
von Kraehenfeder
Sorry, aber heute gibt es kein groĂźes Gerede und leider auch keine Re-Kommis. Ich bin so mĂĽde, ich schlaf gleich auf der Tastatur ein.
Vielen lieben Dank an alle, die ein Kommi hinterlassen haben!
Kapitel 19 – Grenzzonen
Was tat er hier eigentlich?
Sirius hatte die letzten Minuten nur durch einen dichten Nebel wahrgenommen. Er wollte den Alkohol. Er wollte das Vergessen, das er erzeugte. Er wollte… ja was wollte er eigentlich? Er wollte Draco. Und dann doch wieder nicht. Naja, eigentlich uneingeschränkt. Aber er irgendwie hatte er keinen Durchblick – jetzt noch weniger als vorher.
Dracos Schmerzenslaut unterbrach seine wirren Gedankengänge. Blut. Jede Menge Blut. Das war das erste, was er sah. Dann das blasse, nun wirklich blutleere Gesicht, das sich in purer Agonie verzog.
„Draco…“, hauchte er. Man konnte nicht sagen, dass er schlagartig nüchtern war, aber der Nebel war verschwunden. Was das ganze Ausmaß dieses Desasters nicht unbedingt schmälerte, im Gegenteil. „Oh, Merlin, Draco…“ Der Schwarzhaarige starrte den Jüngeren geschlagene zehn Sekunden einfach nur an, ehe ihm dämmerte, dass er etwas tun musste. Er machte einen Raschen Schritt auf Draco zu, der einfach nur da stand.
„Na, wieder bei Verstand, Black?“, nuschelte er undeutlich.
„Nich’ reden, bloß nich’ reden, okay?“ Sirius schob ihn zum Rand der Kokosnuss-Badewanne und pflanzte ihn darauf.
„Ich wollte das nicht, wirklich nicht“, murmelte Sirius verstört während er das nötige Zeug zusammensuchte und irgendwo auf dem Boden auch seinen Zauberstab fand.
Draco beobachtete vor allem Letzteres ziemlich skeptisch. Was auch verständlich war. Zur Sicherheit klatschte sich Sirius noch eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht, ehe er entschied, dass der Blonde wahrscheinlich bald verbluten würde, wenn er nichts tat.
„Nimm mal deine Hand da runter“, meinte er und zog diese so sanft wie möglich weg. „Oh, Fuck…“
Draco wimmerte auf und verzog das Gesicht, jedenfalls soweit dies möglich war. „Ich muss das sauber machen, ja?“, meinte Sirius in diesem Moment und begann die Wunde mit einem warmen Tuch abzutupfen. Scheiße, er hatte dem Kleinen förmlich die Wange aufgerissen. Überhaupt, er hatte ihn geschlagen. Er hätte ihn überhaupt nicht schlagen sollen. Mit einem schmerzerfüllten Japsen klammerte sich eine blasse Hand an seinen anderen Arm und Sirius fasste automatisch nach ihr und drückte sie.
„Gleich vorbei“, flüsterte er leise, dann richtete er seinen Zauberstab auf die Wunde. Er hielt inne. „Möchtest du, dass ich dich zu einem Heiler bringe?“, fragte er leise.
„Nein“, murmelte Draco. „Mach schon.“
„Aber es wird weh tun.“ Das sah schon nach einer übleren Verletzung aus, als die kleinen Schnitte, die er normal heilte.
„Viel mehr kannst du mir nicht mehr wehtun.“ Einen Moment sah es so aus, als würde Draco diese Worte sofort wieder bereuen, denn in seiner momentanen Verfassung sah man das angedeutete Lächeln nicht.
Sirius hingegen zog scharf die Luft ein und ließ die Schultern hängen. „Da hast du Recht…“ Er murmelte den Spruch und sah, wie sich Dracos Hände zu Fäusten ballten. Aus einem Impuls heraus ließ er sich neben dessen gesunder Seite auf die Wanne sinken und zog den Blonden an sich.
Draco jaulte in den nächsten paar Minuten ein paar Mal auf, ansonsten blieb er still sitzen, den Kopf an Sirius gelehnt. Dann kehrte Stille ein. Draußen hörte man Archie, der scheinbar einen ganzen Aufstand im Wasser des Sofas auf den Plan rief, so wie es hin und her schwappte.
