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Der edelkids-Verlag im Interview

Edelkids
v.l.n.r.: Stefanie Schnürer, Katharina Beyer, Therese Hochhuth. Foto: Claudia Radtke
Im noch relativen jungen Buchbereich des Edelverlages erscheinen Bücher aller Art. Bei edelkids erschienen am 21. Mai 2009 die deutschen Versionen von Melissa Anellis Buch "Harry, A History". Übersetzt von Gaby Wurster und gesprochen von Irina von Bentheim präsentiert edelkids den deutschen Fans Lesevergnügen im edlen Design und in professioneller Aufmachung.

Eine Woche vor Verkaufstart hatte HarrysPate die exklusive Möglichkeit, den Verlag in Hamburg zu besuchen und sich sowohl von der Potterbegeisterung der Lektorinnen als auch den ausführlichen Antworten aller Befragten überzeugen zu lassen. Wie er von einer druckreifen Feier zum Erscheinen des vierten Romanes der Harry-Potter-Reihe bei Carlsen und noch von vielem ehr erfuhr, liest Du in diesem Interview.

Haben Sie die Potterromane selbst gelesen?

Stefanie Schnürer (Lektorat): Jaaaah

Therese Hochhuth (Lektorat): Natürlich!

Katharina Beyer (Presse): Also ich, ehrlich gesagt, nicht.

Wann haben Sie mit den Romanen angefangen?

Hochhuth: Ich glaube ein halbes Jahr oder ein Jahr nach Erscheinen des ersten Bandes. Als noch relativ wenig Trubel war und ich noch im Buchhandel tätig war, hat es mir eine Kollegin empfohlen.

HarrysPate: Dann sind Sie länger Potterfan als ich, ich habe erst 2003 angefangen.

Schnürer: Bei mir war das eigentlich ganz lustig. Ich habe ein Jahr in Edinburgh gelebt, von 1999 auf 2000. Und da gab es Band eins und Band zwei in den Bargain Shops, wo man sich drei Bücher kaufen konnte und nur zwei bezahlen musste. Da hab ich dann die beiden Bände gekauft und dann auch gelesen, weil ich zu der Zeit einfach Lust auf was Englisches hatte. Ich fand sie dann auch gut, war aber noch nicht so hin und weg. Mir ging es da also ähnlich wie Melissa, dass ich die Bücher zwar gelesen, dann aber einfach wieder ins Regal gestellt habe. Später habe ich dann ja bei Carlsen gearbeitet, wo das Thema "Harry Potter" schon etwas größer wurde und man als Mitarbeiter natürlich von dem Potterhype angesteckt wurde.

HarrysPate: Wie gesagt, ich habe erst Ende 2003 angefangen, da konnte ich bereits die ersten drei, vier Romane lesen und musste nur noch ein halbes Jahr auf den fünften Band warten. Von daher war es für mich nicht ganz so schlimm, was das Warten auf den nächsten Band betrifft. Aber danach wurde es dann natürlich immer schlimmer und schlimmer...Das waren übrigens auch die ersten Bücher, die ich tatsächlich auf Englisch gelesen habe.

Welchen Band, welche Szene mochten Sie besonders?

Hochhuth: Also ich könnte jetzt keine Szene nennen; dazu ist es schon zu lange her, dass ich die Bücher gelesen habe, aber einen Band und zwar den "Feuerkelch". Für mich waren in dem Band einfach sehr viele schöne und gute Ideen drin, kleine charmante Einfälle, die Rowling hier verwirklicht hat.

Schnürer: Mir geht es ähnlich. Ich halte den "Feuerkelch" für einen der stärksten Bände. Was mir sehr, sehr gut gefallen hat, war dieser "Aha"-Moment, als sich am Ende herausstellt, dass Professor Moody der Sohn von Barty Crouch ist. Das hat mir erzählerisch sehr gut gefallen. Die ganze Planung, die dahinter stand - das komische Verhalten des älteren Crouchs, die Verstrickung um Crouch und Moody und die Suche nach dem echten Moody. Sehr gut gefallen hat mir auch die Zeitreise im dritten Band, bei der Hermine und Harry sich selbst beobachten.

HarrysPate: Ich muss ja gestehen, dass mir der siebte Band zuerst gar nicht gefallen hatte, dass ich mich geradezu durch quälen musste. Nachdem ich jetzt "Das Phänomen Harry Potter" von Melissa gelesen habe, gefällt mir das Buch sogar. Ansonsten ist Band fünf mein Lieblingsteil, gefolgt vom dritten und so weiter. Band 6 hat mir weniger gefallen, auf Grund der Pairings. Harry/Ginny gefällt mir so nicht wirklich und meiner Meinung nach hat Rowling nach dem fünften Band leider nachgelassen.

Hochhuth: Ich fand den sechsten Band ziemlich verwirrend, vor allem wegen der Horkruxgeschichte, die nur noch wenig von der lockeren Erzählstruktur hatte. Schwer zu lesen ist der Band vor allem, wenn man die vorangegangenen Bände nicht mehr so präsent hat.

