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Fanfiction

Leuchtende Gefühle oder bloßgestellte Emotionen? - -schweben-trinken-eintreten-

von CathyWheeler

Mit einem Krachen kippte der Koffer um. Aufgeschreckt setzte Tara sich auf.

Sirius' Hauself beugte sich über den Inhalt des Koffers. Es hatte den Anschein, als wollte er darin etwas verstecken.
Tara war so entsetzt über die Tatsache, dass dieses hässliche Wesen ihre Kleider mit seinen verschmutzten Klauen verwühlte, dass sie ihn zuerst nur geschockt anstarrte.
Kreacher kümmerte sich nicht um sie und machte emsig weiter.
Sie bemerkte, dass sie in voller Montur anscheinend geschlafen hatte und zog ihren Zauberstab aus der Außentasche.
„Stupor“, schrie sie so durchdringend, dass ihr der Staub von der morschen Decke auf die Schultern fiel.
Der Hauself fiel weich auf Taras Umhängen.
Als sie gerade dabei war, ihn mit einem Schwebezauber nach draußen zu befördern, krachte die Tür auf und Sirius, mit erhobenem Zauberstab und im Morgenmantel, hastete hinein. Hinter ihm lugte das Mädchen mit den braunen Haaren und dem Durchschnittsgesicht ins Zimmer.
„Ich habe nur vergessen meine Tür zu verschließen, deshalb hatte ich diesen Absch- ähm - Eindringling zu Besuch.“ Tara zeigte auf den Elf und lächelte Sirius beschwichtigend zu.
Sirius senkte den Zauberstab. Er blickte den schwebenden Kreacher mit kalter Wut an und machte seinem Zorn Luft: „Hat dir irgendwer befohlen, hier herumzuschleichen, du wertloses Stück Minimuffmist? Und was hast du diesmal wieder mitgenommen? Ich untersage dir-“
Der Braunschopf unterbrach ihn mit schriller Stimme: „Sirius, er ist eine Person mit Gefühlen, so kannst du nicht mit ihm reden! Selbst Dumbledore will, dass wir nett zu ihm sind!“
„Dumbledore“, zischte er ihr augenrollend entnervt zu. „Hermine, merkst du nicht, dass er zu dir-“
Tara beendete den Zauber und Kreacher klatschte auf Sirius' Hausschuhen, welche er angeekelt zurückzog.
Sie räusperte sich: „Also, ich gehe jetzt frühstücken und nur so nebenbei: Er ist geschockt und versteht demnach gar nichts. Einen schönen guten Morgen!“
Sirius und Hermine machten ein verdutztes Gesicht und beugten sich näher über den Hauselfen; anscheinend war ihnen der abwesende Blick gar nicht aufgefallen.
Dass man überhaupt so etwas wie Augen und Ohren erkennen kann, grenzt allerdings wirklich schon an ein Wunder, bei dem Dreck und den Falten!
In der Annahme, dass die beiden sich wohl um ihn kümmern und ihn hoffentlich rausschaffen würden, ging Tara mit einem Grinsen im Gesicht zur Küche. Sie konnte sich nicht entscheiden, ob Sirius im Morgenmantel oder Hermines Mimik schöner gewesen war.

„Tee oder Kaffee?“, murmelte ihr eine schläfrige Molly zu.
„Kaffee, bitte!“
Die dampfende Tasse weckte die Lebensgeister in ihr. Gesprächssuchend schaute sie zu Tonks, die sich mit Remus, der einen äußerst ramponierten Umhang trug, unterhielt.
Sie merkte wohl, dass Tara mit ihr reden wollte, denn sie beendete die Konversation mit Remus und blickte zu ihr.
„Was war eigentlich mit dir und Snape gestern?“
Taras gute Laune verflog und sie machte ein verdrießliches Gesicht.
„Was soll schon gewesen sein? Er hat mich wohl kaum zu Kaffee und Kuchen eingeladen.“
Tonks lachte. „Sirius war nur so besorgt, er meinte, dass Snape dich geradezu rausgeschubst hatte.“
Er hat sich Sorgen gemacht. Um mich. Sirius Black, der Mann mit den schönsten Augen der Welt.
Remus unterbrach Taras Schwärmereien: „Was war das vorhin eigentlich für ein Geschrei?“
Tara wedelte gelangweilt ab, „Ach, nur Ärger mit Kreacher!“
„Hört mir bloß mit dem auf!“ Sirius, nun angezogen, stand mit verschränkten Armen in der Türfüllung und blickte direkt in ihre Augen.
Tara fühlte heiße Wellen durch ihren Körper schwingen. Wenn ihr Anhänger neben dem unaufhörlichen Leuchten auch noch Liebestöne von sich gegeben hätte, wäre sie nicht verwundert gewesen.
Ihrer hochroten Wangen bewusst werdend, blickte sie verschämt nach unten auf Tonks halbleeren Früchtetee.
„Apropos aufhören, solltet ihr Mädchen euch nicht längst auf den Weg zur Arbeit machen? Arthur ist schon seit einer halben Stunde im Ministerium.“ Molly blickte Tara und Tonks vorwurfsvoll an.
Tara schaute prüfend auf ihre Armbanduhr und ihr Herz, wie auch ihr Saphir, blieb stehen.
Nur noch sieben Minuten! Und ich habe immer noch den Umhang an, mit dem ich eingeschlafen bin!
Neben ihr machte auch Tonks ein fassungsloses Gesicht.

