
von -Roxanne-
Ein leichtes Kitzeln an ihrem Bauch und sein warmer Atem in ihrem Nacken weckte sie. Es war Sonntag, weder musste sie zur Arbeit, noch musste er nach unten, um den Laden zu öffnen. Sie hatten den ganzen Tag für sich, bis auf das Mittagessen im Fuchsbau. Doch bis dahin dauerte es noch.
Seine Lippen strichen über ihre Schulter. Ein wohliger Schauer überkam sie. Was er wollte, wusste sie. Natürlich, es war Sonntag und kein Sonntag begann ohne Guten-Morgen-Sonntagssex.
Dennoch tat sie weiterhin so, als schliefe sie. Sollte er sich mal was einfallen lassen, um sie wach zu bekommen.
Seine Fingerspitzen kreisten immer noch über ihren Bauch, während seine Lippen weiter über ihren Hals bis zu ihrem Ohr wanderten. „Ich weiß, dass du wach bist, Angelina.“
„Gar nicht wahr. Ich schlafe noch tief und fest, dass bildest du dir alles nur ein.“, murmelte sie mit einem Grinsen in ihr Kissen.
„Das ist aber schade.“, erwiderte George grinsend und drehte seine Freundin zu sich um, um sie zu küssen, „Dann kann ich damit ja gar nicht weiter machen.“
„Das ist ein Argument. Ich glaub, ich bin doch wach.“ Mit einem leicht müdem aber verschmitztem Lachen sah sie den Rothaarigen an. Strich ihm über die Wange, die freie Stelle an seinem Kopf, wo vor gut 6 Jahren noch sein Ohr gewesen war und hinein in seine Haare. Mit sanfter Gewalt zog sie ihn zu sich, verwickelte ihn in einen weiteren Kuss, während seine Hände von ganz allein ihren Platz an ihrer Hüfte fanden.
Das leicht flaue Gefühl in ihrem Magen bemerkte sie nicht einmal richtig. Stattdessen machte sie sich daran die Knöpfe an seinem Pyjamahemd zu öffnen. Sie fragte sich wirklich jedes Mal, warum er dieses schreckliche Ding überhaupt anzog. „Ich hasse dieses Ding.“, raunte sie, als er ihre Lippen für einen Moment freigab. „Darum zieh ichs ja auch an.“ Sein Lachen an ihrem Ohr, jagte ihr einen weiteren Schauer über den Rücken.
„Vielen Dank auch. Dann zieh ich ab Morgen eben auch die Klamotten deiner Großtante an.“, erwiderte sie, was George mit einer leicht verzogenen Miene quittierte. Doch anstatt weiter darauf einzugehen, schob sie ihm das Hemd von den Schultern.
Unachtsam ließ es neben das Bett fallen.
Mit einem Ruck drehte George sich auf den Rücken, zog sie mit sich. Für einen Moment schwindelte ihr und auch in ihrem Magen verstärkte sich dieses seltsame Gefühl, dass sie zuvor bestens ignorieren konnte.
Es war zwar noch auszuhalten, dennoch nervig und vor allem sehr störend.
Für einen Moment hielt sie damit inne George Hals mit Küssen und sanften Bissen zu versehen, als dieser unter ihr T-Shirt fuhr.
Fragend, fast schon ein wenig besorgt sah er sie an. Doch das unangenehme Gefühl flaute ab, so dass sie einfach da weiter machte wo sie aufgehört hatte.
Ihr T-Shirt, ein viel zu großes, altes verwaschenes Holyhead Harpies Trikot, landete gerade auf dem Boden bei Georges Pyjamahemd, als sie sich von ihm losriss. Die Hände auf den Mund gepresst stürmte sie ins Bad.
Verwirrt sah George ihr nach, rappelte sich dann aber von dem Bett auf und folgte ihr. „Lina?“ Vorsichtig klopfte er an die Badezimmertür, hinter der ein eindeutiges würgendes Geräusch erklang. „Ich komm rein, okay?“ Ohne auf eine Antwort abzuwarten trat er ein.
