Blickwinkel – Aussichtslos verliebt - Maybe It's Better
von -Roxanne-
Erst mal entschuldigt, dass ich euch hab so lange warten lassen, aber es hatte dringenden Überarbeitungsbedarf in meinem Kopf gegeben, was den Verlauf meiner FF hier betrift. Aber das ist geklärt und was dabei rausgekommen ist, lest selbst.
@klothhilde: Ja... schon schade.
Aber wie du gleich lesen wirst es geht noch schlimmer...
@spiria: *seufz* Das auch immer alle stolpern müssen, ich glaube ich sollte mal ein Schild oder so aufstellen^^ Na Bald... ist wie eng ein dehnbarer Begriff. Und soo schnell hatte ich das nicht vor hier zu beenden.
@GringottsGoblin: Och ich hab da meine Pläne, mach dir darum n keine Sorgen. Konflikte gibs genug und vorallem hat Mel noch lange nicht ausgetanzt.
Und danke. Ja ich liebe einfach die Badewanne^^
Maybe It's Better
Das konnte doch nicht wahr sein. Das durften die nicht machen! Nach all dem was er ihr angetan hatte, wollten sie dieses verdammte Arsch hier behalten?
Ich hätte am liebsten alles kurz und klein geschlagen. Ihn geschlagen.
Hart biss ich die Zähne zusammen bis mein Kiefer knackte. Finster sah ich von Collins zu Baker. Wut kochte in mir hoch. Wie gern hätte ich jetzt...
„Fred nicht.“ Beruhigend, aber bestimmt legte Mum mir eine Hand auf den Arm. Sie alle wussten was ich am liebsten getan hätte und doch keiner verstand es.
Mühsam löste ich meinen Blick von Baker. Sah zu meinen Eltern, zu Lee. Und allein schon für seinen gequälten Gesichtsausdruck, die Fassungslosigkeit , die Verzweiflung, den Schmerz, allein dafür hätte ich diesen miesen, kleinen Wichser das Genick brechen sollen, als ich die Gelegenheit dazu hatte.
Tief atmete ich durch, versuchte nicht an das zu denken was gestern passiert war. Versuchte es zu vergessen. Aber es ging einfach nicht. Ich würde es nie vergessen. Jedes Mal, wenn ich Jay ansehen würde, würde ich mich daran erinnern.
„Fred! Wo willst du hin?“
Ohne Dad zu antworten verließ ich das Büro der Direktorin. Keinen Augenblick länger wollte ich dort bleiben. Keinen Augenblick konnte ich dort bleiben.
Kaum war ich wieder auf dem Gang schlug ich auf das nächstbeste ein was mir unter die Finger kam. Und in diesem Fall war es das gegenüberliegende Fenster.
Scherben bohrten sich in meine Haut, tief ins Fleisch, als das Fenster zerbrach. Es tat weh, aber nicht genug um zu vergessen.
„Verdammt Fred, was soll der Scheiß! Los komm mit.“ Ohne darauf zu achten wer mich da hinter sich herzog folgte ich ihm. Irgendetwas sagte mir, das es James war. Aber das war eigentlich auch egal. So ziemlich alles war egal.
Erst als wir vor der Tür zum Krankenflügel standen blieb ich stehen. So ruckartig, dass James es zu erst gar nicht bemerkte.
Ich konnte da nicht rein. Ich würde nur wieder zurück laufen und diesem Arsch den Hals umdrehen.
„Fred jetzt komm. Sie ist nicht da drin. Sie hat ein Extra-Zimmer bekommen, das weißt du.“, sagte James, als hätte er meine Gedanken gelesen. War ja auch nicht schwer zu erraten. Er öffnete die Tür und schob mich hinein. Sofort kam Miss Morgan herbeigestürtzt. Genau wie letzte Nacht.
Energisch zog mich die kleine Frau mit sich. Sie fragte nicht und sagen tat sie auch nichts. Sie war das genaue Gegenteil zu ihrem Mann. Der ständig die Klappe aufriss und seine Nase in Sachen steckte die ihn nichts angingen, weder als Lehrer noch als Mensch selbst.
Nachdem sie mich auf das nächstbeste Bett verfrachtet hatte, begann sie sorgfältig die Glassplitter aus meiner Hand zu ziehen. Doch davon bekam ich nichts mit.
Ich war in Gedanken wieder in dem leeren Klassenzimmer. Sah wie Baker sich mit selbstgefälligem Lächeln das Hemd zuknöpfte, wie Jay zusammen gekauert in der Ecke saß, mit nicht mehr als dem Fetzen Stoff an sich gedrückt, der einmal ihr Kleid gewesen war.
Wut überkam mich. Die Selbe wie letzte Nacht, wo ich Baker mit einem Schlag den Kiefer gebrochen hatte und ihm mit dem dritten bewusstlos geschlagen hatte.
Ich hatte Jay nicht einmal berührt, als ich ihr meine Jacke über die Schultern gelegt hatte. Sie hatte sich daran fest geklammert, als sei es ihr einziger Schutz, ihr einziger Halt.
Antun hatte ich ihr das niemals gewollt, aber sie hatte da raus gemusst. Und kaum hatte ich sie hoch gehoben, klammerte sie an mir, bohrte ihre Fingernägel in meine Haut. Sie hatte mich nicht loslassen wollen, doch sobald wir das Klassenzimmer verlassen hatten, verlor sie das Bewusstsein. Und seit dem war sie nicht wieder aufgewacht.
Ich wusste nicht was er ihr angetan hatte und ich wollte es ehrlich gesagt auch nicht wissen, aber er hatte meiner Jay mehr als nur weh getan.
„Du kannst zu ihr, wenn du willst.“, riss mich Miss Morgan aus meinen Erinnerungen und dafür war ich ihr dankbar.
