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Fanfiction

Der Sommer des Phönix - Kapitel 11

von Jolie Black

Kapitel 11


Und sie klingelte während der nächsten halben Stunde fast ununterbrochen weiter, ebenso ununterbrochen begleitet vom Geschrei des Porträts von Mrs Black. Mrs Weasley und Remus Lupin positionierten sich in der Eingangshalle, öffneten allen Neuankömmlingen die Tür, hießen sie mit gedämpfter Stimme willkommen und wiesen ihnen den Weg nach unten in die Küche. Mrs Black kam immer mehr in Fahrt, je mehr Besucher es wurden. Sie erneuerte jedes Mal, wenn die Türglocke erklang, ihr Gekreisch mit voller Kraft und überschüttete jeden der Eintretenden mit frischen, immer kreativeren Beleidigungen. Es war das reinste Chaos.

Unten in der Küche saß Sirius in der Gestalt des schwarzen Hundes auf einem der Stühle und beobachtete, wie sich der Raum langsam mit den Hexen und Zauberern füllte, die Albus Dumbledores Einladung gefolgt waren. Manche von ihnen kamen allein, manche zu zweit oder zu dritt. Manche begrüßten sich mit der Vertrautheit alter Freunde, andere grüßten einander eher förmlich.

Unter ihnen waren viele bekannte Gesichter, manche kaum verändert, seit Sirius sie vor über einem Jahrzehnt das letzte Mal gesehen hatte. Andere dagegen waren sichtbar gealtert. Es gab auch neue Gesichter - so wie das einer jungen Hexe, kaum über dreißig, mit krausem schwarzem Haar und rosigen Wangen. Sie sah sich recht schüchtern um, aber als Minerva McGonagall eintrat, sprang sie eifrig auf, um sie zu begrüßen. Sirius rutschte unwillkürlich auf seinem Sitz hin und her, als er sah, wer in McGonagalls Begleitung eingetroffen war. Severus Snape, wie üblich ganz in schwarz gekleidet, begrüßte überhaupt niemanden, warf dem schwarzen Hund nur einen kurzen, völlig gleichgültigen Blick zu, und zog sich in die Ecke beim Kamin zurück. Die beiden Stühle vor sich ließ er für Minerva McGonagall und die junge Hexe frei, die Hestia Jones sein musste.

Unter den anderen Neuankömmlingen war ein hoch gewachsener Schwarzer, kahlköpfig und mit einem kurzen Bart. Entspannt an den langen Tisch gelehnt schaute er sich neugierig im Raum um. Neben ihm auf dem Tisch saß eine weitere junge Hexe und baumelte mit den Beinen. Sie trug Muggeljeans und ein rot-grünes T-Shirt mit dem Logo der Holyhead Harpies. Ihre Haare waren kurz und struppig, dunkel an den Wurzeln, aber an den Spitzen fast weiß gebleicht. Im Gegensatz zu Hestia Jones schien sie sich überhaupt nicht unwohl zu fühlen.

Sturgis Podmore, den Sirius schon vom Fenster aus gesehen hatte, war in Begleitung des alten Dädalus Diggel gekommen. Podmore lächelte reichlich nervös, während Diggel jeden der Anwesenden anstrahlte und rundum Hände schüttelte. Emmeline Vance und Elphias Doge trafen in kurzem Abstand nacheinander ein, beide immer noch von beeindruckender Statur, aber inzwischen noch dünner und knochiger, als Sirius sie in Erinnerung hatte.

Keiner der Gäste fragte nach dem großen Hund. Viele warfen fragende Blicke auf ihn, aber niemand schien es wagen, sich ihm zu nähern. Nicht, dass das auch nur um einen Deut besser wäre, wenn er in seiner menschlichen Gestalt hier säße, dachte Sirius bitter. Nur Bill Weasley, noch immer in seinem schicken Gringotts-Umhang, aber jetzt ohne Krawatte, begrüßte den Hund mit einem verschwörerischen Augenzwinkern und einem aufmunternden Grinsen, als er mit seinem Vater eintraf.

Unter den letzten, die ankamen, war Mundungus Fletcher, obwohl er doch nur aus dem obersten Stockwerk des Hauses kam. Er sah ganz so aus, als hätte ihn jemand gerade erst aus dem Tiefschlaf wachgerüttelt, und er ließ sich in einer Ecke nieder und versank in seinen schäbigen Mantel, als ob er gleich weiterschlummern wollte.

