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Fanfiction

Der Sommer des Phönix - Kapitel 10

von Jolie Black

Kapitel 10


Sirius mochte sich vor den einsamen Tagen in dem leeren Haus gefürchtet haben, aber sie vergingen erstaunlich schnell, und im Handumdrehen war der Tag da, an dem die erste Versammlung des neuen Phönixordens stattfinden sollte. Aber während Remus Lupin sich darauf geradezu zu freuen schien, wurde Sirius immer mulmiger zumute, je näher der Freitagabend rückte. Dumbledore würde so viel erklären müssen - angefangen mit dem Haus, und er konnte schlecht über das Haus sprechen, ohne auch dessen Besitzer zu erwähnen. Die Wahrheit über Sirius kannten bisher ja nur die wenigen, die schon einmal im Hauptquartier gewesen waren, und die Weasleys. Wer konnte sicher sein, dass all die anderen seine Geschichte bereitwillig akzeptieren würden, ohne handfesten Beweis dafür, dass es wirklich die Wahrheit war?

Eigentlich gab es ja Beweise - es gab Zeugen für Peter Pettigrews Enttarnung und Flucht, Lupin zuvorderst, und dann natürlich Harry, Ron und Hermine. Eben, dachte Sirius bitter, ein Werwolf und drei Schulkinder. Sehr vertrauenerweckend in den Augen der meisten seiner Zeitgenossen. Wie konnte er hoffen, dass sie akzeptieren würden, was sogar der Zaubereiminister sich so standhaft zu glauben weigerte? Aber andererseits, sagte sich Sirius, war der Zaubereiminister ein schlechtes Beispiel. Der war ja auch zu blöd, oder vielleicht zu feige, die himmelschreiend offensichtliche Rückkehr Voldemorts als solche zu erkennen.

Wenigstens die, versuchte Sirius sich zu überzeugen, die ihn damals im alten Orden gekannt hatten, würden ihm glauben. Aber würden sie das wirklich? Sie tun sich so schwer damit, ihre eigenen bequemen Wahrheiten aufzugeben, hatte Minerva McGonagall gesagt. Sie hielten ihn schließlich seit vierzehn Jahren für einen Verräter an ihrer Sache, für einen Diener des Dunklen Lords, für den Mörder von Lily und James Potter. Sie hatten ihn verachtet und gehasst, sie hatten gejubelt, als man ihn nach Askaban geschickt hatte, und sie hatten aufrichtig getrauert um Peter Pettigrew, den armen, tapferen, dummen Peter Pettigrew…

Sie würden die Wahrheit erfahren, und zwar bald.


* * *


Am Donnerstagabend kam ein Brief von Dumbledore. Wild kreischend und mit ihren angesengten Flügeln schlagend kam plötzlich eine Eule den Kamin in die Küche hinunter geschossen. Lupin sprang von seinem Platz auf, fing den verwirrten Vogel auf und setzte ihn vorsichtig auf dem Tisch ab, an dem er und Sirius gerade zu Abend aßen. Der Brief selbst, der an sie beide adressiert war, trug nicht viel dazu bei, Sirius' Stimmung zu heben. Dumbledore bat ihn nur in kryptischen Worten, sich dem versammelten Orden nicht in seiner wirklichen Gestalt zu zeigen, bevor Dumbledore ihn dazu aufforderte. Aber dann stand da auch noch ein P.S, das lautete: „Ich erwarte auf diesen Brief keine Antwort.“

„Hervorragend“, sagte Sirius. „Dann fliegt diese Eule schnurstracks weiter nach Little Whinging.“

„Denk daran, je weniger Eulenpost um dieses Haus herumflattert, desto besser“, erinnerte Lupin ihn.

„Unsinn“, brummte Sirius, entschlossen, sich diese Chance nicht nehmen zu lassen. „Die Eule wird doch sowieso wieder hier rausflattern wollen, und ob mit oder ohne Brief am Bein macht keinen Unterschied. Und das letzte Mal, dass ich Harry geschrieben habe, war bevor wir hier herkamen.“

Lupin zuckte mit den Schultern. „Aber sei vorsichtig.“

„Bin ich.“ Sirius faltete Dumbledores Brief und riss die unbeschriebene untere Hälfte des Pergaments ab.