„Sirius, wir müssen reden“, kam es schließlich ernst von Draco und der Schwarzhaarige zuckte zusammen.
„Ich weiß, Draco, das… ich meine… ich hätte nicht…“
„Ich lasse mich nicht von dir schlagen.“
Sirius stand abrupt auf und umschlang seinen eigenen Oberkörper mit dem Armen. „Ich versteh das…“ Er griff nach etwas, dass auf einem seiner Regale im Bad lag und warf es Draco zu. „Kannst dich im Bad oder im Schlafzimmer einschließen. Damit. Ich bleib’ auf der Couch, heut Nacht…“
Ihm drehte sich der Magen um. Was hatte man in seiner Kindheit eigentlich verbockt, dass er heute so ein Idiot war? Draco war hier. Er war zu ihm gekommen, um ihn zu trösten, um ihm zu helfen. Er hatte gesagt, dass er ihn liebte und dieses Mal war sich Sirius sicher gewesen, dass er es auch so gemeint hatte. Merlin, er war ja kurz davor gewesen, das gleiche zu sagen. Aber Draco konnte einfach nicht verstehen, wie verkorkst sein Leben war.
Als hätte man den Fernseher einfach auf stumm gestellt, ging er aus dem Zimmer, ohne Dracos Worte wahrzunehmen. Stattdessen suchte er schnurstracks in der Küche nach einer neuen Flasche Whiskey und den Beruhigungstabletten, die er hier irgendwo noch haben musste. Vielleicht konnte er ja irgendwas dafür tun, dass er sich bis morgen früh wenigstens ins Koma gesoffen hatte.
Doch kaum, dass er die erste der kleinen, weiĂźen Tabletten mit einem Schluck Whiskey herunter gespĂĽlt hatte, rief Draco von der BadezimmertĂĽr aus seinen Namen.
„Stell den Alkohol weg, Sirius“, meinte der Blonde ungewöhnlich scharf.
„Ich wird’ dir nichts tun, Draco…“ Naja, das hatte er das letzte Mal auch gesagt. Sie sollten ihn einfach einsperren, nach Askaban bringen. Bei Merlin, sie sollten irgendwie dafür sorgen, dass man ihn nicht mehr auf die Gesellschaft los ließ. „Schließ dich ein. Sicherheitshalber“, fügte er deshalb noch murmelnd hinzu. Er hatte doch wirklich das Recht auf ein bisschen Selbstmitleid. Klar, Draco war hier der Leidtragende. Aber für ihn war doch auch alles beschissen. Er ließ sich vor seinen pinken Strauch sinken und streichelte vorsichtig über die Äste, die sich sofort zu räkeln anfingen.
So bemerkte er auch nicht, dass Draco sich ihm näherte. Erst als dieser einen letzten, absichtlich lauten Schritt tat, hob Sirius langsam den Kopf. Der Blonde stand direkt vor ihm, die Hände in die Hüfte gestemmt.
„Glaubst du, damit ist’s getan?“
Sirius zuckte erneut zusammen. Natürlich. Draco würde dieses Mal nicht einfach so darüber hinweg sehen. „Ich… es tut mir leid.“
„Und wenn du dich noch so oft entschuldigst, das macht nichts besser!“
„Es… - Nein, hast Recht.“
„Davon kann ich mir auch nichts kaufen. Erst raubst du mir auf hinterhältigste Art und Weise meine Unschuld, nachdem du tagelang mit meinen Gefühlen gespielt hast und jetzt schlägst du mich, so dass wahrscheinlich eine Narbe übrig bleibt.“
Etwas schwankend kam Sirius auf die Füße und deutete auf das Nudelholz, das an der Wand seiner Küche hing. Spiralförmig gestreift in Rot-Weiß, wie ein übergroßes Bonbon. „Nimm’s dir und schlag zu“, meinte Sirius, fast mit ein bisschen wie etwas, das wie Hoffnung klang. Dracos Mimik fiel Augenblicklich in sich zusammen. „Richtig fest. So fest du kannst. Ich mein, du kannst auch alles andere machen.“ Die Boxershorts, die er sich in einem Moment während des Getümmels übergestreift haben musste, an den Draco sich nicht mehr erinnerte, fielen zu Boden. Sirius ließ sich auf alle viere nieder und streckte Draco seinen nackten Hintern entgegen. „Räch dich, für das… für alles. Ich hät’s fast schon wieder gemacht. Und dabei hat’sch geschworen, dir nicht mehr weh zu tun…“
„Merlin, Sirius“, keuchte Draco und schüttelte wild den Kopf. „Ich hab’ das doch nicht so gemeint! Ich wollte nur, dass du…“ Doch Sirius war schon wieder aufgestanden und torkelte – ohne sich seiner Nacktheit zu scheren – Richtung Bad.
