Gestrandet - III
von Aereth
Quitschkugel: Vielen Dank für dein Review :) Ja das stimmt, ich musste für dieses Kapitel ganz schön viel recherchieren und konnte nicht mal alles was ich an "Wissen" zusammengesucht habe mit einbringen, aber es hat auch irgendwie spaß gemacht :)
III
Sie waren nun bereits einige Wochen auf dieser Insel und noch immer gab es kein Zeichen von Dumbledore. Eigentlich wollten sie es sich nicht zu gemütlich machen, denn schließlich hofften sie alle darauf, bald gerettet zu werden, aber mit der Zeit, holte sie der Alltag, selbst an so einem fremden Ort, ein. Es war nur die Einsamkeit, die Hermine wirklich zu schaffen machte.
Ron und Harry hatten nur noch Augen für Lavender und Ginny, Neville war ganz der Arbeit an seinem neuen Garten verfallen und selbst Draco schien irgendetwas im Schilde zu führen. Ganz davon abgesehen, dass ihr keiner von ihnen, die Art von Gesellschaft bieten konnten, nach der sie sich sehnte. Sie wollte keine dieser hirnlosen Unterhaltungen, ihr fehlten ihre Bücher und ein befriedigendes intellektuelles Gespräch oder gar eine feurige Debatte.
Was war mir Snape? Na ja er war auch allein, überlegte sie. Allerdings bezweifelte sie, dass er etwas an diesem Zustand ändern wollte.
„Verdammt!“ Der Geruch von Verbranntem stieg ihr in die Nase und riss sie aus ihren Gedanken. Mit einem skeptischen Blick betrachtete sie die verkohlten Eier und beförderte sie mit einem Schwung in den Müll. Sie wischte die Pfanne aus und fing von neuem an. Es war noch früh, aber Hermine konnte nicht länger schlafen. Es machte ihr nichts aus, sie stand gerne früh auf, das gab ihr das Gefühl, mehr aus ihrem Tag zu machen und tatsächlich gab es eine Menge zu tun.
Sie setzte den Kaffe auf, wenn man dieses Gemisch denn überhaupt so nennen konnte, und wartete bis der Duft der Kräuter und gerösteten Nüssen und Bohnen, die alte Fledermaus aus ihrem Versteck holte. Es ging bisher jeden Morgen so. Sie wusste, dass Snape auch ein Frühaufsteher war und sie hörte ihn in seinem Zimmer lauern. Er kam erst raus, wenn er wusste, dass das Frühstück fertig war, dann aß er still vor sich hin, als wolle er sich ja keine Minute länger in ihrer Nähe aufhalten, und ging hinaus.
***
Seit Tagen ging er ihr nun aus dem Weg, doch es wurde einfach nicht besser, ganz im Gegenteil, sein Verlangen nach ihr wurde immer stärker. Severus stellte eine Figur vor sich auf den Tisch und nahm das nächste Holzstück in die Hand. Es würde die letzte Figur werden, die schwarze Dame, dann wäre das Schachspiel endlich fertig. Vielleicht würde er damit ihre Aufmerksamkeit gewinnen. Eigentlich wollte er sich nur die Langeweile ein wenig vertreiben, doch noch bevor er die erste Figur fertig hatte, malte er sich bereits aus, wie er Hermine das Schachspiel zeigen würde.
Endlich hatte er seine Arbeit beendet. Severus drehte die Dame langsam zwischen seinen Finger und begutachtete das gute Stück. Nach einer Weile stellte er sie zufrieden ab und packte sie mit den anderen in einen Beutel, nahm das Brett in die Hand und ging zum Haus.
Er sah Hermine ebenfalls auf das Haus zugehen, sie hatte Wasser geholt und schleppte mühselig einen vollen Eimer mit sich. Sie ging rückwärts um das Gewicht ein wenig an ihren Beinen abzustützen, als von hinten eine blasse Hand nach dem Eimer griff und ihn ihr abnahm. Hermine drehte sich überrascht um und sah Severus entgegen.
„Danke“, sagte sie erleichtert und folgte ihm zum Haus.