Der Raum war fast schon überfüllt. Es gab nicht einmal genug Stühle für alle Besucher. Ein gedämpftes, aber dennoch aufgeregtes Murmeln lag in der Luft.

Schließlich klang der Lärm in der Eingangshalle ab und verstummte, und gleich darauf kamen Mrs Weasley und Lupin in die Küche zurück, gefolgt von den letzten Ankömmlingen: Alastor Moody, der sich wie ein Wachposten neben der Tür aufstellte, und Albus Dumbledore selbst.

Auf Dumbledores Schulter saß ein prachtvoller Vogel, groß wie ein Schwan, dessen goldenes und scharlachrotes Gefieder im Licht des Feuers glänzte. Er saß ganz still, und seine glänzenden schwarzen Augen blinzelten nicht ein einziges Mal, als Dumbledore sich den versammelten Hexen und Zauberern zuwandte. Er wartete, bis ihr Geflüster verstummt war und Mrs Weasley und Lupin Platz genommen hatten, Mrs Weasley neben ihrem Mann und Lupin neben dem schwarzen Hund. Dann lächelte er und öffnete weit die Arme.

„Willkommen. Seid mir alle willkommen.“ Dumbledore blickte in die Runde, und er sah in viele erwartungsvolle Gesichter. „Heute Abend haben wir viel zu besprechen, also werdet ihr mir gestatten, sogleich zum Wesentlichen zu kommen. Ich muss wohl keinen von euch fragen, warum ihr heute hierher gekommen seid. Ihr seid alle hier, weil ihr glaubt oder es zumindest für möglich haltet, dass der Zauberer, der sich Lord Voldemort nennt, zurückgekehrt ist.“ Das Lächeln auf seinem altehrwürdigen Gesicht erstarb. „Nun, es ist wahr. Mit Hilfe seiner Diener ist er zu einer menschlichen Gestalt zurückgekehrt.“

Ein Murmeln machte die Runde. Es war für niemanden der Anwesenden das erste Mal, dass sie dies hörten, aber die ruhige Gewissheit, mit der Dumbledore es aussprach, ließ sie nicht weniger erschauern als der Klang des gefürchteten Namens.

Dumbledore entging dies nicht. „Und obwohl ich einige von Euch noch immer bei der bloßen Nennung dieses Namens erzittern sehe“, fuhr er fort, „wäret ihr nicht gekommen, wenn ihr nicht wüsstet, dass nur wir ihn aufhalten können. Wir konnten nicht verhindern, dass er zurückkehrte.“ Wieder glitt ein Schatten über Dumbledores Gesicht. „Aber wir dürfen es nicht zulassen, dass er die Macht, die er einst über unsere Welt hatte, wiedererlangt. Jeder von euch, selbst die, die damals noch Kinder waren, erinnern sich an die Schreckensherrschaft vor seinem Sturz vor vierzehn Jahren. Es waren finstere Zeiten, vielleicht sogar die finstersten Zeiten, die die Zaubererwelt je gesehen hat. So etwas darf niemals wieder geschehen.“

Die Anwesenden murmelten zustimmend, und als Dumbledore weitersprach, war seine Stimme fest und voller Zuversicht.

„Wir müssen es verhindern, und wir werden es verhindern. Denn dieses Mal sind wir viel besser auf die Bedrohung vorbereitet. Dieses Mal können wir ihn nicht mehr unterschätzen. Wir haben ja schon einmal gesehen, wozu Voldemort im Stande ist, und wir kennen seine Ziele. Wir waren schon einmal Zeugen seines Aufstiegs zu unermesslicher Macht, eines Aufstiegs, der nur durch unermessliche Gier und Rücksichtslosigkeit gelingen konnte. Aber wir haben auch sein Ende erlebt.“

„Sein vorläufiges Ende“, wandte Moodys Stimme schroff von der Tür her ein.

„Sein vorläufiges Ende, Alastor“, räumte Dumbledore ein. „Der Schatten hat eine neue Gestalt angenommen und ist von neuem gewachsen. Aber wenn wir ihn immer wieder abwehren, wieder und wieder, dann wird er vielleicht nie wieder an die Macht zurückkehren. Und ich habe Gründe dafür, anzunehmen, dass wir diesem Moment heute näher sind als jemals zuvor, näher sogar, als wir selbst vielleicht zu hoffen wagen. Und von größter Bedeutung ist“, fuhr er fort, „dass wir dieses Mal gewarnt sind. Voldemort hatte darauf gebaut, im Geheimen zurückzukehren, seine Unterstützer hinter sich zu sammeln, und dann plötzlich und unerwartet zuzuschlagen. Aber so, wie die Dinge stehen, mag er jetzt immer noch plötzlich zuschlagen, nur unerwartet wird es nicht mehr sein. Voldemort hatte nicht damit gerechnet, dass der junge Harry Potter seine Wiederkehr mit ansehen und dann überleben und entkommen würde, um uns davon zu berichten.“

Ein weiteres Murmeln machte die Runde.