Er knallte die Tür hinter sich zu und ließ das Wasser in die Badewanne laufen. Das war auch eine Scheißidee gewesen. Er wollte doch nicht, dass sein Blut an Dracos Händen klebte. Vielleicht bekam der Junge ja Komplexe davon. Schuldgefühle. Er würde von hier wirklich genug Traumata mitnehmen. Sirius klammerte sich an den Rand der Kokosnuss und starrte das Wasser an, das immer höher stieg. Dann, als er entschied, dass es genug war, stieg er einfach hinein und tauchte unter. Doch, das war wirklich einfacher als er gedacht hatte. Er tauchte den Kopf unter Wasser und dachte an Archie. Der machte das doch auch den ganzen Tag. Sirius atmete tief ein und spürte wie das Wasser in seine Lungen strömte…
*
Das nächste was er spürte, war das Gefühl, das er sich die Seele aus dem Leib kotzen wollte. Er lag bäuchlings auf dem Boden seines Badezimmers und Draco hockte neben ihm, das Gesicht vom Ausdruck größter Sorge verzehrt, die er bei ihm jemals gesehen hatte. Er wollte etwas sagen, doch ein Hustenanfall nahm ihm jede Luft. Sein Hals fühlte sich wund an und er zitterte am ganzen Körper, als er schließlich verstummte.
„Bei Salazar, Sirius, was machst du für Sachen?“, fragte Draco, der so aussah als wolle er gleich zu weinen anfangen.
„Wa…-“ Sirius räusperte sich und setzte sich mit Dracos Hilfe auf, der ihm ein Handtuch um die Schultern legte. „Warum bist du hier?“, krächzte er schließlich.
„Warum ich hier bin?“, stieß der Blonde ungläubig aus. „Glaubst du ich seh’ zu, wie du dich ertränkst? Wie du… Du hast versucht dich umzubringen, Sirius. Du… Du… Du kannst mich doch nicht einfach allein lassen.“
Und dann, ganz plötzlich, fing Sirius wieder an zu weinen. Vollkommen überfordert nahm Draco in den Arm.
„Harry hat mir gesagt, dass er mich nicht braucht.“ Dieser eine Satz trat die Lawine los, die Draco eigentlich schon den ganzen Abend hatte hören wollen. „Wegen der Sache mit Terry. Ich hab’ ihm doch… Du warst ja da… Und dann hat Harry mir gesagt, dass ich nicht James bin. Ich weiß, dass ich nicht James bin. Ich kann nicht so toll und perfekt sein wie James. Ich… bin doch nur… nur Sirius. Nur ich. Nicht so ein großzügiger, warmherziger Mensch.“
„Scht“, machte Draco leise und streichelte Sirius über den Rücken, der sich in diese Berührung lehnte und alle Wärme aus ihr ziehen wollte, die er bekommen konnte.
„Und dich… Ich hab’ dir immer wieder wehgetan, die ganze Zeit. Weil ich solche Angst hab’, dass du mich nicht mehr sehen willst, wenn du erkennst, was für ein Versager ich in Wirklichkeit bin. Deswegen wollte ich dir Angst machen. Ich wollte, dass du… dass du gehst, weil du denkst,… ich… ich… Oh Merlin, Draco, ich bin so allein…“
„Das stimmt doch überhaupt nicht, Sirius.“ Draco drückte den klitschnassen Sirius an seine Brust. Eine Berührung, die auf beiden Seiten gänzlich ohne Leidenschaft oder Anziehung stattfand. Halt suchend klammerte sich Sirius an den Kleineren. Er wollte ihn nie wieder los lassen. Es stand außer Frage, dass Draco gehen würde, sobald er ihn los ließ. Er musste es sogar.
