
von Kraehenfeder
Kapitel 50 – Kekse und Schnee
Die Zähne tief in seine Unterlippe gegraben versuchte Draco den Plätzchenteig aus der Form zu bekommen, ohne ein Loch hinein zu pieken. Währenddessen rührte der Schneebesen eifrig weiter in einer Schüssel und das plötzliche Pling des Ofens ließ Draco aufschrecken. Er fluchte leise, knallte seine gefüllte Ausstechform auf die Theke und öffnete die Herdklappe.
„Autsch! Heiß, heiß, heiß!“ Die prickelnde Hand schnell schüttelnd drehte Draco sich einmal im Kreis, entdeckte dabei die Topflappen und holte dann wesentlich vorsichtiger das Blech goldbrauner Kekse aus dem Ofen. Die sahen schon wesentlich besser aus, als seine vorigen Versuche. Am Anfang waren nur unförmige, manchmal sehr dunkle Teigklumpen entstanden, aber Draco hatte im Moment mehr als genug Zeit um sich zu üben. Florean hatte vollstes Verständnis für seine Krankschreibung und winkte immer damit ab, dass es im Moment eh kaum jemanden gab, der Eis haben wollte.
Dean fing zwar spät an zu arbeiten, weshalb sie am Morgen zusammen einkaufen gegangen waren, aber er kam deswegen auch immer erst mitten in der Nacht wieder hoch, weshalb Draco die Wohnung ganz für sich hatte und sie mit Dutzenden von Keksen füllte. So viel, wie er backte, musste der Geruch bis unten in den Laden ziehen und Dean stutzig machen. Draco hoffte nur, dass er nicht zu früh hochkam und damit die Überraschung verdarb.
Weihnachten stand vor der Tür und Draco hatte noch so viel zu tun. Er musste den Baum schmücken, den er mit Dean am Morgen besorgt hatte, musste Geschenke einpacken und Karten schreiben. Noch dazu musste er sich tatsächlich um sowas wie Wäsche und Putzzauber kümmern. Merkwürdigerweise fand er das aber gar nicht so schlecht. Wenn Dean nach Hause kam, dann war er fertig genug und in letzter Zeit hatte er sich auch noch immer um seinen Mitbewohner kümmern müssen. Draco schenkte ihm gerne ein bisschen Zeit für sich. Na ja, oder ein bisschen gemeinsame Zeit.
Nachdem er ein neues Blech Kekse in den Ofen geschoben hatte, machte Draco sich daran die schönsten Exemplare herauszusuchen und zu verpacken. Er brauchte welche für Deans Familie, die sie an Weihnachten besuchen würden, und wie er gehört hatte waren das eine ganze Menge. Außerdem beglückte er seine eigene Familie mit seinen neuerworbenen Backkünsten. Während er plante seinen Eltern einfach welche ins Haus zu schmuggeln, würde er Andromeda und Teddy persönlich welche vorbeibringen und sich die Reaktion antun können. Professor Lupin musste er da auch einplanen. Dann hatte er noch welche für Pansys Mutter und Cedric, Florean würde er welche schicken, wenn genug übrig blieben und weil Dean ihn überredet hatte morgen Harry zu besuchen, bekam der auch welche.
Was er Dean aber nicht unbedingt auf die Nase binden würde war die schon fertig gepackte Keksdose für Sirius.
Draco hielt inne, als er die letzten Kekse verteilte und richtete den Blick aus dem Fenster. Sirius‘ Weihnachtsfest würde einsam werden dieses Jahr. Wahrscheinlich verbrachte er es im St. Mungos bei Harry, aber wirklich das Wahre war das nun auch wieder nicht. Draco seufzte, schüttelte den Kopf und stapelte die Dosen per Zauberstab aufeinander, bevor er sich daran machte den Baum zu verschönern. In Malfoy Manor hatten die Hauselfen das gemacht, aber Draco hatte immer mit seinen Eltern im Salon gesessen und zugesehen. Auch bei ihnen zu Hause waren das harmonische Tage gewesen. Vater hatte sich von allem freigenommen und früher, als Draco noch kleiner war, hatten sie sogar wunderschöne Spaziergänge über die verschneiten Wiesen von Wiltshire gemacht. Er fühlte Tränen in seinen Augen brennen, als er sich daran erinnerte, wie er zwischen seinen Eltern gegangen war, eine Hand von jeweils Vater und Mutter gehalten, die Wangen gerötet vor Kälte und Freude.
„Was duftet hier denn so gut?“ Draco wurde um die Hüfte herum gepackt und herumgedreht, als er gerade ein wuschiges, silbernes Glitzerteil um den Baum schlingen wollte, das stattdessen jetzt seinen Platz um Deans Hals fand.
