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Fanfiction

Mit Zuckerguss und Liebesperlen - Stille Nacht, heilige Nacht

von jujube58

Mit Zuckerguss und Liebesperlen



Das kleine Dorf Ottery St. Catchpole versank im Schnee. Mit seinen schmalen Straßen und den dicht aneinander gedrängten, dem Wind trotzenden Häusern wirkte es wie von einer Postkarte. In den Fenstern hingen Papiersterne, Kerzen und flackernde Kaminfeuer brannten. Es war Heiligabend, die Dämmerung legte sich langsam über das in Felder eingebettete Dorf und breitete eine wunderbare Ruhe über dem kleinen Ort aus.
Nur das windschiefe Haus, das etwas abseits des Ortkerns aus der weißen Schneedecke ragte, schien nicht von der vorweihnachtlichen Stille eingefangen. Ein lauter Ruf drang bis auf den Weg hinaus: „Fred! George! Aber sofort kommt ihr her!“

Mit aufgebracht funkelnden Augen stand Molly Weasley in der Küche des Fuchsbaus. Vor ihr auf dem Tisch drei riesige Keksdosen, in denen nur noch vereinzelte Krümel ihr Dasein fristeten.
Die Hintertür wurde aufgestoßen, ein kalter Windstoß wehte Schnee, den Duft von Tannennadeln und zwei kleine rothaarige Gestalten in dicken Winterjacken in den Raum. Beide machten ein betont unschuldiges Gesicht und blickten ihre Mutter aus großen, fragenden Augen mit schief gelegtem Kopf an. „Was ist denn los, Mum?“ Mrs Weasley schnaubte und stemmte die Hände in die Seiten. „Ich glaube kaum, dass diese drei Plätzchendosen sich selbst geleert haben. Und ihr beiden wollt mir wohl nicht erzählen, dass ihr daran nicht beteiligt ward. Was habt ihr mit den Weihnachtsplätzchen gemacht?“
Die Zwillinge schauten sie nur mit treuherzigem Blick an. „Wir haben ein paar mit ins Dorf genommen und verschenkt. Die Kinder fanden die Zuckergussrentiere, die sich bewegen können, ganz toll. Und dann hat Ginny noch ein paar zu den Gnomen gebracht, damit die nicht hungern müssen an Weihnachten, wo es doch so kalt ist. Und dem Ghul haben wir welche geschenkt, damit er dieses Jahr nicht wieder die ganzen Feiertage so laut mit den Rohren klappert, dass man nicht schlafen kann, und wir haben Plätzchenwettessen gespielt, und Bill hat seiner Brieffreundin welche geschickt, und -“
Molly Weasley seufzte laut auf. „Drei Dosen Plätzchen!“ Mit Schrecken dachte sie daran, dass schon Heilig Abend war und sie wohl kaum Weihnachten ohne auch nur ein einziges Plätzchen feiern konnten. Sie hatte tagelang alles vorbereitet, hatte gekocht und geputzt, gewaschen und geschmückt, damit alles perfekt war. Bill und Charlie waren aus der Schule nach Hause gekommen, um mit der ganzen Familie zu feiern. Sogar ihr Tantchen Muriel würde morgen zum Tee kommen. Deren Blick konnte Molly sich jetzt schon lebhaft vorstellen.
Aber sie wäre nicht Molly Weasley, wenn sie nicht eine Lösung für ihr Problem finden würde. Dann hieß es jetzt eben Plätzchen backen. „Raus mit euch beiden!“ Fred und George nickten nur und rannten dann hinaus in den verschneiten Garten, in dem sich Gummistiefel und rostige Kessel türmten.

In einer großen Rührschüssel vermengten sich Mehl, Zucker und Butter, über einer Tasse trennten sich reihenweise Eier und der alte Holztisch räumte sich auf einen Schlenker von Mrs Weasleys Zauberstab von selbst frei. Sie suchte Nudelholz und Ausstechförmchen aus dem Schrank, bewachte dabei die Zutaten und wärmte den Ofen bereits vor. In ihrem Kopf schwirrte es nur so von verschiedenen Rezepten, Backzeiten und riesenhaften, leeren Plätzchendosen, die in kurzer Zeit gefüllt sein wollten.
Sie begann gerade damit, den ersten Teig auf dem Tisch auszurollen, als die Hintertür einen Spalt breit aufgeschoben wurde und ein kleines Mädchen sich zusammen mit einem Schwall eisiger Luft in den Raum schlich. Ginnys Wangen waren gerötet und ihre Mütze verrutscht. „Backst du Plätzchen, Mummy? Darf ich dir helfen?“ Ihre Augen glänzten bei dieser Frage so voller Vorfreude, dass Mollys Lippen sich zu einem Lächeln bogen. „Natürlich mein Schatz, wir backen zusammen Plätzchen.“
Gemeinsam stachen sie Figuren aus dem Teig aus und legten sie auf Backbleche. Ginny plapperte munter von der Schneeballschlacht, die ihre Brüder im Garten veranstalteten, erzählte von den Gnomen, die die als Weihnachtsmahl gedachten Plätzchen zu Wurfgeschossen umfunktioniert und sich damit auf die Seite von Charlie, Fred und George geschlagen hatten. Im Hintergrund dudelte das Radio Weihnachtslieder sowie den neusten Hit von Celestina Warbeck, und Molly fand die ganze Situation nicht mal mehr halb so schlimm wie noch zu Beginn, als sie die leergenaschten Dosen gesehen hatte.

