik?

Joanne K. Rowling: Mache ich mir ernsthaft Sorgen? Ich bin ganz ehrlich: Nein. Ich mache mir darüber keine Sorgen. Ich denke die Bücher werden immer wichtiger sein als die Sachen aus Plastik. Und das ist es... Wirklich, glauben Sie das, und vielleicht hört es sich arrogant an, aber das ist wie ich darüber denke.

Jeremy Paxman: Wissen Sie eigentlich, wann es zu der Stufe kommt, auf der Sie sind? Wissen Sie eigentlich, was Sie verdienen?

Joanne K. Rowling: Nein.

Jeremy Paxman: Hmm, es sind mehrere 10 Millionen, schätze ich...

Joanne K. Rowling: Ich traf meinen Buchhalter neulich und ich sagte: "Sie sagen in der Liste der Reichen, dass ich reicher bin als die Queen, das heißt also, dass Sie aber eine ganze Menge Geld unterschlagen haben müssen." Ich meine, ich meine ich weiß in welche Größenordnung ich mich einzuordnen habe. So ahnungslos bin ich nicht. Und ich habe gewiss keine 280 Millionen Pfund.

Jeremy Paxman: Was ist es grob geschätzt?

Joanne K. Rowling: Das würde ich Ihnen sagen?

Jeremy Paxman: Ich weiß nicht. Sie können mir es nicht übel nehmen, das zu fragen.

Joanne K. Rowling: Nein, ich nehme es Ihnen nicht übel.

Jeremy Paxman: Sie erwähnten, dass Sie bei vorherigen Büchern, die Sie jeweils fertiggestellt hatten, sofort danach das nächste begonnen haben. Haben Sie das sechste Buch angefangen?

Joanne K. Rowling: Ja.

Jeremy Paxman: Wie weit sind Sie damit?

Joanne K. Rowling: Nicht so weit, weil ich ein Baby bekommen habe. Aber... jaa, Ich habe damit angefangen als ich noch schwanger mit David wahr. Und eigentlich habe ich letztens noch ein Stück geschafft und das ist gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass er gerade 10 Wochen alt ist. So kommt es, dass er momentan quasi meine ganze Zeit beansprucht. Aber, ja, ich habe ein anderes mal schon ein bisschen mehr geschafft.

Jeremy Paxman: Werden wir in Buch 5 herausfinden, warum Voldemort solch eine Feindseligkeit gegen Harry Eltern hegte?

Joanne K. Rowling: Ja.

Jeremy Paxman: Können Sie uns einen Hinweis geben, wie ...

Joanne K. Rowling: Nein. Es ist jetzt nicht mehr lange. Kommen Sie. Ja, man findet das in Buch 5 heraus.

Jeremy Paxman: Was können Sie uns sonst noch erzählen, was uns in Buch 5 erwartet?

Joanne K. Rowling: Offensichtlich ein neuer "Verteidigung gegen die Dunklen Künste"-Lehrer.

Jeremy Paxman: Wird es eine Frau sein?

Joanne K. Rowling: Ja. Und es ist nicht Fleur, über die alle im Internet spekulieren. Und es ist nicht... Nach wem fragen sie noch alle? Mrs Figg. Es ist nicht Mrs. Figg. Ich habe das über beide gelesen.

Jeremy Paxman: Werden wir etwas über Snape herausfinden?

Joanne K. Rowling: Ja.

Jeremy Paxman: Und Harrys Mutter? War er in Harrys Mutter verknallt oder wurde seine Liebe nicht erwidert oder so etwas?

Joanne K. Rowling: Deswegen seine Feindseeligkeit gegenüber Harry?

Jeremy Paxman: Ja.

Joanne K. Rowling: Sie spekulieren?

Jeremy Paxman: Ich spekuliere, ja. Ich frage nur, ob Sie uns das sagen können.

Joanne K. Rowling: Nein, ich kann Ihnen das nicht sagen. Aber man findet mehr über Snape heraus, eigentlich viel mehr.

Jeremy Paxman: Stirbt jemand im neuen Teil?

Joanne K. Rowling: Ja.

Jeremy Paxman: Ein furchtbarer Tod einer wichtigen Person?

Joanne K. Rowling: Ich bin in die Küche gegangen, nachdem ich es getan hatte.

Jeremy Paxman: Was getan - die Person umgebracht?

