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Fanfiction

Rührei um halb 5 - Eine wunderbare Überraschung

von jujube58

Ein lautes Klappern lässt die Bewohner des windschiefen Hauses in der Nähe von Ottery St. Catchpole aus dem Schlaf fahren. Aus dem Erdgeschoss ist ein leises Fluchen zu hören, dann herrscht Stille. „Arthur, was war das?“ Molly Weasley sitzt kerzengerade in ihrem Bett, die Haare noch zerzaust, die Augen aber weit aufgerissen. Ihr Mann dreht sich nur grummelnd auf die andere Seite, um wieder ins Land der Träume abzudriften. „Arthur!“ „Molly, jetzt hör aber auf. Es ist halb fünf in der Früh, bestimmt ist nur Ginny wieder wach und spielt unten mit ihren Trommeln. Leg dich wieder schlafen, Liebling!“ Immer noch beunruhigt lässt sie sich wieder in die Kissen zurücksinken, die Ohren gespitzt, um einem möglichen Einbrecher sofort auf die Schliche zu kommen.
Doch es ist absolut still im Haus. Kein ungewohnter Laut dringt durch das Treppenhaus in das Schlafzimmer der Weasley-Eltern. Nur die Vögel beginnen vor dem Fenster bereits zu zwitschern, sie kündigen den neuen Tag an, der wahrscheinlich genauso sonnig sein wird, wie der letzte. Mollys Augen werden schwerer, erneut übermannt der Schlaf sie.

Die Sonne schickt schon ihre ersten Strahlen durch das Fenster, als sich erneut ein Rumoren im ganzen Fuchsbau vernehmen lässt. Verschlafen öffnet Molly die Augen, mitten aus einem Traum über die perfekte Kürbispastete gerissen, die sie für den Kochwettbewerb der Hexenwoche gebacken hat. Leises Trappeln ist auf dem Flur zu hören, ab und zu knarrt eine Treppenstufe. Vor der Schlafzimmertür leises Flüstern, dann ein Schluchzen, gefolgt vom Geräusch bloßer Füße auf dem Boden, die davonrennen.
„Fred! Jetzt heult sie wieder!“ „Pst, seid leise!“ „Arthur, was tun sie da schon wieder? Heute ist doch Sonntag, da haben wir uns doch geeinigt, dass sie und nicht schon im Morgengrauen wecken sollen.“ „Hmhm“, tönt es nur aus dem Deckenwirrwarr neben ihr und das verschlafene Gesicht von Arthur Weasley taucht daraus auf. Mit einer Hand fährt er sich durch das langsam schütter werdende rote Haar und tastet nach seiner Brille auf dem Nachttisch. „Ich gehe gucken, was sie machen. Schlaf du doch noch ein bisschen weiter, Mollyschatz“, sagt er, während er sich ausgiebig streckt und noch einmal gähnt. Gerade, als er die Füße aus dem Bett schwingen will, schlägt die Tür laut gegen die Wand und gibt den Blick frei auf fünf kleine Rotschöpfe.
Ganz hinten ein, für sein Alter, großer Junge mit einer runden Brille, die Haare gekämmt und mit einem Bademantel über seinem Pyjama. Er hält einen riesigen Blumenstrauß in der Hand, von dem ein so betäubender Duft ausgeht, dass sein jüngerer Bruder neben ihm schon ein wenig weggetreten aussieht. Die Karte, die er trägt, ist von einer ebenso überdimensionierten Größe, wie der Strauß. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, vom Schlaf zerzaustem Haar und einem Frühstückstablett in der Hand, ein Zwillingspärchen. Und ganz vorne, die Augen noch rot vom Weinen, das einzige Mädchen.
„Alles Liebe zum Muttertag!“, klingt es Molly aus fünf Kinderkehlen entgegen. Strahlend kommen Percy, Ron, Fred, George und Ginny in das Zimmer, ihre Mitbringsel freudig der Mutter entgegengestreckt. „Dankeschön, meine Lieblinge! Das ist ja so lieb von euch.“ Mit einem wohlwollenden Blick lässt sie ihre Augen über das fast schwarze Rührei auf dem Teller, die verschmierten Gesichter ihrer Zwillinge und die Blumen, die ganz eindeutig aus ihrem Vorgarten stammen, schweifen. „Dass ihr mir mein Frühstück ans Bett bringt ist wirklich eine tolle Idee. Das hättet ihr doch nicht machen müssen.“ „Doch Mum“, erklärt George eifrig, „Es ist Muttertag und da darfst du dir keine Arbeit machen.“

Mit einem Lächeln genießt Molly das bereits ziemlich kalte und leicht angebrannte Frühstück, bewundert den hübschen Blumenstrauß und die von Rechtschreibfehlern nur so strotzende Karte Rons. Ginny hat sich an ihre Mum gekuschelt und knabbert vergnügt an einem Stück Toast.
Arthur schlägt seinen Kindern irgendwann vor, sich anzuziehen, damit sie im Garten die Sonne genießen könnten, und als alle verschwunden sind, lehnt Molly sich noch einmal mit einem Seufzen zurück. „Meine schönen Blumen, sie haben gerade angefangen zu blühen. Und ich bin mal gespannt, wie die Küche aussieht! Wenn Fred und George da ihr Unwesen getrieben haben, dann wird sie einem Schlachtfeld ähneln.“ „Ach Molly, mach dir keine Gedanken. Heute ist doch Muttertag, da darfst du dir keine Arbeit machen“, beruhigt ihr Mann sie mit einem Augenzwinkern, bevor er sich auf den Weg macht, um seine Sprösslinge zu einer Großputzaktion zusammenzurufen.


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