„Hm - “ Elphias Doge räusperte sich. „Ich will ja nicht alles unnötig schwierig machen, Albus“, sagte er mit seiner pfeifenden Stimme, „aber du vertraust diesem Jungen wirklich uneingeschränkt?“

Lupin spürte, wie sich der Hund neben ihm regte, und einen Moment lang fürchtete er, Sirius könnte sich verraten, indem er seine Zähne in Doges Richtung bleckte. Aber der Hund blieb still.

„Die Frage ist berechtigt“, sagte Dumbledore geduldig. „Um sie zu beantworten: Ja, ich vertraue Harry uneingeschränkt. Ich weiß, dass Harry absolut keinen Grund dafür hat, sich eine solche Geschichte auszudenken. Die ersten Anzeichen, für alle, die sie sehen wollten, gab es schließlich schon vor Jahren. Und was die neuesten Ereignisse betrifft, so ist Harrys Wort nicht das einzige, was wir haben. Denn ich selbst habe den Ort von Voldemorts Wiedergeburt aufgesucht, und ich habe die Beweise dafür, dass Harry mir die Wahrheit erzählt hat, mit eigenen Augen gesehen.“

Dumbledores Zuhörer schnappten förmlich nach Luft.

„Du warst dort?“ fragte Emmeline Vance schockiert.

„Ja, das war ich“, antwortete Dumbledore ruhig. „Ich kam am folgenden Morgen zu dem Friedhof in dem Dorf, in dem Voldemorts Muggel-Vater gelebt hatte. Er war natürlich inzwischen verlassen, aber ich fand alles genau so, wie Harry es mir beschrieben hatte. Die Erde auf dem Grab des Vaters war zertrampelt. Daneben war noch die Asche eines Feuers zu sehen, groß genug, um einen mächtigen Kessel darüber zu erhitzen. Und überall waren Fußspuren von mindestens einem Dutzend Personen. Es ist nicht möglich, dies alles anders zu interpretieren, als dass Harry mit dem, was er mir berichtet hat, nichts als die Wahrheit gesagt hat. Wir sind heute hier versammelt“, fuhr Dumbledore nach einer kurzen Pause fort, „um zu besprechen, wie wir Voldemorts Rückkehr an die Macht verhindern können. Dies ist die große Aufgabe, die uns zufällt, und uns allein.“ Zum dritten Mal glitt der Schatten über sein Gesicht. „Denn wir können uns nicht darauf verlassen, dass irgend jemand außerhalb unseres kleinen Kreises uns dabei zur Hilfe kommt, zumindest nicht im Augenblick. Dieses Mal ist es nicht Angst, die die magische Gemeinschaft lähmt. Aber gelähmt ist sie, mitsamt ihren Institutionen, deren Aufgabe es eigentlich wäre, ihr Wohlergehen zu schützen und zu verteidigen. Gelähmt nicht vor Angst, sondern aus einem anderen, aber ebenso gefährlichen Grund. Nur Minuten, nachdem ich selbst davon erfahren hatte, habe ich den Zaubereiminister von Voldemorts Rückkehr in Kenntnis gesetzt. Aber Cornelius Fudge weigerte sich kategorisch, auch nur ein Wort davon zu glauben. Das ist seitdem die offizielle Position des Ministeriums geblieben. Die Wahrheit verträgt sich eben nicht mit Fudges Vorstellung, er habe nur gemütlich in seinem Büro zu sitzen und keine größeren Probleme zu bewältigen als die gelungene Durchführung einer Quidditch-Weltmeisterschaft. Voldemorts Rückkehr taucht in keiner offiziellen Stellungnahme des Ministeriums auf, und auch im Tagespropheten kann man nichts darüber finden.“

„Der Tagesprophet ist völlig unbrauchbar!“ donnerte Dädalus Diggel mit ganz untypischer Vehemenz.