Schnürer: Was mir weniger gefallen hat, was ich überflüssig fand, das war der Epilog. Ich finde, dass er so viel von der Fantasie zerstört, von den Vorstellungen der Charaktere. Es war für mich schwer, mir die Charaktere dann als Erwachsene vorstellen zu müssen. Die Namensgebung der Kinder ist absolut lächerlich. Der Epilog hat mir tatsächlich ein bißchen das Buch vermiest. Wir müssen nicht wissen, wie Harry und Ginny als Erwachsene ihre Kinder zum Gleis 9 ? bringen.

Hochhuth: Mir hat der Epilog auch nicht gefallen. Ich war natürlich auch wahnsinnig neugierig und habe den Band gleich auf Englisch gelesen und zuerst gedacht, ich hätte da irgendetwas missverstanden. Wie sich dann herausgestellt hat, war dem leider nicht so. Wobei die Idee natürlich sehr klug ist, da Rowling ja sagte, sie werde nie wieder eine Zeile über Harry schreiben. Da es jetzt aber die Kinder gibt, könnte man da wieder loslegen und weitermachen. Von daher ist der Epilog als Idee sehr gut, für den Leser aber blöd.

HarrysPate: Ich habe den Epilog auch überhaupt nicht gemocht, vor allem den letzten Satz "All was well". Da hätte ich das Buch am liebsten an die Wand geworfen und nie wieder aufgeschlagen. Für mich war es einfach zu viel Kitsch, zu übertrieben. Und die Namen, wie schon gesagt, sind einfach nur grausam. Mir hat es überhaupt nicht gefallen. Wobei JK Rowling vorher natürlich versprochen hat, über die Zukunft der Überlebenen zu berichten, welche Berufe sie machen und so weiter. Von daher hat man als Leser natürlich sehr viel erwartet.

Schnürer: Wobei ich mich für Neville gefreut habe. Seine Zukunft fand ich sehr schön.

Wie sieht es mit den Filmen aus? Haben Sie sie gesehen?

Hochhuth: Also ich habe sie sehr gemocht. Ich war nicht enttäuscht von der Umsetzung. Vor allem ist die Entwicklung der Schauspieler und der Charaktere sehr toll. Ich habe sie sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch gesehen. Besonders gefallen hat mir - wie auch bei den Büchern - das Trimagische Turnier im "Feuerkelch".

Beyer: Ich habe nur mal so zur Weihnachtszeit reingezappt. Ich habe da aber auch sicherlich einen ganz anderen Zugang zu den Filmen als jemand, der die Bücher gelesen hat. Von daher kann ich kaum mehr zu den Filmen sagen, als dass sie toll gemacht sind, mit großartigen Effekten.

Schnürer: Ich habe sie auch alle gesehen, sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch. Aber ich war schon ein wenig enttäuscht vom fünften Film, einfach deshalb, weil so viel weggelassen wurde. Am besten hat mir der dritte Film gefallen, da der Regisseur [Alfonso Cuaron] die düstere Stimmung des Bandes, das Auftreten Sirius Blacks, sehr gut umgesetzt hat und mir diese düstere Variante sehr gut gefallen hat. Außerdem mag ich auch Gary Oldman sehr gern. Für mich war der Film also ein großes Highlight.

HarrysPate: Ich guck sie mittlerweile nur noch auf Englisch, sogar mit meiner Mutter zusammen, die praktisch überhaupt kein Englisch kann. Ich finde die Originalstimmen einfach schöner, die Stimmung ist einfach anders als im Deutschen, zumal auch neue Stimmen gecastet werden mussten, für Alan Rickman zum Beispiel. Es ist schwierig, zu sagen, welcher Film am besten ist. Die ersten beiden sind natürlich am ehesten noch an den Büchern angelegt, da die Filme sehr lang und die Bücher noch recht kurz sind. Der fünfte Film ist der kürzeste bisher, beim längsten Buch der Reihe, was doch einige Fans sehr verschreckt hat. Sie haben natürlich alle ihre Höhen und Tiefen. Michael Gambon enttäuscht mich in den Filmen am meisten, Richard Harris hat den Dumbledore der Bücher einfach viel besser verkörpert als Gambon, zumindest meiner Meinung nach.

Schnürer: Ich habe neulich mal darüber nachgedacht, wer sich als Dumbledore-Darsteller geeignet hätte und finde, dass Ian McKellen (Gandalf in "Herr der Ringe", Magneto in "X-Men"] sehr gut gepasst hätte. Und es stimmt schon, Dumbledore ist in den Filmen sehr schwach und wird immer schwächer. Im Buch hat man vor Dumbledore einfach immer Respekt und obwohl er immer wieder Fehler macht, kommt er einem doch unfehlbar vor. Das kommt in den Filmen einfach nicht rüber. Die Charakterentwicklung ist, wie Sie sagten, in den ersten beiden Filmen natürlich am besten. Gerade die Dursleys sind - abgesehen von den äußerlichen Details - wunderbar getroffen, einfach großartig.