Er stellte den Eimer auf einem der Küchenschränkchen ab und drehte sich zu ihr. Er sah sie an, sein Blick war stechend wie immer und seine Stimme war scharf.
„Setzten sie sich Miss Granger.“ Es klang strenger als er es eigentlich vorhatte.
Sie setzte sich an den Küchentisch und betrachtete skeptisch ihren Professor, der nun ihr gegenüber Platz nahm, ein Schachbrett aufstellte und die Figuren anordnete. Die Dunklen auf seiner Seite, die Hellen auf Hermines.
Es war ein langes Spiel. Zeitweise sah es nicht gut aus für Severus, aber er war der Stratege.
„Tapfer gehalten, Miss Granger.“ Er schien das ernst zu meinen, oder zumindest konnte sie kein Anzeichen von Spott erkennen. Ihre Wangen glühten rot auf und sie senkte verlegen ihren Blick, dann trat wieder einer dieser Momente ein. Sie saßen sich schweigend gegenüber und die Stille, die zwischen ihnen lag, hämmerte in ihrem Kopf. Severus war der erste, der sich von seinem Platz erhob. Er hatte ihr nur kurz zugenickt, dann verließ er wieder die Küche. Hermine hatte noch einen Moment lang auf die Tür gestarrt, aus der er gerade verschwunden war, bis sie sich endlich aufraffte und sich wieder ihrer Arbeit widmete.
Natürlich wollten sie die Aufgaben so gut es ging verteilen und sich auch regelmäßig abwechseln, aber da kaum einer von den anderen richtig kochen konnte und dazu auch noch ohne jegliche magischen Hilfsmittel, wurde das zu ihrer persönlichen Aufgabe und sie machte es ziemlich gut.
Zu Mittag aßen sie fast nie zusammen, jeder hatte irgendwas Eigenes zu tun und die drückende Hitze erstickte jedes Fünkchen Appetit das aufkam.
Hermine beschloss weiterzumachen, wo Snape sie unterbrochen hatte. Ihr Blick richtete sich auf eine abgedeckte Schüssel auf dem Fensterbrett. Sie ging rüber, nahm das Tuch von der Schüssel und gab einen wunderbar vollen und saftigen Teig preis. Sicher, sie musste mit der bescheidenen Ausrüstung hier ganz schön improvisieren, aber der Kuchen gelang ihr von Mal zu Mal besser.
Sie nahm den Teig und legte ihn in eine der Backform, dann gab sie die dunklen Beeren, die Neville für sie gesammelt hatte, hinein und deckte sie mit dem restlichen Teig ab. Die Form wanderte, in den schon seit einiger Zeit, glühend heißen Ofen, jetzt hieß es nur noch abwarten.
Er sollte eine halbe Stunde im Ofen bleiben. Zum Glück hatte sie noch eine funktionierende Uhr. Die magischen Uhren waren natürlich viel besser, aber diese hatte sie von ihren Eltern bekommen und sie hatte immer ihren Zweck erfüllt. Ein Blick darauf verriet ihr, dass es genau 13 Uhr war. Hermine ließ ihren Blick weiter schweifen und entdeckte das Schachspiel, das Severus auf einem kleinen Tischchen an der Wand, abgestellt hatte. Sie hob das Brett auf und betrachtete es genau.
Er hatte sich viel Mühe gegeben. Es war aus zwei verschiedenen Holzarten geschnitzt, einem sehr hellen Palmenholz und einem anderen, das sich in einem kräftigen Braun, gut von dem hellen Beige der Palme abhob. Sie stellte das Brett zurück und nahm den Beutel mit den Figuren zur Hand. Auch hier hatte er das gleiche Holz verwendet. Eine von ihnen drehte sie fasziniert zwischen den Fingern. Makellos.
