
von -Roxanne-
„Wir sind doch gerade mal zwei Wochen verlobt. Wie sollten wir uns da schon auf ein Datum geeinigt haben können?“, erwiderte sie auf Mollys Frage, ob sie denn schon einen Termin für die Hochzeit hätten.
Ehrlich gesagt hatten sie noch gar nicht wirklich darüber gesprochen. Nur dass sie heiraten wollten bevor das Baby da war.
„Aber ihr müsst das doch wissen!“, warf Molly ein, immerhin wusste sie, dass sie nur einen begrenzten Zeitraum hatten. Nicht mal mehr ein halbes Jahr. Bei dem Gedanken daran wurde es ganz kribbelig in ihr. Es war diese angenehme Mischung aus Nervosität, leichter Panik und riesiger Vorfreude.
„Das wird schon irgendwie.“, lachte Angelina, auch wenn sie sicher war, dass es am Ende ein riesiges Chaos geben würde. So wie es sich für sie gehörte. Denn egal wie viel sie auch plante und einkalkulierte, George brachte es eh wieder durcheinander.
„So etwas muss man aber gut planen. Besonders wenn man so wenig Zeit hat.“
„Du kennst doch George. Da kannst du so viel planen wie du willst. Am Ende ist es eh alles für die Katz. Das einzige was du damit erreicht hast, ist der Verlust von tausenden von Nerven, die du eigentlich für etwas anderes gebrauchen könntest.“
„Aber doch nicht bei eurer Hochzeit!“, empörte Molly sich.
Leise seufzte Angelina. „Ich rede heute Abend mit ihm, dann sag ich dir morgen Bescheid.“
Sie konnte Mollys Missfallen nur zu gut erkennen, natürlich, sie würde es am liebsten gleich wissen, damit sie sich um alles kümmern konnte. „Gut. Möchtest du noch etwas?“ Fragend deutete Molly nun auf ihre leere Tasse und dem Kuchen auf dem Tisch.
Leicht schüttelte sie den Kopf. „Nein danke. Ich muss so langsam los, sonst meckern meine Mädels wieder.“
„Das du immer noch auf den Besen steigen magst, das gefällt mir gar nicht. Wenn dir was passiert...“
Ab da schaltete Angelina ab. Wie oft hatte sie sich das jetzt schon anhören dürfen? Tausend mal, wenn nicht öfter. Von Molly, so wie jetzt. Von Percy und Audrey und von George. Vor allem von George.
Sie war doch nur schwanger und nicht todkrank. Mal ehrlich, dass sich alle so anstellten. Sie würde doch eh nur noch bis ende April den praktischen Teil des Trainings übernehmen. Danach würde Alicia das für sie tun und auch ab und zu Oliver, wenn er sie Zeit dazu fand.
Das war alles schon geklärt. Und ab Ende Juni würde sie dann ganz für ein paar Monate aufhören. Vielleicht auch für ein ganzes Jahr. Aber das würde sich dann zeigen.
„Ich pass ja auf. Mach dir da mal keine Sorgen drum.“, sagte sie dann um Mollys Redeschwall zu unterbrechen. „Und jetzt muss ich wirklich los. Wir sehen uns dann morgen.“
Damit stand sie auf und ging zum Kamin, das Apperieren musste sie sich wirklich langsam abgewöhnen. Sie griff nach dem Flohpuver auf dem Kaminsims und stieg hinein. Kurz winkte sie Molly noch einmal zu, bevor sie mit einem „Prince Roade 47“ in den grünen Flammen verschwand.
Leicht hustend stieg sie in dem hellen Besprechungsraum aus dem Kamin. „Der muss dringend mal wieder sauber gemacht werden.“
Kurz sah sie sich um, bis auf zwei Mädchen waren alle da und saßen um den runden Tisch herum. Sie setzte sich zu ihnen, als auch schon die Tür aufging und die letzten beiden Mädchen, die eine blond und zierlich, die andere brünett und mit einer unschönen Narbe am Hals hinein kamen. „So da wir jetzt vollzählig sind, können wir ja anfangen. Viel zu besprechen haben wir heute nicht. Wir werden die Spielzüge vom letztem Mal wiederholen und dann noch etwas Kraft- und Ausdauertraining. So weit alles klar?“
Fast alle nickten bis auf Milian, die zierliche Blondine, die zusammen mit Jude zu spät gekommen war. „Wer wird uns eigentlich trainieren wenn sie nicht mehr da sind?“
„Das wüsstest du, wenn du gestern aufgepasst hättest und nicht irgendwelche Spicker für deinen Verwandlungstest geschrieben hättest, nicht dass ich dafür kein Verständnis hätte, aber sie würden dir eh nichts bringen.“, erwiderte Angelina und sah die Jüngste unter ihnen an. Eigentlich ging sie noch nach Hogwarts, doch zwei Mal in der Woche kam sie zum Training hier her. „Aber gut, dann noch einmal für dich. Eine Freundin von mir wird das für mich unternehmen. Wir haben bereits in Hogwarts zusammen gespielt und sie wird auch alles gemeinsam mit mir besprechen. Dazu kommt.“ Nun sah sie auch die anderen Mädchen an, den die wussten noch nichts von ihrem Glück. „Das ihr mit etwas Glück oder Pech, je nach dem wie man es sieht auch in den vorzüglichen Genuss kommen werdet ein paar Mal von Oliver Wood trainiert zu werden. So fern er den Zeit findet. Aber versprechen kann ich euch da noch nichts.“
Sieben völlig verblüffte und gleichzeitig begeisterte Augenpaare blickten ihr entgegen. Es war gerade so, als hätte sie ihnen erzählt morgen wäre Weihnachten und Ostern zu gleich und nebenbei dürften sie auch noch bei der Quidditch-WM mitspielen.
„OLIVER WOOD?!“ Es war Milian die als erstes die Sprache wieder fand. „Wie? Woher? Warum?“
Angelina lachte, vielleicht hätte sie es ihnen doch erst nach dem Training erzählen sollen. „Dein wie interpretiere ich einfach mal, wie ich es geschafft habe ihn zu fragen. Ganz einfach, er saß bei mir in er Küche und ich habe gefragt. Woher ich ihn kenne? Ganz einfach. Ich musste ihn fünf Jahre lang als Mannschaftskapitän aushalten. Nur dein warum versteh ich nicht so ganz. Aber das ist auch nicht so wichtig.“ Sie stand auf und klatschte in die Hände. Heute mussten sie wirklich mal wieder etwas schaffen. Die letzten Male hatten sie wirklich nicht viel sinnvolles zustande gebracht.„Na los jetzt. Ab nach draußen seht zu das ihr eure Ärsche auf den Besen schwingt. Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.“
„Man sollte meinen jetzt wo sie schwanger ist, ist sie nicht mehr so ein Monster.“, murmelte Milian Jude zu. Diese erwiderte jedoch nichts. Ebenso wie Angelina, die dazu nichts sagte. Viel zu oft hatte sie solche Sprüche schon zu hören bekommen.
Schon eine ganze Weile saßen sie jetzt auf ihren Besen und trainierten. Immer und immer wieder ließ Angelina die Mädchen die besprochenen Spielzüge wiederholen. Dabei gab sie den ein oder anderen Tipp, aber auch an Kritik sparte sie nicht.
Für die Mädchen war das bei weitem kein Zuckerschlecken, dass wusste Angelina, aber wenn sie es über die Jugendmannschaft hinaus bringen wollten mussten sie eben trainieren. Da ging eben nichts dran vorbei.
„Cath! Aufpassen. Zieh den Besen weiter hoch!“, rief sie einer der drei Jägerinnen zu, „Und Jude, lass ja keinen rein. Für jeden Treffer machst du 10 Liegestütz."
Sie flog gerade ein ganzes Stück über den Mädchen, das verschaffte einen besseren Überblick, ebenso war es ganz hilfreich auch mal zwischen durch von unten herauf zuschauen. Aber nicht mehr mitten drin, so wie sie es vor ein paar Monaten noch getan hatte.
Ein leichtes Flattern war auf einmal in ihrer Magengegend zu spüren. Bei Merlin! Und sie hatte gedacht, sie hätte wenigstens das hinter sich. Es war nicht schlimm. Wirklich nicht. Dennoch flog sie langsam Richtung Boden, ließ dabei die Mädchen nicht aus den Augen.
Ein Fehler wie sich herausstellte. Ein dumpfer, harter Schlag traf sie an der linken Schulter, schleuderte sie fast vom Besen herunter, während ein eindeutiges Knacken und Splittern zu hören war. Schmerz ging von der Stelle aus, wo der Klatscher sie getroffen hatte. Ihren Arm konnte sie nicht mehr bewegen. Ihre komplette Schulter musste hinüber sein.
Auf die Standpauke von George bin ich ja mal gespannt. schoss es ihr durch den Kopf, bevor dieser von Nebel umgeben wurde und sie nur noch ein Rauschen in den Ohren hörte.
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