Joanne K. Rowling: Ja. Also, ich habe es ein bis zweimal neu geschrieben und das war es. Es war beschlossene Sache. Und die Person war unwiderruflich tot. Und ich ging in die Küche und weinte und Neil (ihr Ehemann) sagte zu mir: "Was um Himmels Willen ist los?" und ich sagte: "Na ja, ich habe diese Person umgebracht." Neil weiß gar nicht, wer diese Person ist. Und er sagte, "Dann tu es doch einfach nicht." Und ich dachte, typisch Arzt. Und ich sagte: "So funktioniert das nicht. Du schreibst Kinderbücher, dann musst du ein rücksichtsloser Killer sein."

Jeremy Paxman: Wird es die Leute unglücklich machen?

Joanne K. Rowling: a, es macht mich auch unglücklich. Ich wusste schon immer, dass es kommen würde, aber ich schaffte es in Selbstverleugnung zu leben, und mit der Figur weiter zu machen und nicht weiter darüber nachzudenken.

Jeremy Paxman: Also wissen Sie, was aus all den Hauptfiguren im Laufe der Serie werden wird?

Joanne K. Rowling: Ja ... Ja.

Jeremy Paxman: Warum aufhören, wenn sie erwachsen werden? Könnte doch interessant sein zu wissen, was aus Harry als ein Erwachsener wird.

Joanne K. Rowling: Wie können Sie sicher sein, dass er dann noch lebt?

Jeremy Paxman: Oh. Am Ende von Buch 7?

Joanne K. Rowling: Es wäre eine Möglichkeit, das Merchandising zu beenden.

Jeremy Paxman: Das würde die goldene Gans wirklich umbringen, oder?

Joanne K. Rowling: Ja, das stimmt. Aber ich bin angeblich reicher als die Queen, was soll's?
Ich bin heute glücklicher, als ich jemals in meinem Leben gewesen bin, jaa, definitiv...

Jeremy Paxman: Aber das hat natürlich nicht nur mit dem Schreiben zu tun...

Joanne K. Rowling: Nein..., aber es hat viel damit zutun. Ich brauchte eine Auszeit zwischen den Büchern vier und fünf und ich fühle, dass ich viele Dingen nun in den Griff bekommen habe. Ich habe quasi meinen Kopf nach oben gestreckt, einmal tief Luft geholt und ich habe mich umgesehen und habe gesehen, was passiert war, und habe mir Zeit genehmigt, um damit besser umgehen zu können. Ich denke, wenn Sie mich vor vier Jahren interviewt hätten, denke ich nicht, dass ich halb so gelassen gewesen wäre.

Jeremy Paxman: Es gibt etwas mit dem Sie, eine Art in der Sie zum Objekt der Öffentlichkeit geworden sind.

Joanne K. Rowling: Ja.

Jeremy Paxman: Dass die Leute glauben auf Grund dessen, was Sie geschaffen haben, dass Sie zu ihnen gehören.

Joanne K. Rowling: Ja, das ist definitiv wahr. Ich schätze, wir kriegen tausend Briefe wöchentlich an dieses Büro geschickt - Kommen Sie und eröffnen Sie mein Fest, Schreiben Sie einen Brief an meine Tochter, Kommen Sie zu der Geburtstagsfeier meines Sohnes - Sie wissen was ich meine. Und in bestimmter Weise geht mir das sehr nahe, dass sie denken, dass sie wirklich denken, dass ich die Zeit habe.

Jeremy Paxman: Na ja, wenn man nicht fragt, dann bekommt man auch nichts.

Joanne K. Rowling: Ich nehme es ihnen nicht übel es zu versuchen; absolut nicht. Außer der Frau, die mir schrieb und mich bat, ihr und ihrem Mann eine jährliche Zahlung zu machen, weil sie schon seit drei Jahren nicht mehr im Theater waren - und was solche Art von Briefe anbelangt, war das kein toller Ansichtswinkel.

Jeremy Paxman: Was "Bettler-Briefe" angeht... Sie müssen sehr viele kriegen...spenden Sie viel Geld?

Joanne K. Rowling: Also...hmmmm. Ich spende Geld, das ist alles was ich sagen kann.


Jeremy und Joanne schauen sich Notizen an.

Joanne K. Rowling: Das darf nicht zu nah gezeigt werden. Das ist der Plan für "Order of the Phoenix". Ich habe diese Pläne für jedes Buch - Ich habe etwa zwölf solcher Pläne pro Buch. Es ist nur eine Art mich daran zu erinnern, was in jedem Kapitel passieren muss, um die Gesamtgeschichte voran zutreiben. Dann gibt es noch sämtlich untergeordnete Handlungsstränge. Es ist halt nur eine Möglichkeit, verfolgen zu können, was passiert.

