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Fanfiction

Augenblicke - 8.

von jujube58

Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Hier kommt ein weiteres Stück der Erinnerungen Lilys bevor sie stirbt. Ich hoffe, es gefällt euch und ich freu mich natürlich, wenn ihr mir eure Meinung mitteilen würdet :)
Liebe Grüße, jujube
_________________________________________________

„Heiraten?“ Die Frage klang in der Luft scheinbar ewig nach. Lily und James blickten in sechs ungläubig starrende Gesichter. Bei den beiden jungen Frauen, die anwesend war, wurde dieser schnell zu einem breiten Grinsen. Sie stürzten sich laut kreischend auf ihre Freundin, umarmten sie und hüpften dann mit ihr im Kreis durchs Zimmer.
Als nächster kam Frank mit einem schelmischen Gesichtsausdruck auf James zu, schlug ihm auf die Schulter und beglückwünschte ihn. Auch Remus und Peter fingen sich, konnten das Gehörte zwar immer noch nicht ganz begreifen, freuten sich jedoch für ihren Freund.
Nur Sirius saß da, auf dem grünen Sessel vor dem Kamin, die Beine unter dem kleinen Tischchen vor sich ausgestreckt. Sein Mund stand offen, seine Augen wurden immer größer.
„Tatze? Ist alles in Ordnung mit dir?“ Remus fragte halb besorgt, halb belustigt. Wie in Trance schüttelte sein schwarzhaariger Freund den Kopf. „Nicht wirklich, oder James? Sag, dass das ein Scherz ist!“
Jetzt starrten ihn alle an. Lily saß wieder neben James auf dem Sofa, ein kleines, glückliches Funkeln in ihren Augen, die sich jetzt etwas verdunkelten. Sie zog eine Augenbraue hoch. Auch James schien verwirrt. „Was ist das Problem? Lily ist die Liebe meines Lebens, das weißt du doch auch. Seit ich 15 bin, habe ich von diesem Moment geträumt, in dem sie Ja sagt. Obwohl, eigentlich hat sie das ja noch nicht. Sie hat mich nur angestarrt…“ Er grinste seine Verlobte an, drückte ihr einen Kuss auf die Nasenspitze.
„Oh mein Gott! Er will heiraten. James Potter will heiraten!“ Immer noch schüttelte Sirius den Kopf, seine Gedanken scheinbar ganz weit weg.
Dann sprang er plötzlich aus dem Sessel auf, schrie lauter auf als die Mädels vor ihm, packte Lily bei der Hüfte und wirbelte sie einmal im Kreis herum. „Er hat's geschafft! Er hat's geschafft! Jetzt muss ich mir nie wieder sein Gejammer anhören, dass du ihn nie heiraten wirst! Danke, Lily! Ich liebe dich dafür!“

Eine gedrückte Stimmung herrschte im Hinterzimmer des Eberkopf. Keiner wagte einen Ton zu sagen, es war still, ab und zu unterbrochen von einem leisen Schniefen oder dem Kratzen der Stuhlbeine auf dem Boden.
Professor Dumbledore stand schließlich auf. Er hielt den Kopf gesenkt, seine sonst so strahlenden Augen wirkten müde. „Sie haben gekämpft, mutig gekämpft und doch verloren. Wieder einmal sehen wir, mit welch mächtigem Gegner wir es zu tun haben. Erinnert euch an Fabian und Gideon Prewett, wenn ihr das nächste Mal dort draußen für unsere Sache kämpft. Erinnert euch an ihren Mut und das Opfer, dass sie gebracht haben. Danke.“ Damit verschwand er aus dem Raum, hinter sich eine Blase der Trauer und Furcht zurücklassend.