Sie war wohl schon eine ganze Weile fertig, von den Schnitten waren nur noch Kratzer zusehen und die feine Spur aus Bluttropfen die ich hinterlassen hatte war auch nicht mehr da.
Stumm nickte ich und ebenso stumm folgte ich ihr.
In mir zog sich alles zusammen je näher ich dem kleinem, steril weiß gehaltenem Zimmer kam in dem Jay lag.
Sie war blass und ihre sonst so strahlende Haut war aschfahl. An ihrem Hals und ihrer Wange stachen rotbraun die verkrusteten Schürfwunden hervor. Scharf zog ich die Luft ein. Warum waren die Wunden nicht versorgt worden.
„Auf ihr liegt ein Fluch. Ein Vergessens-Zauber. Er lässt nicht zu, dass ihre Verletzungen mit Magie geheilt werden können. Und nur die Hexe, die sie mit diesem Zauber belegt hat, kann ihn wieder aufheben.“, beantwortete Miss Morgen meine unausgesprochene Frage. Aber ich verstand es trotzdem nicht. Hätte Baker das getan... das wäre irgendwo logisch. Und Jay selbst? Vielleicht unbewusst, als Schutz? Denn wer sollte Jay schon...
„Wir wissen nicht wer, aber sie war es nicht. Der Zauber ist zu mächtig, als dass es ein Schutzmechanismus wäre. Mr. Jordan meinte auch, dass es kaum möglich sei. Zwar kommt in der Kultur ihrer Mutter so etwas vor, aber nicht in diesem ausmaß.
Aber vielleicht ist es auch besser so, dass sie sich nicht daran erinnert.“ Sie warf Jay einen besorgten, aber sanften Blick zu. „Prof. Morgan meint aber der Zauber ist noch nicht ganz aus gereift. Eine junge, aber talentierte Hexe.“
Sie sprach noch weiter über das was sie und ihr Mann fest gestellt hatten, aber es interessierte mich nicht. Leise setzte ich mich neben Jays Bett. Strich ihr vorsichtig eine Strähne aus dem Gesicht. Ich spürte wie sie unter meiner Berührung zusammenzuckte.
Ja, vielleicht war es besser für sie. Sie könnte einfach da weiter machen, wo sie aufgehört hatte. Ohne eine einzige Erinnerung daran. Sie könnte einfach weiter Jay sein. Meine Jay.
Ja, für sie war es das Beste.
Aber was war mit mir? Könnte ich es ertragen mit dem Wissen zu leben, was man ihr angetan hatte, während sie völlig ahnungslos war?
Würde sie wirklich wieder meine Jay sein? Könnte ich sie genau so behandeln wie vorher?
Und wenn nicht? Würde sie es verstehen?
Für sie war es besser, aber für mich? Ich wusste es nicht. Aber es war auch egal. Einzig und allein sie zählte.
Die fast lautlosen, schleichenden Schritte meiner Schwester ließen mich aufblicken. Kurz sah sie zu Jay. Sie wusste nicht genau was man ihr angetan hatte, warum Jay hier lag. Und warum ihr Wunden nicht so schnell heilten. Und ich würde auch um jeden Preis verhindern, dass Rox es erfuhr.
Wenn ich es schon nicht schaffte Jay zu beschützen, dann wenigstens meine kleine Schwester. Sie musste nicht wissen, wie grausam Menschen sein konnten. Noch nicht.
Sie sah mich an. In ihren Augen war die nicht enden wollende Neugier zusehen, aber auch Sorge und der Schalk, dass sie wieder etwas angestellt hatte.
„Ich hab ihm eine Stinkbombe unters Bett gelegt und einen Silberpfeil, die sind zwar noch nicht ganz ausgereift, aber irgendwann muss ich sie ja mal testen. Eigentlich schade, dass Mum und Dad mich nachher mitnehmen.“
Ich rang mich zu einem schwachen Grinsen ab. „Sei doch froh, du hast zwei Tage länger Ferien als ich.“
Mir war nur zu klar, warum Rox jetzt schon mit nach Hause sollte. Ich hätte auch gehen können, aber ich wollte nicht. Ich konnte auch gar nicht gehen. Ferien ohne Jay, das waren keine Ferien.
Rox kam näher zu mir, warf noch einen kurzen Blick zu Jay, dann sah sie mich wieder an. „Du bist ganz schön blöd, weißt du das eigentlich? Sag es ihr doch einfach. Sie wird dich nicht dafür hassen, dass du sie liebst.“
Verblüfft sah ich Rox an. Wie kam sie denn bitte denn jetzt darauf?
Sie fing an zu lachen und für einen Moment dachte ich auch auf Jays Lippen sowas wie ein Grinsen gesehen zu haben. Aber das war doch nur Einbildung.
„Ich sag doch du bist blöd. Und blind. Aber glaub mir, das ist normal, wenn man verliebt ist.“
War das denn zu fassen? Da gab mir meine kleine, freche, neunmalkluge Schwester Ratschläge in Sachen Liebe, für die sie meiner Meinung nach viel zu jung war.
Mir viel der Mund auf, fassungslos sah ich Rox an.
Aber ein Gutes hatte das Ganze ja, es lenkte mich irgendwie ein bisschen ab. Es brachte die Fragen, die Zweifel, die in meinem Kopf schrien zwar nicht zum verstummen, aber sie wurden leiser.
Und vielleicht war das auch der Grund warum sie hier war.
„Du erzählst mir dann wie laut das Kreischen war, ja? Ich muss schließlich wissen, ob ich noch was verbessern muss.“ Rox war einfach unverbesserlich.
Kurz nickte ich. „Mach ich. Aber ich glaube du solltest langsam gehen. Mum und Dad warten bestimmt schon.“
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