„Er ist nicht nur unbrauchbar, er kann uns auch gefährlich werden“, sagte Dumbledore. „Wenn man den Propheten aufmerksam liest, kann man feststellen, dass sie einerseits Anweisungen vom Ministerium haben, alles unter Verschluss zu halten, was darauf hindeuten könnte, dass Voldemort und seine Unterstützer wieder zu einer sehr realen Gefahr für unsere Welt geworden sind. Aber sie versuchen darüber hinaus auch, all diejenigen systematisch zu diskreditieren, die ihre Stimme der Wahrheit leihen.“ Hier hielt Dumbledore inne, als ob er nach den richtigen Worten suchte. „Unglücklicherweise hat sich diese Taktik in mancher Hinsicht bereits als erfolgreich erwiesen“, fuhr er dann fort, und seine Stimme hatte etwas von ihrer Festigkeit verloren. „Heute Morgen wurde ich zu einer Dringlichkeitssitzung des Zaubergamot ins Ministerium gerufen. Dort wurde ich aufgefordert, mein Amt als Großmeister niederzulegen.“

„Warum das?“ fragte Minerva McGonagall misstrauisch.

„Offiziell nur aus Formgründen. Das Ministerium hat entschieden, dass der Zaubergamot, nachdem man ihn für die großen Prozesse vor vierzehn Jahren erweitert hatte, inzwischen zu groß geworden ist, um noch effizient arbeiten zu können. Also fordert man jetzt all diejenigen, die seit mehr als drei Jahrzehnten dort einen Sitz haben, auf, zurückzutreten und ihren wohlverdienten Ruhestand zu genießen.“

„Damit da am Ende nur noch Fudges Schoßhündchen sitzen!“ schnaubte Alastor Moody.

„Und wie hast du darauf reagiert?“

„Ich habe mich natürlich geweigert. Also wurde ich abgewählt - mit ganz überwiegender Mehrheit.“

Zum dritten Mal ging ein Murmeln durch den Raum. Dies war allen neu.

„Es wird wohl morgen im Tagespropheten stehen, nehme ich an“, sagte Dumbledore gleichmütig. „Und natürlich wird auch in diesem Zusammenhang Du-weißt-schon-wer wieder nicht mit einem Sterbenswörtchen erwähnt werden. Und ich sehe weitere Unannehmlichkeiten dieser Art auf uns zukommen. Gestern Abend erreichte mich eine Eule von der Internationalen Zauberervereinigung. Sie wird am nächsten Wochenende einen außerordentlichen Kongress abhalten, und ich bin dazu eingeladen worden, um, in ihren Worten, ?meine Position klarzustellen'. Das verheißt nichts Gutes. Aber trotz alledem weigere ich mich standhaft, alles verloren zu geben, ehe sie mich nicht auch noch von den Schokofrosch-Sammelkarten gestrichen haben.“ Seine Augen zwinkerten hinter seinen halbmondförmigen Brillengläsern, aber nur eine Handvoll seiner Zuhörer konnte sich zu einem halbherzigen Lachen durchringen.

„Aber was wirst du ihnen entgegenhalten?“ fragte McGonagall, und ihre ernste Miene machte überdeutlich, dass sie die Internationale Zaubervereinigung meinte und nicht die Schokofrosch-Fabrikanten.

„Die Wahrheit natürlich“, gab Dumbledore zurück. „Es sind schon genug Lügen in dieser Welt. Ich bedaure es, dies sagen zu müssen“, fuhr er nach einer weiteren Pause fort. „Aber die Haltung des Ministeriums zwingt uns dazu, völlig im Verborgenen zu agieren und äußerste Vorsicht walten zu lassen - nicht nur gegenüber denjenigen, von denen wir wissen oder vermuten, dass sie auf Voldemorts Seite stehen, sondern auch gegenüber dem Ministerium selbst. Anders als in den Tagen des ersten Kriegs ist das Ministerium jetzt noch handlungsfähig, aber alles, was nach Einmischung von meiner Seite aussehen könnte, wird sie sehr misstrauisch machen. Wir können uns auf keinerlei Unterstützung von offizieller Seite verlassen“, schloss er. „Im Gegenteil, es ist überaus wichtig, dass unsere Aktivitäten jedenfalls vorläufig geheim bleiben und niemand außerhalb unseres eigenen Kreises auch nur von dessen Existenz erfährt. Natürlich müssen wir es uns zum Ziel setzen, so viele Hexen und Zauberer wie möglich von der Wahrheit über Voldemorts Rückkehr zu überzeugen. Aber überlegt es euch gut, mit wem ihr darüber sprecht. Ihr werdet feststellen, dass es Menschen gibt, denen ihr nicht trauen könnt - vielleicht auch unter euren Freunden, und vielleicht sogar in euren eigenen Familien.“

Bei diesen Worten ließ Mrs Weasley ein plötzliches Schluchzen hören und presste ihr Gesicht in ein Taschentuch. Arthur Weasley tätschelte ihr in einer Geste hilflosen Trostes den Arm. Bill Weasley, der hinter seinen Eltern stand, sah sehr bekümmert aus.