„Ich bin so egoistisch, dass ich dich hier behalten will… Aber ich kann nicht anders. Ich kann nicht anders.“ Verzweifelt blickte Sirius in die grauen Augen. „Du musst mir helfen.“
„Ich werde dir helfen, Sirius“, murmelte Draco in das nasse Haar. „Aber du weißt, was das bedeutet. Keinen Alkohol und keine Pillen mehr. Keine Art von Drogen mehr. Außerdem müssen wir darüber sprechen, wenn du nüchtern bist. Und dann gehen wir zu Harry und reden mit ihm, ja?“
„Aber du bleibst bei mir? Ich kann das nicht allein. Ich… Ich bin nicht stark genug. Ich schaff’ das alles nicht.“
„Natürlich bleibe ich bei dir. Es wird alles gut. Du wirst sehen.“
„Es kann gar nicht mehr alles gut werden… Weißt du, irgendwann… Irgendwann seh’ ich sie immer wieder, die Dementoren. Nach ein paar Tagen ohne das Zeug oder den Alk, dann kommen sie wieder. Und mit ihnen die Einsamkeit. Und du wirst auch nicht da sein, ich werde allein sein… Wie immer.“
„Sirius“, meinte Draco betont geduldig. „Ich werde da sein. Du wirst nicht allein sein. Wir machen das zusammen, ja? Es wird alles anders.“
Sehr zögerlich nickte Sirius.
„Meinst du, du kannst laufen?“ Sirius versuchte es und fiel prompt wieder hin. Also machte sich Draco daran, ihn mühsam zu stützen und die Beiden schleppten sich zusammen in das Schlafzimmer, was kein einfaches Unterfangen war. Sirius wollte seine Last von den Schultern des Jungen nehmen, schließlich wog er doch viel zu viel, aber sein ganzer Körper fühlte sich so unnatürlich schwer an. Draco ächzte leise, sagte aber nichts. Stattdessen schob er ihn ins Schlafzimmer und bettete ihn zwischen die Kissen.
Sirius liefen noch immer die Tränen übers Gesicht und er bekam wohl mit, dass Draco mit ihm redete, wie mit einem kleinen Kind während er ihm die Boxershorts anzog, aber er störte sich nicht daran. Hauptsache der Blonde war bei ihm.
Doch gerade dann machte der Betreffende einige Schritte zurĂĽck.
„Geh nicht weg, bitte…“
„Ich bin doch gleich wieder da, ich muss nur kurz in die Küche.“
„Nicht weggehen,… Bleib’ hier, ich mach es auch alles wieder gut.“
„Sirius, ich will nicht weg. Ich komme wieder. Versprochen.“ Er gab dem Schwarzhaarigen einen Kuss auf die Stirn und verschwand.
Sirius lauschte angestrengt auf die Geräusche aus dem Nebenzimmer. Innerlich machte er sich schon darauf gefasst, die Haustür zuschlagen zu hören. Zu hören, wie der letzte Mensch, der ihm geblieben war, ging. Doch dort erklang nur das gluckernde Geräusch, als ob etwas in den Abfluss fließen würde, was einige Minuten so ging. Dann hörte er Draco etwas sagen. Mit wem sprach er denn da? Etwa mit Archie? Beinahe schlagartig war Draco wieder da und hockte sich neben ihn.
„Du musst jetzt etwas schlafen“, meinte er sanft und wickelte Sirius in eine Decke. Das hatte er heute doch schon mal getan, oder? Wann war das noch gewesen?
Dracos Arme schlossen sich um ihn und er kuschelte sich an die schlanke Gestalt des Jungen, der sein Sohn hätte sein können. Eigentlich wollte er gar nicht einschlafen, aber innerhalb von Sekunden fielen ihm die Augen zu und er driftete in ab, in einen unruhigen Schlaf hinein.