„Lieber Harry“, kritzelte er darauf. „Ich hoffe, es geht es Dir gut. Bei mir ist soweit alles in Ordnung. Schnäbelchen ist inzwischen wieder bei mir, das ist sehr erfreulich. Wenn Du morgen etwas für mich tun willst, dann kannst Du mir die Daumen drücken, dass meine wahre Geschichte bei den Leuten besser ankommt als die Version, die sie bisher kennen. Pass gut auf Dich auf, und versuch, keine Schwierigkeiten mit den Muggeln zu bekommen, und auch sonst mit niemandem. Schreib mir, wenn irgend etwas nicht stimmt. Schnuffel. P.S. Moony lässt Dich grüßen.“

„Ach, das ist doch sinnlos!“ rief er frustriert aus, als er den Brief nochmals überflog. „Bei all dem, was das hier sagt, oder besser nicht sagt, könnte ich auch gleich ein leeres Blatt schicken.“

„Aber jetzt ist kein leeres Blatt mehr da“, bemerkte Lupin, während er über die Schulter seines Freundes hinweg den Brief las. „Außerdem stehen da Grüße von mir. Falls du meinst, dass das kein ausreichender Inhalt für einen Brief an Harry ist, dann würde ich dir respektvoll widersprechen.“

„Armer Harry“, sagte Sirius, rollte das Stück Pergament zusammen und befestigte es am Bein der Eule. „Ich bekomme wenigstens eine Antwort, wenn ich frage, was draußen in der Welt vor sich geht.“


* * *


Und dann war der Freitagmorgen gekommen, und mit ihm kam Mrs Weasley. In aller Frühe stand sie in ihrer Muggel-Sonntagskleidung vor der Tür, in einem handgestrickten Wollpullover, einem Tweedrock und einer gehäkelten Mütze in schreiendem Lila, das sich heftig mit ihrem feuerroten Haar biss.

„Guten Morgen“, sagte sie fröhlich und lächelte zu Sirius auf, der ihr die Tür geöffnet hatte. „Oh, du siehst schon viel gesünder aus als neulich in Hogwarts.“

Einen Augenblick lang war Sirius nicht sicher, ob das vielleicht ironisch gemeint war, aber ihr Lächeln war dafür zu warm und echt. „Na, ich lebe ja auch nicht mehr in einer Felsenhöhle“, sagte er mit einem schiefen Grinsen. „Schön, dass Sie kommen konnten, Mrs Weasley. Kommen Sie doch herein.“

„Aber bitte.“ Mrs Weasley trat über die Schwelle. „Was sollen denn die Förmlichkeiten? Ich bin Molly. Und ich bin gerne gekommen, die Kinder können einen Tag lang selbst auf sich aufpassen, und solange das Haus noch steht, wenn ich - ach du gütiger Himmel.“ Sie brach ab, als sie sich all der Schlangen, der Spinnweben und des süßen, modrigen Geruchs bewusst wurde, der das ganze Haus durchdrang. „Gütiger Himmel“, sagte sie noch einmal, diesmal im Flüsterton. Sie wandte sich zu Sirius um, der sie sehr unglücklich ansah.

„Bevor du fragst, Molly“, sagte er mit heiserer Stimme. „Ja, wenn ich es mir aussuchen könnte, dann wäre ich lieber wieder in der Höhle.“

Da öffnete Mrs Weasley ohne ein weiteres Wort ihre kurzen Arme, genau so, wie sie es für eines ihrer eigenen Kinder getan hätte, und drückte Sirius fest an sich.

Und dann übernahm sie das Kommando. Sirius und Lupin hatten nichts dagegen, dass sie es in die Hand nahm, was sie „das Haus für menschliche Bewohner herrichten“ nannte. Lupin fragte sie zwar, wer denn ihrer Meinung nach seit einer Woche hier ein- und ausging wenn nicht menschliche Bewohner, aber sie warf ihm nur einen missbilligenden Blick zu und murmelte etwas, was verdächtig klang wie „Typisch Junggesellen!“, und damit war die Diskussion beendet.