Der Briefschlitz klapperte. Neugierig ging Lily zur Tür. Wer schrieb ihnen denn auf nichtmagischem Wege Briefe? Oder war es nur wieder Werbung? Auf der Fußmatte lag ein Umschlag aus dickem, pastellfarbenem Papier, mit einer eleganten Schrift, die ihr irgendwie bekannt vorkam, an sie adressiert.
Ungeduldig riss sie den Brief auf, fand darin eine ebenso pastellfarbene Karte. Liebe Lily, am 1. August 1978 werden Vernon Dursley und Petunia Evans den Bund der Ehe eingehen. Die festliche Trauung findet statt um 11.00Uhr im Rathaus zu Little Whinging, gefolgt von einem Sektempfang. Ab 20.00Uhr laden wir zur Hochzeitsfeier. Du bist mit Begleitung herzlich eingeladen. Darunter stand noch gekritzelt: Du musst nicht kommen, aber es wäre mir eine Ehre, dich an meinem großen Tag dabei zu haben, da du ja der letzte Rest meiner Familie bist. Petunia.

Lily erwachte im schwach erleuchteten Wohnzimmer. Ihr Nacken schmerzte, sie hatte in einer unbequemen Stellung geschlafen. Sie rieb sich die Augen und blickte sich verwirrt um. Was machte sie auf dem Sofa? In ihr stieg die Erinnerung an den letzten Abend auf. James war um acht Uhr gegangen. „Ich bin spätestens um eins wieder da, Lily. Wir wollen nur uns nur mal wieder ein bisschen unterhalten und so, ein Bier trinken. Das wird nicht allzu lange dauern, aber du brauchst nicht auf mich warten.“ Dann hatte er sie auf die Stirn geküsst, ihr noch ein Lächeln geschenkt und war gegangen. Lily hatte sich auf das Sofa im Wohnzimmer gesetzt, mit einem Glas Wein in der Hand und einem Buch. Dann musste sie eingeschlafen sein. Aber wo war James? Es war schon lange nach drei Uhr.
Normalerweise brachte er sie ins Bett, wenn sie wenn er nach Hause kam und sie auf dem Sofa eingenickt vorfand, weil sie doch hatte auf ihn warten wollen. Oder blieb bei ihr. Und jetzt?
„James! James! Wo bist du?“ Keine Antwort. In ihren Gedanken malte sie sich die schlimmsten Szenarien aus. Entführt. Verletzt. Getötet. Tränen sammelten sich in ihren Augen.
Als die Tür leise aufging, schreckte sie hoch. Blitzschnell langte sie nach ihrem Zauberstab und wischte sich einmal mit dem Handrücken über das Gesicht. Jemand schlich auf Zehenspitzen durch die Diele. Direkt auf das Wohnzimmer zu. Die Tür war nur angelehnt. Langsam, ganz langsam wurde sie aufgeschoben. Lily hob den Zauberstab, bereit sich zu verteidigen und einen Fluch abzufeuern.
Doch die Person, die den Raum betrat, war kein Todesser oder Eindringling. Es war James. Erleichtert ließ Lily den Zauberstab sinken, wollte auf ihn zu laufen, doch dann fiel ihr wieder sein Versprechen ein. Wut funkte in ihr auf. „Wo kommst du denn jetzt her? Wie war das, mit um eins zu Hause sein? Weißt du eigentlich, was ich mir für Sorgen gemacht habe?“ Wie mit einer Pistole schoss sie die Fragen auf ihn ab, eine nach der anderen, mit zornfunkelndem Blick.
„Ich musste noch Sirius nach Hause bringen. Er…“ „Ich dachte, Todesser hätten dich angegriffen! Ich dachte, du seist verletzt oder tot! Ich hab mir Sorgen gemacht, James!“ „Lily, es tut mir Leid! Ich wollte das nicht. Nur, als ich gehen wollte, wollte Sirius noch ein Glas mit mir trinken, und dann noch eins und so weiter. Danach konnte er kaum mehr zwei Schritte geradeaus gehen, da hab ich ihn heimgebracht.“ „Jetzt schieb die Schuld bitte nicht auf deine Freunde, James! Gibs doch einfach zu, dass du nicht auf die Zeit geachtet und daran gedacht hast, dass die kleine Lily ja auch noch da ist und auf dich wartet, dass du ihr versprochen hast pünktlich zu sein. Ist ja auch egal, die kleine Lily ist ja nicht so wichtig!“ Aufgebracht stürzte sie aus dem Raum hinauf ins Schlafzimmer. Hinter sich hörte sie James' verzweifelten Versuch ihr etwas zu sagen. Aber sie ignorierte ihn.

