Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Partners in Crime - Instinkte

von Kraehenfeder

Kapitel 44 – Instinkte

Dichter Schnee lag auf dem Friedhof und fiel sanft in das frisch ausgehobene Loch, bedeckte den hölzernen Sarg. Bei den Temperaturen musste der Frost es ihnen nicht leicht gemacht haben so tief zu graben. Es standen um Längen mehr Menschen in schwarz um Pansys letzte Ruhestätte, als damals bei Terry. Draco hatte die Hände tief in den Manteltaschen verborgen und lieh Mrs. Parkinson seine Schulter. Pansys Mutter hatte ihren Mann im Krieg verloren und immer große Stücke auf Draco gehalten. Entweder hatte sie Pansys Trennung vom Malfoy-Erben verdrängt oder sie nahm es ihm nicht allzu krumm. Draco versuchte jedenfalls so gut er konnte sich zu benehmen.
Ob man dann allerdings seinen neuen Freund mit zur Beerdigung der Ex bringen sollte? Er hatte Dean gesagt, dass er ruhig zu Hause bleiben konnte, vor allem an seinem freien Tag, aber der hatte sich nicht abwimmeln lassen. Zwar hielt er sich dezent zurück, aber trotzdem warfen viele von Pansys Freundinnen ihm komische Blicke zu. Draco stellte erst bei genauerem Hinsehen fest, dass sie ihn wohl attraktiv fanden. Slytherins und Beerdigungen waren so eine Sache. Niemand würde jemanden angraben, vermutete Draco, aber schauen durfte man. Und Dean sah auch wirklich ganz okay aus so ganz in schwarz.
„Mrs. Parkinson“, begann Draco, als er mit Pansys Mutter am Arm über den Friedhof lief, „ich kann Ihnen nicht viel anbieten, aber wenn sie etwas brauchen, dann…“
„Oh, nein, nein.“ Sie schüttelte den Kopf und schnäuzte sich ganz übertrieben in ihr Taschentuch. „Pansy hatte eine Lebensversicherung. Ich muss nie wieder arbeiten.“
„Ah…“ Draco schaute über die Schulter und suchte Deans Blick, zuckte entschuldigend mit den Schultern, als diese leicht makabere Aussage ihn wohl zu schocken schien.
„Es muss schlimm für dich sein, Draco“, quietschte Mrs. Parkinson. Ihre Stimme glich Pansys leider sehr. „Immerhin seid ihr solange zusammen gewesen. Sieben Jahre und demnächst die Hochzeit.“
„Mrs. Parkinson, ich bin…“
„Ach, Draco! Wann immer du auf einen Pfirsichkuchen vorbeikommen willst“, überhörte sie ihn einfach und Draco seufzte auf. Er versicherte ihr gut sechs Mal, dass er auch weiterhin regelmäßig vorbeikommen würde um einer alten Damen Gesellschaft zu leisten, bevor er sich von ihr losreißen konnte. Immerhin wollten noch viele andere ihr Beileid aussprechen.
„Ich komm mir etwas vor, wie bei einem irischen Leichenschmaus“, murmelte Dean ihm zu, als Draco sich zu ihm gesellte. „Etwas…“
„Oh, davon sind wir weit entfernt“, sagte Draco und grinste schief. „Ich war noch nie auf einem, aber ich vermute einfach mal.“
Dean richtete den Blick auf den Grabstein. „Seamus‘ Großvater ist irgendwann vor zwei Jahren gestorben und er hat mich mitgeschleppt“, sagte er leicht verstört. „Sie waren am Ende so betrunken, dass sie die Urne… Na ja… Black könnte dir das genauer erklären.“
Draco legte fragend den Kopf schief und schaute Dean aus großen, unschuldigen Augen an. „Was haben sie damit gemacht, Dean?“
„Ähm… Also, wenn du nicht in der Stimmung für die Hochzeit demnächst bist, dann kann ich das verstehen“, sagte er abweisend.
