
von Lina
3.) The train
Bei der Erinnerung daran musste ich lächeln.
Es schien so lange her zu sein, doch gleichzeitig kam es mir vor, als wäre es erst gestern gewesen. Unglaublich…
„Himmel, Sonne, werde ich gar nicht begrüßt?“, unterbrach mich eine nur allzu bekannte Stimme in meinen Gedanken.
Ich drehte mich um. Die Hände in die Hüften gestemmt, stand meine beste Freundin Anita vor mir.
„Nita! Schön dich wiederzusehen.“ rief ich erfreut aus und stand auf, um sie zu umarmen.
Nachdem wir uns ausgiebig begrĂĽĂźt hatten, fragte sie:
„Sag mal, woran hast du gerade gedacht, als ich hereingekommen bin?“
Ich seufzte auf. Es war so typisch fĂĽr sie, so etwas zu bemerken.
„Ach, ich habe nur nachgedacht über…“
„…unsere erste Fahrt nach Hogwarts, hab ich recht?“
unterbrach mich meine ach so liebe Freundin.
Ich nickte und sie begann zu lachen.
„Daran habe ich auch gerade gedacht, als ich in das Abteil gegangen bin!“
Ich stimmte in ihr Gelächter ein. Es tat so gut, wieder mit ihr zusammen zu sein.
Als wir uns ausgelacht hatten, fragte ich sie:
„Wo bleiben eigentlich die anderen?“
Doch das hätte ich lieber bleiben lassen, denn:
„Also…“
Frau Oberlehrerin holte tief Luft, fĂĽr den langen Vortrag, den sie mir bestimmt gleich halten wĂĽrde.
Sie war manchmal einfach wahnsinnig nervig! Manchmal fragte ich mich, wieso sie eigentlich meine beste Freundin war.
Andererseits hatte ich sie trotz allem – oder vielleicht auch deswegen – ganz, ganz lieb, obwohl ich das in der nächsten Sekunde schon wieder in Frage stellte, da sie mit ihrer Predigt begann:
„James und Lils sind schon im Schulsprecherabteil, Peter hat im dieses Jahr einen Austausch nach Durmstrang, Frank und Lic haben ein Abteil für sich…“
Bei diesen Worten musste ich kichern und zog die Augenbrauen zusammen. Ich grinste Nita an.
„…und Moony kommt nach Hogwarts nach, weil seine Eltern Angst um ihn haben – du weißt schon, wegen Voldemort und so.“
Bei dem Namen VOLDEMORT war ich zusammengefahren.
Um das zu vertuschen fragte ich schnell:
„Und Pad?“
Kaum waren die Worte ausgesprochen, als ich sie auch schon wieder zurücknehmen wollte. Ich konnte mir ja wohl denken, wo er tatsächlich war – mit seiner neuesten Freundin in einem leeren Abteil herummachen.
Das nahm ich jedenfalls an. Und ich hatte recht:
„Knutscht in einem leeren Abteil mit seiner neuen Hufflepuff-Freundin herum.“
In ihrer Stimme schwang ein Hauch Bitterkeit mit, als sie das sagte.
Ich verdrehte die Augen.
„Hufflepuff! Es wird nicht mehr lange dauern, bis er beginnt, Slytherins zu daten!“
„Wohl war!“
Die Hexe kam mit dem Süßigkeitenwagen, und während wir uns erinnerten, was bei unserer ersten Hogwarts-Fahrt geschehen war, kauften wir uns jeder eine Handvoll Schokofrösche, und Anita kaufte uns noch eine Schachtel
“Bertie Botts Bohnen in allen Geschmacksrichtungen“.
Meine fünf Schokofrösche enthielten Albus Dumbledore, Merlin, Celestina Warbeck, Gellert Grindelwald und nochmal Albus Dumbledore.
In Anitas fĂĽnf waren Nicolas Flamel, Agrippa, Albus Dumbledore, Cassandra Trelawney und Beedle.
Wir beide hatten unsere Kartensammlungen bereits vollständig, doch wir schenkten unsere Schokofroschkarten seit einigen Jahren – seit wir unsere Sammlungen voll hatten - den Erstklässlern.
Die Frösche waren aber immer sehr gut. Gerade als wir unsere Bertie Botts Bohnen öffnen wollten, ging die Abteiltür auf, und Alice stand draußen, begleitet von Frank.
Wir freuten uns sehr, sie zu sehen.
Anita sprang auf, wie von der Tarantel gestochen und umarmte Lic.
„Oh Licie, ich hab dich ja so vermisst!!!“
Dann, während ich mich erhob, zog sie auch Frank in eine feste Umarmung.