„Die Kekse“, sagte Draco heiser und blinzelte die Tränen weg, ließ sich einen kurzen Kuss auf die Lippen geben. „Ich hab gebacken.“
„Ja, das riecht man bis unten“, sagte Dean, legte die Hand auf Dracos Wange und wischte etwas Nasses aus Dracos Augenwinkel. „Aber hier oben riecht nichts so gut wie du.“
Draco klopfte ihm verlegen auf die Wange. „Dean, Mann… Was machst du hier oben?“
„Ich hab gemerkt, dass du traurig warst“, sagte Dean, zwinkerte und demonstrierte seinen nassglänzenden Finger. „Was ist los?“
Die Augen verdrehend versuchte Draco sich loszumachen. „Nichts…“
„Na, hiergeblieben.“ Dean verstärkte seinen Griff und presste Draco dicht an sich. „Sag’s mir.“
„Es war die Rührung“, sagte Draco theatralisch seufzend und lehnte seine Stirn gegen Deans. „So eine festliche Atmosphäre, wunderschön. Unser erstes gemeinsames Weihnachten. Nächstes Jahr kommt ein kleiner Beagle mit grüner Schleife aus einem Karton gehüpft und knabbert unser Sofa an. In zwei Jahren…“
Dean lachte ihm dazwischen und Draco verzog dafür schmollend die Mundwinkel. „Sehr witzig“, meinte er, drehte Draco herum und machte es ihm alles andere als leicht weiter zu schmücken, als er sich von hinten an ihn drängte, die freiliegende Stelle von Dracos Hals küssend.
„Du solltest dir das lieber merken“, meinte Draco so ernst er konnte. „Zusammenziehen ist der erste Schritt, irgendwann brauchen wir einen kleinen, schnuckeligen Hund.“
„Und du willst einen Beagle?“
„Die Frau heute im Kaufhaus hatte einen“, nuschelte Draco, schwang den Zauberstab und verpasste dem Weihnachtsbaum ein paar funkelnde Eiszapfen, was Dean ein anerkennendes Pfeifen entlockte. „Ich finde, dass die irgendwie süß sind. Ganz anders als ein Crup.“
„Magische Hunde sind mehr als seltsam“, meinte Dean.
„Nein, Muggelhunde sind total verrückt!“, behauptete Draco und stupste mit dem Ellenbogen nach hinten gegen Deans Bauch. „Aber so süß…“ Er drehte sich um und zupfte an dem Weihnachtsschmuck, der um Deans Hals hing. „Ich brauch was zum Spielen, wenn ich auf dich warte, Schatz.“
Deans Mundwinkel zuckten, wie immer, wenn Draco ihn neuerdings mit „Schatz“ betitelte, aber es schien ihm doch irgendwie zu gefallen. „Verwöhnter Junge“, murmelte er, ließ Draco keine Gelegenheit zum Schnauben und zog ihn zu einem Kuss zu sich.
Die Hitze der anderen Lippen auf seinen reichte aus, damit Draco die Zeit vollkommen vergaß und sich eine halbe Ewigkeit mit unschuldigen Berührungen begnügte. Er sog scharf Luft durch die Nase ein, als Deans Hand unter seinen Pullover fuhr. Heute Morgen hatte er kaum gehen können nach gestern Nacht, aber er hätte gedacht, dass eher Dean etwas Zeit brauchen würde. Als er aufgewacht war, da hatte Dean sich irgendwie unwohl gefühlt, als käme er nicht damit klar ansatzweise die Kontrolle verloren zu haben, aber Draco kam nicht umhin zuzugeben, dass er es irgendwie genossen hatte. Er hatte es auch gerne, wenn Dean so sanft wie ein Lamm zu ihm war, aber ab und an der Löwe war eine angenehme Abwechslung. Im Gegensatz zu Sirius‘ Berührungen war es eh der pure Kontakt mit Samthandschuhen.
Draco entwich ein leises Stöhnen, als sich Deans freie Hand auf seinen Hintern legte. „Musst du nicht wieder runter?“, murmelte er zwischen den intensiver werdenden Berührungen. Dean schüttelte den Kopf und schob langsam seine Zunge in Dracos Mund. Seufzend schlang Draco die Arme um den breiten Rücken und klammerte sich zwischen Deans Schulterblättern fest, worauf er prompt hochgehoben wurde, als würden sie das tagtäglich machen. Die Fußknöchel hinter Dean verknotend schob Draco die Hüfte leicht vor und erzitterte bei der spürbaren Härte. So anders als gestern. Nicht schnell, hektisch und unkontrolliert. Jetzt hatte er Zeit Deans Körper genau wahrzunehmen und er hatte Lust sich endlich mal jedes Detail einzuprägen. Die ersten Male war er wirklich noch schüchtern gewesen, hatte sich kaum getraut Dean zu berühren und sich nie richtig fallengelassen. Jetzt kontrollierte Dean einfach alles und Draco gefiel es. Er konnte in einem Meer von Emotionen ertrinken und sich darauf verlassen, dass Dean ihm immer einen Rettungsring zu werfen würde.