Draco piekte ihn in die Seite. „Was haben sie mit der Urne gemacht?“
Dean schüttelte den Kopf. „Nicht so wichtig.“
„Haben sie den Inhalt verschüttet?“
„So in etwa.“ Dean räusperte sich heftig und packte Draco am Handgelenk, als der nicht aufhörte ihn zu pieken. „Ich werd dich später nochmal wegen der Hochzeit fragen. Manchmal bist du furchtbar naiv, Draco Malfoy.“
Draco schnaubte. „Ich komm mit, keine Sorge“, sagte er. „Es geht mir gut und wenn du mich unbedingt rumzeigen willst, dann darfst du das ruhig.“
Unsicher scharrte Dean mit den Füßen. „Da… Da… Ähm, da wär noch was…“
Sich umschauend fasste Draco Dean am Arm und zog ihn in eine Ecke, wo man sie nicht belauschen konnte. „Du musst denen doch nicht noch auf die Nase binden, dass du… Männer… na ja, du weißt schon.“
Dean schüttelte den Kopf. „Ich bin nicht schwul“, sagte er, als hätte ihn das ernsthaft gekränkt, weshalb Draco eine Augenbraue hob. „Ich liebe schöne Dinge.“ Er zwinkerte Draco zu, der ihm die Zunge rausstreckte. „Das wissen alle, aber… Na ja, außer Seamus hab ich noch nicht wirklich jemanden von dir erzählt.“
Draco senkte den Blick. Er wusste nicht, warum das wehtat. „Passt schon“, sagte er. „Immerhin kenn ich deine Freunde auch nicht gut. Seit der Schule hab ich die kaum gesehen. Wenn sie nicht akzeptieren, dass du was mit nem Slytherin hast, dann…“
„Hey…“ Dean legte ihm eine Hand auf die Wange und hob sein Gesicht. „So meinte ich das nicht. Du bist mir nicht peinlich, Draco“, versicherte er, bis Draco leicht lächelte. „Nur, dass du dich nicht wunderst. Es kommen sicher auch welche, die früher in anderen Häusern waren. Nicht nur dämliche Gryffindors.“ Draco konnte sich ein Grinsen schlecht verkneifen. „Parvatis Schwester war in Ravenclaw, zum Beispiel.“
„Par…vati?“ Draco verzog die Mundwinkel.
„Patil“, sagte Dean und hob abwartend die Augenbrauen, während es in Dracos Kopf ratterte.
„Ach, die Zwillinge?“ Dean nickte. „Oh, ja… Ähm… Vielleicht…“ Draco räusperte sich. Er war sich wirklich unsicher, ob er so einen Schritt gehen wollte. „Vielleicht sollte ich sie vorher alle mal kennenlernen? Also… zumindest… Ich weiß nicht…“ Draco senkte den Kopf wieder, aber Dean hob ihn schnell wieder hoch. „Du weißt schon.“
„Bist du schüchtern, Draco?“ Dean entblößte schneeweiße Zähne beim Grinsen, was Draco die Mundwinkel verziehen ließ.
„Wie unhöflich. Das hier ist eine Beerdigung, du solltest nicht grinsen.“ Draco verschränkte die Arme vor der Brust und Dean schluckte schuldbewusst. „Ich werf mich eben ungerne in eine Höhle voll mit hungrigen Löwen.“
„Es ist nicht mehr so schlimm, wie früher“, sagte Dean fast bettelnd. „Ich wollte…“ Er verstummte und schaute über Dracos Kopf hinweg. Seine Züge verhärteten sich und jetzt passte er wirklich auf die Beerdigung. Draco wollte sich umdrehen, aber Dean presste beide Hände auf seine Wangen und hielt seinen Kopf so fest. „Ich wollte dir das eigentlich wann anders sagen, aber vielleicht ist es jetzt am besten.“
Draco blinzelte verwundert. Was wurde das denn jetzt?
