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Fanfiction

Niemand bricht mein Herz - Niemand bricht mein Herz

von Dobbyline


Come what may
I won't fade away
But I know I might change

Nothing comes easily
Fill this empty space
Nothing is like it was
Turn my grief to grace

("Grace" by Kate Havnevik)



Ein eiskalter Wind peitscht ihm an diesem Morgen ins Gesicht, er spürt die dünnen Arme seiner Tochter, die sich eng um seine Schultern schlingen. Fest hält er sie in seinen Armen. Dennoch sie ist es viel mehr, die ihm Halt und Schutz gibt, während er gedankenverloren seine Nase roten Haar vergräbt. Lily ist nicht nur ein absolutes Ebenbild ihrer Mutter, sie hat auch den Geruch nach einer frischen Blumenwiese, der immer an ihr haftet, übernommen. Weiter sog er diesen in sich auf.

Malfoy roch nicht nach einer Blumenwiese. Viel mehr nach Zigarettenrauch und einem süßlichem Parfüm, dass er seit Kindertagen gebrauchte. Warum musste er nur an eben diesen denken, wenn seine kleine Tochter friedlich in seinen Armen ruhte?! Sein Blick glitt durch den Garten, fiel geradewegs auf Ginny, welche glücklich strahlend James und Albus abwechselnd von hinten auf ihrer Schaukel an stupste. Wie in Trance vernahm er das glückliche Lachen seiner Kinder.

Machte es ihn zu einem schlechten Vater, dass er ständig an Platin-blonde penibel zurück gelegte Haare dachte, an graue Augen die ihn zynisch betrachteten, ihm all die Verachtung entgegen brachten, die er sonst von niemandem zu spüren bekam?! Ständig hörte er die überhebliche Stimme in seinen Ohren wider schallen.
Manchmal dachte er auch darüber nach, ob dies nachlassen würde, wenn Ginny ihm nur mit halb so viel Temperament begegnen würde, wie er es tat. Doch in ihrer Welt war alles perfekt, sie stritten nicht, sie beschimpften sich nicht, nichts. Für die meisten Menschen ein idyllisches Familienleben, wie man es sich nur wünscht, doch für Harry Potter war es zu wenig. Viel zu wenig.

Einige Jahre zuvor....

Eine unglaubliche Hitze durch fuhr seinen Körper, als seine Lippen Malfoys trafen, dessen Hände auf seinen Wangen lagen, nicht etwa zärtlich, schmerzhaft pressten sie Harry noch enger an ihn.
Lippen auf Lippen. Mehr war es nicht. Dennoch war es so intensiv, dass er laut auf keuchen musste. All die Spannung zwischen ihnen entlud sich in diesem einzigen Moment.
Im nächsten Augenblick verspürte er einen stechenden Schmerz an seiner Unterlippe, schlagartig versuchte er seine Sinne wieder unter Kontrolle zu bringen, bis ihm endlich dämmerte, dass Malfoy ihm heftig in die Unterlippe gebissen hatte. Sofort riss er sich los. Der metallische Geschmack seines Blutes machte sich kriechend auf seiner Zunge breit, während sie sich laut keuchend gegenüberstanden.
„Verflucht Potter, was soll das werden...?!“ Während er im ersten Moment verzweifelt die Hände hinter dem Kopf verschränkte, begann er im nächsten bereits gehässig in Harrys Richtung zu grinsen, welcher immer noch unter der Schwierigkeit litt, seinen Körper unter Kontrolle zu bekommen. Aber selbst wenn er Herr seiner Sinne gewesen wäre, wäre ihm niemals eine Erwiderung auf Malfoys Frage eingefallen.
„Potter, das....“ Malfoy schaute ihn nun wieder völlig ernst an. „...das wird nicht funktionieren!“
Es war so abstrus dies ausgerechnet zu Potter sagen, dass er doch wieder überheblich zu Grinsen anfing. Dieser hob ruckartig den Blick , um Malfoy verwirrt zu mustern. Hatte er dies hier wirklich ernst genommen?! Es war doch nichts. Nur eine Art Ladung die zwischen ihnen herrschte, sie immer wieder aneinander geraten lies. Mehr war es nicht und mehr würde es niemals werden.

„Warum?“ Pure Naivität. Doch es reizte ihn zu sehr, Malfoys Gedanken zu erfahren. Eine unruhige Stille erfüllte den Raum.

„Weil ich dein Herz brechen werde.“ Nun lag es an Harry sich ein Lachen nicht verkneifen zu können, Malfoy dagegen betrachtete ihn weiterhin mit ernster Miene.
„Vielleicht breche ich auch deins?!“ Auffordernd grinsend schaute er ihm entgegen, dies war ein Spiel. Ein Spiel mehr nicht. Doch Malfoy blieb todernst.

„Nein. Niemand bricht mein Herz.“




Seit diesem Tag hatte er das Loch in Harrys Leben gefüllt, hatte ihm seinen Hass und sein gesamtes Temperament entgegen gebracht, ihn jedes Mal aufs Neue herausgefordert. Niemand wusste davon.
Niemand, außer Ginny. Als er sich der Abtrünnigkeit dieses Gedankens bewusst wurde, musste selbst Harry grinsen.