Er wurde auf die Couch gelegt und musste schmunzeln. Irgendwie war es immer die Couch. Draco winkelte die Beine an und stützte sich auf den Ellenbogen leicht hoch, beobachtete wie Dean sich das Hemd über den Kopf zog. Viele der dunklen Muster auf seiner Haut waren wirklich faszinierend und Draco fragte sich einen Moment, ob es wohl zu allen eine Geschichte gab, dann küsste Dean jeden Ansatz von anderen Gedanken weg.
Draco legte die Hände auf die spürbaren Bauchmuskeln und streichelte zaghaft auf und ab, bevor er die Hände auf den breiten Rücken wandern ließ und sich erneut festklammerte. Er keuchte auf, als Dean sich von seinen Lippen löste und ihm den Pullover abstreifte, bevor er sich an dem blassen Hals festsaugte. Draco legte den Kopf zur Seite und presste die Lippen aufeinander, genoss jede Berührung der anderen Hände. Kurz kam ihm der Gedanke, dass er Dean nie so behandelte und der das eigentlich auch mal verdient hatte, aber dann wanderten die rauen Lippen tiefer und Draco hielt innerlich fest, dass sie mehr als genug Zeit hatten, um auch mal die Rollen zu tauschen. Im Gegensatz zu Dean waren jegliche sexuellen Erfahrungen ja auch noch ziemlich neu für Draco. Vielleicht war es auch einfach sein Ding, unten zu liegen und sich verwöhnen zu lassen. Letzteres auf jeden Fall.
Dean küsste seine Schultern und Draco glaubte allmählich er habe eine Lieblingskörperpartie. Sonst vergrub er das Gesicht so gerne in Dracos Haaren und küsste seinen Nacken, bis die Härchen alle aufrecht standen. Draco seufzte und wand sich leicht, bekam einen ganz kurzen Kuss, bevor er auf den Bauch gerollt wurde.
„Willst du nicht noch eines?“, hörte er Dean fragen und spürte die warmen Finger die Linien seiner Tätowierung nachfahren.
Draco schaute keuchend über die Schulter, suchte Deans Blick. „Im Moment würde ich alles sagen, damit du einfach weitermachst.“
„Hm…“ Dean gluckste amüsiert, lehnte sich vor und küsste Dracos Schulterblatt. „Muss ich mir merken…“ Er schlang die Arme um Dracos Hüfte, als der die leicht anhob, und suchte den Verschluss von Dracos Hose. Angestrengt keuchend streckte Draco sich der Hand entgegen und legte den Kopf in den Nacken. Dean beugte sich über seine Schulter und gab ihm einen Kuss auf die Wange, worauf Draco den Kopf drehte und die anderen Lippen suchte.
Es klopfte. Genervt stöhnend drehte Draco den Kopf weg und presste die Stirn gegen das Sofa. Dean legte sich einfach auf ihn und brachte ihn dadurch zu dumpfen Protestlauten.
„Sei ruhig, dann sind wir einfach nicht da“, grummelte Dean und fuhr mit den Händen über Dracos Arme.
„Aber…“
„Gott, ich will dich so sehr, Draco“, stöhnte Dean schon fast und brachte Draco zum Erröten. „Den ganzen Tag warte ich auf diesen Moment hier und das lass ich mir doch jetzt nicht kaputt machen.“ Er küsste sanft Dracos Nacken und bewegte seine Hüfte erst leicht, dann etwas fester.
Draco stöhnte vor angestauter Erregung. „Das ist… nicht fair“, presste er hervor und wünschte sich, dass sie das heftiger werdende Klopfen einfach ignorieren und weitermachen würden. „Dean, hör auf und… geh an die… Tür.“ Merlin, warum sagte er das Gegenteil von dem, was er wollte?
„Ersteres bring ich nicht fertig“, keuchte Dean, packte Draco und richtete sich auf, zog ihn kurzerhand auf seinen Schoß.
„Dean?“ Draco wurde ein paar Zentimeter hochgehoben und kurzerhand bis vor die Tür getragen.
„Wer ist da?“, wisperte Dean ihm ins Ohr und presste ihn gegen die Tür, nachdem er ihn wieder auf den Boden gestellt hatte. Draco schaute durch das Guckloch und wollte gerade den Mund aufmachen, als Dean ihm einfach die Hose runterzog.