„Ich verstehe, wie hart das für einige von euch sein muss“, sagte Dumbledore mitfühlend. „Aber es ist das einzige, was ich von euch allen verlangen muss, egal wofür ihr euch nach dieser Versammlung sonst entscheiden werdet. Was auch immer ihr tut, handelt nur im Verborgenen und mit größter Vorsicht.“

Eine tiefe Stille trat ein. Nichts, was Dumbledore bisher gesagt hatte, hatte ernster und dringlicher geklungen als dies. Dann nickte einer nach dem anderen zustimmend mit dem Kopf.

„Aber was genau wollen wir denn unternehmen?“ meldete sich die junge Hexe mit dem strubbeligen kurzen Haar zum ersten Mal zu Wort.

„Wir werden das Werk zu Ende führen, das der Orden des Phönix vor vielen Jahren begonnen hat“, gab Dumbledore zur Antwort und lächelte die junge Hexe über seine Brille hinweg an.

„Der Orden des Phönix?“ wiederholte sie neugierig. „Wer ist denn das?“

„Die Antwort darauf führt mehr als fünfzehn Jahre zurück in die Vergangenheit“, begann Dumbledore, als hätte er auf diese Frage nur gewartet. „Während der Jahre des ersten Kriegs gegen Voldemort fand sich im Geheimen eine kleine Gruppe von Hexen und Zauberern zusammen, genau so, wie wir uns heute hier zusammengefunden haben. Sie waren nur wenige - weniger als Voldemorts Unterstützer und sehr viel weniger als die verunsicherte Masse derjenigen, die vor Angst überhaupt nicht mehr wussten, was sie tun sollten und wem sie trauen konnten. Es waren nur wenige, aber sie nahmen es auf sich, unsere Welt ein für alle Mal von dem Bösen zu befreien, das unsere Gemeinschaft wie ein schleichendes Gift von innen zu zerstören drohte. Sie waren furchtlos und zu allem entschlossen - ja, ich sage das mit Stolz, sie waren die mutigsten Hexen und Zauberer, die ich je in meinem langen Leben gekannt habe.“

Wieder blickte er in die Runde. Emmeline Vance errötete und senkte ihren Blick. Dädalus Diggel dagegen schwoll vor Stolz sichtbar an.

„Sie waren bereit, ihre Karrieren, ihre Gesundheit, ja sogar ihren Verstand und ihr Leben für die Sache zu opfern, an die sie glaubten. Und einige von ihnen taten das auch. Einige gaben und verloren alles. Ihr Andenken werden wir immer mit Ehre und Liebe bewahren. Marlene McKinnon. Dorcas Meadowes. Benjamin Fenwick. Edgar Bones. Caradoc Dearborn. Gideon und Fabian Prewett. Lily und James Potter. Frank und Alice Longbottom.“

Er verstummte, und mehr als ein Paar Augen glitzerte von Tränen, als er die Namen von Voldemorts Opfern nannte. Remus Lupin fragte sich insgeheim, ob er wohl der einzige außer Sirius war, dem das Fehlen eines ganz bestimmten Namens von dieser Ehrenliste aufgefallen war.

„Ihr Andenken ist uns heilig“, sprach Dumbledore mit feierlicher Stimme, die bis in den letzten Winkel des dunklen Raumes drang. „Nicht nur um ihretwillen, sondern um jeder Hexe und jedes Zauberers und ihrer Kinder und Enkelkinder willen müssen und werden wir, die Überlebenden, den Kampf gegen das Übel wieder aufnehmen, das wir vor vierzehn Jahren besiegt hofften. Voldemort ist zurückgekehrt. Aber zurückgekehrt sind auch die, die niemals ruhen werden, bis er für immer bezwungen ist. Wie ein Phönix aus der Asche ist heute der Orden des Phönix wieder zum Leben erwacht.“

* * *


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