
von Chigoo
„Nun, wie du weißt ist es in unseren Kreisen üblich, seine Kinder zu verloben…“
WAAAS? Das ist nicht sein Ernst, das kann er mir doch nicht antun! Obwohl er kann wohl, aber das interessiert mich nicht die Bohne!
„…doch die Familie Aurum wand schon seit Jahrhunderten eine andere Methode an, den Innocentias-Fluch.“ sprach mein Vater gelangweilt. Ich zog die Stirn kraus und ratterte alle Flüche in meinem Gehirn ab, doch diesen InnoDings hab ich noch nie gehört. Vater würde diesen Fluch (hoffentlich) gleich erklären.
Als hätte er meine Gedanken gelesen fuhr er fort: „ Dieser Fluch betrifft alle Frauen aus der Familie Aurum, er bewirkt dass der Mann dem die Frau ihre Unschuld schenkt, ein Recht auf eine Heirat mit der Frau hat, auch ohne die Zugeständnis der Frau.“
Erleichtert atme ich aus, so ein Pech für ihn dass ich mein erstes Mal bestimmt nicht mit einem Kerl haben werde, der meinen Erzeugern in den Kram passen würde. Und wegen dem lässt der mich hier antanzen? Ich wollte gerade erklären, dass ich ihnen nicht den Gefallen tun werde und einen Reinblüter an mich ran lassen werde, als er mich abschätzend ansah und wieder zu sprechen begann.
„Ich weiß genau was du denkst, doch ich werde nicht zulassen dass du unsere Familienehre mit einem Schlammblut oder gar einem Muggel beschmutzt. Ich habe mich mit potenziellen Familien in Verbindung gesetzt und mich nach einem geeigneten Mann für dich umgesehen. Ein paar von ihnen wirst du von der Schule kennen wie zum Beispiel Mr. Lucius Malfoy oder Mr. Hugo McLain. Auch die Familien Black und Rookwood sind sehr interessiert.“
Ich sollte was? Ich Marocia Aurum, eine Rumtreiberin wohlgemerkt, Gryffindor, die es nicht lassen kann jedem Slytherin dem sie begegnete zu verhexen, zu blamieren und jede Gelegenheit auszulassen zu zeigen was ich von ihnen hielt.
Ich konnte mich einfach nicht mehr zurückhalten und fing an laut loszulachen, der Gedanke mit einem dieser Idioten zu heiraten ist einfach zu absurd. Sergius warf mir einen bösen Blick zu denn alle diese „Kandidaten“ waren seine Freunde aus Slytherin, ich konnte einfach nicht aufhören zu lachen.
Die glauben doch selbst nicht diesen Mist den sie da von sich lassen als würde ich mich von einem Slytherin ficken lassen. Nachdem ich mich halbwegs wieder gefangen habe probierte ich mich meinem Vater mitzuteilen: „Vater, dass kann doch nicht dein Ernst sein? Ich würde nie und nimmer von einem dieser Typen anfassen lassen!“ prompt fing ich wieder an zu lachen.
Er grinste, ein kaltes böses Grinsen. „Weißt du, Tochter, manchmal wenn Frauen nicht wissen was gut für sie ist, muss ein Mann sie eben zu ihrem Glück zwingen.“ Ich starrte ihn an, habe ich jetzt richtig verstanden? Er hatte es zwar leise und sanft gesagt aber diese Stimmlage jagte ihr einen kalten Schauer über den Rücken.
„Um mich verständlicher auszudrücken, man kann seine Unschuld nicht nur jemandem schenken, man kann seiner Unschuld auch beraubt werden.“ Diese Worte sickerten nur langsam zu mir durch. Er drohte mir, mein VATER drohte mir mich vergewaltigen zu lassen!
Wieder kam mir Wut und Hass die Galle hoch und ich konnte mich nur schwer zurückhalten ihm nicht an die Gurgel zu springen. Was denkt der sich überhaupt wer er sei? Ich hasse ihn, ihn und seine Weltvorstellung. Okay, tief einatmen und dich nicht unterkriegen lassen.
„Ich werde schon auf mich aufpassen, Vater. Glaub mir keiner wird es wagen mich ohne Erlaubnis anzufassen, sei unbesorgt.“ Kaum hatte ich diesen Satz ausgesprochen erschien unsere alte Hauselfe mit einen leisem Plopp. „Master ihr Bruder und seine Frau sind eingetroffen!“ quickte Lolly. „Führe sie in den Salon und sage dass wir gleich kommen.“ wies Vater sie an. Lolly verneigte sich und verschwand wieder.
„Sergius, Cruella wir gehen in den Salon, Marocia hol dein Gepäck und bringe es zur Haustüre danach kommst du ebenfalls in den Salon.“ Ich wusste dass somit unser Gespräch beendet war und verließ schnell das Zimmer stürmte die Treppen hoch in mein Zimmer, lehnte mich an die Tür und kämpfte gegen die aufsteigenden Tränen.
Natürlich war mir immer klar, dass meine Familie mich hasste aber das hätte ich ihnen nie zugetraut. Noch nicht mal das Wissen jetzt endlich zu meinen Jungs gehen zu können beruhigte mich. Ich wollte meinem Vater ins Gesicht schreien was für ein Ekel er ist, wie sehr ich ihn hasse, dass ich mich mit allem einlassen werde was seiner Meinung nach Schlecht ist. Meine Gefühle kochten, ich wollte ihnen weh tun, so wie sie mir die letzten 6 Jahre zugesetzt haben.
Mit meiner Faust hämmerte ich gegen den teuren handgeschnitzten Schrank und wollte nur noch zerstören, all ihre Familienerbstücke gegen eine Wand schmeißen das Haus in Brand setzen. In meiner Verzweiflung merkte ich nicht wie Lolly vor mir stand und mich mitfühlend ansah. „ Miss Marocia, beruhigen Sie sich. Denken sie daran, in ein paar Minuten werden Sie das Haus verlassen und müssen nie mehr zurückkehren. Sie wollen doch nicht in dieser Verfassung bei Ihren Freunden auftauchen?“
Die kleine Elfe mit den Hängeohren hatte Recht, ich musste mich zusammenreißen also stand ich auf und ging zum Spiegel und kämmte mein Haar und flechte einen neuen Zopf, wischte mir meine Tränenspuren aus dem Gesicht sah mich noch ein letztes mal in meinem Zimmer um und gab Lolly meine Koffer um sie auf das Anwesen der Potter zu bringen.
Unsere Hauselfe war eingeweiht wohin ich jeden Sommer tatsächlich verschwand. „Augen zu und durch, Marocia!“ ermunterte ich mich selbst und stieg die Treppen hinab, wo Onkel Mauritius und Tante Della schon auf mich warteten. „Cruella ich muss sagen du hast absolut Recht, deine Tochter hat eine Haltung wie ein Muggel.“ sagte Tante Della an meine Mutter gewandt doch sie zwinkerte mir unauffällig zu.
Mutter quittierte dies nur mit einem Kopfnicken. Meine Eltern verabschiedeten sich noch übertrieben von Onkel und Tante, bevor wir endlich apparierten. Ich spürte das vertraute Gefühl durch einen Schlauch gezwängt zu werden und konnte endlich aufatmen.
Kaum öffnete ich meine Augen rannten Remus, James und Sirius schreiend wie kleine Kinder auf mich zu und zwängten mich in eine Gruppenumarmung. Bei Merlin, wie ich meine Jungs vermisst habe.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.