„Dean!“, zischte er, hörte aber nur ein dumpfes Glucksen. „Dean, nicht… Da… Ah…“ Er presste die Stirn gegen die Metalltür und keuchte auf, als eine Hand über seine Rückseite fuhr. Sein Blick fiel kurz auf den unschuldig pfeifenden Mann draußen im Treppenhaus. „Da… ist Professor… Lupin…“
„Ach, wirklich?“ Deans Interesse schien sich in Grenzen zu halten, als er sich hinter Draco platzierte.
„Oh, da stehst du drauf, Dean?“, scherzte Draco und drängte sich dem anderen entgegen. Einmal war keinmal… Wenn Dean dann zufrieden war und Professor Lupin sich währenddessen verzog…
„Gibt für alles ein erstes Mal“, erwiderte Dean.
Dracos Mundwinkel zuckten. „Was immer du willst…“ Dean hielt inne und wartete einen Moment, bis Draco über die Schulter schaute. „Hm?“
„Wir kommen gleich!“, rief Dean, als es erneut klopfte.
Erst blinzelte er etwas verwundert, dann grinste Draco. „Du meinst dieses Kommen, oder?“, fragte er und wollte sich Dean nähern, aber der trat zurück und zog sich die Hose hoch. „Dean?“
„Draco, zieh dir was an, sonst…“ Dean drehte die Hand ums eigene Gelenk und Draco zog sich verwirrt die Hose hoch, marschierte dann stur zum Sofa zurück, wo er seinen Pulli fand, während Dean die Tür öffnete. Was war das denn bitte gewesen? Erst so, dann so… Dean wusste auch nicht, was er wollte. Er warf einen missmutigen Blick über die Schulter, wo Lupin immer noch Deans Hand schüttelte. Am liebsten würde er sich gerade in sein Bett legen und weinen, aber Lupin hielt ihn davon ab.
„Draco!“ So fröhlich konnte der doch nicht ernsthaft klingen, während Dracos Welt in sich zusammenbrach. „Frohe Weihnachten, Junge“, sagte Lupin, klopfte Draco auf die Schulter und schüttelte seine Hand. „Ich hoffe, ich störe nicht?“ Draco öffnete den Mund, kam aber nicht dazu, Lupin verbal fertig zu machen. „Merlin, das riecht aber gut hier. Backt ihr? Andromeda und Teddy haben es auch versucht, aber das Ergebnis ist miserabler als meine Zaubertrankversuche.“ Er seufzte auf und strahlte Draco an. Warum war der so fröhlich? Warum durfte der fröhlich sein und Draco wollte schon wieder weinen? „Wie auch immer, ich wollte nachfragen, ob ihr vorbeikommen wollt?“
„Ich hab Tante Andromeda schon gesagt, dass wir am zweiten Weihnachtsfeiertag kommen“, sagte Draco bedrückt. „Vorher besuchen wir Deans Familie.“
Lupin nickte. „Ich wollte nochmal nachfragen, dann können wir das mit Sirius‘ Besuch koordinieren.“
Draco schüttelte schnell den Kopf. „Er kann doch ruhig auch da sein“, sagte er und fing sich ein Stirnrunzeln von Lupin. „Ich meine… er hat doch sonst niemanden.“
„Nun, ich habe gedacht, dass es… dir unangenehm sein würde“, meinte Lupin und fuhr sich durch die Haare. „Bestimmt wäre es besser, wenn ich auf Sirius aufpassen könnte, aber… er hat… Draco, soweit ich verstanden hab, hat er dich… nicht sehr nett behandelt. Was…“ Lupin zuckte mit den Schultern.
„Wollen sie mich ausquetschen?“, zischte Draco ungehalten. „Ich welcher Position oder wo in seiner scheiß Wohnung?!“
Lupin blinzelte verstört und machte einen Schritt zurück. „Ich… wollte dir nicht zu nahe treten.“
„Lassen Sie, Professor“, sagte Dean und stellte sich neben Draco, legte ihm eine Hand auf den unteren Rücken. „Wir kommen, egal ob Black da ist oder nicht.“ Er lächelte und Lupin nickte, bevor er leicht verlegen den Rückzug antrat. „Draco, was sollte das denn jetzt?“
„Was das sollte? Was sollte das eben!“, fauchte Draco, als die Tür zugefallen war. „Du wolltest mich so sehr, ja? Davon hab ich aber nicht mehr viel gemerkt!“ Er machte sich los und stapfte den Tränen nahe zum Fenster, das er aufriss um Terrys kleine Eule reinzulassen.
„Ich wollte –“
„Du hast gemerkt, wie ekelerregend es ist mich nackt sehen zu müssen und deswegen –“
„Nein!“ Dean verscheuchte die Eule von Dracos Schulter und umklammerte den schniefenden Mann. „Das ist nicht wahr. Ich wollte nur… Ich… Ach, Draco…“ Er seufzte in dieser „Mach’s mir nicht immer so schwer“-Manier.