Innerhalb einer Viertelstunde war die ganze Küche zum Leben erwacht. Ein Scheuerbesen wischte ganz von selbst den Steinfußboden, während eine Wurzelbürste die hölzerne Tischplatte sauber schrubbte. All die staubigen Teller und Gläser von der Anrichte spülten sich im Spülbecken. Die Schränke standen weit offen, und Mrs Weasley sortierte mit Hilfe ihres Zauberstabs kaputte Töpfe, Pfannen und Schüsseln aus, die gehorsam in den Mülleimer sprangen. Kreacher, der diese Vorgänge mit sehr misstrauischem Blick verfolgte, versuchte irgend wann, sich an einen ruhigeren Ort davonzuschleichen, rutschte aber auf dem nassen Fußboden aus und rannte schließlich laut fluchend aus dem Raum.

Mundungus Fletcher tauchte nach dem Mittagessen auf, offensichtlich in der Hoffnung auf eine weitere Gratismahlzeit. Er musste sich zwar mit einer Handvoll Sandwichs begnügen, die die anderen übrig gelassen hatten, aber zu seiner Zufriedenheit fand er schnell auch noch den Rest Butterbier. Mrs Weasley runzelte zwar die Stirn über Butterbier so früh am Tag, aber sie protestierte nicht. Allerdings rächte sie sich dann doch auf ihre eigene Weise. Mundungus musste sehr schnell feststellen, dass es an diesem Tag in der Küche nicht einen einzigen ruhigen Platz für ihn geben würde. Mrs Weasley kam ein ums andere Mal bei ihm vorbeigeputzt und bat ihn jedes Mal so freundlich, seinen Stuhl doch etwas zur Seite zu rücken, dass er schließlich grollend aufstand und verkündete, sich dann eben oben von seiner Nachtschicht zu erholen zu wollen.

„Nachtschicht“, schnaubte Mrs Weasley verächtlich, als er verschwunden war. „Als ob ich nicht genau wüsste, dass Arthur gestern in Surrey an der Reihe war. Nachtschicht im Tropfenden Kessel, wollte der da wohl sagen.“

Der Tag verging wie im Flug. Am späten Nachmittag ging Sirius mit einem Korb voll toter Ratten für Seidenschnabel nach oben. Er leistete dem Hippogreif eine Weile Gesellschaft und sah von der Fensterbank aus zu, wie Seidenschnabel zu seinen Füßen die Ratten zerriss und verschlang.

„Du hast es schon gut, weißt du das?“ sagte er zu dem Hippogreif. „Deinen Desillusionierungszauber kann man mit einem einzigen Schwung eines Zauberstabes wieder aufheben, schmerzlos, spurlos. Bei Menschen funktioniert das nicht so einfach. Einmal desillusioniert, gibt es kein Zurück mehr. Vielleicht ist es das, warum Menschen sich davor so fürchten. Sie fürchten es fast mehr als alles andere. Es tut zu sehr weh, und es hinterlässt zu viele Narben.“

Er blickte aus dem Fenster auf den Platz hinaus. Der war, wie immer, verlassen - bis auf die einzelne, etwas verloren wirkende Gestalt eines Mannes mit dichtem blonden Haar auf dem Gehweg gegenüber, der dort offensichtlich auf jemanden wartete. Sirius seufzte.

„Hoffentlich verkraften die ihre Desillusionierung gut heute Abend“, sagte er zu Seidenschnabel und ließ sich von der Fensterbank herunter gleiten. „Sie tun sich so schwer damit, ihre bequemen Wahrheiten aufzugeben, weißt du.“ Er tätschelte den Hals des Hippogreifs zum Abschied. „Ich muss dann wohl.“

Als er in die Küche zurückkam, war alles für die Versammlung bereit. Sie hatten den langen Tisch an die Wand gegenüber dem Kamin zurückgeschoben, und Mrs Weasley und Lupin hatten zusätzliche Stühle von oben herunter gebracht. Mrs Weasley betrachtete das Ergebnis ihrer Arbeit mit in die Hüfte gestemmten Händen und zufriedener Miene.

„Na, das ist dann wohl alles“, sagte sie. „Jetzt können sie kommen.“

Und wie zur Antwort darauf klingelte in diesem Moment die Türglocke zum ersten Mal.

* * *


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