
von -Roxanne-
„Und das willst du wirklich machen Angelina?“ Etwas zweifelnd sah Katie sie an, während sie ihr dabei zusah, wie sich noch ein paar Sachen in ihre Tasche packte.
„Ja. Und wenn er dann immer noch nicht mitmacht, ist mir das auch egal. Dann mach ich das alleine. Ganz einfach.“
„Ich weiß nicht...“, warf nun auch Alicia ein, „So einfach wie du dir das vorstellst ist das nun wirklich nicht. Ich meine, es ist sein Geschäft, da kannst du doch nicht einfach...“
„Und wie ich das kann. Denn du hast da eine bedeutende Kleinigkeit übersehen, Alicia. Der Laden gehört nicht nur George, sondern auch Fred. Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass er sich schon den Tag danach nicht mehr daran erinnern konnte, hat er mir, nicht George seinen Anteil vermacht, wenn er irgendwann nicht mehr dazu in der Lage ist. Und das ist er ja jetzt wohl nicht mehr. Damit bin ich genauso Inhaberin von Weasleys W W wie George. Nur das mein werter Verlobter davon keine Ahnung hat.“, klärte Angelina ihre Freundinnen auf, die sie beide überrascht, ja nahe zu entsetzt ansahen.
„George weiß davon nichts?“
„Nein und wie gesagt, ich bezweifle auch, dass Fred davon noch irgendetwas wusste. Immerhin war er an dem Silvester mehr als nur voll.“
„Und du hast nie was davon gesagt?“
„Nein, warum auch? Es war nie relevant. Erst einmal habe ich nicht damit gerechnet, dass Fred so früh sterben würde und dann gab es da eindeutig wichtigeres. Und als ich mit George zusammen gekommen bin.“ Leicht zuckte sie mit den Schultern. „Da war es sowieso egal.“
„Das nennst du egal?“, warf Alicia entsetzt ein, „Du bist Teilinhaberin von WWW und sagst das es egal ist?“
„Ja, ist es. Das Geld geht alles an George, ich habe nur du Möglichkeit Entscheidungen zu treffen und im Fall einer Verschuldung trage ich eben 50 % davon mit. Aber da George das auch wunderbar allein hinbekommen hat und es schon sonst was passieren müsste, bevor wir in der Gosse landen, ist es egal.“
„Das glaub ich nicht.“
„Dann lass es Alicia. Und jetzt will ich davon nichts mehr hören und wenn auch nur eine von euch etwas davon zu George sagt, dann scheide ich euch beiden die Zunge raus und serviere sie euch gegrillt zum Mittag.“ Sie besah ihre besten Freundinnen mit einem warnenden Blick, der ihnen auch zeigte, dass das nicht nur eine leere Drohung war.
Angelina klemmte sich ihre Tasche unter den Arm.
„Aber er wird doch merken, wenn du ganze drei Tage nicht da bist.“
„Nein, wird er nicht Alicia. Ich hab ihm gesagt, dass ich bis Montagabend mit Fleur bei ihren Eltern bleibe.“
„Du hast ihn angelogen?“ Entsetzt sah Alicia sie an. Ja, genau das hatte sie. Aber wenn George selbst nicht in die Pötte kam, dann musste sie das eben machen.
„Sie es als Notwendigkeit. Es soll eine Überraschung werden, dann kann ich ihm ja schlecht gleich alles auf die Nase binden. Außerdem hat Ron gesagt, dass er mir hilft, genauso wie Ginny und Percy.“
„Überraschung? Überfall trifft es wohl eher.“, meinte Katie und stieß sich vom Türrahmen ab, „Aber ausreden können wir die das ja sowieso nicht mehr. Also können wir jetzt auch genauso gut los.“
„Genau!“, grinste Angelina und ging damit zur Tür, „Schließlich hatte ich nicht vor nackt zu heiraten.“
„Ach, warum denn nicht? Hätte bestimmt auch was.“, lachte Katie und schnappte sich Alicia, damit auch diese endlich in Bewegung kam.
„Mag sein, aber Estelle hat sich schon darauf eingestellt, dass wir kommen und ich will auch, dass man wenigstens Ansatzweise sieht, dass ich auch so etwas wie eine Figur besitze und nicht nur einen Luftballon vor mir hertrage.“ Damit griff sie nach dem Flopulver und via Flonetzwerk ging es für die drei nach Shell Chottage in Bill und Fleurs Wohnzimmer.
Kurz klopfte Angelina sich den Ruß von ihren Sachen, bevor sie Fleur in die Arme schloss und ließ sich rechts und links von ihrer baldigen Schwägerin auf die Wange küssen. „'allo Angeline. Und? 'at er etwas bemerkt?“
„Nein, er denkt, ich bleibe bis Montagabend mit dir und Vic bei deinen Eltern. Urlaub von Molly sozusagen.“, berichtete sie Fleur grinsend.