Die folgenden Stunden quälten wirre Träume das ohnehin schon gematerte Hirn von Sirius Black. Menschen aus seiner Vergangenheit, Menschen die schon längst tot waren, vermischten sich mit den Lebenden. Er stand irgendwo dazwischen und verstand nichts. Nur ein Wirbel aus Farben, Formen, Stimmen und Bildern.
Auch das Aufwachen gestaltete sich nicht angenehmer. Sirius fĂĽhlte sich so beschissen, wie er sich wohl noch nie gefĂĽhlt hatte. Und das schlimmste war, dass er sich an alles genau erinnerte. Auch an die Sachen, die man im nĂĽchternen Licht des funktionierenden Verstandes, am liebsten nicht glauben wĂĽrde.
Er öffnete die Augen einen Spalt, stöhnte aber augenblicklich auf, als das Licht ihm einen schmerzhaften Blitz durchs Hirn jagte. Draco, dessen Arme noch immer um ihn geschlungen waren, regte sich.
„Ich muss ins Bad… Kotzen“, schaffte es Sirius irgendwie zu sagen, ehe er auch schon aufstand und taumelnd in genau diese Richtung stürzte. Er eckte überall an und streckte blind seine Hände aus, weil er die Augen um keinen Preis aufmachen wollte. Doch schon nach ein paar Metern war Draco neben ihm und führte ihn.
„Du musst das nicht mit angucken“, managte Sirius es zu nuscheln und presste sich die Hand auf den Mund.
„Ich habe gesagt, ich bin für dich da und ich meine es auch so, Sirius, auch wenn du nüchtern wieder so tust, als wärst du stark.“ Damit hatte sich die Sache für Draco gegessen. Merlin, wer war dieser neue, befehlsgewohnte, resolute Junge, dem man ihm da vorgesetzt hatte? Sirius wollte noch kurz über diese Veränderung nachdenken, doch kaum, dass er sich ins Bad vorgekämpft hatte, war es vorbei mit aller Selbstbeherrschung.
Zum zweiten Mal innerhalb von nicht einmal ganz vierundzwanzig Stunden kotzte er schon wieder. Doch diesmal war Draco da, der ihm das Haar aus dem Gesicht hielt, ihm die Stirn abwischte und seine Hände beruhigend auf Sirius’ Schultern platzierte.
Heute war da noch weniger, was er erbrechen konnte, als am Tag zuvor und als er schlieĂźlich, wie einst Draco, gegen die Wand sackte, schmerzte sein Magen von dieser Tortur.
„Sirius?“
Ganz vorsichtig öffnete der Angesprochene die Augen und blickte in die etwas übermüdeten, aber fest entschlossenen Züge seines Gegenübers.
„Mh?“, stieß Sirius wie ein Häufchen Elend aus.
„Wir ziehen das zusammen durch.“
„Das gestern Abend… Das alles war… war…“
„Die Wahrheit, die hinter deinen aufgesetzten Fröhlichkeit steckt, nicht wahr?“
„Wollte ich mir echt das Leben nehmen?“, fragte Sirius stattdessen.
Draco nickte und sah dabei keineswegs besonders glĂĽcklich aus.
„Oh, scheiße…“, flüsterte Sirius leise.
„Das kannst du laut sagen.“
„Und was ist nun? Bist du jetzt so was wie mein Therapeut?“
„Der beste, den du kriegen kannst“, sagte Draco voller Überzeugung. Etwas gedämpfter fügte er hinzu: „Und wenn du es endlich zu lässt, noch viel mehr.“
Sirius legte die Wange an die kalten Kacheln des Bades. „Du bist… etwas besonderes, Draco. Ich glaube ich kann nie wieder etwas essen.“ Noch immer fiel es ihm etwas schwerer, zusammenhängend zu denken. Er fühlte sich als hätte er zwei Wochen lang ununterbrochen mit Hagrids seltsamen, hyperaktiven Hund Fang verbracht.
„Das musst du aber, Sirius… Sehr bald sogar, das war alles in allem nicht sehr gesund, was du in letzter Zeit angestellt hast.“ Eine schlanke, kühle Hand strich ihm die Haar aus der Stirn und verharrte auf seiner Wange.
„Archie hat’s so gut. Ich wünschte, ich wäre auch ein Fisch…“, murmelte Sirius sehnsuchtsvoll.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel