
von Chatterbox
„Oh, das ist ja so aufregend!“
Von dieser viel zu hohen, quiekenden Stimme konnte man Kopfschmerzen bekommen – zu gut, dass sie hier nicht zum reden waren.
Er hätte der Blondine ohnehin nicht länger als einer Minute zuhören können.
Sie war nicht unbedingt sehr schlau und das Problem mit ihrer Stimme trug auch nicht gerade zu einer angenehmen Unterhaltung da.
Aber Mädchen waren nicht zum reden bestimmt – zu mindestens nicht für ihn. Reden konnte er mit seinem besten Freund James Potter zur genüge.
„Findest du?“, erwiderte Sirius mit rauchiger Stimme.
Er wusste, dass die Mädchen das ganz besonders an ihn mochten.
Verführerisch fuhr er sich mit einer Hand durch seine inzwischen beinahe zu langen, lockigen Haare, und sah das Mädchen, dessen Name er nicht einmal wusste, aus seinen sturmgrauen Augen an wie ein Raubtier, das kurz davor war seine Beute zu vernaschen. Ja, so konnte man es auch sehen.
Um weitere sinnlose Unterhaltungen zu vermeiden, näherte er sich der Blondine mit drei großen Schritten und drängte sie schließlich mit seinem muskulösen Oberkörper an die kalte Mauer.
Er nahm seine Hände aus seinen Hosentaschen – es sah immer so verdammt lässig aus, sie dort zu haben – und platzierte eine direkt neben dem Kopf des Mädchens.
Diese Geste hatte etwas einengendes, bestimmtes. Mit der anderen Hand berührte er das Mädchen zunächst sanft an der Wange – immer langsam herantasten – und hob dann mit seinem Zeigefinger das Gesicht des Mädchens ein wenig an, sodass er ohne sich allzu sehr bücken zu müssen, sie küssen konnte.
Er begann mit einem zärtlichen Kuss, sodass man fast denken könnte, es wären Gefühle im Spiel.
Er ließ ihr noch eine kurze Verschnaufpause, in der er ihr tief in die azurblauen Augen sah. Er musste zugeben, dass sie hübsch war – natürlich war sie hübsch.
Er suchte sich immer nur die schönsten Mädchen der Schule aus.
„Sirius-“, fing sie an, doch er dachte nicht einmal daran sie aussprechen zu lassen und küsste sie erneut.
Diesmal jedoch heftiger und leidenschaftlicher als zuvor.
Er wollte kein Liebesgeständnis von dem Mädchen – das sicher gekommen wäre -, das zerstörte am Ende noch seine unbändige Lust.
Damit sie es nicht noch einmal versuchen konnte, ließ er die Lippen des Mädchens erst einmal nicht frei und erkundete mit seiner einen Hand allmählich ihren Körper.
Sie hatte eine ganz besonders schöne Oberweite, was um ehrlich zu sein der Grund war, warum er sie ausgewählt hatte.
Als er seine Hand allmählich unter ihr Top schob, ließ er doch kurz ihre Lippen frei, damit sie genussvoll stöhnen konnte.
Zufrieden nahm er war, wie auch ihre Hände seinen Körper langsam und schüchtern erkundeten.
Er wusste, das war der Traum eines jeden Mädchens, doch nur für manche wurde er wahr – und nicht ganz ohne Konsequenzen.
Nach einer wundervollen Stunde mit ihm – vielleicht auch weniger, je nachdem – würde sich dieses Mädchen wie jedes andere die Augen ausheulen, denn auch diesem würde er wie jedem danach erklären, dass dies einmalig war.
Was langsam angefangen hatte, ging immer schneller weiter.
Es dauerte nicht lange, da hatte Sirius das Mädchen schon bis auf den Slip ausgezogen. Geübt bedeckte er ihren zugegebener Maßen schönen Körper mit Küssen und verwöhnte sie – allerdings nur so weit, wie es ihm auch zu Gute kam. Er selbst war ebenfalls Oberkörperfrei, ansonsten aber noch bekleidet.
Wenn sie nicht fleißiger beim Ausziehen wurde, würde er sich am Ende noch selbst ausziehen müssen – und das wäre ehrlich gesagt eine Prämiere.
Bisher konnte die Mädchen ihn immer nicht schnell genug entblößt haben, was Sirius natürlich nicht im Geringsten störte.
Er war gerade dabei mit seiner Hand in ihren Slip zu fahren, als er ein Räuspern vernahm.
Ohne seine Position auch nur im Geringsten zu ändern, wand er seinen Blick dem Jungen zu, der sich ebenfalls in den Nebengang geschlichen hatte, den eigentlich nur die Rumtreiber kannten.
Sirius kannte diesen Jungen nicht, aber das musste er auch nicht, er hasste ihn bereits jetzt. Niemand, wirklich niemand, störte Sirius Black beim Sex.
Den Blick, den er dem Jungen zuwarf, hätte jedem – abgesehen von Krone natürlich – in die Flucht getrieben, aber dieser blieb – zwar eingeschüchtert, aber dennoch – stehen.
„Marie, was tust du da? Du weißt doch ganz genau, dass du für ihn nur ein kleiner netter Zeitvertreib bist.“
Der Junge besaß doch tatsächlich die Dreistigkeit ihn sein Mädchen wegzunehmen – na gut, er versuchte es lediglich.
Ziemlich erfolglos musste man dazu noch sagen.
Aber hatte er noch nie etwas von den Rumtreibern gehört?
Niemand legte sich mit ihnen an, wenn einem das Leben lieb war, und er war im Begriff wirklich lebensmĂĽde zu sein.
„Wenn du nicht innerhalb einer Sekunde verschwindest, Kumpel, dann kann ich für nichts garantieren.“, knurrte Sirius ihn an.
Knurren war eine treffende Beschreibung, denn dank seines Animagus – er verwandelte sich gelegentlich in einen Hund – hatte er durchaus tierische Eigenschaften, die ihn nicht minder gefährlicher machten.Tatsächlich zuckte der Junge kurz zusammen, machte allerdings noch immer keine Anstalten zu verschwinden.
Stattdessen biss er sich auf die Lippen und ballte die Fäuste, als ob er sich wirklich überlegen würde Sirius Black anzugreifen – Ha, nie im Leben!
„Black, lass Marie sofort in Ruhe!“
Als Antwort lachte Angesprochener bellend auf.
„Als ob sie das wollte!“, erwiderte er und grinste den Jungen hämisch an.
Wie zur Bestätigung ließ er seine Hand noch tiefer in den Slip sinken, sodass das Mädchen laut stöhnte.
Allerdings nur kurz, denn schnell biss sie sich auf die Lippen um es zu unterdrücken und sie wand ihr Gesicht vor Scham zur Seite – weg von dem Jungen.
Sirius konnte die Röte auf ihrem Gesicht in dieser Nähe sehr gut sehen und es gefiel ihm.
Er mochte es, wenn Mädchen sich für Dinge schämten, für die sie sich nun wirklich nicht schämen brauchten.
Er selbst schämte sich für nichts und ihm war auch nichts peinlich.
Leider bekam Sirius nicht mit, wie der Junge nun vollends die Beherrschung verlieh und mit der Faust nach ihm schlug, da er von dem blonden Mädchen und ihren roten Wangen abgelenkt worden war.
Er bemerkte seinen Fehler erst, als er den ziehenden Schmerz auf der Wange spĂĽrte.
Der Junge hatte mehr Kraft, als Sirius gedacht hatte. Sein Kopf flog ein wenig zur Seite und einen Moment musste er doch tatsächlich um sein Gleichgewicht ringen.
„Fass sie nie wieder an, verstanden?!“, schrie ihn der Junge an – Mensch, so langsam wurde es wichtig seinen Namen zu kennen! – mit leichter Hysterie in der Stimme.
Bevor Sirius sich wieder fassen konnte, zog der Junge das Mädchen am Arm von ihm weg.
„Sirius!“, rief sie widerstrebend, aber Sirius dachte nicht einmal daran sie aus den Fängen des Jungen zu befreien und der Junge dachte nicht daran, sie loszulassen.
Fassungslos sah Sirius zu, wie der Junge mit dem Mädchen im Schlepptau – er hatte sie sich über die Schulter geworfen, während sie ihm noch immer Hilfe suchend ansah – davon rannte.
Er konnte es nicht glauben.
Dieser Junge hatte nicht nur die Dreistigkeit ihn zu schlagen, sondern ihm auch noch zu drohen!
Niemand drohte Sirius Black!
Einen Moment war er noch wie erstarrt, dann fasste er sich endlich wieder und nahm die Verfolgung auf.
Nicht um das Mädchen zu retten und dort weiter zu machen, wo sie aufgehört hatten - Nein, das interessierte ihn momentan herzlich wenig -, sondern um diesen Jungen für seine Dreistigkeit grün und blau zu schlagen. Alles andere würde nur seinen guten Ruf und seine wohl gehütete Ehre schaden – und das würde er nicht zulassen!
Zum Glück hatte er heute die Rumtreiberkarte bei sich, sodass er die Beiden schnell fand. Der Junge zog gerade sein T-Shirt aus um das nackte Mädchen ein wenig zu bedecken, das auf dem Boden im Gang saß.
„Dachtest du etwa, du würdest so leicht davonkommen?“, sagte Sirius mit kalter, bissiger Stimme, die laut im Gang widerhallte.
Er zog elegant seinen Zauberstab aus der Hosentasche und richtet ihn drohend auf den Jungen.
„Niemand wagt es Sirius Black zu schlagen, verstanden?“
Die Angst in den Augen des Jungen war eine ungemeine Genugtuung und es gefiel ihm, dass immer mehr SchĂĽler anhielten um das Schauspiel zu beobachten, es aber niemand wagte, dazwischen zu gehen.
„Sirius!“
Er sah das Mädchen nicht einmal an, das voller Hoffnung seinen Namen rief.
Wenn sie glaubte, er wäre wegen ihr hier, dann war sie wirklich dumm.
Sirius Black lief keinem Mädchen hinterher und interessierte sich auch für keins.
Er interessierte sich lediglich für seine Ehre, die dieser Junge es doch tatsächlich gewagt hatte ins Wanken zu bringen.
Er flüsterte den Zauber, damit niemand außer ihm die Worte hörte, die dem Jungen vor ihm das Verderben bringen würden.
Denn die Zaubersprüche der Rumtreiber waren geheim – und verboten.
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