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Fanfiction

Der Sommer des Phönix - Kapitel 30

von Jolie Black

Kapitel 30


Als die jungen Weasleys und Hermine den Raum verlassen hatten, wandte sich Dumbledore wieder den verbliebenen Mitgliedern des Ordens zu. „Euch muss ich auch danken“, sagte er mit großem Ernst. „Ich wage es kaum, mir auszumalen, wie die Dinge ohne eure Hilfe stehen würden - ohne die Hilfe von euch allen.“ Er betonte das letzte Wort besonders.

„Schon in Ordnung“, sagte Kingsley Shacklebolt und ließ seine Aktentasche zuschnappen.

„Tun ja nur unsere Pflicht“, brummte Moody.

„Is' uns 'ne Ehre“, kam Mundungus Fletchers Stimme aus seiner dunklen Ecke.

„Nun denn“, sagte Dumbledore. „Dann muss mich jetzt verabschieden. Ich denke, wir sind jetzt so gut vorbereitet, wie es irgend geht - aber falls doch etwas Unvorhergesehenes passieren sollte, erreicht ihr mich dieses Wochenende beim Kongress der Internationalen Zauberervereinigung.“

„Viel Glück, Albus“, sagte Lupin leise.

„Ja, viel Glück“, schlossen sich die anderen an.

Dumbledore lächelte, wenn auch etwas halbherzig. „Wir werden sehen“, sagte er. „Gute Nacht.“ Damit verließ er die Küche, begleitet von Mrs Weasley, und die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss.

„Dich hat er sicher nicht gemeint“, schnauzte Moody Mundungus Fletcher an.

„Woher willste das wissen?“ fragte Mundungus zurück. „Ah, Recht haste - wenn er gewusst hätt', was ich hier Schönes dabei hab, wär er nich' so schnell abgehau'n.“ Er zog den Pappkarton unter seinem Stuhl hervor und trug ihn zum Tisch herüber. „Dann lass ich das mal hier“, schnaufte er und stellte den Karton auf dem Tisch ab. Ein leises Klirren ertönte. „Ich sitz nich' gern auf`m Trocknen, und ich dacht` mal, euch geht's nich' anders. Eine nehm ich aber mit. Spesen.“

„Was ist denn da drin?“ fragte Tonks neugierig.

„Was für Spesen?“ fragte Moody misstrauisch.

„Gefahrenzulage, Chef“, sagte Mundungus mit einem schiefen Grinsen. „Kriegt'n Auror doch auch. Bedient euch.“ Mit großer Geste hob er den Deckel von dem geheimnisvollen Karton und ließ die anderen hineinschauen.

Tonks riskierte einen Blick. „Wow.“ Sie fischte eine Flasche Rotwein heraus. „Ein ganzes Dutzend.“

Kingsley trat neben sie und warf einen anerkennenden Blick auf Mundungus' Mitbringsel. „Na, jemand Lust auf ein Glas?“

„Aber ja“, sagte Tonks eifrig, und Sirius machte sich auf die Suche nach ein paar der Black'schen Silberkelche, um Tonks und ihren unvermeidlichen Scherben zuvorzukommen. Tonks wühlte derweil in der Besteckschublade herum. „Gibt es hier einen Korkenzieher?“

„Was für'n Ding?“ fragte Kingsley Shacklebolt zurück.

„Einen Korkenzieher.“ Tonks wedelte mit der linken Hand in der Luft und machte ein paar Drehbewegungen mit dem Handgelenk. „So ein Muggel-Ding zum - “

Hinter ihr tat es einen leisen Plopp, und Kingsley Shacklebolt hielt in der einen Hand eine offene Weinflasche und in der anderen seinen Zauberstab, auf dessen Spitze der Korken aufgespießt war. „Wozu?“ fragte er höflich, drehte den Korken ab und schnippte ihn ins Feuer.

„Du hast aber Stil“, sagte Tonks bewundernd.

„Du kannst dich an der nächsten Flasche versuchen“, bot Kingsley an.

„Oh, mein Stil wäre ein zerbrochener Zauberstab statt einer offenen Flasche“, winkte sie ab. „Ich glaube, die Show überlasse ich lieber dir.“

Kingsley grinste gutmütig und begann, die Kelche zu füllen, die Sirius auf dem Tisch bereitgestellt hatte. Den ersten bot er Mundungus an, aber der wehrte ab.