Draco biss sich auf die Unterlippe, machte sich los und lehnte sich aus dem offenen Fenster. Der Schnee lag unberührt auf den Dächern der Winkelgasse, die sich vor ihm erstreckte, und glitzerte in der untergehenden Sonne. Morgen wäre Weihnachten und er ruinierte schon wieder alles. Eben war es noch so schön gewesen und jetzt wollte er am liebsten aus diesem beschissenen Fenster springen.
Dean unternahm einen Versuch ihn wieder an sich zu pressen, aber Draco schüttelte ihn ab. „Ich finde dich nicht abstoßend“, sagte Dean flehentlich, als Draco sich selbst umklammerte. „Draco… Nichts… Ich… Draco, ich wollte doch nur nicht, dass du was tust, nur um mich glücklich zu machen.“
„Aber das tut man, wenn man sich… sich liebt!“, fauchte Draco und wirbelte herum. „Und ich…“ Er holte zitternd nach Luft und senkte den Blick.
Dean streckte die Hand aus und fuhr ihm über die Wange. „Sorry“, sagte er und lächelte, als Draco hochsah. „Ich wollte dich nicht zurückweisen, ja?“ Er zog Draco langsam näher, um ihn nicht zu verschrecken. „Du bist nicht ekelerregend.“ Draco presste die Lippen aufeinander und lehnte sich gegen Deans immer noch nackte Brust. „Wunder…“ Dean drückte ihm einen Kuss auf den Scheitel. „…wunder…“ Noch einen kurzen Kuss. „…wunderschön.“ Draco schmunzelte verlegen und hob den Blick, wurde diesmal auf die Lippen geküsst. Deans Lächeln erwidernd schlang er die Arme um den anderen und kuschelte sich an ihn. Owly flatterte aufgeregt um ihre Köpfe und setzte sich schließlich aufs Fensterbrett.
„Deine Pause ist sicher vorbei“, murmelte Draco nach einer Weile und machte sich los. „Hol dir deinen Sex später.“ Er beschwor Deans Hemd zu sich, als der sich nicht bewegte.
„Du weißt, dass es mir nicht nur darum geht, oder?“ Dean nahm ihm das Hemd ab und zog es sich über den Kopf. „Oder?“
Draco seufzte auf. „Ist okay, Dean“, winkte er ab. „Natürlich geht’s dir nicht darum. Dafür bin ich zu schlecht.“
„Stimmt doch gar nicht…“
„Also…“ Draco lachte auf und errötete leicht. „Da hab ich schon andere Sachen gehört.“ Bevor Dean nachfragen konnte, schob er ihn zur Tür. „Bis später.“
„Halt!“ Dean hielt sich am Türrahmen fest, wirbelte herum und drückte Draco die Lippen auf. „Sag mir erst, dass alles gut ist, sonst kann ich nicht arbeiten.“ Er setzte einen Dackelblick auf und Draco verdrehte die Augen, lächelte so gut er konnte.
„Ich versuch heute Nacht nicht rumzuzicken, okay?“, sagte er und Dean schüttelte leicht den Kopf. „Ich versprech’s dir. Heute Nacht lass ich mal los.“ Er senkte den Blick, schloss die Augen, als er die rauen Lippen auf die Stirn bekam und streifte kurz Deans Hand, als er sich wegdrehte.
Er lehnte sich gegen die geschlossene Tür und seufzte auf. Wieso hatte er so rumzicken müssen? Wirklich… Dean tat ihm doch nichts, außer dass er furchtbar lieb und all so ein Zeug war. Er musste sich einfach mal zusammenreißen.
Die Schultern strafend schnappte er sich die Keksdose für Sirius, zog sich seinen Mantel über und verließ mit Owly auf der Schulter die Wohnung. Die Eule knabberte an einem nicht ganz so perfekten Keks und schuhute zufrieden. Irgendwie erinnerte der Vogel sehr an sein verstorbenes Herrchen. Draco zögerte einen Moment auf der Straße, zückte dann seinen Zauberstab und apparierte zum Friedhof.
Terry hatte niemanden, der sich um sein Grab kümmerte und dementsprechend sah es auch nicht sehr liebevoll gestaltet aus. Owly flatterte von Dracos Schulter auf den einfachen Stein und ließ sich darauf nieder, blieb eine Weile vollkommen still und putzte sich nur.
Draco schwenkte den Zauberstab. „Orchideus“, murmelte er, pflückte den Strauß Blumen der aus der Spitze stach und legte ihn auf das zugeschneite Grab. Die Arme vor der Brust verschränkend richtete er sich wieder auf und schaute sich kurz um, bevor er sich hinhockte, eine Hand auf den eiskalten Stein legend.
