Kalte Materie - Das Zelt
von Bilderrahmen
„Es tut mir leid.“
„Das interessiert mich nicht.“
„Ich wollte dich nie Schlammblut nennen, es ist einfach - “
„Es ist zu spät.“
Severus Snapes Gedanken rasten, kometengleich und rissen Krater in sein Herz.
„Du hast deinen Weg gewählt, ich den meinen.“
„Nein – hör zu, ich …“
Farnwedel schlugen gegen seine Beine, als er sich weiter durch das GebĂĽsch schlug. Der schwarze Schulumhang verhedderte sich in einem Ast und brachte ihm zum stolpern. Snape fluchte, er fiel und schlug hart auf. Dreck spritzte ihm entgegen, sein Knie krachte gegen einen Stein, die Haut brach auf. Er konnte das Blut spĂĽren, das warm seine Wade hinunter ran, doch der Schmerz war ihm egal.
„Aber du nennst jeden, der meine Herkunft hat Schlammblut, Severus. Warum sollte es bei mir anders sein?“
Die Erinnerung an den verächtlichen Blick seiner einzigen Freundin, als sich das Portraitloch hinter ihr schloss, stieg vor seinem inneren Auge auf. Jetzt lag er hier, zwischen den Baumwurzeln, irgendwo auf dem Gelände von Hogwarts, und hätte am liebsten all seine Wut in die Nacht geschrien. Mit einem Zischen entwich ihm die Luft aus der Lunge Natürlich schrie er nicht. Er war Severus Snape, und egal was man ihm antat, er schrie nicht. Nie. Unter keinen Umständen.
Also war er gerannt, auf seiner Flucht vor sich selbst, hinaus in die Nacht, immer weiter, ohne zurĂĽck zusehen. Am See entlang, und weiter.
Ja, ĂĽberlegte Snape, vielleicht war er schon ĂĽber die Grenzen des Schlosses hinaus, vielleicht ging er verloren in dieser Nacht, vielleicht.
Er spuckte ein Blatt aus und rappelte sich mĂĽhsam auf, sein Knie war aufgeschlagen, es tat furchtbar weh, wenn er es beugte.
Zornig und verzweifelt riss er sich den Umhang von den Schultern, warf ihn zu Boden, trat dagegen in seiner Wut und lehnte sich dann erschöpft an einen jungen Baum.
Es war dunkel.
Wind rauschte um ihn herum und funkelnde Blätter reflektierten das Mondlicht, das einen Silberschimmer auf die Büsche und Bäume warf.
MĂĽde stapfte Severus Snape weiter, ein blasser Teenager von sechzehn Jahren, verletzt und wĂĽtend auf sich selbst, mit blutendem Knie.
Das war alles Potters Schuld, Potters Schuld, Potters Schuld…
Dieser aufgeblasene Widerling. Hass wallte in ihm auf.
Er wusste, was er tat war reine Projektion, aber es half ihm.
Potters Schuld, Potters Schuld…
Er passte das Mantra seinen Schritten an, während er sich immer weiter vom Schloss entfernte, sich durch Farn und Blaubeerbüsche kämpfte, weiter in die schottischen Highlands hinein.
Weiter, nur weiter, fort.
Erst eine knappe halbe Stunde später wurde er mit Schrecken gewahr, dass der Silberschimmer, der ihm die Sicht ermöglichte, von der hellen Scheibe des Vollmonds rührte, die hoch über ihm am Nachthimmel glänzte.
In der Ferne heulte ein Wolf.
***
Er war so töricht gewesen.
Dass er sich nicht gewundert hatte, dass weder Black noch Potter ihn verspotteten, als er verzweifelt Griffindors nach Lily Evans fragte, schalt sich Snape innerlich.
Er hatte auf Lily gewartet, stundenlang vor dem Portrait der fetten Dame, bis sie schließlich kam. Und nicht eine Sekunde hatte er an etwas anderes gedacht als an seine unzureichenden Rechtfertigungen, aus denen später doch nur gestammelte Worte der Entschuldigung geworden waren. Snape fluchte.
Dass ihm nicht aufgefallen war, dass Lupin weder zum Mittag, noch zum Abendessen an seinem Platz gesessen hatte.