„Nee, nee. Muss los. Dringende Geschäfte. Man sieht sich.“ Eine der übrigen Flaschen versank spurlos in einer der bodenlosen Taschen seines ausgebeulten Mantels. Als spöttischen Salut in Moodys Richtung tippte Mundungus sich die Hand an die Stirn, dann machte er sich davon.

„Danke, Mundungus!“ rief Tonks ihm hinterher.

„Ich nehme seinen“, sagte Sirius.

„Nimmst du nicht“, sagte Lupin eilig und nahm Kingsley den vollen Kelch aus der Hand. „Für dich gibt's überhaupt keinen Wein, Sirius. Du hast heute Abend auch so schon genug Unsinn geredet.“

„Das kannst du laut sagen“, knurrte Moody und warf Sirius einen genervten Blick zu.

„Er hat angefangen“, sagte Sirius trotzig und streckte die Hand nach dem Wein aus, aber Lupin hielt den Kelch außer Reichweite.

„Daran kann ich mich nicht erinnern.“

„Du hast ja auch überhaupt nicht zugehört.“

„Vorsicht, ihr beiden.“ Kingsley drückte Sirius einen anderen Silberkelch in die Hand. „Es ist genug für alle da, wenn ihr nicht alles verschüttet. Moody?“

„Danke, nein“, gab Moody würdevoll zurück. „Ich trinke nichts von zweifelhafter Herkunft.“

„Zweifelhafte Herkunft?“ Kingsley hob die Augenbrauen und studierte das Etikett auf der Flasche. „Hier steht, Cabernet Sauvignon, Appellation Contrôlée Premières Côtes de Bordeaux, Mis en Bouteille au Château. Das nennst du zweifelhaft?“

„Ich nenne das Französisch“, sagte Sirius trocken.

„Was bedeutet das, Kingsley?“ fragte Tonks.

„Es bedeutet, dass ich mir niemals auch nur eine einzige Flasche davon leisten könnte“, sagte Lupin gutgelaunt. „Nicht einmal zu Weihnachten.“ Er zog sich einen Stuhl zum Kamin heran, und Sirius folgte seinem Beispiel.

„Ich frage mich, wo Dung dieses Zeug her hat.“ Er schnupperte an seinem Kelch.

„Das fragst du besser nicht“, brummte Moody. Auch er ließ sich am Feuer nieder und zog er seinen Flachmann aus der Umhangtasche. „Konnte sein Diebesgut wohl nicht mit Gewinn losschlagen, und jetzt benutzt er euch dazu, um das Beweismaterial zu vernichten.“

„Oh, dazu lasse ich mich aber gerne benutzen“, schmunzelte Kingsley.

„Du weißt schon, wie man das im Magischen Strafrecht nennt, oder?“ knurrte Moody. „Vernichtung von Beweismitteln? Strafvereitelung im Amt, so nennt man das.“

„Bitte nicht verpfeifen, Tonks“, sagte Kingsley gelassen.

„Natürlich nicht“, lachte sie und trug noch zwei weitere Stühle zum Feuer. Shacklebolt stellte die Weinflasche in Reichweite auf dem Tisch ab und ließ sich dann an Moodys rechter Seite nieder. Tonks nahm den letzten freien Platz zwischen ihm und Lupin, in der Mitte ihres kleinen Halbkreises. Sie machten es sich gemütlich, reckten ihre Beine der Wärme des prasselnden Feuers entgegen, nippten an ihrem Wein, und zum ersten Mal seit Tagen hatten sie alle das Gefühl, sich wirklich entspannen zu dürfen.

Kingsley lehnte sich in seinem Stuhl zurück und verschränkte die Hände in seinem Nacken. „Was für eine Woche“, seufzte er.

Tonks gab ein gewaltiges Gähnen von sich. „Ich bin so froh, dass sie vorbei ist.“

„Schlappe Bande.“ Moody streckte mit einem Stöhnen sein steifes Holzbein aus.

„Du meinst, sich mit gestohlenem Wein betrinken geht nicht, aber drei Tage ohne Schlaf geht immer?“ stichelte Sirius.

„Das sagst gerade du“, knurrte Moody zurück.

„Alastor - “ sagte Lupin warnend, aber Sirius zuckte nur mit den Schultern.

„Irgend jemand muss ja wohl zu Hause bleiben und auf die Kinder aufpassen.“

„Hört, hört!“ spendete Tonks ihm Beifall.

„Du solltest uns wirklich nicht beneiden, Sirius“, sagte Lupin müde. „Jedenfalls nicht, so lange Alastor diesen Wahnsinn kommandiert. Ich habe keine Ahnung, wie jemand auch nur ein Jahr Aurorenausbildung bei ihm überleben konnte. Ganz zu schweigen von dreien.“

„Ich kenne da jemanden“, merkte Kingsley Shacklebolt bescheiden an.