„Glaub nicht, ich hätte dich vergessen, Mann“, sagte er leise. „Aber es ist alles so viel im Moment, da kann ich nicht ständig hier rumhängen. Wenn das so weitergeht, dann leiste ich dir eh bald Gesellschaft. Also… wehe, du holst mich nicht ab.“ Er lächelte schief und streckte die Hand nach Owly aus, die ihm auf den Finger kletterte. „Hab versucht zu backen… Sowas, wie damals bei der Pizza, weißt du? Ich wollte meinen Eltern auch welche bringen, aber wahrscheinlich interessiert es sie dann gar nicht. Dean sag ich zwar, dass ich gerne bei ihm bin, aber am liebsten wäre es mir, wenn wir Weihnachten mit meinen Eltern feiern würden. Ich wünschte…“ Er atmete tief durch und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. „Ich wünschte, ich müsste nicht mit einem toten Freund reden… Manchmal frag ich mich, ob du auch sterben musstest, weil ich mich mit dir abgegeben habe…“
„Bestimmt nicht.“
Draco zuckte zusammen und fuhr herum, starrte verdutzt zu Sirius, der urplötzlich neben ihm aufgetaucht war. „Was…“ Er senkte den Blick und starrte auf Sirius‘ Schuhe. „Was machst du hier?“ Als er hochschaute zuckte Sirius mit den Schultern.
„Pflichtbesuch? Weihnachten ist voller Pflichtbesuche“, sagte er und wandte sich dem Grab zu. „War schon immer so. Terry nervt mich ja immer noch.“
Draco zog die Augenbrauen zusammen und trat zögerlich von einem Fuß auf den anderen. „Wirst du verrückt, Black?“, scherzte er, aber Sirius zuckte wieder nur mit den Schultern. „Terry ist tot. Kein Geist, ja?“
„Trotzdem…“, murmelte Sirius.
Draco streckte die Hand aus und stupste Sirius an, worauf er aus trüben, grauen Augen angesehen wurde. „Wenn Menschen sterben, verlassen sie uns nie ganz. Irgendwie ist doch immer ein Teil von ihnen bei uns.“
„Was weißt du denn, Draco?“, fragte Sirius einfach resignierend. „Du hast damit gar keine Erfahrungen.“
Schnaubend schüttelte Draco den Kopf und wandte sich wieder ab. „Sirius, du magst es oft vergessen wollen, aber es gab einen zweiten Krieg. Ich hab es dir schon mal gesagt, aber auch ich habe Freunde und Verwandte verloren. Das haben wir alle. Du kannst nicht nur deine Verluste betrauern, sondern solltest lernen mit ihnen umzugehen“, sagte er und fuhr sich durch die Haare. Sirius blieb stumm. Wahrscheinlich wollte er das einfach nicht hören. Sein ach so geliebter James war etwas so besonderes gewesen, das konnte man nicht verkraften.
„Hier.“ Draco drehte sich um und hielt Sirius die Keksdose hin, schaute ihm nicht in die Augen. Er bemerkte Sirius‘ zitternde, leicht gelbliche Finger. Er rauchte zu viel…
„Was ist das?“
„Kekse“, murmelte Draco und hüstelte. „Keine Haschkekse. Du kannst sie also auch gerne wegschmeißen, wenn du willst.“
Sirius sagte wieder nichts, nahm Draco die Dose aber ab. Er starrte sie fasziniert an, als Draco den Blick hob. „Hast du die… Du hast die gebacken?“, fragte er nach. Draco nickte. „Mit… Mit Dean zusammen.“
„Sirius…“ Draco seufzte auf. „Mach dich nicht fertig, okay? Es ist Weihnachten… Ich will, dass ihr endlich aufhört euch um mich zu streiten, als wärt ihr zwei kleine Jungs und ich nur das Spielzeug. Dean liebt mich.“ Sirius senkte traurig den Blick. „Er ist sich auch nicht zu schade es mir zu sagen.“ Jetzt biss Sirius sich fest auf die Unterlippe. „Er meint sogar, ich wäre gut im Bett.“ Sein Lachen hatte Ähnlichkeit mit Weinen, aber Draco konnte nicht anders. Schnell wischte er sich mit den behandschuhten Fingern über die Augen und wich Sirius‘ Blick aus.
„Sagst du das, um mir wehzutun?“, fragte Sirius kalt.
Draco schüttelte den Kopf. „Ich weiß doch, dass er lügt“, presste er hervor. „In… dieser Hinsicht bin ich ein Versager, deswegen wolltest du doch nie…“
„Draco, ich –“
„Red dich nicht raus, Sirius“, fuhr Draco dazwischen. „Du hast es mir ins Gesicht gesagt. Meine Schuld, dass ich es nicht glauben wollte. Aber… ich hab’s eben noch nie vorher getan! Dean… Dean versteht das…“
„Ich hab dir immer gesagt, dass ich nicht der Richtige für sowas bin“, murmelte Sirius.