„Black…“ Dean atmete tief durch. „Black liebt dich. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, wirklich nicht, aber ich verschweige dir sowas auch nicht, wenn ich weiß, dass es das ist, was du willst. Manchmal braucht es jemanden der einfach mal klipp und klar sagt, was Sache ist.“ Er drückte Draco einen festen Kuss auf die Stirn und lehnte sich zu dem erröteten Gesicht herunter. „Aber ich liebe dich auch.“
Dracos Augen weiteten sich und er wich automatisch zurück, befreite sich aus Deans Griff. „Du…“
„Wir sehen uns zu Hause.“ Dean schenkte ihm ein kurzes Lächeln, drehte sich um und ging davon, ließ sich von Pansys Freundinnen hinterher starren.
Draco starrte ihm einen Moment entgeistert nach und fuhr sich über die Stirn. Langsam drangen Stimmen in seine Ohren. Stimmen, die ihn nervten, weil er Deans Worte lieber ohne Störung wieder und wieder hören wollte.
„…deinetwegen, Tatze. Jetzt kommen wir viel zu spät!“ Professor Lupin konnte also wirklich ansatzweise sauer werden.
„Ja, ja… Nerv nicht, Moony. Wenn ich unterwegs kotzen muss, muss ich kotzen. Apparieren ist nichts mehr für mich.“ Für Draco war es auch nie etwas gewesen. Er drehte sich um und brachte Sirius so zum Erstarren. Als würde der Blick aus seinen Augen ihn einfrieren schien Sirius nicht einmal mehr zu atmen. Draco verzog die Mundwinkel. Der Anzug musste ganz gut gepolstert sein, denn Sirius war zu abgemagert, als dass er da drin ohne Hilfe so gut aussehen würde. Schulterpolster auf jeden Fall…
„Draco…“ Lupin trat auf ihn zu und streckte ihm die Hand entgegen. Draco griff sie wie in Trance. „Es tut mir sehr Leid. Ihr habt euch…“
„Sparen Sie sich Ihr falsches Mitleid“, zischte Draco und wandte sich Sirius zu. „Ist es nicht ein bisschen dreist hier aufzutauchen, Black?“ Seine Stimme war genauso kalt wie sein Blick.
„Draco, bitte. Wir wollten nur –“
„Ihr wollt gar nichts hier. Das ist eine geschlossene Gesellschaft und solches Pack wollen wir hier nicht“, schnaubte er und musterte die beiden – vor allem Sirius – abfällig. „Junkies und Werwölfe haben hier nichts zu suchen.“
„Geh nicht zu weit, Junge!“ Sirius hob mahnend den Zeigefinger.
„Was sonst?“ Ungerührt steckte Draco die Hände in die Manteltaschen. „Besorgt ihr mir hier auch einen Platz?“
Sirius schüttelte fassungslos den Kopf und Lupin fuhr sich durch die Haare. „Deine Stimmungsschwankungen kotzen mich an, Draco!“, schnauzte Sirius und machte eine ausholende Handbewegung.
Draco zückte den Zauberstab, mit dem er schon die ganze Zeit gespielt hatte. „Fass mich bloß nicht an“, sagte er und wich zurück. „Und jetzt verschwindet, bevor euch noch irgendwer hier sieht. Dann kann ich für nichts mehr garantieren.“ Er drehte sich um, machte einen Schritt und wurde am Handgelenk gepackt. Der Griff war schwach, aber Draco blieb trotzdem stehen und schaute Sirius über die Schulter hinweg an.
„Sirius, lass ihn bitte“, mischte Lupin sich ein.
Draco verdrehte die Augen. „Was soll das denn, Black? Ihr gehört hier nicht her. Was erhofft ihr euch trotzdem davon zu stören?“
„Ich will wissen, was in diesem Gebäude passiert ist“, raunte Sirius und kam näher. „Diggory werde ich nicht fragen, weil ich ihm nicht traue. Also wirst du –“
Draco machte sich mit einer schnellen Bewegung los. „Du bist paranoid“, zischte er. „Allein die Tatsache, dass du Cedric nicht traust macht dich absolut unglaubwürdig. Und deine Abenteuerlust kenn ich schon. Nochmal lass ich mich nicht auf deine Halluzinationen ein.“
„Die Sache mit deinem Vater war ja wohl keine Einbildung!“
„Aber übertrieben!“ Draco schaute sich unsicher um, als er recht laut wurde, aber keiner scherte sich wirklich um ihn. „Hättest du dich da nicht so reingesteigert, dann wäre mein erstes Mal vielleicht richtig schön geworden.“
Sirius schloss einen Moment die Augen.