Sie saß zusammen gesackt vor der Toilette. Wie mechanisch drückte sie die Spülung, blieb jedoch genau da sitzen, wo sie war. Sie sah nicht einmal auf als George ihr eins seiner Hemden, das er provisorisch aus dem Wäschekorb geangelt hatte, um die Schultern legte.
Auch das er wieder kurz aus dem Bad verschwand merkte sie nicht. Es ging in einem weiterem Schwall der Übelkeit unter.
Doch als er sich neben sie auf den Boden kniete und ihre Haare erst vorsichtig zurück hielt und als sie sich wieder aufrichtete zusammenband, schenkte sie ihm einem dankbaren Blick.
Eigentlich wollte sie sich an ihn lehnen, sich in den Arm nehmen lassen, aber irgendwie war es ihr unangenehm. Sicher George war einiges schlimmeres gewohnt, allein von seiner Arbeit her, aber trotzdem war es ihr auch noch nach 4 Jahren Beziehung total unangenehm, wenn er sie so sah.
Er schien zu wissen was sie dachte, so reichte er ihr vorerst nur ein Glas Wasser, mit dem sie sich den Mund ausspülen und hinterher auch ein paar Schlucke trinken konnte.
Besorgt legte George ihr eine Hand auf die Stirn. Heiß fühlte sie sich nicht an, dennoch sah sie reichlich blass um die Nase aus.
Widerstandslos ließ sie sich von George auf den Arm nehmen und ins Bett tragen, sie hatte nicht das Gefühl so schnell wieder ihren Magen entleeren zu müssen, ganz abgesehen davon, dass dort eh nichts – nichts mehr – drin sein dürfte. Und das ließ dieser auch nur zu geräuschvoll verlauten.
Mit hoch gezogener Augenbraue sah George sie an.
Doch Angelina grinste schon wieder viel zu breit, als dass es ihr so schlecht gehen könnte. „Was? Wenn eben alles den Abfluss runter ist, ist es doch wohl kein Wunder das ich Hunger habe oder?“
Leicht lachte er auf, strich ihr eine lose Strähne hinter das Ohr. „Gut, ich hol dir was zu Essen und sag Mum Bescheid, dass wir heute nicht kommen.“
Doch Angelina schüttelte den Kopf. „Essen ja, aber wir gehen trotzdem. So schlimm ist es gar nicht mehr.“
Ergebend nickte George und ging in die Küche. Sie wusste schon, was richtig für sie war und Angst davor, sich mit seiner Mutter anzulegen hatte sie ja auch noch nie gehabt.
Zehn Minuten später setzte er sich mit einem Tablett, auf dem sich Toast, Brötchen, Eier, Marmelade und ein wenig frisches Obst stapelten zu ihr ins Bett.
Das erste was er ihr jedoch in die Hand drückte war eine Tasse, die nicht wie sonst mit dampfenden Kaffee, sondern Tee gefüllt war. Dankbar sah sie ihn an und drückte ihm einen Kuss auf die Wange, bevor sie einen kräftigen Schluck daraus nahm.
Mit einem leisen Seufzen kuschelte sie sich an seine Schulter und ließ sich Stück für Stück von ihm füttern.
Genießerisch biss sie in die süßlich-rote Erdbeere, die George ihr unter die Nase hielt. „Mhmm. Ich glaube daran könnte ich mich wirklich gewöhnen.“, grinste sie ihn an.
„Das glaub ich dir aufs Wort.“ Lachend schob George sich den Rest der Frucht in den Mund. Das fast leere Tablett ließ er vom Bett in die Küche schweben.
„Hey! Ich war noch nicht fertig.“ Schmollend schob sie die Unterlippe vor.
„Doch, warst du.“
„Nein, gar n...“ Weiter protestieren konnte und wollte sie auch gar nicht. „Doch du hast Recht. Ich war fertig.“
Eng zog sie George zu sich und vertiefte den Kuss, mit dem er sie zum Schweigen gebracht hatte.
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