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Fanfiction

110 Begebenheiten aus Lily Evans Leben - 12. Missbrauch

von jujube58

Missbrauch




Es gibt Menschen, denen würde man sein Leben anvertrauen.
Es gibt Menschen, denen man alles sagen kann und immer weiß, dass sie ihr Wissen, mag es noch so geheim sein, nie gegen dich verwenden würden.
Es gibt Menschen, denen nähert man sich und weiß, dass sie eine große Rolle im eigenen Leben spielen werden.
Es gibt Menschen, denen man nie zutrauen würde, dass sie dich hintergehen.
Es gibt Menschen, denen mehr Vertrauen geschenkt wird, als sie verdienen.

Lord Voldemort war hinter ihnen her. Hinter ihr, ihrem Mann und ihren Sohn. Nicht mehr, weil sie ihm Widerstand geleistet hatten, nicht mehr, weil sie eine muggelstämmige Hexe war und er sie trotzdem liebte und beschützte, sondern, weil er ihren Sohn töten wollte. Ihren kleinen Harry, der doch gerade erst einige wenige Monate alt war und sein ganzes Leben noch vor sich hatte.
Seit Professor Dumbledore bei ihnen gewesen war, versuchte Lily es zu verstehen. Aber es wollte ihr nicht einleuchten, es wollte ihr nicht in den Kopf gehen. Wie konnte jemand einem unschuldigen Kind etwas zu Leide tun wollen, einem Kind, das das Leben anderer Menschen mit so viel Licht und Freude erfüllte. Immer wieder musste sie an die Worte des Schulleiters denken, der ihnen riet, sich zu verstecken, sich im Hintergrund zu halten, um Voldemort so daran zu hindern, dass ihrer Familie etwas Schreckliches zustieß. Den Fidelius-Zauber sollten sie über ihr Haus aussprechen, ihren Aufenthaltsort in einem Menschen bewahren lassen. Lange hatten sie darüber diskutiert, oft hatten sie darüber gesprochen.
Wer konnte es sein, dem sie ihr Leben auf diese Weise anvertrauen konnten? Wer kam in Frage für eine solch verantwortungsvolle Aufgabe? Am Ende waren sie sich sicher, dass es nur einen Menschen gab, dem sie diese Aufgabe anvertrauen konnten: Sirius Black, der Mann, dem James am meisten auf der Welt vertraute. Sie waren Freunde, Brüder, Seelenverwandte. Sirius würde alles tun, um die Familie seines besten Freundes, seinen kleinen Patensohn zu schützen. Er kannte ihre tiefsten Sorgen, die sie plagten, nachdem sie ihnen die Nachricht überbracht worden war. Sirius wusste von Lilys Angst, von James’ Befürchtungen. Er konnte es von allen vielleicht noch am meisten nachfühlen, weil er selbst erfahren hatte, was es heißt, sich gegen die dunklen Mächte zu stellen, um dann alles zu verlieren. Er würde sie nie im Leben an Voldemort verraten, und würde er selbst dafür sterben müssen.
Jeder wusste, wie sehr die beiden sich vertrauten, wie gute Freunde sie waren, seit sie sich das erste Mal im Hogwarts-Express begegnet waren. Jeder – auch Voldemort. Wurde es dadurch zu riskant? War es nicht eigentlich zu offensichtlich? Es war ein Verräter unter ihnen, das befürchteten sie schon lange. Zusammen mit Sirius überlegten sie. Wer würde als Geheimniswahrer in Frage kommen. Jemand, der unauffällig war, jemand, dem man eine so große Aufgabe nicht zutrauen würde, jemand, der treu zu Dumbledore stand. Sie wählten Peter. Den kleinen, unbegabten Peter. Er sollte sie beschützen, weil es von ihm keiner erwarten würde. Es wäre ihre Chance, dass sie überlebten. Sie vertrautem ihm, dass er, so wie seine Freunde es auch für ihn getan hätten, eher sein Leben geben würde, als einen von ihnen zu verraten.
Der Fidelius-Zauber ward ausgesprochen. Das Leben nahm seinen gewohnten Gang. Lily und James waren zwar wie eingesperrt in ihrem Haus, doch sahen sie tagtäglich, dass es einen guten Grund dafür gab. Harry wuchs langsam heran, machte seine ersten Schritte und die ersten brabbelnden Laute kamen aus seinem Mund. Sie taten es für ihn, weil er leben sollte. Es war keine einfache Zeit, doch sie waren dennoch glücklich. Sie hatten einander und sie hatten ihre Freunde, die durch ihre Besuche versuchten, ein wenig Ablenkung in den manchmal tristen Alltag der Potters zu bringen.
Doch am Halloweenabend, ein Jahr nachdem sie sich in ihr selbstgewähltes Exil begeben hatten, wussten sie, dass sie Peter nicht als Geheimniswahrer hätten auswählen dürfen. Voldemort kam zu ihrem Haus. In diesem Moment wusste Lily, dass sie dem falschen Menschen vertraut hatten. Sie hatten gedacht, seine Freundschaft zu ihnen würde alles andere überwiegen, gedacht, er würde auf der Seite des Widerstandes stehen. Doch sie hatten sich getäuscht. Lily und James hatten ihm ihr Leben anvertraut, und Peter hatte dieses Vertrauen missbraucht.

Es gibt Menschen, die für einen sterben würden.
Es gibt Menschen, die erkennen, wenn ihnen grenzenloses Vertrauen entgegengebracht wird.
Es gibt Menschen, die für Gerechtigkeit und Frieden einstehen, auch wenn sie sich dadurch in Gefahr bringen, um dafür zu sorgen, dass andere in einer besseren Welt leben können.
Es gibt Menschen, die um keinen Preis der Welt ihren Freunden schaden würden.
Es gibt Menschen, die das Vertrauen, das man ihnen entgegenbringt, kaltblütig zu ihrem eigenen Vorteil missbrauchen.

_________________________________________________

So, es ist da. Ich bin wirklich, wirklich gespannt, auf eure Meinungen, vor allem weil das wieder mal so ein Thema war, das ich mir in Lilys Leben einfach nur schwer vorstellen kann.
Ich hoffe, es hat euch zumindest ein bisschen gefallen!
Liebe Grüße, jujube


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Ich war völlig panisch. Meine Eltern tanzen beide sehr gut, haben mir das aber anscheinend nicht vererbt. Alle Kids hatten etwa drei Wochen Zeit, um die Tänze einzuüben, aber weil ich so viele andere Szenen drehen musste, blieben mir nur ganze vier Tage. Sobald ich die Schritte halbwegs kapiert hatte, kam ich völlig aus dem Takt. Zum Glück soll Harry gar kein toller Tänzer sein.
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