„Was… Sirius, was meint er damit?“
„Nichts, Moony“, murmelte Sirius. „Draco ist mit den Nerven ein bisschen am Ende. Das hab ich dir ja erzählt.“ Er schenkte Draco ein fast fieses Grinsen. „Und er lässt sich auch noch offensichtlich fertig machen, solange er dabei Diggorys sanfte Stimme hören kann, was?“
Draco holte aus und verpasste Sirius eine schallende Ohrfeige, die seinen Kopf zurückwarf. Er erinnerte sich an ein ähnliches Bild, aber da hatte Sirius genug Haare gehabt, um sie lässig zurückzuwerfen, jetzt sah das nur bescheuert aus. Sich den Kiefer reibend tauschte Sirius einen Blick mit Lupin, der Draco dafür wohl nicht mal einen Vorwurf machen würde, und trat dann vorsichtshalber einen Schritt zurück.
„Ich will nur, dass du dich von dem hübschen Gesicht nicht einlullen lässt.“
Draco schüttelte den Kopf. „Nein, Sirius. Du bist einfach nur eifersüchtig.“
„Ich mache mir Sorgen!“, gab Sirius laut zurück. „Sonst nichts! Auf einen Jungspund wie den oder Thomas brauche ich nicht eifersüchtig zu sein. Dafür habe ich gar keinen Grund.“
„Doch…“ Draco suchte Sirius‘ Bick, um die Reaktion auch mitzukriegen. „Du liebst mich.“
Augenblicklich wurde Sirius kreideweiß, dabei war er ohnehin schon merkwürdig blass. Die dunklen Ringe um seine Augen hoben sich noch stärker ab und ließen ihn wieder große Ähnlichkeit mit dem Mann auf den Wanted-Plakaten haben. Lupin neben ihm wurde leicht rosa um die Nase. Irgendwo schien er wohl doch ein Romantiker zu sein und wünschte sich jetzt wahrscheinlich ein Happy End.
„Ich… Was?!“ Sirius lachte auf. „Ich… ich… ähm… Du denkst…“
Draco verdrehte die Augen. „Ich hätte mir gewünscht, dass du es wenigstens jetzt – vollkommen nüchtern – zugeben könntest“, sagte er resignierend seufzend. „Aber anscheinend hast du nichts aus der ganzen Sache gelernt. Geh nach Hause und schlaf dich aus. Such nach Abenteuern, wenn du wieder fit bist, Black.“ Er strich Sirius kurz über die stoppelige Wange und drehte sich um.
„Draco, das ist kein Spiel“, sagte Sirius. „Hier ist was faul. Du bist zu naiv um das zu verstehen.“
„Ich bin wiedermal naiv?!“ Draco fuhr herum und schupste Sirius gegen Lupin. „Naiv genug um mich in einen Junkie zu verlieben, ja? Willst du mir das wieder vorhalten? Dass es meine Schuld war, dass du mich vergewaltigst hast?“
Sirius schüttelte den Kopf.
„Weiß er das?“ Draco nickte zu Lupin, der etwas Abstand zu Sirius nahm. „Weiß er, dass mein erstes Mal eine Vergewaltigung von dir war? Habt ihr euch da auch noch drüber lustig gemacht und tut jetzt so, als würde die Welt für dich untergehen, wenn ich davon spreche? Du machst das doch ständig, Black.“
„Nein, ich –“
„Oh, ich bin etwas Besonderes, oder was?!“ Draco raufte sich die Haare. Er wusste gar nicht, warum er davon wieder anfangen musste. Die Vorstellung, dass Sirius ihm nur so seine Liebe zeigen konnte schmerzte ihn unglaublich. Er war eben nicht hart genug dafür. Alles was er wollte war jemand, der ihn beschützte und ihm nicht wehtat. „Merlin, Sirius…“ Draco sackte in sich zusammen. „Merkst du nicht, dass das alles wieder von vorne anfängt?“ Er drehte sich um und nahm sich fest vor, nicht mehr zurückzuschauen.