Draußen wurde es allmählich stockduster und der Wind pfiff immer unerbittlicher um das Haus, sodass der Schneeballschlacht im Garten ein Ende bereitet wurde und die Jungen zusammen mit einer neuen Welle eiskalter Luft durch die Hintertür die Küche betraten.
„Ihr backt Plätzchen?“ Ginny nickte begeistert und stopfte sich noch einen Fetzen Teig in den Mund.
„Wieso hast du uns nicht Bescheid gesagt?“, wollte Fred ganz empört wissen und auch Ron wirkte ein wenig beleidigt. Molly stöhnte innerlich.
„Was für Plätzchen werden das?“, fragte Charlie mit blitzenden Augen. Er war ein begeisterter Plätzchenesser und über die Verschenkaktionen seiner Geschwister dementsprechend wütend gewesen. Weihnachten ohne Plätzchen, das konnte es nicht geben!
„Mit Zuckerguss und Liebesperlen, die mag ich am liebsten“, kam auch sofort die eilfertige Antwort seiner kleinen Schwester. „Lecker“, grinste er, „dürfen wir mithelfen?“

Mit einem kleinen Lächeln schob Molly die drei randvoll gefüllten Plätzchendosen ganz oben auf den Schrank. Vor Augen hatte sie immer noch das Bild ihrer sieben Kinder, die mit leuchtenden Augen und geröteten Wangen Teig ausstachen, Zuckerguss rührten, naschten und laut durcheinander redeten. George hatte Ron mit der Mehltüte gejagt, Percy hatte dafür gesorgt, dass die Backbleche in Reih und Glied belegt wurden, und nicht die Hälfte der Plätzchen schon vor dem Backen zusammenklebte. Charlie und Fred hatten versucht einen Riesenengel zu fabrizieren, den Charlie Hagrid, dem Wildhüter, schicken wollte. Und Bill hatte Ginny dabei geholfen, die fertigen Plätzchen mit Zuckerguss und Liebesperlen zu verzieren, genau wie sie es wollte.
Als ihr Dad dann nach Hause kam, musste er sofort von ihrem Werk probieren und in Begeisterungsstürme ausbrechen.
Jetzt schliefen sie bereits alle seelenruhig in ihren Betten, sodass es für den Weihnachtsmann an der Zeit war, die Geschenke zu bringen. Molly gesellte sich zu ihrem Mann ins Wohnzimmer, der schon damit begonnen hatte, die Socken der Kinder zu füllen.
Wie jedes Jahr klapperte der Ghul mit den Rohren – offenbar hatten die geschenkten Plätzchen ihn nicht von der Schönheit der Ruhe überzeugen können – und stöhnte auf dem Dachboden. Der Tannenbaum hatte eine leichte Schlagseite, aufgrund des unregelmäßig aufgehängten Schmucks, und das zuvor extra aufgeräumte Wohnzimmer war schon wieder mit Haufen von Spielen, Büchern, Wollknäueln und Zeitungen verwüstet worden.
Im zweiten Stock fiel eine Tür zu und tapsende Schritte waren auf der Treppe zu hören, von zwei rothaarigen Jungen in Schlafanzügen, die unbedingt einen Beweis haben wollten, dass es wirklich nur ihre Eltern waren, die die Geschenke brachten, um damit am Morgen ihre jüngeren Geschwister zu überraschen.
Molly lächelte still in sich hinein. Alles war wie immer. Es war Weihnachten.


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Zwischen Harry, Ron und Hermine gibt es Unterschiede, zum Beispiel im Vokabular. Ron ist der britische "lad", etwas bildungsfern, wie wir hier sagen würden, jedenfalls der Welt der Theorie und Metaphysik nicht sonderlich zugetan. Sein Vokabular ist etwas gröber und eingeschränkter als das Hermines, die mehr die Intellektuelle ist und sehr elaboriert sprechen kann, jedenfalls wenn sie in Laune ist. Harry liegt dazwischen, mit Sympathien für Ron, wenn es darum geht, vermeintlich hochgestochenes Gerede zu verulken. Aber keiner spricht wirklich lax oder fehlerhaft.
Klaus Fritz