In der Hektik, die darauf folgte, schüttete Tonks nicht nur einmal ein Getränk über Remus und Tara musste die Schmach ertragen, dass Mollys jüngster Sohn sie auf Flecken auf ihren fix angezogenen Ministeriumsumhang aufmerksam machte. Dass Hermine neben ihm zur Krönung auch noch ein: „Das ist ein Geschenk von Kreacher“ ausrief, machte die Sache nicht besser.


Sieben Minuten später fand Tara die Langeweile ihres ruhigen Büros einladener als jemals zuvor.
Seufzend setzte sie sich auf den Stuhl, nahm sich eine Akte und tat so, als ob sie lesen würde.
Ich habe mich in Sirius Black verliebt. Black, dem vermeintlichen Massenmörder. Nun hat das Wohnen im Hauptquartier doch einen Sinn. Und die scheinbar geniale Idee, eine Professorin zu werden, hat jetzt nur ein Ziel: Den Fluch aufzuheben.
Aber zu welchem Preis?
Sollte sie versuchen,Sirius näher zu kommen, obwohl sie sowieso in ein paar Wochen meilenweit von ihm entfernt in Hogwarts versauern würde?

Tara entdeckte einen Brief in der Ablage. Von Cuthbert Binns; sie hatte schon ganz vergessen, dass sie ihn gestern benachrichtigt hatte. Er schrieb, dass er noch heute Nachmittag mit Gilbert dem Giggligen Kontakt aufnehmen würde. Der Rest bestand nur aus üblichen Dankesbekundungen.

Tara runzelte die Stirn. Die Sache war viel zu wichtig, um sie sich selbst zu überlassen. Sie musste unbedingt nachhelfen.
Tara machte sich einen Vermerk und schickte ein Memo an ihren Vorgesetzten, welche ihn informieren sollte, dass sie sich einen halben Urlaubstag genehmigte.

Die Stunden vergingen so zäh wie erwartet. In der Mittagspause erinnerte der dunkle Kingsley sie an ihre Überwachung der Mysteriumsabteilung heute Nacht. Tara antwortete ihm gereizter, als sie eigentlich wollte, aber dieser Mann mit der tiefen, ruhigen Stimme ließ sich wohl durch nichts aus der Ruhe bringen.

Auch die ermüdensten Stunden gingen einmal vorüber und Tara zog sich erleichtert ihren Reisemantel über, verabschiedete sich und apparierte zu Gilbert dem Giggligen.

Ulrike Sinnens Haus war umrahmt von einem verdorrten Garten, der einst wohl mal recht hübsch ausgesehen hatte. Sie begrüßte Tara recht herzlich: „Oh, wir warten schon ewig auf die Leute vom Ministerium! Aber mit den neuen, jungen Leuten klappt das anscheinend. Ich bin Mrs Sinnen, und Sie,mein Kind?“
„Miss Wheeler, angenehm, kann ich hereinkommen?“
Die kräftige Hexe mit dem angegrauten Haar lächelte und machte eine einladendeGeste. „Aber natürlich, aber ich warne Sie, unser Problemfall wird Siebestimmt belästigen, wenn Sie Ihren Reiseumhang ablegen.“
Tara betrat den Korridor, ihre Schuhe klackerten auf dem Terracotta-Boden. Der perlweiße Geist fungierte wohl als Lampe, denn ein anderes Leuchtmittel entdeckte sie nicht.

Gilbert der Gigglige machte einen zermürbten Eindruck. Die vielen Falten auf der Stirn zeugten von seiner Skepsis.
Egal wie, der muss für Binns weichgeklopft werden!


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