Es war schön gewesen. Schon lange hatte sie keine Partie Schach mehr so sehr genossen. Vielleicht suchte Snape doch nach etwas Gesellschaft. Dieser Gedanke entfachte noch einen Funken Hoffnung und Hermine beschloss, dem etwas genauer nachzugehen. Sie wollte ihn zu einer Revanche überreden, aber eins war ihr jetzt schon klar, es würde sicherlich nicht leicht werden. Was sie brauchte, lag klar auf der Hand. Noch bevor sie ihren Gedanken zu Ende gedachte hatte, ging sie in den kleinen Abstellraum und holten einen ansehnlichen Korb heraus. Dort packte sie eine kleine Decke hinein, Tongläser, Holzteller und Besteck, dann ging sie hinaus zur Quelle, wo sie bereits heute Morgen zwei gut verkorkte Flaschen mit Palmenwein hineingelegt hatte. Sie zog die Flaschen heraus und stellte mit Zufriedenheit fest, dass sie die richtige Temperatur hatten. Zurück im Haus landeten auch die in dem Korb, jetzt fehlte wohl nur noch eins.
Eigentlich war er für heute Abend geplant, für sie alle. Sie öffnete den Ofen um nach dem Kuchen zu sehen. Er hatte eine wunderbare goldbraune Farbe angenommen. Vorsichtig nahm sie ihn raus und deckte ihn mit einem sauberen Tuch ab, bevor sie ihn ebenfalls in den Korb legte. Als letztes packte sie das Schachspiel noch dazu, nahm den Korb in die Hand und verließ das Haus damit.
Sie ging zum Schuppen, doch der war leer. Vielleicht war er am See. Sie hatte ihn schon oft dort gesehen, da lag er dann auf dem Boden und schaute in den Himmel. Erstaunlich, dass er noch nicht etwas mehr Farbe abbekommen hatte. Langsam fing der Korb an, schwer zu werden. Sie war am See angekommen, doch sie musste Snape erst noch finden, wenn er denn hier war. Schon fast zur Hälfte war sie einmal um den See herum gegangen, als sie ihn in dem weichen Gras liegen sah. Er hatte die Augen geschlossen und die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Hermine ging näher an ihn heran, so dass ihr Körper einen dunklen Schatten auf ihn warf.
Der plötzliche Verlust des Sonnenlichts ließ Severus die Augen öffnen und er blickte zu einer nun unsicher wirkenden Hermine herauf. „Miss Granger“, sagte er scharf, „sie stehen mir in der Sonne. Was wollen sie überhaupt?“ Als sie immer noch nichts sagte, setzte er sich langsam auf und starrte sie noch eindringlicher an. „Äh, ich dachte, sie hätten vielleicht Lust auf eine Revanche“, entgegnete sie ihm und zog das Schachbrett aus dem Korb. „Ich habe auch Kuchen und kalten Palmenwein dabei“, fügte sie noch schnell hinzu, als sie sah, wie sich sein Gesicht zu einer skeptischen Miene verzog.
„Wollen sie mich etwa bestechen, Miss Granger?“, fragte er und zog argwöhnisch eine Augenbraue in die Höhe. Ganz offensichtlich fühlte sich Hermine ertappt. „Ja Sir“, brachte sie mit hochrotem Kopf und gesenkten Blick hervor.
Ja, er hatte sich schon oft beim Abendessen gewünscht, den Kuchen nicht teilen zu müssen. Das schien also ein gar nicht so schlechtes Angebot zu sein.
„Also gut.“
Strahlend sah sie auf. Sie zog die Decke aus dem Korb und breitet sie aus, dann nahm sie eine der Flaschen und legte sie ins Wasser, damit sie kühl blieb. Die andere hatte Severus schon geöffnet und goss ihnen beiden ein. Den Kuchen hatte sie aufgeschnitten und auf ihren Tellern verteilt, dann sah sie ihm gebannt zu, wie er sich eine volle Gabel in den Mund schob.
„Hm, mit Beerenfüllung“, sagte er und seine Lippen verformten sich zu einem Lächeln. Die Anspannung wich einem angenehmen Gefühl, das sich in ihrer Bauchgegend ausbreitete und sie bestärkte.
„Dann ist also nichts dabei, dass sie diesen Kuchen hier für ihren Bestechungsversuch missbrauchen und ihn nicht mit ihren Freunden teilen? So viel Kalkulation hätte ich einer Gryffindor gar nicht zugetraut“, zog er sie auf.
