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Fanfiction

Der Sommer des Phönix - Kapitel 20

von Jolie Black

Kapitel 20


„Hedwig!“ Mit drei langen Schritten war Sirius bei ihr am Tisch und löste den Brief von ihrem Bein. Er öffnete ihn hastig und begann zu lesen, während er der treuen Eule geistesabwesend mit der anderen Hand über die weißen Federn strich.

Zu seiner Überraschung kam der Brief nicht von Harry. Er war in einer gestochen klaren, ordentlichen Handschrift geschrieben, die Sirius noch nie zuvor gesehen hatte. „Lieber Schnuffel“, stand da. „Hedwig ist gestern Abend hier eingetroffen, aber da wir ja noch Pig haben, dachten wir, wir schicken sie gleich weiter zu Dir, falls Du eine Nachricht für ihren Besitzer hast. Bill hat uns erzählt, dass den Leuten Deine Geschichte gefallen hat, und wir freuen uns deshalb sehr für Dich. Uns geht es gut. Fred und George halten uns allen gerade ständig ihre Apparierlizenzen unter die Nase, ob wir sie sehen wollen oder nicht, als würden sie fürs Angeben bezahlt. Mrs Weasley sagt, Du solltest dich auf eine baldige Invasion vorbereiten. Wir hoffen sehr, dass es nicht zu schlimm wird. Liebe Grüße.

Der Brief war in der gleichen ordentlichen Schrift unterschrieben mit „Hermine“, und darunter folgten ein paar schlampige Kringel, die man gerade noch als „und Ron“ entziffern konnte, wenn man wusste, wonach man suchen musste.

Eine baldige Invasion, dachte Sirius und lächelte. Er hatte Rons und Bills weitere Geschwister noch nie getroffen, aber wenn sie nach diesen Brüdern geraten waren, dann würde das die fröhlichste und willkommenste Invasion seines Hauses werden, die Sirius sich vorstellen konnte. „Wir hoffen sehr, dass es nicht zu schlimm wird“, wirklich, was hatte Hermine sich da gedacht? Was um alles in der Welt könnte besser sein?

Besser, sagte die vertraute kleine Stimme in Sirius Gedanken, besser wäre ein Brief, der ein paar echte Informationen enthält. In diesem stand nicht einmal, wann genau die Weasleys eintreffen würden, geschweige denn etwas über den eigentlichen Anlass ihres Einzugs ins Hauptquartier. Sirius fühlte, wie sich seine Stimmung wieder verdüsterte. Es war ohne Zweifel sehr nett von seinen jungen Freunden, ihm einen Brief zu schreiben, und wie er Hermine kannte, war es ihre Idee gewesen. Aber die Tatsache, dass Fred und George ihre Apparierprüfung bestanden hatten, war nicht wirklich die Art Nachricht, auf die er sehnlichst gewartet hatte.

Aber war es wirklich nur ein Zufall, dass Hedwig gerade in dem Moment hier auftauchte, als er verzweifelt auf der Suche nach einem Mittel war, um mit der Welt draußen in Kontakt zu treten? Er nahm noch einmal den Brief zur Hand. „Hedwig ist gestern Abend hier eingetroffen, aber da wir ja noch Pig haben, dachten wir, wir schicken sie gleich weiter zu Dir.“ Sirius war diesem Pig, wer oder was er auch immer sein mochte, aufrichtig dankbar dafür, dass Hedwig seinetwegen für Sirius als Postbotin zur Verfügung stand. Er musterte die Schneeeule nachdenklich. Sie klackerte leise mit dem Schnabel. Was, wenn er sie einfach zu Remus schicken würde, oder zu Moody, oder Tonks, oder zu sonst jemandem aus dem Orden, und fragte, was los war? Vielleicht war das genau der Zweck, zu dem die Weasleys sie ihm geschickt hatten?