HarrysPate: Als "Hardcorefan" sind diese Kleinigkeiten natürlich auffälliger, da man einfach ein sehr starres Bild von den Figuren hat und wenn das dann nicht umgesetzt wird, ist das nicht immer für jeden einfach so hinnehmbar. Was irgendwann einfach schade ist, da man automatisch vergleicht. Jede Szene wird mit der bekannten Geschichte verglichen und man genießt den Film selbst nur noch halb so sehr als wenn man diese Vergleiche nicht automatisch zöge.

Schnürer: Das ist auch das, was Melissa sehr schön beschrieben hat.

Bevorzugen Sie die Originalromane oder die Übersetzungen und sehen Sie die Filme lieber im Original oder synchronisiert?

Schnürer: Lieber im Original.

Hochhuth: Ja, lieber im Original.

HarrysPate: Das ist die Antwort, die ich hören möchte. [alles lacht]

Harry, A History - einige Fragen zum Buch an sich

Wie fanden Sie das Buch? Welche Kapitel/Passagen gefielen Ihnen besonders?

Hochhuth: Gut, unterhaltsam, für mich war es teilweise wie eine Zeitreise. Was man selbst erlebt hat, ab dem ersten Buch, das man gelesen hat. Die Mitternachtsverkäufe, bei denen ich immer freiwillig die Schicht übernommen habe, um einfach dabei sein zu können. Die Stimmung mitzuerleben und die Bücher mitten in der Nacht an die wartenden Leser verkaufen zu können war toll. Gefallen haben mir aber auch die Anekdoten, die Melissa erzählt, wie zum Beispiel ihre Aufregung vor ihrem ersten Interview mit Rowling. Das war schon alles sehr spannend zu lesen und noch mal zu erleben.

HarrysPate: Hut ab vor Melissa Anelli, sie hat wirklich sehr viel erlebt. Ich hätte gerne das eine oder andere Mal mit ihr getauscht.

Schnürer: Mir ging es natürlich genauso. Ich hab durch meine Zeit bei Carlsen eine etwas besondere Historie, deswegen kann ich vieles nachempfinden. Zum Beispiel gab es zum Erscheinen von Band vier eine ganz große Party, wo das Büro in die Große Halle verwandelt wurde und Sabine Wilharm Gemälde an die Wände gezeichnet hat. Alle Verleger Europas waren eingeladen, Christopher Little selbst war dabei. Am Abend durften dann neben den Geschäftsführern auch die Mitarbeiter zu dieser Feier kommen. Auf den Tischen waren Servietten ausgelegt, die ebenfalls von Sabine Wilharm gestaltet waren. Das war schon alles sehr aufregend, vor allem weil auch der vierte Band seit einigen Tagen im Haus war und ich damals in einem Bereich gearbeitet habe, wo die Bücher zwischengelagert wurden. Meine Kollegin und ich haben natürlich immer fantasiert, was man mit den Büchern machen könnte - nur natürlich durfte wir all das nicht.

Carlsen war zu der Zeit natürlich sehr geprägt von Harry Potter und auch wenn man nicht direkt - wie ich - mit den Romanen zu tun hatte, hat man das natürlich mitbekommen.

Aus beruflicher Sicht ist das vierte Kapitel natürlich sehr spannend, wo es um die Geschichte geht, wie die Romane zum Verleger kamen, welcher Verlag das Buch warum abgelehnt hat, und wie die Fürsprecher sich vom ersten Moment an für die Romane eingesetzt haben. All das war wirklich berührend und spannend.

Von alledem abgesehen mussten wir natürlich sehr viel lektorieren und redigieren und kurz vor dem Epilog wurde es durch die einzelnen Erzählabschnitte, in denen geschildert wird, was parallel überall auf der Welt passiert, einfach unglaublich spannend. All das war sehr berührend. Neu für mich war die Shippinggeschichte, von der man als Normalfan nicht viel mitbekommen hat. Das sind dann Kapitel, die uns ein wenig überrascht haben, aber gleichzeitig auch sehr interessant waren.

HarrysPate: Diese Spekulationen und Diskussionen waren teilweise wirklich krass. Vor allem knapp eine Woche vorm Erscheinen des letzten Bandes war bei uns im Forum die Hölle los, eben auch deshalb, weil vorab schon ein Buch an die Öffentlichkeit kam. Wo sich dann einige User einfach nur angemeldet haben, um überall im Forum zu verbreiten, wer auf welcher Seite stirbt.

Schnürer: Die Spoilergeschichten habe ich in meiner Zeit bei Carlsen schon in der Mangaszene kennen gelernt, wo die Fans sich ähnlich vehement gegenüber Spoilern verhalten. In den Foren war dann immer viel los und man konnte als Moderator nur selten die Beiträge schnell genug löschen. Diesen Teil des Buches konnte ich also recht gut nachvollziehen. Zum Beispiel wurde ja auch schon vorab in einer großen deutschen Zeitung verraten, dass Dumbledore stirbt, was man als Fan natürlich nicht wissen wollte, oftmals aber einfach mitbekommen hat. Von daher war es auch sehr interessant, zu lesen, wie Melissa auf ihrer Internetseite gegen Spoiler vorgegangen ist.