„Ich habe diesen Kuchen gebacken, ich entscheide was damit passiert“, konterte sie. Sie schenkte noch etwas Palmenwein nach, die erste Flasche war bereits leer. Der Wein war sehr süß, so dass man den relativ starken Alkoholanteil nicht rausschmeckte und die kühle Temperatur machte ihn zur idealen Erfrischung. Während Severus noch ein zweites Stück aß, legte Hermine ihren Teller beiseite und stellte bereits das Spiel auf.
Sie hatte den ersten Zug, anfangs lief es auch noch ganz gut, doch sie konnte ihr Gegenüber einfach nicht durchschauen, er sie dagegen schon, als wüsste er jeden ihrer Züge im voraus.
„Professor, glauben sie, die Menschen, die dieses Haus gebaut haben, sind noch hier auf dieser Insel?“, durchbrach sie die Stille.
Er blickte vom Spielbrett auf und schaute Hermine einen Moment nachdenklich an. „Nein, das glaube ich nicht“, antwortete er schließlich und senkte seinen Blick wieder auf das Schachspiel.
„Wieso glauben sie, haben die Menschen das Haus verlassen?“, setzte sie wieder an. Wieder blickte Severus auf, diesmal mit einem strengeren Blick. „Miss Granger, wollen sie Schach spielen oder wollten sie plaudern?“
„Beides, Sir“, antwortete sie verlegen. Es war eine rhetorische Frage, weshalb ihn ihre Antwort noch mehr verblüffte. Selber schuld, dich mit Wein und Kuchen bestechen zu lassen, dachte er.
Er konnte es nicht erklären, aber er genoss ihre Gesellschaft. Es war schwer sich diese Schwäche einzugestehen und er war auch schon nahe dran, aufzustehen und einfach zu gehen, aber irgendwas hinderte ihn daran. Also stand er auf, ging zum See und holte die zweite Flasche Wein. Das heiße Wetter ließ ihr den Alkohol schnell in den Kopf steigen, aber Hermine wollte nicht ablehnen als Severus ihr Glas wieder voll machte.
Er nahm einen kräftigen Schluck dann betrachtete er wieder eindringlich Hermine. „Nun Miss Granger, ich nehme an, sie wurden von dieser Insel irgendwann gerettet“, antwortete er.
„Glauben sie, es dauert noch lange bis man uns hier findet?“
Ein Moment lang herrschte Stille. „Ich weiß es nicht“, antwortete ihr Severus schließlich. Ihre Gläser waren wieder leer und er schenkte weiter nach, dann richtete er seinen Blick wieder auf das Spielbrett und zog mit seiner Dame drei Felder vor. „Schach“, kündigte er an, wobei er Hermine aus ihren Gedanken riss.
Ihre Wangen waren rot. Es war schwer zu sagen, ob es der Alkohol war, oder die Sonne. Hermine versuchte sich wieder auf das Spiel zu konzentrieren und studierte das Spielbrett, wobei sie nicht zu bemerken schien, dass Severus sie beobachtete. Sie trug wieder dieses rote Kleid, das nun ihre linke Schulter komplett freilegte, weil sie sich auf ihrem linken Arm abstützte. Er kam nicht umhin wieder festzustellen, dass es ihr außerordentlich gut stand. Es betonte ihre gute Figur und reichte ihr grade bis zu den Knien.
Hermine schützte ihren König mit einem Läufer und blickte erwartungsvoll hoch. Sofort senkte Severus wieder seinen Blick. „Hatte er gerade etwa auf ihre Beine geschaut?“, fragte sie sich. Sie riskierte selbst einen kurzen Blick und war froh, nichts zu entdecken, was ihr irgendwie hätte peinlich sein müssen. Zum Glück hatte Ginny sie vor ein paar Monaten zu dieser Enthaarungskur überredet.
Ihr Glas trank sie aus und lehnte sich zurück, während sie darauf wartete, dass Snape seinen Zug machte.
„Schach!“, sagte er endlich nach einer Weile, „Sie müssen sich mehr konzentrieren, Miss Granger.“
Es kam keine Antwort, also blickte er auf. Hermine lag auf mit geschlossenen Augen auf dem Rücken. „Miss Granger?“, versuchte er es noch einmal, doch er bekam erneut keine Antwort. Sie war eingeschlafen. Severus packte das Spiel zusammen und schaute auf das Mädchen vor ihm. Er würde sie zum Haus bringen, beschloss er und rückte näher, um sie aufzuheben.