Wieder überflog er den Brief. „ ... falls Du eine Nachricht für ihren Besitzer hast“, stand da. Nicht Nachricht für irgend jemanden. Und sie hatten ganz recht, entschied Sirius resigniert. Hedwig war von einer sehr seltenen Eulenart. Sie erregte eine Menge Aufmerksamkeit. Viele kannten sie und wussten, dass sie Harry gehörte. Jede Botschaft, die sie bei sich trug, würde unweigerlich mit Harry in Verbindung gebracht werden, wenn sie in die falschen Hände fiel. Das durfte Sirius nicht riskieren. Er mochte anderer Meinung sein als Mrs Weasley, wenn sie glaubte, dass minderjährige Zauberer wie Harry und ihre eigenen Kinder nicht verstanden, was eine Mitgliedschaft im Phönixorden bedeutete. Aber so lange ihnen noch niemand je die Chance gegeben hatte, es zu verstehen, hatte Sirius kein Recht dazu, Harry in Gefahr zu bringen. Du bist sein Pate, Herrgott nochmal, schalt Sirius sich selbst. Es ist deine Pflicht, Harry vor Schwierigkeiten zu bewahren, und nicht, ihm noch mehr zu machen, als er ohnehin schon hat.

Er machte sich auf die Suche nach Tinte und Pergament, dann ließ er sich am Tisch nieder, strich sich die langen Haare aus der Stirn und begann zu schreiben.

Lieber Harry“, schrieb er, dann hielt er wieder inne. Das Gesicht seines Patenkindes stand lebhaft vor seinem inneren Auge. Es war kaum einen Monat her, dass er ihn das letzte Mal gesehen hatte. Harry hatte im Krankenflügel der Schule gelegen, sein Gesicht so weiß wie das Bettzeug, seine blitzförmige Stirnnarbe glühend rot, und seine Augen, Lilys Augen, so leer und ausdruckslos vor Schock, dass es Sirius weh ums Herz geworden war. Er hatte so jung ausgesehen, so jung und verletzlich, viel jünger als vierzehn. Er war Voldemort ein weiteres Mal entkommen, lebend, aber diesmal nicht unversehrt. Schließlich kam niemand, der je Voldemorts Weg kreuzte, unversehrt davon. Und Harry hatte Voldemorts Weg auch nicht nur zufällig gekreuzt. Der, dem das passiert war, Harrys Schulkamerad, war mit einer einzigen Handbewegung weggewischt worden wie ein lästiges Insekt. Harry dagegen hatte Voldemort Aug' in Auge gegenübergestanden, den Zauberstab in der Hand, wie ein erwachsener Mann und nicht wie ein vierzehnjähriger Junge.

In Harry hatte schon immer mehr gesteckt, als man auf den ersten Blick sah, erinnerte sich Sirius. Er rief sich das erste Wiedersehen mit Harry ins Gedächtnis, das erste, seit Harry ein Baby in Lily Potters Armen gewesen war, in einer Nacht im Juni des letzten Jahres, in der Heulenden Hütte am Rande von Hogsmeade. Es war eine absurde Situation gewesen: Sirius zerlumpt und verdreckt, seit Monaten auf der Flucht, ganz bestimmt kein Anblick, der Vertrauen oder gar Sympathie erweckte; Ron mit einem gebrochenen Bein (Sirius fiel peinlich berührt ein, dass er sich dafür nie richtig entschuldigt hatte) und die Ratte, die in Wirklichkeit Peter Pettigrew war, zappelnd und quiekend in Rons Händen; Hermine, ihre großen Augen vor Schreck geweitet; und Harry, der dreizehnjährige Harry, der nichts anderes im Sinn gehabt hatte als das Schicksal seiner Eltern, und der darauf gebrannt hatte, sich zu rächen an denen, die sie verraten und getötet hatten. Der dreizehjährige Harry, der keine Sekunde gezögert hatte, seinen Zauberstab gegen den zu richten, den er dafür verantwortlich hielt, bereit, ihn eigenhändig zu töten - und der nur Minuten später ebenso wenig gezögert hatte, seinen Zauberstab gegen einen seiner eigenen Lehrer zu richten, um Sirius vor den Dementoren zu retten.