Moody schnaubte nur zur Antwort.

„Moody, wir wissen doch, dass früher alles besser war“, zog Tonks ihn auf. „Und es ist ja nicht so, dass wir nicht unser Bestes geben. Jetzt wissen wir wenigstens, wofür der ganze Aufwand gut ist.“

„Wissen wir das wirklich?“ fragte Kingsley nachdenklich. „Ich muss zugeben, dass jedenfalls ich nicht wirklich klüger bin als vor diesem Treffen. All dieses Gerede über Du-weißt-schon-wen, und über eine Prophezeiung als Waffe. Eine Prophezeiung, ich bitte euch! Etliche Leute glauben nicht mal an Prophezeiungen.“

„Aber wenn gar nichts daran wäre, würde Dumbledore nicht darauf bestehen, die Sache so ernst zu nehmen“, wandte Sirius ein. „Er weiß doch, dass wir zu wenige sind, als dass er unsere Zeit und Kraft verschwenden könnte. Eure Zeit und Kraft, meine ich natürlich.“

„Aber warum hat er dann so lange gezögert, uns überhaupt davon zu erzählen?“ fragte Tonks. „Wenn ich meinen Kopf schon hinhalte, dann wüsste ich wenigstens gerne wofür!“

„Für die Sache!“ herrschte Moody sie an. „Genügt dir das nicht?“

„Ja, ja, ich weiß, tu deine Pflicht, Augen zu und durch und keine dummen Fragen!“ gab Tonks aufgebracht zurück. „Darf ich dich vielleicht daran erinnern, dass ich privat hier bin, und dass ich all das hier freiwillig mitmache?“

„Du hast schon Recht, Tonks“, stimmte ihr Lupin zu. „Sieh mal, Alastor, du kannst doch nicht erwarten, dass Leute ihr Leben und ihre Freiheit riskieren, ohne dass man ihnen einen guten Grund dafür gibt.“

„Und was die praktische Seite betrifft“, fügte Kingsley hinzu, „es war doch absurd, da zu sitzen und nicht zu wissen, was wir eigentlich genau bewachen sollten. Das hast du doch selbst gesagt.“

Moody antwortete nicht. Er hätte nie zugegeben, dass er im Unrecht war, aber sein Schweigen sprach Bände.

„Wusste eigentlich Dumbledore selbst von Anfang an, worum es ging?“ dachte Sirius laut nach.

„Und wenn ja, wie hat er davon erfahren?“ stimmte Tonks ein. „Er sagte, er müsse seine Quellen schützen. Das ist doch nicht einer von uns, oder? Kingsley, wusstest du von der Reform der Organisationsstruktur der Ministeriumsabteilungen?“

Kingsley schüttelte den Kopf. „Nein, gar nichts. Sein Informant muss ein ziemlich hohes Tier im Ministerium sein, um so früh davon Wind zu bekommen.“

Sirius und Lupin tauschten einen Blick. Sie erinnerten sich beide sehr genau an das, was Minerva McGonagall Dumbledore bei ihrem ersten gemeinsamen Abendessen am Grimmauldplatz vor einer guten Woche berichtet hatte, und sie fragten sich beide, ob Amelia Bones kürzlich vielleicht noch einen weiteren Besucher zum Tee gehabt hatte. Aber keiner von ihnen sprach den Gedanken aus.

„Und die Prophezeiung selbst“, fuhr Tonks fort. „Na gut, wir dürfen also nicht wissen, was sie genau besagt, aber was ist mit dieser zweiten Person, von der darin die Rede sein soll? Die, die in Gefahr wäre, wenn Du-weißt-schon-wer davon erfahren würde? Könnte das Dumbledore selber sein?“

„Wenn Dumbledore es selbst wäre, bräuchte er unseren Schutz nicht“, widersprach Moody. „Dumbledore ist der einzige, den Du-weißt-schon-wer je fürchtete.“

„Es kann überhaupt niemand aus dem Orden sein“, überlegte Kingsley. „Sonst hätte Dumbledore doch nicht darauf bestanden, dass wir niemandem sonst davon erzählen dürfen. Das schien seine größte Sorge zu sein, dass auch jemand außerhalb des Ordens davon erfahren könnte. Also ist es niemand von uns - aber es klang ganz so, als ob es jemand ist, den wir kennen. Jemand, dem wir ziemlich sicher davon berichtet hätten, wenn Dumbledore uns nicht gewarnt hätte.“

Ein weiterer Blick wanderte zwischen Sirius und Lupin hin und her, und in demselben stillschweigenden Einverständnis beschlossen sie, auch den Namen Harry Potter nicht in diese Angelegenheit hineinzuziehen.