„Frank! Wie geht es dir?“
Und dann, zu ihnen beiden gewandt,
„Wie war euer Urlaub?“
Die beiden waren dieses Jahr nämlich gemeinsam auf Urlaub gefahren.
Noch bevor sie antworten konnten, wies ich meine Freundin zurecht:
„Lass ihnen doch ein bisschen Ruhe, Niti. Setzt euch erstmal, wir helfen euch eure Koffer in die Gepäckablage zu bekommen, und dann erzählt ihr! Ach übrigens, schön, euch wiederzusehen.“
Anita, die sich soeben wieder hingesetzt hatte, begann zu prusten und wir alle stimmten ein. Alice hatte sogar einen Lachanfall, was gar nicht gut war, da sie nie wieder aufhörte zu lachen, wenn sie einmal angefangen hatte.
Als sie sich ausgelacht hatte, verkniff ich mir die Frage an Frank, wie er es nur mit diesem Monster aushalte, es hätte nur einen weiteren Lachkrampf ihrerseits ausgelöst.
Dann begannen sie, zu erzählen. Sie waren auf Madeira gewesen, waren gemeinsam geschwommen, hatten sich gesonnt, zusammen getanzt, waren sehr braun geworden und hatten bestimmt noch andere Dinge gemacht, doch Nita und ich fragten nicht näher nach. Das war allein ihre Sache – wenn sie beschlossen, es uns zu erzählen, gut, wenn sie es lieber für sich behalten wollten, genauso gut!
Wir alberten noch ein wenig herum und sie fragten uns auch nach unseren Sommerferien.
Anita berichtete, was ich ohnehin schon gewusst hatte.
„Also, ich hab ganz viel Zeit mit Amalie verbracht. Wir sind gemeinsam gewandert, haben Spaziergänge gemacht, haben zusammen gelesen und Musik gehört, gemeinsam gespielt und über alle möglichen Sachen diskutiert.“
Ich war nicht wirklich überrascht – das war klar gewesen!
Sie war verrĂĽckt nach ihrer Schwester, obwohl die erst sechs Jahre alt war. Manchmal war Nita einfach krank!!!
Außerdem war es auch für ihre Freunde nicht einfach, dass sie so in Amalie versessen war. In JEDER freien Sekunde erzählte sie von ihr. DAS NERVTE!!!
„Außerdem“ erzählte Anita weiter,
„haben wir gemeinsam meine Großeltern besucht, und…“
Dann hörte ich ihr nicht mehr zu. Ich wusste ohnehin, was nun kam:
Eine Lobeshymne auf ihre Schwester, ihre Eltern und die Eltern ihrer Mutter! Ich konnte schon alles auswendig. Sie war manchmal so ein nerviges kleines Monster – und das obwohl sie nun bald 17 war!
„He, Ri, hörst du mir vielleicht mal zu?“
„Nein, wieso auch? Ich kenne deine Familiengeschichte inzwischen in und auswendig!“
Sie wollte gerade wĂĽtend etwas entgegnen, als ich ihr mit einer Handbewegung bedeutete, dass sie still sein solle.
Draußen hatte sich gerade etwas bewegt, doch da es schon spät war, war es auch schon dunkel, und ich hatte das Wesen nicht erkennen können. Angestrengt spähte ich in den Nachthimmel hinaus. In dem Moment flackerte draußen ein Licht auf, und ich erkannte Thoronim draußen am Zugfenster. Ich öffnete es schnell.
Mit eleganten Schwüngen flog mein Liebling ins Zimmer. Er trug einen Brief mit sich. Schnell nahm ich ihn an mich, während meine praktischer denkende Freundin das Fenster schloss, durch das eisige Luft in unser warmes Abteil kam.
Ich riss den Brief auf.
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Ok, das hier ist das neue Chap... tja... danke fĂĽrs Lesen
@ ALi: Wow! Du weiĂźt nicht, wie toll das ist, wenn du deine erste FF schreibst, und als allerersten Kommi kriegst du gleich so einen ausfĂĽhrlichen, erstmal herzlichen Dank.
Ich hab gedacht, als Prolog ist diese "Kennenlernszene" ganz gut geeignet...
1: Das mit den Absätzen hab ich mir in diesem Chap zu Herzen genommen, danke für den Tipp, ich hoff, das passt jetzt so.
2: Ich nehms dir gar nicht böse, ist mir nur nie aufgefallen *g*
3: Kommt noch, kommt noch, ganz bestimmt!
Ja, ich hab dir schon eine Anfrage geschickt, nachdem du gleich so lieb von selbst Vorschläge gemacht hast, mal sehen, wie du drauf reagierst...
viel SpaĂź beim Lesesn
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