Sein Fehler, eindeutig
Hektisch blickte Snape von links nach rechts zwischen den Bäumen umher.
Wieder war Vollmond, und wieder befand er sich außerhalb der schützenden Mauern des Schlosses, während diese mordende Bestie irgendwo mit ihren Freunden auf dem Gelände herumschlich.
Scharf entwich die Luft seinen Lungen, sein Puls raste davon.
Aber diesmal war er nicht unvorbereitet, diesmal wusste er sich zu schĂĽtzen. Blacks Mordversuch hatte Spuren hinterlassen, doch die Scham und die Angst hatte er in zahllosen Recherchestunden in der Bibliothek aus sich heraus getrieben.
Er bräuchte nur noch eine Lichtung für geeignete Schutzzauber, Bannkreise, dachte er sich, ein Wirbel von Ideen flutete durch seinen Kopf.
Ein heller Lichtschein, ganz nah, zwischen den Bäumen, sprang ihm ins Auge. Ohne zu zögern stürzte er darauf zu, wich Büschen und Stämmen aus und strauchelte erneut. Schließlich brach durch die Zweige und erblickte die Lichtung im Mondschein, die Gestalt, das Rot – Sie! – schoss es ihm durch den Kopf. Entsetzen und Überraschung vermischten sich miteinander; er hechtete ohne zu Zögern nach vorn …
Snape warf sich gegen den schmalen Körper vor ihm, riss ihn in einer Flut aus langem rotem Haar zu Boden. Mit einem leisen Aufschrei fiel das Knäule aus Ködrpern ins nasse Gras und er spürte wie ihm eine geballte Faust an der Schläfe traf. Der Schlag der Gestalt war nicht besonders stark gewesen und Snape wandte ihr das Gesicht zu, wollte – doch nein. Er hielt inne.
Sie war es nicht.
Ruckartig wich Snape zurĂĽck.
Zornesfunkelnde dunkle Augen starrten ihn an und sie schafften es beinahe, die Angst darin zu verbergen. Noch immer hatte keiner ein Wort gesprochen.
In Snapes Hinterkopf puckerte die immer noch drohende Gefahr, daher er riss sich zusammen und seine Hand schoss vor, er packte das Mädchen am Arm.
Ehe sie reagieren konnte, hatte er sie von der Wiese geschleift, auf die Lichtquelle zu. Zwischen überhängenden Ästen stand ein kleines Zelt, umgeben von Schnüren, die mit undefinierbaren Bündeln, Federn, und Beuteln behängt waren.
Snape ignorierte die Protestlaute seiner Geisel, stieß sie ins Zelt und begann darum herumzulaufen, leise gemurmelte Wörter auf den Lippen und den Zauberstab dabei erhoben.
Als er sicher war, dass kein Tier oder Mensch in seinen Bannkreis eindringen konnte, hielt er inne und lauschte für einen Augenblick seinem pochenden Herzen. Die Errichtung der magischen Barriere, die seine Kräfte eigentlich überstieg, hatte ihn erschöpft. Kurz hielt er inne und schloss die Augen. Was für eine verdammte, gottverlassene Nacht!
Dann besann er sich, fuhr herum und schlĂĽpfte unter der Plane hindurch ins Zelt.
Nein, es war nicht Lily,stellte er teils beruhigt, teils enttäuscht fest. Seine Aufregung und die Angst hatten seinen Augen nur einen Streich gespielt. Man sah immer das, was man sehen wollte.
Snape unterdrĂĽckte ein Seufzen.
Decken lagen im Zelt, ein Rucksack, Tiegel, ein Mörser, alles erhellt von dem funzeligen Licht einer verdreckten Petroleumlampe, die von der obersten Zeltstange baumelte. Das Mädchen mit dem roten Haar saß stumm in Abwehrhaltung auf der anderen Zeltseite. Sie hatte die Augen ohne zu Blinzeln auf Snape fixiert.
„Was machst du hier draußen?! Das war dumm von dir“ blaffte er und setzte sich. Die eigene Verunsicherung überspielte er, indem er sie anfunkelte, zornig, dass sie ihm Verantwortung auflud. Kein Schüler wusste um die Gefahr, die einmal im Monat die Schule heimsuchte, und die Dumbledore, dieser alte Zausel, so leichtfertig überging.