Sie lag im Bett und starrte an die Decke. Stille Tränen bahnten sich den Weg ihre Wangen hinab, nur um dann leise im Kopfkissen zu verschwinden. Fragen wirbelten in ihrem Kopf umher, ließen sie nicht los, verhinderten ihr Schlaf zu finden. Warum war James nicht pünktlich gekommen? Warum hatte er ihr nicht wenigstens Bescheid gesagt? Warum konnte sie nicht sauer auf ihn sein?
Ein Schluchzer entrang sich ihrer Kehle, während die Morgensonne sich langsam ihren Weg über den Horizont bahnte und somit die Welt in einen rosagelben Schimmer erstrahlen ließ. Ein leises Klopfen an der Tür. Lily reagierte nicht, doch die Klinke wurde langsam runtergedrückt. Im Rahmen erschien James, ein Tablett mit Kaffee und Brötchen in der Hand, eine einzelne Blume in einer kleinen Vase.
„Lily, es tut mir Leid!“ Langsam kann er auf sie zu, setzte das Frühstückstablett auf dem leeren Teil der Matratze ab und setzte sich dann neben sie. Schwerfällig drehte sie ihm den Kopf zu, unausgesprochene Fragen im tiefen Grün ihrer Augen. Und James verstand, verstand ohne ein Wort. „Ich liebe dich, Lily. Ich hätte dir eine Nachricht schicken sollen.“ „Warum hast du das nicht getan? Ich hab mir Sorgen gemacht.“ Ihre Stimme war leise, ein Flüstern, kaum vernehmbar. „Ich weiß es nicht, ich hab nicht dran gedacht in dem Moment! Es tut mir Leid, dass du wegen mir Angst hattest!“ In seinem Blick sah sie ehrliches Bedauern und in der Tiefe ihres Herzens wusste sie, dass er ihr die Wahrheit gesagt hatte. Behutsam beugte sie sich zu ihm, ihre Lippen trafen seine bis die rosagelbe Welt vorm Fenster und das Frühstückstablett auf der Matratze vergessen waren.

Ein Abend mit Freunden. Heute waren sie nicht im Dienst, konnten einmal wieder am Wochenende ihr Leben und ihre Jugend genießen. Sie trafen sich in Lilys und James' Wohnzimmer, tranken Butterbier, aßen Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung und lachten so ausgelassen, wie schon seit langem nicht mehr. Aller Druck schien von ihnen gefallen zu sein, so, als wäre die Bedrohung, die draußen lauerte, weit von ihnen gerückt, so, als gehöre sie in eine andere Welt.
Lily, Alice und Rose hatten sich in eine Ecke verzogen, wollten mal wieder ein Gespräch unter Freundinnen führen, ohne, dass die Jungen mit ihren lauten Scherzen dazwischenfunkten. Sie tauschten Neuigkeiten aus, Rose erzählte von ihrer Zeit in Salem, Lily von ihrer Arbeit beim Orden. Als es an Alice war zu berichten, lief sie leicht rosa an und wendete ihren Blick schüchtern ab. „Ich muss euch was sagen…“ „Oh mein Gott, du bist schwanger?“ Rose zog gleich voreilige Schlüsse aus dem Benehmen ihrer Freundin. Und auch Lilys Augen weiteten sich. „Liz, ich freu mich ja so für dich! Wie lange weißt du es denn schon? Das ist ja so toll!“ Völlig überrumpelt wehrte Alice ihre beiden Freundinnen ab, die sich für eine große Umarmung auf sie gestürzt hatten. „Nein! Nein! Hört auf! Ich bin nicht schwanger, ich werde nur heiraten!“ Ein Lächeln wie das eines Honigkuchenpferdes zierte ihr gerötetes Gesicht.
Diese Nachricht löste ein lautes Kreischen bei Lily und Rose aus, die sich erneut auf Alice warfen, um sie in ihre Arme zu ziehen.
Am Wohnzimmertisch fiel Sirius fast vom Sofa, während er lebhaft von seinem letzten Ausflug mit seinem fliegenden Motorrad berichtete.