„Draco, du kannst jetzt nicht einfach gehen! Ich muss wissen, was da passiert ist. Wo willst du denn hin?“
„In ein paar Tagen ist eine Hochzeit“, sagte Draco matt. „Da geh ich mit Dean hin und er braucht noch was anzuziehen. Sollte ich mich mal drum kümmern.“
„Ho-Hochzeit?“ Sirius klang mehr als verstört.
„Nicht Dean und ich“, gluckste Draco. „Noch nicht.“
Er hörte Sirius noch überdeutlich schnauben, interessierte sich da aber kaum noch für…

***

Terry hatte eine Eule gehabt, klein, niedlich und rund. Sie hieß Owly, flatterte gerne plötzlich durchs Küchenfenster und knabberte an Dracos Finger, besonders dann, wenn er es nicht gebrauchen konnte.
„Fuck! Verschwinde!“ Wild mit der Hand rumwedelnd versuchte Draco die Eule wegzuscheuchen, aber sie schuhute nur zufrieden und schmiegte sich an seine Schulter. Draco konnte sie dort aber eher ertragen als in der Nähe von seinem Essen, das er für sich und Dean gekocht hatte. Er musste nach vorne sehen. Sirius vergessen und sich darauf konzentrieren eine normale Beziehung zu führen.
Okay, vielleicht war es nicht sehr normal was er hier tat, aber woher sollte er das wissen?
Draco schaute sich im schummerigen Wohnzimmer um und fragte sich, ob er mit den herumfliegenden Lichtern übertrieb. Dean schien aber ein ganz romantischer Typ zu sein und Draco hatte ja keine Rosenblätter verstreut.
Gerade überlegte er, ob er die Kerzen auf gleicher Höhe oder asymmetrisch haben wollte, als er die Tür hörte.
„Husch!“ Er schupste Owly von seiner Schulter und rauschte zur Tür, versuchte die Seiten seines Hemdes zu zubekommen. Mit einem heftigen Knall plumpste er mit der Schulter gegen die Wand und fluchte leise über seine jetzt verunstalteten Haare. Er sah aus, als wolle er Dean verführen. Gut, er wollte das auch irgendwie, aber subtiler.
„…reinkommen. Draco?!“ Dean schob die Tür noch während er rief auf und blieb vollkommen erstarrt im Türrahmen stehen, als er seinen nicht sehr zugeknöpften Freund musterte. Draco setzte einfach mal ein laszives Grinsen auf und fuhr sich gerade dann durch die Haare, als Sirius‘ Alptraum höchstpersönlich hereinschneite.
„Oh!“ Cedric wurde gleichzeitig mit Draco rot und drehte sich weg, während der sich hastig das Hemd bis zum letzten Knopf zu knöpfte.
„Wa-Wa-Was…“
„Draco, was machst du hier?“, fragte Dean grinsend, kam auf ihn zu und fasste ihn an den Händen. „Hm?“ Er zog ihn näher und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen, konnte davon gar nicht mehr genug kriegen. Anscheinend schien er sich wirklich zu freuen, dass Draco etwas für ihn vorbereitet hatte. Das musste man natürlich ein bisschen ausnutzen.
„Dean, was machst du denn schon hier?“, fragte Draco verstört, als Dean sich löste. „Cedric wollte sich nur nach meinem Befinden erkundigen, wirklich.“
„Ich weiß.“ Dean küsste ihn nochmal. „Hab ihn getroffen.“ Und nochmal. „Du kannst mich nicht verarschen.“ Er drückte den Blonden an sich und drehte sich mit ihm um. „Willst du lieber morgen wieder kommen.“
Cedric schüttelte den Kopf. „Bringen wir das schnell hinter uns.“ Er knallte die Tür hinter sich zu, schaltete das viel zu helle Licht an und machte es sich auf der Couch gemütlich. Einen Moment testete er die Bequemlichkeit und räusperte sich dann. „Würdet ihr… ähm…“ Cedric winkte sie zu sich her. „Dean, wenn du uns kurz…“ Er lächelte freundlich.