„Ich kampiere“ antwortete sie schlicht. Ihre Lippen bebten, offenbar unterdrückte sie die Wut über sein Auftauchen, seine Behandlung ihrer Person, die Gesamtsituation. Snape konnte das sehen und es amüsierte ihn beinahe.
AuĂźerdem hatte sie Angst vor ihm.
Verstimmt wandte er den Blick ab, lieĂź seine Augen ĂĽber die BĂĽndel getrockneter Pflanzen schweifen, den Beutel mit Birkenrinde, die Schale mit Wasser, gefĂĽllt mit kleinen, dunkelbraunen Knollen.
Trapa bicornis, schwimmende WassernĂĽsse, zweizipflig, erkannte er. Woher sie die wohl hatte? Sie waren selten geworden in Europa.
Eine Weile herrschte Schweigen im Zelt.
Mehrfach setzte das Mädchen zum sprechen an, doch Snape hatte sein Gesicht hinter seinen schwarzen Haarsträhnen verborgen und bemerkte es nicht.
SchlieĂźlich durchbrach sie die Stille.
„Du blutest.“
Eine sachliche Information, schlicht, ohne Wertung, ohne Frage. Sie hatte sein aufgeschĂĽrftes Knie bemerkt, wahrscheinlich schon vor einer Weile, durch den klaffenden Riss in seiner Hose. Diese war ihm viel zu kurz, erinnerte er sich in einem peinlichen Anflug von Scham.
Snapes Kopf ruckte hoch ehe er rot werden konnte. Die schwarzen Käferaugen bohrte sich in die braunen Augen vor ihm, Snape war wütend und verlegen . Als sie seinem Blick jedoch nicht auswich, beschloss er, sie zu ignorieren.
Seine Gedanken drifteten ab, hoch zum Schloss, wo Lily Evans wahrscheinlich gerade zornig auf ihr Kissen einschlug und keinen Schlaf fand. Oder aber sie schlief längst.
Er wusste nicht, welche Vorstellung ihm unerträglicher war; dass Lily ihn hasste, oder dass er ihr plötzlich egal geworden war.
Vielleicht hatte sie ihn ausgelacht, oben im Schlafsaal, während sie die peinliche Anekdote über den anhänglichen, schmierigen kleinen Slytherin erzählt hatte, der nachts vor dem Portrait der … doch nein, überlegte er, dass war nicht Lily. Dazu war sie zu … zu … gut.
Snape biss sie auf die Lippen.
Er war so ein Idiot.
Ein leises Klappern riss ihn aus den Gedanken zurück in das Wäldchen am Seerand, in das kleine Zelt hinein.
Das namenlose Mädchen hockte plötzlich ganz nach vor ihm. Sie hielt eine kleine Schale in der Hand, gefüllt mit einer Art dunkelgrüner, körniger Paste.
Abwehrend hob Snape die Hände, „Was - “ setzte er an, doch sie schnitt ihm das Wort ab.
„Du blutest. Dein Knie ist aufgeschürft, die Wunde ist voller Dreck und wird wahrscheinlich innerhalb von 12 Stunden anfangen zu eitern“ erklärte sie ihm bestimmt und griff nach seinem Bein.
„Ich kann die Wunde reinigen, desinfizieren, das Blut um die Schürfung reinigen, die Gewebezellen stimulieren und verhindern dass Narben zurückbleiben. Auch wenn du nicht besonders freundlich zu mir warst.“ Schloss sie, ein Lächeln zuckte um ihren linken Mundwinkel.
Snape war sprachlos vor soviel Zudringlichkeit. „Ich - … Das kann ich selbst!“ schnappte er und schenkte ihr einen giftigen Blick.
Die braunen Augen musterten ihn ausdruckslos und fest. Sie wich keinen Zentimeter zurĂĽck.
