
von -Roxanne-
Nur noch in einem viel zu großen T-Shirt, das bis vor ein paar Wochen noch gut verbergen konnte, dass sie schwanger war, trat sie in durch die Tür zu Georges Büro. Mit einem Lächeln stellte sie sich hinter George, der immer noch an seinem Schreibtisch saß.
Früher hatte sie sich nicht vorstellen können, dass auch nur einer der Zwillinge den Papierkram für den Laden jemals wirklich gemacht hatten. Aber sie hatten es. Sehr sorgfältig sogar.
Angelina schlang von hinten die Arme um ihn, während sie etwas umständlich ihren Kopf auf seine Schulter legte. „Mein kleines Arbeitstier, bist du bald fertig?“
„Noch zehn Minuten, aber ich dachte du wolltest schon mal schlafen gehen.“ Leicht drehte er den Kopf zu ihr.
„Wollte ich auch, aber da ist mal wieder jemand der Meinung, dass ich genau das nicht soll.“, erwiderte sie und unterdrückte ein Gähnen, bevor sie ihm einen Kuss aufdrückte, „Beeil dich, ja?“
„Mach ich, aber versuch schon mal zu schlafen. Du siehst müde aus.“, meinte George.
Leicht nickte Angelina, bevor sie ihn wieder losließ und zurück ins Schlafzimmer ging. Doch hinlegen tat sie sich nicht. Langsam ging sie vor dem Bett auf und ab. „Warum turnst du denn jetzt so rum? Deine Mummy will schlafen.“
Wieder ein Tritt. Mit einem leisem Seufzen legte sie eine Hand auf die Stelle. So wie es aussah würde sie heute nicht zum Schlafen kommen. An die Bewegungen hatte sie sich ja schon gewöhnt, aber so aktiv wie heute war ihr Würmchen bisher nie gewesen.
Immer noch ging sie auf und ab, doch es half nicht, wie es das sonst immer getan hatte. So entschloss Angelina sich in die Küche zu gehen. Eine Tasse Tee würde vielleicht ihr ein wenig helfen, selbst noch ein wenig zur Ruhe zu kommen. Während sie wartete, dass das Wasser kochte ging sie wieder ein wenig auf und ab, bis sie schlussendlich mit einem frustriertem Seufzen aufgab und sich auf einen der Stühle setzte. „Was muss ich tun, damit du mich schlafen lässt?“ Wieder ein Tritt und gleich noch einer. „Gar nichts, was?“ Sie wusste gar nicht warum, aber sie lächelte leicht. „Na fein, dann schlaf ich eben nicht, aber ins Bett geh ich jetzt trotzdem.“
Damit goss sie ihren Tee auf und nahm die Tasse mit zurück ins Schlafzimmer. George war immer noch nicht hier, aber Angelina hörte wie er im Bad den Wasserhahn aufdrehte.
Sie stellte ihre Tasse neben dem Bett auf den Nachtisch und krabbelte unter die Decke, bevor sie nach dem Buch griff, das Hermine ihr vor ein paar Tagen gegeben hatte. Muggelmärchen. Einige kannte sie schon. Ina hatte ihr ein paar erzählt und einige andere hatte ihr ihre Tante vorgelesen, als sie noch klein war.
„Was ließt du da?“ Fragend sah George sie an, als er ins Schlafzimmer trat.
„Märchen. Hermine ist mit einer ganzen Kiste angekommen. Ich hab eins das dir gefallen könnte. Schon mal von Max und Moritz gehört?“
Leicht schüttelte George den Kopf, schielte dabei leicht mit in das Buch, als er sich neben sie setzte. „Nein, hab ich nicht. Worum geht das?“
„Zwei ziemliche Tunichtgute, die immer wieder Blödsinn anstellen.“, erwiderte Angelina, „Aber gerade les ich Dornröschen.“
„Du solltest aber lieber schlafen, statt zu lesen.“
„Ich weiß. Aber versuch du mal zu schlafen, wenn in deinem Bauch eine ganze Zirkusvorstellung stattfindet.“ Leicht lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter. Kurz drückte er ihr einen Kuss auf die Haare. „Dann musst du die Zirkusveranstaltung eben beenden.“
„Da hört ja keiner auf mich und Extrarunden kann ich auch keinen laufen lassen.“, erwiderte Angelina lachend, bevor sie das Buch zu klappte und sich dann wieder an George kuschelte, „Nicht mal deine Mutter und dabei hab ich die Nase so voll davon. Immer wieder fällt ihr irgendetwas neues, total absurdes ein. Manchmal denk ich einfach, dass ich dich in einen Koffer packe und nach Las Vegas durchbrenne.“
„Las Vegas?“ Verständnislos sah George sie an. „Und warum ausgerechnet dahin?“
Leise lachte Angelina. „Das haben Katies Eltern gemacht. Einfach die Koffer gepackt, ab nach Las Vegas geflogen und geheiratet.“
„Ach so ist das, aber ich glaube kaum, dass das bei uns beiden möglich ist. Mum hetzt uns den Orden auf den Hals, wenn wir abhauen. Also kannst du dir das aus deinem hübschen Köpfchen schlagen,“ Lachte nun auch George, „Aber die Idee gefällt mir.“
„Vielleicht hatte ich mir das vorher überlegen sollen.“, erwiderte sie. Leicht setzte sie sich auf, um George besser ansehen zu können.