Draco schüttelte den Kopf. „Er kann das doch sicher mithören.“
Cedric seufzte. „Du kannst es ihm dann nachher erzählen“, sagte er. „Eigentlich ist es eh sehr vertraulich.“
„Ist schon gut“, sagte Dean und küsste Draco noch einmal inniglich. „Ich freue mich auf unser Essen.“ Zwinkernd verabschiedete er sich in sein Zimmer.
Draco schluckte und blieb stehen, vermied es Cedric anzusehen. „Und? Willst du mir sagen, dass ich lieber noch nicht… ähm…“
„Ihr könnt gleich tun und lassen, was ihr wollt“, sagte Cedric und würgte Draco noch eines rein. „Das ist mir vollkommen egal. Es geht mir in erster Linie um Black.“
Draco wandte sich dem anderen mit verschränkten Armen zu, setzte sich nur widerwillig und mit großem Abstand neben ihn. „Was ist mit ihm? Gibt es nicht sowas wie ne ärztliche Schweigepflicht?“ Draco pustete die Kerzen aus, als ihm das zu romantisch vorkam. Er räusperte sich, als Cedric wieder leicht errötete.
„Ähm… In Blacks besonderem Fall… Ich hatte gehofft, du würdest mir helfen können. Sirius hat keine Verwandte mehr außer deiner Mutter“, sagte Cedric. „Und ich denke nicht, dass er sie an sich ranlassen wird. Ihr seid also immer noch recht eng verwandt. Ähm…“ Das schien ihm jetzt unangenehm zu sein.
„Es ist kein Inzest“, sagte Draco heiser.
„Darum geht es mir jetzt nicht“, meinte Cedric. „Black braucht jemanden, der sich um ihn kümmert. Er… ist sehr krank.“ Cedric legte Draco eine Hand auf die Schulter. „Du musst jetzt stark sein, Draco.“ Etwas blitzte in Cedrics grauen Augen auf, das Draco nicht zu ordnen konnte, aber Mitleid war es mit Sicherheit nicht.
Owly flatterte auf den Tisch und starrte zu Cedric hoch, der nur einen kurzen Blick für die Eule übrig hatte. Draco fixierte sich dagegen auf den grauen Vogel, der nervös mit den Flügeln schlug.
„Was heißt, krank? Meinst du die Drogen oder… noch etwas anderes?“, fragte Draco.
„Die Testergebnisse sind…“ Cedric legte seine Tasche auf den Tisch und kramte darin herum. „…nicht sehr positiv. Nun gut, positiv in manchen Belangen schon.“ Owly trippelte auf Cedric zu und rammte kurzerhand seinen Schnabel in dessen Handfläche. „Verfluchte Scheiße!“
Dracos Augen weiteten sich, als Cedric ganz ungewöhnlich für ihn fluchte und aufsprang. Die blutüberströmte Hand schien furchtbar wehzutun, denn er stöhnte laut auf.
„Cedric, alles okay?“, fragte Draco unsicher. Cedric schien sich gerade seine Worte in Erinnerung zu rufen und fluchte jetzt innerlich nochmal. Draco stand auf und fasste ihn am Handgelenk, schaute sich die Wunde an. „Ist nicht tief. Owly knabbert eben gerne.“ Er schenkte Cedric ein Grinsen.
„Owly?“ Cedrics Blick zu der Eule war einfach nur kalt. „Aha…“
„Die gehörte einem Freund von mir“, sagte Draco. „Terry Boot, kennst du nicht.“
Cedrics Schlucken war hörbar. „Nein“, sagte er und lächelte freundlich, aber irgendwie wärmte es dieses Mal nicht. „Tut mir Leid.“
„Was tut dir Leid?“, fragte Draco stirnrunzelnd.
