
von -Roxanne-
Einen schönen Valentinstag wünsch ich euch. Auch wenn ich diesen Tag reichlich überflüssig finde^^
Fest umschloss sie seine Hand, bevor sie sich traute auf die Türklingel zu drücken. Ihr war leicht flau im Magen und das nicht, weil George mal wieder den Vorrat an Liebestränken – ja genau das war es, was sie so sehr gestört hatte – aufgefüllt hatte. Das konnte ja was werden. Schon seit ein paar Wochen schob sie es vor sich her, ihren Eltern zu erzählen was los war.
Das sich George Familie über den Nachwuchs freuen würde, war ihr klar gewesen. Und das Bills Kommentar dazu war 'Wurde aber auch langsam mal Zeit.', hatte sie auch nicht sonderlich gestört. Aber bei ihren Eltern war das Ganze dann doch etwas schwieriger.
Es war zwar nicht so, dass ihr Vater George nicht mochte, aber dennoch war er einfach der Meinung, dass es für vieles zu früh für die Beiden war. Er war ja schon nicht so wirklich damit einverstanden gewesen, dass sie vor 3 Jahren wirklich offiziell zusammengezogen waren und da waren sie schon über ein Jahr zusammen. Wie das wohl jetzt werden würde, wenn er hörte, dass sie schwanger war?
Aufmunternd lächelte George ihr zu. „ Mehr als mir den Kopf abreißen wird er schon nicht machen.“
„Wie aufmunternd.“, lachte sie etwas gequält, doch für weitere Worte war keine Zeit, da die Tür von einem etwa zehnjährigen Mädchen geöffnet wurde.
„Hey, was macht ihr denn hier?“, fragend sah das Mädchen sie an, ließ sie aber dennoch rein.
„Das gleiche könnte ich dich fragen, Amy.“, erwiderte Angelina die Begrüßung ihrer Cousine. Wenn sie hier war, dann waren Alan und Tanja sicher auch nicht weit. Es war je nicht so, dass sie ihre Cousinen und ihren Cousin nicht gern hatte, nur mussten sie gerade jetzt da sein?
„Mum hat uns hier abgesetzt und ist zu Dad ins Krankenhaus.“, erklärte Amy ihre Anwesenheit, „Es geht ihm schon besser, übermorgen darf er auch schon wieder nach Hause.“
Herje, das konnte ja was werden. Zum Glück war ihre Stiefgeschwister noch in Hogwarts. So hatte sie wenigstens nur die 3 Zwerge dabei.
Kaum das sie im Hausflur betreten hatten wurden zwei Türen gleichzeitig aufgerissen und sie wurden von einer weiteren Zehnjährigen, die ihrer Zwillingsschwester bis auf die Haarlänge vollkommen glich und einen fünfjährigen Jungen bestürzt. „Tante Ina! Schau mal wer da ist!“
„Was macht ihr denn für einen Krach, Kinder.“, kam es von Sarina, die gerade aus der Küche gekommen war. Sah ganz danach aus, als ob sie mal wieder dabei war zu backen. „Angelina! George! Was macht ihr denn hier?“
„Euch besuchen. Sieht man doch.“, antwortete sie und nahm ihren quengelnden Cousin auf den Arm, während die beiden Mädchen George schon mit sich ins Wohnzimmer zogen.
„Warum habt ihr denn nicht gesagt, dass ihr kommt.“ Vorwurfsvoll sah ihre Stiefmutter sie an, doch wirklich böse war sie ihr nicht. Und so traten auch die beiden Frauen ins Wohnzimmer.
Da Alan schon wieder auf ihrem Arm herum hibbelte setzte Angelina ihn wieder auf seine Füße, so dass er gleich zu seinen Schwester und George lief.
„Die drei sind ganz vernarrt in ihn. Aber Marry und Luce sind ja auch nicht besser.“, lachte Ina und setzte sich auf eins der zwei Sofas. „Dein Vater müsste eigentlich gleich nach Hause kommen. Zu dem wolltest du doch eigentlich.“
Etwas verwundert sah sie Ina an. Woher wusste sie das denn jetzt schon wieder?
„Du bist ein wenig blass um die Nase. Das bist du meistens wenn du ihm irgendetwas schwerwiegendes erzählen willst.“, antwortete ihre Stiefmutter ganz so, als hätte sie ihre Gedanken gelesen. Lächelnd umfasste sie Angelinas Hand und musterte diese. Und jetzt war es Angelina, die den Gedankenweg der anderen erriet. „Nein, er hat mir keinen Antrag gemacht.“
„Was ist es dann?“
„Neugierig bist du gar nicht, was Ina?“ Lachte sie nun und sah zu George, der von dem Gespräch nichts mitbekommen hatte, da die drei Kinder seine volle Aufmerksamkeit in Anspruch nahm.
Unwillkürlich legte Angelina eine Hand auf ihren Bauch. Mit Sicherheit würde es für ihr Kind keinen besseren Vater geben als ihn.
„Nur ein bisschen. Aber ich jetzt muss ich erst mal nach meinem Kuchen schauen, nicht das der noch schwarz wird. Willst du Kaffee?“
Leicht schüttelte sie den Kopf. „Erst mal nicht, später vielleicht. Und jetzt pass auf, sonst wird dein Schokoladenkuchen schwarz.“
„Woher?“
„Ich kann es riechen und du hast Kakaopulver an der Wange.“
Mit einem Lächeln lehnte Angelina sich zurück und sah ihrer Stiefmutter nach. Seit gut drei Jahren war Sarina das nun schon. Und sie konnte sich keine bessere wünschen.