„Und warum tust du es dann nicht?“
Ehe Snape in der Lage war zu reagieren, hatten ihre Hände sein Bein ergriffen und schoben die vor Dreck starrende Hose vorsichtig seine Wade empor. Sehr bedacht die Verletzung nicht zu berühren, legten sie ein dünnes blasses Bein und einen tiefen, blutverkrusteten Schnitt an seinem Knie frei.
Das Blut schoss ihm in den Kopf - er zuckte zurĂĽck.
Doch ihre Finger krallten sich fest, erstaunlich fest für ein Mädchen. Sie hatte ihn überrumpelt und er erstarrte, als er ihre Hände auf seiner bloßen Haut spürte. .
Snape wollte schreien und sie wegstoßen, sie in möglichst viele kleine Teile zerfluchen, sie anbrüllen und abschütteln, doch stattdessen saß er wie eine Salzsäule an die Zeltplane gedrängt, unfähig auch nur einen einzigen Finger Richtung Zauberstab zu bewegen.
Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete er jede ihrer Bewegungen.
Das Mädchen entfernte gerade mit einem feuchten Tuch die schmutzigen braunen Schlieren auf der roten, aufgerissen Haut. Sie hatte schlanke flinke Finger, die roten Abdrücke an der Stelle, wo sie ihn gepackt hatten, sah man immer noch.
„Das ist Birkenasche“ erklärte sie gerade, sah ihn nicht an, klang beiläufig, beruhigend, als spräche sie mit einem Tier, das in die Ecke getrieben wurde. „Sie wirkt blutreinigend und entzündungshemmend, vermischt mit zerstoßenem Bockshornklee, das stillt den Schmerz, Ampfer, Carrageen; man nennt es auch irisches Moos, eine Algenart im Nordatlantik, man kocht sie zusammen mit Veilchenblüten für einen Sud, das regt das Zellwachstum an und beugt Narbengewebe vor“
Das rote Haar verdeckte ihr Gesicht, die Farbe erinnerte ihn an Lily.
Für einen Moment stellte Snape sich vor, es währen ihre Finger, die nun vorsichtig die brennende Salbe auf seinem Knie verteilten. Er hielt den Atem an, dann schrak er vor sich selbst zurück. Es war nicht Lily, nein, sie war es nicht.
Lilys Haare waren glatter, gepflegter, sie würde nicht … Snape brachte immer noch keinen Ton heraus, saß da, unbewegt, lauschte der Rezeptur.
„Frische Lindenblüten und Salbei, letzteres aber nur für den Geruch. Ich habe lange gebraucht, etwas zu finden, das nicht mit den anderen Inhaltsstoffen reagiert und deren Zusammenspiel stört“ fuhr sie fort und Snape nickte leicht. Das machte Sinn, was immer sie da auf seinem Bein verteilte, klang nach einem recht primitiven Heiltrank in Pastenform, doch er war nicht in der Lage diese gehässige Bemerkung von sich zu geben. Stattdessen starrte er weiterhin die langen, wirren roten Haare an und schalt sich innerlich einen Trottel.
Plötzlich blickte sie auf, sah ihn direkt an, genau vor ihm, und ihm schoss das Blut erneut in die Wangen. Er presste die Kiefer zusammen und schämte sich.
Sie lächelt leicht. „Mein Name ist Eirin. Und deiner?“
Snape schluckte hastig und drehte sich von ihr fort. „Snape“ brachte er zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. Die gesamte Situation war ihm verhasst: Jetzt hatte sie auch noch wissen wollen, wer sich vor ihr diese Blöße gegeben hatte ausgezogen worden zu sein.
„Snape und weiter?“ hörte er sie fragen, auch sie hatte den Blickkontakt unterbrochen. Offenbar fand sein Benehmen bei ihr keinen Anklang. Snape kümmerte das nicht.
„Snape eben“ erklärte er knurrig, „Tobias Snape“
Was ihn dazu bewogen hatte, ihr den Namen seines versoffenen Vaters zu nennen, war ihm nicht ganz klar. Vermutlich hoffte er, dass vielleicht nicht die ganze Schule von dieser Blamage erfahren würde, wenn sie den schamhaften Jungen in ihrer Geschichte „Tobias“ nannte. Dann beschloss er, dem Spektakel ein Ende zu setzen.