HarrysPate: Wir waren da natürlich sehr konsequent, einfach weil es Jahre sind, die man auf das letzte Buch wartet und die dann oftmals von einem User innerhalb von zwei Minuten zerstört werden, weil er zig Beiträge schreibt, die nichts anderes beinhalten als die Liste der Toten im letzten Band. Es ging sogar so weit, dass wir für mehrere Tage die Registrierfunktion abschalten mussten, um solche "Angriffe" einfach verhindern zu können. Das Team war damals wirklich sehr damit beschäftigt, die anderen User zu schützen, was uns selbst oftmals einiges verraten hat, aber zumindest konnten wir dem Rest das Lesevergnügen gänzlich bewahren. Die teilweise natürlich noch auf den deutschen Band warten mussten, was nochmal drei Monate gedauert hat.

"Harry, A History" ist natürlich ein spannendes Buch, wobei ich zugeben muss, dass ich "Wizard Rock" teilweise zu lang fand, wenn es auch sehr witzig war und ich viel gelernt habe, was ich vorher so einfach nie mitbekommen habe.

Schnürer: Gerade dieses Kapitel fand ich als Musikfan sehr interessant und war überrascht, dass so wenige hier die Pixies nicht kannten, von denen ja auch die Brüder de George beeinflusst wurden. Aber das Kapitel hat in der Tat Längen, wobei man diese unglaublichen Zahlen an Freunden, die die Bands unter anderem bei myspace bekommen haben, einfach nicht unterschlagen darf.

Beyer: Ich kann für meinen Teil sagen, dass ich das Buch sehr interessant fand, auch wenn ich die Romane selbst nicht gelesen habe. Melissa nimmt den Leser förmlich an die Hand und führt ihn einfach auf eine wundervolle Reise, bei der man auch sehr viel über die Autorin und ihre persönliche Entwicklung erfährt. Man empfindet sofort Sympathie für Melissa und freut sich richtiggehend auf die weiteren Erlebnisse, von denen sie erzählt.

Schnürer: Sehr spannend und interessant ist auch, wie es Melissa gelingt, dieses Phänomen "Harry Potter" zum Beispiel in Verbindung mit den Ereignissen des 11. Septembers zu bringen. Darüber hinaus finde ich es bewundernswert, wie Melissa den Spagat zwischen der professionellen Journalistin und dem Fan, der sich immer wieder auf den nächsten Band freut und einfach hin und weg ist von den Romanen, schlägt.

Beyer: Gerade auch für Menschen, die selbst in der Verlagsbranche tätig sind, ist es interessant, die Mechanismen noch einmal anhand dieses Beispiels zu sehen - was Harry Potter ausgelöst hat und wie das Buch überhaupt auf den Markt gekommen ist.

HarrysPate: Vor allem ja auch die Entwicklung des Kinderbuchbereiches, den es so vor Potter ja eigentlich gar nicht gegeben hat.

Schnürer: Den Begriff "All-Ager" gibt es im Grunde erst durch Potter, lange vor Ergaon und Bartimaeus.

Haben Sie selbst Dinge erlebt, die in dieses Buch gepasst hätten?

Schnürer: Ich habe die Bände immer mit meinem damaligen Freund gelesen, zuerst eben immer den Originalband und später dann den deutschen Band. Wir hatten aber immer nur ein Buch. [alle lachen]

Wir haben uns teilweise wirklich um das Buch gestritten und uns irgendwann zwei Bücher gekauft, da wir einfach beide die Bücher lesen und nicht warten wollten, bis der andere fertig ist.

Hochhuth: Ich verbinde Harry Potter sehr stark mit meinem Neffen, mit dem ich auch immer die Filme sehe. Damals war er noch kleiner und ihm wurden die Bände abends immer vorgelesen, was natürlich sehr viel länger gedauert hat. Es war sehr süß, diese Begeisterung von einem Kind zu sehen und mitzuerleben. Ansonsten habe ich diese Begeisterung nur im Buchhandel erlebt und auch da nur von den Mitarbeitern, die die Bücher gelesen haben.

HarrysPate: Ich hatte ja das Glück, letztes Jahr bei Thalia zu arbeiten und hatte dort eben auch Kisten mit den "Geschichten von Beedle, dem Barden". Eben auch schon einen Tag, bevor das Buch erschienen ist und ich konnte mich auch nur schwer zurückhalten, eben nicht hineinzusehen.

Was bei mir in der Familie etwas schwierig war: meine Mutter hat die Bücher natürlich nur auf Deutsch gelesen, was bedeutete, dass ich bei den letzten Bänden die Geschichte schon früher kannte und eben nichts verraten durfte, was nicht immer so einfach war.

Aber natürlich hat man immer versucht, das Buch so schnell wie möglich durchzulesen, was nicht immer so gut für den Schlafrhythmus war [alles lacht], aber glücklicherweise hatte ich zu der Zeit nie Schule. Die deutschen Bände kamen immer samstags raus, die englischen meist in den Ferien, was doch sehr angenehm war.