Sie saßen wieder einmal auf der kleinen grünen Bank in ihrem Garten und redeten. Sie sprachen über die bevorstehende Hochzeit. Sie hatten ein Datum festgelegt. Sie wollten Anfang September heiraten, wenn die wunderschöne Spätsommerzeit beginnen würde. Ihre Freunde und James' Familie hatten die Botschaft freudig aufgenommen, freuten sie sich doch für die beiden.
Ein erster Schmetterling flog über die Blumenbeete, die Lily vor einiger Zeit angelegt hatte. Mit einem leisen Lächeln sog sie die noch frische Luft ein und kuschelte sich noch ein bisschen mehr in James' Arme.

Ein Brief erreicht James während des Abendessens. Sie saßen vor der geöffneten Gartentür, die Sonne schien noch hell und ein laues Lüftchen brachte die Düfte und Klänge der Nachbarschaft zu ihnen ins Wohnzimmer.
Eine große Schleiereule hielt direkt auf den gedeckten Tisch zu, warf ihre Nachricht ab und verschwand dann wieder. Lilys Augen wurden groß, als sie die Farbe des Briefumschlags sah. Schwarz. Das bedeutete nichts Gutes. Hatte es noch nie. Langsam streckte James die Hand danach aus und öffnete das Pergament mit dem Zauberstab. Beim Lesen weiteten sich seine Augen, sein Blick war verschleiert, ungläubig, voller Schmerz. Lily sah ihn an, musste wissen, was in dem Brief stand. „James?“, fragte sie ganz vorsichtig und leise. Sein Kopf wendete sich ihr wie in Trance zu, immer wieder schüttelte er ihn. „James, was ist passiert?“ Wortlos hielt er ihr das Pergament entgegen, unfähig auch nur einen Ton über die Lippen zu bringen. Lily las. Am Ende angekommen schluckte sie schwer, Tränen sammelten sich in ihren Augen.
Es konnte nicht sein. Es durfte nicht sein. James' Eltern. Tot. Eine Familie zerstört, nur wegen eines Fanatikers. Nur weil sie hatten helfen wollen. Und ihre Illusion zusammengebrochen. Er war überall, konnte morgen bei ihnen sein.
Langsam legte sie die Arme um James, drückte ihr Gesicht an seine Schulter. Sie weinte, weinte um eine weitere Familie, die sie verloren hatte. Weinte mit ihm, dessen Leben zerstört schien. Weinte, weil sie allen Schmerz mit ihm teilen wollte.

Sie saßen zusammen. Mussten überlegen, wie es weitergehen sollte. Doch Lily konnte nicht, sie wollte nicht darüber nachdenken. James' war still und in sich gekehrt, Sirius ebenso. Sie konnten ihren Schmerz nicht in Worte fassen. Und es schmerzte sie, die beiden mit diesem verletzten, unendlich traurigen Blick zu sehen. Deshalb weinte sie, obwohl andere viel mehr Grund dazu gehabt hätten, als sie.

Wieder auf einem Friedhof. Diesmal nicht allein, doch mit einem zerrissenen Herzen, das genauso schmerzte, wie damals. Schmerzte, weil es James wehtat, weil er weinte und sie ihm nicht helfen konnte. Diesmal schien die Sonne und schien sie alle zu verspotten.
Als die Särge in das dunkle Grab hinabgelassen wurden, drückte sie auf der einen Seite ganz fest James' Hand, auf der anderen Seite Sirius', der mit versteinerter Miene dastand, eine glitzernde Träne im Augenwinkel.

Sie fand James mit abwesendem Blick, ein Glas mit Feuerwhiskey in der Hand. Leise setzte Lily sich neben ihn, lehnte sich ein wenig an ihn. Sein Blick wanderte zu ihr, begegnete der unausgesprochenen Frage in ihren Augen. „Ich denke nur ein wenig nach. Was jetzt sein soll. Mit uns, mit der Hochzeit…“ „James, wir müssen das nicht. Zwischen uns wird sich nichts ändern, auch wenn wir nicht sofort heiraten! Ich liebe dich und ich weiß, dass du mich liebst. Wir können das irgendwann anders machen, wenn die Zeiten besser geworden sind, wenn das mit deinen Eltern....“ Doch James schüttelte den Kopf. „Nein, ich möchte dich heiraten, so wie wir es geplant haben. Mum und Dad hätten nicht gewollt, dass ich mein Leben aufgebe. Sie wollten, dass ich glücklich bin und das bin ich, wenn ich mit dir zusammen bin. Sie haben sich so gefreut, dass wir heiraten wollen. Und ich möchte es nicht noch weiter verschieben. Ich habe schon zu lange darauf gewartet.“ Ein Lächeln stahl sich in seine Mundwinkel und seine Augen nahmen wieder ein wenig von ihrem früheren, typischen Rumtreiberglanz an.