Jeremy Paxman: Und diese Papierfetzen, die Sie hier abgelegt haben, sind das Handlungsideen oder...

Joanne K. Rowling: Also, einige von ihnen sind nun total überflüssig, da es geschrieben ist und ich lasse sie der Sentimentalität zu Liebe heraus. Aber einige von ihnen beinhalten Hintergrundgeschichten in sich, so wie dieser Fetzen - hier drinnen steht die Geschichte der Todesser und ich weiß nicht, dass ich sie jemals überhaupt brauche - aber irgendwann. Die Todesser wurden einmal anders genannt - sie wurden "Die Ritter des Walpurgis" genannt. Ich weiß nicht ob ich es brauchen werde. Aber ich mag es, es zu wissen. Ich mag es, all diese Sachen greifbar zu haben.

Jeremy Paxman: Wie arbeiten Sie denn? Ich meine, viele Leute setzen sich hin und sagen: "Ich muss 600 oder 1000 Wörter pro Tag aufschreiben." Arbeiten Sie so? Wie machen Sie es?

Joanne K. Rowling: Nein, es ist irgendwie wie einen Zaun anzumalen, nicht wahr?

Jeremy Paxman: Nein, nun, einige ausgezeichnete Autoren haben so geschrieben.

Joanne K. Rowling: So machen Sie es...

Jeremy Paxman: Nein - "ausgezeichnete Autoren" sagte ich... Somerset Maugham hat immer 600 Wörter am Tag geschrieben und hat mehr oder weniger auch mal mitten in einem Satz gestoppt.

Joanne K. Rowling: Das könnte ich nicht.

Jeremy Paxman: Also, wie machen Sie es? Setzen Sie sich hin und machen so lange weiter, bis Sie zu erschöpft sind?

Joanne K. Rowling: Ja so ungefähr: Es ist die "gepeitschte Schule des Reitens". Die Sache mit den 600 Wörtern ist diese, an manchen Tagen kann man sehr sehr sehr hart arbeiten, ohne ein Wort schreiben, man überarbeitet nur oder kritzelt ein paar Wörter.

Jeremy Paxman: Wir wissen, dass Sie das Ende schon geschrieben haben.

Joanne K. Rowling: Ich habe das letzte Kapitel von Buch 7 geschrieben.

Jeremy Paxman: Also, wissen Sie wo Sie hinkommen werden. Wissen Sie auch wie Sie dahin kommen werden?

Joanne K. Rowling: Ja. Ja. Ich meine, ich erlaube mir eine gewisse Freiheit. Es wäre so langweilig, wenn ich wirklich alles wüsste. Es wäre dann ja nur noch wie das Verbinden von Punkten, oder? Es ist nicht so gut ausgearbeitet. Aber es ist ordentlich geplant. Es wäre ja auch in diesem Stadium beängstigend, wenn es das nicht wäre, nicht wahr? Wenn ich Buch 5 abliefern würde und mich fragen würde, was in Buch 6 wohl passieren wird? Wie Sie wissen, es ist eine komplizierte Geschichte, also muss ich wissen was ich mache.

Jeremy Paxman: Wünschen Sie sich jemals nicht mit all dem angefangen zu haben?

Joanne K. Rowling: Ja aber nicht aus den Gründen, die Sie vielleicht erwarten. Ab und zu, ja, da hatte ich sehr depressive Momente, in denen ich dachte "Für was zum Himmel mache ich das eigentlich?". Diese waren aber selten, sehr selten.

Jeremy Paxman: Warum haben Sie das zeitweise gedacht?

Joanne K. Rowling: Ich habe daran eine lange Zeit nicht mehr gedacht, aber es war, als ich Buch vier geschrieben habe. Ich durchlebte eine sehr schlechte Phase. Das Witzige daran ist, dass die Presse schrieb, ich hätte eine Schreibblockade mit dem Phönix.

Jeremy Paxman: Das wäre das Nächste (Buch).