„Wirklich?“, fragte George nahe zu vorsichtig nach. Doch Angelina schüttelte nur den Kopf. „Nein. Da gibt es nichts zu überlegen, das gab es nie.“ Sie legte ihren Kopf zurück an seine Schulter. „Ich wusste doch auf was ich mich einlasse. Und um nicht in der Welt würde ich das wieder hergeben. Weder deine manchmal wirklich anstrengende Familie, noch unser Würmchen.“
George verzog das Gesicht. „Lass das. Hör auf mit dem Würmchen. Ich finde das schrecklich.“
„Warum?“ Amüsiert sah Angelina ihn an.
„Weiß ich nicht, aber ich find das schrecklich. Außerdem würde ich auch nicht wollen, wenn man mich Würmchen nennen würde.“
„Und was soll ich sonst sagen?“
„Hmm... Weiß nicht. Aber bitte nicht Würmchen.“
„Aber immer nur Würmchen sagen finde ich auch doof. Und einen Namen haben wir ja noch nicht.“ Sie drehte dich noch ein wenig weiter zu ihm - früher hätte sie sich jetzt auf den Bauch gedreht und erst die Arme auf seiner Brust verschränkt, bevor sie darauf ihren Kopf gelegt hätte, aber aber jetzt nicht mehr ging – um ihn besser ansehen zu können. „Und ein Zimmer fehlt auch. Irgendwie fehlt alles. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, bin ich jetzt schon eine verdammt miese Mutter. Bevor das Baby überhaupt da ist.“
„Das ist doch Blödsinn.“ Wie zur Bestätigung von George Worten bekam sie auch noch einen Tritt. „Wir haben noch drei Monate. Und du hast genug damit zu tun Mum im Zaum zu halten. Wenn die Hochzeit vorbei ist, kümmern wir uns darum.“ Mit einem zuversichtlichen Lächeln legte George einen Arm über sie und drehte sich damit auf die Seite zu ihr. „Du wirst eine super Mutter sein.“
„Versprochen?“
George lachte. „Du willst das ich dir verspreche, dass du eine gute Mutter wirst? Das brauch ich doch gar nicht. Du bist ein absolutes Organisationstalent, du hast immer noch den Überblick, wenn die anderen schon längst kopflos durch die Gegend laufen. Und du glaubst gar nicht wie Vic dir verfallen ist und wenn du für Mary-Jane den Babysitter spielst... Da muss ich dir nicht versprechen, weil ich es einfach weiß.“ Lächelnd sah er sie an. „Aber wenn du es unbedingt hören willst, dann versprech ich dir jetzt, dass ich mir keine bessere Mutter für meine Kinder vorstellen kann, als dich.“
„Das hast du schön gesagt.“ Leicht hob sie den Kopf an und reckte ihn ein wenig, um ihm einen Kuss zu geben, dann kuschelte sie sich an ihn.
„Ist nur die Wahrheit?“, erwiderte George.
„Trotzdem.“, nuschelte Angelina mit geschlossenen Augen und schläfriger Stimme. Sie schlief schon fast, doch wieder war ein Tritt, der sie davon abhielt wirklich einzuschlafen. Leise seufzte sie. Das war doch gemein, als George noch gesprochen hatte war doch Ruhe. „Erzähl mir was oder mehr dem Baby. Wenn du redest ist es ruhig.“
„Und was?“
„Irgendwas. Ganz egal.“ Sie nahm seine Hand und legte diese auf die Stelle, wo sie der Tritt getroffen hätte.