Die Sonne schien ihr ins Gesicht und brachte ihre schöne Pfirsichhaut zum Leuchten. Er wusste genau, dass er das lieber nicht tun sollte, aber seine Hand handelte ohne sein Einverständnis und streifte ihr über die Wange. Sie fühlte sich so zart an wie sie aussah, er streifte weiter über ihren Hals und hielt beim Ansatz ihrer Brust inne. Das Kleid war verrutscht und gab ein volles Dekolleté preis. Was machst du da?, ermahnte er sich selbst, doch er konnte nicht aufhören.
Er beugte sich zu ihr herab und roch an ihren Haaren. Sie dufteten wunderbar nach frisch Gebackenem. Seine Nase streifte ihre Wange und er führte sie weiter bis zu ihrem Hals, um auch hier eine Kostprobe ihres Geruchs zu erhaschen. Ihr Duft machte ihn wahnsinnig, benebelte seine Sinne und seinen Verstand und gab ihm das Gefühl die Kontrolle zu verlieren. Er beugte sich über sie, so dass sich ihre Nasen berührten. Ihre Lippen waren voll und weich, er konnte bereits ihren warmen Atem spüren und beinahe ihre Lippen schmecken und im selben Moment gab Hermine ein leises Seufzen von sich und drehte ihren Kopf leicht zur Seite.
Erschrocken machte er einen Satz zurück. Sein Herz raste vor schreck und hörte erst wieder auf zu hämmern, als er sich sicher war, dass sie noch schlief. Dann stieß er die Luft aus, die er angehalten hatte. „Das war ja knapp“,murmelte er, zog die Decke vorsichtig unter ihr hervor und legte sie zusammen mit den anderen Sachen in den Korb. Er hob Hermine vom Boden auf und ging zurück zum Haus, wo er sie vorsichtig in ihr Bett legte.
***
Langsam öffnete Hermine die Augen. Sie schaute sich um und stellte fest, dass sie in ihrem Zimmer war, genauer gesagt, in ihrem Bett.
Die Sonne stand tief, sie musste eine Weile geschlafen haben, aber wie war sie hierher gekommen? Snape musste sie her gebracht haben, beschloss sie.
Hermine schaute auf ihre Uhr, es war bereits nach Sieben und sie musste noch das Abendessen zubereiten.
„Na, auch schon wach Schlafmütze?“, wurde sie gleich von Ginny begrüßt.
„Ja, ich bin wohl heute Mittag eingeschlafen“, rechtfertigte sie sich. „Ich muss mich beeilen, sonst wird das Abendessen nicht rechtzeitig fertig.“
„Kein Problem Mine, ich helfe dir“, bot ihr Ginny an, „Sag mir nur was ich tun soll.“
Zu Zweit kamen sie wunderbar voran, während draußen ein mächtiger Sturm aufzog und auch den Rest von ihnen zurück ins Haus holte. Sie schlossen die Fenster. Der große Raum wurde nur noch von den Flammen des offen stehenden Ofens und einigen Öllampen erleuchtet.
Jetzt wo alle da waren, konnten sie auch mit dem Abendessen beginnen. Es war gemütlich zusammen zu sitzen bei diesem schummrigen Licht, während draußen das Unwetter tobte. Es freute Hermine immer, zu sehen, dass ihr Essen schmeckte, auch wenn sie heute keinen richtigen Appetit zu haben schien. Den ein oder anderen Bissen hatte sie gegessen, aber die meiste Zeit stocherte sie nur auf ihrem Teller herum.
„Geht es dir nicht gut, Hermine?“, erkundigte sich Ginny, „Du hast ja kaum was gegessen.“
„Ach, ich bin einfach nur müde“, erwiderte Hermine. Ginny musterte ihre Freundin genau. Hermines Wangen hatten einen glühenden Rotton und ihr Blick war glasig. Sie ging zu Hermine rüber und legte ihr eine Hand auf ihre glühend heiße Stirn, wie es ihre Mutter früher bei ihr immer getan hatte. „Du hast ja Fieber“, sagte sie besorgt, „Geh lieber ins Bett, wir räumen das alleine auf.“ Hermine kannte diesen Blick nur zu gut, es war der gleiche, den auch Mrs. Weasley aufsetzte, wenn sie ihren Kindern deutlich machen wollte, dass sie keine Wiederrede duldete.