"Das Phänomen Harry Potter", so der deutsche Titel. Inwiefern ist für Sie die Buchreihe zum Phänomen geworden?

Hochhuth: Für mich ist es die Tatsache, dass sie einfach jeder kennt. Ob man die Bücher gelesen hat oder nicht, jeder weiß, wer "Harry Potter" ist, egal in welchem Land man ist. Außerdem fasziniert mich diese neue Welt, die Rowling geschaffen hat. Nachrichten vom Carlsen-Verlag hießen zum Beispiel immer Eulenpost Nr. XY - das finde ich schon sehr faszinierend.

Beyer: Was ich wirklich phänomenal finde, ist die Tatsache, dass die Romane so viele Altersgruppen ansprechen. Sowohl Kinder als auch Senioren sind Potter-Fans.

Schnürer: Aus beruflicher Sicht ist natürlich das "All-Ager"-Phänomen, das durch "Harry Potter" entstanden ist, spannend. Das beinhaltet vor allem auch für andere Autoren die Möglichkeit mit Jugendliteratur in den Bestsellerlisten zu landen und auch von öffentlicher Seite eine Aufmerksamkeit zu erlangen, die es ohne Rowling so wohl kaum gegeben hätte.Und natürlich achten auch die Verlage nun viel mehr auf dieses Segment. Im Großen und Ganzen ist es einfach das Bewusstsein, dass Jugend- und Kinderliteratur durchaus auch für andere Altersklassen spannend sein kann.

Auch, dass in einer Welt von Wii und anderen Konsolen selbst vermeintliche Legastheniker zu diesem Buch greifen, ist fantastisch. Es ist ein Buch, das unabhängig von Alter, Stand und so weiter in seinen Bann gezogen hat...

HarrysPate: ...und Mitternacht in die Bücherläden getrieben hat, was es vorher auch nicht gegeben hat.

Neben der deutschen Buchausgabe bringen Sie ebenfalls bald eine Hörbuchversion des Buches raus. Wie muss man sich das Auswahlverfahren der deutschen Stimme vorstellen?

Beyer: Wichtig war natürlich vor allem der Bezug zu Melissa Anelli selbst - dass die Stimme zu ihr passt, dass die Sprecherin ihre Begeisterung richtig rüberbringen kann, womöglich sogar im gleichen Alter ist. Und so haben wir unter anderem junge Schauspielerinnen, auch Nachwuchsschauspielerinnen gefragt. Letztlich musste die Sprecherin natürlich auch Zeit und Lust auf das Projekt haben. Die Stimme sollte auch eine gewisse Leichtigkeit haben, die zu Melissas Charakter passt.

Hätten Sie das Buch auch gelesen, wenn Sie nicht für die Übersetzung verantwortlich gewesen wären?

Schnürer: Also ich kann das definitiv bejahen. Da ich alles gelesen habe, die Filme gesehen habe und mich auch einfach als Fan bezeichne. Und wenn ich das Buch so im Handel gesehen hätte, hätte ich es mir sicherlich auch gekauft. Gerade weil es als Fan ja auch schade ist, dass es keine Fortsetzungen mehr geben wird.

Hochhuth: Ich kann das auch nur bejahen. Man wird neugierig, was Melissa erlebt hat und erfährt einfach noch über die Bücher hinaus etwas über die Reihe und die Autorin.

Melissa Anelli - ein paar Fragen zur Autoren und zu deren Kontakt

Wie kamen Sie an das Manuskript Melissas und wann? Welche Seite hat sozusagen den ersten Kontakt aufgenommen?

Schnürer: Eigentlich ist es ein ganz klassischer Weg gewesen. Die deutsche Vertretung von Melissas Agentur in den USA hat uns das Manuskript angeboten. Daraufhin haben wir den Text gelesen und auch recht schnell zugeschlagen. Zu Beginn hatten wir also noch gar keinen direkten Kontakt zu Melissa selbst, das lief erst alles über die Agenten ab.

Und wie verlief im Weiteren der Kontakt zwischen Ihnen und der Autorin? Auf Melissas Internetseite steht, dass sie über die Leipziger Buchmesse informiert wurde?!

Schnürer: Der weitere Kontakt lief per Mail. Nachdem ich über writer's house, der amerikanischen Literaturagentur, ihre Email-Adresse bekommen hatte, konnte ich sie anschreiben und einige Dinge mit ihr besprechen. Seitdem mailen wir regelmäßig hin und her, auf sehr ungezwungene, professionelle Art und Weise. Und ich glaube, Melissa freut sich einfach unglaublich auf die deutsche Ausgabe und über alles, was wir auf die Beine stellen.

HarrysPate: Auch wir haben sie während des Interviews und auch davor als sehr, sehr nett empfunden. Immerhin ist sie ja sozusagen eine Kollegin von uns und gleichzeitig doch durch ihre Erlebnisse und Kontakte einige Stufen über uns. Und wir haben uns wahnsinnig über das Interview mit ihr gefreut, haben ohne weiteres von ihr die Grußbotschaft bekommen, nachdem sie noch nach der Aussprache der Wörter gefragt hat. Sie ist doch sehr sympathisch.