„Ich hab mir überlegt, es noch mal mit Hogsmeade zu versuchen. Ich meine mit dem Laden. Damals mit Fred hatte es ja nicht sein sollen.“, begann George zu erzählen, „Und nach der Schlacht hab ich das alles verworfen und vergessen. Aber schon seit einer ganzen Weile spukt mir das wieder im Kopf herum, doch dann wenn ich weiter darüber nachdenke, könnte ich mir keinen blöderen Zeitpunkt denken, als jetzt.“
„Warum?“
„Na ja, wenn das Baby bald da ist... ich meine der Laden läuft gut, klar. Aber wenn ich das wirklich machen sollte, dann wird das viel Arbeit sein. Ich müsste dann immer hin- und herpendeln. Schließlich kann ich Verity hier nicht allein lassen und dich auch nicht.“
„Dann suchst du dir eben noch jemanden der dir hilft, der so lange hier den Laden übernimmt.“ Da sah Angelina kein wirkliches Problem, auch wenn sie es doch etwas überrascht hatte, dass er darüber nachdachte. Oder mehr, dass es ihr noch nicht davon gesagt hatte.
„Und was ist mit dir? Ich will nicht, dass du die ganze Zeit alleine bist.“
„Dann komm ich eben mit. Wenn du das wirklich willst, dann solltest du es nicht wieder aufschieben.“ Sie sah wieder zu ihm auf. Es würde sich in nächster Zeit sowieso vieles ändern, dann wäre es doch jetzt eine gute Gelegenheit den Laden zu erweitern. „Du könntest doch Lee fragen, ob er hier ein wenig aufpasst. Er hat euch doch früher schon geholfen. Er weiß was zu tun ist.“
„Aber Lee ist nicht hier und ich will nicht, dass er das, was er sich mit Sharin aufgebaut hat einfach so aufgibt. Es ist eine Menge Arbeit, die viel Zeit kostet, Angelina.“
„Er ist dein bester Freund, warum sollte er dir nicht helfen wollen?“
„Es geht aber nicht darum, ob er es will, sondern, das ich es nicht will.“
Verständnislos sah Angelina George an. Was hatte er denn jetzt? Er wirkte deswegen wirklich aufgebracht. Und warum wollte er nicht, dass Lee ihm half?
Sie setzte sich auf, auch wenn sie gewollt hatte, dass er etwas erzählte damit sie einschlafen konnte, das hier war wichtiger. „Erklär mir warum. Ich versteh das nicht.“
George drehte sich mit einem Seufzen auf den Rücken und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Sein Bilck war auf de Zimmerdecke gerichtet, doch er sagte nichts.
„Ich hab Zeit.“, meinte sie ein wenig trotzig, während sie sich seitlich im Schneidersitz neben ihn setzte, „Ich warte so lange bis du mir sagst wieso du nicht willst, dass Lee dir hilft. Selbst wenn ich hier die ganze Nacht sitzen muss. Und wenn du mir wieder mit Sharin kommst, hau ich dich. Weil das totaler Blödsinn ist.“
„Ist es nicht.“
„Doch ist es, wenn sie ihn wirklich liebt, dann wird sie mitkommen und wenn nicht, dann hat sie ihn nicht verdient. Ganz einfach.“ Damit verschränkte sie die Arme vor der Brust und fixierte ihn mit seinen Blick. So einfach würde sie ihn nicht davon kommen lassen.
„Eben nicht. Ich weiß, dass Lee sofort Ja sagen würde, aber dafür müsste er dort eben alles aufgeben. Seinen Job und einfach alles, was er sich dort aufgebaut hat. Und genau das will ich nicht.
Du würdest doch auch nicht wollen, dass Katie oder Alicia das für dich tun müssten.“ Er sah sie an und fasste nach ihrer Hand. „Genau so wenig, wie ich das von dir verlangen würde.“
„Aber...“
„Nein. Kein aber. Und jetzt solltest du langsam wirklich schlafen.“
Leise seufzte sie. „Na gut.“ Damit legte Angelina sich wieder hin und schloss die Augen, doch wirklich schlafen konnte sie trotzdem nicht.
Hach ja, was für Sturköpfe die zwei doch sind ^^
Jetzt brauch ich allerdings einmal kurz eure Hilfe. Da doch schon recht bald der große Tag der beiden ansteht und ich mich patu nicht entscheiden kann, möchte ich gerne von euch wissen, welches den das Hochzeitslied der beiden sein soll.
Die Lieder findet ihr Hier ganz unten^^
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