Aufgeregt stand sie vor der Tür im Ligusterweg Nummer 4. Ganz fest drückte Lily noch einmal James' Hand, bevor sie klingelte. Nur einen kurzen Augenblick später stand eine blonde, große Frau in der Tür, einen undefinierbaren Ausdruck im Gesicht. Lily biss sich auf die Lippen, wusste sie doch nicht, wie sie ihrer Schwester gegenübertreten sollte. „Ähm, hi, Petunia…“ Zwei Sekunden später fand sie sich ihren Armen wieder.
Sie redeten lange. Nicht über alles, aber wenigstens redeten sie. Petunia erzählte von ihren Plänen für den Ablauf der Hochzeit am nächsten Tag und bedankte sich sogar für die Einladung zu Lilys großem Tag. Immer noch war sie distanziert, ein wenig abweisend. Die Umarmung war ein ungewohnter Gefühlsausbruch ihrerseits gewesen und hatte auch nicht lange gedauert. Doch Lily war es egal. Ihre kleine Welt schien ein bisschen heller, während sie neben James auf dem schrecklich gemusterten Sofa im Wohnzimmer ihrer Schwester saß und Tee trank.

Ein Patronus mitten in der Nacht. Ein Kampf ohne Ausweg, denn die Todesser hatten ihre Opfer schon gefordert. Edgar Bones und seine gesamte Familie wurden in ihrem Haus unter dem Dunklen Mal gefunden. Wieder ein Mitglied des Widerstandes, das den gewaltsamen Tod gefunden hatte.

„Nein, es ist zu lang. Es passt nicht. Und ich bin einfach viel zu fett geworden! Ich werde nie ein Kleid finden und dann wird James mich nie im Leben heiraten wollen. Ich verstehe das sowieso nicht, wieso gerade ich.“ „Lily, ganz ruhig bleiben! Es ist perfekt! Du siehst wunderschön aus, also hör auf dich zu stressen. James würde dich sogar heiraten, wenn du in einem Kartoffelsack auftauchen würdest. Nämlich weil er dich liebt! Also hör auf dir mehr Gedanken zu machen, als notwendig!“ Liebevoll nahm Alice ihre völlig aufgelöste Freundin in den Arm, die einfach nicht das perfekte Kleid für ihre Hochzeit zu finden schien.

„Lily, Lily, Lily!“ Wie ein Blitz rannte Rose auf ihre rothaarige Freundin zu und fiel ihr um den Hals. „Ich bin ja so aufgeregt, du wirst heiraten! Oh mein Gott, da sind ja auch Alice und Frank! Und James, Sirius, Remus, Peter. Hach, ich muss ihnen gleich Hallo sagen.“ Und weiter wirbelte sie auf ihre alten Schulfreunde zu. Umarmte alle und warf jedem ein paar Worte entgegen, bevor sie sich auf Lilys und James' grüne Bank fallen ließ.