Stehen Sie auch über "HAH" hinaus im Kontakt mit der Autorin? Und könnten Sie sich eine weitere Zusammenarbeit - zum Beispiel bei weiteren Werken - vorstellen?

Schnürer: Auch wir wissen nichts über das nächste Buch. Wir sind schon an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert, aber das hängt natürlich absolut von dem Thema ab, denn eigentlich sind wir ja ein Kinderbuchverlag. Von daher müssen wir erst einmal sehen, wovon ihr nächstes Werk handelt, um entscheiden zu können, ob es eine weitere Zusammenarbeit geben wird oder nicht.

Nicht nur Melissa Anelli ist durch Harry Potter zur Bestsellerautorin geworden, auch Cassandra Claire hat diesen Sprung geschafft und nach ihrer - unter Fans - weltberühmten Draco-Trilogie nun eine weitere Trilogie veröffentlicht. Wie bewerten Sie diesen Aufstieg anderer Autoren durch ihre Jahre als Potterfan? Ist das auch ein Teil das Phänomen?

Schnürer: Ich sehe das durchaus positiv, auch wenn es von Rowling sicherlich nicht geplant war. Aber ihre Haltung in Hinblick auf Fanfictions ist schon ein Zugeständnis an ihre Fans, das nicht jeder Autor einfach so macht. Nicht jeder kann sein Ego so weit zurückstellen und das Weiterspinnen der eigenen Ideen akzeptieren. Und natürlich ist es großartig, dass durch ihre Bücher oder durch die Beschäftigung mit ihren Büchern neue Autoren erwachsen sind. Für mich gibt es daran nichts auszusetzen.

HarrysPate: Gerade die Möglichkeit der Fanfictions ermöglicht ja auch den einfachsten Einstieg ins kreative Schreiben, da Charaktere bereits vorgegeben sind, ihre Beziehungen zu anderen sind vorgegeben und auch die Welt selbst steht bereits in groben Zügen fest. Als Nachwuchsautor hat man sozusagen bereits ein Grundgerüst, an dem man sich entlang hangeln und mit dem man arbeiten kann.

Übersetzung, Lektorat & Pressearbeit

Wie sieht Ihre Arbeit im Zusammenhang mit "HAH" aus?

Schnürer: Neben der Lektoratsarbeit konkret am Buch, bedeutet dies auch die Korrektur des übersetzten Textes, sowohl die Korrektur von Rechtschreibungs- und Grammatikfehlern als auch von stilistischen Aspekten. Da wir die Originalsprache verstehen, ist dieser Teil der Arbeit etwas umfassender .Ansonste ist der Lektor sozusagen der "Anwalt des Buches". Wir haben also auch die Schriftart des Buches ausgesucht, die Setzung, das deutsche Cover, die Farbe des Lesebändchens und so weiter. Natürlich mussten wir uns, gerade in Hinblick auf "Harry Potter", von Anfang an auch rechtlich absichern. Auch der deutsche Titel war Teil der Überlegungen, weswegen das Buch im Deutschen auch nicht "Harry, eine Geschichte" oder ähnlich heißt.

Wir wollten einen Titel, der unmissverständlich den Bezug zu Harry Potter herstellt. Die Absicherung mit Warner Brothers und Carlsen war natürlich zu jedem Zeitpunkt wichtig, weswegen zum Beispiel der Schriftgrad beachtet werden musste.

Auch die Website zum Buch musste organisiert und aufgebaut werden, genauso die Vermarktung und Präsentation zum Beispiel auf der Leipziger Buchmesse.

HarrysPate: Also war die Lektorenarbeit fast noch das wenigste an der ganzen Arbeit.

Schnürer: Da das Manuskript so umfangreich ist, war es natürlich schon sehr viel Arbeit, aber eben tatsächlich nicht die einzige.. Auch intern haben wir als Lektoren natürlich die Aufmerksamkeit auf das Buch gelenkt, Werbung für das Buch gemacht und einfach jede Chance genutzt, das Buch bekannt zu machen - auch mit dem Hinweis zu Ihrer Schnitzeljagd natürlich.

Beyer: Für die Pressearbeit bedeutet so ein Titel, dass man natürlich mit anderen Journalisten frühzeitig über das Buch redet und schaut, wo Artikel oder Berichte zum Buch erscheinen könnten. Welche Redakteure fragt man, sind Interviews mit Melissa möglich, welche Altersgruppen spricht man wo am besten an - diese Fragen stellen sich dann.

Stichpunkt Lektorat: Inwieweit unterscheidet sich Ihre Arbeit beim Lektorat einer Übersetzung von der eines Originaltextes?