„Spekulation führt uns nicht weiter“, murmelte Moody. „Dumbledore wird schon seine Gründe haben, es für sich zu behalten. Er tut nichts ohne guten Grund.“

Sie schwiegen eine Weile, tranken von ihrem Wein und schauten ins Feuer.

„Dieser Wein ist wirklich unglaublich gut“, sagte Kingsley anerkennend, und Moody rollte seine ungleichen Augen.

Lupin wandte sich zu Sirius. „Wie läuft's denn mit Familie Weasley hier im Haus?“

„Prima“, sagte Sirius kurz angebunden.

„Arthur hat uns die Geschichte mit Percy erzählt. Übel, oder?“

„Hätte für uns aber deutlich schlimmer ausgehen können. Jetzt ist er wenigstens aus dem Weg.“

„Du bist aber herzlos, Sirius“, protestierte Tonks. „Mir tun die Kinder leid. Ich würde mich gerne bald mal ein bisschen mit denen unterhalten. Die sehen nach einer lieben kleinen Bande aus, oder?“

Lupin lachte auf. „Herzallerliebst, besonders die Zwillinge. Lern du sie erst mal kennen, Tonks, dann wirst du anders reden.“

„Warum?“

„Nun, ich kenne sie natürlich nur als Schüler“, erklärte Lupin. „Ich weiß nicht, wie sie zu Hause sind. Aber in der Schule sind die beiden legendäre Unruhestifter. Jeder Versuch, sie in den Griff zu bekommen, war bisher zum grandiosen Scheitern verurteilt. Ich kenne niemanden, der es versucht hat, und der nicht verzweifelt aufgeben musste. Und das wissen die beiden ganz genau, und sie haben ein erschreckendes Talent dafür, das Beste daraus zu machen. Oder vielmehr das Schlimmste. Sie haben mich unheimlich an dich und James erinnert, Sirius. Begabt, aber faul. Der Alptraum eines jeden Lehrers.“

„Besten Dank“, sagte Sirius trocken.

„Herzallerliebst oder nicht“, sagte Kingsley Shacklebolt, „jedenfalls sind die jungen Weasleys ziemlich mutig für ihr Alter. Besonders Ron und seine Klassenkameradin, wie heißt sie noch? Erst heften sie sich ganz allein an die Fersen eines - entschuldige, Sirius - verrückten Massenmörders, und dann behaupten sie sich auch noch gegenüber zwanzig bewaffneten Ministeriumsbeamten bei der Quidditch-Weltmeisterschaft. Mir ist nämlich gerade eingefallen, dass ich sie dort schon einmal gesehen habe.“

„Oh, erinnere mich bloß nicht an die Weltmeisterschaft!“ rief Tonks theatralisch.

„Wieso, bist du Bulgarien-Fan?“ fragte Lupin mit Unschuldsmiene.

Kingsley Shacklebolt grinste. „Die Quidditch-Weltmeisterschaft war Tonks' erster echter Einsatz als Auror, gleich nach ihrer Abschlussprüfung. Und es war der großartigste Einstand in unseren Beruf, den ich je gesehen habe.“

„Sag das nicht!“ rief Tonks, und ihr Gesicht lief hochrot an. „Du machst dich lustig! Es war schrecklich!“

„Was ist denn passiert?“ fragte Sirius neugierig. „Komm schon, Tonks, erzähl!“

„Es war mein erster Einsatz, genau wie Kingsley sagt. Und es war vollkommen furchtbar. Ich habe alles versaut.“

„Oh nein, hast du nicht!“ widersprach ihr Kingsley entschieden. „Es war eine wahre Feuertaufe, Tonks, und du hast dich wacker geschlagen. Wenn da jemand etwas versaut hat, dann waren es wir anderen, genau genommen alle außer dir.“

“Und was genau habt ihr anderen versaut?“ fragte Sirius.