Sie war wirklich froh darüber, dass ihr Vater nach dem Tod ihrer Mutter vor gut sechs Jahren bei einem Autounfall, gerade sie gefunden oder eher wieder gefunden hatte.
Sie warf noch einen Blick auf George, Alan und die Zwillinge, bevor sie die Augen schloss. Eigentlich hatte sie gar nicht einschlafen wollen, aber irgendwie war sie es dann wohl doch. Erst ein leises Kichern an ihrem Ohr und ein Kitzeln an ihrer Nase weckte sie. „George lass den Mist. Ich will schlafen.“, murrte sie leicht.
Erst ein Kinderlachen, ließ sie sich daran erinnern, dass sie gar nicht zu Hause war. „Ich bin nicht George. Ich bin Alan. Und der Kuchen ist fertig. Und ich krieg nicht eher welchen bevor du nicht da bist.“
Ein wenig müde, aber schief grinste sie ihren Cousin an. Verfressener, kleiner Hosenscheißer. „Na dann komm. Ich hab auch Hunger.“
Sie nahm seine Hand und ging mit ihm zusammen in das kleine Esszimmer, wo sowohl die beiden Mädchen, als auch ihr Vater und George an dem Tisch saßen, während Ina noch eine weitere Kaffeekanne auf den Tisch stellte.
Alan ließ ihre Hand los und lief zu dem freien Stuhl gegenüber von George fallen und griff sofort nach dem ersten Stück Schokoladenkuchen.
„Fresssack.“, lachte Angelina, die erst ihren Vater mit einem Kuss auf die Wange begrüßte und sich neben George setzte. Dann tat sie es nach ihrem Cousin nach und griff ebenfalls nach einem der Kuchenstücke, in dass sie auch gleich hinein biss.
So merkte sie nicht, wie George ihre Kaffeetasse mit seiner leeren austauschte und Ina etwas ins Ohr flüsterte. Leicht überrascht zog diese eine Augenbraue hoch, schenkte dann jedoch wie bei den Kindern Milch in die Tasse.
„Mhmmm. Ina der ist echt Weltklasse.“, meinte Angelina und biss gleich ein weiteres Mal in den Kuchen. „Mollys ist nichts dagegen.“
„Fühl dich geehrt. Sonst lässt sie eigentlich nichts auf Mums Essen kommen.“, lachte George. Und so war es auch. Angelina konnte sich in Mollys Essen rein setzen und den ganzen Tag nichts anderes tun, als zu Essen, was sie ihr brachte.
Angelina überließ es den anderen während des Essens zu reden. Nur wenn sie direkt gefragt wurde antwortete sie. Und das auch meist nur mit knappen Sätzen. Am liebsten hätte sie die Flucht ergriffen, als ihr klar wurde, dass sie so eben das letzte Stück Kuchen verdrückt hatte.
Jetzt gab es kam das, was sie irgendwie, die ganze Zeit über unbewusst vermieden hatte. Ihrem Vater zu erzählen, dass sie schwanger war. Doch dieser machte es ihr zusammen mit George seltsam einfach darauf einzugehen.
„Sag mal, gibst du meiner Tochter nichts zu Essen?“ Mit leicht tadelnden Blick sah ihr Vater George an. „Na ja, sie wird schon sehen was sie davon hat und sich den Magen verdirbt.“
„Das liegt dann aber nicht am Kuchen.“ Es war nur ein leises Murmeln, doch Angelina hatte es gehört und nicht nur sie.
Ein Blick von Ina reichte, um zu wissen, dass zu mindestens ihre Stiefmutter begriffen hatte was los war. Sie schenkte Angelina ein aufmunterndes Lächeln. „Na los Kinder raus mit euch. Oder ihr müsst mir beim Abwasch helfen.“
Noch bevor die letzte Silbe gefallen war, waren die drei nach draußen geflüchtet. Dann war es jetzt wohl wirklich so weit.
Unter dem Tisch griff sie nach Georges Hand. Ein letztes Mal tief durchatmen.
„Dad, da gibt es was, dass ich dir sagen muss.“, setzte sie an, brach ab und sprach gleich darauf weiter. Drumherum reden würde ja auch nichts ändern. „Ich bin schwanger. George und ich bekommen ein Baby.“
Sie hatte mit einigem gerechnet. Wirklich, irgendwie war sie auf so ziemlich alles gefasst, nur nicht auf das „Ich weiß.“ ihres Vaters.
Er wusste es? Woher? Wann? Wer hatte es ihm gesagt? Doch keine diese Fragen brachte sie heraus. Perplex sah sie ihren Vater an. Zu mehr war sie gerade nicht im Stande.
Sie hatte sich so viele Gedanken gemacht. Sich die reinsten Horrorszenarien ausgemalt. Und dann kam das. Ich weiß.
Verdammt noch mal woher? Woher wusste er, dass sie und George...
Ruckartig drehte sie den Kopf zur Seite. George. Wütend funkelte sie ihn an. Wie konnte er nur? Was fiel ihm da überhaupt ein?! Sie war vor Nervosität gerade fast gestorben und er sagte es ihrem Vater einfach während sie schlief! So ein... ein... Vollidiot.
Doch bevor sie ihre Gedanken lautstark äußern und dafür sorgen konnte, dass es bei eben diesen einem Kind blieb, griff ihr Vater ein. „Er hat mir nichts gesagt. Wirklich nicht.“
Wirklich Glauben schenkte sie ihm nicht, beließ es aber mit giftigen Blicken, die George jedoch nur mit einem Grinsen quittierte. Anscheinend hatte er wirklich nichts gesagt. „Aber woher?“
„Du redest im Schlaf.“
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