Schnürer: Also es gibt definitiv Unterschiede, da es bei Übersetzungen immer Auslegungsmöglichkeiten bestimmter Wörter oder Redewendungen gibt. Bei der Arbeit am Originaltext kann man noch eher am sprachlichen Aufbau arbeiten, wobei ein einheitlicher Stil natürlich auch bei einer Übersetzung sehr wichtig ist. Dieser ist bei Frau Wurster aufgrund ihrer großen Erfahrung gegeben. Nun sind wir des Englischen mächtig und können daher gut das Original mit der Übersetzung vergleichen und gegebenenfalls auch noch mal etwas verändern. Aber in beiden Fällen muss man natürlich darauf achten, den Stil des Autors nicht zu verfremden, denn schlussendlich bleibt es sein Text, der eben auch urheberrechtlich geschützt ist. So gesehen ist es nicht immer unbedingt leichter mit Übersetzungen zu arbeiten, vor allem, wenn man auch die Originalsprache versteht.

HarrysPate: Was uns in der unkorrigierten Leseprobe aufgefallen ist, war die "Flinke-Schreibe-Feder", die jetzt in der Buchfassung in die gewohnte "Flotte-Schreibe-Feder" geändert wurde.

Schnürer: Hier war es natürlich von Vorteil, dass wir beide [gemeint ist sie und Frau Hochhuth] Potterfans sind und uns daher solche Sachen auffallen. Es wäre sicherlich schwierig für einen Lektor gewesen, dieses Manuskript zu korrigieren, der die Bücher selbst nicht gelesen hat. So konnten wir sehr viel gezielter nachschlagen, wenn uns ein Begriff komisch vorkam.

HarrysPate: Die Leser werden es Ihnen danken, dass die gewohnten Begriffe verwendet wurden.

Schnürer: Das denke ich auch. Mir ist zum Beispiel bei der ersten Übersetzungsfassung aufgefallen, dass an einer Stelle "Gute Nacht, Frau Prof. McGonagall" steht. Ich bin darüber gestolpert, weil Harry sie immer nur "Prof. McGonagall" nennt.

Welche Tipps haben Sie, da sie so viel und so oft mit Autoren zu tun haben, für diejenigen, die selbst einmal ein Buch veröffentlichen wollen?

Schnürer: Was mich persönlich stört, ist die oftmals fehlende Selbstvermarktung. So ein Manuskript gleicht sehr stark einer Bewerbung um einen Job und dazu gehört eben auch ein vollständiges Anschreiben und ein Exposé, das auf maximal zwei DIN A-4 Seiten beschreibt, was ich da gerade vor mir habe. Worum soll es in dem Roman gehen, welche Zielgruppe soll das Werk haben, auf wie viele Bände ist es ausgelegt, muss mir vermittelt werden. Wenn dieses Exposé fehlt, habe ich nur mehrere Dutzend Seiten Papier, die ich durcharbeiten muss, ohne vorher irgendetwas darüber zu wissen. Auf Dauer ist so etwas sehr anstrengend, da man Zeit für etwas opfern muss, was man eigentlich vorab präsentiert bekommen sollte. Zumal wir natürlich auch von Verlagen aus anderen Ländern eben genau diese Infos zusammen mit dem Manuskript bekommen.

Ich selbst wünsche mir natürlich auch einen gewissen Grad an Ordentlichkeit und Sauberkeit. Dass das Anschreiben also nicht nur vollständig, sondern auch ansprechend aufgebaut ist und nicht gleich im zweiten Satz ein Komma fehlt oder ähnliches.

Man muss auch nicht immer das gesamte Manuskript einschicken, manchmal genügen auch nur die ersten Kapitel, um einfach schon einmal klarzumachen, worum es geht, wie es aufgebaut ist und um neugierig darauf zu machen, wie es weitergehen könnte. Man sollte schon beim Lektor selbst die Neugierde wecken.

Hochhuth: Man muss sich einfach etwas unter dem vorstellen können, was man zugeschickt bekommen hat. 15 Manuskriptseiten werden da nicht reichen, genauso wenig wie eine grobe Idee oder einfach nur ein Titel oder ähnliches.

Und welche Tipps geben Sie denjenigen, die Ihren Beruf ausüben wollen? Welche Voraussetzungen braucht man für Ihren Beruf?

Beyer: Um ein Praktikum in dem Bereich oder gar in dem Betrieb, in dem man später arbeiten möchte, wird man sicherlich nicht herum kommen. Dann ist natürlich der Spaß am Kontakt mit Menschen wichtig, man muss offen auf sie zugehen können, sich gerne mit Medien auseinandersetzen, die gängigen Medien natürlich kennen, vielleicht sogar mal in einer Redaktion gearbeitet oder dort ein Praktikum gemacht haben. Man sollte einfach ein Gefühl für die Arbeit haben oder entwickeln können. Auch mit Zeitdruck und sehr kurzfristigen Abgabeterminen sollte man arbeiten können, wobei man sich in der Regel recht schnell daran gewöhnt.

Allgemein kann man nicht sagen, ob ein Studium oder eine Ausbildung besser sind. Entscheidend ist außerdem ein gewisses Gefühl für Sprache.