„Das Dunkle Mal“, erklärte Kingsley. „Ihr wisst von dieser unschönen Begebenheit nach dem Endspiel? Ein paar Todesser veranstalteten ein kleines Klassentreffen, das sich in eine hässliche Muggeljagd verwandelte. Und dann tauchte am Himmel das Dunkle Mal auf. Das war so ungefähr das einzige Szenario, das wir nicht in unserem Sicherheitskonzept vorhergesehen hatten. Dabei war es bestimmt der umfangreichste Einsatzplan, den wir jemals für so ein Ereignis ausgearbeitet hatten. Es brach also völliges Chaos aus, und auf der Jagd nach dem Schuldigen disapparierten alle Auroren Hals über Kopf zu der Stelle, von der das Mal aufgestiegen war. Tonks war die einzige von uns, die einen kühlen Kopf bewahrte. Sie blieb auf dem Feld zurück, um sich um die Todesser zu kümmern.“

„So war es gar nicht“, widersprach Tonks ihm unglücklich. „Ich bin nur auf dem Zeltplatz geblieben, weil ich nicht kapiert hatte, dass ich vielleicht auch woanders gebraucht wurde.“

„Keine falsche Bescheidenheit, Tonks! Du hast genau richtig reagiert. Ihr hättet sie sehen sollen, unsere Tonks, urplötzlich allein an der Spitze der gesamten Magischen Strafverfolgungstruppe des Ministeriums, plus zwei Dutzend Freiwillige. Sie war genial. Ein Naturtalent. Sie hat sie in die Schlacht geführt wie ein alter General. Und das ganze zwei Wochen nach ihrer Prüfung! Ich habe sie nie wieder so brüllen hören.“

Ein herzliches Lachen machte die Runde.

„Davon wusste ich gar nichts“, brummte Moody, sichtlich beeindruckt.

Sirius verspürte plötzlich einen wilden Stolz auf seine Cousine, die auch dann noch ihren Platz behauptete, wenn selbst die Besten den Kopf verloren.

„Es ist überhaupt nicht witzig!“ rief Tonks. „Ich hatte keinen Überblick und keine Ahnung! Da war ich plötzlich, draußen auf dem Zeltplatz, der einzige Auror weit und breit, die Todesser waren immer noch in Marsch und die armen Muggel noch immer oben in der Luft, keiner meiner Vorgesetzten in Reichweite, und alle anderen Ministeriumsleute wollten von mir Anweisungen. Da habe ich eben ein paar Befehle gebrüllt, aber es hat überhaupt nichts genützt. Es war ein heilloses Chaos. Die Leute rannten sich gegenseitig über den Haufen, jeder verhexte jeden, überall wurden Leute von Fehlgängern und Querschlägern getroffen. Ein absoluter Alptraum. Am Ende sind uns die Todesser glatt entwischt, alle. Wir haben nicht einen einzigen von ihnen festgenommen. Es war eine Katastrophe. Dawlish ist völlig an die Decke gegangen. Er hat mich so runtergeputzt, ich glaube, ich habe eine halbe Stunde geheult.“

„Und dann, wenn du dich erinnerst”, ergänzte Kingsley, „habe ich Dawlish runtergeputzt und ihm klar gemacht, was ich davon halte, wenn er so auf einen der besten Auroren in meiner Mannschaft losgeht, wo er sich doch eigentlich nur selbst ohrfeigen sollte. Immerhin hast du die Muggel wieder sicher auf den Boden zurückgeholt. Die wirkliche Katastrophe war doch, dass unser großartiger Sicherheitskoordinator den Anfängerfehler gemacht hat, seinen Einsatzort zu verlassen, ohne vorher jemand anderem das Kommando zu übertragen. Na, das weiß er jetzt, ich denke, ich war laut genug. Wenn nach all dem England jemals wieder Gastgeberland für die Quidditch-Weltmeisterschaft wird, dann wirst du unsere Sicherheitsbeauftragte, Tonks, und nicht mehr Dawlish.“

„Ich hoffe, das passiert nie“, sagte Tonks, aber sie hatte sich ein wenig beruhigt, und ihr Gesicht nahm langsam wieder seine gewöhnliche Farbe an.

Remus Lupin starrte ins Feuer und schüttelte den Kopf, aber er lächelte dabei in sich hinein.

„Noch Wein?“ fragte Kingsley gemütlich und erhob sich, um eine neue Flasche zu öffnen.

„Ja, allerdings“, sagte Moody zur allgemeinen Überraschung. „Nach dieser Geschichte brauche ich einen Schluck. Und ich trinke auf das Wohl der einzigen von eurem ganzen Haufen, die den Namen Auror wirklich noch verdient.“ Er warf Kingsley einen Blick voll tiefster Verachtung zu. „Schande über den Rest von euch, Shacklebolt.“

* * *


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