Cedric blinzelte. „Dass dein Freund tot ist.“ Er lächelte und Draco nickte verstehend.
„Ja, ist doof gelaufen. Meine Freunde scheinen öfter mal…“ Draco schüttelte den Kopf, führte Cedrics Hand an seinen Mund und presste die Lippen auf den Biss.
„Was…“
Draco blinzelte und wich blitzschnell zurück, die Hände auf seinen blutbeschmierten Mund pressend. „Sorry!“ Er drehte sich um. „Sorry. Ich weiß nicht… Reflex. Meine Mutter hat das immer gemacht.“
„Ist schon gut, ich bin Heiler“, sagte Cedric tonlos. „Kommen wir zurück zum Thema.“
„Ah, ja.“ Draco drehte sich um und setzte sich wieder auf das Sofa. „Was ist mit Sirius?“
Cedric haderte einen Moment mit sich. „Er wird sterben.“
„Was?!“
„Wenn wir nichts tun.“ Ein Lächeln flackerte über Cedrics Züge, während er seine Verletzung heilte. Draco musste Owly festhalten, damit sie sich nicht auf ihn stürzte. „Wir müssen genauer herausfinden, was er zu sich genommen hat und das analysieren. Vielleicht finden wir dann etwas…“
„Dann tut das!“
Cedric fixierte weiter seine Hand, auch wenn die Wunde schon längst verschlossen war. „Allerdings kommen wir an die Substanzen nicht mehr heran. Ich brauche also erstmal deine Hilfe um Black zu genaueren Tests zu bekommen und zweitens…“ Er atmete tief durch und schaute Draco entschuldigend an. „…musst du zu deinem Vater. Er hat Kontakte, sicherlich auch in solche Reihen.“
Draco senkte den Blick. Wenn das schon jeder wusste, dann…
„Würdest du das tun, Draco?“ Cedric schaute ihn flehentlich an und es fiel Draco schwer nein zu sagen.
„Tut mir Leid, Cedric“, sagte er. „Aber ich kann nicht mehr zurück.“
„Doch, versuch es einfach. Es wird schon –“
„Nein!“ Draco schüttelte den Kopf. „Vielleicht ist…“
„Wenn du es nicht tun willst, dann nicht“, sagte Cedric und lächelte. „Die ganzen Muggelkrankheiten kann ich auf jeden Fall heilen. Na ja, bis auf das Diabetes, könnte auch am Alter liegen.“
„Dia…“ Draco klappte der Mund auf.
„Black hat zu lange zu ungesund gelebt. Durch die viele Inzucht schlechte Gene, die sowas be…“
„Krieg ich auch sowas?“, fiepte Draco.
Cedric blinzelte. „Draco, ganz ruhig. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Wenn Black sich nicht so sträuben würde, dann…“ Er zuckte mit den Schultern. „Aber da kann man nichts machen.“
„Doch, ich…“ Draco rutschte an ihn ran und fasste ihn am Arm. „Vater will doch eh, dass ich wiederkomme. Sonst tut er… euch doch was.“ Er blickte Cedric entschuldigend an. „Ich will nicht noch jemanden verlieren. Erst recht nicht Sirius.“
Cedric lächelte und knuffte Draco betont männlich in den Oberarm. „Es wird schon“, sagte er und stand hastig auf. „Ich muss weiter. Tut mir Leid euch gestört zu haben. Wenn du noch Beschwerden hast, dann komm ruhig vorbei. Ansonsten unterhalten wir uns genauer in ein paar Tagen!“ Damit flüchtete er vor Owly, die alles versuchte um ihn noch zu erreichen, bevor er die Tür vor ihrer Nase zuschlug.