Joanne K. Rowling: Ja, das, was nun herauskommen wird. Es gab da Spekulationen, dass ich mich unter Drück befünde...nun ja, es war witzig, weil an manchen aufeinander folgenden Tagen war es entweder so, oder aber ich spürte den Druck doch so hoch, dass ich überschnappte - oder ich war einfach nur zu fröhlich, verheiratet zu sein. Und das hat mich aufgehalten zu schreiben. Na ja, und irgendwie konnte man nicht beides haben. Aber in echt hat mir der Orden des Phönix nie Ärger gemacht. Es war ein recht fügsames Buch zu schreiben. Und dazu noch ein riesen Spaß. Die Kammer des Schreckens, da hatte ich wirklich eine Schreibblockade. Für kurze Zeit, denke ich. Es war kein wirklich ernster Fall, es waren nur für ungefähr fünf Wochen. Und verglichen mit manch anderen Leuten, was sind da schon fünf Wochen? Beim Feuerkelch war ich sehr unglücklich, als ich das Ende schreiben musste und zu dem Zeitpunkt bemerkte ich, dass ich fantasierte, mir einen Arm zu brechen, um nicht weiter schreiben zu müssen. Das meine ich wirklich ernst. Ich meine, ich war nicht weit davon entfernt zu denken "Wie kann ich meinen Arm so brechen, dass ich dem Herausgeber sagen kann, dass ich es physisch einfach nicht mehr machen kann?", um mir so Zeit zu verschaffen. Weil ich eben eine total festgelegte und unrealistische Frist hatte. Ich habe sie gesetzt, aber ich hatte es gemacht, als ich während des Arbeitens immer auf die Uhr schaute. Ich war so unglücklich.

Jeremy Paxman: Also hatten sie keine Schreibblockade? Der Grund dafür, dass das Buch drei Jahre... Drei Jahre seit dem letzten Buch, oder? Warum hat es so lange gedauert?

Joanne K. Rowling: Nun ja, hat es nicht.

Jeremy Paxman: Hä?

Joanne K. Rowling: Es hat es nicht. Das Buch hat nicht so viel Zeit gebraucht. Ich entschied... Was passiert war, wie beim Feuerkelch, ich war wirklich in einem Zustand zu dem Zeitpunkt, als das Buch fertig war und da merkte ich, wie viele Dinge sich mit dem Feuerkelch vereinten. Ich meine die Aufmerksamkeit der Presse erreichte einen bisher nie gekannten Level und ich konnte nicht mehr außerhalb des Hauses arbeiten und es ging einfach so viel vor sich, wissen Sie. Es war das mit dem Ruhm. Ob ich immer noch so fühle? Nein. Aber darum habe ich mir die Zeit genommen. Und ich habe in den drei Jahren immer geschrieben, weil ich nie damit aufhöre. Aber ich wollte nicht wieder publiziert werden. Das war der große Unterschied. Also als ich den Feuerkelch beendete, sagte ich zu - es gab nur zwei Herausgeber die das nächste Buch gekauft hatten - und ich sagte zu beiden, dass ich meinen Fortschritt zurückzahlen wollte. Und man konnte förmlich hören wie sie beide einen Herzstillstand bekamen am anderen Ende der Leitung. "Warum willst du deinen Fortschritt zurückzahlen?" Und ich sagte, weil ich nächstes Jahr nicht veröffentlichen will. Ich will dieses Buch in einem gemächlicheren Weg schreiben und mir ein wenig Zeit mehr nehmen. Weil ich... Ich stellte den Stein der Weisen fertig und fing sofort mit der Kammer des Schreckens an, an dem Nachmittag. Ich beendete die Kammer des Schreckens und am nächsten Tag fing ich mit dem Gefangenen von Askaban an. Als ich den fertig hatte, hatte ich mit dem Feuerkelch schon begonnen, weil sie sich überschnitten - also gab es absolut kein Nachlassen. Und ich wusste, ich konnte es nicht schaffen. Ich wusste es einfach; mein Gehirn hätte die Schaltkreise gekürzt, wenn ich das noch einmal gemacht hätte. Also sagten sie "Ok, wie wäre es damit, dass wir immer noch das Buch bekommen, wenn es dafür aber keinen Stichtag mehr gibt?" Also sagte ich okay. So haben wir gearbeitet. Es gab also keinen Stichtag. Also, ein für alle mal, und zum mitschreiben. Ich habe den Stichtag nicht verpasst, weil es keinen gab.

Jeremy Paxman: Und Sie hatten keine Schreibblockade bei dem Buch?

Joanne K. Rowling: Nein! Ich habe eine viertel Million Wörter produziert. Das wäre recht schwer mit einer Schreibblockade.

Jeremy Paxman: Das ist länger als das Neue Testament, wissen Sie das?

Joanne K. Rowling: Mein Gott, hören Sie auf mit diesen ganzen Fakten, von denen ich nichts wusste. Stimmt das?

Jeremy Paxman: Ja. Ungefähr 70.000 Wörter Unterschied.