Schon damals, mit dreizehn Jahren, war er ein außergewöhnlicher Junge gewesen, und Sirius zweifelte keinen Augenblick daran, dass er das auch mit fünfzehn noch sein würde - komme, was da wolle. Mit fünfzehn war man schließlich kein Kind mehr. Sirius selbst war nicht viel älter gewesen als fünfzehn, als er seine Sachen gepackt hatte und aus dem Haus, das er hasste, geflüchtet war, um endlich das Leben zu leben, das er leben wollte, und nicht eines, das andere für ihn geplant hatten.

Aber jetzt sieh dir an, wie es enden musste, dachte er plötzlich verbittert. Er war wieder dort, wo er begonnen hatte, und alles, was in der Zwischenzeit geschehen war, war so weit entfernt von dem Leben, das er sich mit fünfzehn vorgestellt hatte, dass ihm zum Heulen zumute war.

Sirius starrte eine Weile lang ins Feuer. Als das trockene Brennen in seinen Augen langsam nachließ, zwang er seine Gedanken, zu Harry zurückzukehren, zu Harry, der mit seinen Erinnerungen an die Geschehnisse am Ende des Trimagischen Turniers allein gelassen worden war, genau wie Sirius hier allein war mit seinen eigenen düsteren Erinnerungen. Sie alle beide waren gefangen in einem Haus, das sie hassten und das sie doch „Zuhause“ nennen mussten, beide in der unangenehmsten Gesellschaft, die man sich nur vorstellen konnte, und beide ohne einen blassen Schimmer, was in der Welt draußen vor sich ging.

Sirius hoffte inständig, dass Harry dies alles nicht allzu schwer nehmen würde, und vor allem, dass er keine verrückten Ideen entwickelte, wie etwa von dort wegzulaufen. Weglaufen war diesmal wirklich keine Option, weder für Harry noch für Sirius. Da draußen lauerte einer, der nur darauf wartete, dass Harry den Ort verließ, an dem er beschützt war wie an keinem anderen. Und wenn Harry ihn auch nur für eine Minute verließ, so konnte dies immer noch genau eine Minute zu lang sein.

Sirius seufzte. Aus der Ferne konnte er nicht viel tun, aber er konnte wenigstens versuchen sicherzustellen, dass Harry keinen Unsinn machte.

Lieber Harry”, hatte er geschrieben, und jetzt fuhr er fort. „Ich habe eine Weile nichts von Dir gehört. Ich hoffe, bei Dir ist alles in Ordnung. Tu den Muggeln nicht den Gefallen, Dich von ihnen ärgern zu lassen, das sind sie nicht wert.“ Leichter gesagt als getan, das wusste er. Er hatte Harrys Muggelfamilie noch nie getroffen, aber es klang sehr danach, dass es nicht einfach war, sie zu ignorieren, geschweige denn mit ihnen gut auszukommen.

Sei vorsichtig und tu nichts Unbesonnenes“, fügte er hinzu und fragte sich für einen Moment, ob er da zu Harry oder zu sich selbst sprach. Aber er ließ es stehen. Es konnte ihnen beiden nicht schaden, hin und wieder daran erinnert zu werden.

Sirius dachte daran zurück, was er in seinem letzten Brief geschrieben hatte, und er wollte etwas über den vergangenen Freitag Abend sagen. Er wollte seine Freude und seine Erleichterung teilen, die er nach der Versammlung des Ordens empfunden hatte, aber er wusste nicht, wie er es formulieren sollte, so dass es für Harry gleichzeitig verständlich und trotzdem ungefährlich war. Fast bereute er es, dass er Harry überhaupt von der bevorstehenden Versammlung berichtet hatte. Was auch immer er jetzt schreiben würde, konnte bei Harry nur neue Fragen hervorrufen, Fragen, die Sirius nicht würde beantworten können, bis er und Harry wieder von Angesicht zu Angesicht miteinander sprechen konnten. Und wer konnte schon sagen, wann das sein würde?