Schnürer: Bei einer Tätigkeit im Lektorat muss man einfach sagen, dass das auch sehr viel Betriebswirtschaft beinhaltet, da man nicht nur Bücher lesen und korrigieren, sondern eben auch verkaufen möchte. Zudem ist der gesamte Bereich stark im Wandel. Einen Lektor, der in seinem Sessel sitzt und sich nur um die Manuskripte kümmert, die er korrigieren muss, gibt es nicht mehr. Auch Lektoren müssen - leider - wirtschaftlich denken, also auch Abläufe im Vertrieb kennen und mit ihnen umgehen können. Was für Geisteswissenschaftler nicht immer leicht ist, weil man bis daher nicht unbedingt viel Erfahrung mit Controlling und den Zahlen hat, die auf einen dort zukommen.

Praktisch kann in dem Zusammenhang auch sein, wenn man Erfahrungen im Buchhandel hat, also die späteren Stationen kennt, die ein Buch bis zum Verkauf durchläuft. Der klassische Weg zum Lektor geht zumeist über ein Volontariat oder Praktika, weniger über Ausbildungen. Wichtig ist natürlich, dass man Erfahrungen im Verlag sammelt, Kontakte knüpft, und vielleicht auch mal in den Ferien als freier Mitarbeiter tätig ist.

Natürlich braucht man ein Gespür für Texte und für Sprache, aber das Vergeistlichte einer solchen Ausbildung macht eben nur einen gewissen Teil der Arbeit aus und kann eben auch oft hinderlich sein.

Hochhuth: Wichtig ist, meiner Meinung nach, auch ein gewisser Überblick über den Markt. Zu wissen, was es schon gibt oder gab, was es noch einmal geben könnte oder was es eben noch nicht gibt. Außerdem muss man sich gut organisieren können, vieles gleichzeitig machen. Da man eben für viel mehr verantwortlich ist als nur für die Korrektur. Man ist als Lektor im Grunde Anlaufstelle für alle und, wie schon gesagt wurde, der "Anwalt des Buches".

Schnürer: Meine ehemalige Kollegin bei Carlsen, Barbara König, hat einmal gesagt, als Lektor müsse man immer mit vier Augen lesen. Einerseits mit den Augen des Lektors selbst und andererseits eben auch mit den Augen des Lesers, der entscheidet, ob er weiterlesen will oder nicht .Dem kann ich mich nur anschließen.

Nicht nur in Verbindung mit den Potterromanen werden Übersetzungen und/oder Synchronisationen kritisiert. Was glauben Sie, woher diese Kritik kommt und wie schätzen Sie den Wert solcher Aussagen ein?

Schnürer: Es ist natürlich aus Verlagssicht schwer, in dieser Angelegenheit Stellung zu beziehen, da man weiß, wieviel Arbeit so ein Übersetzer mit den Texten hat. Zudem arbeiten Übersetzer - unter anderem eben auch Klaus Fritz - oftmals unter starkem Zeitdruck, haben viel zu wenig Zeit, um sich mit dem Text vollständig auseinander zu setzen, die nötige Distanz zum Text zu bekommen, um womöglich noch nachträgliche Änderungen vorzunehmen.

Natürlich ist Kritik der Fans, die manchmal jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen, Kritik an deren täglicher Arbeit, mit der diese Übersetzer ihr Geld verdienen.

Andererseits kann ich aber auch die Sicht der Fans verstehen, da Fehler natürlich ärgerlich sind. Man muss aber eben auch einsehen, dass Englisch und Deutsch unterschiedliche Sprachen sind und sich vieles eben nicht 1:1 übertragen lässt. Von daher muss man den Übersetzern schon den Respekt zollen, den sie verdient haben. Ich habe Hochachtung vor dieser Arbeit, Hochachtung davor, den Sprachduktus eines Autors in eine andere Sprache zu übertragen. Ich kann, wie gesagt, beide Sichten verstehen, aber natürlich müssen wir vom Verlag die Übersetzer in Schutz nehmen.

HarrysPate: Aus Teamsicht vertreten natürlich nicht die Sicht, dass alles schlecht ist, was übersetzt wurde, sondern haben die Kritik mehr als Hinweise auf mögliche Verbesserungen gesehen und immer wieder darauf hingewiesen, dass es eben viele Sachen gab, die außerordentlich gut übersetzt wurden. Von daher wäre ein Interview eben mit Frau Wurster zumindest für mich der Versuch einer Verständigung oder auch der Klärung gewisser Missverständnisse gewesen. Aber natürlich respektieren wir ihre Entscheidung.

Beyer: Man muss sich klarmachen, dass Übersetzen auch eine Kunstform ist. Man kann nicht jede Redewendung übersetzen, aber die Suche nach einer Alternative ist auch ein Teil der literarischen Arbeit.


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Es gibt einen Grund dafür, warum alle großen Fantasy- und Science-Fiction-Filme im Gedächtnis der Leute geblieben sind. Sie haben eine große Tiefe und nicht nur eine oberflächliche Handlung. Und deswegen werden wir in 50 oder 100 Jahren auch immer noch die Harry-Potter-Bücher lesen und hoffentlich die Filme anschauen.
Michael Goldenberg