Joanne K. Rowling: Wissen Sie, dass die christlichen Fundamentalisten einen Weg finden werden, daraus einen Grund zu machen, mich zu hassen? Sie ist wortreicher als Gott.

Jeremy Paxman: Hat Buch 5 - das Ding, was die Größe eines Ziegelsteins hat - es war ursprünglich viel länger als das, oder?

Joanne K. Rowling: Nein, eigentlich war es das nicht. Es ist ungefähr so groß - ursprünglich hatte ich gedacht es würde ein wenig kürzer als der Feuerkelch werden - und was ist der Fall? Die Geschichte wuchs während des Schreibens. So war's. Die Sache ist, dass ich jetzt so viel habe, so viel Hintergrundgeschichte war zu vermitteln, aber dieses mal meine ich es wirklich ernst. Buch sechs wird nicht so lang sein.

Jeremy Paxman: Müssen sie viele offene Teile in Band 7 verknüpfen?

Joanne K. Rowling: Oh Gott, ich hoffe nicht. Mein Ziel ist es, alles in einem großen Knoten zu verstricken...das ist's dann, gute Nacht.

Jeremy Paxman: Also das wird dann auch nicht so besonders lang...

Joanne K. Rowling: Nein, ich glaube es wird lang sein, weil ich nicht loslassen will. Ich werde einfach weitermachen mit dem Schreiben. Ich werde wahrscheinlich eine ganz neue Handlung in Buch sieben anfangen. Es wird sehr schwer sein, auf einmal aufzuhören. Ich meine, ich freue mich auf eine Zeit nach Harry in meinem Leben, weil einige Dinge, die damit verbunden sind, nicht viel Spaß machen, aber gleichzeitig fürchte ich es, Harry zu verlassen...weil sich die Arbeit, und das hoffe ich sehr, als der turbulenteste Teil meines Lebens herausstellen wird und das war dabei die Konstante und ich habe daran so hart und so lange gearbeitet - dann wird es vorbei sein und ich glaube es wird ein massives Loch hinterlassen.

Jeremy Paxman: Wissen sie schon, womit sie dann weitermachen?

Joanne K. Rowling: Nun ja, zwischendurch habe ich in den 3 Jahren, die ich nun hatte, etwas anderes für eine Zeit lang geschrieben, was wirklich großartig war, es war gut und ich könnte mir vorstellen, das weiterzumachen. Ich weiß es noch nicht.

Jeremy Paxman: Ist das eine Geschichte für Erwachsene?

Joanne K. Rowling: Mmmm. Es ist einfach etwas ganz anderes. Es war wirklich befreiend, es zu machen.

Jeremy Paxman: Es ist sicher trotzdem schwierig für sie. Sie müssten es unter einem Pseudonym herausgeben, oder?

Joanne K. Rowling: Ganz genau. Aber Sie würden es trotzdem innerhalb von Sekunden herausfinden. Ich unterschätze die investigativen Kräfte der Presse nicht, aber ich weiß noch nicht, was ich machen werde. Ich meine, ich weiß, dass ich definitiv weiterschreiben werde. Ob ich es veröffentliche? Ich weiß es nicht. Es ist wie sie sagen, natürlich schreibt man, um es zu veröffentlichen, weil man schreibt um die Geschichte zu teilen. Aber ich denke zurück an das, was mit AA Milne (Autor von Winnie Pooh) passiert ist, und natürlich hat er versucht, Geschichten für Erwachsene zu schreiben, aber wurde nie rezensiert ohne die Erwähnung von Tigger, Pooh und Piglet (Ferkel). Ich könnte mir vorstellen, dass das Gleiche auch mit mir passieren würde. Und das ist gut. Gott weiß meine Schultern sind breit genug, das könnte ich verkraften. Aber ich hätte gerne etwas von einem normalen Leben am Ende der Serie und wahrscheinlich ist der beste Weg, das zu bekommen, nicht, es sofort zu veröffentlichen.

Jeremy Paxman: Es ist nicht schlimm ins Grab zu gehen mit - diese ganze Welt erfunden zu haben, die Kinder unbedingt lesen wollen?

Joanne K. Rowling: Oh Gott. Nein. Ganz und gar nicht. Sicher bin ich unglaublich stolz auf Harry und ich werde das nie abgeben und verspreche, dass ich mich nie jemals dafür entschuldigen werde. Nie. Weil ich eben zu stolz darauf bin und Harry verteidigen werde gegen alles, was kommt.

Jeremy Paxman: Joanne K. Rowling, ich danke ihnen.

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