„Jaah…“ Draco blinzelte schnell hintereinander, um die Tränen loszuwerden. „Ich weiß, dass das alles meine Schuld ist.“
„Das hab ich nicht gemeint.“
„Doch, Sirius. Es ist die Wahrheit. Wenn ich dich nicht immer bedrängt hätte, dann wäre das alles nicht passiert.“ Draco schnitt Sirius mit einer Handbewegung das Wort ab. „Jetzt ist es doch auch egal… Das mit uns hat nie sein sollen. Jetzt hab ich das verstanden.“
Sirius presste die Lippen fest aufeinander und schaute einen Moment zur Seite. „Draco… Draco, ich…“ Er fuhr sich durch die kurzen Haare. „Du warst nie schlecht, okay? Du bist ein toller junger Mann, der es verdient hat, dass man seine Aufmerksamkeit zu schätzen weiß. Wenn du verstehst, dass ich all diese Dinge nur gesagt habe, um dich zu verletzen, dann… kannst du vielleicht irgendwann drüber wegkommen.“
Dracos Augen weiteten sich und er ballte langsam die Hände zu Fäusten. „Du hast das… mit Absicht getan?“, presste er hervor. „Du hast mir eingeredet ich sei nichts wert, ich sei dich nicht wert, bis ich das geglaubt habe, weil… du mich nicht gemocht hast?“
Sirius hob abwehrend die Hände. „Das war am Anfang“, sagte er hastig. „Glaub mir, ich… hab… hatte Gefühle für dich.“
Draco schüttelte mit verletzter Miene den Kopf. „Du hast mich nie geliebt“, sagte er und wich zurück. „So wie Dean mich behandelt; das ist Liebe. Bei dir war es… Verlockung und Lust, plus der Drang dir selbst wehzutun. Aber keine Liebe.“
Sirius rieb sich langsam übers Gesicht und befeuchtete sich die Lippen. Seine Augen blickten traurig zu Draco, der aber felsenfest stehenblieb und dem Bedürfnis, Sirius in den Arm zu nehmen, nicht nachgab. Es begann zu schneien und dicke Flocken legten sich auf Dracos schwarzen Mantel, hoben sich kontrastreich von Sirius‘ einst so schönen Haaren ab. Er sah aus, wie ein bettelarmer Junkie und Draco hatte das merkwürdige Gefühl, dass dem wirklich so war, aber er würde nicht nachfragen.
„Ich… wollte dir eigentlich…“ Sirius zögerte einen Moment und presste sich die Hand auf die Brust. Einen Moment glaubte Draco, dass Sirius Schmerzen hatte. „Ähm… Vielleicht in ein paar Tagen“, sagte er dann. „Wenn ich noch etwas überprüft habe. Wir sehen uns ja bei Andromeda.“ Er lächelte verkrampft und hob die Hand. „Grüß Dean lieber nicht von mir.“ Es tat ihm sichtlich weh überhaupt diesen Namen in den Mund zu nehmen. „Und danke für die Kekse.“
„Leg dich für auf die Couch und lass Archie lieb sein“, sagte Draco lächelnd und Sirius verzog schmerzhaft das Gesicht, während er gezwungen gluckste, sich dann umdrehte und schneller disapparierte, als Draco blinzeln konnte.
Er seufzte und steckte die Hände in die Manteltaschen, als er vorwärts ging mit der Absicht, Pansy auch noch einen Besuch abzustatten. Owly hatte sich davongemacht, sonst hätte die kleine Eule sicher protestiert, als Draco etwas entfernt von sich eine Gestalt kauern sah. Den Kopf schief legend musterte Draco den Mann, trat etwas näher und erkannte das zerzauste braune Haar, das sonst immer so perfekt lag. Vor zwei ordentlich gepflegten Grabsteinen hockte Cedric, hielt sich an dem dunkeln Marmor fest und vergoss bittere Tränen. Draco presste die Lippen aufeinander und spielte mit dem Gedanken schnell wieder zu verschwinden, bevor er bemerkt wurde. Es fühlte sich an, als würde er in etwas sehr privates eindringen; etwas, das nur Cedric gehörte.
Allerdings nahm Cedric ihm die Entscheidung ab, ob er gehen sollte. Der Heiler fuhr bei dem Geräusch von knirschendem Schnee herum und starrte Draco aus verquollenen Augen an. Er errötete langsam, schluchzte erstickt und drehte sich wieder weg. Draco kam vorsichtig etwas näher und legte dem aufgelösten jungen Mann eine Hand auf die Schulter, worauf er einen Blick auf die Namen werfen konnte; Cedrics Eltern. Er seufzte auf und drückte Cedrics Schulter leicht. Ein Weihnachten ganz alleine wünschte er niemanden und ganz besonders nicht jemand so herzensguten wie Cedric Diggory.