Dean lugte sofort aus seinem Zimmer. „Draco, was sollte das mit…“
„Hast du gelauscht?!“ Draco fuhr hoch und starrte ihn entsetzt an. Dean zuckte leicht mit den Schultern. „Dean!“
„Was? Ich hab genug davon immer nur halbe Wahrheiten zu erfahren!“, gab er relativ laut zurück und trat aus seinem Zimmer, während Draco eingeschnappt die Arme vor der Brust verschränkte. „Dein Vater will, dass du wiederkommst? Droht er dir? Sag doch, Draco.“ Dean streckte die Hand nach ihm aus, aber Draco drehte sich weg.
„Lass mich“, zischte er. „Das hat nichts mit dir zu tun.“ Er wollte in sein Zimmer stürmen, aber Dean packte ihn am Arm und im Gegensatz zu Sirius war er in der Lage ihn herumzureißen. „Fass mich nicht an! Das tut weh!“ Draco sträubte sich, aber Deans Griff schien nur fester zu werden.
„Schau mich an, Draco“, verlangte er und presste ihn dicht an sich. „Was hat er dir gesagt?“
„Nichts!“ Draco presste abwehrend die Hände gegen Deans Brust. „Nichts. Nichts…“ Er gab auf und sackte ein bisschen in Deans Armen zusammen, lehnte die Stirn gegen die breite Schulter. „Ich wollte doch nur einen schönen Abend“, murmelte er.
Dean legte ihm einen Arm um die Schulter. „Ist doch gut…“
„Nein!“ Draco rammte mit voller Wucht die Fäuste gegen Deans Brust und drehte sich um, stürzte nach vorne. „Nichts ist gut! Warum muss er so ein Wrack sein?! Warum muss es mich interessieren?!“ Er ließ sich auf das Sofa fallen und verkreuzte die Arme überm Kopf. „Ich will das nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich…“ Er wippte leicht vor und zurück und murmelte vor sich hin.
„Draco? Draco?“ Dean rüttelte an ihm, aber Draco bemerkte das gar nicht wirklich. „Verdammt, reiß dich zusammen!“ Er drehte seinen Freund herum und verpasste Draco eine schallende Ohrfeige. Mit großen, tränengefüllten Augen starrte Draco ihn an und hickste ein paar Mal. „Es ist doch alles gut. Black kann man auch ohne deine Hilfe versorgen, glaub mir. Diggory will doch nur den einfachsten Weg gehen. Dein Vater wird dir auch nichts tun, verstanden?“ Er zog Draco in seine Arme und presste einen Kuss auf seinen Scheitel. „Ich beschütze dich.“ Draco krallte sich zwischen Deans Schulterblättern fest. „Du musst mich nur lassen.“
„Ich versuch’s doch…“, murmelte Draco. „Wirklich… Aber ich hab Angst, dass er dir was tut. Das will ich nicht.“
Dean streichelte ihm über den Hinterkopf. „Und ich will nicht, dass du dich so fertig machst. Sonst muss ich dir das hier geben.“ Er wühlte in seiner Tasche rum und hielt Draco eine Phiole vor die Augen. „Hat dein Arzt mir gegeben. Er vertraut mir. Und du?“
Draco lächelte schief, bevor er nickte. „Ich vertrau dir“, murmelte er bestätigend. „Manchmal frag ich mich trotzdem, was dich dazu treibt bei mir zu bleiben.“
„Gefühle“, sagte Dean, lehnte sich vor und küsste Draco kurz. „Du glaubst nicht, wie froh mich dieses Essen hier macht.“
Draco grinste breit. „Es wäre nicht beim Essen geblieben“, raunte er und klopfte verspielt auf Deans Brust herum, zupfte kurz an einem Knopf.
„Hm… Im Gegensatz zu mir ist das Essen jetzt kalt“, erwiderte Dean und brachte Draco so zum Lachen. Jeder Ton wurde allerdings kurz darauf von seinen Lippen gedämpft. Draco ließ sich auf den Rücken drücken und versuchte wenigstens für eine Weile an nichts mehr zu denken.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Er kann ausgezeichnet mit Schauspielern umgehen und schafft es, all seinen Filmen und Figuren viel Menschlichkeit einzuhauchen. Ich bin begeistert.
David Heyman über Mike Newell