Ich wünschte, ich könnte Dir mehr erzählen, aber im Augenblick geht es einfach nicht”, fuhr er fort, obwohl er sich bewusst war, das dies noch weniger hilfreich für Harry war als sein letzter Brief. “Ich weiß, das muss frustrierend für Dich sein“, fügte er hinzu, „aber wir müssen vorsichtig sein. Es wird nicht immer so bleiben. Bis dahin, halt die Ohren steif, dann wird schon alles gut gehen.

Hedwig krächzte, als ob sie ihn daran erinnern wollte, dass sie wartete. Also unterzeichnete Sirius den Brief als „Schnuffel“ und rollte ihn zusammen. Hedwig hielt ihm ungeduldig das Bein hin, zum Abflug bereit, krächzte noch einmal, hob ab und verschwand im Kamin, wobei sie geschickt den Flammen auswich. Und wieder war Sirius allein, aber jetzt fühlte er sich sehr viel besser als noch am Morgen.

In seiner Vorfreude auf die Ankunft der Weasleys beschloss er, die Schlafzimmer zu inspizieren, die sie bewohnen würden. Eines musste er für Molly und Arthur reservieren, und drei weitere für diejenigen ihrer Kinder, die noch bei ihren Eltern lebten und deshalb am Grimmauldplatz mit einziehen würden. Keiner der Räume in den oberen Stockwerken war groß genug, um mehr als zwei Personen zu beherbergen, jedenfalls nicht mehr, seit das ehemalige Schlafzimmer seiner Mutter von einem Hippogreif besetzt und der große Salon im ersten Stock mit Doxys verseucht war. Aber sie konnten sich ja aufteilen.

Das oberste Stockwerk des Hauses betrat Sirius nie, und es sollte auch keiner von den Weasleys betreten. Fred und George konnten ein Zimmer im dritten Stock haben. Dann würden sie sich vielleicht erinnern, wie vernünftige Menschen eine Treppe hinauf- und hinabstiegen, anstatt alle paar Meter zu apparieren, jetzt wo das Haus appariersicher war.

Hermine und Rons kleine Schwester konnten das Zimmer daneben bekommen, und Ron konnte in Phineas Nigellus' Zimmer im zweiten Stock einziehen und es sich mit Percy teilen. Dazu brauchte er nur ein zweites Bett dort aufzustellen. Dafür war genug Platz.

Seltsam, wunderte sich Sirius. Percy, der älteste von den Weasley-Brüdern, der noch zu Hause wohnte, war mit der Schule fertig. Er war volljährig, und er arbeitete sogar für das Ministerium. Das jedenfalls hatte Ron Sirius letztes Jahr so berichtet. Und trotzdem war er nicht mit seinen Eltern und Bill zu der Versammlung des Ordens gekommen. Vielleicht hatte er sich unterdessen zu Hause um seine jüngeren Geschwister gekümmert, das war möglich. Oder vielleicht - Sirius rief sich ins Gedächtnis, wie Dumbledore sie alle gedrängt hatte, es sich gut zu überlegen, wie weit sie sich mit dem Orden einlassen wollten - vielleicht hatte Percy sich noch nicht entschieden, wie aktiv er für den Orden werden wollte. Aber seine Abwesenheit fiel auf. Percy hatte doch letztes Jahr in der Abteilung von Barty Crouch senior gearbeitet und - so Ron - seinen Chef bewundert und verehrt. Und was auch immer man von Barty Crouch senior sonst halten mochte, er war immer ein überzeugter Gegner von Voldemort und dessen Anhängern gewesen. Also würde jemand, der ihn geradezu angebetet hatte wie Percy, doch sicher diese Haltung teilen? Aber warum war dann bisher in keinem Gespräch der Ordensmitglieder auch nur Percys Name gefallen?

Andererseits konnten diese Fragen warten. Sirius konnte Percy ja direkt darauf ansprechen, wenn er mit seiner Familie eintraf.

Sirius ging früh zu Bett, in Gedanken schon ganz beim dem zukünftigen Leben am Grimmauldplatz mit den jungen Weasleys, und er hoffte sehr, dass das „bald“ in Hermines Brief ein „bald“ nach dem Sprachgebrauch von Alastor Moody sein würde.


* * *


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