Langsam schritt sie den Gang zwischen den Stuhlreihen entlang. Fast alle waren gekommen, sogar Petunia und ihr Mann Vernon, auch wenn sie beide mit sehr skeptischem Blick in einer der letzten Reihen saßen.
Doch Lily machte sich darüber keine Gedanken. Denn vorne, ganz am Ende des Ganges, vor dem kleinen Zauberer, der sie trauen würde, stand James. Sein Blick war auf sie gerichtet, voller Wärme und Zärtlichkeit. Er streckte ihr eine Hand entgegen und spätestens da wusste Lily, sollte sie jemals gezweifelt haben, dass dies die beste Entscheidung ihres Lebens war. Sie würde James heiraten, würde für immer mit ihm zusammenbleiben und glücklich werden. Als der kleine Zauberer sie fragte, ob sie „den hier anwesenden James Potter zu ihrem Ehemann nehmen und ihn lieben und ehren“ wolle, kam ihre Antwort ganz tief aus dem Innersten ihres Herzens: „Ja, ich will!“ Sie fand James' Augen, die genau ihre Gefühle widerspiegelten. Hinter ihm stand Sirius, der Trauzeuge, zwinkerte ihr zu und grinste. Lily konnte nicht anders, sie grinste zurück. Denn sie wusste, dass die Worte „bis dass der Tod uns scheide“ wahr waren. Nur der Tod würde sie beiden noch auseinander bringen können.

Es war ein ausgelassenes Fest. Sie schossen Fotos über Fotos, aßen und lachten. Als James seine Lily zu ihrem ersten gemeinsamen Tanz als Ehepaar aufforderte, war alles perfekt.
Alle schienen die allgegenwärtige Angst vor Voldemort und seinen Anhängern für einen Abend verdrängt zu haben. Es zählte nur die Freude darüber, dass selbst in dunklen Zeiten, wie diesen, noch wahre Liebe herrscht und zwei junge Menschen durch ihre Zuneigung vielen Leuten Hoffnung gaben. Hoffnung, dass alles besser werden würde.

Lichtblitze schossen umher. Laute Flüche mischten sich mit dem Stöhnen und Schreien derer, die getroffen worden waren. Sie kämpften, kämpften mit Leib und Seele. Lily duellierte sich mit einem hochgewachsenen Todesser, der ihre Zauber im Bruchteil von Sekunden abzublocken schien. Immer wieder versuchte er, ihren Schutzschild zu durchbrechen, doch es gelang ihm nicht. Mit einem gut gezielten Ganzkörperklammerfluch konnte sie ihn schließlich aus Gefecht setzen.
Suchend glitt ihr Blick über die Menge der Kämpfenden. Alice kauerte auf dem Boden, eine Wunde am Arm. Remus schockte eine langhaarige Todesserin. Sirius stand Frank und Peter bei, die sich mit mehreren Anhängern Voldemorts gleichzeitig duellierten. Da waren Dumbledore, Moody und noch viele andere. Und da war James. Ihm gegenüber eine schwarzgewandete Gestalt, die Augen blutrote Schlitze, die Haut kalkweiß. Er kämpfte neben einer kleinen Frau, die durch einen Fluch ihres Gegenübers zu Boden gestreckt wurde und reglos liegen blieb.
So schnell ihre Beine sie trugen rannte Lily auf sie zu. Versuchte einen Schockzauber anzubringen, doch er wurde geblockt. Sie kämpfte. Kämpfte mit Leib und Seele. Neben sich James, auch er hochkonzentriert. Immer wieder wichen sie den Flüchen Voldemorts aus, konnten sich verteidigen, kamen mit nur kleinen Blessuren davon. Dann ploppte es plötzlich in der Luft. Zauberer der magischen Polizeibrigade und Auroren. Sie stürzten sich in das Getümmel, konnten jedoch kaum einen Todesser fangen. Denn sobald die Ministeriumszauberer erschienen waren, hatte die Luft vom Geräusch vieler disapparierender Hexen und Zauberer widergehallt.

Sie fanden sich wiederum an einem Grab, die Köpfe gesenkt. Lord Voldemort hatte weitere Opfer gefordert. Dorcas Meadowes, die mit James zusammen gekämpft hatte, war tot. Sie hatte den Todesfluch des schwarzen Magiers nicht überlebt. Auch andere waren während des Duells umgekommen. Wieder trauerten sie. Trauerten um die Verstorbenen, die ihr Leben im Kampf um das Gute gelassen hatten.

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Momentan komme ich leider nicht wirklich dazu, an dieser FF weiterzuarbeiten. Sobald wieder ein bisschen mehr Zeit ist, werde ich sie aber auf jeden Fall beenden, da sie mir doch sehr am Herzen liegt. Ich hoffe natürlich, dass ihr das verstehen könnt :)


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