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Fanfiction

Wer ist Severus Snape - Wie oft denke ich über mein Leben nach?

von bad_Monkey


@Qutischkugel:
Danke für dein Kommi! Ja, ich hab alle Romantik die ich in mir hatte aus mir rausgepresst =)
@miss kim johonson: Danke für dein Kommi und für den Keks, freut mich, dass es dir gefallen hat!


Severus Snape war gerade dabei die unzähligen Briefe, die er erhalten hatte zu lesen. Er hätte sich nicht gedacht, dass auf seine Entschuldigungen so viele Menschen antworten würden. Auch sie hatten offenbar nichts derartiges erwartet und Severus wunderte sich darüber, dass die meisten ihm zu verzeihen schienen. Konnte ein einfacher Brief, meist nicht länger als eine halbe Seite, einen Menschen dazu bringen alles zu vergessen was er getan hatte? Er legte eine Pause ein und holte sich eine Tasse Kaffee. Es würde eine lange Nacht werden, wenn er alle Briefe lesen wollte. Während er vor der Muggelkaffeemaschine stand und wartete, kam ihm ein Gespräch mit Dumbledore in den Sinn, das er vor sehr langer Zeit geführt hatte.

„...weißt du Severus“ hatte er gesagt „kaum jemand ist dazu imstande zu vergessen. Aber die meisten Menschen sind dazu bereit, zu verzeihen. Und das ist vielmehr, als man erwarten kann. Zu verzeihen bedeutet nicht, dass etwas wieder gut gemacht wurde. Es bedeutet, dass man über etwas hinwegsieht...“

Snape seufzte. Er konnte froh darüber sein, dass es so viele Menschen gab, die bereit dazu waren über das, was er getan hatte, hinwegzusehen. Es nahm ihm etwas von der Schuld, die er Zeit seines Lebens gesammelt hatte und die ihn nun, wo er dabei war ein alter Mann zu werden, zu erdrücken schien. Als er wieder zu seinem Schreibtisch zurückkam, bemerkte er das kleine Stück Pergament, das ihm inzwischen schon nahezu vertraut vorkam. Er wunderte sich nicht mehr darüber, vielmehr wartete er stets darauf, das es erscheinen würde.

Wie oft denke ich über mein Leben nach?

Es amüsierte ihn ein wenig. In den letzten paar Wochen hatte er vermutlich öfter über sich und sein Leben nachgedacht, als jemals zuvor. Er war zwar nie ein Mensch gewesen, der in den Tag hinein lebte ohne darüber nachzudenken – wahrlich nicht – aber es war immer anders gewesen als jetzt. Entweder seine Gedanken hatten der Zukunft gegolten oder der Vergangenheit. Entweder sein Leben hatte aus Plänen bestanden, oder aus Erinnerungen an eine Zeit, an die er sich nicht immer gerne erinnert hatte. Selten hatte er sich über die Gegenwart Gedanken gemacht, die Art wie er gerade jetzt lebte, ob er zufrieden mit sich und seinem Leben war...

Er seufzte abermals. Früher war es ihm eindeutig besser gegangen. Nun musste er sich eingestehen, wie es wirklich um ihn stand. Er war d allein, es gab niemanden, der ihm wirklich etwas bedeutete. Er hatte keine Energie mehr dazu, Pläne für die Zukunft zu schmieden. Wie sollte seine Zukunft den aussehen? Vermutlich würde er bis ans Ende aller Tage in diesem alten Schloss leben, sich mit Schülern und Lehrern herumschlagen, die er nicht ausstehen konnte und irgendwann allein hier in seinem Wohnzimmer sterben. Manchmal wünschte er sich, bei der großen Schlacht gestorben zu sein. Dann wäre das letzte, was er getan hätte, wenigstens etwas Gutes gewesen. Und nun war
Er war ein alter, verbitterter Mann und konnte noch nicht einmal von sich sagen, dass er ein Leben geführt hatte, auf das er stolz sein konnte.
Er nahm seinen Füller und schrieb mit leicht zittriger Hand ein paar Worte auf das Pergament.

Zu oft.


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