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Fanfiction

Von Grautönen - Weg

von MineGeorgie-Fan08

Stille.
Erdrückende Stille.
Es war Nacht.
Die Blätter raschelten im kühlen Maiwind.
Vor ihm lag ein Haus in vollkommene Dunkelheit gehüllt.
Dort drinnen lag sie - Schlafend.
Sie war gerade mal zarte 17 Jahre alt und jetzt schon so wunderschön.
Er verzehrte sich nach ihr wie nach nichts sonst auf der Welt.
Beinahe war es, als könnte er ihren ruhigen Herzschlag und ihren regelmäßigen Atem hören.
Sein Herz dagegen begann, immer schneller zu schlagen je näher er dem Haus kam.
Er blickte nach oben, zu dem Fenster, hinter dem er sie vermutete.
Wäre sie nicht so gut behütet von ihren Eltern, dann würde er jetzt mit ihr fort - weit weg.
“Ich liebe, liebe, liebe dich!” hatte sie früher immer freudestrahlend gerufen, wenn er auf sie zu kam und ihre Arme um ihn gelegt und ihn geküsst.
Doch diese Zeiten waren vorbei.
Damals war sie noch so süß und unschuldig gewesen…
So zart..
Heute war sie ganz anders.
Verschlossen.
Kalt.
Traurig.
Keine Freude war mehr in ihren Augen zu sehen.
Er sah sie nicht mehr lachen und nicht mehr strahlen.
Wo war sein lebensfrohes Mädchen, das immer über alles gelacht hatte?
Wo war das Glänzen in ihren Augen, wenn sie sich über etwas freute?
Wo war ihr verträumtes Lächeln, das immer dann erschien, wenn sie nachdachte?
All das gab es nicht mehr, war verschwunden mit der Zeit.
Plötzlich hörte er Geräusche.
Jemand öffnete die Hautür.
Er musste verschwinden - Sofort!
Er rannte.
Rannte schneller und schneller, bis er in eine Nische entfernt von dem Haus schlüpfte und sich mit pochendem Herzen gegen die Mauer lehnte.
Er durfte sich nicht mehr so nah zu dem Haus wagen!
Es war zu gefährlich..
Die Chance, nicht entdeckt zu werden lag nun bei eins zu einer Millionen
“Ich liebe dich…” flüsterte der junge Mann und eine einsame Träne lief seine Wange hinab…





“Marli! Maarlii! Aufsteeeheeen!” kreischte meine kleine Schwester aufgeregt von unten.
Stöhnend fasste ich mir an den Kopf und drückte mir ein Kissen aufs Gesicht.
Ich wollte doch nur schlafen!
Schließlich wagte ich doch, einen Blick auf die Uhr zu werfen.
Es war 5 Uhr morgens!
Dafür würde ich dieses Biest umbringen!
Man weckte mich nicht einfach 4 Stunden zu früh!
In einem verzweifelten Versuch, einfach wieder einzuschlafen kuschelte ich mich in meine Decke und schloss die Augen.
Nach ein paar Minuten wurde mir jedoch bewusst, dass es zwecklos war und Berry tot!
Wie konnte so ein niedliches, kleines Mädchen von 5 Jahren nur so ein Biest sein?
Missmutig rappelte ich mich auf und stieg unter die Dusche.
Das angenehm warme Wasser konnte meine Laune nicht heben und weckte mich auch nicht auf - Dazu brauchte ich erst einmal einen Kaffee!
Schließlich zog ich mich an und verschwand nach unten in die Küche.
Berry war noch nicht da - Glück für sie.
Ich brühte mir einen Kaffee auf und vermischte diesen mit etwas Milch, so wie ich es am liebsten hatte.
Ich setze mich mitsamt dem Koffeinhaltigen Getränk an den Küchentisch und trank in kleinen Schlucken.
Erfreut bemerkte ich, wie das heiße Getränk meine Sinne anregte und mich wacher machte.
Nach einer ganzen Weile kam meine Mutter in die Küche und beäugte mich argwöhnisch.
“Du wirst noch süchtig nach dem Zeug!” meinte sie und deutete auf den Kaffe.
Ich quittierte das nur mit einem Schulterzucken.
Sie sagte es immer wieder zu mir und ich hörte doch nicht auf sie.
Ich konnte einfach nicht ohne Kaffee.
Nun kam eine fröhlich auf und ab springende Berry in die Küche und strahlte mich an.
Verdammt! Diesem Monster konnte ich einfach nicht lange böse sein!
Schon gar nicht wenn sie ihren Unschuldsengelblick aufsetze.
Ich seufzte leise und verschwand - sobald ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte - wieder oben in meinem Zimmer.
Es war nun kurz nach 6 Uhr. Ich suchte mein Zimmer noch einmal gründlich nach Dingen ab, die ich unbedingt nach Hogwarts mitnehmen wollte, fand jedoch nichts mehr.
Schließlich gab ich es auf zu suchen und legte mich mit einem Buch auf die kleine, gemütliche Couch in meinem Zimmer. Erst jetzt stellte ich fest, dass das Buch, das ich einfach wahllos aus dem Regal gerissen hatte, nicht einmal eines von meinen Büchern gewesen war.
Es gehörte Berry und trug den Titel ‘Das Entchen findet Liebe’
Es war ein Muggelbuch, so viel erkannte ich. Eigentlich war ich ja viel zu alt für solche Bücher - selbst Berry las sie nicht mehr - Aber wieso nicht?
Ich schlug das Buch neugierig auf und begann zu lesen…