„Bien. Dann können wir ja los.“ Auch auf den Lippen der Viertel-Veela lag ein leichtes Grinsen. Dann wand sie sich mit entschuldigender Miene Alicia und Katie zu. „Pardon. Eusch 'abe isch nach gar nischt begrüßt.“ So schloss sie auch schnell die beiden in die Arme. „Estelle freut sisch sehr, dass i'r eure Kleider bei ihr kaufen wollt. Auch tut es i'r sehr leid, dass sie nischt 'er kommen kann.“
„Macht doch nichts. So haben wir auch ein wenig Urlaub.“, meinte Katie, auch Alicia winkte nur ab. „Ist wirklich keine große Sache. Zwei Tage wird Mary, das auch ohne mich aushalten.“
„Die Frage ist mehr, ob Oliver das auch schafft.“, erwiderte Angelina lachend. Sie wusste ja, dass Oliver alles für seine Tochter tun würde. Ein Blick von ihr und der Quidditch-Tyrann zerfloss wie Butter.
Doch bevor sie noch weiter darüber reden und lachen konnten, wie vernarrt Oliver in seine Tochter war, wurde sie Tür aufgerissen und Victoire, samt Köfferchen und einem Handspiegel, stapfte hinein. „Ich mag nicht mit!“ War das erste, was sie verlauten ließ und drückte Angelina den Spiegel in die Hand. „Da!“
Erstaunt zog Angelina eine Augenbraue hoch. Fragend sah sie zu Fleur, doch diese lachte nur. „Der Portschlüssel.“
Leicht nickte Angelina, das hatte sie sich schon gedacht. Sie wollte lieber wissen, was Vic hatte.
„Warum darf Teddy mit Daddy gehen und ich nich?“ Wütend stapfte die Kleine mit ihrem Fuß auf.
„Weil du es nischt magst im Zelt su schlafen. Das 'atten wir schon Victoire.“
„Bill geht mit Teddy campen?“
„Bei Andromeda im Garten. 'arry 'at keine Zeit, sonst 'ätte er das getan.“
„Ich will aber!“
„Nein, willst du nicht. Dann laufen dir Spinnen über dein Gesicht und es ist kalt.“, meinte Angelina und lachte als Vic ihr Gescht verzog, „Außerdem hat George gesagt, ich soll dir auch ein hübsches Kleid für die Hochzeit kaufen.“
„Und warum warten wir dann noch?“
Jetzt lachten auch die anderen drei.
„Auf gar nichts.“ Damit hielt sie den anderen den Portschlüssel entgegen. Fleur nahm Vic auf den Arm und griff ebenso wie Alicia und Katie nach dem Spiegel.
Vier Herzschläge, dann wurden sie von den Füßen gerissen. Hart schlug Angelina wenige Sekunden später auf dem Boden auf. Ein leises Keuchen entrann ihren Lippen. Auch das Baby gab ihr einen Tritt.
„Alles okay?“ Besorgt sah Alicia sie an, die neben ihr auf dem Boden saß.
„Ich denke schon. Aber Flonetzwerk ist angenehmer.“, erwiderte Angelina, bevor sie sich von Katie wieder auf die Füße helfen ließ. „Du siehst schon ein wenig käsig aus.“
„Ich sagte ja auch nicht, dass ich vor hatte einen Marathon zu laufen, nur, dass es schon geht.“, grummelte sie und fasste kurz noch einmal nach Katies Arm, da ihr ein wenig schwarz vor Augen wurde, „Zurück will ich aber per Flonetzwerk.“
„Isch sage es Percy. Vctoire íst es auch nischt sonderlich bekommen.“, meinte Fleur und strich ihrer Tochter über die blonden Locken, „Aber jetzt kommt. Maman und Papa warten bestimmt schon.“
Zu Fuß gingen sie die restlichen Meter der Einfahrt hinauf, doch schon auf halben Weg kam ihnen ein eben so blondes Wesen wie Fleur entgegen und begann auch sofort auf sie einzureden. So schnell, dass Angelina mit ihren paar Stücken Französisch, die sie in den letzten Jahren von Fleur gelernt hatte, auch nicht mehr mitkam.
Fleur dagegen antwortete ihrer Schwester dagegen in fließenem Französisch und deutete dabei auf Katie und Alicia.
„Oui, oui. Bien.“, antwortete Gabrielle , bevor sie Victorie auf den Arm nahm und sich dann an Angelina wandte: „Komm, Fleur sagt isch solle disch su Maman brin'gen.“
Leicht nickte Angelina und sah noch einmal zu ihren Freundinnen, die mit Fleur zu einem Anbau des Hauses gingen. Dann folgte sie Gabrielle weiter zum Haupteingang des Hauses.
Victoire hing leicht quengelnd am Hals ihrer Tante. „Wo ist Mama?“
„Sie brin'gt Alischa und Katí su Estelle. Ihr zwei sollt eusch erst ein wen'ig ausru'en und etwas trinken. Dann seit i'r an der Rei'e.“, erwiderte Gabrielle und öffnete dann die Tür und führte Angelina durch den Flur in die Küche, die so gar nicht in dieses anmutige Haus passen wollte. Sie war zwar groß, doch sehr rustikal eingerichtet. Trotzdem oder gerade deswegen fühlte Angelina sich pudelwohl.
Tjaaa ihr habt doch nicht etwa wirklich gedacht, dass Angelina sich damit einfach so zufrieden gibt oder?
Und schaut noch mal in meinem Thread vorbei. Entschieden hab ich mich immer noch nicht, was das Lied angeht.
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