„Also gut“, gab Hermine nach. Erschöpft legte sie sich auf das Bett und schlief sofort ein.
Der Sturm wurde immer stärker, der Wind heulte und die dicken Regentropfen zerplatzen mit lautem Knallen an den Fensterläden. Hermine lag in ihrem Bett, die Decke weit ins Gesicht gezogen und zitternd. Die Fensterläden ratterten immer stärker, bis der Wind einen davon aus dem Scharnier riss und auf ihr Bett wehte. Hermine wachte erschrocken auf. Sie sah den Fensterladen auf ihrem Bett und drehte sich zu dem Fenster, unter dem ihr Bett stand. Das Heulen war nun unerträglich laut und der Sturm wehte ihr die Haare ins Gesicht. Bereits in dieser kurzen Zeit, war sie bis auf die Haut durchnässt. Sie ging in die Küche, schloss die Tür hinter sich und lehnte sich an diese an, dann sank sie zu Boden. Ihre Arme hatte sie um die Knie geschlungen und versank in ein tiefes Zittern.
Ein lautes Krachen hatte Severus aus dem Schlaf gerissen. Er setzte sich auf und versuchte zu hören, wo dieses Geräusch herkam. Das Heulen des Windes war lauter geworden. Severus beschloss, nach dem Rechten zu schauen und öffnete langsam seine Tür, dann spähte er in die Küche. Auf dem Boden saß eine aufgelöste und zitternde Hermine, an ihre eigene Tür gelehnt. Er betrat die Küche und stellte sich direkt vor das junge Mädchen. „Miss Granger, ist alles in Ordnung mit ihnen?“, wollte er wissen. Sie antwortete ihm nicht.
„Miss Granger?“, wiederholte er und beugte sich zu ihr runter. Sie zitterte furchtbar. Severus hob sie hoch und trug sie in sein eigenes Bett.
Er hatte sie mit allem was er hatte, zugedeckt und legte sich auf ein dünnes Laken auf den Boden neben das Bett.
Sie hörte einfach nicht auf, er lag jetzt schon seit einer halben Stunde neben ihr auf dem Boden, doch sie hörte einfach nicht auf zu zittern.
Er setzte sich wieder auf und betrachtete Hermine eindringlich, dann fasste er einen Entschluss, stand auf und legte sich zu ihr ins Bett. Vielleicht würde es so besser werden. Hermine lag auf der Seite, ihm mit dem Rücken zugewandt. Sie glühte vor Fieber, stellte Severus fest, als er seinen Arm um sie legte und sie etwas näher an sich heran zog. Es schien, als hätte seine Nähe sie etwas beruhigt, das Zittern wurde schwächer und ihre Atmung schon viel ruhiger. Sie hatte sich näher an ihn gedrückt, so dass sich ihr Po nun gegen seinen Schoß drückte. Erst jetzt merkte er, dass sie mit einem bloßen Hemd bekleidet war und spürte die zarte Haut ihrer Beine gegen die seinen drücken.
Severus stützte sich auf einen Arm ab und betrachtete Hermine im schwachen Licht der Öllampe. Der andere Arm ruhte noch immer auf ihrem Bauch. Er lies seine Hand weiter runter wandern und streifte ihr über das Bein, bis er sie schließlich auf ihrer Hüfte ruhen ließ. „Sie hat einen wundervollen Hintern“, musste er mit einem breiten Grinsen feststellen und versuchte die aufkommenden Gefühle und Gedanken zu verdrängen. Dann legte er sich wieder hinter sie auf das Kopfkissen und vergrub seine Nase in ihrem Haar.
Fortsetzung folgt…
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
King's Cross ist für mich ein ganz romantischer Ort, vielleicht der romantischste Bahnhof überhaupt, weil meine Eltern sich hier kennen gelernt haben.
Joanne K. Rowling