„Reicht das nicht jetzt?“ schnauzte er sie auch sogleich an und zog sein Bein blitzschnell zwischen ihren Händen hervor.
Eirin wich zurück. Ihre Augen funkelten ihn aufgebracht an, doch für einen Augenblick meinte Snape einen Hauch von Verletztheit darin zu sehen. Sein Mundwinkel zuckte hämisch und er erwiderte ihren Blick voll stummer Verachtung.
FĂĽr einige Minuten starrten sie sich beide an, ein jeder darauf bedacht, den anderen niederzuringen.
Doch keiner gab nach.
Snape wurde innerlich wider Erwarten sehr ruhig. Dieses dreiste Mädchen wagte es doch nicht wirklich, sich mit ihm zu messen? Dieses Duell würde sie verlieren, dachte er spöttisch, während seine Hand in einer unendlich langsamen aber sehr präzisen Bewegung zu seinem Zauberstab kroch.
Von der Leglimentik hatte bisher nur zweimal an einem Menschen Gebrauch gemacht, jedes Mal bei verschüchterten Hufflepuff-Erstklässlern, die er heimlich als Übungsobjekte missbraucht hatte.
Aber nachdem er bereits in den Geist einiger Eulen und Ratten eingedrungen war, hatte es bei beiden Malen tadellos funktioniert.
„Leglimens“ hauchte er kaum hörbar, denn ungesagt beherrschte er diese Kunst noch lange nicht.
Eirin runzelte die Stirn, hielt den Blick jedoch trotzig aufrecht.
Und plötzlich sah Snape sich selbst durch ihre Augen, den dünnen, sehnigen Junge, der mit viel zu kurzen Hosenbeinen auf der anderen Zeltseite kauerte und unter dessen strähnigen, dunklen Haaren zwei tiefschwarze Flecken hasserfüllt in seine Richtung stierten. Er sah den dunklen Schulumhang um sich gewickelt, wie ein großes Laken, als schwarzer Fleck besudelte er die Zeltecke, nur das blasse Gesicht mit der gekrümmten Nase stach hell und unnatürlich heraus.
Er spĂĽrte Eirins Abscheu dem Fremden gegenĂĽber und fand sich selbst fremd und widerwertig, wie ein groĂźes Insekt, das man am liebsten totschlagen mochte.
Gib nach, gib auf, bitte, verdammt, starr mich nicht so an, was fällt dir eigentlich ein, wie kann man nur so undankbar und unfair sein, so fies, jetzt schau schon weg, dieser sture Hund, wie kann er …
Snape fühlte ihre Wut und ihre Verbissenheit, beinahe schien es ihm unerträglich in ihrem Geist, je mehr er fühlte wie sehr er sie und wie sehr er sich selbst abstieß. Doch gerade als er die Verbindung unterbrechen wollte, nahm er noch etwas anderes wahr, etwas so völlig unerwartetes, dass er sich verblüfft zurückzog und abrupt den Blick abwandte. Das konnte doch nicht wahr sein!
Seine Wangen färbten sich feuerrot.
Sie fand ihn anziehend.
Was bei Merlin konnte man an ihm anziehend finden? Was war er schon, ein hässlicher, dünner Slytherin mit keinerlei freundlichen Regungen. Snape war fassungslos. Und doch hatte er es gespürt, hatte genau gefühlt wie der Gedanke sich formte aus einem inneren Impuls heraus, der sie wohl genauso überrascht hatte wie ihn.
Nimm diese Augen weg, diese Augen, die –
Dann hatte sie ihren Gedanken abgebrochen, sich verboten ihn zu Ende zu bringen, und nur ein warmes, beschämtes Gefühl war zurückgeblieben, das Snape so verwirrt hatte.
***
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Ich will mehr wie jeder andere, dass Joanne K. Rowling mit meiner Luna zufrieden ist, denn es ist ihr Charakter. Ich hatte schon einen Albtraum davon, auf der After-Show-Party zu sein, Jo zu treffen und sie schĂĽttelt nur ihren Kopf und schaut traurig. Das ist mein Irrwicht. Aber bis jetzt hat sie sich mir gegenĂĽber positiv verhalten, also bin ich optimistisch.
Evanna Lynch