„Sie starben… kurz vor Weihnachten“, presste Cedric hervor und hob eine Hand vor sein Gesicht, wischte sich die Tränen von den Wangen. „Es war wie heute. Schönes Wetter, blauer Himmel und der glitzernde Schnee… ganz rot… Ich werd nie vergessen, wie die Flocken direkt auf ihre offenen Augen gefallen sind…“
Draco wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Er hockte sich auf den Boden, in den Schnee und schlang die Arme um den bebenden Oberkörper. Cedric drehte sich um, presste die Stirn gegen Dracos Schulter und schluchzte herzzerreißend auf, während er sich schmerzhaft fest an Dracos Rücken klammerte. Eine Hand auf den braunen Haarschopf pressend tätschelte Draco den schmalen Rücken und hauchte Cedric aus einem Impuls heraus einen Kuss auf die Schläfe, worauf der kurz erstarrte.
„Manchmal wünschte ich, dass ich mit ihnen gestorben wäre“, sagte Cedric kaum hörbar. Draco schüttelte den Kopf, aber Cedric sprach weiter: „Mein Leben fühlt sich so falsch an… Als dürfe ich gar nicht mehr hier sein…“
„Pscht…“, machte Draco und wiegte Cedric leicht hin und her. „Stimmt doch nicht. Du tust so viel Gutes. Wenn du nicht da wärst, wer würde dann immer meine Wunden lecken… eh… heilen?“
Cedric schüttelte mit leicht angehobenen Mundwinkeln den Kopf und machte sich los. „Entschuldige, Draco“, sagte er und wischte sich über die tränenverschmierten Wangen, bevor er sich aufrichtete. „In so einer sentimentalen Zeit geht es manchmal mit mir durch.“ Er half Draco hoch und wandte verlegen den Blick ab, versuchte sich das wirre Haar zu richten.
Draco schob die Finger ineinander und seufzte auf. „Cedric, ich…“ Er schaute hoch in die geröteten Augen. „Wenn ich was tun kann…“
Cedric schüttelte den Kopf. „Du kannst mir nicht helfen“, sagte er merkwürdig ernst und streckte die Hand aus um Draco über die Wange zu fahren, entschied sich dann aber dafür ihm etwas zu fest gegen den Oberarm zu klopfen. „Gehen wir ein Stück?“
Nickend steckte Draco die Hände wieder in die Manteltaschen und folgte Cedric.
„Wirst du Weihnachten zu Hause feiern?“, fragte Cedric.
Draco schüttelte den Kopf. „Ich… kann nicht zurück. Wirklich nicht.“ Er befeuchtete sich die Lippen. „Wir werden bei Deans Familie feiern. Ich bin ganz… ganz aufgeregt.“ Irgendwie mit den Händen gestikulierend versuchte Draco den Sarkasmus aus dieser Aussage wieder zu nehmen. „Dann besuchen wir noch meine Tante, weißt du?“
Cedric nickte leicht abwesend.
„Cedric?“ Draco fasste seinen Heiler am Arm und schaute ihn bettelnd an. „Magst du morgen nicht zu uns zum Essen kommen?“ Cedrics Augen weiteten sich und er öffnete verdutzt den Mund. „Ich… Also… Wenn du noch nichts vorhast. Dean und ich würden uns freuen.“
Cedric starrte ihn einfach nur an, so lange, bis Draco sich wirklich unwohl fühlte. Er scharrte mit dem Fuß auf dem Boden und fragte sich, was er da denn jetzt falsch gemacht haben könnte, als Cedric endlich den Mund aufbekam.
„Sorry“, sagte er heiser, räusperte sich und trat einen Schritt zurück, als Draco den Blick hob. „Ich… Ich kann das nicht. Das geht zu weit.“
Verwirrt zog Draco die Augenbrauen zusammen. „Zu weit? Was meinst du, Cedric?“
„Nein…“ Cedric schüttelte den Kopf. „Ich…“ Er rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht und atmete tief durch, schaute Draco dann merkwürdig distanziert an. „Ich bin dein Arzt. Wir sollten nicht zu… privat miteinander werden.“
Draco errötete leicht. „Ich dachte…“ Er klang leicht verletzt. „Du meintest, du wärst mein Freund.“
„Das… Ähm…“ Cedric schien vollkommen aus der Bahn geworfen zu sein. Er trat noch einen Schritt zurück, stolperte und konnte sich geradeso eben an einem Grabstein festhalten. „Es tut mir Leid. Frohe Weihnachten, Draco.“ Damit drehte sich um und hastete davon, schaute sich im Gehen um und disapparierte schließlich.
Draco blickte ihm verwirrt nach und verspürte das leichte Bedürfnis gegen einen Grabstein zu treten…
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