Ja, seine eigene Ehefrau wusste, dass Draco Malfoy ihn vögelte. Monatlich, Wöchentlich.
Ob sie wusste, dass die Tatsache, dass sie dies ignorierte, um ihrer idyllischen Welt keinen Knacks zu versetzen, ihn noch weiter von ihr weg trieb?! In seinen schwächsten Momenten wünschte er sich wohl nichts mehr, als dass sie ihm dafür mit Verachtung und Hass begegnen würde. Dass sie ihn anschreien und ihm eine Ohrfeige geben würde und ihm damit zeigte, dass es sie auch noch gab. Sie und ihre ganze eigene Person, mit Rechten und Gefühlen. Doch dies war nie geschehen.

...

Laut keuchend fiel Malfoy über Harry zusammen, die Schübe seines Orgasmus immer noch tief in seinen Knochen spürend. Die Laken Schweiß-nass, die Luft erhitzt und ihre Körper vor Ekstase erzitternd lagen sie einige Sekunden zusammengesunken auf dem großzügigen Bett. Krampfhaft versuchten sie den Herzschlag des jeweils Anderen zu ignorieren, versuchten schwer atmend die Fassung zurück zu gewinnen.
„Ich hasse dich, Potter. Vergiss das nicht.“ Dies war eine Feststellung, welche Harrys Magen schwer zusammenziehen ließ. Dennoch grinste er schief und rollte sich von Malfoy weg. „Niemals, denn ich hasse alles an dir, Malfoy.“


Wenn er einmal darüber nachgedacht hätte, was diese Worte wirklich für sie bedeuteten, wäre er eventuell zu dem Schluss gekommen, dass es ihnen sehr viel mehr als Synonym diente. Es war so viel mehr als Hass, was zwischen ihnen stand. Doch sie hätten sich beide vorher einen Avada Kedavra gegeben, ehe sie dies nur zu denken gewagt hätten.
Aber bevor es allein dazu hätte kommen können, zerbrach ein ganz anderes Erlebnis das winzig, instabile Band, welches sich mühsam zwischen ihnen entwickelt hatte.


Wie immer nach dem Sex lagen sie schwer atmend nebeneinander, die Köpfe beide nach außen gedreht um den Anderen nicht anschauen zu müssen. Harry wartete wie immer nur auf eine ausfallende Bemerkung Malfoys, nach der er sich anziehen und einfach verschwinden konnte. Seine Ration Verachtung und Leidenschaft für die nächsten Wochen.
„Wenn mein Sohn das wüsste... Bei Salazar Potter, ich hasse dich so sehr für das, was wir hier tun...“ Statt des üblichen Stichs direkt durch den Magen, kurz und schmerzlos, spürte Harry wie seine Lippen sich öffneten, seine Zunge leise zischte.

Ich liebe dich...

Wie von selbst glitten die Worte aus seinem Mund, eine winzige Träne lief an seiner Wange hinab. Einen Augenblick hielt er den Atem an, bis er erschrocken hoch fuhr. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er Malfoy an, welcher ihn komischerweise nur ...verführerisch angrinste.
„Was hast du gesagt? Ich sag das nur ungern, Potter, aber dein Parsel klingt nicht schlecht.“ Schnell fuhr er sich mit der Zunge über die Lippen.
Harry saß nur da und konnte keinen Ton von sich geben, schaute Malfoy weiterhin entsetzt an. Im nächsten Moment sprang er auf, zog sich an, nahm Malfoys Fragen nur gedämpft wahr und rannte raus. Raus. Nur raus hier. Es war eindeutig zu weit gegangen.


Nach dieser Nacht hatte er Malfoy nie wieder kontaktiert, geschweige denn getroffen. Das Loch hatte sich wieder in seinem Leben breit gemacht, doch sie waren zu weit gegangen. Er war zu weit gegangen.
Seither vergnügte er sich mit McLaggen. McLaggen, es war so erbärmlich.

Erst letzte Woche waren sie, völlig betrunken versteht sich, im Hinterhof eines Muggel-Clubs in London verschwunden. Als wäre die gesamte Situation nicht erbärmlich genug, waren es eisgraue Augen, die Harry völlig aus der Fassung brachten, während sie ihn voller Verachtung bei seinem Treiben beobachteten. Malfoy beobachtete sie.
Doch es war mehr als Enttäuschung, was Harry in seinen Augen lesen konnte. Enttäuschung. Verletzung. Für einen kurzen Moment sprachen seine Augen Bände, doch im nächsten klärten sie sich bereits auf und er verschwand wieder in der Dunkelheit.

Ja, in einer romantischen Liebesschnulze wäre er ihm vielleicht hinterher gelaufen, um sich zu entschuldigen, sich zu versöhnen und danach den besten Sex ihres Lebens zu haben. Er würde Ginny verlassen und die Kinder am Wochenende zu sich holen und sie würden Malfoy lieben lernen. Doch wo blieb da die Realität?!

Niemand war bereit für diese Beziehung. Erst recht nicht sie Beide.
Doch in einer Sache war Harry sich ziemlich sicher:

Er hatte Malfoy, unter der Last für ihn völlig ersetzbar zu sein, sein Herz gebrochen.


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