“Marli! Wir müssen los! Komm jetzt endlich!” rief meine Mutter gestresst und ich klappte frustriert das Buch zu. Ich war gerade an der Stelle gewesen, an der das Entchen Donny vor dem großen Hund der Hausherrin flüchtete, und dann so was!
Aber eigentlich war ich ja selbst schuld. Wenn ich erstmal ein Buch angefangen hatte, dann versank ich in eine ganz andere Welt.. In eine Welt, die nur mir gehörte.
Vielleicht war lesen das einzige, was mich noch am Leben hielt…
Als meine Mutter erneut rief, verdrehte ich die Augen und stieg die Stufen zu ihr hinunter. Berry saß bereits im Auto - Eine praktische Muggelerfindung, die mein Onkel uns aufgezwängt hatte - und schlief. Ich verstaute meinen Koffer im Kofferraum und setze mich auf meinen Platz neben Berry. Von meinem Vater hatte ich mich gestern schon verabschieden müssen, da er heute bereits früh arbeiten musste.
Meine Mutter startete den Motor und wir fuhren los. Ich schaute aus dem Fenster über die grüne Wiese und fragte mich wie so oft, wieso wir eigentlich so abgeschieden lebten. Ich hatte es schon längst aufgegeben zu fragen…

Wir kamen kurz vor dreiviertel Elf an. Eigentlich musste ich nicht hetzen.
Ich tat es aber trotzdem. Von meiner Mutter und Berry verabschiedete ich mich schon vor dem Bahnhof. “Tschüss Mum…” murmelte ich und drückte sie an mich, während sie mich weinend in den Armen hielt. “Es ist doch nur bis zu den Ferien..” meinte ich und versuchte, sie zu trösten. Sie löste sich schluchzend von mir und lächelte mich an. “Ich weiß.. Du bist schon so ein großes Mädchen Marli.. Ich werde dich vermissen.” Ich nickte ihr nur bestätigend zu und drückte Berry, die immer noch schlief, einen kurzen Kuss auf die Haare, um mich von ihr zu verabschieden.
Auch wenn sie ein kleines Biest war - Man musste sie einfach lieb haben.
Schließlich betrat ich den Bahnhof Kings Cross und rannte Richtung Gleis 9 ¾.
Ich schaute mich kurz um, ob auch ja kein Muggel zu genau hinschaute und war schon hinter der Mauer verschwunden.
Die rote Dampflok stand beinahe schon einladend vor mir. Ich konnte mir ein kleines Lächeln nicht verkneifen, obwohl ich eigentlich selten lächelte..
Plötzlich überfiel mich etwas Braunes von der Seite - Um genau zu sein war es jemand und dieser jemand umarmte mich stürmisch.
“May..” nuschelte ich überrumpelt und befreite mich aus dem Griff meiner besten Freundin. “Marli!” quietschte May begeistert und grinste mich an. “Wie war dein Sommer?” fragte sie mit ihrer quirligen Art. Beinahe sofort fühlte ich mich besser und erzählte ihr von meinem eher langweiligem Sommer.
Bei May konnte einfach niemand schlechte Laune haben. Sie war ein richtiger Sonnenschein und ich konnte bis heute nicht verstehen, wieso sie etwas mit mir zu tun haben wollte. Ich war eigentlich das genaue Gegenteil von ihr - Launisch, pessimistisch, zynisch und beinahe nie lächelnd. Doch May schien das nicht zu kümmern. Mehr noch - Sie kümmerte sich sogar beinahe um mich. Immer wenn ich mal wieder total am Boden war, schauten ihre funkelnden blauen Augen mich durchdringend an und sie sagte zu mir: “Heute ist ein wunderschöner Tag und den kosten wir jetzt gemeinsam aus!”
Ich fand es rührend, wo ich doch so wenig von mir Preis gab.
Ja - ich konnte mich wohl als wandelndes Mysterium bezeichnen. Meine Vergangenheit war ein wohl behütetes Geheimnis und das würde es auch bleiben.
May holte mich mit einem lauten Lachen aus meinen Gedanken und deutete auf zwei Jungen, deren Haare plötzlich grün und blau waren. Wahrscheinlich hatten sie etwas von den Haarfärbungs - Toffees abbekommen, die Weasleys Zauberhafte Zauberscherze verkaufte. Verwirrt sah ich, dass wir schon an der Lok angekommen waren. Ich lud meinen Koffer ein und wir suchten uns ein freies Abteil.
Mir wurde gerade erst bewusst, dass dieses Jahr ja unser letztes war…
__________
Das war das erste Kapitel.
Kommentare sind natürlich erwünscht, Lob & Kritik hoffentlich in gleichem Maße. Allerdings werdet ihr sicherlich nicht geköpft, wenn ihr nicht kommentiert ;)


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

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